Laguna Beach ist ein Ort, in dem man sich leicht wohlfühlen kann. Wunderschön an der Küste gelegen, so dass man jederzeit dem Rauschen der Wellen lauschen oder sich zum Beispiel zum Surfen in die Fluten ...
Laguna Beach ist ein Ort, in dem man sich leicht wohlfühlen kann. Wunderschön an der Küste gelegen, so dass man jederzeit dem Rauschen der Wellen lauschen oder sich zum Beispiel zum Surfen in die Fluten stürzen kann. Jackson Cooper ist zwar in Laguna Beach aufgewachsen, hat seiner Heimat dann jedoch den Rücken gekehrt und sich sehr schwer getan, zurück zu kommen, um sich seiner Vergangenheit nicht wieder stellen zu müssen. Nun wagt er den Schritt aber doch und wird bald von den Dingen eingeholt, die vor 10 Jahren passiert sind. Denn seine Exfreundin Eden Green lebt noch immer in dem Ort und schon zügig kreuzen sich ihre Wege…
Der Schreibstil von Emily Bold ist angenehm und flüssig. Der Ort, der zum Urlaubmachen einlädt wird immer wieder sehr schön beschrieben, so dass man sich die Umgebung gut vorstellen kann und selbst Lust darauf bekommt, dort am Strand zu spazieren und die Gegend zu erkunden. Auch wenn die landschaftlichen Gegebenheiten immer wieder in die Handlung einfließen, so steht die Geschichte rund um Eden und Jackson schon im Vordergrund. Dabei gibt es zwei Zeitebenen zwischen denen immer wieder gewechselt wird. Bereits zehn Jahre vor den aktuellen Ereignissen hatten Eden und Jackson eine enge Bindung zueinander, doch dann kam der Bruch, der alles verändert hat, für beide. Es ist viel Zeit vergangen, doch einige Wunden heilen einfach nur sehr schwer und werden durch die erneute Begegnung schmerzhaft an die Oberfläche geholt. Es gibt einen personalen Erzähler, der es ermöglicht, sowohl Eden, als auch Jackson zu begleiten. Durch die Rückblicke in die Vergangenheit schließt sich irgendwann das Bild und man bekommt gute Einblicke in die Zeit, die sie damals gemeinsam verbracht haben und was es mit ihnen gemacht hat.
Eden ist eine erfolgreiche Köchin und hat sich mit ihren Künsten einen Namen gemacht. Beruflich steht sie fest im Leben, doch ihr Innerstes ist lange nicht so gefestigt und glücklich, wie sie es sich wünschen würde. Noch dazu gibt es nun auch Schwierigkeiten auf der Arbeit, die es ihr unmöglich machen, dort zu bleiben, wo sie bisher gearbeitet hat. Mit leeren Händen versucht sie verzweifelt ihre neu gewonnene Freizeit zu genießen, doch das fällt ihr schwerer, als gedacht. Als dann auch noch Jackson wieder auftaucht, bringt er ebenfalls einiges in ihr durcheinander. Viele der Rückblicke sind Erinnerungen von Eden, die einem die vergangene Zeit näher bringen und auch recht verständlich machen, wieso die Situation nach wie vor eher angespannt, als überstanden ist.
Jackson hat mehrfach versucht in seine Heimat zurück zu kehren und ist doch immer wieder gegangen. Als er nun die Möglichkeit hat, ein altes Lokal zu übernehmen und neu aufzubauen, schlägt er zu und wagt den erneuten Versuch in Laguna Beach Fuß zu fassen. Er ist vertieft in seine Arbeit und auch wenn vieles schwer und zeitraubend ist, gehört aufgeben nicht zu seinen Vorhaben. Er hat ein festes Ziel vor Augen und trotz der Rückschläge, rappelt er sich wieder auf, mal allein, mal mit Unterstützung. Doch auch ihn bringt die Begegnung mit Eden ziemlich durcheinander. Ob er die Vergangenheit hinter sich lassen könnte?
