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Veröffentlicht am 11.05.2026

Gefangen im Nichts

Abendlied
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Emily, Arlene, Kitzi und Susie sind Freundinnen, sie kümmern sich umeinander und auch um die Menschen in ihrer Umgebung - sie nennen sich selbst den Humpty Dumpty Club, eine Selbsthilfeorganisation von ...

Emily, Arlene, Kitzi und Susie sind Freundinnen, sie kümmern sich umeinander und auch um die Menschen in ihrer Umgebung - sie nennen sich selbst den Humpty Dumpty Club, eine Selbsthilfeorganisation von und für alte Frauen, der weitere Freundinnen und Bekannte angehören. Ob Fahrten zum Krankenhaus, Besuche zu Hause oder Beerdigungen, die geplant werden müssen, zusammen meistern sie jede Situation. Als ihre Anführerin Joan eine Treppe runterfällt, müssen neue Planungen her, aber auch diese Hürde meistern die Frauen vorbildlich. Eine Geschichte über Freundschaft, das Altern und den Zusammenhalt einer Gemeinschaft.

»Die Frage war, was sie anziehen sollten. Inzwischen gab es so selten besondere Anlässe, die nicht mit einer Beerdigung verbunden waren, und obwohl das Requiem schwermütig war, war es auch ein Konzert, der Höhepunkt im Herbstprogramm der Calvary Church.« (Seite 146)

Seit ich vor vielen Jahren den Erstlingsroman von Stewart O’Nan mit dem Titel»Engel im Schnee« gelesen habe, warte ich Jahr für Jahr sehnsüchtig auf ein neues Buch des Autors. Er ist ein wunderbarer Erzähler, der faszinierende Geschichten erfindet. Voller Vorfreude begann ich sein neuestes Buch, das mich allerdings ziemlich enttäuscht zurücklässt. Dabei klang die Story so vielversprechend: vier Frauen gehören einem Club an, der dazu da ist, sich umeinander zu kümmern, was besonders im Alter eine wichtige und tolle Angelegenheit sein dürfte. Schon nach den ersten Seiten war ich ein bisschen irritiert und nach einigen Kapiteln regelrecht desillusioniert. Diese Erzählung war so banal, dass ich kaum glauben kann, dass sie von einem meiner Lieblingsautoren stammt. Bis zum Schluss wartete ich darauf, dass sich das Blatt wendet, dies passierte aber leider nicht. Bedauerlicherweise kann ich diesmal keine Leseempfehlung aussprechen, lediglich auf seine vorherigen Werke hinweisen, die allesamt großartig waren.

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Veröffentlicht am 07.05.2026

Großartige Unterhaltung!

Das Antiquariat am alten Friedhof
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In der Bücherstadt Leipzig schwänzen die vier Freunde Felix, Vadim, Julius und Eddie, alle Söhne aus gutem Hause, ihr Studium, und gründen lieber den »Club Casaubon«, um ihrer Leidenschaft für Literatur ...

In der Bücherstadt Leipzig schwänzen die vier Freunde Felix, Vadim, Julius und Eddie, alle Söhne aus gutem Hause, ihr Studium, und gründen lieber den »Club Casaubon«, um ihrer Leidenschaft für Literatur nachzugehen. Hierzu gehören auch Diebestouren, bei denen sie okkulte Bücher stehlen, um diese zu verkaufen. Als die rätselhafte Eva zu ihnen stößt, bekommen sie ein Angebot, das sie nicht ausschlagen können. Diesmal aber geht alles schief und kurz darauf sind die Freunde auf der Flucht. Fünfzehn Jahre später, im Jahr 1945, arbeitet Felix als Bibliothekar für die Amerikaner. Diese Arbeit führt ihn nun auch nach Leipzig, wo er einen geheimnisvollen Mann verhören soll, der nur mit ihm sprechen will. Bald findet sich Felix mitten in einem Machtkampf, der seinen Ursprung in den Geschehnissen vor fünfzehn Jahren hat.

Der vierte Teil der Buchreihe über die Geheimnisse des Graphischen Viertels in Leipzig lässt mich begeistert zurück. Auf zwei Zeitebenen erzählt Kai Meyer, was geschehen ist, dabei verflechtet er Wirklichkeit und Fiktion, erschafft vor meinen Augen ganze Welten, wie dies sonst nur ein Film zu tun vermag. Das Wiedersehen mit einigen Figuren aus den vorherigen Bänden tut ihr übriges, um mein Entzücken zu steigern. Mein dritter Ausflug ins Leipzig der Vor- und Nachkriegsjahre hat damit meine Erwartungen weit übertroffen. Die Geschichte der Bücherdiebe nebst der einer großen, aber unerfüllten Liebe konnte mich von der ersten Seite an fesseln, mir spannende Lesestunden schenken und die Vorfreude auf den nächsten Teil der unterhaltsamen Reihe mehr als steigern. Dies ist eine Form der Erzählkunst, die einfach meisterlich ist. Ich liebe es!

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Veröffentlicht am 05.05.2026

Rasante Fortsetzung

Die Farm der Mädchen
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Zwei Frauen auf der Flucht, beide sind hochschwanger, sie laufen durch den Wald, um ihren Verfolgern zu entkommen. Kurz darauf wird ein totes Baby entdeckt, von der Mutter aber fehlt jede Spur. Die Polizistin ...

