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Veröffentlicht am 14.02.2026

Ideen sind stärker als Erinnerungen!

Das unsichtbare Leben der Addie LaRue
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"Das unsichtbare Leben der Addie LaRue" von V.E. Schwab ist mein erstes Buch der Autorin.

Adeline LaRue soll im Jahre 1714 einen Mann heiraten, den sie nicht will. Sie kann sich ein Leben im kleinen Örtchen ...

"Das unsichtbare Leben der Addie LaRue" von V.E. Schwab ist mein erstes Buch der Autorin.

Adeline LaRue soll im Jahre 1714 einen Mann heiraten, den sie nicht will. Sie kann sich ein Leben im kleinen Örtchen Villon in Frankreich nicht für immer vorstellen und begeht einen großen Fehler - sie bittet die Götter um Hilfe. Jedoch ist die Nacht bereits hereingebrochen und die Hilfe, die ihr von einem Fremden angeboten wird, hat ihren Preis: Adeline lebt fortan in vollkommener Unabhängigkeit und Freiheit, aber kein Mensch kann sich an sie erinnern. Eine zugeschlagene Tür, eine Nacht und Adeline verschwindet aus den Köpfen der Menschen. So lebt Adeline 300 Jahre, hinterlässt ihre Spuren durch die Ideen, die sie in die Köpfe von Künstlern einpflanzt, kann jedoch nie wirklich ankommen oder sich ein Zuhause schaffen. Bis sie Henry begegnet - dem einzigen Mann, der sich an sie erinnern kann. Doch was ist besonders an Henry?

Die Grundidee des Romans finde ich sehr spannend. Was ist die Freiheit wert, wenn man dafür keine Freundschaften, Beziehungen und Liebe festhalten kann?
Es wird in zwei Zeitebenen erzählt - so begegnet man Adeline, genannt Addie, zunächst 1714 und es zeigt sich Stück für Stück, was damals passiert ist. Auch die folgenden Jahre und Begegnungen mit dem Fremden erfährt der Leser mit Blick auf die Vergangenheit.

Die zweite Zeitebene spielt 2014, als Addie Henry begegnet und endlich jemanden findet, bei dem sie sich fallen lassen kann.

Addie LaRue ist für mich eine sehr interessante Protagonistin - sie kämpft sich trotz ihres Schicksals durch die Jahrhunderte, lernt immer neue Dinge kennen, erkennt trotz der langen Zeit die Schönheit in der Welt und versucht, ihre Spuren zu hinterlassen - eine Möglichkeit, die der Fluch ihr eigentlich genommen hat.

Der schattenhafte Fremde, den Addie Luc nennt, ist ebenfalls ein spannender Charakter - ein Gott der Dunkelheit oder der Teufel höchstpersönlich? Seine Emotionen und Verhaltensweisen habe ich gern durch Addies Augen miterlebt.

Generell habe ich diesen Roman sehr gern gelesen. Er war eher ruhig, aber die Sprache in Bildern sehr poetisch. Mit Addie habe ich mich sehr wohl gefühlt.

An manchen Stellen hat sich die Geschichte etwas gezogen, aber im letzten Drittel hat der Spannungsbogen deutlich angezogen.
Das Ende hat mir richtig gut gefallen und passt perfekt zur Lebensgeschichte von Addie LaRue.

So kann ich diesen Roman wirklich an diejenigen weiterempfehlen, die eine magisch-poetische Geschichte lesen wollen und dabei auf sinnlosen Spice oder extreme Spannungsmomente verzichten können.

Von mir gibt es 4 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Berührender Roman über den Tierheimalltag

Die Stimme im Zwinger
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„Die Stimme im Zwinger“ ist ein Roman aus der Feder von Steffen Töllner.
Alex startet ihre Ausbildung zur Tierpflegerin in einem Tierheim, denn ihr größter Wunsch ist es, Tieren zu helfen. Als sie von ...

