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Veröffentlicht am 15.10.2023

Interessantes Thema, nicht ganz auf den Punkt gebracht.

Ent-Eltert euch!
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"Niemand wird tot umfallen, wenn du dein wirkliches Selbst lebst - auch wenn du das befürchtest. Nur die Verdrängung richtet Schaden an."
Seite 17
Wir alle kennen die klassischen GU-Ratgeber. Klar strukturiert, ...

"Niemand wird tot umfallen, wenn du dein wirkliches Selbst lebst - auch wenn du das befürchtest. Nur die Verdrängung richtet Schaden an."
Seite 17
Wir alle kennen die klassischen GU-Ratgeber. Klar strukturiert, Bilder, bunte Kästchen mit den wichtigesten Infos, etc. Dieser hier ist anders, und ich habe mich selten beim Lesen gefragt, wie ich das Buch umstruktieren würde für mehr Verständnis - hier schon.
Der Beginn von "Ent-Eltert euch!" liest sich mehr wie ein Sach-, als ein Fachbuch und so viel mir der Einstieg nicht leicht. Dann bieten die Autoren ein Füllhorn an Selbsterfahrung: den eigenen Kreis erkunden, die Polyvagaltheroie. Danach folgt ein Kapitel, in dem die Elterntypen vorgestellt werden. Um diese zu verdeutlichen, wurden für die jeweiligen Elternarten typische Gespräche eingefangen. Bei mir fühlte es sich eher wie eine Aufgabe an, auf deren Lösung ich (zu) lange warten musste. Nach vielen andren Abschnitten, erst ganz am Ende kommen wir auf die anfänglichen Gespräche zurück und zu Vorschlägen, wie diese anders laufen könnten. Dadurch hatte ich irgendwie das Gefühl, mich im Kreis zu drehen.
Dazwischen sind auch Kapitel wie "Wo wohnt dein Nein? Wo wohnt dein Ja?" oder auch Übungen zur Selbstregulation oder ein kollaboratives Satzbüffet (Karin Kuschik lässt grüßen).
Ein zentraler Punkt des Buches ist der Mentalog, ein Tool, das - soweit ich recherchieren konnte - von den Autoren stammt. Und hier habe ich mich beim Lesen gefragt, ob ich den Punkt, an dem erläutert wird, wie er funktioniert, versäumt habe. Ich habe sogar im Inhaltsverzeichnichnis geblättert, wo dieser detailliert beschrieben wird und musste feststellen - ich bin tatsächlich grad in dem Kapitel der Erklärung, aber irgendwie kam die Message erst spät bei mir an.
Trotz aller Kritikpunkte ist einiges an mir hängengeblieben, angefangen bei der Polyvagaltheorie, ich frag mich öfter am Tag, wo ich gerade stehe zwischen "Ich kann" und "Ich kann nicht mehr".
Auch habe ich schon meinen Mentalog fürs nächste Gespräch mit einer bestimmten Person im Kopf, um den blauen Elefanten sichtbar zu machen.
Für viele Erkenntnisse bin ich sehr dankbar, und ich werde das Buch wohl noch öfter zur Hand nehmen, um einige Kapitel gezielt durchzulesen.
Fazit: Interessantes Thema, nicht ganz auf den Punkt gebracht.

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Veröffentlicht am 06.10.2023

Unterhaltsam und dennoch bereichernd!

Dear Dolly. Die besten Antworten auf die wichtigsten Fragen im Leben
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"Mir wird zunehmend klar, dass die Aufgabe einer Kummerkastentante (neben scheinheiliger Besserwisserei) darin besteht, sich in die Lage der Person zu versetzen, die im Zentrum einer Beschwerde steht, ...

"Mir wird zunehmend klar, dass die Aufgabe einer Kummerkastentante (neben scheinheiliger Besserwisserei) darin besteht, sich in die Lage der Person zu versetzen, die im Zentrum einer Beschwerde steht, und mir ihre Sicht der Dinge vorzustellen."
Und genau das macht "dear dolly" so anders. Die Themen, die sie behandelt, sind Dating, Freundschaft, Beziehungen, Familie, ... (ihr wisst, wofür das steht, aber ich möchte nicht, dass die Rezension wegen dieses Wortes gesperrt wird ;) ) , Trennungen, Körper & Seele - also ganz alltägliche Situationen, die die meisten von uns betreffen.
Anhand ausgewählter Leserbriefe gibt sie Antwort auf Fragen zu diesen Themen. Fragen, die wohl bei den meisten von uns immer wieder auftauchen. Und ihr Job könnte einfach sein. Den Leuten sagen, dass sie im Recht sind und der andere böse. So leicht macht sie es sich (und uns) aber nicht! Sie versucht, alle Seiten eines Themas zu beleuchten, die Hintergründe zu erkennen und zu einen.
Trotzdem liest sich ihr Buch leicht und unterhaltsam.
Dabei formuliert sie stets wertschätzend und gibt auch Einblick in ihre Leben. Mit ihrer Art zu antworten, hat sie wohl auch meine Art, Ratschläge zu geben (denn jeder von uns wird hin und wieder um Rat gefragt) geändert!
Fazit: Unterhaltsam und dennoch bereichernd!

