Profilbild von marcello

marcello

Lesejury Star
offline

marcello ist Mitglied der Lesejury

Melde dich in der Lesejury an, um dich mit marcello über deine Lieblingsbücher auszutauschen.

Anmelden

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 10.02.2021

Hat einen zu banalen Mittelteil

Between Your Words
0

Die Ausgangslage von „Between Your Words“ hat mich auf Anhieb begeistern können, aber Emma Scott hat ohnehin ein Händchen dafür, außergewöhnliche Liebesgeschichten zu erzählen, die sich in Ausnahmesituationen ...

Die Ausgangslage von „Between Your Words“ hat mich auf Anhieb begeistern können, aber Emma Scott hat ohnehin ein Händchen dafür, außergewöhnliche Liebesgeschichten zu erzählen, die sich in Ausnahmesituationen ereignen und so eine besondere Wucht entfalten können. Nun es also mit einer jungen Frau zu tun zu haben, die alle fünf Minuten ihr Gedächtnis wieder verliert, hat mich wirklich gespannt gemacht, wie es Scott gelingen wird, hier eine tolle Liebesgeschichte drum herum zu erzählen.

Ich mochte Thea und Jimmy beide auf Anhieb. Ihre fröhliche und humorvolle Art war sofort anstecken und selbst in der Frau mit der schweren Hirnschädigung waren diese beiden starken Charaktereigenschaften zu jedem Zeitpunkt zu spüren. Jimmy wiederum ist der Sensible, der Ruhige, er ist all das, was sie nicht und umgekehrt, aber sie haben ähnliche Leidenschaften, weswegen direkt ersichtlich wurde, dass sich die beiden wunderbar ergänzen. Mit diesen Voraussetzungen war es natürlich einfach, sich auch sofort auf ihre gemeinsame Geschichte einzulassen, die nun wahrlich aber nicht üblich abläuft, weil am Anfang Thea gar nicht in der Lage ist, die Gefühle von Jimmy so zu erwidern, wie er das tut. Die Autorin hat selbst im Nachwort erklärt, dass sie einen tatsächlichen ähnlichen Fall als Vorbild genommen hat, dass aber alles drum herum fiktiv ist. Das merkt man an einigen Stellen, die wahrlich nicht realistisch erscheinen, aber da das Scotts Bemühen auch gar nicht war, kann ich damit gut leben, dass so Botschaften transportiert werden sollten.

Ich fand es spannend mitzuverfolgen, wie Jimmy immer wieder recherchiert und eben durch seine empathische Art merkt, dass bei Thea mehr zu entdecken ist. Er ist ohne Frage der Held der Geschichte, sicherlich auch, weil Thea eben so lange passiv sein muss, aber er bekommt das super hin. Ich hätte auch nichts dagegen gehabt, die Geschichte ausschließlich durch seine Augen zu erleben, auch wenn Theas Gefühle auch interessant waren. Man hat jedenfalls total mit Jimmy gefiebert, dass er eine Möglichkeit findet, um die Liebesgeschichte mit ihr leben zu können, die er sich verdient hat.

Jedoch war mit Theas Genesung ein Bruch in der Geschichte. Zwar waren in New York wieder Sequenzen dabei, die ich sehr stark fand, vor allem, wenn Jimmy wie immer nur das richtige zu sagen scheint, aber dennoch hat sich ein gewisser Schatten über die Erzählung gelegt. Schon bei „All In“ habe ich viele Leserstimmen gelesen, die die Sexszenen bei einer herzkranken Person völlig übertrieben fanden. Ich fand sie da zwar auch zu viel, aber nicht fehl am Platz, aber hier hatte ich genau dieses Gefühl. Die Anziehung zwischen den beiden schön und gut, aber ich hatte das Gefühl, dass es plötzlich nur noch darum ging und das hatte die Geschichte so nicht verdient, weil sie mehr war. Zudem fand ich Thea auf einmal furchtbar anstrengend. Sie wirkte wie dauerhaft high und war überhaupt nicht mehr zu stoppen. Natürlich konnte ich vieles nachvollziehen, wer will sich schon ausmalen, so zwei Jahre verloren zu haben, aber dennoch war es mir alles zu viel. Auch hier hat sich die Geschichte erst am Ende wieder eingespielt. Aber wenigstens das, denn gut gelaunt aus Geschichten rauszugehen, ist mir da immer wichtiger.

