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Veröffentlicht am 30.03.2026

Ein Mensch am Rand der Gesellschaft und die Skrupellosigkeit der Medienbranche - empathische (Liebes-)geschichte

Solange ein Streichholz brennt
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Bohm ist 36 Jahre alt und seit fünf Jahren obdachlos. Als er von einer Journalistin angesprochen wird, ob er sich für eine Fernsehreportage zur Verfügung stellen möchte, lehnt er zunächst ab, ändert seine ...

Bohm ist 36 Jahre alt und seit fünf Jahren obdachlos. Als er von einer Journalistin angesprochen wird, ob er sich für eine Fernsehreportage zur Verfügung stellen möchte, lehnt er zunächst ab, ändert seine Meinung jedoch, als sein Hund schwer verletzt wird.
Der Sender übernimmt die Kosten der Operation des Hundes und im Gegenzug muss Bohm sich nun sieben Tage von Alina begleiten lassen.
Alina, die aufgrund von Einsparungsmaßnahmen mit einer Kündigung gerechnet hat, hofft mit der Dokumentation "Wie entgleitet ein Leben?" auf einen Karrierekick.
Sie ist überrascht, wie warmherzig, schlagfertig und humorvoll der Einzelgänger Bohm sein kann, der von Außenstehenden nur abschätzig betrachtet wird. Doch wohin soll die Sympathie führen - zu einem Mann am Rande der Gesellschaft?

Der Roman wird abwechselnd aus den Perspektiven der beiden Hauptfiguren geschildert. Die Geschichte zeigt den Alltag eines Lebens auf der Straße und die Arbeit in der Medienbranche, auf andere Art und Weise brutal ist.

Die wechselnden Sichtweisen in unterschiedliche Leben sorgen für Dynamik. Die Geschichte ist lebendig und unterhaltsam und mit Empathie für die Figuren formuliert. Mit Bohm möchte man nicht tauschen, aber man bemitleidet ihn auch nicht. Er hat einen starken Charakter und lebt von einem Tag auf den nächsten. Vergangenheit und Zukunft sind nicht relevant. Was zählt sind ein trockener Schlafplatz und Lebensmittel, die noch nicht ganz verdorben sind. Alkohol ist sein bester Freund, bis Hund Fox in sein Leben tritt.
Alina möchte eine ehrliche Reportage zeigen, stößt jedoch an ihre Grenzen, als für die Einschaltquote mehr Sensation und Drama verlangt wird.

Die Annäherung zwischen Bohm und Alina erfolgt zwar schnell, aber dennoch behutsam. Die romantischen Gefühle wirken nicht erzwungen, denn trotz ihrer unterschiedlichen Lebenswirklichkeit sind sich beide Personen nicht unähnlich.

"Solange ein Streichholz brennt" ist eine ungewöhnliche Liebesgeschichte, die unterhält und gleichzeitig zum Nachdenken anregt. Die Geschichte widmet sich einem Menschen einer sozialen Randgruppe, der mit Vorurteilen und Ungerechtigkeit zu kämpfen hat und übt Kritik an der Medienbranche, die schamlos ist.
Der Roman zeigt, wie ein einziger Moment alles verändern kann und wirkt mit dem Verzicht auf unnötiges Drama und Rührseligkeit ehrlich und zutiefst menschlich.

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  • Charaktere
Veröffentlicht am 30.03.2026

Kulinarik-lastige Selbstfindungsreise mit einer Prise Liebe und Wortwitz, die zu oberflächlich und lückenhaft erzählt wird

Keeping it casual
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Maxine hat erfahren, dass sie einen Hirntumor hat und steht kurz vor der OP, als sie ihren Freund bei einer Affäre erwischt. Sie verkriecht sich daraufhin bei ihrer Freundin Alice, die sie bei Tinder anmeldet, ...

Maxine hat erfahren, dass sie einen Hirntumor hat und steht kurz vor der OP, als sie ihren Freund bei einer Affäre erwischt. Sie verkriecht sich daraufhin bei ihrer Freundin Alice, die sie bei Tinder anmeldet, wo sie auf Johnny trifft. Aus einem Chat entwickelt sich eine kulinarische Challenge, bei der beide getrennt voneinander Gerichte aus dem Kochbuch der französischstämmigen Familie ihres Exfreunds Scott kochen. Für Max sind die Kochabende mehr als nur eine Abwechslung und dennoch bricht sie den Chat vor der OP ab, ohne Johnny den wahren Grund zu nennen.