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Veröffentlicht am 03.10.2023

Etwas dramalastiger Ostsee-Roman über ein unerwartetes Erbe und eine interessante Farbmühle, leicht und unterhaltsam erzählt.

Die kleine Farbmühle an der Möwenbucht
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Es kam Annalotta so vor, als würde Isolde ihr über die Schulter schauen und sie sanft berühren. "Ich werde in Gedanken immer bei dir sein, denk daran, egal wo du bist " (...)
Und Annalotta ist in Paris ...

Es kam Annalotta so vor, als würde Isolde ihr über die Schulter schauen und sie sanft berühren. "Ich werde in Gedanken immer bei dir sein, denk daran, egal wo du bist " (...)
Und Annalotta ist in Paris bei ihrem Kunststudium, als sie die Nachricht vom Tod ihrer geliebten Großmutter Isolde erhält. Rasch reist sie nach Pelzerhaken, um sich zu verabschieden ... und um zu erfahren, dass sie die Farbmühle ihrer Großmutter geerbt hat. Also muss sie doch länger als geplant bleiben und die Dinge regeln.
Sehr zur Freude des Zinoberclubs, einer Damenrunde, die in der Farbmühle regelmäßig Malunterricht bei Isolde genommen hat. Und auch zur Freude Leonards, ein Restaurantbesitzer, der Interesse an der Mühle hat - und rasch auch an Annalotta.
Es braucht nicht viel, um mein Leserherz zum Hüpfen zu bringen. Hier ist auf den ersten Blick alles vorhanden: ein netter Ort an der Ostsee, eine Frauenrunde, die zusammenhält, eine sich anbahnende Liebesgeschichte - und als Zuckerguss noch eine Farbmühle, Pigmente, wie schön!
Und wir bekommen sie, die Ostsee, Lübeck, den Strand, tolle Frauen, alles locker und flüssig erzählt.
Doch leider hat die Autorin kaum ein künstliches Drama auf dem Weg zum unweigerlichen Happy End ausgelassen. Sabotage in der Mühle, unerwartete Ansprüche, Missverständnisse, die mit wenigen Sätzen aus dem Weg geräumt wären aber lieber ewig aufrecht bleiben. Das war mir etwas zu viel, ein Strudel aus sich teilweise wiederholenden Schwierigkeiten. Dabei wurden die Herausforderungen, die die Übernahme eines Objektes nach einem Todesfall mit sich bringt, komplett außer acht gelassen. Dadurch verliert die Geschichte Glaubwürdigkeit.
Ich hätte mir ein wenig mehr Pigmente und Ostseeflair, dafür weniger Drama erhofft.
Fazit: Etwas dramalastiger Ostsee-Roman über ein unerwartetes Erbe und eine interessante Farbmühle, leicht und unterhaltsam erzählt.

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Veröffentlicht am 10.09.2023

Ein ruhiger, unaufgeregter, wunderschöner Roman

Die Buchverliebten
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"Ich möchte Ihnen gerne erklären, warum ... also ... warum ich vor dem Buchladen weggelaufen bin. Ich möchte Ihnen erzählen wieso ... also ... das mit mir und den Büchern ..."

Ja, das mit Gesa Grambeck ...

"Ich möchte Ihnen gerne erklären, warum ... also ... warum ich vor dem Buchladen weggelaufen bin. Ich möchte Ihnen erzählen wieso ... also ... das mit mir und den Büchern ..."