Fazit: „Between Your Words“ hat bei einer faszinierenden Idee sehr gut angefangen und mit sehr sympathischen und sehr unterschiedlichen Figuren zu überzeugen gewusst. Man ist ein Fan der beiden als Paar geworden, doch mit dem ersten Wendepunkt ist die Geschichte durch zu viel Sex ins Banale abgerutscht. Erst am Ende gab es wieder die nötige Fokussierung.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.02.2021

Genau mein Kochstil

Vegetarisch kochen mit 5 Zutaten
0

Die Idee zu „Vegetarisch – Kochen mit 5 Zutaten“ gefiel mir auf Anhieb unheimlich gut. Zum einen schreckt mich bei vielen Rezeptbüchern die ellenlange Zutatenliste ab, zum anderen gibt es genug vegetarische ...

Die Idee zu „Vegetarisch – Kochen mit 5 Zutaten“ gefiel mir auf Anhieb unheimlich gut. Zum einen schreckt mich bei vielen Rezeptbüchern die ellenlange Zutatenliste ab, zum anderen gibt es genug vegetarische Rezepte, die völlig ohne Fleischersatzprodukte auskommen und erfreulicherweise wird genau das in diesem Rezeptbuch größtenteils berücksichtigt.

Es gibt eine klare Einteilung nach kleinen Gerichten, One-Pot-Meals, die sich wegen der Menge der Zutaten natürlich wunderbar anbieten, Gerichte aus dem Ofen und abschließend Süßes. Auf die letzte Kategorie hätte man reintheoretisch verzichten können, denn süße Gerichte sind für mich generell vegetarisch, weswegen ich diese Kategorie durchaus überraschend fand. Nein sage ich aber natürlich auch nicht. Abschließend gibt es noch ein paar Tipps zur Vorratshaltung, so dass man diese Rezepte auch immer recht spontan auf die Beine stellen kann. All das ist wie üblich auf die typisch schlichte Art und Weise von GU gestaltet, was nach wie vor genau meinen Geschmack trifft, denn ich brauche zum Kochen und Backen nicht viel Drumherum, sondern ein gutes Ergebnis.

Sicherlich finden sich in diesem Kochbuch einige Rezepte, die man in ihrer Machart schon kennt, dennoch war ich insgesamt positiv überrascht, wie oft ich doch noch etwas Neues für mich entdecken konnte und das bei nur 5 Zutaten. Bislang hat mich am meisten die Süßkartoffelsuppe begeistern können. Zum einen fand ich das Andicken durch den griechischen Joghurt sehr spannend und zum anderen waren die gebackenen Kichererbsen genau der richtige und passende Kniff für dieses Rezept. Generell bin ich in den letzten Jahren mit den Suppen immer ausprobierfreudiger geworden, denn es muss nicht immer nur die Kürbis- oder die Paprikacremesuppe sein. Denn eigentlich kann man alles an Gemüse zu einer leckeren Suppe verarbeiten, weswegen die Kohlrabicremesuppe bei mir für die nächsten Wochen ganz oben auf der Liste steht.

Grundsätzlich koche ich unglaublich gerne Ofengerichte, weswegen ich aus der Rubrik auch das meiste mitnehmen konnte. Seien es die Backkartoffeln mal mit einem ganz anderen Dip, sei es das Spargelgratin, das Kartoffel-Steckrüben-Gratin, das Ofengemüse mit Bohnenmus, der Polenta-Gemüseauflauf, in all die Rezepte hätte ich mich nur vom Hinsehen schon reinlegen können. Zwar war hier der Wiederkennungswert bei der Machart am größten und dennoch war es eben immer dieser eine Kniff, wie eben der Bohnenmus oder die Steckrüben als Partner der Kartoffel, die ich so noch nicht ausprobiert habe.

