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Veröffentlicht am 17.09.2021

Gelungener Abschluss einer lieb gewonnenen Saga

Gut Greifenau - Sternenwende
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Mit „Gut Greifenau -Sternenwende“, dem 6. Band der Saga, beendet Hanna Caspian die Geschichte rund um das Gut Greifenau und seine Bewohner.
Katharina erleidet einen schweren Schicksalsschlag, steht plötzlich ...

Mit „Gut Greifenau -Sternenwende“, dem 6. Band der Saga, beendet Hanna Caspian die Geschichte rund um das Gut Greifenau und seine Bewohner.
Katharina erleidet einen schweren Schicksalsschlag, steht plötzlich allein mit 2 Kindern da und muss ihr Leben neu ordnen.
Auch für Gut Greifenau und seine Bewohner wird es durch die weltweite Wirtschaftskrise schwierig. Graf Konstantin ändert aufgrund der finanziellen Probleme und der bedrohlichen Lage immer mehr seine politische Gesinnung, was Probleme mit seiner Ehefrau Rebecca nach sich zieht.
Auch die Gutsangestellten, allen voran Albert, der immer noch sein Geheimnis hütet, müssen sich durchkämpfen und sehen, auf welcher Seite sie stehen.
Die Schreibweise von Hanna Caspian ist wie immer emotional, spannend und mitreißend.
Bereits ab der ersten Seite ist man wieder mittendrin im Geschehen und fiebert mit lieb gewonnenen Charakteren mit.
Storylines, die in den vorangegangenen Bänden begonnen wurden, finden nun ein Ende und der Leser kann abschließen.
Wie in jedem Band ist es gelungen, die Balance zwischen den Herrschaften und den Gutsmitarbeitern zu finden.
Gerade das Schicksal von Wiebke und Eugen zieht sich durch die Reihe durch und findet hier nun seinen Ausklang.
Aufgrund der Zeit von 1929 – 1932 kommt das Buch nicht umhin, sehr politisch zu sein. Dies unterscheidet den Band meines Erachtens von den anderen 5 Teilen. Mir war es an manchen Stellen zu politisch und hat daher ein bisschen an Emotionalität eingebüßt. Jedoch findet man hierzu die Erläuterung im Nachwort, welche ich gut nachempfinden kann.
Es wurde sehr gut dargestellt, wie sich die Lage und die Stimmung in Deutschland zur damaligen Zeit verändert hat und wie maßgeblich der Adel daran mitgewirkt hat, dass Hitler die Macht ergreifen konnte.
An manchen Stellen kann man nur den Kopf schütteln, wie naiv die Menschen damals waren, aber es konnte wohl keiner wirklich ahnen, wie schrecklich die Herrschaft der Nazis tatsächlich werden würde.
Hanna Caspian gelingt es vortrefflich, geschichtliche Ereignisse mit den fiktiven Schicksalen der Charaktere zu verbinden.
Alles in allem bin ich sehr traurig, dass ich Gut Greifenau und seine Bewohner nun verlassen muss. Ich hätte mir gut vorstellen können, die Protagonisten noch weitere Jahre zu begleiten, aber auch hier kann ich die Beweggründe, warum die Geschichte nur bis 1932 ausgeführt wird, gut verstehen.
So kann sich jeder selber seinen Teil denken, wie es wohl mit dem Gut und seinen zahlreichen Bewohnern in der Zeit des Nationalsozialismus weitergegangen wäre.
Ich bedanke mich bei Hanna Caspian für zahlreiche emotionale Lesestunden, die mir viel Freude bereitet haben.
Ich kann diese wundervolle Familiensaga nur jedem ans Herz legen. Es lohnt sich! Um die gesamte Geschichte zu verstehen und die Charaktere richtig kennen zu lernen, empfehle ich jedoch auf jeden Fall ab Band 1 zu beginnen.

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Veröffentlicht am 03.09.2021

Spannend, aber auch verwirrend.

Die verhängnisvolle Stille
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„Die verhängnisvolle Stille“ ist ein Thriller von Kendra Elliot. Es handelt sich hierbei um den 2. Band einer Reihe, bei der man dieselben Protagonisten trifft, es aber keinen Abbruch tut, wenn man den ...

