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Veröffentlicht am 05.11.2024

Blood on snow

Blood on Snow. Der Auftrag
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Olav ist ein Auftragsmörder. Seinen ersten Mord verübte er noch als Jugendlicher an seinem Vater. Später dann machte er mangels anderer Fähigkeiten das zu seinem Job und bringt für seinen Chef Menschen ...

Olav ist ein Auftragsmörder. Seinen ersten Mord verübte er noch als Jugendlicher an seinem Vater. Später dann machte er mangels anderer Fähigkeiten das zu seinem Job und bringt für seinen Chef Menschen um. Er nennt es aber nicht töten, sondern expedieren und es sind auch keine Menschen, sondern Sachen. Dann erhält er den Auftrag, die Frau seines Chefs umzubringen – und damit beginnen all seine Probleme …

Mich hat dieses Buch enttäuscht. Natürlich kann man nicht von jedem neuen Jo Nesbo einen Harry Hole erwarten – als Autor hat man sicher das Recht und oft auch mal Lust, etwas ganz anderes zu machen. Doch hier ist es für mich eher eine Mogelpackung. Die Aufmachung des Buches ist sehr schön – schwarzer Schnitt, dickes Papier, passendes Cover. Doch dann innen: breite Ränder, viele Abschnitte mit halbleeren Seiten (insgesamt überhaupt nur 186). Hier wurde eine Erzählung auf einen Roman ausgewalzt – ob vom Autor oder vom Verlag gewünscht, kann ich nicht einschätzen.
Auch inhaltlich hat mich das Buch nicht überzeugt. Vom Stil her ein typischer Nesbo – kurze klare Sätze, schnörkellos, gut lesbar und zumindest im Ansatz spannend. Leider verliert sich die Spannung sehr schnell in irgendwelchen Nebensachen. Dazu kommt, dass für mich keine der Personen irgendwie sympathisch war und ich Interesse für sie bekam. Am Ende wollte ich eigentlich nur, dass es vorbei ist.
Der Verlag hat angekündigt, dass es eine Reihe dieser Blood on Snow-Bücher werden soll. Schade, hier wird viel verschenkt. Ich werde eine Fortsetzung jedenfalls nicht mehr lesen.

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Billy

Billy
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Billy Eltern sind Hippies und bringen sich mit einer Überdosis Rauschgift selbst um. So wächst Billy in Schottland bei seinem Onkel und seiner Tante auf. Zusammen mit seinem Cousin hat er eine wilde Kindheit, ...

Billy Eltern sind Hippies und bringen sich mit einer Überdosis Rauschgift selbst um. So wächst Billy in Schottland bei seinem Onkel und seiner Tante auf. Zusammen mit seinem Cousin hat er eine wilde Kindheit, bis er das Lesen für sich entdeckt und als Jugendlicher die großen Philosophen. Mit 19 tritt er in die Familienfirma ein. Doch das ist keine normale Firma – sie alle sind Mörder. Sie bringen Menschen für Geld um – aber sie töten nur andere Mörder. Als Billy nach Las Vegas kommt für eine neue Aufgabe, gibt es allerdings ein Problem …

Ich hatte vorher noch kein Buch von einzlkind gelesen und nur gehört, wie gut diese seien. So freute ich mich auf Billy. Aber so richtig wurde ich mit dem Buch nicht warm. Die Geschichte spielt in der Gegenwart (Las Vegas) und wechselt dann zur Vergangenheit von Billy (Kindheit, Jugend). Während dieser Erzählungen gibt es teilweise sehr lange philosophische Phasen und Ausführungen über bestimmte Musiktitel. Obwohl Billy ein Schotte ist und die Geschichte in der Gegenwart ausschließlich in Amerika spielt, merkt man doch deutlich an vielen Anspielungen, dass der Autor Deutscher ist. Viele Anspielungen sind nur in diesem Kontext erklärbar. Aber ich empfand weder Sympathie noch Antipathie mit Billy. Er ließ mich irgendwie kalt. Eigentlich auch alle anderen Personen.
Es gab aber auch einige Stellen, da habe ich mich richtig amüsiert. Insgesamt fand ich das Buch auch gut lesbar. Der Stil gefiel mir, teilweise ganz kurze Sätze und interessante Wendungen und Assoziationen. Bei manchen Sachen hatte ich auch sofort Bilder vor Augen. Doch insgesamt hatte ich einfach mehr erwartet.