Die beiden Protagonisten sind interessante Figuren, die sich auf der einen Seite gut ergänzen, auf der anderen aber auch immer wieder aneinander geraten. Verletzte Gefühle, unausgesprochene Sachen und Missverständnisse machen es für sie nicht unbedingt leicht. An sich haben mir die Entwicklungen zwischen den beiden gut gefallen, es war keinesfalls geradlinig, immer wieder wurden sie zurück geworfen und mussten sich neu sortieren. Nach dem, was zwischen ihnen passiert ist auf jeden Fall verständlich. Und auch wenn mir klar ist, dass es für den Verlauf der Geschichte wichtig war, wie es sich entwickelt hat, habe ich mir öfter gewünscht, dass die beiden doch einfach miteinander reden würden. Richtig reden, über das, was da zwischen ihnen steht. Ihr Wechselspiel aus Zuneigung und Abweisung zeigt zwar auch einige Facetten von ihnen, aber ganz nachvollziehen konnte ich es doch nicht immer.
Die Nebencharaktere waren mir teilweise sympathisch, teilweise jedoch auch nicht. Man bekommt auch nicht von allen so sehr viel mit, aber die wichtigsten Bezugspersonen von Eden und Jackson lernt man schon etwas kennen. Besonders Luke war für mich allerdings kein Sympathieträger. Auch wenn er zum Ende versucht zu retten, was noch zu retten ist, ging er mir zwischendurch fast schon auf die Nerven. Aber manche Wege der Freundschaft sind wohl unergründlich. Edens Bruder und Jacksons beste Freundin mochte ich hingegen ganz gern.
Am Ende des Buches befindet sich eine Leseprobe, die eine ganz kleine Vorschau auf den zweiten Band gibt. Ich vermute, dort werden andere Figuren als Protagonisten in den Fokus rücken mit denen man nach Laguna Beach zurück kehrt.
Fazit
Eine schöne, sommerliche Liebesgeschichte mit einigen Stolpersteinen und Schwierigkeiten. Besonders die Vergangenheit macht beiden Protagonisten zu schaffen, doch auch in der Gegenwart läuft nicht alles nach Plan. Die Kombination aus beruflichen und privaten Entwicklungen hat mir gut gefallen, auch die Protagonisten mochte ich gern, auch wenn ich nicht jede ihre Entscheidungen komplett nachvollziehen konnte. Der Handlung hätte es sonst aber wohl auch einige Konflikte genommen, wenn sie früher richtig miteinander gesprochen hätten.
Avery Walker ist Chef-Stewardess und stets souverän und professionell in ihrem Job. Sie lässt sich von den Wünschen ihrer Gäste nicht aus der Ruhe bringen, so ungewöhnlich diese auch sein mögen. Doch dann ...
Avery Walker ist Chef-Stewardess und stets souverän und professionell in ihrem Job. Sie lässt sich von den Wünschen ihrer Gäste nicht aus der Ruhe bringen, so ungewöhnlich diese auch sein mögen. Doch dann kommt Hayden Wolf und bringt einiges durcheinander. Die Charter-Fahrt mit ihm als Gast, ist alles andere als gewöhnlich und obwohl die Crew gar nicht so viel zu tun hat, bringt sie dieser Ausflug teilweise doch an ihre Grenzen. Auch für Averyy wird es immer schwieriger, doch sie darf der Anziehung nicht nachgehen, wenn sie ihren Job behalten möchte. Und ihre Arbeit ist nicht nur für die junge Frau wichtig, sondern auch für ihre Familie…
Mir hat der Schreibstil von Louise Bay gut gefallen. Das Buch hat sich flüssig und zügig lesen lassen, ich bin schnell in die Handlung eingetaucht und habe die beiden Protagonisten gern begleitet. Da die Geschichte aus den Ich-Perspektiven von Hayden und Avery erzählt wird, kann man sehr intensiv in ihre Leben eintauchen und erhält neben den Einblicken in ihr berufliches Umfeld auch Informationen zu ihren Familien und kann hinter ihre Mauern in ihre Gedanken- und Gefühlswelt blicken.
Avery ist 26 und bereits Chef-Stewardess. Sie ist professionell, sehr ehrgeizig und immer freundlich, selbst wenn ihre Kunden teilweise sehr dreist sind. Bei ihrer Arbeit ist sie stets darauf bedacht sowohl unsichtbar zu sein, um nicht zu stören, als auch immer zur Stelle zu sein, wenn etwas gebraucht wird. Avery ist ein Familienmensch, herzensgut, loyal und clever. Und auch wenn sie sich ihr Leben eigentlich anders vorgestellt hatte, so beschwert sie sich nicht darüber, dass es anders gekommen ist. Ich mochte die Protagonistin von Beginn an und fand es besonders schön zu entdecken, dass da mehr in ihr steckt, als nur die Stewardess-Seite.
