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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.05.2021

Liebevoll gestaltetes Mutmach-Buch

Sylvia und der Vogel
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Die schüchterne Sylvia lebt auf einem Baum. Denn sie ist eine von vielen Baumhütern, kleinen daumengrossen Wesen, die sich täglich um Bäume kümmern und dafür sorgen, dass alles rund geht. Die meisten Baumhüter ...

Die schüchterne Sylvia lebt auf einem Baum. Denn sie ist eine von vielen Baumhütern, kleinen daumengrossen Wesen, die sich täglich um Bäume kümmern und dafür sorgen, dass alles rund geht. Die meisten Baumhüter sind gesellig und spielen gemeinsam, sie verbringen gerne Zeit miteinander. Sylvia ist da anders. Am liebsten ist sie allein. Doch eines Tages taucht ein junger Vogel auf, den sie Zausel nennt. Gemeinsam erleben sie einige Abenteuer und Sylvia erkennt, dass das Zusammensein mit anderen auch sehr viel Spaß machen kann.

Das Buch ist wirklich gut gelungen. Wunderschöne, detaillierte Illustrationen unterstreichen die Erzählung. Auf den Bildern gibt es sehr viel zu entdecken. Durch die Geschichte sollen Kinder animiert werden, sich etwas zu trauen. Sehr gut gelungenes, empfehlenswertes Buch über Freundschaft und Mut.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.05.2021

Enttäuschend

Pretty Happy
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Nena Schink, Wirtschaftsjournalistin, und Vivienne Wulf, Schauspielerin. Die beiden jungen, blondierten Frauen mit guter Figur unter 30, welche dem Mainstream-Ideal an Schönheit entsprechen, haben beschlossen, ...

Nena Schink, Wirtschaftsjournalistin, und Vivienne Wulf, Schauspielerin. Die beiden jungen, blondierten Frauen mit guter Figur unter 30, welche dem Mainstream-Ideal an Schönheit entsprechen, haben beschlossen, ein Buch über den Stellenwert von Schönheit in unserer Gesellschaft zu schreiben. An sich ein spannendes Thema, wo viel rauszuholen wäre. Schade nur, dass beide Autorinnen dies nur machen, um sich selbst weiterzubringen und wohl versucht haben, so wenig Aufwand wie möglich in dieses Projekt zu stecken. Warum haben eigentlich die beiden Autorinnen zum Thema was zu sagen? Ich bin nicht sicher. Sie sind Frauen, vermutlich ist das der Grund. Zudem setzen sich gemäss Amazon-Biographie beide für "female empowerment" ein. Wie sie das genau machen? Ich bin nicht sicher. Eigentlich klingt das ja alles interessant. Nur schade, dass beide sich für das Buch ganz offensichtlich nie mit feministischer Literatur befasst haben. Als Quellen dienen überwiegend online Artikel und Youtube Videos. Sie schreiben frei von der Leber weg. Mal schreibt die eine ein Kapitel, mal die andere. Hauptsächlich geht es um ihre eigenen Erlebnisse in ihrem wohlbehüteten Leben. Geschrieben wird in der Ich-Form. Der Leser weiss nie, welche der beiden gerade schreibt, was etwas befremdlich wirkt, wohl aber absichtlich so gemacht wurde. Was ich gelernt habe: die Autorinnen sind beide unglaublich oberflächlich und werfen pauschalisierende "facts" in den Raum. Eine der beiden fühlt sich am wohlsten, wenn sie Minirock und high heels trägt. Sätze wie "Süßigkeiten sind eigentlich tabu." lassen mich an der Message des Buchs zweifeln. Absolut 'tone-deaf'e Aussagen wie "Ich bin der festen Überzeugung, dass wir Frauen nicht vorankommen, weil wir uns zwar als Feministinnen bezeichnen, aber nicht wirklich zueinanderstehen." sind im Buch keine Seltenheit. Nur für uns Leser haben sich die beiden Autorinnen auf die Suche nach ihrer "eigenen persönlichen Gleichung des Glücks" begeben. Ich darf es hier sicher verraten, die "Glückskomponenten" sind Freundschaft, Familie, Liebe, Erfolg und Reisen. Ach, so einfach ist es also, vielen Dank. Frau Wulf reist für drei Wochen nach Indien und erlebt dort eine Offenbarung. Sie kann in der Zeit in einem kleinen Einzelzimmer (mit Bad!) ihre dortige "Ernährungskur" überstehen, und das ganze sogar ohne Make up. Zudem hat sie "auch sechs Monate nach der Kur" ihre "Ernährung noch im Griff". Ach, Gott sei Dank. Die drei-wöchige Kur hat ihr Leben verändert und sie zu der Glücksspezialistin gemacht, die sie heute ist. Die Autorinnen verraten auch folgendes: "Wir können uns zwar hinter einer Fassade aus Schminke verstecken, doch das wird uns nur noch unglücklicher machen." und "Heute ist Make-up nur noch ein nettes Accessoir für mich (...) auf das ich getrost verzichten kann." Tja, interessant, allerdings verzichtet keine der beiden in der Öffentlichkeit oder auf ihrem instagram Kanal darauf. Beim Lesen fragt man sich wirklich, wie dieses Buch durchs Lektorat rutschen konnte.