„Die Stimme im Zwinger“ ist ein Roman aus der Feder von Steffen Töllner.
Alex startet ihre Ausbildung zur Tierpflegerin in einem Tierheim, denn ihr größter Wunsch ist es, Tieren zu helfen. Als sie von Sam erfährt, einem Hund, der in ausgehungertem und traumatisiertem Zustand beschlagnahmt wurde und nur noch als Geist seiner selbst im Zwinger sitzt, ist für Alex klar, dass sie ihm helfen muss. Doch der Weg zur Besserung ist nicht einfach – Alex braucht Geduld, Vertrauen und Respekt. Entgegen aller Widerstände bleibt sie am Ball und trotz aller Rückschläge gibt sie nicht auf, auch wenn ihr Steine in den Weg gelegt werden.
Der vorliegende Roman hat mich bereits vom Prolog weg gepackt. Es wird eine fiktive Geschichte erzählt, die jedoch leider der Realität im Tierheimalltag sehr nahe kommt.
Dass der Autor selbst als Tierpfleger tätig ist und dies aus Leidenschaft, merkt man der Geschichte deutlich an.
Der Schreibstil nimmt einen gefangen. Er ist schnörkellos und zeigt authentisch den Alltag im Tierheim – die Sorgen, den Druck, die übermenschlichen Leistungen, die hier täglich vollbracht werden. Nicht nur die offensichtliche Tätigkeit mit und an den Tieren, sondern auch die stillen Arbeiten im Hintergrund wie Waschen, Säubern der Gehege oder auch das Bearbeiten von Rechnungen wird beleuchtet. Aber auch die schönen Momente des Erfolgs, für die die Tierpfleger mit ihrer ganzen Kraft sorgen.
Mich hat die Geschichte von Sam tief berührt und mich wieder einmal den Kopf über Menschen schütteln lassen, die ein Tier nur als Gegenstand betrachten, welches eigentlich gar nicht in ihr Leben passt und zurechtgestutzt werden müsste.
Den Satz „Ich mag Tiere mehr als Menschen“ habe ich selbst schon von einer Tierpflegerin gehört und nach der Lektüre dieses Romans kann man es noch einmal besser nachvollziehen.
Trotz all der Einblicke in den stressigen Alltag der Tierpfleger*innen ist dieser Roman eine sehr emotionale Geschichte, die mich tief bewegt und mein Herz erwärmt hat.
Von mir gibt es für diesen wichtigen Einblick und diese rührende Geschichte eine klare Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Emotionale Familienzusammenführung auf der Flower-Ranch

Morgensonnenglück
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Mit „Morgensonnenglück“ ist ein neuer Wohlfühlroman aus der Feder von Petra Schier im HarperCollins-Verlag erschienen.

Die junge Allgemeinärztin Holly kehrt auf Wunsch des kranken Großvaters zurück in ...

Mit „Morgensonnenglück“ ist ein neuer Wohlfühlroman aus der Feder von Petra Schier im HarperCollins-Verlag erschienen.

Die junge Allgemeinärztin Holly kehrt auf Wunsch des kranken Großvaters zurück in ihre alte Heimat.
Doch nicht nur sie wird zurück an den Familientisch gerufen, sondern auch ihre Zwillingsschwester Ivy sowie deren gemeinsame Mutter Violet, mit der sie seit ihrer Kindheit kaum Kontakt hatten.
Der Plan der Großeltern, das Familiengut an Tochter und Enkelinnen zu überschreiben und daraus etwas ganz Neues zu machen, trifft zunächst auf völlig verschiedene Leben. Können die drei Frauen sich wieder annähern und trotz aller Geheimnisse, die ans Licht dringen, ihre Gegensätze überwinden und gemeinsam an einem Strang ziehen, um das Gut vor dem Verkauf zu retten?

Schon das Cover des Romans ist wunderschön gestaltet. Es zeigt ein altes Gutshaus inmitten der erwachenden Natur im Frühling. Es hinterlässt direkt ein warmes Gefühl bei mir.