Fazit: „Vegetarisch – Kochen mit 5 Zutaten“ trifft nicht nur von der Idee her genau meinen Geschmack, sondern auch mit den gelieferten Rezepten. Insgesamt mag ich oft die Machart der Rezepte wiedererkannt haben, aber oft gab es noch einen kleinen Kniff, der es doch wieder neu gemacht hat. Deswegen habe ich eine sehr hohe Trefferquote an Rezepten, die ich ausprobieren werde. Und die, die ich schon ausprobiert habe, haben mich vollends überzeugt.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.02.2021

Überzeugend zum Abschluss

Beautiful Liars, Band 3: Geliebte Feindin
0

Mit dem letzten Band der „Beautiful Liars“-Reihe von Katharine McGee habe ich mir ganz schöne lange Zeit gelassen, obwohl ich den dritten Band schon länger im Regal stehen hatte. Vielleicht war es eine ...

Mit dem letzten Band der „Beautiful Liars“-Reihe von Katharine McGee habe ich mir ganz schöne lange Zeit gelassen, obwohl ich den dritten Band schon länger im Regal stehen hatte. Vielleicht war es eine gewisse Scheu davor, dass die Reihe hiernach beendet sein würde, denn eigentlich fand ich die Reihe bis dato sehr unterhaltsam. Wie geht sie also nun zu Ende?

Auch wenn ich nun einen längeren Zeitraum Pause hatte, habe ich schnell ins Geschehen reingefunden, denn die Handlungsdichte der ersten beiden Bände war nicht extrem, stattdessen gibt es sehr konsequente Handlungsbögen sowie die Fokussierung auf die technischen Möglichkeiten im Jahr 2119, die auch tatsächlich im dritten Band noch nichts an ihrer Faszination eingebüßt haben. Dennoch würde ich diese „Handlungsarmut“ nicht kritisieren wollen, denn Spannung war dennoch stets geboten und es geht vor allem um Figurenentwicklungen, die man durch die engen personalen Kapitel auch definitiv gut mitverfolgen kann.

Der größte Kritikpunkt am letzten Band ist für mich ganz klar die Einbindung von Calliope. Schon im zweiten Band fand ich ihre Einführung nicht wirklich gelungen, aber dort hatte sie zumindest noch eine Integration ins Geschehen. Hier aber ist nicht zu leugnen, dass ihre Handlung bis auf eine einzige Szene völlig isoliert abläuft. Auch sie hat sicherlich eine sehr interessante Entwicklung durchgemacht, aber da sie absolut nichts mehr zum großen Geschehen beizutragen hatte, war sie definitiv ein Störfaktor, weil man ihre Kapitel am liebsten überschlagen hätte, um zu erfahren, wie es mit den anderen nun weitergeht.

Bei den anderen Perspektiven muss ich aber sagen, dass das Zusammenspiel gut funktioniert hat. Insgesamt war der letzte Band noch mal die Festspiele der Avery Fuller, so dass sie schon dominant war, aber für die Handlung hat es auch Sinn gemacht. Zudem ist sie eben nicht die unnahbare Prinzessin, als die sie von außen gerne dargestellt wird. Stattdessen ist sie neben Rylin definitiv die Sympathieträgerin schlechthin und ich habe sie wirklich gerne gemocht, weswegen ich ihrem und Rylins Happy End am meisten entgegengefiebert habe. Es gab definitiv noch einige Überraschungen, sei es die neuen Entwicklungen, weil es einen Zeitsprung gegeben hat, oder sei es ganz am Ende, wenn der Mörder entlarvt wird und auch der Mord an Eris endgültig offiziell geklärt wird. Ich kann mit dem Ausgang wirklich sehr gut leben.

Fazit: Die „Beautiful Liars“ werden mir sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben, denn sie hatten definitiv etwas von den „Pretty Little Liars“ mit genug Geheimnissen, Intrigen, Liebesgeschichten etc., aber eben auch eine extrem faszinierende Zukunftswelt, in der ich noch ewig Neuigkeiten hätte entdecken können. Aber auch inhaltlich gibt es bis auf die Perspektive von Calliope ein gutes und vor allem schlüssiges Ende.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.01.2021

Bin zu sehr über den Hype hinaus

Biss zur Mitternachtssonne (Bella und Edward 5)
0

Auf der einen Seite wirkt es weit weg, auf der anderen ist es, als wäre es erst gestern gewesen, als gefühlt alle im totalen „Biss“-Fieber waren. Auch ich habe die Bücher von Stephanie Meyer wirklich gerne ...