Hayden Wolf hat hart gearbeitet, um erfolgreich zu sein. Sein Ehrgeiz ist enorm, er kämpft verbissen, ohne dabei zu unfairen Mitteln zu greifen. Wenn er etwas bekommt, dann möchte er es sich auch verdient haben, trotzdem wurmen ihn Rückschläge, besonders wenn sie sich häufen und seine Existenz bedrohen. Er ist eigensinnig und dominant, er weiß, was er will, ist in anderen Dingen jedoch gar nicht anspruchsvoll, obwohl er es in seiner Position sein könnte. Aber Hayden hat auch gute, fürsorglichere Seiten, die er nur nicht allen zeigt. Wer sein Vertrauen genießt, der kann sich seiner Unterstützung sicher sein.
Ich mochte die Dynamik zwischen den Protagonisten sehr gern. Es ist ein Spiel mit dem Feuer und obwohl beide wissen, dass ihr Verhältnis auf der Jacht rein professioneller Natur ist, können beide sich der steigenden Anziehung nicht entziehen. Doch für Avery steht weit mehr auf dem spiel, als Hayden ahnt und so ist sie keinesfalls leichtfertig, egal wie sehr der attraktive Mann ihr unter die Haut geht. Nach und nach lernen sie sich besser kennen und sehen dabei auch die Menschen hinter den Masken und Mauern, die sie in ihrem Job teilweise brauchen, um es durchzustehen und erfolgreich zu sein. Neben den persönlichen Entwicklungen der beiden geht es auch um die Familie von Avery und die Situation auf Haydens Arbeit, die ihn überhaupt erst auf das Schiff getrieben haben.
Umso weiter das Buch voranschreitet, umso intensiver wird es, auf unterschiedliche Weise. Zum einen erlebt man, wie schwierig es ist, Haydens Firmenproblem zu losen und taucht da etwas tiefer in das Thema ein. Zum anderen wird auch die Situation zwischen den beiden Protagonisten immer gefährlicher und zugleich leidenschaftlicher. Die Geschichte enthält ein paar erotische Szenen, die aus meiner Sicht gut in die Handlung eingebunden waren und nicht zu viel Raum eingenommen haben. Die Entwicklungen haben mir gut gefallen, es gab sowohl Höhen, als auch Tiefen, Einblicke in die Träume und Wünsche der Figuren und die Realität, die dem teilweise entgegen steht. Nur das Ende war mir dann irgendwie doch ein wenig schnell und zu viel. Da hätte es mir vielleicht besser gefallen, wenn man es ein wenig offener gelassen hätte oder die Dinge, die geschehen sind, nur als Zukunftsvision angesprochen hätte.
Fazit
Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn mir der Abschluss dann etwas zu schnell und zu perfekt war, gerade auch in Bezug auf den Rest der Handlung. Der Weg der Protagonisten hat mir sonst jedoch gut gefallen. Sie sind interessante Charaktere, die mitten im Leben stehen und wissen, was sie wollen und wofür es sich aus ihrer Sicht zu kämpfen lohnt. Immer wieder gibt es Hürden zu überwinden und neue Probleme, die ein Vorankommen schwierig machen. Der Schreibstil ist angenehm, flüssig, angereichert mit zahlreichen Emotionen und einigen leidenschaftlichen Begegnungen.
Band 1:
In einer Welt zu leben, in der Geister zum Alltag gehören, bringt einige Herausforderungen mit sich. Von ihnen zu wissen, schützt einen noch lange nicht vor Übergriffen oder dem Entstehen von weiteren ...
Band 1:
In einer Welt zu leben, in der Geister zum Alltag gehören, bringt einige Herausforderungen mit sich. Von ihnen zu wissen, schützt einen noch lange nicht vor Übergriffen oder dem Entstehen von weiteren Geistern. Die Schutzmaßnahmen der Bevölkerung sind vielseitig und doch ist es nicht immer ausreichend und sie sind auf die Hilfe von Totenbändigern angewiesen. Obwohl viele sie verachten, beschimpfen und meiden, sind sie doch die einzigen, die mehr ausrichten können, als sich hinter Eisen zu verstecken. Sehr häufig bekommen die Bändiger zu spüren, welche Vorurteile ihre Gabe mit sich bringt und sie haben daher mit weit mehr Problemen zu kämpfen, als nur mit den Geistern. Auch wenn ihre Kraft beängstigend wirken kann, könnten sie auch viel Gutes bewirken, wenn man sie denn lassen würde.