Der Schreibstil der Autorin ist wie gewohnt flüssig und leicht zu lesen. Durch die geschaffenen Bilder kann man sich das kleine Örtchen Lissenborn in der Eifel, das alte Gutshaus, aber auch die Protagonisten sehr gut vorstellen. Die wunderschöne Sprache hat mich tief in die Geschichte eintauchen lassen.

Holly und Ivy sind als Zwillingsschwestern bei ihren Großeltern aufgewachsen. Ihre Mutter hat sie mit 16 Jahren bekommen, ist später nach Amerika ausgewandert und hat sich nicht weiter um ihre Erziehung gekümmert. Die Gedanken und Gefühle der beiden Frauen gegenüber ihrer heimgekehrten Mutter sind greifbar und authentisch. Doch war damals wirklich alles so, wie es den beiden erzählt wurde?

Ich finde es richtig gut, dass nicht nur eine Seite hier beleuchtet wird, sondern mehrere Sichtweisen aufgezeigt werden – die von Holly und Ivy, aber auch von deren Mutter Violet und den Großeltern.

Es kommen Stück für Stück Geheimnisse ans Tageslicht, die den Familienbund ins Wanken bringen, doch das Schöne an den Romanen von Petra Schier ist, dass die Protagonisten versuchen eine Lösung zu finden und es meist in einem Happy End mündet. Dies ist auch in diesem Roman wieder der Fall und ich habe mich die ganze Zeit auf der Flower-Ranch wohl gefühlt, mitgelitten und mich mitgefreut.

Sehr schön empfand ich auch die Liebesgeschichte von Holly und Raik Brunner – der ehemalige Jugendschwarm, der nun der Anwalt der Familie ist. Die langsame Annäherung und das Entstehen von Gefühlen wurden sehr passend in die Geschichte eingebaut.
Die Nebencharaktere wie die taffe, herzliche Angestellte Ruth haben ebenfalls einen großen Anteil daran, dass man sich einfach wohlfühlt beim Lesen.

Der Roman ist somit eine richtige Wohlfühllektüre ohne groß ausschweifendes Drama, aber mit stillen emotionalen Tönen, die einen berühren. Insgesamt die perfekte Mischung aus Liebe, Freundschaft und Familienbund vor uriger Kulisse.

Das Ende lässt mich außerdem auf eine baldige Fortsetzung hoffen!

Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen!!!

  • Einzelne Kategorien
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Veröffentlicht am 25.01.2026

Brisanter Kriminalfall mit leider zähem Spannungsbogen

Waldmann
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„Waldmann – Flucht in den Tod“ ist der neue Kriminalroman von Thomas Ziebula.
Kommissar Johannes Waldmann befindet sich in einem psychischen Ausnahmezustand seit seine Frau Maria vor 7 Jahren auf einem ...

