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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.12.2020

Super süße Story, aber…

Girl At Heart
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Cinder und Ella habe ich geliebt – so eine unglaublich emotionale und berührende Geschichte. V is for Virgin konnte mich hingegen nicht überzeugen. Nun waren meine Erwartungen an Girl at Heart wieder hoch.

Charlie ...

Cinder und Ella habe ich geliebt – so eine unglaublich emotionale und berührende Geschichte. V is for Virgin konnte mich hingegen nicht überzeugen. Nun waren meine Erwartungen an Girl at Heart wieder hoch.

Charlie ist eigentlich eine spannende Figur. Sie spielt Baseball – vor allem in Büchern, wenn es überhaupt vorkommt, ein Männersport. Und auch an ihrer Schule ist sie damit ein Sonderling.
Doch leider hatte ich direkt zu Beginn genau deswegen auch meine Probleme mit Charlie. Sie beschließt nämlich, dass sie mädchenhafter werden will. Dabei gibt es immer wieder Formulierungen wie „normales Mädchen“ und „Mädchenkram“, was mich mit der Zeit gestört hat, weil dadurch sehr enge, stereotype Muster erzeugt werden, wie Mädchen und Jungen zu sein haben. Und ich fand es sehr schade, dass Charlie sich selbst in diese Schublade stecken möchte.

Ausgangspunkt ihrer persönlichen Krise ist, dass ihre Freunde – Jungs und Teamkameraden – sie nicht als Mädchen wahrnehmen, sondern als Kumpel. Die Vorstellung, dass Charlie „etwas mädchenhaftes“ tun oder anziehen könnte, sorgt für Stirnrunzeln oder Lacher.
Charlie ist dementsprechend verletzt, besonders da sie für einen der Jungen Gefühle hat. Eine Veränderung muss also her.

Es fällt mir schwer, spoilerfrei zu beschreiben, warum mir das Buch wir gefallen hat.
Positiv zu erwähnen ist auf jeden Fall mal wider Kelly Orams-Erzählstil. Dieser ist gewohnt flüssig und anschaulich. Charlie schildert ihre Erlebnisse aus der Ich-Perspektive und gibt dabei viele Einblicke in ihre Gedanken- und Gefühlswelt. Allerdings wiederholt sie sich dabei leider etwas oft.

Es entwickelt sich eine super süße Geschichte über Freundschaft, Selbstfindung und Liebe, die mich letztlich definitiv in ihren Bann ziehen konnte, auch wenn ich immer wieder mit verschiedenen Begebenheiten gehadert habe.
Dabei stört mich vor allem diese Stereotypenzuweisung, die über das ganze Buch hinweg vollzogen wird. Obwohl Charlie immer wieder aus den Verhaltensweisen eines „typischen Mädchens“ ausbricht, wird mir ein zu enges Bild geschaffen, wie „normale Mädchen“ zu sein haben. Erst ganz am Ende relativiert Charlie selbst das geschaffene Bild ein wenig, in dem sie ihre Gefühle genauer bzw. einfach anders beschreibt. Hier hätten meiner Meinung nach im ganzen Buch etwas andere Formulierungen gewählt werden müssen.

Nichtsdestotrotz ist es ein tolles, am Ende auch berührendes Buch, das zwar nicht an Cinder & Ella herankommt, mich aber dennoch – trotz aller Kritik – gut unterhalten konnte.

Fazit

Dass Charlie beschließt, mädchenhafter werden zu wollen, erzeugt in der Geschichte für mich leider sehr enge, stereotype Bilder, wie Mädchen und Jungen zu sein haben, die ich sehr unglücklich beschrieben finde. Zum Glück findet Charlie einen Weg, sich selbst nicht in diese engen Schubladen zu stecken, die sie entwirft. Und so ist die Geschichte von Charlies Selbstfindung und Veränderung dennoch toll zu lesen, was sowohl an dem anschaulichen Schreibstil als auch an den sympathischen Figuren liegt. Auch die Problematik, wie schwer es Frauen in einem männerdominierten Sport haben können, schwingt durchweg mit. Die ganze Situation ist recht gefühlsgeladen und so wird das Buch zum Schluss sogar noch sehr berührend.

  • Einzelne Kategorien
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  • Handlung
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Gefühl
Veröffentlicht am 20.12.2020

unfertig

Elchtage
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Johanna geht nun in die siebte Klasse. Zu ihrer ehemals besten Freundin hat sie kaum noch Kontakt. Die hängt jetzt nämlich mit den „coolen Mädchen“ rum und interessiert sich neuerdings für Jungs. Johanna ...

