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Veröffentlicht am 29.07.2024

Poetische Darstellung der Geruchswelt, Gefühle garantiert

Delicate Dream
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Odell Evergreen soll nach einem schlimmen Unfall das Parfümunternehmen seiner Familie übernehmen. Um jedoch an der Spitze von Evergreen angenommen zu werden, muss er ein eigenes Parfüm kreieren. Und das ...

Odell Evergreen soll nach einem schlimmen Unfall das Parfümunternehmen seiner Familie übernehmen. Um jedoch an der Spitze von Evergreen angenommen zu werden, muss er ein eigenes Parfüm kreieren. Und das ist gar nicht so leicht, wenn er dabei auf die Hilfe von Emmeline, seiner Kindheitsfreundin, angewiesen ist.

Der detaillierte und poetische Schreibstil von Merit Niemeitz lässt die Geschichte noch gefühlvoller erscheinen, als sie ohnehin schon ist. Nach und nach erfährt man mehr über die Vergangenheit von Odell und Emmeline, während sie sich in der Gegenwart wieder neu kennenlernen. Genauso, wie es auch die drei Geschwister Odell, Keaton und Mari tun, die nach dem schlimmen Verlust ihrer Eltern gezwungen sind, wieder zusammenzuleben.

Besonders gut gefallen haben mir die vielen Gerüche und die Wahrnehmung der Außenwelt durch Emmelines Sichtweise. Odell und sie sind mir wirklich ans Herz gewachsen, auch wenn sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Emmeline ist ein richtiger Gefühlsmensch, während Odell rational eingestellt ist. Dass es hier ab und zu Schwierigkeiten zwischen den beiden gibt, ist vorausgesetzt.

Der Auftaktband von Evergreen Empire hat mir unglaublich gut gefallen. Der Bezug zur Parfümherstellung war mal etwas neues, was ich so noch nicht gelesen habe und die traurige und zugleich vielversprechende Geschichte sind nur weiterzuempfehlen. Ich kann es kaum abwarten, die Geschichten von Mari und Keaton zu lesen.

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Veröffentlicht am 14.04.2024

Wichtige Themen - enttäuschende Atmosphäre

Icebreaker
1

Auf den Roman „Icebreaker“ hatte ich mich super gefreut, weil dieser einerseits sehr gehypt wurde, ich mich andererseits mit dem Bezug zum Sport identifizieren kann. Wie bereits auf dem wunderschönen Cover ...

Auf den Roman „Icebreaker“ hatte ich mich super gefreut, weil dieser einerseits sehr gehypt wurde, ich mich andererseits mit dem Bezug zum Sport identifizieren kann. Wie bereits auf dem wunderschönen Cover zu erkennen geht es hier um die Geschichte einer Eiskunstläuferin und einem Eishockeyspieler, der Name des Buches passt dementsprechend perfekt dazu. Auch spiegelt der Titel die anfänglichen Schwierigkeiten zwischen den Protagonisten wider, denn Anastacia kann Nate überhaupt nicht leiden. Als sie dann aufgrund der Schließung der Eissporthalle zusammen in einer anderen trainieren müssen und sich Anastacias Eiskunstlauf-Partner Aaron verletzt, sehen sie sich immer häufiger. Nate springt ein und hilft ihr, sich zu verbessern, wobei die beiden sich nach und nach näher kommen.

Neben dem Thema des Sports spielt auch die Freundschaft in jenem Roman eine wichtige Rolle. Besonders schön finde ich hierbei die Darstellung des Zusammenhalts der Eishockeymannschaft, die teilweise gemeinsam in einer WG lebt und mit der die Hauptfiguren eine Menge Spaß erleben, aber auch ernste Themen gemeinsam angehen. Weitere Themen wie Therapie, toxische Freundschaft sowie ungesundes Essverhalten werden von der Autorin Hannah Grace angesprochen, die in der heutigen Zeit leider zu wenig thematisiert werden.

