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Veröffentlicht am 31.08.2019

ein Piratenschiff voller erotischer und anderer Abenteuer

Ich will dich, Pirat! Erotisches Abenteuer
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Jana möchte in ihrem Urlaub etwas ganz Besonderes erleben und hat eine zweitägige Piratenfahrt gebucht. Umrahmt vom traumhaften Schauplatz der Karibik lässt die Crew die raue Zeit der Piraten wieder lebendig ...

Jana möchte in ihrem Urlaub etwas ganz Besonderes erleben und hat eine zweitägige Piratenfahrt gebucht. Umrahmt vom traumhaften Schauplatz der Karibik lässt die Crew die raue Zeit der Piraten wieder lebendig werden und gibt den Passagieren die Möglichkeit, selbst in vergangene Epochen einzutauchen. Doch was Jana dann an Bord des Schiffes erlebt, übersteigt alles, was sie erwartet hätte.

Den Schreibstil von Trinity Taylor empfand ich als angenehm und flüssig zu lesen. Man kommt schnell in die Geschichte rein, auch wenn man nicht übermäßig viele Hintergrundinformationen zu Jana und ihrem Freund bekommt. Das spielte für mich auch gar keine so große Rolle, denn die Haupthandlung spielte eindeutig auf dem Schiff, auf dem es fast egal war, wer man ist und woher man eigentlich kommt. Die Urlauber tauchen dort in eine ganz eigene Welt ein, die sie bestimmt nicht so schnell wieder vergessen werden. Der personale Erzähler verschafft dem Leser einen guten Überblick über die Handlung und ermöglicht dennoch ein paar Einblicke in die Köpfe der Protagonisten. Das intensivere Kennenlernen der Charaktere an sich stand insgesamt nicht so im Vordergrund, die Dinge, die man erfährt, reichen aber um sich einen groben Eindruck von ihnen zu verschaffen.

Die Kulisse auf dem Piratenschiff wirkt sehr authentisch. Die Besatzungsmitglieder spielen ihre Rollen gut, es gibt Bestrafungen, wie es sie wohl bei den Piraten auch wirklich gab, reichlich Rum und nur karge Mahlzeiten. Und auch wenn einiges vielleicht ein bisschen abgemildert wurde und anderes dafür etwas überspitzt wirkt, verschwimmen doch recht schnell die Grenzen zwischen Realität und „Show“. Denn eigentlich sollte es ja eher ein harmloser Urlaub mit Einblicken in die Piratenwelt sein. Was Jana und die anderen bekommen, geht weit darüber hinaus. Gewalt, Demütigung und sexuelle Übergriffe gibt es genauso wie wissenswerte Informationen rund um die Piratenzeit.
Das Buch hat eine richtige, interessant zu verfolgende Handlung und ich fand es dadurch deutlich angenehmer die Geschichte zu lesen, als wenn es nur ein erotisches Abenteuer nach dem nächsten gegeben hätte, obwohl Schauplatz und Situation so viel Potenzial für einen anderen Rahmen bieten. Ob nun alles in Bezug auf die Piraten so stimmt und obwohl ich manchmal nicht so richtig wusste, was nun gespielt ist und was eine echte Intrige, so fügten sich die Ereignisse insgesamt doch recht gut zusammen.
Doch auch die Erotik bekommt ihren Raum in der Geschichte und ist gut in die Gesamthandlung eingebunden. Die Szenen sind abwechslungsreich, sowohl in Bezug auf die Partner, als auch in Hinsicht auf die Dinge, die dort ausgelebt werden. Angenehme Formulierungen lassen die Lust in diesen Passagen deutlich werden, ohne dabei zu derb oder plump zu wirken. Stellenweise sind die Piraten sehr grob im Umgang mit den Frauen, es gibt aber auch sinnliche, leidenschaftliche Momente, in denen sie ihre raue Art ein wenig ablegen.

Fazit
Eine leidenschaftliche Piraten-Geschichte mit ausgebauter, teilweise recht turbulenter Handlung und darin gut eingeflochtenen erotischen Passagen. Durch den angenehmen Schreibstil ließ sich das Buch gut und flüssig lesen. Dass die Figuren an sich etwas blass bleiben, empfand ich nicht als sehr störend, da der Fokus auf den Erfahrungen auf dem Piratenschiff und den damit verbundenen erotischen Abenteuern lag.


