Tagebuch meines Herzens
HEN NA E - Seltsame BilderZu Beginn war das Buch vielschichtig und rätselhaft. Im Prolog erfährt man von einer 11-Jährigen, die ihre Mutter ermordet hat. Die Psychologin bescheinigt ihr später eine erfolgreiche Rehabilitation, ...
Zu Beginn war das Buch vielschichtig und rätselhaft. Im Prolog erfährt man von einer 11-Jährigen, die ihre Mutter ermordet hat. Die Psychologin bescheinigt ihr später eine erfolgreiche Rehabilitation, aber lag sie damit richtig?
Der eigentliche Strang ist ein rätselhafter Blog. Anfang liest er sich belanglos und alltäglich. Doch der letzte Eintrag gibt Rätsel auf. Welches Geheimnis wurde hier entschlüsselt? Wer ist der Schreiber des Blogs und an wen ist der letzte Eintrag gerichtet? Gerade dieses Nichtwissen macht den Reiz der Story aus.
Wie hier Bilder und Erzählung miteinander verwoben werden, ist neuartig und (zu Beginn) überzeugend. Es macht Spaß, das Entschlüsseln zu verfolgen. Dennoch bleibt die Frage, ob die gefundene Erklärung auch der Realität entspricht.
Drei große Kapitel teilen das Buch ein. Der Schwerpunkt liegt jeweils auf einer neuen Person. Man musste sich jedes Mal neu zurechtfinden und die neuen Personen bzw. Situationen nach und nach einordnen. Es war geschickt gemacht, wie ein einzelnes Wort oder ein Name ausreichte, um einen aha Moment zu erleben. Dies konnte das bisherige Wissen auf den Kopf stellen und neue Zusammenhänge erkennen lassen.
Obwohl das Buch sich sehr leicht und schnell lesen lässt, nutzt sich die Einbindung von Rätseln bzw. Zeichnungen im weiteren Verlauf deutlich ab. Für meinen Geschmack haben sie sich teilweise zu oft wiederholt oder waren nur eine zusätzliche Unterstützung zu dem Text. Ich hatte das Gefühl, der Autor traut mir nicht zu, zu verstehen, wie der Ablauf war, wenn er nicht alles Schritt für Schritt und zusätzlich durch die Bilder erklärt. Das war mir irgendwann zu ausführlich und ich empfand die Zeichnungen stellenweise als unnötig.
Wirklich gestört hat mich der beschriebene Mord. Nicht wegen der Beschreibungen, sondern weil ich das Vorgehen als absolut unglaubwürdig empfinde. Achtung Spoiler: aber wie soll man unter dem Oberkörper einer schlafenden Person ein Seil durchschlängeln können, ohne das diese Person aufwacht!? Bei Fußgelenken mag dies mit Geduld gehen, aber auf Taillenhöhe halte ich es schlicht und ergreifend für unmöglich.
Dadurch, dass die Sprache eher nüchtern, schlicht und geradlinig war, hat man keine emotionale Verbindung zu den Protagonisten aufgebaut. Deren Handeln und Motivation nachzuvollziehen, fällt mir dadurch schwer. Auch das Vorgehen, um den Täter zu überführen, hat mich gestört. Ohne Schutz sich in die Höhle des Löwen zu begeben, macht keinen Sinn.
Fazit: im Verlauf leider immer schwächer geworden