Johanna geht nun in die siebte Klasse. Zu ihrer ehemals besten Freundin hat sie kaum noch Kontakt. Die hängt jetzt nämlich mit den „coolen Mädchen“ rum und interessiert sich neuerdings für Jungs. Johanna ist lieber im Wald unterwegs und beobachtet die Elche, die an ihrer kleinen Waldhütte vorbeikommen. Langweilig wird ihr dort nicht, denn als Elchjäger auftauchen, steckt Johanna plötzlich in einem unerwarteten Abenteuer…

Ich mag Johanna, die sich nichts aus Klamotten und der Meinung der anderen macht. Sie ist natürlich und sich selbst treu. Sich für andere zu verändern, kommt für Johanna nicht infrage. Dass sie deswegen ihre beste Freundin verliert, trifft sie allerdings schon.
Dabei gab es allerdings auch in Johannas Verhalten ein paar Unstimmigkeiten: Einerseits geht es ihr um Tierschutz und Tierwohl, andererseits möchte sie aber einen Elch „zähmen“, weil sie so gern auf ihm reiten würde. Auch eimerweise Popcorn in den Wald zu schleppen, um die Elche damit zu füttern, scheint mir recht eigenwillig…

In lockerer, leicht verständlicher Sprache nimmt Ich-Erzählerin Johanna die Leser/innen mit auf ihr Abenteuer.
Dabei passiert in der ersten Hälfte allerdings nicht allzu viel. Die Handlung plätschert so vor sich hin, während Johanna immer wieder erwähnt, wie es zum Bruch mit ihrer Freundin kam, weil diese sich plötzlich an die „beliebten“ Mädchen hängt.

Die angesprochenen Themen der Selbstfindung, sich verändernde Freundschaften, der Druck, anderen gefallen zu wollen und erste Schwärmereien für Jungs passen für die angegebene Altersgruppe ab 11 Jahren.

Leider bin ich am Ende des Buches dennoch etwas enttäuscht, denn die Geschichte wirkt auf mich unfertig.

Es werden zig Themen im Buch angeschnitten. Tausend Kleinigkeiten passieren. Aber nichts wird wirklich zuende geführt. Bei keinem der Themen weiß man letztlich, wie die Geschichte ausgegangen ist, ob es Konsequenzen für die Figuren hatte oder ob einzelne Charaktere sich nach den Ereignissen verändern werden. In meinen Augen bleibt absolut alles offen…

Was man daraus mitnehmen kann, ist Johannas Einstellung, von der sich jede/r eine Portion abschneiden kann: dass man gut so ist, wie man ist. Und wenn andere das nicht so sehen, ist es deren Problem…

Veröffentlicht am 23.11.2020

skurrile, deprimierende Geschichte mit fragwürdiger Moralvermittlung

Super reich
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Ich bin nach der Lektüre dieser Geschichte ziemlich ratlos. Offensichtlich habe ich das Buch nicht verstanden. Zumindest kann ich ihm nichts Positives abgewinnen und empfinde es keinesfalls als schönes ...

Ich bin nach der Lektüre dieser Geschichte ziemlich ratlos. Offensichtlich habe ich das Buch nicht verstanden. Zumindest kann ich ihm nichts Positives abgewinnen und empfinde es keinesfalls als schönes Kinderbuch mit weihnachtlicher Stimmung.

Es geht um den zehnjährigen Rupert. Rupert lebt mit seinen Eltern und seinen zahlreichen Geschwistern am Stadtrand. Die Familie ist arm, sie besitzen nicht genug Betten, keine warmen Sachen und die Mahlzeiten, die aus dem Müll anderer Leute bestehen, reichen nie, um auch nur halbwegs satt zu werden. Auf dem Weg zur Schule kommt Rupert an den Villen der Reichen vorbei. Durch einen (un-?)glücklichen Zufall gerät Rupert am Weihnachtstag ins Haus der Familie Rivers, eine der reichsten Familien der Stadt. Er isst mit ihnen und kann sich richtig vollstopfen. Danach wird er dazu eingeladen, mit der Familie um eine Vielzahl an Geschenken zu spielen. Rupert ist zunächst unsicher, schöpft aber mehr und mehr Hoffnung, er könnte das Haus vielleicht mit warmen Stiefeln oder gar einem Spielzeug für seine Geschwister verlassen. Letztlich verliert Rupert und geht mit leeren Händen. Keine Ausnahme möglich. So sind einfach die Regeln…
In den folgenden Wochen und Monaten kommen einige der Familienmitglieder auf ihn zu und verwickeln ihn in aufregende Abenteuer.