Veröffentlicht am 25.08.2019

intensiv, emotional, leidenschaftlich

Broken Dreams
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Tyriq hat in seinem Leben einige falsche Entscheidungen getroffen und musste mit den Konsequenzen leben. Die Zeit im Gefängnis hat ihm die Augen geöffnet und nun, nach seiner Entlassung, möchte er ein ...

Tyriq hat in seinem Leben einige falsche Entscheidungen getroffen und musste mit den Konsequenzen leben. Die Zeit im Gefängnis hat ihm die Augen geöffnet und nun, nach seiner Entlassung, möchte er ein neues, legales Leben beginnen und mit den Dingen brechen, die ihm die Schwierigkeiten eingebrockt haben. Doch ganz ohne Geld, ohne Job und ohne Aussichten ist das alles gar nicht so leicht, wie erhofft. Als Tyriq den gut bestückten Geldbeutel einer Innenarchitektin findet, steht er vor einer Entscheidung, die sein Leben beeinflussen wird: behalten und einige Zeit über die Runden kommen oder ehrlich sein, einen Schritt in die Richtung gehen, die er eigentlich einschlagen wollte und möglicherweise sogar eine interessante Frau kennen lernen.

Der Schreibstil von Anne-Marie Jungwirth hat mich von Beginn an überzeugt und mitgenommen. Die Geschichte liest sich sehr flüssig und angenehm, obwohl sie voller Emotionen steckt, die nicht immer nur positive Gedanken hinterlassen. Die unterschiedlichen Stimmungen werden durch die lebendigen Formulierungen gut transportiert und haben mich beim Lesen erreicht. An manchen Stellen hatte ich Tränen in den Augen, weil ich so bei den Protagonisten und ihren Schicksalen war. Andere Passagen haben mich dann aber auch zum Schmunzeln gebracht.
Im Buch werden die Ereignisse aus den Ich-Perspektiven von Avery und Tyriq geschildert. So ist man immer sehr nah am Geschehen und bei den Protagonisten, die aus zwei völlig verschiedenen Welten kommen. Am Anfang des Buches wechseln die Perspektiven recht schnell. So ist es möglich innerhalb einer kurzen Zeit einen Einblick in beide Leben zu bekommen und die ersten Eindrücke von den Charakteren zu sammeln. Auch die erste Begegnung von Tyriq und Avery lässt nicht lange auf sich warten. Im Verlauf werden die Kapitel länger, wodurch man dann intensiver in die Geschichte eintaucht und noch mehr übe die Protagonisten erfahren kann.

Tyriq ist rein optisch ein ziemlicher Bad Boy, doch wenn man ihn etwas kennen lernt und hinter seine Mauern schaut, dann merkt man schnell, dass da viel mehr in ihm steckt. Durch seine Kindheit und Jugend ist er geprägt und in die falschen Kreise geraten. Doch der feste Wunsch nun etwas zu ändern, treibt ihn voran. Das erfordert viel Mut, Willenskraft und Stärke. Auch sein recht offener Umgang mit seiner Vergangenheit, zumindest gegenüber Avery, hat mich beeindruckt. Er versteckt sich nicht hinter faulen Ausreden, sondern legt die Karten ziemlich schnell auf den Tisch, um den aufkommenden Gefühlen in ihm eine Chance zu geben.
Avery kommt aus einer wohlhabenden Familie und hat sich den Traum von einer eigenen Firma im Bereich Innenarchitektur erfüllt. Doch obwohl sie selbstständig ist und eher in den gehobenen Kreisen verkehrt, läuft auch in ihrem Leben nicht alles optimal. Als sie auf Tyriq trifft, prallen Welten aufeinander. Aber anstatt sich von den Vorurteilen leiten zu lassen, gibt sie dem faszinierenden Mann die Möglichkeit, sie kennen zu lernen.
Die beiden Protagonisten sind eine tolle Mischung und man bekommt immer wieder das Gefühl, sie können gegenseitig voneinander lernen. Die unterschiedlichen Lebenserfahrungen, Bekanntschaften, Wünsche und Zweifel beeinflussen ihre Einstellungen und Erwartungen und trotzdem haben sie einiges gemeinsam.

