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Veröffentlicht am 10.06.2025

Mutig, Mutig

Beyond Shattered Moons
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Als ich meine Rezension zum ersten Band, „Beneath Broken Skies“, von Anna Savas nochmal gelesen habe, musste ich doch sehr grinsen. Hätte ich nur mal in die Zukunft blicken können! Ein Kritikpunkt war ...

Als ich meine Rezension zum ersten Band, „Beneath Broken Skies“, von Anna Savas nochmal gelesen habe, musste ich doch sehr grinsen. Hätte ich nur mal in die Zukunft blicken können! Ein Kritikpunkt war dort nämlich gewesen, dass eine Dilogie mir nicht clever erschien, weil es die Handlung zu sehr gezogen hat und man alles in einem einzigen Buch hätte zusammenbringen können. Nein, da hat Savas uns echt reingelegt.

Diese Rezension ohne Spoiler zu verfassen, ist absolut unmöglich, aber ich vermute ohnehin, dass der große Twist von „Beyond Shattered Moons“ ohnehin überall schon die Runde gemacht hat. Ich muss da echt den Hut vor der Autorin ziehen, denn es ist extrem mutig, welche Entscheidung sie getroffen hat. Ich musste ein wenig an Emma Scott und die „All In“-Dilogie denken, die ähnlich, aber doch anders funktioniert hat. Natürlich war bei Savas nach dem ersten Band noch nichts vorbei, weil es gab ja noch die eigentliche Liebesgeschichte zu erzählen. Ich hatte mich im ersten Buch schon öfters gefragt, warum Adam so völlig abwesend ist, obwohl man merkt, welche Bedeutung er sowohl für Madelyn als auch Wes hat. Mit dem späten Auftritt und dem Cliffhanger habe ich mir schon gedacht, dass das im zweiten Band alles aufgeholt wird, aber dass Adam der eigentliche Held der Liebesgeschichte wird, das kam unerwartet, extrem unerwartet und das hatte definitiv einen gewissen Kick. Ich mag es, wenn ich so überrascht werden kann.

Aber wie fand ich es inhaltlich? Ich habe nichts gegen Liebesgeschichte, bei denen sich Gegensätze anziehen und da war bei Madelyn und Wes eindeutig der Fall. Dementsprechend habe ich diese Erzählung der beiden nicht als Handbremse empfunden, sondern Gefühle pur. Ich mochte sie als Paar. Nun völlig umdenken zu müssen, das war erstmal eine Herausforderung, aber es ist für mich schon gelungen. Zumal wir sehr unterschiedliche Geschichten erzählt bekommen, weil Wes und Adam unterschiedlich sind. Beide haben Madelyn in meinen Augen sehr gut getan, nur sehr verschieden. Und dann entscheidet irgendwann das Herz. Ich fand etwas schade, dass es für diesen Twist in die typische Trickkiste der Dramaunterhaltung gegriffen werden musste. Ich hätte die Geschichte gerne sich entfaltet gesehen, ohne dass Wes aus Gründen abgeschoben wird. Denn auch wenn New Adult die romantischen Geschichten erzählt, die Seelenverwandtschaft und ‚für immer‘ versprechen, aber das Leben kann jedem Menschen mehrere Liebesgeschichten gewähren, die auch beide ihre besonderen Momente haben. Siehe wieder Emma Scott, die uns etwas ganz Ähnliches verständlich gemacht hat. Dementsprechend würde ich die Geschichte niemals inhaltlich kritisieren. Denn so Geschichten schreibt das Leben und ich hatte bei Adam und Madelyn nie ein ungutes Gefühl. Natürlich darf jeder seine Liebespaarung haben, die ihm besser gefällt, aber ich finde es am Ende entscheidend, dass wir Madelyn ohne Frage in sehr guten Händen wissen können.