„Die verhängnisvolle Stille“ ist ein Thriller von Kendra Elliot. Es handelt sich hierbei um den 2. Band einer Reihe, bei der man dieselben Protagonisten trifft, es aber keinen Abbruch tut, wenn man den ersten Band nicht gelesen hat.

Inhalt:
Detective Mason Callahan und sein Team ermitteln in einem Mordfall. Reuben Braswell wurde brutal in seinem eigenen Haus ermordet. Bei dem Toten, bei dem es sich einerseits um einen rassistischen Verschwörungstheoretiker, aber andererseits auch um einen FBI-Informanten handelt, werden verstörende Spuren gefunden. Auch Pläne für einen Bombenanschlag findet man im Haus des Toten. Ava McLane, eine FBI-Agentin, hatte in dem Informanten bis dahin nur einen harmlosen Spinner gesehen.
Während Ava und Mason in dem Mordfall ermitteln, schlägt der Täter wieder zu und es passieren erschreckende Dinge.
Gleichzeitig verschwindet auch noch die Zwillingsschwester von Ava spurlos. Ist diese auch in den Mordfall und die Geschehnisse verwickelt?

Mein Eindruck:
Das Cover des Buches finde ich sehr gut gemacht. Es vermittelt mit seinen Schwarz-Weiß-Tönen und der intensiven roten Schriftfarbe einen schaurigen Eindruck und passt somit zum Inhalt.
Kendra Elliot gelingt es durch einen sofortigen Einstieg in das brutale Mordszenario, dass der Leser unmittelbar im Geschehen ist. In den ersten Seiten wird der Spannungsbogen bereits sehr hoch angesetzt und man fliegt förmlich durch die Seiten.
Man erfährt viel über die Protagonisten Mason Callahan und Ava McLane, die auch privat ein Paar sind und bald heiraten wollen.
Durch kurze Rückblicke in die Vergangenheit kann man zügig eine Verbindung aufbauen und die emotionale Ebene kommt nicht zu kurz. Damit handelt es sich nicht nur um eine sture Ermittlung, sondern auch die zwischenmenschlichen Beziehungen der Ermittler werden immer wieder deutlich. Eine gute Zusammenarbeit steht hier sehr im Mittelpunkt.
Auch die Zwillingsschwester von Ava – Jayne – steht immer wieder im Fokus, wobei hier bis zuletzt nicht deutlich wird, welche Rolle diese innerhalb der Geschichte einnimmt.
Die Sprache ist flüssig und leicht verständlich. Teilweise kommt es zu recht brutalen Szenen, die aber zu einem Thriller passen.
Der Wechsel der Perspektiven von Mason und Ava hat mir hier gut gefallen, da man so den Verlauf der Ermittlungen aus verschiedenen Richtungen mitverfolgen konnte.
Von Beginn an stellen sich immer mehr Fragen, immer mehr Schauplätze werden eröffnet und man kommt den Ereignissen teilweise nicht mehr hinterher. Es wird erreicht, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann, damit man endlich die Lösung des Ganzen in Erfahrung bringen kann und vor allem ist es gut gelungen, dass man zum Miträtseln angeregt wird.
Sehr gut gelungen ist hier auch, dass so manche Überraschung auf einen zukommt, die man so nicht erwartet hätte.

Fazit:
Mir hat das Lesen dieser Lektüre ein paar spannende Stunden bereitet. Ich kann das Buch auf jeden Fall weiterempfehlen. Teilweise waren es mir jedoch zu viele Ereignisse auf einmal, die bei mir eher Verwirrung ausgelöst haben. Einige Passagen haben für mich auch nicht zum Thema Thriller gepasst und waren mir zu gefühlsduselig.
Daher gibt es ein Sternchen Abzug.

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Veröffentlicht am 30.08.2021

Kein Psychothriller, aber trotzdem spannend.

Dein dunkelstes Geheimnis
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„Dein Dunkelstes Geheimnis“ ist ein Psychothriller von Jenny Blackhurst.

In dem Thriller begleitet man Kathryn – die Tochter eines Kindermörders, der seit mehr als 20 Jahren im Gefängnis sitzt und über ...