Nun hätte sich eine interessante, herzliche Geschichte entwickeln können, in der Rupert allerlei Gutes hätte wiederfahren können.
Aber das komplette Gegenteil ist der Fall. Unter dem Vorwand, ein schlechtes Gewissen wegen der Weihnachtsspiele zu haben, kommen die Familienmitglieder auf ihn zu und nehmen ihn zu einem Ausflug mit – schnappen ihn auf dem Weg von der Schule oder wecken ihn mitten in der Nacht -, aber keinesfalls um wirklich etwas für ihn zu tun. Letztlich geht es jedem einzelnen darum, die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und dabei wird Rupert teilweise noch als Handlanger ausgenutzt. Und jedes Mal geht es irgendwie um Essen. Rupert ist von Essen umgeben oder ihm wird eine Mahlzeit versprochen – doch immer wieder geht er leer aus. Unter den unglücklichsten Umständen kehrt Rupert jedes Mal hungrig heim. Soll es witzig sein, wie das hungernde Kind jedes Mal anderen beim Essen zuschauen muss, immer wieder Hoffnung auf eine Mahlzeit schöpfen darf und immer wieder aufgrund skurriler Ereignisse enttäuscht wird…?

Schräge Ereignisse gibt es nämlich einige. Die Geschichte bekommt etliche fantastische Elemente. Ich empfand das Geschehen allerdings insgesamt als zu überdreht und oft auch einfach absurd. Ausflug reiht sich an Ausflug, während dazwischen die Zeit verstricht und sich in Ruperts Leben nichts verändert. Dabei empfand ich die Geschichte streckenweise nicht nur als wirr, sondern auch zäh. Auch den Schreibstil empfand ich, für ein Kinderbuch, das ab 9 Jahren empfohlen wird, nicht leichtgängig genug.

Und dann ist da auch noch Ruperts Familiensituation, welche ganz nüchtern als absolut grausam beschrieben wird – was ich für ein Kinderbuch schon sehr extrem fand. Als wäre es normal und ok, dass Kinder so aufwachsen. Zum Hunger und der fehlenden winterfesten Kleidung kommen auch noch regelmäßige Schläge und seelische Quälereien. So ist der Geburtstag der Kinder eine der wenigen Gelegenheiten, wo die Mutter etwas „besonderes“ kauft – Bonbons, die nur sie allein mag. Diese schenkt sie den Kindern jedes Jahr aufs Neue in dem Wissen, dass sie die Bonbons am Ende zurückbekommt und selbst essen darf.

Während die Mutter einem schlecht bezahlten Job nachgeht, sitzt der Vater den ganzen Tag nur auf dem Sofa. In einer Art Rückblende wird sie als absolutes Dummchen dargestellt, welches einen Blender anhimmelt, der nur Nichtigkeiten von sich gibt.
Ähnlich rückständig ist auch das Familienbild, welches in der Familie Rivers skizziert wird, in der die Frauen ihren Berufstraum höchstens heimlich nachgehen können, weil die Frauen an der Seite der erfolgreichen Geschäftsmänner nicht zu arbeiten haben.

Und auch darüber hinaus steckt der Buch voller Vorurteile, Stereotype und Sticheleien – vor allem von „den Reichen“ gegenüber „den Armen“.
Eigentlich nehmen die Rivers sowohl Ruperts optischen Zustand (kaputte dünne Kleidung, ausgehungertes Kind) als auch seine Familiensituation wahr (ein River beobachtet 2 Tage sein Haus, bevor es auf den Ausflug geht), und dennoch scheinen sie die Wahrheit nicht sehen zu können oder schlichtweg nicht sehen zu wollen. Statt ihm etwas Nützliches zukommen zu lassen, ihm etwas zu essen zu geben oder warme Kleidung, bekommt er beispielsweise einen völlig nutzlosen dünnen Anzug.

Was ich letztlich von der Geschichte mitnehme:
– reiche Leute sind Idioten
– als reicher Mensch kannst du machen, was du willst, es hat keine Konsequenzen
– wenn du den ganzen Tag faul auf dem Sofa sitzt, fällt dir vielleicht irgendwann zufällig doch ein netter Job zu
– vielleicht hast du irgendwann durch Zufall Glück – Hilfe von anderen musst du zumindest nicht erwarten

Einen positiven Punkt gibt es dann aber doch, denn zumindest wird schon auch vermittelt, dass Geld allein nicht glücklich macht. Alle Rivers lassen Rupert an ihren Sorgen und Wünschen teilhaben. Zudem kommt immer mal wieder der Gedanke auf, dass sie Rupert ein anderes Leben aufzwängen möchten, doch er hält an seinem eigenen fest. Auch wenn dies keineswegs rosig ist, sehnt er sich nach seinem zuhause und besonders einer Schwester zurück. Weil das eigene Leben einzigartig ist.