Es war für mich auch sehr spannend, Adam nun endlich kennenzulernen. Er hat es natürlich schwerer als Wes, weil er mehr in sich gekehrt ist, aber er hatte so viele Seiten, die ich schnell lieb gewonnen habe. Er ist der Grübler, der Zerdenker, aber was immer offensichtlich ist, das ist seine tiefe Liebe für Madelyn. Die beiden sind sich angemessen wieder nähergekommen. Es war genauso interessant herauszufinden, was die Familie einst hat zerfallen lassen. So haben sich viele Puzzleteile zusammengesetzt. Auch wenn in dieser Familie eindeutig gerne überreagiert wird, aber letztlich war auch die Annäherung von Adam an seine Eltern gut und mitreißend zu verfolgen. Umgekehrt haben wir Madelyn, deren Freundschaft zu Blair weiterwächst, während sie auch mit ihrem Großvater einiges zu durchstehen hat. Ich fand es immer wieder gut, dass es nicht nur um das Paar ging, sondern dass auch die Beziehungen drum herum entwickelt wurden.

Was ich noch als Kritikpunkt nennen würde, das wären zwei Sachen. Eins, das ist mir bei Savas schon öfters aufgefallen. Die expliziten Szenen kommen bei ihr öfters aus dem Nichts und auch an Punkten, wo ich es zu verfrüht empfinde und wo es offensichtlich nur dazu da ist, etwas aufzurühren und ich persönlich bin da einfach kein Fan von. Ich will mehr die emotionale Bedeutung als die Konsequenzen ins Zentrum zu stellen. Der zweite Punkt wäre, dass ich im ersten Band noch gelobt habe, wie viel der Verlag und die ganze Welt eine Rolle spielen. Nun haben wir mit Madelyn und Adam zwei Figuren, die in der Bücherwelt aufgehen und das Berufliche spielte aber eine deutlich kleinere Rolle. Das fand ich etwas schade. Gleichzeitig gab es mit dem Ball am Ende natürlich echt was zu feiern und das war auch ein gelungener, würdiger Abschluss. Band 3 wurde inzwischen angekündigt und ich muss sagen, ich bin sehr gespannt, auch weil es thematisch doch in der Welt verharren wird. Wie wohl alles ausgeht?

Fazit: „Beyond Shattered Moons“ ist ein sehr mutiger zweiter Band, für den ich Anna Savas zunächst alleine als Entscheidung applaudiere. Aber auch inhaltlich wurde ich abgeholt. Ja, ich habe Kritikpunkte, aber die Liebesgeschichte selbst hat funktioniert und die Botschaft dahinter kam an. Vielleicht mag es nach so eine Intention Fraktionen geben, aber ich denke, dass man Fan von beiden Büchern sein kann und das muss sich nicht ausschließen. Das ist auch ein Gewinn!

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Veröffentlicht am 03.06.2025

Unterhaltsame Scharade

The Paradise Problem – Wenn das Herz den perfekten Plan durchkreuzt
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Christina Lauren gehört für mich zu den Autoren, von denen ich mal gut etwas lesen kann, aber ich muss auch nicht alles gelesen haben, zumal das Autorinnenduo, das sich hinter dem Pseudonym verbirgt, ohnehin ...

Christina Lauren gehört für mich zu den Autoren, von denen ich mal gut etwas lesen kann, aber ich muss auch nicht alles gelesen haben, zumal das Autorinnenduo, das sich hinter dem Pseudonym verbirgt, ohnehin oft Standalones schreibt, was es noch einfacher bei dieser Praktik macht. Auf „The Paradise Problem“ hatte ich jetzt einfach Lust, weil es nach einer passenden Sommerlektüre klang.