Camren und seine Geschwister sind ebenfalls Totenbändiger und auch für sie gibt es einige Schwierigkeiten zu meistern. London ist wieder mitten in einem Unheiligen Jahr und in dieser Zeit sind die Geistwesen besonders zahlreich und aggressiv. Die Vorfälle häufen sich, die Grausamkeiten nehmen zu und alles scheint noch viel schlimmer zu sein, als sie bisher geahnt haben…
Ich bin an verschiedenen Stellen immer wieder auf diese Reihe gestoßen und wurde von Mal zu Mal neugieriger. Besonders intensiv hat Andrea von Bücher – Seiten zu anderen Welten dafür gesorgt, dass ich diese Reihe nicht vergesse. Nun habe ich den ersten Band zur Hand genommen, um auch in die Welt der Totenbändiger und Geister einzutauchen und zu schauen, ob mich die Geschichte ebenso mitreißt, wie all die begeisterten Blogger, bei denen ich die Bücher bereits gesehen habe. Am Ende des ersten Bandes kann ich auf jeden Fall sagen, dass ich weiterlesen möchte, um noch mehr zu erfahren und noch tiefer in die ganzen Verstrickungen einzutauchen. Es bleibt noch viel offen, zahlreiche Dinge sind nur angedeutet oder am Rande eingeworfen worden und ich schätze, es wird auch alles noch viel komplexer und intensiver, als es bis jetzt geworden ist. Da die Reihe noch viele weiter Bände enthält, wäre es ja auch schade bereits zu Beginn alles raus zu hauen.
Mir hat der Schreibstil von Nadine Erdmann gut gefallen. Sie hat mich von Beginn an mitgenommen und ich war gleich fasziniert von der Welt, in die man da eintaucht. Dass die Geister mit zum Alltag gehören, ist schon eine etwas gruselige Vorstellung, besonders wenn man dann im Buch erlebt, wie sie sich verhalten und wozu sie in der Lage sind. Die Erscheinungsformen der Geister sind unterschiedlich, je nachdem wie stark sie sind und umso stärker sie werden, umso grausamer werden sie auch. Eine gute Erklärung und Übersicht gibt es dazu auch noch mal am Ende des Bandes, ich fand jedoch man hat auch während des Lesens schon viel darüber erfahren, wie die einzelnen Formen zustande kommen und vor welchen Wesen man sich besonders in Acht nehmen sollte.
In der Geschichte werden verschiedene Personen begleitet, was die Möglichkeit gibt, unterschiedliche Stränge zu verfolgen, die parallel zueinander verlaufen. Und auch wenn die Hunts überall eine zentrale Rolle spielen, so sind sie eben nicht dauerhaft alle zusammen und jeder hat seine Probleme, mit denen er zu kämpfen hat. Durch die Perspektivwechsel erhält man umfangreichere Einblicke und die Dynamik wird gesteigert. Nach und nach lernt man die einzelnen Familienmitglieder kennen, insgesamt geht es bei vielen jedoch noch nicht so in die Tiefe, ich vermute aber, das wird sich in den nächsten Bänden dann ändern. Auch die anderen Figuren außerhalb der Familien bleiben größtenteils noch eher blass, aber ich bin auf viele wirklich sehr neugierig und gespannt, wer von ihnen noch eine größere Rolle spielen wird – auf eine positive oder negative Weise.
Besonders spannend fand ich die Passagen, in denen man die älteren Geschwister Sky und Gabriel bei der Polizeiarbeit begleitet. Gemeinsam mit ihrem Partner Connor haben sie viel Kontakt zu Geistern der unterschiedlichen Arten und setzen immer wieder ihre eigene Sicherheit aufs Spiel, um andere zu schützen. Was sie bei der Arbeit erleben ist gleichermaßen erschreckend, wie faszinierend. Durch ihre Einsätze bekommt man viele Informationen über Schutzmaßnahmen, Waffen gegen die Geister und die Auswirkungen der Kontakte auf sie selbst.