Es gibt viele emotionsgeladene Passagen, aber auch leidenschaftliche, erotische Momente, in denen die Figuren ihre Gedanken und Zweifel mal beiseiteschieben können. Beide Protagonisten entwickeln sich weiter und stehen immer wieder vor neuen Herausforderungen. Tyriqs Vergangenheit holt ihn immer wieder ein. Die alten Gangmitglieder machen es ihm teilweise schwer, Fuß zu fassen und alles hinter sich zu lassen, was mit den kriminellen Machenschaften zu tun hat. In diesen Abschnitten wird es teilweise dramatisch und sehr spannend und es wird deutlich, wie sehr die Gewalt, Hierarchien und bandeninterne Regeln das Leben bestimmen und wie hart es ist, gemachte Fehler wieder zu bereinigen. Das hat mich immer wieder nachdenklich gestimmt, denn nicht nur die Frustration, auch die Perspektivlosigkeit, die dadurch entsteht, ist mehr als deutlich spürbar.

Fazit
Eine intensive, emotionale, nachdenklich stimmende Geschichte mit tollen, authentischen Protagonisten. Mir hat der Schreibstil sehr gut gefallen, ich wurde von Beginn an mitgenommen und habe mich trotz all der Probleme und Schicksalsschläge sehr wohl in der Geschichte gefühlt. Besonders die Kombination aus Leidenschaft, dem harten Weg zurück in ein normales Leben und den zwei sehr unterschiedlichen Welten, die durch Avery und Tyriq aufeinander prallen, hat bei mir gepunktet.

Vielen Dank an den Verlag für das bereitgestellte Rezensionsexemplar!

Veröffentlicht am 22.08.2019

schöner Auftakt, der noch viel offen lässt

Berührt von himmlischen Schwingen (Die Engel-Reihe 1)
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Polly ist eine Außenseiterin und während der Highschool auch ohne Freunde recht gut klar gekommen. Als sie nun den ersten Tag auf dem College verbringt, erhofft sie sich in dem unbekannten Umfeld neu anfangen ...

Polly ist eine Außenseiterin und während der Highschool auch ohne Freunde recht gut klar gekommen. Als sie nun den ersten Tag auf dem College verbringt, erhofft sie sich in dem unbekannten Umfeld neu anfangen zu können. Doch schnell überkommt Polly das Gefühl, auch dort nur auf fehlende Reife und Toleranz zu treffen. Um den schlechten Scherzen zu entgehen, nimmt sie auf ihrer Erkundungstour durch die Stadt eine Abkürzung durch den Wald und bekommt den Schreck ihres Lebens. Dunkle Kreaturen greifen Polly an und bringen ihr Herz zum Rasen. Wäre nicht der unbekannte, umwerfend gut aussehende Retter gekommen, wer weiß, wie ihr erster Tag zu Ende gegangen wäre. Doch das himmlische Gefühl, dass er in ihr auslöst, kommt nicht von ungefähr und nach dem ersten kleinen Abenteuer wird schnell deutlich, dass Polly nun mitten drin steckt im Schlamassel und es kein wirkliches Entkommen mehr gibt.