Ich habe „The Paradise Problem“ als Hörbuch gehabt. Da kann ich gleich gestehen, dass ich Sandra Voss für die Protagonistin Anna sehr passend fand. Aber umgekehrt war es manches Mal etwas irritierend, Anna dann aus Liams Sicht zu erleben, der von Jesse Grimm gesprochen wird. Dafür muss ich wohl etwas weiter ausholen. Denn der Anfang des Buchs setzt sehr auf extreme Gegensätze zwischen dem Paar. Liam hat alles im Griff, er ist wortgewandt, er weiß, was er will, er ist erfolgreich, er wirkt wie aus einem Bilderbuch. Anna dagegen lebt eher in den Tag hinein, sie ist impulsiv, sie lässt es auch gerne mal extrem entspannt angehen. Sie hat auch Ziele, aber sie sucht dennoch immer erst den Spaß statt den Ernst im Leben. Voss hat das für mich grandios eingefangen, weil sie ihren Kapiteln immer dieses Lässige mitgegeben hat. Aus Liams Sicht wirkte sie aber oft anders, da hat sie diese Seiten manchmal etwas verloren und wirkte eher seriöser. Aber vielleicht unterstreicht es letztlich auch, dass die Perspektive auf sich selbst nicht mit denen von anderen übereinstimmen kann und muss. Auch wenn ich manchmal also dachte, ist Anna echt Anna, aber die Stimmen waren toll und gerade weil „The Paradise Problem“ so viele humorvolle Seiten hat, kam das durch das Erzählen noch zusätzlich rüber.

Die Unterschiede beim Paar hatten wir schon. Davon lebt die Erzählung natürlich enorm. Der Ausgangspunkt ist auch lustig und hat mich sehr an „Purple Clouds“ von Mounia Jayawanth erinnert. Liam und Anna sind nämlich verheiratet, weil es damals für beide ein passendes Arrangement war. Doch wirklich passiert ist zwischen ihnen nichts. Sie waren Mitbewohner, die aber völlig aneinander vorbeigelebt haben. Es war nach dem Anfangskapitel, wo Liam ‚West‘ auszieht, etwas seltsam, als es wieder eine Rolle rückwärts gab, denn der Auszug war extrem emotionslos. Aber gleichzeitig verstärkt das auch den Reiz, als die beiden sich dann tatsächlich wirklich kennenlernen müssen. Es war keine Liebe auf den ersten Blick zwischen ihnen, aber Liebe auf den zweiten Blick muss keinesfalls schlechter sein und das hat für mich die Geschichte gut bewiesen. Ich finde auch, dass das ganze Setting der exquisiten Hochzeit, zu der sie gemeinsam reisen, und was sich dann über Liams verrückte abgehobene Familie ergibt, echt genial war. Ich konnte es mir auch sofort als Verfilmung vorstellen, weil da so viele Elemente waren, die für mich zum Hören funktioniert haben, die aber vor allem verfilmt richtig Freude bereiten können. Das war für mich auch das Positivste am Buch, durch den Humor und die stetigen Handlungshöhepunkte gab es ständige Unterhaltung. Ich bin regelrecht hindurchgeflogen.

Das Schöne ist auch, dass die Unterschiede zwischen Anna und Liam sich immer mehr auflösen. Der Handlungsverlauf zeigt uns, dass die beiden sehr viel mehr gemeinsam haben, als man anfangs gedacht hätte. Ich fand auch, dass sie beide sichtbar bessere Seite bei sich hervorgerufen haben. Liam ist durch Anna entspannter geworden, gleichzeitig hat er sich mit ihr im Rücken leichter tun können, seine Perspektive auf die Welt noch zu verstärken. Anna umgekehrt hat nicht mehr nur ihren Vater, der ihr so wichtig ist, sondern sie hat noch jemanden, für den sie motiviert ist, kein Klischee von sich selbst zu sein, sondern sie hat eine Mission, bei der sie Spaß haben kann, bei der sie aber auch für Liam über sich hinauswächst. Gleichzeitig ist sie aber auch mutig genug, sich von den Westons nicht einschüchtern zu lassen. Abgesehen von den beiden gibt es doch einige sehr suspekte Gestalten in der Geschichte, das musste aber. Ich fand es nur bei Jake etwas schade, denn Liams Bruder, und Annas Kumpel, ich hätte ihn mir mit etwas mehr Rückgrat gewünscht. Aber die meisten anderen müssen eher Ekel sein, damit das alles funktioniert. Zwar war in dem ganzen finanziellen Arrangement alles etwas sehr künstlich zurechtgebogen, aber es hat für mich inhaltlich diesen Schwerpunkt auf Reichtum zugelassen. Ich habe mich dadurch emotional sehr an Anna gebunden, weil sie vieles gedacht und ausgesprochen hat, wie es mir auch ergeht. Insgesamt passte aber das Allermeiste sehr gut ineinander. Die Geschichte hätte wahrscheinlich sogar noch etwas andauern können, ohne dass ich da große Kritik empfunden hätte. Das ist ein großes Kompliment.

