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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.10.2017

Picoult hat sich wieder einmal selbst übertroffen

Kleine große Schritte
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Meine Rezension bezieht sich auf die Englische Ausgabe dieses Buchs (Small Great Things).

Picoult hat sich mit diesem Buch erstmals in ein neues, sehr umstrittenes Feld getraut: Rassismus in Amerika. ...

Meine Rezension bezieht sich auf die Englische Ausgabe dieses Buchs (Small Great Things).

Picoult hat sich mit diesem Buch erstmals in ein neues, sehr umstrittenes Feld getraut: Rassismus in Amerika. Manche mögen sagen, dies sei nicht ihr Recht, da sie weiss ist. Das Buch ist (wie immer bei Picoult) ausserordentlich gut recherchiert. Sie erzählt die Geschichte von mehreren Perspektiven und schafft es, dass man sich in alle Protagonisten hineinversetzen kann, obwohl diese extrem unterschiedlich sind. Ruth, eine schwarze Krankenschwester in NYC, hat ihr ganzes Leben versucht, niemanden vor den Kopf zu stossen und alles richtig zu machen. Sie hat gute Noten, bemüht sich in der Schule, bekommt ein Stipendium und geht schliesslich zur Yale Nursing School, um Krankenschwester zu werden. Sie hat sich ihren Traum erfüllt. Ihren Sohn erzieht sie ebenfalls auf diese Weise. Eines Tages passiert jedoch etwas, was sie spüren lässt, wie sie als Schwarze in einer Weissen Welt von allen anders behandelt wird - sie ist nicht so akzeptiert, wie sie bisher geglaubt hat.
Wahnsinning spannend und gut geschrieben, eines der besten Werke Picoults bis jetzt.

Veröffentlicht am 14.04.2019

Beautiful photographs but could have used some editing.

Sky Runner
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Achtung: Diese Rezension bezieht sich auf die englische Ausgabe des Buches.

I have been following Emelie Forsberg and Kilian Jornet for a while. Thus, I got quite excited hearing about her book and preordered ...

Achtung: Diese Rezension bezieht sich auf die englische Ausgabe des Buches.

I have been following Emelie Forsberg and Kilian Jornet for a while. Thus, I got quite excited hearing about her book and preordered it on amazon (English version by Hardie Grant books). The book is beautifully done. I love that it is hard cover, with beautiful photographs and great print quality. However, I was expecting more from this book. I guess this book can be described as Emelie´s life story. For much of the book, it feels like she’s rambling, like we are just reading random thoughts she put together in a blog post, where she sometimes repeats her thoughts a few times over. A lot of the articles also contain grammatical errors and repeated words (eg, “than” instead of “then” and sentences like “So far our acclimatization plan works so far.”). I also felt like she shared some bits and pieces about her background, but not nearly enough. Overall this book feels like a collection of snippets and thoughts from and about Emelies life, but nothing concrete. The photographs are beautiful, and I was inspired by some of her thoughts. I also like the workout tips, yoga poses and the recipes. I guess one could see this as a coffee table book, to flick through from time to time. Overall, I had expected and hoped for more. I feel like some thorough editing could have made so much more out of the book and I hope the editors take this to heart for her next book project. Nevertheless, I will keep this book as a source of inspiration, especially to look at the beautiful photographs of Emelie running in the high places of this beautiful world.

Veröffentlicht am 07.04.2019

Ein interessantes Buch über eine schwierige Vater-Tochter Beziehung

Beifang
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Lisa Brennan-Jobs wuchs in Kalifornien auf. Sie ist die Tochter von Steve Jobs, wurde jedoch von ihrem Vater während ihrer ersten Lebensjahre nicht als seine Tochter anerkannt, bis schließlich ein DNA ...

Lisa Brennan-Jobs wuchs in Kalifornien auf. Sie ist die Tochter von Steve Jobs, wurde jedoch von ihrem Vater während ihrer ersten Lebensjahre nicht als seine Tochter anerkannt, bis schließlich ein DNA Test die Vaterschaft bestätigte. Lisas Eltern waren sehr jung und unverheiratet, ihre Mutter alleinerziehend. Sie wuchs in schwierigen Verhältnissen bei ihrer sie liebenden Mutter auf. Ihre Mutter war Künstlerin und sehr alternativ eingestellt, dementsprechend waren die beiden vor allem in Lisas ersten Lebensjahren häufig auf Wohnungssuche und lebten oft übergangsweise bei Freunden. Mit ca. 7 Jahren begann Jobs schließlich, sich mehr für Lisas Leben zu interessieren und verbrachte ab und zu Zeit mit ihr. Als Teenager lebte sie dann sogar einige Jahre bei ihm und seiner Ehefrau und deren Sohn, ihrem Halbbruder.

Die Beziehung zwischen Lisa und ihren Eltern war immer angespannt. Dies ist eine Geschichte von einem kleinen Mädchen, das immer nur eines wollte – die Liebe ihrer Eltern. Brennan-Jobs kann sehr gut schreiben, weshalb ich das Buch gerne gelesen habe, obwohl ich das Thema irgendwann ein wenig „alt“ fand. Brennan-Jobs hatte definitiv keine leichte Kindheit, und wollte bis zum Schluss vor allem Anerkennung von ihrem Vater, die er ihr jedoch nur selten gab. Sehr schön beschreibt sie die dysfunktionale Beziehung und wie sie bereit war, sogar den Kontakt zu ihrer Mutter (temporär) für ihn aufzugeben. Leider brachten alle Opfer nicht den erhofften Erfolg. Dennoch endet das Buch auf einer versöhnlichen Note.