Zwei Frauen auf der Flucht, beide sind hochschwanger, sie laufen durch den Wald, um ihren Verfolgern zu entkommen. Kurz darauf wird ein totes Baby entdeckt, von der Mutter aber fehlt jede Spur. Die Polizistin Hannah Wester, die nach einer einjährigen Abwesenheit zurück im Dienst ist, stürzt sich in die Ermittlungen. Bald gibt es Parallelen zu einem zurückliegenden Fall, die einen ungeheuerlichen Verdacht aufkommen lassen.

Beim vorliegenden Buch handelt es sich um den zweiten Teil der Buchreihe mit der Polizistin Hannah Wester, den ersten Band mit dem Titel »Wolfssommer« fand ich phänomenal gut. Obwohl ein Jahr vergangen ist, schließt dieses Buch fast nahtlos an die zurückliegenden Ereignisse an, sodass ich empfehlen würde, die Reihenfolge einzuhalten. Wer dies nicht möchte, profitiert von den beiläufig erwähnten Erklärungen, ein vollständiges Bild aber bekommt nur, wer den Reihenauftakt gelesen hat. Es lohnt sich!

Endlich durfte ich die Fortsetzung lesen, endlich gab es ein Wiedersehen mit Haparanda in Schweden, Hannah und ihren Kollegen sowie auch zwielichtigen Personen, allen voran die Auftragskillerin, die bereits im ersten Teil eindrucksvoll bewiesen hat, wie eiskalt und empathielos sie agiert. Viel zu schnell war ich mit dem Buch durch, gefühlt in wenigen Stunden war es zu Ende, und ich bin begeistert, wie spannend, komplex und wendungsreich auch dieser Thriller gewesen ist. Der Fall wurde abgeschlossen, geht aber weiter, und wer wissen möchte, wie das gemeint ist, macht sich am besten selbst ein eigenes Bild. Ich genieße noch ein wenig den Rausch der letzten Stunden und koste die Vorfreude aus darauf, was da noch kommen wird. Dies ist ein unbeschreibliches Gefühl!

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Veröffentlicht am 02.05.2026

Großartig!

Wenn du es heimlich machen willst, musst du die Schafe töten
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»Wenn man Pflanzen gießt und düngt, Schädlinge fernhält und einen guten Standort aussucht, werden sie die Mühe mit Blüten und Früchten belohnen. Menschen kennen diese Dankbarkeit nicht. Du kannst sie lieben, ...

»Wenn man Pflanzen gießt und düngt, Schädlinge fernhält und einen guten Standort aussucht, werden sie die Mühe mit Blüten und Früchten belohnen. Menschen kennen diese Dankbarkeit nicht. Du kannst sie lieben, so viel du willst, und weißt dennoch nie, was du bekommst.« (Seite 176)

Mit der Urgroßmutter fängt es an, Henrike macht den Anfang bei dieser Erzählung, die sich durch vier Generationen zieht. Auf einem Bauernhof an der Nordsee zu Kaiserzeit hat es begonnen und viele Kilometer davon entfernt läutet ein umgebauter Hof den Abschluss ein, die Enkelin realisiert, dies wird das Ende des Stammbaums sein. In einer wunderschönen Sprache, die sie spielend benutzt, erzählt Anna Maschik die Geschichte einer Familie, konzentriert sich dabei auf die Frauen, lässt die Männer aber nicht außen vor, sondern bezieht sie mit ein. Dies liest sich so spannend und unterhaltsam, dass es eine Freude ist für mich, dabeigewesen zu sein. Großartig!

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Veröffentlicht am 30.04.2026

Romandebüt gelungen!

Karat
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Etna ist schwanger, zumindest sagt das der Schwangerschaftstest, und so macht sie sich auf, um einen Vater für ihr Kind zu suchen, weil der tatsächliche Erzeuger keine Lust auf ein Kind hat. Svenja wiederum ...

Etna ist schwanger, zumindest sagt das der Schwangerschaftstest, und so macht sie sich auf, um einen Vater für ihr Kind zu suchen, weil der tatsächliche Erzeuger keine Lust auf ein Kind hat. Svenja wiederum wird heiraten, eigentlich wollte sie bei Etna, die Goldschmiedin ist, nur fix die Trauringe abholen, nun aber sitzt sie mit Etna zusammen in einem »geliehenen« Van auf dem Weg ins Ungewisse.

Nun sitze auch ich hier und versuche, in Worte zu fassen, was ich da gerade gelesen habe. Es ging um einen Roadtrip, um die Suche nach dem richtigen Vater, um Freundschaft und Gefühle, aber auch das Thema faires Gold fand Platz in der Geschichte und fügte sich nahtlos ein. Anfangs fühlte ich mich verschaukelt, auf den Arm genommen, ich dachte, das kann nicht wahr sein, was ist hier los? Dann aber ließ ich mich vollständig auf die ungewöhnliche Reise ein und genoss zusammen mit Etna und Svenja den Fahrtwind.

Ein Buch für alle, die das Besondere mögen, die um die Ecke denken und nicht geradlinig ans Ziel wollen. Ein Buch für amüsante Stunden, ernste Zweisamkeit und die Frage danach, ob das im Leben schon alles war. Mich konnte es abholen, auch wenn ich die ein oder andere Situation etwas überzogen fand, und ich bin gespannt darauf, was diesem interessanten Debütroman noch folgen wird. Ich freue mich drauf!

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