Fazit: „The Paradise Problem“ ist ähnlich wie „Summer in the City“ von Alex Aster eine überzeugende Sommerlektüre. Christina Lauren hat ihr eine durchgängige Unterhaltung geschaffen, die lustig, spannend, charakterlich gut ausgearbeitet und anziehend gestaltet ist. Die Unterhaltung würde wohl außerhalb der heißen Zeit des Jahres passen, aber es hat einfach ein besonderes Feeling von Sommerlektüre.

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Veröffentlicht am 02.06.2025

Ein ersehntes, aber holpriges Happy End

Dunbridge Academy - Anymore
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Die „Dunbridge Academy“-Reihe galt als beendet, aber viel Insistieren, viel Leidenschaft hat Sarah Sprinz überredet, noch einen vierten Band rund um Gideon und Grace nachzulegen. Ich muss gestehen, dass ...

Die „Dunbridge Academy“-Reihe galt als beendet, aber viel Insistieren, viel Leidenschaft hat Sarah Sprinz überredet, noch einen vierten Band rund um Gideon und Grace nachzulegen. Ich muss gestehen, dass die Reihe, die für viele der Durchbruch mit der Autorin war, durchaus meine Schwierigkeiten hatte, aber auch ich wollte jetzt natürlich wissen, wie es für diese beiden Charaktere weitergeht, vor allem, nachdem Grace im ersten Band eine so entscheidende Rolle hatte, die man ihr so keinesfalls gegönnt hat. Gibt es Gerechtigkeit für diese Figur?

Ich muss gestehen, dass „Anymore“ für mich ein fleißiges Abwechseln von richtig starken Stellen und verzweifeltem Haareraufen war. Fangen wir mit einem positiven Aspekt an. Ich kann mich noch gut erinnern, dass ich gerade am Anfang der Reihe oft dachte, dass man bei Sprinz nicht wirklich den Unterschied zwischen YA und NA bemerkt, weil ob nun High School oder College, die Rollen wirkten sehr ähnlich in ihrer emotionalen Reife und das wirkte manchmal etwas unnatürlich. Das kann ich für diesen vierten Band überhaupt nicht mehr kritisieren. Ich fand den Schreibstil an vielen Stellen sehr passend. Die Sprache war etwas einfacher gehalten, die Sätze wirkten oft wie Gedankenfetzen, ich fand es gut, auch wenn ich es eher seltener noch lese, aber es passte für mich ideal, gerade wenn man an die Jugendlichen von heute denkt. Aber man merkt es nicht nur am Schreibstil, sondern extrem an der emotionalen Reife und da muss ich dann wieder sagen, bin ich einfach zu alt? Ich war echt oft sehr verzweifelt, weil da einfach ein paar Schritte bei Grace und Gideon fehlten, vor allem bei ihm. Auf eine Art mochte ich ihn, auf eine andere hat er mich sehr genervt. Wie unbeholfen er sich teilweise ausgedrückt hat und wie viel er damit angerichtet hat, aber auch seine Gefühle, so extrem von Emotionen gesteuert, da hätte ich mir manchmal etwas mehr Hirn gewünscht.

