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Veröffentlicht am 28.06.2025

Südtiroler Lebensgeschichten zwischen Aufbruch und Erinnerung

Heimat im Gepäck
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Sabine Peers Roman Heimat im Gepäck ist ein Zeugnis einer Epoche, in der Südtirol für viele junge Menschen kein Ort der Zukunft, sondern ein Ort des Aufbruchs war. Bis in die späten 1960er-Jahre war das ...

Sabine Peers Roman Heimat im Gepäck ist ein Zeugnis einer Epoche, in der Südtirol für viele junge Menschen kein Ort der Zukunft, sondern ein Ort des Aufbruchs war. Bis in die späten 1960er-Jahre war das Land von bitterer Armut, politischer Unsicherheit und mangelnden Perspektiven geprägt. Peer gibt in ihrem Werk genau diesen Lebensrealitäten eine Stimme.

Im Mittelpunkt stehen die Lebensgeschichten von zwei Frauen und zwei Männern, die aus sehr persönlichen, aber stets nachvollziehbaren Gründen Südtirol verlassen: Die Angst vor politischer Repression, der Zwang zum italienischen Militärdienst, aber auch der Wunsch nach Bildung und einem selbstbestimmten Leben.

Was besonders beeindruckt, ist die Authentizität des Erzählten. Nichts wirkt beschönigt oder dramatisiert. Jede Geschichte steht für sich, ist stimmig und historisch präzise recherchiert. Leser:innen bekommen einen lebendigen, teils schmerzhaften, aber auch hoffnungsvollen Einblick in ein kaum beachtetes Kapitel der Südtiroler Zeitgeschichte.

Heimat im Gepäck ist nicht nur literarisch überzeugend, sondern auch ein wichtiges Buch, das einen empathischen Blick zurück in eine Zeit wirft, die viele geprägt hat und bis heute nachwirkt. Ein stiller, aber nachhaltiger Beitrag zur Erinnerungskultur.

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Veröffentlicht am 23.06.2025

Komisch, klug und kriminell

Morden in der Menopause mit dem richtigen Mindset
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Mit „Morden in der Menopause“ liefert Tine Dreyer einen herrlich schrägen, zugleich klugen und urkomischen Roman, der die Wechseljahre auf eine Weise thematisiert, wie man sie so noch nicht gelesen hat: ...

Mit „Morden in der Menopause“ liefert Tine Dreyer einen herrlich schrägen, zugleich klugen und urkomischen Roman, der die Wechseljahre auf eine Weise thematisiert, wie man sie so noch nicht gelesen hat: als Bühne für mörderische Verwicklungen, irrwitzige Wendungen und eine Heldin, die einem sofort ans Herz wächst.

Im Mittelpunkt steht Liv, eine Frau, die sich redlich bemüht, ihr Leben nach außen hin wieder in geregelte Bahnen zu lenken – was ihr allerdings mit bewundernswerter Konsequenz misslingt. Stattdessen stolpert sie von einer kriminellen Eskalation in die nächste, stets begleitet von innerer Unruhe, Hormonschwankungen und einer ordentlichen Portion Selbstzweifel. Was tragisch sein könnte, ist hier durchzogen von einer fast schon heilsamen Selbstironie und Situationskomik, die einen beim Lesen laut auflachen lässt.

Tine Dreyers Schreibstil ist leicht, locker und mit einem ganz feinen Gespür für Timing und Humor ausgestattet. Zwischendurch gibt es wissenschaftliche Fakten rund um die Menopause. Sie fügen sich nicht nur nahtlos in die Handlung ein, sondern liefern echtes Wissen, ohne belehrend zu wirken. So wird das Buch nicht nur zum unterhaltsamen Lesevergnügen, sondern auch zum kleinen Aha-Erlebnis.

Liv ist eine Protagonistin, mit der man sofort mitfühlt: tapfer, menschlich, liebenswert chaotisch. Die vielen unerwarteten Wendungen, gepaart mit einem positiven Mindset und einer ungeschönten, aber humorvollen Darstellung der Wechseljahre, machen diesen Roman zu einem echten Lese-Highlight.

Wer über das Älterwerden lachen und gleichzeitig spannend unterhalten werden möchte, ist bei Tine Dreyer goldrichtig.

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Veröffentlicht am 18.06.2025

Kräuterwissen, Klosterleben und dunkle Intrigen

Adelindis
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Carmen Mayer nimmt in ihrem historischen Roman „Adelindis – Die toten Äbte“ die Leser mit in die düstere Welt eines mittelalterlichen Klosters. Dort wächst die junge Adelindis als Findelkind auf – abgeschieden ...

Carmen Mayer nimmt in ihrem historischen Roman „Adelindis – Die toten Äbte“ die Leser mit in die düstere Welt eines mittelalterlichen Klosters. Dort wächst die junge Adelindis als Findelkind auf – abgeschieden von der Außenwelt und unwissend über ihre Herkunft. In den verstaubten Regalen der Klosterbibliothek entdeckt sie ihre Leidenschaft für Heil- und Pflanzenkunde.

Die Autorin schildert das Leben im Kloster und die Umgebung mit großer Detailtreue und Atmosphäre. Man taucht tief in den klösterlichen Alltag ein, lernt die Rituale, Sorgen und das Wissen der Nonnen kennen und erfährt zugleich viel über die Pflanzenheilkunst jener Zeit.