Erst eine heilsame Reise nach Frankreich ermutigt Max, erneut den Kontakt zu Johnny zu suchen.

Der Roman startet mit einer originellen Idee und einem kulinarischen Tinder-Wettbewerb, aus dem sich ein unterhaltsamer Schlagabtausch zwischen Maxine und Johnny ergibt. Mit der Gehirnoperation enden die Chats und rücken Maxines Genesungsweg in den Vordergrund, der sie wieder in die Nähe ihre Ex-Freundes und seiner anstrengenden Familie bringt.

Durch Rückblenden wird mehr über ihre Beziehung und das Beziehungsaus offenbart, so dass sich Scott immer mehr als "Red Flag" beweist.

Umso gespannter ist man auf ein mögliches Wiedersehen mit Johnny, das sich durch einen Paris-Urlaub, der sich zu einem Selbstfindungstrip Maxines entwickelt, weiter hinauszögert. Die Leidenschaft für die französische Küche, das "Mutterschiff" IKEA als Wohlfühlort für inspirierende Ideen sowie das "Nest" bei Alice ebnen Max' Weg, was lebendig und unterhaltsam ist, aber Romantik und die tiefergehende Auseinandersetzung mit Problemen kommen im Vergleich dazu zu kurz oder treten ganz in den Hintergrund. Selbst die Diagnose Hirntumor wirkt damit wenig bedrohlich, auch oder gerade weil es am Ende noch eine unlogische Wendung gibt.

Der Liebesgeschichte mit Johnny fehlt der nötige Raum zur Entwicklung und eine Reihe von Zeitsprüngen verhindert darüber hinaus, dass ihre Liebe fühlbar wird.

"Keeping it casual" ist eine kulinarik-lastige Selbstfindungsreise mit einer Prise Liebe, die jedoch so lückenhaft erzählt ist, dass die Handlung nicht ganz authentisch wirkt, auch wenn die Geschichte sprachlich durchaus mit Wortwitz überzeugen kann.

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Veröffentlicht am 27.03.2026

Emotionale Geschichte, die trotz Urlaubatmosphäre viel Düsternis und Traurigkeit enthält und am Ende leider etwas ernüchternd banal aufgelöst wird

Träume aus Salz
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Flo und Matty haben sich über eine Dating-App kennengelernt, sind nach acht Monaten immer noch frisch verliebt und verbringen ihren ersten gemeinsamen Urlaub auf einer kleinen griechischen Insel. Während ...

Flo und Matty haben sich über eine Dating-App kennengelernt, sind nach acht Monaten immer noch frisch verliebt und verbringen ihren ersten gemeinsamen Urlaub auf einer kleinen griechischen Insel. Während sie die Tage in der Hitze der Natur genießen, hat Flo nachts unruhige Träume.
In einer Taverne begegnen sie Sofia, die auf der Insel für ihre hellseherischen Fähigkeiten berüchtigt ist und auf Flo eine Faszination ausübt. Sie lässt sich von ihr die Tarotkarten legen und erhofft sich, die quälenden Erinnerungen an die Vergangenheit und den Zusammenbruch ihrer Familie loszulassen. Gleichzeitig quält sie die Tatsache, dass sie etwas vor Matty verheimlicht, der ersten Person, zu der sie seit Langem wieder Vertrauen gefasst hat.

Mit der Geschichte wird man bildhaft auf eine typische griechische Insel mit türkisfarbenem Meer, Olivenbäumen, lauschigen Tavernen und lauen Sommernächten versetzt. Auch die junge und noch frische Liebe von Flo und Matty passt zur Urlaubsatmosphäre. Das Paar genießt seine Freiheit und Zweisamkeit. Zum ersten Mal verbringen die beiden so viel Zeit gemeinsam und haben die Möglichkeit, sich besser kennenzulernen. Doch Flo schließt Matty von einem Teil ihres Lebens aus und das Geheimnis, das sie vor ihm hat, stört die Harmonie.

Durch die Begegnung mit der Griechin Sofia rückt der Fokus weg von dem Paar. Gab es bisher nur Kapitel aus der Sicht von Flo, erhält auch Sofia ihre eigene Perspektive. Sie hat die Gabe ihrer Großmutter geerbt, hellsichtig zu sein und gilt damit als wichtigste Person der Insel. Sofia setzt die Fähigkeit unter Druck und hält sie auf der Insel gefangen.