Gideon ist Grace treu ergeben, das ist irgendwie süß, aber manchmal fand ich die Gedanken auch sehr besitzergreifend. Ich kann zwar nicht behaupten, dass er ihr dadurch die Selbstständigkeit abgesprochen hätte, aber dieser bewusste Unterschied zu Henry, dass er erkannt hat, was das Besondere an Grace ist, das war durchaus auch anstrengend. Zudem war es furchtbar, wie selten er einfach mal die Wahrheit gesprochen hat. Er ist mehr ein Mann der Gesten und da gab es viele süße Ideen und er hat schon deutlich auch immer gesehen und bemerkt, was mit Grace los ist. Aber durch seinen Mangel an Wortgewandtheit, durch seine Feigheit mit Ehrlichkeit, hat er auch immer wieder dazu beigetragen, dass es Grace nicht besser gehen konnte. Das hat das Buch natürlich aufgebauscht, es hat den Inhalt aber überdurchschnittlich depressiv gemacht. Dass wir am Anfang in einem tiefen Tal starten, das ist verständlich. Wir haben durch die anderen Bände schon mitbekommen können, wie es Grace gehen muss und das mit ihr vor allem ein Thema angesprochen werden wird. Aber es ist schon oft fast unerträglich, all diese Gedanken zu lesen, die sie hat. Sie passen zu ihr, aber sie tat mir auch extrem leid, ich wollte so viel besseres für sie.

„Anymore“ hat insgesamt einfach etwas Leichtigkeit zwischendurch gefehlt. Eine Liebesgeschichte lebt für mich auch von diesen Momenten, in denen sich das Pärchen unbesiegbar fühlt. Einfach loslässt. Und das fehlte hier. Es war so traurig und immer wenn ich dachte, yes, jetzt haben wir einen Moment für Grace, da hat Gideon wieder was echt Dummes getan bzw. gesagt. Dementsprechend folgte auf jede Minispitze schon wieder eine extreme Delle. Es war schon komisch, dass ich am Ende froh war, das Buch beendet zu haben, einfach um diese Stimmung abstreifen zu können, weil es belastet hat. Gleichzeitig will ich aber echt nicht verheimlichen, dass es einzelne Szene gab, die ich sehr gefeiert habe, die für mich die Reihe rund gemacht hat. Zudem mit dem Abschluss am Ende, einen konkreten Blick in die Zukunft aller zu haben, das war sehr nostalgisch. Es war tatsächlich nochmal ein Band, wonach ich dachte, das ist echt der bessere Abschluss. Was ich auch sehr feiere, das waren die Gespräche von Grace und Henry. Ich fand es so wichtig und es ist uns gegeben worden. Wir haben auch Gideon und Henry, was ich sehr gut fand. Da sind dann so einzelne Szenen, in denen man das Schreibtalent von Sprinz sehr gut erkennen kann.

Fazit: „Anymore“ aus der Dunbridge-Reihe war auf eine Art noch so wichtig, aber auf eine andere Art war es auch eine sehr anstrengende Lektüre. Im Gesamten war die ganze Atmosphäre sehr traurig und depressiv, es gab viel Augenrollen, weil dann Dinge passierten, die es noch länger hinauszögerten. Aber es gab auch Highlight-Stellen. Ich bin inhaltlich um vieles froh, aber stilistisch hätte ich es mir etwas anders gewünscht.

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Veröffentlicht am 28.05.2025

Sommerlektüre mit New York-Liebe

Summer in the City
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Alex Aster habe ich mit der „Lightlark“-Reihe kennengelernt, aber was soll ich sagen, beendet habe ich sie nicht. Aber nicht, weil es mir nicht gefallen hätte, es sollte wohl bislang einfach nicht sein. ...

Alex Aster habe ich mit der „Lightlark“-Reihe kennengelernt, aber was soll ich sagen, beendet habe ich sie nicht. Aber nicht, weil es mir nicht gefallen hätte, es sollte wohl bislang einfach nicht sein. Als ich ihren Namen dann aber in Verbindung mit „Summer in the City“ sah, da war ich sofort neugierig. Denn es ist einfach eine Summer Romance, eine ganz andere Welt als Fantasy. Wie sie mir da wohl gefällt?