Fazit: Zwei verwöhnte, weltfremde, selbst-absorbierte, oberflächliche, naive, blondierte junge Frauen werfen pauschalisierende Aussagen raus und wollen hier der Durchschnittsfrau erklären, wie man glücklich wird und dass es auch ohne Make up geht. Tja, meine Lieben, ich weiss das. Wenn man euren Instagram Kanal anschaut, wisst ihr es jedoch noch nicht.

  • Cover
  • Erzählstil
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Veröffentlicht am 10.05.2021

Leise und poetisch

Der Klang der Wälder
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"Mein Los war das Klavierstimmen, das mir den Duft der Wälder offenbart hatte. Ich konnte nicht mehr in die Berge zurück."

Im letzten Schuljahr hat der junge Tomura zufällig die Gelegenheit, den Klavierstimmer ...

"Mein Los war das Klavierstimmen, das mir den Duft der Wälder offenbart hatte. Ich konnte nicht mehr in die Berge zurück."

Im letzten Schuljahr hat der junge Tomura zufällig die Gelegenheit, den Klavierstimmer Itadori bei seiner Arbeit zu beobachten. Plötzlich eröffnet sich ihm eine ganz neue Welt, bisher unbekannte Gefühle überkommen ihn. Er weiß nun, dass er nicht in die Berge zu seiner Familie zurückkehren wird. Er möchte sich zum Klavierstimmer ausbilden lassen. Doch bis dahin liegt ein langer und steiniger Weg vor ihm...

Natsu Miyashita schreibt unglaublich ruhig und poetisch. Sie beschreibt die Wälder, die Natur, die Wassertropfen, den Klang des Klavieres... Ich habe die Reise von Tomura sehr genossen, obwohl sie zwischendurch manchmal etwas langatmig wurde. Ein unglaublich sensibler, bewegender Roman, der mir so schnell nicht aus dem Kopf gehen wird.

  • Cover
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Veröffentlicht am 05.05.2021

Etwas kitschige Erzählung dreier verflochtener Lebensstränge

Zwischen zwei Herzschlägen
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Kerry und Tim sind beste Freunde. Sie sind 17 und möchten beide unbedingt Medizin studieren. In ihrer Freizeit engagieren sie sich daher bei den Sanitätern und lernen erste Hilfe. An einem Silvesterabend ...