Doch auch die Kapitel, in denen man Camren, Jules und Ella in der Schule begleitet, haben mir gut gefallen. Es ist natürlich etwas ganz anderes, als die gruseligen und teilweise sehr blutigen Einsätze der Sergeants, aber nicht weniger interessant. Denn in diesen Abschnitten erlebt man die Vorurteile, mit denen die Bändiger zu kämpfen haben sehr deutlich. Camren und seine Geschwister müssen sich einiges anhören und auch wenn es Mitschüler gibt, die sie gern in ihrer Mitte aufnehmen, so sind doch viele voreingenommen und fies.
Fazit
Als Einstieg und Einführung in das Thema hat mir der erste Band wirklich gut gefallen. Es bleibt allerdings noch sehr viel offen, es gibt zahlreiche lose Enden und Richtungen, in die es weitergehen könnte. Ich vermute auch, es wird einiges ganz anders kommen, als es sich jetzt vielleicht andeutet und einige Dinge könnten viel komplexer und weitreichender sein, als sie zunächst erscheinen. Auch hoffe ich die Figuren noch näher kennen zu lernen, damit man sie noch besser einschätzen kann und versteht, wieso sie sich entwickelt haben, wie sie es haben. Die Charaktere sind auf jeden Fall interessant und ich bin neugierig auf sie und die Blicke hinter die Mauern, die einige von ihnen recht hoch tragen. Auch die Begegnungen mit den Geistern waren spannend und teilweise sehr brutal und blutig. So kommen in der Geschichte viele verschiedene Aspekte zusammen, die alle zusammen eine abwechslungsreiche Handlung und einen schönen Start in die Reihe ergeben. Ich werde auf jeden Fall weiter lesen.
Band 2:
Achtung: zweiter Band! Meine Rezension kann ganz kleine Spoiler zu „Unheilige Zeiten“ enthalten. Vorwissen empfohlen, wenn vielleicht auch an dieser Stelle noch nicht zwingend erforderlich.
In der Akademie wachsen Totenbändigerkinder heran, die von ihren Familien nicht gewollt wurden. Ihnen wird ein Zuhause gegeben und Schulbildung ermöglicht, dafür müssen sie sich einigen Regeln unterwerfen und Pflichten erfüllen. Auch Jaz ist seit 17 Jahren teil der Akademie, doch sie ist alles andere als einverstanden mit der Art und Weise, wie sie dort erzogen und auf ihre Zukunft vorbereitet werden. Um der drohenden Gehirnwäsche zu entgehen, ergreift sie die Flucht und besiegelt damit eine ungewisse Zukunft, denn außerhalb der Mauern werden Totenbändiger nicht gerade mit offenen Armen empfangen…
Zu Beginn des Buches gibt es eine ganz kurze Zusammenfassung der Ereignisse des ersten Bandes. Diese geht nicht zu sehr ins Detail und verrät auch nur wenig über die Charaktere selbst, ist aber eine gute Übersicht und kann auf jeden Fall verloren gegangene Erinnerungen zurück holen. Mit diesem kleinen Überblick wäre es vielleicht sogar möglich, Band zwei ohne Vorwissen zu lesen. Empfehlen würde ich es allerdings nicht, da man im ersten Buch einige der wichtigen Figuren schon etwas kennengelernt hat und man ihre Geschichte besser verfolgen kann, wenn man weiß, was bisher mit ihnen und bei ihnen passiert ist.
Dieses Buch war ganz anders, als der erste Band, aber trotzdem unglaublich fesselnd, ich habe es, auch aufgrund der geringen Seitenzahl, an einem Nachmittag durchgesuchtet. Es ist deutlich weniger blutig und gruselig, die Begegnungen mit den Geistern sind wesentlich geringer enthalten, dafür bekommt man aber viele Informationen zu den einzelnen Charakteren und erfährt auch etwas über die Akademie der Totenbändiger, die bisher nur am Rande erwähnt wurde. Auch wenn es gut ist, dass es einen Platz gibt, an dem die Totenbändigerkinder leben können, wenn ihre Familien sie nicht wollen, so sind die Zustände in der Akademie doch teilweise etwas fragwürdig. Selbst wenn die Absichten alle so nobel wären, wie sie dargestellt werden, woran ich starke Zweifel habe, sind einige Einstellungen schon recht extrem. Die Einblicke sind dadurch aber umso spannender und ich schätze, mit dieser Institution und vor allem auch dem Leiter der Akademie wird es noch einige Probleme geben.