Trotz den sinnvoll angesprochenen Themen im Roman konnte dieser mich nicht ganz überzeugen. Der Schreibstil der Autorin war angenehm zu lesen, allerdings wurden ab und zu in der direkten Rede der Figuren Wörter verwendet, die man so eher nicht sagt und die gar nicht gepasst haben. Zudem war der Übergang zwischen Anastacias und Nates Kennenlern-Phase und Beziehung etwas zu schnell, hier hätte ich mir etwas mehr Zeit gewünscht. Die Protagonistin hatte anfangs nämlich betont, dass sie ungern eine feste Beziehung eingehen möchte, hat sich jedoch sehr schnell an Nate “gewöhnt“. Zur Freundschaft zwischen Anastacia und ihrer besten Freundin Lola hat leider auch etwas gefehlt, ab und zu wurden zwar Gespräche mit eingebaut, aber hier bin ich von mehr Tiefgründigkeit ausgegangen. Nichtsdestotrotz handelt es sich bei „Icebreaker“ um einen Liebesroman, der viele Klischees vereint und der sehr einfach zu lesen ist. Ein etwas unerwartetes Ereignis kam gegen Ende des Romans hinzu, der die Handlung zumindest etwas spannender gemacht hat. Der Ausgang des Buches hat mich jedoch auch nur weiter darin bestätigt, dass mir die Geschichte leider nicht so gut gefallen hat, wie es wohl bei vielen anderen der Fall war.

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Veröffentlicht am 21.03.2024

Ein Lesehighlight voller Gefühle

Divine Rivals
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REZENSION 🖤

Nach dem Fortgang ihres Bruders Forest, der für die Göttin Enva in den Krieg gezogen ist, arbeitet Iris Winnow bei der Oath Gazette, um für sich und ihre Mutter zu sorgen. Im Kampf um die ...

REZENSION 🖤

Nach dem Fortgang ihres Bruders Forest, der für die Göttin Enva in den Krieg gezogen ist, arbeitet Iris Winnow bei der Oath Gazette, um für sich und ihre Mutter zu sorgen. Im Kampf um die Beförderung zur Kolumnistin lernt sie Roman Kitt kennen, der den Job ebenfalls haben möchte. Sie lernen sich kennen, und gleichzeitig auch über Briefe, denn Roman ist ihr Brieffreund, mit dem Iris auf magische Weise kommunizieren kann. Das Problem: Roman weiß, wer hinter den Briefen steckt, während Iris keinen Schimmer hat, wer ihr Brieffreund ist. Als Iris dann an die Kriegsfront zieht, werden die beiden getrennt, jedoch kommt am Ende doch alles anders. Und auch, als der Krieg immer näher rückt, verschlimmert sich die Lage immer mehr.

Der erste Teil der „Letters of Enchantment“-Dilogie mitsamt seinen authentischen Charakteren hat mich von Anfang an in den Bann gezogen. Der Verlust, den Iris erleben muss, hat mich sehr mitgenommen, aber die Lage an der Kriegsfront war dann noch einmal viel schlimmer. Obwohl es hier um den Krieg zwischen zwei Göttern geht – Enva und Dacre – kann die Darstellung des Krieges doch auch auf heutige Kriege bezogen werden. Die Darstellung von den Schützengräben und vielen verwundeten Menschen tritt sicherlich auch in der ‚wahren‘ Welt auf.

Verlust, Schmerz, Trauer und Kriegsgeschehen sind Themen, die innerhalb des Romans gut umgesetzt werden. Auch der Schreibstil von Rebecca Ross sowie die gezeigten Briefe, die Roman und Iris austauschen, gefallen mir gut. Die Geschichten und Einflechtung der Nebenfiguren passen ebenfalls gut zusammen. Besonders Marisol und Attie, mit denen Iris im Laufe der Geschichte zu tun hat und mit denen sie kurzfristig zusammenwohnt, sind mir richtig ans Herz gewachsen. Gemeinsam sind sie wie eine kleine Familie, was vor allem für Iris wichtig ist, die sonst nur auf sich allein gestellt wäre.

Insgesamt kann ich sagen, dass mir „Divine Rivals“ und die Geschichte von Iris und Roman richtig gut gefallen hat. Das Buch ist definitiv ein Jahreshighlight für mich, denn ich konnte es kaum weglegen, so spannend und gelungen habe ich die Geschichte gefunden. Auf den zweiten Teil der Dilogie freue ich mich riesig und kann es kaum abwarten, erneut in die Welt einzutauchen.

