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Veröffentlicht am 22.09.2025

Schmerzhaftes Mitfühlen

Lost Girls − Breathing for the First Time
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Nikola Hotel gehört zu den deutschen Autoren, deren Bücher ich schon echt oft gesehen habe, aber ich habe mich angesichts des Überangebots noch nicht näher mit ihr beschäftigt. Jetzt kam mir der erste ...

Nikola Hotel gehört zu den deutschen Autoren, deren Bücher ich schon echt oft gesehen habe, aber ich habe mich angesichts des Überangebots noch nicht näher mit ihr beschäftigt. Jetzt kam mir der erste Band der neuen Reihe „Lost Girls“ als Hörbuch vor die Nase. Die ganze Farbgestaltung ist herrlich intensiv, sodass ich gleich angezogen war. Aber auch der Klappentext hat neugierig gemacht, sodass ich gleich an Antonia Wesseling denken musste, die ich ebenfalls dieses Jahr für mich entdeckt habe und die sich einer Liebesgeschichte auch nicht einfach nur gemütlich gewidmet hat, sondern mit einer Thematik, die richtig nachdenklich macht.

Wesseling hatte sich in „Loverboy“ mit der gleichnamigen Betrugsmasche beschäftigt, Hotel wiederum gibt hier sehr intensive Einblicke in eine Beziehung mit schlimmem häuslichem Missbrauch. Hier war eine Triggerwarnung wirklich extrem nötig, denn große Teile bilden diese Beziehung ab. Ich muss auch sagen, dass es durch das Hörbuch auch eine ganz andere Dynamik für mich hatte. Beim Lesen bin ich darauf angewiesen, was bei mir alles im Kopf ausgelöst wird, was konkrete Bilder verursacht, was einfach nur Gefühle erweckt etc. Aber beim Hörbuch kommt ein gewaltiger Unterschied hinzu, denn die Erzählstimmen können zusätzlich etwas verursachen. Hier haben wir mit Dagmar Bittner, die für uns zu Darcy wird und sie hat es eindeutig geschafft, dass ich wirklich oft sehr gelitten haben. Es gab wirklich bedrohliche Szenen, in denen regelrecht mein Stresspegel nach oben schoss. Dann wiederum gab es einfach Gedankenspiralen, die mir für Darcy so weh taten. Also wirklich, das Hörbuch hat für mich dieses Buch intensiver gemacht, ich kann mir aber umgekehrt vorstellen, wenn man sich angesichts der Thematik ohnehin schon unsicher ist, dass man lieber per Lesen reinschnuppert.

Wohl jeder hat in seinem Umfeld wohl schon mal eine Beziehung erlebt, die einen sofort an Toxik denken lassen. Es gibt da viele Stufen, es ist auch nicht immer einseitig, aber man merkt immer wieder, wie wenig Einfluss man von außen nehmen kann, weil da Prozesse ablaufen, in denen man nur abwarten kann, bis die betroffene Person hilfesuchend die Hand ausstreckt. Es ist ähnlich wie Suchtverhalten, aber dennoch anders, aber jedenfalls einfach ein Thema, was einen mitnimmt, unweigerlich. Dementsprechend erstmal Hut ab für die Autorin, die hier den Mut hat, häuslichen Missbrauch nicht nur als kleine Ausgangsgeschichte für eine zweite, gesunde Liebesgeschichte einzuweben, sondern sie im Grunde zum zentralen Thema macht. Ich fand die Figurengestaltung unglaublich intensiv. Selbst Jason als Antagonist war richtig, richtig stark gemacht, weil er mich echt das Schrecken gelehrt hat. Es war schon intensiv, seine ganzen Verhaltensweisen zu interpretieren und miteinander zu verbinden. Das Perfide seiner Taten, seine ganzen Methoden, alles extrem erschreckend. Dieses Buch hätte nicht funktioniert, wenn Jason als Antagonist nicht so stark gewesen wäre. Es ist gut, ihn richtig hassen zu können.