„Dein Dunkelstes Geheimnis“ ist ein Psychothriller von Jenny Blackhurst.

In dem Thriller begleitet man Kathryn – die Tochter eines Kindermörders, der seit mehr als 20 Jahren im Gefängnis sitzt und über den Mord an ihrer damals besten Freundin Elsie schweigt. Ihre Leiche wurde nie gefunden.
Am 25. Jahrestag von Elsies Verschwinden wird auf Anglesey, der Heimatinsel von Kathryn und ihrer Familie, wieder ein kleines Mädchen vermisst, das Elsie extrem ähnlich sieht. Da Kathryn nicht an einen Zufall glaubt, reist sie auf die Insel, um sich an der Suche zu beteiligen und Antworten auf die Vergangenheit zu finden, doch auf der Insel ist sie nicht willkommen.

Das Cover ist wie der Name der Lektüre geheimnisvoll. Der Efeu und der Schmetterling strahlen für mich starke Symbolkraft aus. Die Farbgebung gefällt mir sehr gut, da es im Licht leicht schimmert.

Die Schreibweise von Jenny Blackhurst ist flüssig und aus verschiedenen Perspektiven geschrieben. Durch den schnellen Wechsel der Perspektiven erfährt der Leser die Geschichte aus unterschiedlichen Sichtweisen und die Spannung schreitet nahtlos voran.
Durch die Sichtweise von Kathryn lernt man die Hauptperson sehr gut kennen – ihre Gefühlswelt, die innere Zerrissenheit wird durch die gewählte Sprache, die ständigen Fragen sehr deutlich.
Die Sichtweise der Ermittlerin Maggie Grant ist im Gegensatz dazu direkter und zackiger geschildert.
Im Laufe des Buches kommen noch weitere Sichtweisen dazu, sodass man immer mehr eintauchen kann.

Jenny Blackhurst gelingt es von Anfang an eine Atmosphäre des Geheimnisvollen aufzubauen. Man fragt sich von Beginn an, ob wirklich der Richtige im Gefängnis sitzt und wenn nicht, wer der Mörder von Elsie war?
Leider fehlen die konkreten Hinweise, um richtig miträtseln zu können. Man hat zwar einige Ansatzpunkte, jedoch verlieren sich die meisten und werden auch bis zum Schluss nur halbherzig und teilweise unlogisch aufgeklärt.

Das Buch ist zwar als Psychothriller gekennzeichnet, jedoch fehlt die Psychokomponente komplett. Es gibt zwar einige Ansatzpunkte. Ich hätte jedoch bei einer derartigen Einordnung mehr Nervenkitzel erwartet.
Das Ende ist dann zwar folgerichtig und man konnte es erahnen, jedoch ist es mir zu hektisch und halbherzig umgesetzt. Teilweise kann ich Entscheidungen nicht nachvollziehen, sodass für mich ein paar Fragezeichen übrig bleiben.

Dass der Leser durch ein offenes Ende noch die eigene Fantasie gebrauchen kann, finde ich wiederum sehr gut gelungen.

Fazit:
Für mich war es eine schnelle spannende Lektüre mit ein paar kleinen Fehlern, die mir jedoch beim Lesen Freude bereitet hat.
Wer einen Psychothriller mit großem Nervenkitzel erwartet, wird leider enttäuscht.

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  • Spannung
Veröffentlicht am 30.08.2021

Ein toller Auftakt einer neuen Trilogie

Das Kreuz des Pilgers
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„Das Kreuz des Pilgers“ ist der Auftakt einer neuen Trilogie aus der Feder von Petra Schier.

In diesem historischen Roman kehren Palmiro und Conlin, Freunde aus Kindertagen, im Jahre 1379 aus dem Heiligen ...

„Das Kreuz des Pilgers“ ist der Auftakt einer neuen Trilogie aus der Feder von Petra Schier.