Ich habe „Summer in the City“ als Hörbuch konsumiert und wurde dadurch mit der Stimme von Johanna Zehendner begleitet. Da wir nur die Perspektive von Elle hatten, hat das gut gepasst, weil ihre Stimme schnell zu der der Protagonistin wurde. Wir beginnen mit einem Prolog, der die erste Begegnung von Elle und Parker erzählt. Im Grunde war das für mich fast schon die schlechteste Szene des Buchs, weil ich etwas zu schnell und erzwungen fand. Gerade weil ständig beschrieben wurde, wie unwohl sich Elle in dieser Welt fühlt und da fand ich es eher unpassend, wie schnell dann da etwas passierte. Ich finde tatsächlich auch, dass die Geschichte funktioniert hätte, ohne dass es diesen Prolog gegeben hätte. Denn diese Konflikte wären sicherlich so oder so aufgekommen. Letztlich geht dann aber die eigentliche Handlung los und es wurde immer interessanter in diese Welt einzutauchen.

Es gab viele Elemente, die mir gut gefallen haben. Ich bin zwar nicht so ein Fan davon, wenn einer von beiden reich ist und dann alles möglich ist, aber der Kontext wurde doch durchgehend genutzt, auch für Konflikte, sodass ich gut damit leben konnte. Es gab auch einige sehr absurde Momente, aber die konnte man wie von Aster wohl beabsichtigt, gut mit einem Augenzwinkern akzeptieren. Zudem muss ich auch sagen, dass man bei Parker gut verfolgen konnte, wie sich sein eigenes Verständnis zu Geld wandelt. Aus einer Selbstverständlichkeit wird etwas, worüber er bewusst nachdenkt und was ihn auch andere Entscheidungen treffen lässt. Gut war auch, dass das ganze Buch auch eine Liebesgeschichte an New York war. Ich weiß zwar, dass die Stadt für mich selbst nichts wäre, aber sie ist in so vielen Serien, Filmen, Büchern von Bewandtnis, dass ich schon viele faszinierende Aspekte erzählt bekommen haben, die ich durch deren Augen gut als mitreißend wahrnehmen kann. Aster hat eine Sommerromanze erschaffen, bei der man deutlich merkt, wie die beiden Figuren die Stadt zusammen neu entdecken. Es sind auch viele ruhige Momente, gerade, wenn Elle für ihr Drehbuch an Orten wie Central Park etc. sich Gedanken macht. Aber auch die lange Tour, da sind schon viele Aspekte, wo die Stadt und ihre Reize toll eingebunden wurden.

Ein weiterer Pluspunkt: He falls first wurde als Trope ausgegeben. Normalerweise meckere ich gerne, wenn mir die Männerperspektive fehlt, aber hier fand ich es eigentlich passend. Eben gerade weil das Ganze inszeniert, um ihr näherzukommen. Auch wenn man es sich irgendwo denken kann, aber gerade weil wir das nicht durch seine Perspektiven bestätigt bekommen, so sind wir mit Elle alleine und rätseln ebenfalls, was ist jetzt genau wie? Das macht auch den Reiz aus, auch wenn irgendwann Parkers Taten immer mehr unterstreichen, wie hoffnungsvoll er ihr verfallen ist. Ich finde auch, obwohl wir seine Perspektive nicht haben, dass man ihn als Mensch gut zu greifen bekommt. Da New York mehr seine Welt als ihre ist, helfen da seine Freunde, seine Projekte, aber die beiden reden auch einfach sehr ehrlich miteinander, sodass wir auch durch Elles Augen viel über ihn lernen. Elle ist aber das Zentrum von allem. Manchmal ist so nah an einer Figur zu sein, auch der schmale Grat, ob man jemanden mag oder nicht. Es gibt ein großes Geheimnis über Elle, was wir irgendwann erfahren, was ich auch clever fand, aber es hat mich wie der Anfang rätseln lassen, ob in ihr nicht zwei sehr gegensätzliche Persönlichkeiten leben. Denn sie weiß sich schon zu behaupten, aber gleichzeitig wird auch immer die unbeholfene Seite betont. Es passt nicht immer, aber es war eher ein kleines Ärgernis, denn die Handlung treibt ständig voran, dass man gar nicht so viel hinterfragen kann.