„Waldmann – Flucht in den Tod“ ist der neue Kriminalroman von Thomas Ziebula.
Kommissar Johannes Waldmann befindet sich in einem psychischen Ausnahmezustand seit seine Frau Maria vor 7 Jahren auf einem Basar in Lagos spurlos verschwunden ist. Nach vorübergehendem Aus kehrt er in den Polizeidienst zurück und wird leitender Ermittler in einem Mord- und Entführungsfall.
Die Ermittlungen bringen tiefgehende Verwicklungen im Bereich Menschenhandel, Ausbeutung und Zwangsprostitution ans Licht. Die Hintermänner sind schwerer zu fassen als gedacht und die Jagd auf die Verantwortlichen wird schnell zur tödlichen Gefahr.
Das Cover des Romans lässt eine düstere Geschichte vermuten und fällt mit seiner türkisen Schrift sofort ins Auge.
Der Schreibstil des Autors ist sehr angenehm zu lesen.
Die Geschichte springt zwischen den handelnden Personen hin und her. Dabei hatte ich öfters das Problem, direkt zu wissen, bei welcher Person ich mich mit dem Gelesenen befinde. Diese Verwirrung wurde im Laufe des Lesens jedoch immer besser.
Waldmann war mir sympathisch in seiner Menschlichkeit. Jedoch habe ich viele spontane und definitiv nicht rechtskonforme Handlungen als zu heftig empfunden, sodass er in meinen Augen kein Vorbild im Polizeidienst darstellt.
Die Journalistin Pia Luninger, die für ihre Titelstory Licht ins Dunkel bringen will, begibt sich in sehr große Gefahr und muss die Konsequenzen tragen.
Insgesamt konnte ich leider zu den handelnden Personen keinen tieferen Bezug herstellen. Ob das an den häufigen Perspektivwechseln oder am Schreibstil lag, kann ich dabei gar nicht genau beantworten.
Die Thematik rund um modernen Sklavenhandel und Zwangsprostitution war sehr gut umgesetzt und hat mich immer wieder entsetzt. Zumal es mit Sicherheit oft der Realität entspricht.
Allerdings gab es für mich in diesem Roman leider große Lücken in der Ermittlungsarbeit und der Spannungsbogen baute sich nur sehr zäh auf. Zwischenzeitlich zog sich das Lesen für mich leider auch in die Länge.
Die Lösung des Falls lag auch schon relativ zeitig auf der Hand und überraschende Wendungen blieben aus.
Was meinen Lesefluss leider auch massiv beeinträchtigt hat, waren gehäufte Rechtschreibfehler. Da sollte das Lektorat definitiv sauberer arbeiten.
Fazit:
Thomas Ziebula widmet sich in diesem Roman sehr schweren und bewegenden Themen – Kriegsflüchtlinge, deren Hoffnungen auf ein besseres Leben und sogar die große Liebe ausgenutzt werden, um sie in Zwangsprostitution und vollkommene Abhängigkeit zu drängen.
Insgesamt empfand ich diesen Roman als angenehm zu lesen. Aufgrund der genannten Punkte war es jedoch eine Lektüre, die mir wohl nicht länger im Gedächtnis bleiben wird. Von mir gibt es daher 3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 23.01.2026

Kleopatra - Herrscherin zwischen Liebe und Verrat

Kleopatra
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Kleopatra VII. – Herrscherin über Ägypten, Pharaonin, Ehefrau, Geliebte und Mutter. All das verbindet diese sagenumwobene Königin in sich, doch ich musste bei der Lektüre von „Kleopatra – Roman einer Königin“ ...

Kleopatra VII. – Herrscherin über Ägypten, Pharaonin, Ehefrau, Geliebte und Mutter. All das verbindet diese sagenumwobene Königin in sich, doch ich musste bei der Lektüre von „Kleopatra – Roman einer Königin“ von Saara El-Arifi feststellen, dass ich nicht wirklich viel über diese historische Persönlichkeit weiß.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm zu lesen. Kleopatra erzählt ihre Geschichte aus der Ich-Perspektive, sodass man als Leser*in nochmal einen ganz anderen Eindruck des damaligen Lebens und Geschehens, ihrer persönlichen Sicht auf die Ereignisse, ihrer Ängste und Empfindungen erhält.
Sehr gut gefallen haben mir die Zitate der Zeitzeugen/Gelehrten am Anfang eines jeden Teils und die Erläuterungen von Kleopatra selbst. Es verdeutlicht sehr anschaulich, dass die Überlieferungen immer so aussehen, wie sie die Sieger geschrieben haben oder in Kleopatras´ Fall die Männer um sie herum.
Kleopatra erzählt nicht nur aus ihrer Jugend und der Übernahme der Herrschaft, die eigentlich gar nicht für sie bestimmt war. Sie erzählt auch vom Glauben an die Götter und deren Gunst sowie von Liebe und Verrat.
So war dieses Buch eine perfekte Mischung und hat mich gut unterhalten.
Zwischenzeitlich empfand ich die Erzählung etwas langatmig und die Spannung war nicht immer gegeben.
Das Ende hat mich jedoch überrascht und mir im Kontext der damaligen Götterverehrung sehr gut gefallen.
Insgesamt gebe ich diesem Buch 4 von 5 Sternen, da ich die Geschichte von Kleopatra sehr gern gelesen habe und trotz dichterischer Freiheiten historische Überlieferungen perfekt in die Handlung eingebaut sind.

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