Ich fand das Buch spannend zu lesen und würde es auch weiterempfehlen, kann jedoch nicht ganz nachvollziehen, dass es als eines der zehn New York Times Books of 2018 gewählt wurde. Ich finde Brennan-Jobs hat trotz eines schwierigen Themas den richtigen Ton getroffen und bin nicht der Meinung, dass das Buch eine Abrechnung mit ihrem Vater ist (wie wohl viele meinen, wenn man die Rezensionen liest).

Veröffentlicht am 07.04.2019

Eine unglaubliche, poetisch erzählte Geschichte - ein Meisterwerk

Niemals ohne sie
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“In dieser Familie ging es nie darum, glücklich zu sein. Also kann man sich auch nicht beschweren, dass wir es nicht geschafft haben.”

Die Cardinals sind wie niemand sonst: eine Großfamilie mit 21 Kindern, ...

“In dieser Familie ging es nie darum, glücklich zu sein. Also kann man sich auch nicht beschweren, dass wir es nicht geschafft haben.”

Die Cardinals sind wie niemand sonst: eine Großfamilie mit 21 Kindern, welche in Norco im französischsprachigen Teil Kanadas aufwachsen. Norco ist eine Minenstadt. Hier wird Erz abgebaut, und die ganze Stadt existiert nur wegen der Mine. Der Vater hat die Mine ursprünglich entdeckt, trotzdem blieb das erwartete Geld aus. Und so leben die Cardinals arm aber glücklich in den Tag hinein, immer auf der Suche nach einer weiteren Erz- oder sonstigen Ader. Der Vater scheint nur für den Bergbau zu leben, die Mutter ist mit ihren vielen Aufgaben sehr beschäftigt und meist in der Küche, und so scheinen die älteren Kinder die jüngeren zu erziehen.

30 Jahre später findet zum ersten Mal seit Jahrzehnten ein Familientreffen statt. Der inzwischen über 80-jährige Vater soll eine Auszeichnung bekommen. Hierzu finden sich alle Kinder sowie die Eltern in einem Hotel ein. Doch wieso hat es die Familie ursprünglich in alle Himmelsrichtungen zerstreut? Welches Geheimnis verschweigen sie?

Es hat mich ein bisschen Zeit gekostet, um in das Buch hineinzufinden. Dann jedoch hat es mich nicht mehr losgelassen. Saucier beschreibt wunderbar poetisch, unaufgeregt wie auch realistisch die Geschichte einer Großfamilie mit 21 Kindern in einem Bergbaudorf in Kanada. Jedes Kapitel wird aus der Perspektive eines anderen Kindes erzählt. Die Autorin ist eine wunderbare Erzählerin. Ihre Charaktere sind vielschichtig und stark, jeder der Protagonisten auf seine eigene Art. Im Leben dieser Familie gibt es unglaublich viel Liebe, aber auch unglaublich viel Leid. Die Geschichte zog mich völlig in seinen Bann, ein wahres Meisterwerk!

Veröffentlicht am 06.04.2019

Ein großartiges Debüt, das mich fast sprachlos zurück lässt.

Warum ich nicht länger mit Weißen über Hautfarbe spreche
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"Nach einem Leben als Verkörperung des Unterschieds habe ich nicht das Bedürfnis, gleich zu sein. Ich will die strukturelle Macht eines Systems brechen, das mich als anders gekennzeichnet hat. Ich möchte ...

"Nach einem Leben als Verkörperung des Unterschieds habe ich nicht das Bedürfnis, gleich zu sein. Ich will die strukturelle Macht eines Systems brechen, das mich als anders gekennzeichnet hat. Ich möchte mich nicht an den Status quo assimilieren. Ich möchte von allen negativen Unterstellungen befreit werden, die meine Charakteristika mit sich bringen. Nicht mir fällt die Bürde zu, mich zu verändern. Die Welt um mich herum soll sich ändern."

Dieses Buch wurde in den letzten Monaten und Jahren sehr gehypet, sodass ich beschlossen habe, die deutsche Übersetzung zu lesen. Als erstes muss ich festhalten dass der Titel sehr irreführend ist, denn dieses Buch ist nicht nur für Schwarze oder Farbige, sondern sehr wohl auch für weisse bzw schlicht für alle Menschen dieser Erde geschrieben.

Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt und lässt mich fast sprachlos zurück. Jeder dem soziale Gerechtigkeit, seine Mitmenschen und unsere Gesellschaft wichtig ist, sollte dieses Buch lesen. Eddo-Lodge fasst die Geschichte von Sklaverei und Rassismus in Großbritannien auf spannende und faszinierende Weise zusammen. Sie erklärt white privilege, die Angst vor der Übernahme der Schwarzen, weißen Feminismus, soziale Klassen im heutigen Großbritannien und den Zusammenhang zur Hautfarbe, und schlussendlich was wir alle tun können. Schön fand ich auch noch den Anhang, in dem sie beschreibt wie Leute seit dem Erscheinen des Buches auf sie zugekommen sind.

Eddo-Lodge hat einen wundervoll fließenden Schreibstil, der nie langweilig wird und mich oft daran gehindert hat, das Buch wegzulegen. Besonders der Teil über Feminismus war sehr erleuchten. Ein sehr wichtiges Buch, das ich jedem empfehlen möchte.