Die Handlung gewinnt an Spannung, als mehrere Äbte unter mysteriösen Umständen zu Tode kommen. Ein Netz aus Intrigen und Misstrauen breitet sich aus, und Adelindis gerät durch ihre Beobachtungsgabe und ihr Wissen selbst in den Fokus der Verdächtigungen. Bald weiß sie nicht mehr, wem sie vertrauen kann – nicht einmal innerhalb der Klostermauern ist sie sicher.

„Adelindis“ ist eine gelungene Mischung aus historischer Genauigkeit und packender Fiktion. Die Ausstattung des Buches mit einer gezeichneten Reiseroute auf den Umschlagseiten, einem hilfreichen Personenverzeichnis und Begriffserklärungen rundet das Leseerlebnis ab. Carmen Mayer gelingt mit diesem Roman eine atmosphärische Zeitreise – fesselnd, klug erzählt und voller historischer Tiefe.

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Veröffentlicht am 16.06.2025

Umfassend, aber anstrengend

Das bin ich!?
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„Das bin ich“ von Andrea Landschof ist ein sehr umfassendes Sachbuch, das viele interessante Themen aus der Psychologie und Pädagogik behandelt, insbesondere die Transaktionsanalyse. Die Autorin zeigt ...

„Das bin ich“ von Andrea Landschof ist ein sehr umfassendes Sachbuch, das viele interessante Themen aus der Psychologie und Pädagogik behandelt, insbesondere die Transaktionsanalyse. Die Autorin zeigt deutlich, dass sie eine Expertin auf ihrem Gebiet ist, und die Inhalte sind ausführlich und detailliert beschrieben.

Allerdings muss ich sagen, dass das Buch für mich etwas trocken und sehr fachbezogen geschrieben ist. Das hat das Lesen für mich anstrengend gemacht. Der Titel hat bei mir den Eindruck erweckt, dass es sich an Laien richtet, die auf unterhaltsame Weise etwas über sich selbst lernen möchten. Leider fehlt dem Buch ein gewisser Charme, eine persönliche Note (was ich als Seele o. Herzblut eines Buches beschreiben würde), was es zugänglicher und ansprechender machen würde.

Ich denke, dass das Buch wahrscheinlich sehr gut als Handbuch für angehende Therapeuten oder Fachleute geeignet ist, die sich intensiver mit den Themen auseinandersetzen möchten. Für den allgemeinen Leser, der nach einer unterhaltsamen Einführung in die Selbstreflexion sucht, könnte es jedoch etwas zu schwerfällig sein. Daher gebe ich dem Buch 3 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 15.06.2025

Von Brüchen, Mut und neuen Wegen

Was wirklich zählt
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Was gibt uns Halt, wenn das Leben wackelt? Was bringt uns durch die stürmischen Zeiten, wenn nichts mehr sicher scheint? „Was wirklich zählt“ geht genau diesen Fragen auf den Grund – und zwar nicht theoretisch, ...

Was gibt uns Halt, wenn das Leben wackelt? Was bringt uns durch die stürmischen Zeiten, wenn nichts mehr sicher scheint? „Was wirklich zählt“ geht genau diesen Fragen auf den Grund – und zwar nicht theoretisch, sondern ganz lebensnah und persönlich.

C. Juliane Vieregge versammelt in diesem Buch 18 Stimmen – und jede davon ist einzigartig. Da berichten Menschen unterschiedlichster Herkunft, Altersgruppen und Berufe von ihren tiefsten Krisen, von mutigen Entscheidungen, Verlusten, Neuanfängen und vor allem von der Hoffnung, die sie nie aufgegeben haben. Genau diese Vielfalt ist die große Stärke des Buchs: Ob Wissenschaftler, Künstler, Aktivist oder Unternehmer – sie alle zeigen auf ihre Weise, wie man das Chaos des Lebens nicht nur übersteht, sondern darin auch neue Möglichkeiten entdecken kann.

Die Geschichten berühren, inspirieren und regen zum Nachdenken an. Besonders in einer Zeit, in der vieles unsicher scheint – sei es politisch, gesellschaftlich oder ganz privat – schafft dieses Buch einen wohltuenden Raum für Zuversicht.

Dabei wird’s auch nicht oberflächlich oder kitschig. Themen wie Klimaschutz, Gleichberechtigung, Holocaust-Erinnerung, soziale Gerechtigkeit und gesundheitliche Schicksale werden offen und ehrlich angesprochen. Es geht um echte Schicksale, um Menschen, die schwere Verluste hinnehmen mussten – aber auch um Zusammenhalt, Widerstandskraft und neue Perspektiven. Die Texte sind dabei weder belehrend noch pathetisch, sondern nahbar und authentisch.

Fazit: „Was wirklich zählt“ ist kein klassisches Mutmach-Buch mit flachen Sprüchen, sondern eine facettenreiche Sammlung echter Lebensgeschichten, die den Blick weiten und neue Hoffnung schenken. Ein Buch für alle, die gerade auf der Suche sind – nach Sinn, Orientierung oder einfach nach ehrlicher Menschlichkeit.

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