5 ★

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Veröffentlicht am 13.11.2023

Wunderschöne Landschaft mit Kultur

Songs of Emerald Hills
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Nach dem Tod ihrer besten Freundin entscheidet sich Caro, für einige Wochen nach Irland zu gehen. In Deutschland wird sie immer nur an ihren Verlust erinnert, aber auch daran, dass sie kaum etwas erreicht ...

Nach dem Tod ihrer besten Freundin entscheidet sich Caro, für einige Wochen nach Irland zu gehen. In Deutschland wird sie immer nur an ihren Verlust erinnert, aber auch daran, dass sie kaum etwas erreicht hat – das finden zumindest ihre Eltern. Inmitten von grünen Weiden und dem Meer findet sie dann immer mehr Gefallen an der Kultur Irlands. Das Pub, die Sprache, aber auch die Menschen wachsen ihr ans Herz. Demnach fällt es ihr nicht schwer, ihrem Nachbar Conor bei der Rettung der Sprachschule im Ort zu helfen. Gemeinsam organisieren sie ein Fest und kommen sich dabei immer näher. Beide Hauptfiguren haben währenddessen jedoch noch mit sich selbst zu kämpfen. Verlust, Schmerz, Betrug und fehlendes Vertrauen sind solche Aspekte, mit denen sie nach und nach klarklommen. Und selbst Mrs Connolly, bei der Caro nach anfänglichen Protesten wohnt und im Haushalt hilft, blüht auf.

„Songs of Emerald Hills“ von Anabelle Stehl ist ein richtiges Buch zum Wohlfühlen. Die schönen Naturbeschreibungen Irlands und der Kulturbezug passen richtig gut zusammen, genauso gut wie die Charaktere. Trotzdem hat jede Figur im Roman ihren eigenen Hintergrund, mit der sie erst einmal selbst klarkommen muss. Dass eben nicht alles immer perfekt läuft im Leben, aber das Beste aus der Situation machen sollte, das wird hier hervorgehoben. Und auch die Wichtigkeit von den richtigen Menschen, die zur Seite stehen, wird dargestellt.

Insgesamt ist es ein gelungenes Buch, das mit einem wunderschönen Setting, angenehmen Schreibstil sowie Wohlfühlatmosphäre überzeugen kann. Die angesprochenen Themen werden nicht zu überspitzt dargestellt und regen gleichzeitig zum Nachdenken an.

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Veröffentlicht am 06.06.2023

4 Generationen, denen der Krieg alles genommen hat

Die Reisenden der Nacht
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Der Roman "Die Reisenden der Nacht" spielt unter anderem in einer Zeit, in der Krieg herrscht. Da immer wieder Sprünge in die Vergangenheit und Zukunft gemacht werden, erfährt man nacheinander vom Leben ...

Der Roman "Die Reisenden der Nacht" spielt unter anderem in einer Zeit, in der Krieg herrscht. Da immer wieder Sprünge in die Vergangenheit und Zukunft gemacht werden, erfährt man nacheinander vom Leben von Ally Keller, anschließend von ihrer Tochter Lilith, von deren Tochter Nadine und schließlich von Luna, der Tochter von Nadine. Lilith und Nadine haben beide dasselbe Schicksal erlebt: Sie wurden von ihrer Mutter weggegeben, damit sie an einem anderen Ort ein besseres Leben frei von Krieg führen können. Trotzdem war der Krieg immer wieder präsent.

Armando Lucas Correa erzählt eine bewegende Geschichte, in der die Leser*innen viel über die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland erfahren, aber auch Einblicke in die Vergangenheit von Kuba erhalten. Sehr schwierige Themen wurden hier ausführlich mit eingearbeitet, jedoch ist die Vielzahl an Informationen an manchen Stellen zu viel. Besonders gegen Ende des Romans, als Luna beginnt, die Vergangenheit aufzudecken, werden sehr viele Ereignisse in einer kurzen Zeit zu schnell wiedergegeben. Dadurch wirkt alles ein bisschen zu oberflächlich und die Charaktere bekommen gar nicht ihre Tiefe, die sie eigentlich verdient hätten.

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