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Das dunkle Herz der Welt

Das dunkle Herz der Welt
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Vladislav Basarab Draco, ist der Sohn des Fürsten der Walachei. Vlas ist nicht am Hof seines Vaters aufgewachsen und so wird er bei der Thronübergabe übergangen. Er will mit allen Mitteln den Thron der ...

Vladislav Basarab Draco, ist der Sohn des Fürsten der Walachei. Vlas ist nicht am Hof seines Vaters aufgewachsen und so wird er bei der Thronübergabe übergangen. Er will mit allen Mitteln den Thron der Walachei zurück. Dabei muss er auch seinen Sohn als Geisel geben und er kämpft sowohl auf Seiten der Christen wie der einfallenden Osmanen. Mit seinem ehemaligen Freund Janos hat er sich dabei einen seiner schlimmsten Feinde geschaffen.

Ich hatte mich auf das Buch gefreut. Denn diese Zeit im Mittelalter in den heutigen Ländern von Rumänien, Bulgarien, Ungarn ist nicht so oft beschrieben worden. Ich wusste darüber nicht sehr viel. Jetzt weiß ich etwas mehr, aber das Lesen ist mir wirklich über längere Strecken schwer gefallen. Die Autorin möchte eine Geschichte erzählen, aber viel Historie unterbringen. Dabei ist beides nicht völlig gelungen. Die Historie wird oft im „Galopp“ und teilweise nebenbei erzählt. Manche Zusammenhänge erschlossen sich mir – sicher auch mangels Vorkenntnisse – nur teilweise. Das machte das Lesen oft zäh. Die Geschichte selbst war einfacher zu lesen. Allerdings wirkten die Figuren oft etwas platt und kraftlos, ich konnte nur zu ganz wenigen Sympathie oder auch Interesse aufbauen. So erschloss sich mir nicht, warum die als so stark beschriebene Freundschaft zwischen Vlas und Janos – die sich öfter Frauen/Geliebte teilten -, auf einmal zu Ende sein soll, nur weil sich Janos für eine Frau interessiert und am gleichen Tag Vlas ihr den Hof macht. Ein Wort zwischen den beiden hätte alles geklärt, statt dessen schmollt Janos wie ein beleidigtes Kind und entwickelt einen für mich auf einmal unerklärlichen Hass auf Vlas. Eigentlich wirkt er eher grundlos neidisch.
Eine der wenigen Figuren, die für mich menschlich wirkten, war die Frau von Vlas Vasilissa. Ihre Gefühle waren nachvollziehbar.
Die Autorin hat für das Buch viel recherchiert und auch viel gewollt. Es ist nicht alles aufgegangen. Trotzdem würde ich das Buch als gutes Erstlingswerk bezeichnen mit Luft nach oben. Wer Historienschmöker liebt und wen es nicht stört, dass er die politischen Zusammenhänge nicht auf Anhieb verstehen kann, wird das Buch mögen.
Abschließend möchte ich noch das in meinen Augen gut gelungene Buchcover erwähnen.

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Meine amerikanische Freundin

Meine amerikanische Freundin
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Zwei Freundinnen – eine in Paris, Molly in New York. Sie arbeiten beide in der Filmbranche und sind eng befreundet. Dann fällt in New York Molly ins Koma und verbleibt dort für lange Zeit. Als sie wieder ...