Der Schreibstil von Jennifer Wolf ist leicht, flüssig und angenehm zu lesen. Ich habe mich schnell in der Geschichte zurechtgefunden und durch die Ich-Perspektive auch rasch einen Zugang zur Protagonistin bekommen. Die Perspektive ermöglicht intensive Einblicke in das Leben von Polly, ihre Gedanken, ihre Gefühle, ihre Erwartungen und Zweifel und all die Veränderungen, die sich durch die aktuellen, teilweise recht turbulenten Ereignisse einstellen.
Polly ist eine interessante Protagonistin, die mir gleich sympathisch war. Sie scheint einen ganz eigenen Kleiderstil zu haben und ist in manchen Dingen, die für andere alltäglich scheinen, vielleicht etwas unerfahren und damit unsicher, das machte sie für mich aber nur noch spezieller und liebenswerter. Ihre Hoffnungen und Wünsche sind anschaulich präsentiert und nachvollziehbar geschildert, wenn auch nicht immer so leicht zu erreichen. Die Konfrontation mit der Engelwelt bringt sie ziemlich aus dem Gleichgewicht, aber das kann man ihr wohl kaum verdenken. Durch das unbeständige und teilweise undurchsichtige Verhalten von Yashiel hat Polly es auch nicht wirklich leicht. Und als dann noch Gefühle hinzukommen, wird gleich alles noch viel komplizierter.
Yashiel kennt sich auf der Welt nicht so richtig aus und dadurch tappt er immer wieder ungeahnt in kleine Fallen des Alltags, die ihn schnell verraten könnten. Mich hat sein unbedarftes Verhalten manchmal zum Schmunzeln gebracht. Ihm die Menschenwelt zu erklären ist definitiv eine der ungefährlicheren Aufgaben von Polly. Hinter seine Fassade und die dicken Mauern zu schauen, gestaltet sich da schon deutlich schwieriger. Es entsteht ein Mischung aus gegenseitigem Herantasten, Wegstoßen, wieder versöhnen und erneutem Zweifeln, das beide Protagonisten ziemlich beschäftigt.
Von den anderen himmlischen Bewohnern bekommt man immer nur kurze Passagen präsentiert, die stellenweise mehr Fragen aufwerfen, als Antworten liefern.
Besonders ins Herz geschlossen habe ich noch Sam, die sehr offenherzig auf fremde Menschen zugeht und sich nicht darum schert, welche Herkunft, sexuelle Neigung oder sonstigen Macken jemand hat. Obwohl ich sie wirklich interessant finde, bin ich mir auch nicht komplett sicher, ob sie nicht auch noch Geheimnisse hat, die ein anderes Licht auf sie werfen würden.

Engel in Geschichten sind nicht wirklich neu und auch die Konstellation der Gegner ist nicht gänzlich unbekannt. Dennoch hat mir der Aufbau der Welt gefallen und man ist gespannt, was man im Verlauf der Reihe noch so erfahren wird, wie sich alles entwickelt und was noch so ans Licht kommen wird.
Man erhält erste Einblicke in die Welt und Hierarchien der Engel, doch alle Zusammenhänge und Verstrickungen sind noch nicht geklärt.
Im Verlauf des Buches gibt es einige hektischere Szenen, in denen die Gefahr der Dämonen auf verschiedene Weisen spürbar wird. Insgesamt dreht es sich aber auch viel um Polly. Ihren Umgang mit der übernatürlichen Welt und den daraus resultierenden Herausforderungen und natürlich die von unterschiedlichen Emotionen geprägte Entwicklungen zwischen Yashiel und ihr.
Das Ende lässt viel offen und macht mich neugierig auf die Fortsetzung, auf die wir ja zum Glück nicht ganz so lange warten müssen. Ich bin gespannt, in welche Richtung sich die Geschichte dann entwickelt, ob einige meiner Vermutungen eintreffen werfen oder es viele Überraschungen gibt.

Fazit
Ein schöner Auftakt zur neuen Reihe rund um Engel, Dämonen und die Menschen, die unfreiwillig mit in den Machtkampf gezogen werden. Die Charaktere sind sympathisch und die Mischung wird bestimmt noch für einige Momente zum Schmunzeln, hibbeln, hoffen und auch zum Mitfiebern sorgen. Der angenehme Schreibstil hat mich leicht in die Geschichte eintauchen lassen und nach den ersten Einblicken in die Welt und den besonders zum Ende hin spannenden Entwicklungen, bin ich neugierig, was die Fortsetzung für die Leser und die Protagonisten bereit halten wird.


Veröffentlicht am 21.08.2019

Psychothriller nach einer wahren Begebenheit

Am Ende das Böse
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Mit Worten kann man viel erreichen. Man kann Menschen bewegen, sie berühren, sie motivieren, abschrecken, einschüchtern, erheitern oder in den Wahnsinn treiben. Sind die Formulierungen gut platziert und ...