Ja, das mit Gesa Grambeck und den Büchern - einst ihre besten Freunde und treuesten Wegbegleiter, hat sie vor langer Zeit den Büchern abgeschworen und nie wieder einen Blick hineingetan. Doch sie verdient ihr Geld damit, soll eine Bücherelementarversicherung unter die Leute bringen. Da begegnet ihr Ole Oevermann, der nie etwas mit Büchern anfangen konnte, und sie seit einem schweren Schicksalsschlag als Rettungsanker begriff. Heute ist er Buchhändler und verdient seinen Lebensunterhalt damit. Doch nicht nur das, für jede Lebenslage hat er ein passendes Zitat griffbereit! Wie können diese zwei so unterschiedlichen Menschen zusammenfinden?

"Die Bucherverliebten" ist ein außergewöhnliches Buch, sanft, langsam, führt es uns in die Lebensgeschichten von Gesa und Ole, an die Bücher heran. Und auch an die Liebe.

"Gesa und die Liebe, das passte nicht zusammen. Dafür gab es unwiderlegbare Beweise." Doch im Laufe des (Hör-)Buches mehren sich die Beweise, dass es vielleicht doch passen kann, dass man auch in späten Jahren noch lieben und sich verlieben kann.

Wie objektiv ich dieses Hörbuch bewerten kann? Ich gebs zu, diesmal gar nicht, denn erstens wird es von Eva Gosciejewicz gesprochen, für mich DIE Hörbuchsprecherin, sie könnte das Telefonbuch vorlesen und ich würde gebannt zuhören. Und während ich dem Hörbuch gefolgt bin, hat es sich ergeben, dass mich eine Kurzreise in naher Zukunft überraschend genau nach Lübeck führt, weshalb ich jede Silbe darüber gebannt verfolgt, jeden Hinweis auf ein wenig Ostseeflair aufgesaugt habe.

Denn neben Gesa und Ole ist auch Lübeck ein Star des Buches, Marzipan, Travemünde und natürlich auch Bücher. Alte Bücher, Neuerscheinungen, gebrauchte Bücher, nasse Bücher ... was will man als Buchverrückte mehr?

Obwohl - oder gerade weil - das Buch ruhig und unaufgeregt erzählt wird (trotz vieler spannender Momente), habe ich mich davon tragen lassen und mich weggeträumt.

Fazit: Ein ruhiger, unaufgeregter, wunderschöner Roman über späte Liebe, Liebe zu Büchern, neue Herausforderungen und Lübeck.

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Veröffentlicht am 05.09.2023

Perfekter Provinzkrimi – spannend und unterhaltsam!

Prost, auf die Pfennigfuchser
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„Passen Sie auf, dass Sie sich da nicht in eine falsche Richtung verrennen.“
„Die Art, wie ich meine Ermittlungen führe, lassen Sie gerne meine Sorge sein.“

Oder meine Sorge, denn nur zu gerne bin ich ...

„Passen Sie auf, dass Sie sich da nicht in eine falsche Richtung verrennen.“
„Die Art, wie ich meine Ermittlungen führe, lassen Sie gerne meine Sorge sein.“

Oder meine Sorge, denn nur zu gerne bin ich mit dabei, wenn in Brungries auf die bewährte T-U-F-Methode ermittelt wird! So sehr ich Kalpensteins Einstieg in die Krimiwelt schon beim ersten Band bewundert habe, umso mehr steigert er sich und meine Freude mit jedem neuen Mord!
Dieses Mal will Tischler eigentlich nur Ruhe vor seiner penetranten Nachbarin Frau Kneidinger. Damit diese ihren Frieden hat, bringt er sie halt zu ihrer Freundin, die sie versetzt hat. Wie es aussieht, waren ihre Sorgen durchaus berechtigt, denn besagte Freundin Frau Zettlwieser liegt tot in ihrem Wohnzimmer. Wem ist die etwas steife und herrische Filialleiterin einer Bank so auf die Zehen getreten, dass sie dafür sterben musste?!
Schnell stoßen Tischler und Fink auf Ungereimtheiten in der Bank, während sie alle Hände voll zu tun haben, um Frau Kneidinger vom Ermitteln abzuhalten.
Wie gesagt, ich war bei fast jedem Fall in Brungries dabei und liebe diese Provinzkrimis. Sie haben genau den richtigen Mix aus humorvollen Szenen, Wiedersehen mit alten Bekannten und einem spannenden Fall – samt überraschender aber schlüssiger Auflösung. Auch die lose Rahmenhandlung, die für Quereinsteiger kein Problem darstellt, trägt zur Unterhaltung bei.
Was soll ich sagen? Beim nächsten Mal bin ich wieder mit dabei!
Fazit: Perfekter Provinzkrimi – spannend und unterhaltsam!

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