Zunächst begleitet man im zweiten Band Jazlin, die in der Akademie aufgewachsen ist und immer wieder aneckt, da sie nicht alle Ansichten teilt, die ihnen präsentiert werden. Sie ist ein interessanter Charakter, aber auch noch nicht ganz zu durchschauen für mich. Ich glaube, sie ist eigentlich eine treue, aber auch verlorene Seele, ähnlich wie Cam, die selbst noch nicht immer ganz genau weiß, wohin sie gehört, die aber einen starken Willen hat und daher genau weiß, was sie auf jeden Fall nicht weiß. Ich schätze, von ihr darf man in der Zukunft auch noch einiges erwarten und ich bin neugierig zu erfahren, was sie bisher noch zurückhält. Die Zeit in der Akademie wird sicher auch einige ihrer Fähigkeiten und Meinungen unterdrückt haben, damit sie nicht noch mehr Probleme bekommt. Lassen wir uns also überraschen, was Jaz uns noch von sich zeigen wird.
Abgesehen von Jaz und den anderen Bändigern, die man in der Akademie kennenlernt, sind natürlich auch die Hunts wieder mit von der Partie. Der Zusammenhalt ihrer Familie ist wirklich erstaunlich und tut unglaublich gut, bei all den fiesen Aktivitäten, die um sie herum vor sich gehen. Ich hätte gar nicht erwartet, dass mich diese Reihe auch auf einer emotionalen Ebene so erreichen wird, nachdem Band eins ja doch eher turbulent, blutig und sehr geisterhaft war. Aber das zweite Buch hat mich auch mitten ins Herz getroffen mit einigen Szenen, die ich hier aus spoilergründen natürlich nicht verrate. Im Moment sind Cam und Gabriel meine liebsten Charaktere, aber ich schätze, da ist noch Luft für weitere Figuren, die sich in mein Herz schleichen werden. Man weiß inzwischen etwas mehr von ihnen allen, aber noch lange nicht genug, um alle Facetten zu kennen und ihre Geschichte in allen Einzelheiten zu kennen. Ich bin sehr gespannt, was man da noch zu erfahren wird und wer sich vielleicht sogar noch mal von einer ganz anderen Seite präsentieren wird.
Der Schreibstil ist wieder flüssig und mitnehmend, fesselnd, auch wenn es gar nicht so turbulent und dramatisch war, wie im ersten Buch. Aber ich konnte es trotzdem nicht zur Seite legen. Ich mag die Art, wie Nadine Erdmann ihre Geschichte erzählt, wie sie die Welt und die Figuren wachsen lässt und den Leser dabei mitnimmt auf eine interessante Reise in ein London, das so anders ist als das, was man selbst vielleicht kennt. Durch den personalen Erzähler und die wechselnden Perspektiven kann man unterschiedliche, parallel laufende Stränge verfolgen und bekommt einen guten Überblick über die Handlung, ohne dass einem zu viel vorweg genommen wird. Besonders neugierig bin ich auch, wie es mit dem Fund aus dem ersten Buch weitergehen wird. Das kommt hier zwar fast etwas kurz, aber dafür sind eben viele andere Dinge passiert und man taucht sehr viel intensiver in die Welt ein, als bislang, daher ist das für mich nur ein ganz kleiner Kritikpunkt. Auch wenn ich nach dem ersten Teil schon überzeugt war, weiterlesen zu wollen, hat sich dieser Eindruck jetzt noch mal deutlich verstärkt. All diese losen Enden, die offenen Fragen, die Intrigen, die sich anbahnen und angedeutet werden, die tollen persönlichen Entwicklungen der Figuren und die unheimlichen Geister machen mich neugierig auf die Fortsetzungen.
Fazit
Ein toller zweiter Band, der ganz anders war, als der erste Teil, mich aber sogar noch intensiver gefesselt und mitgenommen hat. Man lernt die Figuren besser kennen und taucht auch noch tiefer in die Welt der Totenbändiger ein. Auch wenn es nicht so viele Geister gab und es deutlich weniger blutig und turbulent war, war es nicht weniger spannend. Es wurden viele Türen geöffnet, hinter denen wohl noch so manches Problem und manche Intrige lauern wird, aber vielleicht auch Chancen und Möglichkeiten. Ich bin total neugierig, wie es weitergeht, nicht nur mit den Geistern und der Akademie, sondern auch mit den Figuren selbst, denn auch für sie stehen einige Veränderungen an.