Mit Worten kann man viel erreichen. Man kann Menschen bewegen, sie berühren, sie motivieren, abschrecken, einschüchtern, erheitern oder in den Wahnsinn treiben. Sind die Formulierungen gut platziert und richtig gewählt, kann man empfängliche Seelen benutzen, wie ein Spielball nach Belieben formen und verändern.
Adrian Bartósz ist Schriftsteller und weiß mit Worten umzugehen. Seine Frau bekommt seine Macht zu spüren und obwohl sie sicher ab und an merkt, dass in ihrer Ehe nicht alles optimal läuft, hat Adrian sie doch in der Hand. Bis zu einem gewissen Punkt. Doch selbst wenn man sich versucht zu lösen, zu befreien und neu anzufangen, kann man sich nie sicher sein, ob einen die Vergangenheit nicht doch wieder einholen wird.

Ich empfand den Schreibstil von Astrid Korten ist angenehm und streckenweise etwas poetisch angehaucht, was gut zu den Charakteren und ihren Berufen passt. Als Schriftsteller hat man vielleicht manchmal verworrene Gedanken, besonders wenn im Kopf nicht immer alles ganz sortiert läuft. Die Sprache ist teilweise sehr gewählt, feinsinnig, dichterisch und immer genau auf die Situation abgestimmt. Ich habe mich schnell in das Buch und das Leben der Figuren eingefunden. Die Geschichte wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, so dass man die Möglichkeit bekommt, sowohl Malin, als auch Adrian zu begleiten. Während Malin aus der Ich-Perspektive berichtet, sind die Kapitel aus Adrians Sicht von einem personalen Erzähler geschildert. Trotzdem taucht man in beide Figuren recht intensiv ein und bekommt Einblicke in die Gedanken- und Gefühlswelten. Bei Malin wirkt es natürlich etwas persönlicher und man kann damit als Leser noch genauer an den Schrecken teilhaben, die sie erlebt und denen sie ausgesetzt ist. Dennoch empfand ich auch Adrian nicht als besonders distanziert, die Erzählungen in seinen Abschnitten lassen ebenfalls tief blicken und offenbaren den einen oder anderen Abgrund seiner Seele und seines Denkens.

Das Buch umfasst einige Jahre, in denen sich die Handlung zwischen den Protagonisten abgespielt hat. Immer wieder gibt es Zeitsprünge, die zum Beginn der Kapitel gekennzeichnet sind. Dadurch kann man sich in der Geschichte gut zurecht finden und gut erkennen, wenn eine gewisse Zeit zwischen den Ereignissen vergangen ist. Obwohl nicht jedes der „ausgewählten“ Kapitel im Leben von Adrian und Malin vor sich überschlagenden Erlebnissen strotzt, hatte ich das Gefühl, immer an wichtigen Wendepunkten dabei zu sein oder Einblicke zu erhalten, die für die Entwicklungen der Beziehung zwischen den Figuren, aber auch der Charaktere selbst von Bedeutung sind. Manche Abschnitte waren mir fast etwas zu kurz, weil kaum dass man etwas erfahren hat, wieder weggeblendet wird, andere Abschnitte waren etwas länger und hätten vielleicht ein paar Absätze weniger auch vertragen. Langatmig war das Buch nicht direkt, für mich persönlich konnte nur auch nicht in jedem Kapitel durchgehend die Spannung komplett gehalten werden. Auf der anderen Seite hatte ich immer im Hinterkopf, dass die Geschichte auf einer wahren Begebenheit beruht, was das Empfinden für die Ereignisse noch einmal verändert.

Gegen Ende des Buches wird es noch mal etwas turbulenter, hektischer und die Ereignisse, die sich vorher über einige Jahre zugespitzt haben, finden ihr bitteres Finale. Es gibt ein paar brutale, blutige Passagen, ansonsten spielen sich die Qualen aber doch mehr auf der psychischen Ebene ab, so dass es rein körperlich nicht zu brutal wird. Für alle, die nicht gern von zu viel Blut lesen, sollte es also eine aushaltbare Dosis sein. Die psychische Komponente ist jedoch auch nicht außer Acht zu lassen. Ich hatte immer mal wieder beim Lesen Gänsehaut und wollte absolut nicht in der Haut von Malin stecken. Es ist gruselig und grausam, was Menschen einander antun und aus welchen Motiven. Manchmal möchte man einfach nur zweifeln, den Kopf schütteln und sich fragen, wohin das alles noch führen soll.