Fazit

Für mich handelt es sich bei „Super reich“ nicht um ein besinnliches positives Kinderbuch. Stattdessen reihen sich immer neue Grausamkeiten aneinander, in denen Rupert (der unter katastrophalen, lieblosen Umständen aufwächst) immer wieder Hoffnung schöpfen darf, um dann doch hungernd und frierend zurückzubleiben.
Erstaunlich dabei ist eigentlich nur, wie der Junge alles wegsteckt. Obwohl er von den Rivers auf gewisse Weise immer wieder entführt wird, ist er hilfsbereit und neugierig, wie ihre Pläne weitergehen. Nur dass sich hinterher, bis auf eine Ausnahme, niemand mehr für ihn interessiert. Sie haben mit ihrem Ausflug schließlich ihr Gewissen beruhigt und ihre Schuldigkeit getan.
Ich empfinde die Geschichte insgesamt als sehr deprimierend mit eigenwilligen Werten, die hier vermittelt werden.

Veröffentlicht am 01.11.2020

interessante Geschichte voller Überraschungen

The Last Goddess, Band 1: A Fate Darker Than Love (Nordische-Mythologie-Romantasy von SPIEGEL-Bestsellerautorin Bianca Iosivoni)
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Blairs Mutter ist eine Valkyre – eine der Nachfahrinnen der großen Götter, deren Aufgabe es ist, die Seelen von gefallenen Helden nach Valhalla zu bringen, um sie dort bis zum drohenden Weltuntergang als ...

Blairs Mutter ist eine Valkyre – eine der Nachfahrinnen der großen Götter, deren Aufgabe es ist, die Seelen von gefallenen Helden nach Valhalla zu bringen, um sie dort bis zum drohenden Weltuntergang als Kämpfer um sich zu scharen. Blairs Schwester wird dazu ausbildet, eines Tages diese Kräfte zu übernehmen. Als beide bei einem Unfall sterben, ist Blair plötzlich allein. Nur ihr bester Freund Ryan ist ihr noch geblieben – und jede Menge fragen. Denn eigentlich sind Valkyren unsterblich. Blair begibt sich auf die Suche nach Antworten, die ihr ganzes Leben auf den Kopf stellen werden…

Blair ist die Ich-Erzählerin der Geschichte. Auf anschauliche Art schildert sie die Erlebnisse sowie ihre Gefühlswelt. Der schwere Schicksalsschlag hat ihr Leben völlig auf den Kopf gestellt, ihre Trauer und innere Zerrissenheit bei den nachfolgenden Entscheidungen sind gut nachfühlbar.
Zusätzlich gibt es mehrere kurze Passagen aus der Sicht ihres Freundes Ryan.

Die Geschichte ist von Beginn an interessant und liest sich dank des flüssigen, bildlichen Schreibstils sehr gut. Auch die erste Spannung kommt aufgrund der zweiten Perspektive, welche Einblicke liefert, die Blair noch verborgen bleiben, schnell auf.
Es entwickelt sich eine abwechslungsreiche Geschichte voller Magie und Mythologie.

Die Welt der Götter und Legenden wird allerdings sehr selbstverständlich benutzt. Es wird mit zig Namen, Figuren und Zusammenhängen hantiert, zu denen ich mir teilweise mehr Erklärungen oder Hintergrundinfos gewünscht hätte. Dass ich im letzten Jahr eine Göttergeschichte gelesen habe, in der Fenrir, Loki und co ebenfalls vorkamen, kam mir auf jeden Fall zugute, da mir die Zusammenhänge um Ragnarök dadurch ein wenig vertraut waren. Ein Glossar mit einer Götterübersicht oder einer Kurzdarstellung der einzelnen Legenden hätte mir dennoch geholfen.

Nachdem es innerhalb der Handlung schon einige dramatische und actionreiche Momente gibt, kommt das Ende dann gleich mit mehreren aufregenden Wendungen und Überraschungen daher, die in einem unerwarteten Cliffhanger gipfeln.