Auf der einen Seite wirkt es weit weg, auf der anderen ist es, als wäre es erst gestern gewesen, als gefühlt alle im totalen „Biss“-Fieber waren. Auch ich habe die Bücher von Stephanie Meyer wirklich gerne gelesen, doch schon bei der Filmumsetzung kamen erste Zweifel auf, vermutlich auch, weil ich schlichtweg immer erwachsener wurde und generell reflexiver was einige Inhalte in dem Buch angeht. Nun nach ewigen Zeiten ist also „Biss zur Mitternachtssonne“ erschienen, das ich zum damaligen Hype ohne Frage sofort gelesen hätte, weil Edward ohne Frage eine interessante Persönlichkeit war, aber heute musste ich doch regelrecht gezwungen werden, dieses Buch zu lesen. Hat sich „Biss zur Mitternachtssonne“ also für mich gelohnt?

Dazu ein klares 'Jein'! Ohne Frage bietet die Perspektive von Edward unheimlich viele neue Infos an, gerade zu den Cullens und ihren einzelnen Entstehungsgeschichten, aber natürlich auch zu den kleinen Familienmomenten zwischendurch, denen wir durch Bellas Perspektive nicht beiwohnen konnten. Für mich haben sich viele Puzzleteile zusammengesetzt, weswegen es umso bedauerlicher ist, dass dieses Buch nicht damals schon erschienen ist, wo es so viel mehr Sinn ergeben hätte. So sind die zusätzlichen Infos nett, aber eben auch nicht mehr, weil diese Welt für mich schon so lange abgeschlossen ist. Zudem wurden eben auch einige fragwürdige Entwicklungen in der Reihe noch einmal aufgegriffen, was mich noch einmal hat fragen lassen, was ich damals so extrem gefeiert habe?

Das klare 'Nein' meiner Antwort liegt nun darin begründet, dass „Biss zu Mitternachtssonne“ viele Seiten hat und ganz klar zu viele. Alleine die endlosen Passagen, in denen Edward über seine Entscheidungen in Bezug auf Bella nachgrübelt waren extrem langweilig, denn er macht sich diese Gedanken ständig, nicht nur einmal, sondern immer wieder und immer müssen sie in allen Einzelheiten dargelegt werden. Was habe ich also gemacht? Ich habe die Seiten schlichtweg überschlagen, was definitiv kein Kompliment ist. Dadurch war natürlich die Gefahr da, dass ich interessante Passagen überschlage, aber damit musste ich leben, sonst hätte ich vermutlich vorher schon enerviert aufgehört.

Fazit: „Biss zur Mitternachtssonne“ hätte für mich definitiv erscheinen müssen, als ich noch Teil des Hypes war. So habe ich mich zwar über einige sehr interessante Stellen gefreut, die unerwartete Antworten geliefert haben, aber die Welt fasziniert mich eben nicht mehr genug, als dass ich über die Längen und fragwürdigen Entwicklungen hinweg sehen könnte. Sollten auch die anderen Bände aus Edwards Perspektive jemals erscheinen, werde ich dankend nein sagen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.01.2021

Vielversprechend, aber unkoordiniert

Killing November 1
0

Für das neue Jahr habe ich mir vorgenommen, bei den Genres wieder ein wenig diverser zuzugreifen, weswegen „Killing November“ gleich in mein Beuteschema passte. Ein Jugendbuch, etwas was im vergangenen ...

Für das neue Jahr habe ich mir vorgenommen, bei den Genres wieder ein wenig diverser zuzugreifen, weswegen „Killing November“ gleich in mein Beuteschema passte. Ein Jugendbuch, etwas was im vergangenen Jahr viel zu kurz gekommen ist, dazu eine spannende Prämisse und alleine schon aufgrund des Titels sicherlich nicht Marke harmlos. Ob sich das über den Tellerrand hinausschauen für „Killing November“ gelohnt hat?