Darcy wiederum hat meine große Bewunderung bekommen. Es ist schwierig, so eine Figur zu gestalten. Denn auf der einen Seite ist klar, dass Szenen passieren werden, wo wenig Verständnis vorhanden sein wird. Aber gleichzeitig und damit auf der anderen Seite hatte sie mich schnell am Haken, weil sie so mutig ist. Es gab auch immer wieder Momente, in denen man gemerkt hat, wie sie in Muster fiel und auch das war überzeugend. Nachdem Darcy sich einmal für sich entschieden hat, gab es dennoch Rückfälle und das war so realistisch. Das echte Leben, aber auch genug ähnliche Geschichten aus Serien und Filmen zeigen, wie echt Hotel es hier gelungen ist, diese Beziehung zu gestalten. Und weil es echt ist, kommt es auch so krass intensiv an. Letztlich haben wir auch Hoffnungsschimmer in dieser Geschichte und das ist für mich vor allem Ellis als Gegengewicht zu Jason. Es war einfach so gut, dass er so anders war. Es war leicht, diese zwei Seiten zu sehen und so auch aufgezeigt bekommen, wie unterschiedlich man als Partner sein kann. Gleichzeitig fand ich es auch wichtig, dass Darcys spätere Freundschaften so viel Raum eingenommen haben. Blake werden wir in Band 2 ohnehin nochmal intensiver kennenlernen. Aber auch insgesamt fand ich es gut, dass Ellis nur eine Figur von mehreren ist und generell der Wert eines wichtigen sozialen Netzwerks um einen herum betont wurden. Ich kann hier wirklich an nichts meckern. Ich bin durchgerast mit Hören und war absolut mitgenommen, in jeder Sekunde.

Fazit: Nikola Hotel hat jetzt erst relativ spät eine Chance von mir erhalten, aber besser spät als nie, denn „Lost Girls – Breathing for the first Time“ war eine echte Entdeckung. Das Thema ist gewagt und wenn man einmal den Sprung ins kalte Wasser wagt, dann muss man es auch konsequent durchziehen und das hat Hotel für mich gemacht. Häusliche Gewalt ist hier der Hauptprotagonist und man muss das für sich natürlich abwägen, aber wenn man sich darauf einlässt, dann ist das ganze Thema extrem genial und intensiv aufgemacht. Hut ab vor dieser Leistung!

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Veröffentlicht am 18.09.2025

Atmosphärisch vielversprechend, inhaltlich vorhersehbar

Coram House
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Wir haben Herbst und dementsprechend greife ich jetzt langsam wieder mehr zu Thrillern und den Anfang macht „Coram House“ von Bailey Seybolt, was mit dem Cover für mich sofort eine Atmosphäre erzeugt hat. ...

Wir haben Herbst und dementsprechend greife ich jetzt langsam wieder mehr zu Thrillern und den Anfang macht „Coram House“ von Bailey Seybolt, was mit dem Cover für mich sofort eine Atmosphäre erzeugt hat. Ich habe es als Hörbuch gehabt und mit Wolfgang Berger und Heidi Jürgens hatte ich zwei Sprecher, die ich noch nicht hatte. Sie passten für mich aber beide gut. Berger hat die Befragungen gesprochen, was für mich diese Passagen alleine stimmlich gut abgegrenzt. Jürgens wiederum ist zu Alex Kelley geworden, die damit die durchgängigste Begleitung gewesen ist. Sie ist schnell zu dieser Figur geworden.

Ich muss sagen, dass ich die grundsätzliche Erzählart sehr gut fand. Der Prolog macht zunächst Lust, weil wir Einblicke in das Leben der Waisenkinder bei denn Nonnen bekommen und es entsteht gleich so ein Unbehagen, wie schlimm das für sie alle gewesen sein muss. Danach haben wir das erste Mal die Befragungen, die im Verlauf immer mal wieder auftauchen. Sie unterstützen im Weiteren die Schrecken, die die Kinder erlebt haben. Auch wenn ich fand, dass sie weniger zur Lösungssuche beigetragen haben, aber gerade angesichts der ganzen Enthüllungen in den letzten Jahren zum Missbrauch in der Kirche hatte ich auch den Eindruck, dass es der Autorin ein Bedürfnis war, auf so ein dunkles Kapitel einen besonderen Blick zu werfen. Auch wenn es fiktionalisierte Berichte sind, aber es hat definitiv ein Schaudern ausgelöst, das zur Grundstimmung des Buchs entscheidend beigetragen hat.