In diesem historischen Roman kehren Palmiro und Conlin, Freunde aus Kindertagen, im Jahre 1379 aus dem Heiligen Land zurück nach Koblenz. Palmiro bringt dabei ein heiliges Kreuz mit zurück aus dem Heiligen Land.
Zurück in Koblenz warten auf Conlin reichlich Probleme, da sein Bruder Oswald die Ländereien der Familie heruntergewirtschaftet und Schulden angehäuft hat. Auf ihm lastet nun die gesamte Verantwortung für die Familie, obwohl diese Rolle ihm gar nicht gefällt.
Der Ehemann von Reinhild wird bei einem räuberischen Überfall auf der Rückreise nach Koblenz erschlagen. So muss sich auch Reinhild bei Rückkehr in ihre Heimatstadt eingestehen, dass sie für sich und ihren Sohn Hannes einen Ehemann braucht und wieder heiraten muss, doch dieser Gedanke macht ihr Angst.
Sie muss sich eingestehen, dass nur ein Mann für eine neue Verbindung in Frage kommt, doch ihr Vater wird diese Verbindung niemals gutheißen!
Auch Palmiro trägt sein eigenes Päckchen. Was verbirgt er für Geheimnisse?

Das Cover des Buches macht sofort deutlich, dass es sich um einen historischen Roman handelt. Sehr schön gestaltet sind hierbei die Schrift sowie die Umrahmung. Die abgebildeten Figuren wirken authentisch und auch das wunderschöne Kreuz, welches im Roman eine zentrale Rolle spielt, findet sich wieder.

Zu Beginn der Lektüre wird man zunächst mit einem sehr umfangreichen Personenverzeichnis konfrontiert, doch dieses ist beim Lesen gar nicht so schwer verständlich wie man zunächst vermuten könnte. Auch der Stadtplan von Koblenz ist sehr passend.

Petra Schier schafft es mit einer bildlichen fließenden Sprache und von Anfang an spannenden Entwicklung der Geschichte, den Leser in die Zeit des Mittelalters zu führen.

Die Protagonisten sind allesamt Figuren, mit denen man sich identifizieren kann. Die Charaktere sind gut herausgearbeitet; sie sind vielschichtig und nicht langweilig.
Besonders ins Auge gestochen ist mir dabei die Entwicklung von Conlin – ein Adelsmann, der mit seinem Leben zunächst nur schlecht zurechtkommt, jedoch mehr oder weniger die Verantwortung für Landgut und Familie aufgezwungen bekommt.
Auch Reinhild ist nicht nur das ruhige Edelfräulein, sondern mutig und wortgewandt.
In Palmiro steckt auch mehr Geheimnis, als man sich anfangs denkt.

Dass die Handlung mehrere Hauptcharaktere hat, macht es für den Leser interessant.
Die zahlreichen Nebenfiguren wie z.B. Minta, die Magd, bringen immer wieder Frohsinn in die Geschichte.

Die Reliquie des Kreuzes von Zachäus kommt wohl schon in einer Vorgänger-Trilogie von Petra Schier vor, die ich selber noch nicht gelesen habe. Dies tut der Lesefreude jedoch keinerlei Abbruch, da wichtige Punkte nochmal kurz erläutert werden und man so dem Geschehen und dem Hintergrund gut folgen kann.
Das leicht mystisch wirkende Symbol hat mir im Roman sehr gut gefallen.

Beim Lesen konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen, da ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Die Einteilung der Kapitel ist sehr sinnig.

Petra Schier greift in diesem Roman auch ein schwieriges Thema auf, dass zur damaligen Zeit sehr heikel war – Homosexualität. Es ist sehr spannend, dieser Thematik zu folgen und für mich war es das erste Mal, dass ich einer Hauptfigur begegnet bin, die diesen Lebensstil verkörpert hat.
In diesem Zusammenhang haben mir auch besonders gut die vielen Gedankengänge zu christlichen Werten und menschlich aufgestellten Regeln gefallen.

Fazit:
„Das Kreuz des Pilgers“ gehört auf jeden Fall für jeden Liebhaber historischer Romane ins Bücherregal.
Zu keiner Minute wurde mir das Lesen langweilig und ich bin jetzt schon gespannt auf die Fortsetzung, da natürlich viele Handlungsstränge noch offen bleiben.
Die Zwischenzeit werde ich mir mit weiterer Lektüre aus der Feder von Petra Schier versüßen, da mir diese Autorin mit diesem Werk erneut gezeigt hat, dass sich die historischen Romane von ihr besonders lohnen.