Die Chemie zwischen Elle und Parker hat für mich auch gestimmt. Ich fand es jetzt nicht übermäßig sexy, wie das Marketing es uns ein wenig verkaufen will, aber das ist auch einfach sehr subjektiv. Ich mochte, dass die Geschichte mehr in tiefen Gefühlen und Gesprächen gründete und dass das Körperliche erst spät Raum eingenommen hat. Auf jeden Fall kann man danach sagen, dass Aster Liebesgeschichten, ob nun in Fantasy eingebettet, oder hier, gut erzählen kann.

Fazit: „Summer in the City“ ist echt eine perfekte Veröffentlichung für diese Jahreszeit. Denn es lässt tatsächlich in vielen Aspekten von den Freiheiten und Abenteuern des Sommers träumen, aber es hat dennoch viel Substanz, Tiefgang, spannende Konflikte. Es gab Streitpunkte, gerade der Anfang oder auch die Widersprüche von Elle als Charakter, aber es ließ sich sehr, sehr gut weghören.

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Veröffentlicht am 27.05.2025

Erinnert an Nora Roberts im besten Sinne

Indigo Ridge | Die Edens 1 |
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Auf die Bücherliste von Devney Perry zu blicken, das war doch sehr beeindruckend, weil sie schon unglaublich viel veröffentlicht hat. Mir sagte ihr Name gar nichts und auch die deutschen Cover von älteren ...

Auf die Bücherliste von Devney Perry zu blicken, das war doch sehr beeindruckend, weil sie schon unglaublich viel veröffentlicht hat. Mir sagte ihr Name gar nichts und auch die deutschen Cover von älteren Büchern haben bei mir nicht ausgelöst. Nun bei „Indigo Ridge“, dem Auftakt der Eden-Reihe gibt es die Werbung, dass es eine TikTok-Sensation sei und da gab es doch einige Autoren, die durch die Plattform in den letzten Jahren einen zweiten Frühling erfahren haben. Da von Perry dieses Jahr auch noch ein Fantasy-Buch erscheint, scheint das für sie definitiv auch zu gelten und ich bin gespannt, sie näher kennenzulernen.

Mich hat an „Indigo Ridge“ natürlich auch das Cover überzeugt, denn blau, die Berge, da hat man mich immer schnell am Haken. Überzeugend war weiterhin aber auch der Klappentext, denn gerade von Nora Roberts und auch Karen Rose habe ich so viele Bücher gelesen, die eine Liebesgeschichte mit Thrill-Elementen verbinden. Das habe ich schon länger nicht mehr gelesen und so war das für mich das Momentum, es mal auszuprobieren. Ich hatte das Hörbuch und wurde damit von den Stimmen von Dagmar Bittner und Friedemann Thiele begleitet. Während ich ihn schon kannte, war Bittner für mich neu. Ich hatte zufällig vorher bei einer Youtuberin gelesen, dass sie die Hörbuchsprecherin eher anstrengend findet, aber ich muss sagen, dass ich an ihrer Stimmfarbe überhaupt nichts auszusetzen hatte. Ich würde vielleicht nur sagen, dass Bittner und Thiele für mich beides Sprecher sind, die anderen Charakteren sehr ausgearbeitete Variationen ihrer Stimme zuweisen wollen und das ist manchmal anstrengend, weil es unnatürlicher klingt. Aber es hilft vielleicht auch beim Orientieren der Rollen, es ist also ein Für und Wider.