Fazit

Spannende Geschichte mit einer sympathischen Protagonisten, deren Unsicherheit und Zerrissenheit ich gut nachvollziehen konnte. Der Schreibstil gefällt mir gut und die Handlung konnte mich immer wieder überraschen. Nur die Welt der Götter mit ihren zahlreichen erwähnten und agierenden Charakteren hätte für mich ein klein wenig mehr erklärt werden dürfen.

Veröffentlicht am 26.10.2020

viele überraschende Wendungen

MEMORIZE: Erinnere dich
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Nova ist eine Jägerin mit übermenschlichen Kräften. Im Auftrag des Präsidenten der Stadt IS tötet sie Menschen. Fragen zu stellen, ist ihr nicht gestattet. Zwischenmenschliche Gefühle empfindet sie nicht, ...



Nova ist eine Jägerin mit übermenschlichen Kräften. Im Auftrag des Präsidenten der Stadt IS tötet sie Menschen. Fragen zu stellen, ist ihr nicht gestattet. Zwischenmenschliche Gefühle empfindet sie nicht, Erinnerungen an ihr bisheriges Leben besitzt sie keine mehr. Bis zu dem Zeitpunkt, als das Mittel, dass ihr zum Erhalt ihrer Fähigkeiten gespritzt wird, verändert wird. Plötzlich beginnt Nova die Hintergründe zu suchen und ihre Taten infrage zu stellen. Und plötzlich schwebt sie in großer Gefahr…

Mit dem Einstieg ist die Geschichte schon mitten im Geschehen. Erklärungen gibt es erstmal nicht. Dadurch empfand ich meinen Lese-Einstieg als etwas holprig, da es mir zunächst schwer fiel, zu verstehen, was es mit Nova, ihren Fähigkeiten und der Stadt auf sich hat. Nach und nach werden die Zusammenhänge klarer.
Nova ist die Ich-Erzählerin der Geschichte und lässt die Leser/innen an ihrer Entwicklung sowie ihren einsetzenden Zweifeln teilhaben.
Zusätzlich gibt es zwischendurch kurze Passagen eines weiteren Ich-Erzählers, die am Anfang viele Fragen aufwerfen und Spannung aufkommen lassen.

Letztlich entwickelt sich die gesamte Geschichte völlig anders, als ich zunächst vermutet hatte. Dabei hatte ich im Mittelteil allerdings das Gefühl, die Handlung hätte ihren roten Faden verloren. Es fiel mir schwer, zu fassen zu bekommen, was die Geschichte zu diesem Zeitpunkt will und wo sie hinsoll. Dadurch fiel für mich auch die Spannung ab, bevor das Ende plötzlich wieder eine ganz neue Richtung bekam und sehr aufregend und dramatisch wurde. Letztlich wird dann auch das Gesamtbild der Entwicklung rund. Viele Dinge erklären sich oder werden in ein neues Licht gerückt.
Dabei offenbaren auch einige der Charaktere ganz neue Seiten. Zumindest in einem Fall war mir dieser Wandel aber zu extrem. Die zwei Bilder, die von der Figur gezeichnet werden, sowie ihr sehr gegensätzliches Verhalten an Anfang und Ende passten für mich nicht recht zusammen, auch wenn durchaus Erklärungen dafür geliefert werden.

Auch das Gesamtbild der Welt, besonders außerhalb von IS, ist für mich nicht ganz deutlich geworden. Zwar gibt es im späteren Verlauf ein paar Einblicke in das Gesellschaftsbild, aber zu den konkreten Lebensumständen und dem technische Stand dieser dystopischen Welt, in der Autos und Fernseher etwas besonderes sind, während an anderen Stellen ausgefeilte Technik benutzt wird, hätten ich mir noch weitere Informationen gewünscht.

Die Handlung enthält im Grunde mehrere Liebesgeschichten, wobei die Gefühle einiger Figuren greifbarer sind als anderer. Die Lovestories sind aber stimmig in die Entwicklungen der Handlung eingebunden und auch den Schluss fand ich sehr gut gewählt.

Fazit

Nova als Jägerin mit übermenschlichen Fähigkeiten, die plötzlich ein Gewissen entwickelt und eine überraschende Vergangenheit offenbart, hat mir gut gefallen. Der zweite, zunächst unbekannte Erzähler sorgt für Spannungsmomente. Insgesamt entwickelt sich die Geschichte trotz einiger Längen komplett überraschend und kommt mit vielen Wendungen, auch im Verhalten der Figuren, daher. Ich hätte mir noch ausführlichere Hintergründe zu der dystopischen Welt, gerade auch außerhalb von IS, gewünscht.