Rückblenden in Flos Vergangenheit, die mit Tarotkarten überschrieben sind und damit mit der Gegenwart und Sofias Gabe verknüpft werden, zeugen vom Zusammenbruch einer Familie und einem schmerzhaften Verlust, womit Flo in ihren Träumen konfrontiert wird.

Der Roman entwickelt einen Sog durch das Ungesagte, das zwischen den Figuren steht und ihre innere Zerrissenheit, die zu fühlen ist. Die Liebe zwischen Flo und Matty ist spürbar, aber auch, dass sie sich noch in der Phase der Euphorie bewegen und der Zusammenhalt deshalb fragil ist. Spannung erzeugt, ob Flos Vergangenheit zwischen ihnen steht, ob Sofia mit ihrer magischen Gabe hilfreich sein kann oder ob sie eine eigene Agenda verfolgt und der Beziehung schaden könnte.

Der gemächliche Spannungsaufbau weckt Erwartungen, die die Geschichte am Ende nicht erfüllen kann. Eine Offenbarung bleibt aus und die Spannung verpufft ernüchternd.
"Träume aus Salz" ist eine emotionale Geschichte, die trotz Urlaubatmosphäre viel Düsternis und Traurigkeit enthält und zeigt, wie groß die Auswirkungen vergangener Traumata sind und dass es den richtigen Anstupser und Moment braucht, um sich den Geistern der Vergangenheit zu stellen.

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Veröffentlicht am 26.03.2026

Eine Liebe, die nicht sein darf? Emotionale Geschichte über Freundschaft, Liebe und resultierende Loyalitätskonflikte

The Night We Met
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Nach einem Konzert steht Larissa vor der Entscheidung, mit wem sie nach Hause fährt und entscheidet sich für den charismatischen Mike statt den zurückhaltenderen Chris. Larissa und Mike werden ein Paar, ...

Nach einem Konzert steht Larissa vor der Entscheidung, mit wem sie nach Hause fährt und entscheidet sich für den charismatischen Mike statt den zurückhaltenderen Chris. Larissa und Mike werden ein Paar, aber mit Chris teilt Larissa nicht nur einen Hund, sondern auch mehr Gemeinsamkeiten. Dazu kommt, dass Mike Larissa öfter versetzt und auch in kritischen Situationen im Stich lässt, weshalb Chris immer wieder für seinen besten Freund in die Bresche springen muss.
Chris macht dies gerne, denn er mag Larissa - mehr als er eigentlich sollte und Larissa kommen Zweifel, dass sie sich an einem Abend für den falschen Mann entschieden hat. Doch Mike zu verletzen, kommt für beide nicht in Frage...

Der Roman ist als Band 2 von "Say you'll remember me" deklariert, was für ein Wiedersehen mit bekannten Charakteren sorgt. Zum Verständnis der verzwickten Dreiecksgeschichte sind aber keine Vorkenntnisse nötig.

Typischerweise im Wechsel aus der Perspektive beider Hauptfiguren geschrieben, erhält man Einblicke in die Leben von Larissa und Chris und insbesondere in ihr Gefühlschaos.
Schon früh ist klar, dass Larissa sich den falschen Freund ausgesucht hat und der logische Schritt die Trennung wäre. Tatsächlich ist die Situation aufgrund der Hintergründe und Erfahrungen der Figuren schwieriger, als gedacht.

Mike ist verliebt in Larissa, aber verbirgt hinter einer starken Fassade Probleme, so dass er ihr nicht der Partner sein kann, den sie benötigt.
Chris ist auch nicht ohne Sorgen, hat jedoch sein Leben im Griff. Er entwickelt immer mehr Gefühle für Larissa, gleicht Mikes Fehler aus und steht seinem besten Freund trotz allem zur Seite.
Larissa brennt nicht für Mike, sieht in ihm aber zunächst einen soliden Freund. Mehr Gemeinsamkeiten hat sie allerdings mit Chris und als sie Mike richtig kennenlernt, bereut sie ihre Entscheidung.