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Veröffentlicht am 12.08.2021

Eine Bücherei ist mehr als nur ein Haus voller Bücher

Die letzte Bibliothek der Welt
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„Die letzte Bibliothek der Welt“ ist ein Buch von Freya Sampson.
In dem Roman geht es um June, die als Bibliothekarin in einer kleinen Bibliothek im beschaulichen englischen Dörfchen Chalcot arbeitet. ...

„Die letzte Bibliothek der Welt“ ist ein Buch von Freya Sampson.
In dem Roman geht es um June, die als Bibliothekarin in einer kleinen Bibliothek im beschaulichen englischen Dörfchen Chalcot arbeitet. Hier trifft sie Tag für Tag dieselben Menschen, denen sie mit Rat und Tat zur Seite steht.
Eines Tages fasst die Kreisverwaltung jedoch die Schließung der Bibliothek ins Auge, sodass June gezwungen ist, aus ihrer Komfortzone herauszukommen und gemeinsam mit der Dorfgemeinschaft um die Rettung der Bibliothek zu kämpfen.
Alex, ein ehemaliger Schulkamerad, der nun Anwalt ist, unterstützt sie dabei, doch die Gefühle, die June für ihn entwickelt, verwirren sie nur noch mehr.
Das Cover des Buches mit seinem eindringlichen Orange, den gestapelten Büchern und den lesenden Menschen passt sehr gut zur Lektüre. Sogar die im Buch vorkommende Katze findet sich hier wieder.
June ist die Hauptperson des Romans.
Sie ist eine schüchterne, aufmerksame Person mit viel Fantasie. Sie liebt Bücher und unterstützt ihre Stammkundschaft – ob jung oder alt – nach Tatkräften bei all ihren Fragen. Doch wenn man hinter die Kulisse schaut, führt June ein trauriges Leben. Seit dem Tod ihrer Mutter vor 8 Jahren hat sie das kleine Dörfchen nicht verlassen und igelt sich einsam in ihrem Haus ein, welches sich auch nicht verändert hat.
Die Lebenssituation sowie der Charakter von June sind wunderbar dargestellt und lassen mitfühlen.
Auch die anderen Personen sind toll herausgearbeitet, vom 82-jährigen Stanley über die etwas kauzige Mrs B bis hin zum ganz jungen Jackson.
All diese Personen habe ich aufgrund der Schreibweise der Autorin ins Herz schließen können. Besonders gut fand ich hierbei, dass hinter jeder offensichtlichen Fassade eine Hintergrundgeschichte steckte, die man nicht auf den ersten Blick sehen konnte.
Der Schreibstil ist flüssig und von Beginn an einnehmend, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen kann.
Die Beschreibung der Bibliothek hat mich empfinden lassen, als ob ich selber Besucher derselbigen wäre und den Duft der Bücher einatmen würde.
Die Entwicklung der Geschichte nimmt mit der bevorstehenden Schließung gut an Fahrt auf. Man fiebert richtig mit, ob es den Dorfbewohnern gelingt, diesen Ort der Gemeinschaft zu retten.
Hier ist es der Autorin auch besonders gut gelungen, aufzuzeigen, dass eine Bibliothek für jeden Einzelnen so viel bedeutet und der gemeinsame Kampf um solche Institutionen gegen machtgeile Konzerne enorm wichtig ist.
Nur gemeinsam kann man sich Gehör verschaffen und so machen am Ende von Jung bis Alt alle mit im Kampf um die Bibliothek.
Was mir an diesem Buch jedoch auch besonders gut gefallen hat, ist, dass es nicht nur ausschließlich um die Schließung und den Kampf der Dorfbewohner ging, sondern auch ganz speziell die Entwicklung der Hauptperson June mitverfolgt werden konnte. Diese wurde vollkommen glaubwürdig vollzogen.

Fazit:
Der Autorin gelingt es mit Witz und Humor, aber auch sehr einfühlsam einen besonderen Wohlfühl-Roman zu schreiben, der mich berührt hat und dem ich eine klare Leseempfehlung erteile!

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