Ansonsten begleiten wir Alex bei ihren Ermittlungen zu Coram House und speziell, wer Tommy ist und was ihm passiert ist. Parallel startet dann wie vom Klappentext schon angedeutet eine Mordserie, sodass es nicht nur um Schrecken der Vergangenheit geht, sondern um eine akute Gefahr. Das war auf jeden Fall clever, um auch in der Gegenwart Richtung Spannung aufzubauen. Was ich persönlich sehr schwierig fand, das war die Darstellung von Alex. Sie hat einen schweren Schicksalsschlag hinter sich und wir erfahren, dass ihr bei ihrem letzten Buch gewaltige Recherchefehler unterlaufen sind, weswegen sie umso verbissener ist, ihren Ruf zu rehabilitieren. Diese fast schon Besessenheit hat nicht unbedingt geholfen, Alex als Sympathieträgerin zu sehen. Es gab einige Stellen, in denen sie regelrecht von Wut überkommen war. Ich fand es seltsam, wie explizit das teilweise formuliert worden ist. Auch wenn sie mehrfach bewusst im Dunkeln gehalten wurde, was mich auch aufgeregt hätte, aber ihre Reaktionen waren sehr extrem. Ich habe Alex damit nie als hilflos wahrgenommen, aber sie hat sich gerne parallel so inszeniert. Da ich von der Motivik her gut verstehen konnte, warum sie Antworten finden will und dass sie auch den Unterdrückten eine Stimme geben wollte, aber die Art war wirklich etwas schwierig.

Ein zweiter Block, den ich etwas kritisch sehe, das ist die Vorhersehbarkeit. Das ist bei Thrillern im Grunde DAS Argument, was über die Qualität entscheidet. Auch wenn mir bewusst ist, dass Vorhersehbarkeit teilweise auch subjektiv ist, weil der eine die Puzzleteile zusammensetzt, der andere nicht, so glaube ich schon, dass hier die Hinweise zu offensichtlich waren. Es war eine konkrete Stelle, auf die Alex überhaupt nicht reagiert hat, als wäre das nicht eine interessante Info und zum anderen die Inszenierung der Figuren um sie herum. Das zusammengenommen hat mir etwas die Spannung genommen, auch weil ich gemerkt habe, wie die Autorin vorher noch Störfeuer legen wollte.

Fazit: Grundsätzlich finde ich die Themenwahl von „Coram House“ sehr interessant und die Atmosphäre wurde von Anfang an gut gefüttert. Für mich war es unter dem Strich aber nur ein durchschnittlicher Thriller, denn Alex war charakterlich etwa seltsam als Leitstern durchs Geschehen. Gleichzeitig war mir die Auflösung zu offensichtlich.

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Veröffentlicht am 16.09.2025

Pferde und Baustellen

Goldcrest Manor - Velvet Meadows
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Yvy Kazi habe ich bislang durch all ihre Reihen begleitet, wobei ich mich bei Magic und Moonlight irgendwann entschieden habe, diese abzubrechen, aber das hatte überhaupt nichts mit den Fähigkeiten als ...

Yvy Kazi habe ich bislang durch all ihre Reihen begleitet, wobei ich mich bei Magic und Moonlight irgendwann entschieden habe, diese abzubrechen, aber das hatte überhaupt nichts mit den Fähigkeiten als Autorin zu tun. Vielmehr war für mich die Thematik irgendwann nicht mehr richtig. Ich mag Magie, aber vielleicht gibt es einfach Phasen, in denen das besser passt. Als nun aber die Goldcrest Manor-Reihe angekündigt wurde, war ich sofort wieder hellwach.