Ein sehr süßes Kinderbuch, das man sehr gut vor dem Einschlafen anschauen kann. Nachdem man alle Tierchen unterm Sternenhimmel schlafen geschickt hat, können die Kleinen dann selbst hoffentlich auch gut ...
Ein sehr süßes Kinderbuch, das man sehr gut vor dem Einschlafen anschauen kann. Nachdem man alle Tierchen unterm Sternenhimmel schlafen geschickt hat, können die Kleinen dann selbst hoffentlich auch gut schlafen.
Die Illustrationen im Buch sind sehr schön und liebevoll gestaltet. Man sieht die unterschiedlichen Tiere in ihrem Lebensraum, ohne dass die Seiten zu überladen oder ablenkend sind. Zwar sind abgesehen von den Tierkindern und -eltern eben auch die Umgebung und teilweise auch andere Tiere und Pflanzen zu sehen und sie Seiten sind auch farblich toll gestaltet, es wirkt aber alles nicht zu überladen.
Die Texte sind sehr kurz gehalten und leicht verständlich. Fuchs, Bär, Ente und Maus hatten einen ereignisreichen Tag und sind nun dabei, ins Bett zu gehen. Einige Tierkinder sind schon seehr müde, andere brauchen noch ein wenig Unterstützung, damit sie zur Ruhe kommen. Aber für sie alle darf man durch Pusten auf den vorgegebenen Punkt die Sterne zum Leuchten bringen. Ein wirklich toller Effekt, der nicht viel Kraft erfordert, die Kinder aber dennoch mitmachen lässt.
Amy ist gefangen in ihrem Schmerz und ihrer Traurigkeit. Es fällt ihr schwer sich aufzuraffen, nach vorn zu sehen und wieder zu leben. Zu intensiv ist der Verlust, zu quälend die Einsamkeit und Leere in ...
Amy ist gefangen in ihrem Schmerz und ihrer Traurigkeit. Es fällt ihr schwer sich aufzuraffen, nach vorn zu sehen und wieder zu leben. Zu intensiv ist der Verlust, zu quälend die Einsamkeit und Leere in ihr und in ihrer Wohnung. Als sie spontan zu einem zweiwöchigen Segeltrip zusagt, ist sie sich gar nicht sicher, wieso sie sich überhaupt darauf einlässt. Abgesehen von Collin kennt sie die anderen Mitreisenden kaum. Doch spielt es wirklich eine Rolle an welchem Ort sie traurig und verloren ist? Auf dem Wasser hat sie den Schauplatz ihrer Albträume zumindest nicht ständig vor Augen.
Allerdings hatte sie auch nicht damit gerechnet, dass Mian ihr so extrem unter die Haut gehen würde. Obwohl sie schon vor dem Trip gespürt hat, dass er besonders ist und obwohl ihr das in gewisser Weise auch Angst macht, ist sie auch fasziniert von dem Mann, der ihre Seele so schonungslos und doch behutsam zu entblößen weiß.
Diese Geschichte ist auf jeden Fall besonders und sie war auch anders, als ich es erwartet hatte. Es gibt eine deutliche übernatürliche Komponente, die sich durch den Großteil der Handlung zieht, die Figuren und ihre Leben beeinflusst. Ich war davon zwar überrascht, aber es hat mich nicht gestört und ich konnte mich gut auf diese Aspekte einlassen. Ich persönlich finde, man muss auch nicht im Detail an all das glauben, was dort geschrieben steht, um die Geschichte mögen zu können. Denn trotz des Übernatürlichen, dem Spirituellen, dem Glauben fremder Kulturen und den Symbolen, die zum Beispiel Schutz versprechen können, steckt doch viel Wahrheit und Tiefe in dem Buch und der Handlung an sich. Selbst wenn man seinem Gegenüber nicht tief in die Seele schauen kann, so stimmen viele der Sachen, die gesagt werden eben einfach und es hat mich im Verlauf des Lesens zugleich nachdenklich und traurig, als auch hoffnungsvoll und zuversichtlich gestimmt.
In dem Buch gibt es verschiedene Figuren, die über die Handlung hinweg begleitet werden. Einige kommen dabei häufiger zu Wort, andere bleiben ein wenig im Hintergrund. Abgesehen von Amy werden alle Perspektiven durch einen personalen Erzähler geschildert, der es ermöglicht, die unterschiedlichen Stränge der Handlung zu überblicken und mehr zu erfahren, als nur Amy dem Leser berichten könnte. Amy fungiert in ihren Kapiteln als Ich-Erzählerin und nimmt einen dadurch besonders intensiv mit. Stück für Stück erfährt man, was mit der jungen Frau passiert ist, was sie so erschüttert und aus dem Leben gerissen hat und wie sie sich, durch die Hilfe der anderen, langsam wieder ins Leben zurück kämpft, bis sie dann gezwungen ist, für ihre Begleiter stark zu sein, als diese es nicht mehr können.
Neben den aktuellen Geschehnissen gibt es auch Ausflüge in die Vergangenheit, in denen man mehr über die Familie von Mian und Jano lesen kann. Ihre Geschichte ist faszinierend und erschreckend gleichermaßen. Ihre Kindheit und Jugend war oft schwer, sie wurden gehänselt und weggestoßen, niemand hat ihnen Glauben geschenkt und das hat viel in den Brüdern ausgelöst. Es ist auch in der Gegenwart für die beiden kein Kinderspiel mit ihren Fähigkeiten klar zu kommen. Trotzdem sind sie tolle Charaktere, die ich gern begleitet habe. Besonders Mian ist mir schnell als Herz gewachsen. Auch wenn seine Gabe einem Angst machen kann, so weiß er doch auch einfach, wie er mit dem, was er weiß, umgehen muss, damit die Menschen irgendwann, wenn der erste Schock, der Frust, die Wut und der Unglaube überwunden sind, annehmen, was wahr ist.
Über einige Figuren hätte ich gern noch etwas mehr erfahren, besonders über Marie und Collin. Daher fand ich den Hinweis am Ende des Buches, dass es für sie und Jayden eine eigene Geschichte gibt, sehr hilfreich. Ich könnte mir gut vorstellen auch diese zu lesen, um mehr darüber zu erfahren, was in ihren Leben vor sich gegangen ist. Denn dass auch Marie ihr Päckchen zu tragen hat, wird mehrfach im Buch angedeutet, jedoch nicht intensiviert.
Umso weiter das Buch voranschreitet, umso dramatischer, turbulenter und aufwühlender wurden die Ereignisse. Der Segeltrip verläuft nicht, wie ursprünglich geplant, in vielerlei Hinsicht. Und doch passieren auch einige Dinge, mit denen man gerechnet hat. Auf dem Wasser kann man wunderbar nachdenken und träumen, sich kennenlernen oder streiten, sich den eigenen Geistern stellen und die der anderen erleben… Ich möchte nicht zu viel darüber verraten, aber wurde von der Geschichte sehr gut und intensiv mitgenommen. All die unterschiedlichen Emotionen waren für mich deutlich spürbar und zum Ende des Buches brauchte ich auch ein Taschentuch. Bei mir hat das Buch auf jeden Fall einen Nerv getroffen, trotz der übernatürlichen Aspekte. Besonders schön fand ich auch die Zitate am Anfang eines jeden Kapitels, die nicht nur etwas darüber verraten, was passiert, sondern auch einfach viel Wahrheit enthalten und teilweise nachdenklich stimmen.
Fazit
Eine sehr schöne, bewegende, aufwühlende und nachdenklich stimmende Geschichte, die mich von Beginn an gut mitgenommen hat. Ich mochte die Figurenkonstellation, auch wenn ich über einige Charaktere gern noch mehr erfahren hätte und sie mir etwas blass blieben. Besonders ins Herz geschlossen habe ich Mian und Jano, die beiden Brüder sind einfach besonders. Aber auch Amy war für mich gut greifbar.
Schön fand ich sowohl die Passgen, die zum Nachdenken anregen, als auch die Situationen, in denen man einfach ganz bei den Protagonisten ist, mit ihnen mitfiebert, sich mit ihnen freut oder trauert, mit ihnen hofft und bangt… Auch wenn das Übernatürliche stets präsent in der Geschichte ist und einem dadurch immer bewusst bleibt, dass da nicht alles realistisch ist, so enthält das Buch doch auch viele Wahrheiten und ehrliche Aussagen. Für mich war es sicher nicht das letzte Buch der Autorin.