Durch die empathische Schreibweise und den nachvollziehbaren Loyalitätskonflikt kann man sich sehr gut in die Charaktere und ihre Vermeidungstaktik hineinversetzen. Gleichzeitig möchte man sie einfach nur schütteln und sie vor ihrer Loyalität bis zur Selbstaufgabe schützen.
Die Emotionen, die die Autorin dadurch weckt sowie die Darstellung der innigen Freundschaften, sind die Stärken des Romans, der zumal etwas auf der Stelle tritt. Auch gelingt es ihr durch humorvolle Szenen und lebendige Dialoge der durch die problembehafteten Figuren ernsten Geschichte Leichtigkeit zu verleihen. Dennoch bestimmen die Schwierigkeiten von Mike, Chris und Larissa wie Trauer, Armut, Depression und Alkoholprobleme die Handlung und geben ihr durch die feinfühlige Auseinandersetzung Tiefe.
Die Frage, ob und wie das Dilemma, in dem sich Chris und Larissa befinden, gelöst werden wird, bleibt spannend bis zum Schluss. Insbesondere da auch die liebevoll gemeinten, aber dennoch übergriffigen, überfürsorglichen Aktionen Chris' Zweifel wecken, ob überhaupt einer der beiden für eine Beziehung mit Larissa geeignet ist.

Normalerweise schafft es die Autorin auch ihre tierischen Nebenfiguren liebevoll in die Geschichte zu integrieren. Hier ist Yorkshire Terrier Wufferine allerdings kein Sympathieträger. Geradezu irritierend sind die wiederholten Szenen, in denen andere Tiere massakriert werden oder sich der Hund anderweitig abstoßend benimmt.

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Veröffentlicht am 24.03.2026

Ein Roman über das Erinnern und Vergessen - Nach einem dramatischen Einstieg kommt die Geschichte nicht voran und kommt zu keinem befriedigenden Ende

Ein weites Leben
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Die MacBrides betreiben seit Generationen eine Schaffarm im Westen Australiens. Sie trotzen dem Klima und der Abgeschiedenheit in der Weite des Landes. Der älteste Sohn Warren soll die Farm perspektivisch ...

Die MacBrides betreiben seit Generationen eine Schaffarm im Westen Australiens. Sie trotzen dem Klima und der Abgeschiedenheit in der Weite des Landes. Der älteste Sohn Warren soll die Farm perspektivisch übernehmen, doch dazu kommt es nicht. Im Januar 1958 ereignet sich ein Unfall, bei dem Vater Phil und Warren sterben, während der jüngere Sohn Matthew schwer verletzt überlebt. Die Auswirkungen sind nicht nur aufgrund der beiden Todesfälle belastend für die Familie. Tochter Rose quält sich mit schweren Schuldgefühlen und trifft eine folgenschwere Entscheidung, die ihr zum Verhängnis wird und auch die nachfolgende Generation beschäftigen wird.

"Ein weites Leben" ist eine Familiengeschichte, die im Wesentlichen in den Jahren 1958 und 1969 handelt, sich insgesamt jedoch über 40 Jahre erstreckt.

Ausdrucksstark vermittelt die Autorin einen eindringlichen Einblick in die Lebensverhältnisse auf einer Schaffarm im Westen Australiens zur damaligen Zeit. Die weiten Entfernungen sind beeindruckend und machen das Leben und Überleben nicht einfach. Dazu kommt, dass die Familie MacBride mit mehreren Tragödien konfrontiert wird, die die Hauptfiguren und ihre Entscheidungen nachdrücklich prägen.

Der Roman handelt von Schuldgefühlen und Geheimnissen, die zerstörerisch sind. Das Leid ist bewegend, aber die Charaktere bleiben distanziert, so dass es mitunter nicht einfach ist, ihr Handeln nachzuvollziehen. Auch die willkürlichen Zeitsprünge und Perspektivwechsel stören den Lesefluss. Spannung erzeugen unvermittelt die Nebenfiguren, die auf Ungereimtheiten stoßen, deren Schicksale aber nur zeitweise eine Rolle spielen und letztlich wieder in Vergessenheit geraten.

Nach einem spannenden und dramatischen Einstieg dreht sich die Geschichte in den folgenden Jahren im Kreis und ist von einer elendigen Selbstgeißelung geprägt, die ein Verzeihen und zukünftiges Glück ausschließen.

Es geht um das Erinnern und das Vergessen und wie viel man bereit ist zu tun, um seine Geheimnisse und seine Lieben zu schützen. Insgesamt ist es jedoch sehr deprimierend zu verkraften, wie sich die Charaktere selbst im Weg stehen und dass nicht alle Handlungsstränge zu einem befriedigenden Ende geführt werden. Die Botschaft des Romans hat sich mir damit nicht erschlossen.

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