Auch wenn ich nie eine Pferdenärrin durch und durch war, aber die edlen Tiere haben mich immer sehr fasziniert und die Wendy gehörte zu meiner Jugend dazu. Wenn ich gezockt habe, dann auch gerne Spiele, bei denen ich Pferde pflegen durfte. Dementsprechend ist da schon ein Faden zu erkennen, selbst wenn ich in echt lieber aus der Ferne zuschaue, als selbst auf den Rücken eines Pferdes zu steigen. Angesichts dieser Einleitung ist aber wohl deutlich geworden, dass ich es schon klasse fand, dass Kazi eine Pferdezucht mitsamt Polo-Spiel als Zentrum ihrer Handlung eingebaut hat. Ich muss auch sagen, dass die Thematik, wie alles dargestellt wurde, wie die Bedeutung von Pferden eingebettet wurde, wie dann auch das Polo-Spiel einen größeren Abschnitt bekommt, das ist für mich die große Stärke von „Velvet Meadows“. Sowas habe ich einfach ewig schon nicht mehr gelesen bzw. auch noch gar nicht, dementsprechend wirkte für mich dieser Aspekt frisch und anziehend.

Tropes sind in der Buchcommunity ein riesiges Thema. Sie werden offensiv beworben und dementsprechend sprechen auch so alle über Bücher, sodass das auch bei mir immer mehr übergegangen ist. Hier haben wir natürlich zentral Second Chance und es gibt viele, für die das zu den wenigsten beliebtesten Tropes gehört. Bei mir ist das nicht festgefahren, weil es bei mir immer auf die Machart ankommt. Leider muss ich sagen, Kazi hat mich hier mit ihrer zweiten Chance zwischen Kenzie und Julian nicht 100% gepackt bekommen. Zunächst würde ich vielleicht die Entscheidung für die Perspektiven am Anfang verantwortlich machen. Wir haben einen Prolog aus Julians Sicht, als die beiden 16 sind. Es hilft zunächst zu sehen, wie sehr er für sie schwärmt. Danach haben wir aber einen Cut und erstmal nur Kapitel aus Kenzies Sicht bekommen. Es hat geholfen, um Ereignisse aus den vergangenen Jahren zusammen zu bekommen, zudem ihr Leben und ihre Gefühle im Jetzt zu verstehen. Aber so geht es erstmal schleppend los und dann erleben wir Julian und es war sehr unangenehm.

Danach gibt es wieder einen Cut und alles, was zwischen dem Pärchen vorgefallen ist, wird ruckzuck abgebaut und wir sind wieder mittendrin. Auch wenn ich nach hinten heraus sagen kann, dass ich Kenzie und Julian irgendwann zusammen mochte, aber die Beobachtung ist stellvertretend für einige Baustellen. Denn ich hatte den Eindruck, dass Kazi sehr oft Konflikte simpel aufgelöst hat. Umgekehrt sind auch nicht alle Beziehungen in dem Buch für mich ausreichend aufgebaut worden. Ich fand es schwierig, Kenzie mit ihrer Mutter zu begreifen. Da ist Fürsorge, aber da war auch stets eine Distanz. Die ganze Darstellung der Mutter wirkte, als müsste sie mit der Zucht sich eigentlich von Anfang an schon längst überworfen haben. Das ist auch schade, weil wir von dem Vater erst gar nicht anfangen müssen, eine zutiefst suspekte Rolle, die zwar vielleicht nochmal in der Reihe auftauchen wird, die mich aber echt wütend gemacht hat. Aber auch Kenzie selbst war für mich nicht einfach. Es gab in dem Buch einige Szenen, die einfach seltsam wirkten. Ich kann das nicht mal richtig mit etwas Bestimmtem erklären. Aber gewisse Dialoge wirkten gezwungen und wenn Kenzie anschließend ihre Gedanken rekapituliert hat, da kam sie zu so vielen Wendungen, das war anstrengend.