Ich habe die Geschichte ein paar Tage ruhen lassen, bevor ich jetzt die Rezension geschrieben habe. Besonders beängstigend finde ich nach wie vor, dass das Buch auf einer wahren Begebenheit beruht. Natürlich hört und liest man in den Nachrichten viel, man weiß, dass es viele schlimme Dinge in der Welt gibt. Aber wenn man in Bücher eintaucht, dann entzieht man sich oft ja zum Teil der Realität – je nachdem in welches Genre man so eintaucht. Mit dem Wissen hier zu lesen, was Menschen einander wirklich angetan haben, macht es noch mal erschreckender.

Fazit
Ein Thriller, der wirklich sehr auf die Psyche abzielt und nicht unbedingt viel Blut und Brutalität braucht, um so erschrecken und für Gänsehaut zu sorgen. Die Geschichte war interessant und größtenteils spannend zu verfolgen, durch die Sprünge durch die Jahre wirkt es manchmal etwas gekürzt, anderes war für meinen Geschmack fast ein wenig zu lang. Aber die geschilderten Abschnitte hatten alle ihre Berechtigung und waren wichtig für die Entwicklungen. Nach dem Lesen hoffe ich, selbst nie so einem Menschen zu begegnen….

Veröffentlicht am 19.08.2019

nerviges Gefühlschaos, wenig Spannung

Nyxa 2: Die Macht von Atlantis
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Achtung zweiter Band!

Nyxa vereint viele verschiedene Unterarten und Fähigkeiten in sich und ist schon allein dadurch gefährlich, aber auch selbst in Gefahr. Dabei ist ihr größter Wunsch die Freiheit. ...

Achtung zweiter Band!

Nyxa vereint viele verschiedene Unterarten und Fähigkeiten in sich und ist schon allein dadurch gefährlich, aber auch selbst in Gefahr. Dabei ist ihr größter Wunsch die Freiheit. Um dieses Ziel zu erreichen, müsste sie ihre Bestimmung vollständig hinter sich lassen, doch ob das wirklich möglich sein wird?

Der Auftakt der Reihe hat mir gut gefallen, man erhält erste Einblicke in die Welt von Nyxa und erfährt mit ihr gemeinsam so einige Dinge, die ihr bisher verschwiegen wurden. Ich war neugierig auf die Fortsetzung und gespannt darauf, was Nyxa wohl bekommen wird: ihre Freiheit oder doch Atlantis? Allerdings hat das Buch meine Erwartungen irgendwie nicht erfüllt.
Der zweite Band war sehr gefühlslastig, was an sich ja nicht schlimm sein müsste. Aber die Intensität und vor allem, wie das Chaos an Gefühlen ausgelebt wurde, haben mich leider mehr genervt, als erreicht oder berührt. Das Wechselspiel aus Anziehung und sich wieder wegstoßen, sich die Gefühle nicht eingestehen, aber sich doch irgendwie verbunden zu fühlen, kann ja auch ganz nett sein, für Spannung und prickelnde Momente sorgen. Dieser Effekt ist bei mir beim Lesen jedoch nicht aufgetreten. Um ein bisschen besser beschrieben zu können, was genau mein Problem war, schiebe ich einen Abschnitt ein, der eventuell ein bisschen spoilert, ich bemühe mich aber nicht zu viel zu verraten.