Zwei Freundinnen – eine in Paris, Molly in New York. Sie arbeiten beide in der Filmbranche und sind eng befreundet. Dann fällt in New York Molly ins Koma und verbleibt dort für lange Zeit. Als sie wieder erwacht, ist sie halbseitig gelähmt, völlig verändert, mit einem ganz schlechten Kurzzeitgedächtnis. Vorher komplett unabhängig und selbständig, lebt Molly jetzt bei ihren Eltern. Ihre Freundin aus Paris besucht sie mehrfach …

Das Buch ist nur 150 Seiten dick und man hat es schnell durchgelesen, denn der Stil ist einfach und gut lesbar. Man kann sich die Frauen sofort vorstellen und auch die Situation, in der beide sind. Gestört hat mich, dass die Ich-Erzählerin keinen Namen bekommt. So beschreibt man das Buch immer als „Molly und ihre Freundin“. Dadurch wirkt die Freundin für mich unpersönlich. Ansonsten ist es aber beeindruckend. Die Schilderungen der Freundschaft, der Veränderungen und dann auch des wahrscheinlichen Auseinanderbrechens sind direkt und gradlinig, ohne Umschreibungen. Auch wenn es mir beim Lesen nicht gefallen hat, wie auf das Ende zugesteuert wird – es ist die Wahrheit. Freundschaft beweist sich erst in schweren Zeiten. Doch auch da ist sie nur begrenzt lebensfähig, denn Freundschaft besteht aus Geben und Nehmen. Und wenn aufgrund welcher Umstände auch immer ein Teil nur noch Nehmen kann oder will, hat der andere Teil irgendwann das Gefühl, dass die Freundschaft ausgenutzt wird und für einen selber nichts mehr bringt. Und dann beginnt die Überlegung, ob sich so eine Freundschaft wirklich noch lohnt … Denn eine Freundschaft, die nur aus Pflicht oder Mitleid besteht, ist für mich keine richtige mehr. Man betrauert den Verlust, man verflucht seine eigene Ohnmacht, nicht helfen zu können – und trotzdem geht die Freundschaft. Ein gutes Buch.

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Eismädchen

Eismädchen
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Psychologin Alice Quentin arbeitet in einem Hochsicherheitsgefängnis an einer Auftragsarbeit. Ca. 6 Monate soll es dauern und sie hat für diese Zeit ein kleines abgelegenes Cottage gemietet. Die Einheimischen ...

Psychologin Alice Quentin arbeitet in einem Hochsicherheitsgefängnis an einer Auftragsarbeit. Ca. 6 Monate soll es dauern und sie hat für diese Zeit ein kleines abgelegenes Cottage gemietet. Die Einheimischen berichten, dass es dort spuken soll. Während ihrer Zeit dort werden in London mehrere Mädchen entführt und ermordet. Das Muster des Täters Kinsella ist bekannt. Nur sitzt dieser seit 20 Jahren in genau dem Hochsicherheitsgefängnis, in dem Alice jetzt arbeitet. Er soll bewegt werden, mit der Police zusammenzuarbeiten. Aber er will nur mit Alice sprechen, doch eigentlich verrät er wenig. Dann wird in ihrem Cottage auch noch eingebrochen …

Das Buch ist einer guter Krimi, auch wenn es hier weniger um die Ermittlungsarbeit der Polizei geht. Es wechseln sich die Szenen im Gefängnis mit denen der Erlebnisse der entführten Mädchen ab. Trotzdem empfand ich die Spannung nicht übermäßig hoch, zumal ich schon mal eine ungefähre Ahnung vom Täter hatte. Der Kreis war schnell eingeschränkt und so kamen nicht mehr viele dafür in Frage. Das Interessante war dann eher der Grund. Die Ablenkungen durch die privaten Sachen hielten sich in Grenzen. Das Buch war gut lesbar, ein einfacher Stil, gut geschrieben, nicht langweilig. Insgesamt ein solider Krimi mit Luft nach oben, für den ich aber insgesamt eine Leseempfehlung aussprechen möchte.

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