Weniger schaurig als gedacht, aber dennoch ein spannender Roman über Schuld und Gewissen, Selbstjustiz und Rache und die Frage, wie gut wir unsere Freunde und Nachbarn wirklich kennen.
HalloweenkindAn Halloween verschwindet in Neuss der elfjährige Joshua, der als Geist verkleidet Süßigkeiten sammelt, spurlos. Zurück bleibt lediglich sein blutbeflecktes Kostüm.
Bereits vor zwei Jahren verschwand aus ...
An Halloween verschwindet in Neuss der elfjährige Joshua, der als Geist verkleidet Süßigkeiten sammelt, spurlos. Zurück bleibt lediglich sein blutbeflecktes Kostüm.
Bereits vor zwei Jahren verschwand aus der Freundesgruppe von vier Familien der damals zehnjährige Vincent, der ebenfalls als Gespenst verkleidet war.
Lea, Freundin der Mutter von Joshua und ehrenamtliche Opferschutzbeauftragte, kann nicht an einen Zufall glauben. Während ihr Mann Oliver als Kriminalkommissar in die Ermittlungen involviert ist, versucht Lea selbst mögliche Verbindungen zwischen den beiden Fällen aufzudecken und lüftet dabei so manches dunkle Geheimnis ihrer engsten Freunde.
Der Roman handelt in der Gegenwart an wenigen Tagen nach Halloween und wird dabei überwiegend aus der Perspektive von Lea geschildert, die zur Hobbydetektivin mutiert. Daneben gibt es einzelne Rückblenden in das Frühjahr und den Herbst zwei Jahre zuvor.
Trotz des Bezugs zur schaurigsten Nacht des Jahres, wenn die Toten sich unter die Lebenden mischen, und der Erwähnung zahlreicher bekannter Horrorfilme und Thriller möchte nicht wirklich eine gruselige Stimmung aufkommen. "Halloweenkind" ist vielmehr ein Regionalkrimi, dem tragische Familiengeheimnisse zugrunde liegen.
Der Plot ist spannend aufgebaut, da es zahlreiche Rätsel und Ungereimtheiten zu entschlüsseln gilt. Jedoch verpufft die Spannung wiederholt, da Lea, bei der bestens vernetzt alle Fäden zusammenlaufen, schnell die richtigen Schlüsse zieht und durch geschickte Fragen herausfindet, was es mit dem Verschwinden der beiden Jungen auf sich hat.
Der Roman handelt von Schuld und Gewissen, von Selbstjustiz und Rache und verunsichert mit der Frage, wie gut wir unsere Freunde und Nachbarn wirklich kennen.