Kerry und Tim sind beste Freunde. Sie sind 17 und möchten beide unbedingt Medizin studieren. In ihrer Freizeit engagieren sie sich daher bei den Sanitätern und lernen erste Hilfe. An einem Silvesterabend in 1999 sind beide dabei, als Fussballer und Mitschüler Joel einen Herzstillstand hat. Kerry versteht sofort was passiert und macht Herzdruckmassage und Mund-zu-Mund Beatmung. Tim hingegen ist wie gelähmt und kann nicht reagieren. Joel überlebt wie durch ein Wunder (und nur durch Kerrys Reanimation). Diese Nacht wird das Leben aller drei für immer ändern…

Eva Carters Roman spannt sich über insgesamt 18 Jahre und verfolgt die Lebensgeschichten unserer drei Protagonisten, die sich immer wieder treffen. Die Autorin hat eine Gabe, Geschichten zu erzählen. Das Buch zieht sich jedoch etwas unnötig in die Länge. Leider fand ich die Protagonisten allesamt unsympathisch und egoistisch, was das Leseerlebnis etwas getrübt hat. Joel ist privilegiert, hat sein ganzes Leben alles bekommen was er sich nur wünschen konnte und wacht erst auf, als er nach seinem Herzstillstand nicht mehr professional Fussball spielen kann. Tim ist auf seine Art egoistisch, indem er Kerry für seine Zwecke ausnützt und nur Medizin studiert, weil er denkt, dass es von ihm erwartet wird. Hätte er besser mal anderen Menschen den Vortritt gelassen, die es wirklich wollen. Kerry hat das Gefühl, sich für andere aufopfern zu müssen, um andere Menschen glücklich zu machen. Damit macht sie jedoch so einiges kaputt. Leider konnte ich mich in keinen der Protagonisten so richtig einfühlen. Trotzdem fand ich das Buch interessant zu lesen.

Eva Carter zeigt mit diesem Roman auf, wie schnell sich das Leben von Grund auf ändern kann. Ich fand es schön, wie sehr sie auf die Reanimation und Wichtigkeit der Ersthelfer eingeht und hoffe, dass sie damit einige Leser überzeugen kann, einen erste Hilfe Kurs zu belegen. Insgesamt eine nette Erzählung. Ich bin gespannt, was wir in den nächsten Jahren noch von der Autorin hören werden.

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Veröffentlicht am 06.04.2021

Sehr lecker!

Plants Only
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„Ich diskutiere nicht mit Nicht-Veganern, ich koche für sie. Wenn du jemandem einen Teller hinstellst, egal ob das Gericht vegan ist oder nicht, und es gut schmeckt, dann werden sie es genießen.“ - Gaz ...

„Ich diskutiere nicht mit Nicht-Veganern, ich koche für sie. Wenn du jemandem einen Teller hinstellst, egal ob das Gericht vegan ist oder nicht, und es gut schmeckt, dann werden sie es genießen.“ - Gaz Oakley

Gaz Oakley ist ein veganer Koch und Kochbuchautor aus Wales. Dies ist sein drittes Kochbuch und das erste Buch, das ich von ihm ausprobiert habe. Das gebundene Buch ist ein Hingucker: ein robuster Einband, hochwertige Seiten mit einer ansprechenden Schriftart und vielen besonders gestalteten Bildern machen Lust, gleich loszukochen. Das Buch enthält verschiedene Kategorien, u.a. Frühstück, Suppen, Snacks und Häppchen, Pasta, Currys, Hauptgerichte, Ofengerichte, Burger, Gemüse, Beilagen und Salate sowie Nachspeisen. Kleine Symbole zeigen an, ob das Rezept glutenfrei ist, proteinreich, geeignet für Meal Prep, oder die Zubereitung nur bis zu 15 Minuten dauert. Schon beim Durchblättern kriegt man richtig Hunger. Ich habe bisher einige Gerichte im Buch probiert. Alle waren einfach zu verstehen und schmeckten gut, keines der Rezepte bisher schmeckte langweilig. Die Zutaten waren mehr oder weniger leicht erhältlich. Mein bisheriger Favorit ist das „aromatische Erdnusscurry“, welches wir seit dem Erhalt des Buches schon mehrmals gekocht haben und immer einfach super ankommt (siehe Foto). Was man allerdings sagen muss: die Rezepte sind bei weitem nicht alle schnell, wie der Untertitel des Buches suggeriert. Der Geschmack wertet dies aber locker auf. Insgesamt ein besonderes und gut gelungenes veganes Kochbuch, auf das ich immer wieder zurückgreifen werde!

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