Achtung Spoilergefahr!
Nyxa und Night durchlebten ja schon im ersten Band so das eine oder andere Gefühlschaos. Besonders bei Night konnte man sich nie ganz sicher sein, was er nun eigentlich will und was nicht, was er ernst meint und was nur gespielt ist. In diesem Buch wird das Ganze auf die Spitze getrieben. Obwohl beide Seelen mehrere hundert Jahre alt sind, verhalten sie sich die pubertierende Teenager.
Eigentlich haben beide irgendwie Gefühle füreinander, gestehen sich das aber nicht ein und blocken die aufkommende Nähe daher immer wieder ab. Dann lässt doch der eine etwas mehr Nähe zu, der andere vielleicht auch zu einem gewissen Teil, bis der dann wieder blockt und den anderen wegstößt.
So nach dem Motto: Ich will dich küssen, tu es aber nicht, vielleicht tu ich es dann doch, stoß dich danach ber wieder weg, um dich dann doch wieder in meine Arme zu ziehen…
Obwohl beide eigentlich wollen, lassen sie es doch nicht so richtig zu und wenn sie dann mal etwas mehr Intimität zulassen, geht das Chaos hinterher erst richtig los. Es geht sogar soweit, dass bei Nyxa die Erinnerungen manipuliert werden, damit sie endlich tut, was ihre Bestimmung ist und sie sich von Night abwendet. Als sie es dann tut, ist Night aber auch nicht zufrieden und motzt die gesamt Zeit rum, ärgert sich, ist unzufrieden usw., obwohl er ja genau diese Reaktion wollte und provoziert hat. Er sucht ständig die Nähe, obwohl sie ihn ja nun hassen sollte und er vorher ja hätte haben können, was er nun ganz offensichtlich will, nachdem er dafür gesorgt hat, dass er es nicht mehr haben kann. Irgendwann weiß Nyxa dann auch, dass ihre Erinnerungen manipuliert wurden, aber sie nimmt es einfach so hin. Und als dann der Punkt kommt, an dem sie sie wiederbekommen könnte, lehnt sie ab, obwohl sie sie vorher unbedingt wieder haben wollte. Dauerhaft erfolgreich war diese Manipulation obendrein nicht, denn das Gefühlschaos geht munter weiter.
Dieses schwankende, wechselhafte Verhalten hat mich echt fertig gemacht. Die wissen beide überhaupt nicht, was sie wollen bzw. doch eigentlich wissen sie genau, was sie wollen, können oder dürfen das aber nicht ausleben oder vielleicht dürften sie, aber sie versuchen es nicht, wer weiß das schon so genau.
Spoilerende!

Viele der Figuren kennt man bereits aus dem Auftaktbuch, zu einigen kann man hier eine etwas bessere Bindung aufbauen, andere bleiben weiterhin eher undurchschaubar. Die Mischung an sich ist aber gelungen und facettenreich, es gibt immer genug Potenzial und Spannung für Streitigkeiten und Intrigen. Die meisten Figuren rund um die Protagonistin scheinen mehr zu wissen, als sie selbst. Ab und an wird sie eingeweiht, häufiger wird sie aber auch mit den Worten abgespeist, dass jemand anderes dafür zuständig wäre, es ihr zu sagen. Irgendwie ist es etwas schade, da man als Leser damit natürlich auch keinen weiteren Input erhält. Das Buch ist größtenteils aus der Ich-Perspektive von Nyxa geschildert, damit erfährt man selbst ja auch hauptsächlich das, was ihr offenbart wird.
Einige Aspekte aus dem Epilog des ersten Bandes werden noch einmal aufgegriffen und nun auch Nyxa offenbart. Darüber hinaus gibt es weitere Zusammenhänge und Verknüpfungen, die einen noch etwas tiefer in die Welt eintauchen lassen. Einige Passagen waren aber doch auch etwas verworren und man musste ziemlich aufpassen, um noch durchzusehen, wer wer ist, wer wer gewesen sein könnte und was daraus für Folgen resultieren.

Insgesamt kommt mir die ganze suche nach Atlantis etwas zu kurz neben dem ganzen Gefühlschaos. Erst im letzten Abschnitt des Buches kommt man dem ganzen noch mal etwas näher. Vorher gibt es zwar einige Passagen, in denen es Thema ist und auch Bedrohungen aufkommen, aber diese spielen scheinbar keine große Rolle für den Verlauf, denn sie geraten ebenso schnell, wie sie gekommen sind, wieder in den Hintergrund.

Fazit
Eine Fortsetzung, die mich leider enttäuscht zurück lässt. Zwar erfährt man gegen Ende des Buches dann doch noch etwas mehr zu Atlantis, den Figuren, die zwischendurch auftauchen, möglichen Verbindungen und Verknüpfungen, allerdings nimmt das pubertäre Gefühlschaos der Protagonisten doch den Großteil der Handlung ein. Mich hat das Verhalten der beiden leider irgendwann nur noch genervt und nicht mehr angesprochen. Andere werden es vielleicht aber auch ganz spannend finden, das ewige Hin und Her zu verfolgen, der Schreibstil an sich ist schon flüssig zu lesen.
Ich bin im Moment unschlüssig, ob ich den dritten Band der Reihe noch lesen werde.