Kommen wir jetzt zum Inhalt. Ich habe mich im Setting sehr gut eingefunden. Das Kleinstadt-Gefühl war ein Bonus, dazu auch das Typische, wenn sich viele Menschen so gut kennen und deren Leben sich ständig überschneiden. Es gibt sehr enge Beziehungen, aber es gibt auch Feindschaften. Es gibt aber auch Vorurteile gegenüber Neulingen. Winn ist in der Stadt eigentlich nicht fremd, weil sie viel ihrer Kindheit und Jugend dort verbracht hat, aber letztlich ist sie trotzdem als Polizeichefin (als Frau!) dann doch ein absoluter Neuling, der mit dem Großvater als Bürgermeister mit möglicher Vetternwirtschaft umgehen muss. Ich mochte Winn direkt, denn man merkt, dass sie eine toughe Frau ist. Ich fand sogar das erste Aufeinandertreffen mit Griffin sehr passend, weil es für mich auch unterstrichen hat, welche unabhängige Frau sie ist, die sich einfach nimmt, worauf sie Lust hat. Es hat gut ins Bild gepasst. Auch wenn man die Herausforderungen im Job noch intensiver hätte einbauen können, aber es ist dennoch deutlich geworden, dass sie eine ausgeprägte Arbeitsethik und vor allem sehr gute Instinkte hat, wenn es um Fälle geht, die Schwerverbrechen einbeziehen.

Griffin umgekehrt war für mich nicht sofort Liebe auf den ersten Blick, weil ich bei ihm auch ein wenig finde, dass er sich zu sehr in diesen Kleinstadt-Vorurteilen verloren hat. Auch wenn da eine Anziehung war, der er sich wieder und wieder nicht entziehen konnte, aber er hat Winn doch immer wieder Widerstand geleistet und wusste alles besser. Das war manchmal etwas anstrengend. Umgekehrt fand ich es aber dann auch gut, dass er im Grunde als Erster erkannt hat, dass sie etwas haben, was man nicht als lockere Affäre wegdiskutieren kann. Zumal nach und nach auch weitere Charaktereigenschaften von ihm durchdringen. Seine Familienloyalität ist reizvoll, seine Fürsorge für seinen Onkel hat mich überzeugt, aber auch seine Natürlichkeit durch seinen Job. Er ist ein Typ von nebenan und je länger die Geschichte andauerte, desto mehr kam das durch. Ich fand es auch gut, dass die Konflikte zwischen Winn und Griffin irgendwann auf einem Niveau gehalten wurden, was akzeptabel war. Ich hätte der Autorin gerade am Anfang übertriebenes Drama zugetraut, aber nein, die Spannung am Ende war den Thrill-Elementen überlassen.

Ich würde zwar insgesamt sagen, dass die Liebesgeschichte deutlich dominanter ist, damit ist es keinesfalls Karen Rose-Niveau, aber der Vergleich zu Nora Roberts bleibt bestehen. Wir haben eine vermeintliche Serie an Selbstmorden, bei denen Winn sofort skeptisch ist. Es werden immer wieder Hinweise gestreut, die den Verdacht vertiefen. Es gibt ein paar falsche Fährten, es gibt auch offensichtlichere Verdächtige, aber letztlich war die letzte Enthüllung dann doch überraschend. Ich habe erst etwas gerätselt, wie ich das finden soll, aber letztlich war es schon clever. Es war auch ein echt guter Showdown. Beim Hörbuchhören habe ich fast schon angefeuert, schneller, schneller, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es ausgeht. Das ist also insgesamt gut gelungen. Ich frage mich nur, wie sich das bei den weiteren Bänden entwickelt. Ein zweiter Band wird ordentlich geteasert, aber wird das Thrill-Element bleiben? Eine Kritik will ich noch loswerden. Denn es gab schon kleinere Aspekte, an denen ich eingehakt habe, weil ich sie etwas unlogisch fand. Es waren aber nur Kleinigkeiten. Da das Hörbuch nicht gekürzt wurde, liegt es also nicht daran. Aber man kann es schon gut verzeihen.

Fazit: „Indigo Ridge“ macht eindeutig Lust auf mehr. Es hat mich sehr an Nora Roberts im besten Sinne erinnert. Denn die sehr reife Liebesgeschichte, die starke Frauenfigur und der gut eingebundene Thrill-Anteil, das wusste zu überzeugen. Es ist für mich nicht die perfekte Lektüre, dafür gab es dann in der Summe Logikfehler oder charakterliche Hakler, aber die Autorin hat mich insgesamt überzeugt.

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