Das Buch wirkt keinesfalls durchweg oberflächlich und es wirkt auch nicht inhaltsleer, weil unfassbar viel passiert. Aber vielleicht wäre eine andere Mischung besser gewesen. Etwas weniger Inhalt, dafür mehr Figuren- und Beziehungsarbeit. Umgekehrt will ich loben, dass zum Ende hin keine Dramatik für die Paarung erzwungen wurde. Stattdessen hatten wir Themenfelder, die gut ineinandergegriffen. Insgesamt kam viel geschickt zusammen und macht dann auch schon Lust auf die Folgebände. Zudem bleibe ich unter dem Strich auch dabei, dass Kazi sich für ein Setting entschieden hat, was sie konsequent bedient und was auch bei den anderen Bänden von Bedeutung sein wird. Das ist klasse, weil andere Autoren das schon mal aus den Augen verlieren. Einen Punkt will ich zuletzt noch aufgreifen. Kazi hat selbst eine chronische Erkrankung und wollte daher mit Kenzie dies aufgreifen. Grundsätzlich super, aber ich hätte mir die Epilepsie noch etwas besser eingebunden vorstellen können. Das wäre dann auch sehr echte Dramatik gewesen.

Fazit: Es ist extrem schwer, „Velvet Meadows“ als Auftakt der Goldcrest Manor-Reihe zu bewerten. Denn die Thematik und das Potenzial für die gesamte Reihe macht mich glücklich. Aber der erste Band für sich hatte auch viele Schwächen für mich. Die lagen vor allem in den Charakteren, wie Beziehungen aufgebaut wurden und wie gewisse Dialogen abliefen. Dementsprechend war der Leseprozess für mich nicht völlig geschmeidig, aber es war auch nicht so negativ, dass ich an ein Abbrechen der Reihe denken würde. Nein, wie auch die Betaleserinnen will ich Maeve und Archie ganz dringend zusammen erleben.

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Veröffentlicht am 09.09.2025

Bonus mit Logan Buckley

Gentle Heart
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Die Ankündigung von „Gentle Heart“ von Mona Kasten hat mich ein wenig an Laura Kneidl erinnert. Die „Berühre mich nicht“-Reihe wirkte abgeschlossen, ehe April und Gavin dann doch nach all den Jahren noch ...

Die Ankündigung von „Gentle Heart“ von Mona Kasten hat mich ein wenig an Laura Kneidl erinnert. Die „Berühre mich nicht“-Reihe wirkte abgeschlossen, ehe April und Gavin dann doch nach all den Jahren noch ihr Happy End bekommen haben. Auch bei Kasten wirkte es nach Rosie und Adam abgeschlossen, aber Scarlet Luck hat natürlich noch genug Charaktere, um auch deren Geschichten zu erzählen. Dementsprechend war es schon eine echte Überraschung, dass wir noch einmal zurückgehen und Ashley und Logan begleiten.

Die Geschichte von Ashley und Logan läuft in Stellen parallel zu den ersten beiden Bänden, wir kennen also Schnipsel. Gerade das hat natürlich dann neugierig gemacht und dementsprechend wollte ich es mir trotz der Wartezeit jetzt nicht entgehen lassen. Ich gebe zu, dass es anfangs etwas komplex war. Ich musste in der Band für mich einige etwas sortieren, aber spätestens durch die kleinen Momente von Rosie und Adam, die wir schon kennen, war ich überrascht, wie viel wieder zu mir zurückgekommen ist. Von Lyx lese ich normalerweise immer die Bücher, die mich interessieren, aber da Hörbücher bei mir anteilig immer mehr werden, war „Gentle Heart“ jetzt mein erster Ausflug bei Lyx Audio. Yesim Meisheit und Nicolás Artajo waren für mich sehr schöne Stimmen für die beiden Figuren. Gerade bei Artajo musste ich an die alten „Bianca – Wege zum Glück“-Zeiten denken, meine erste Telenovela, die ich leidenschaftlich verfolgt habe. Und Artajo hatte da schon immer etwas sehr Sanftes, was ihn für Hörbücher echt prädestiniert. Gerade zu Logan passte er dann auch echt hervorragend, weil der Gitarrist einfach eine sehr, sehr liebe Seele ist.

Logan Buckley kennen wir durch die Reihe schon etwas mehr als Ashley, die als Solokünstlerin zwar auch ihre Auftritte hatte, aber sie war doch isoliert, während wir Bandmomente genug bekommen haben. Und auch wenn es also bei ihm mehr war, war ich doch positiv überrascht, wie viel Neues wir zu ihm bekommen hat. Aber auch bei dem schon bekannten Zocken auf Veranstaltungen war es extrem interessant, seine Gedanken dahinter zu verstehen und ihn so einfach besser kennenzulernen. Er wirkt immer vertieft in etwas, aber er ist so aufmerksam, hat eine enorme Menschenkenntnis und eine Art, alles automatisch zu beruhigen. Ashley ist dagegen einfach etwas aufgekratzter, aber keinesfalls abgedreht, dafür ist sie durch das Leben und ihren Ex Ben schon zu sehr gezeichnet. Dennoch sind die Unterschiede offensichtlich da. Es ist dann interessant, wie sie sich näher kennenlernen und wie sich alles entwickelt. Es ist keine Liebesgeschichte, die uns in wenigen Wochen etwas erzählt, nein, es gibt schon größere Zeitsprünge, die bei Parallelen zu den ersten beiden Bänden helfen sollen, die aber auch unterstreichen, dass es lange Zeit auf die Ferne ein Kennenlernen ist, wie bei Rosie und Adam schon. Das ist für Liebesgeschichten selten förderlich, aber es ist angesichts ihrer Jobs einfach logisch und konsequent.

Ich mochte die Chemie zwischen den Figuren sehr. Logan hat mit seiner ganzen Art ohnehin alles besser gemacht und ich habe in der Hauptsache ihm alles Gute gewünscht. Aber Ashley ist als Figur auch sehr würdig, dass man die beiden gerne zusammen sieht. Vor allem im letzten Viertel ist sie für mich sehr selbstlos und richtig menschlich, sodass ich da spätestens am Haken war, dass es zwischen ihnen einfach märchenhaft ist. Auf der inhaltlichen Ebene und bei der Wahl gewisser Schwerpunkte, da war ich wiederum nicht völlig mitgerissen. Durch das Hörbuch bin ich wunderbar durch alles geglitten, aber dennoch habe ich mir anschließend meine Gedanken gemacht, wo ich gerne noch mehr gehabt hätte. Gerade weil beide Musiker sind, hätte ich mir genau dieses Arbeitsfeld intensiver beleuchtet gewünscht. Bei dem anderen Paar war nur Adam der Musiker, aber hier haben wir beide und das hätte eine wunderbare Ebene der Kommunikation sein können. Aber bis auf Preisverleihungen und gewisse Auftrittssequenzen war das einfach etwas wenig. Auch weil Ashleys Album als sehr verletzlich bezeichnet wurde, wären daraus Texte sehr interessant gewesen. Zumal ich im Verhältnis auch fand, dass sie und ihr soziales Umfeld deutlich geringer beleuchtet wurden. Umgekehrt fand ich aber die ganzen Enthüllungen zu Logan sehr, sehr gut. Das waren interessante Themen und auch welche, die man selten erlebt. Dementsprechend war es auch auf der Ebene sehr lesenswert.

Fazit: Es ist wirklich schön, dass wir von Mona Kasten aus der Welt von Scarlet Luck nochmal Nachschub bekommen haben. „Gentle Heart“ ist für diese konkrete Geschichte eine tolle Titelwahl, denn ich mochte beide Charaktere sehr, aber Logan Buckley ist echt eine Liga für sich. Ich mochte die Chemie und ich mochte vor allem auch das Paar und die verschiedenen Stationen ihrer gemeinsamen Geschichte. Dennoch gab es Teile, die ich mir mehr ausgearbeitet gewünscht hätte. Aber mehr von etwas zu wollen, ist auch auf eine Art ein Kompliment.

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Veröffentlicht am 08.09.2025

Isoliert auf der Insel und dadurch intensiv

Lessons in Falling
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Es gibt manche Reihen im New Adult-Genre, die ziehen sich etwas, entweder gefühlt oder rein faktisch von den Veröffentlichungsdaten her. Dann gibt es aber auch die Reihen, die sind so schnell vorbei, dass ...

Es gibt manche Reihen im New Adult-Genre, die ziehen sich etwas, entweder gefühlt oder rein faktisch von den Veröffentlichungsdaten her. Dann gibt es aber auch die Reihen, die sind so schnell vorbei, dass man nur kurz blinzeln konnte. Da gehört für mich die College-Reihe von Selina Mae zu, die mit „Lessons in Falling“ ihren Abschluss findet.

Caden und Valentina habe ich beide in den beiden Bänden zuvor als nicht so dominant empfunden, dementsprechend muss ich sagen, dass sich dieser finale Band wie ein Standalone-Roman anfühlte. Das wurde auch nochmal dadurch verstärkt, dass wir nicht an der Hall Beck-Universität sind (schon mutig, vor allem wenn der Untertitel so klar Bezug darauf nimmt), sondern im Sommerurlaub auf einer Insel. Auch wenn Caden und Valentina nicht die einzigen sind, die wir haben, aber es wirkt deutlich isolierter, auch wegen des zeitlichen Faktors, weil wir nur die wenigen Monate haben. Schlecht fand ich das keinesfalls, denn da ich es jetzt am Ende des Sommers gelesen habe, konnte ich die Stimmung davon gut aufsaugen. Zudem ist so eine abgeschiedene Erzählung automatisch intensiv, denn ich muss sagen, dass an Charakterarbeit sehr viel für beide getan wurde und es gab auch viele intensive Gespräche. Aber es hat natürlich auch automatisch eine Hypothek dabei, denn in so einem klar begrenzten Setting kann man sich nicht so sehr ausprobieren oder auf andere Figuren entfalten. Caden und Valentina sind in diesem Sommer völlig abgeschieden von weiteren Freunden und Familie. Dabei gab es Themen, die sie sehr betrifft und da hätte ich mir etwas mehr Verbindungen gewünscht, die man auch sieht. Aber das sind einfach gewisse Konsequenzen, wenn man sich für eine Erzählart entscheidet. Mae hat immerhin am Ende auch einen Zeitsprung, der fängt etwas auf.

Ich habe im Grunde alle drei Bücher von Selina Mae gerne gelesen, aber sie hat auch etwas, womit sie mich immer irritiert. Während ihr beispielsweise die Chemie zwischen Caden und Valentina großartig gelungen ist (damit wohl meine Lieblinge), so finde ich gewisse inhaltliche Rahmen etwas seltsam und da gehört vor allem der Grund dazu, warum die beiden aus sich ein Geheimnis machen. Das Leben bietet so viele Hürden und Stolperfallen, größere und kleinere und da finde ich es für eine Autorin schade, wenn man die eigene Idee auf einer solchen Banalität aufbaut. Zumal es am Ende auch innerhalb der Handlung ad absurdum geführt wird. Insgesamt fand ich die Idee einfach nicht natürlich, sondern total übertrieben und das hat einen Teil der Stimmung gekippt. Ansonsten fand ich aber, dass es sehr konsequent dargestellt war, wer die beiden als Menschen sind. Beide sind im Grunde Kümmerer, die sich an Versprechen gebunden sehen, die Verantwortung übernehmen, aber dabei ein Teil von sich selbst hinter dem Berg halten. Es war auch einfach schön, dass sie ehrlich miteinander reden konnten. Natürlich gab es auch Missverständnisse, das gehört wohl einfach dazu, aber beide haben früh Verletzlichkeit miteinander geteilt.

Die Freundesclique ist auch eine gute Idee gewesen. Zwar wäre es sicherlich möglich gewesen, mehr Freundschaftsmomente zwischen die Paarung zu erzählen, aber ich habe die entsprechende Stimmung dennoch aufnehmen können. Es hatte etwas sehr Heimisches, Familiäres. Insgesamt ließ es sich wirklich gut weglesen.

Fazit: Angesichts des Marketings für die Reihe ist dieser isolierte Auslug auf die Insel sicherlich mutig, aber mir hat es gefallen, weil es so noch perfekt in die Jahreszeit passte. Die Liebesgeschichte zwischen Valentina und Caden war prickelnd und anziehend gestaltet, aber die Ausgestaltung des Dramas war doch sehr übertrieben. Insgesamt aber eine Reihe, die mir gefallen hat. Ich bin gespannt, was Selina Mae nun als nächstes macht.

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