Mir ist der Einstieg in das Buch gut gelungen, denn man ist als Leser genauso ahnungslos wie Hauptfigur November, die sich plötzlich in einem Internat wiederfindet, wo gar nichts so ist, wie sie sich das gedacht hätte, denn sie ist mitten in die Erziehung der Nachkommen eines Geheimbundes gestolpert. Dadurch war es einfach, mit ihr die neue Welt zu entdecken, wobei man hier eingestehen muss, dass schon der erste Knackpunkt kommt. Es ist klar, dass man nicht alle Infos auf Anhieb bekommen würde, denn natürlich will die Autorin für den Verlauf der Geschichte noch Entwicklungen in der Hinterhand haben, aber dadurch haben sich auch einige logische Löcher ergeben. November wird wirklich ins eiskalte Wasser geschmissen und es geht nicht darum, dass sie nur ein wenig gemobbt wird und man Mitleid mit ihr bekommt, sondern im Gegenteil es ist tatsächlich eine Lebenswelt, in der es um Leben oder Tod geht. Für diese Ausgangslage nimmt November zu lange alles hin. Aber mir ist bewusst, dass es für eine Erzählerin hier ein schmaler Grat ist.

November als Protagonistin hat in der Welt definitiv ihre Vorteile, denn sie ist das Gegenteil von allen anderen. Diese sind in einer Welt groß geworden, wo es nur um die Familie, Fehden, Manipulation, Täuschung, Stärke und wenig anderes geht. November ist aber loyal, naiv, vertrauensselig, laut und die ihr antrainierten Fähigkeiten kommen nach und nach zu Tage, doch vieles ist auch eher zufällig, weil sie keine Strategin ist, sondern instinktiv handelt. Das lässt sie in diesem Buch frisch erscheinen und ich bin wirklich froh, die Geschichte aus ihren Augen erlebt zu haben, zumal nicht viele der anderen Charaktere wirklich ein Profil entwickeln dürfen. Dort ist vieles schwarz-weiß und nur wenig wie Layla und Aarya lassen Interesse entstehen, was sich dahinter verbirgt. Dennoch ist November auch manchmal anstrengend und man würde sie am liebsten anschreien, doch mal das oder das zu machen. Erst am Ende entwickelt sie dann den Biss, der ihr viel öfters gut gestanden hätte.

Schwieriger wird es schon bei der Liebesgeschichte zwischen Ash und November. Ich weiß nicht, warum das immer noch so ein Must Have in Jugendbüchern ist, zumal in so einer komplexen Welt, in der es um ganze andere Aspekte gehen sollte, gar nicht genug Zeit ist, eine wirklich überzeugende Liebesgeschichte zu entwickeln. Deswegen funktioniert diese hier für mich auch nicht. Ich habe nichts gegen Ash, aber ich hätte auch wunderbar damit leben können, wenn die beiden einfach eine enge Freundschaft geknüpft hätten. Wie gut das zwischen Layla und November passte und vor allem wie natürlich sich das entwickelt hat, konnte man ja auch mit eigenen Augen sehen. Am Ende reizt mich vor allem die dargestellte Welt. Ich finde die Idee dahinter spannend, muss aber definitiv sagen, dass aus einem so riesigen Potenzial viel mehr hätte rausgeholt werden können. Alleine der Internatsalltag sowie die faszinierenden Fächer hätten mehr verdient gehabt. Vielleicht ist es da ganz gut, dass Band 2 diese Welt wohl hinter sich lassen wird, denn so kann sich die Autorin anderswo austoben, vielleicht ja überzeugender im Worldbuilding. Die Geschichte hat ja ihr Potenzial, aber auch sie muss natürlich sinnvoll fortgeführt werden.

Fazit: „Killing November“ ist definitiv mit viel Potenzial in der Geschichte gesegnet, aber viele Vorschusslorbeeren verpuffen zwischendurch leider. Neben logischen Löchern hätte ich mir beim World Building mehr Liebe zum Detail gewünscht. Dennoch hat mich die Handlung insgesamt angefixt und ich werde bei Band 2 an Bord sein.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere