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Veröffentlicht am 24.03.2026

Skurril und mal was anderes

Grüne Welle
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Die namenlose Protagonistin fährt nach einem Kinobesuch in der Stadt mit dem Auto nach Hause. Durch eine Umleitung kommt sie nicht auf die geplante Autobahnauffahrt. Das Handy hat keinen Akku mehr, ihr ...



Die namenlose Protagonistin fährt nach einem Kinobesuch in der Stadt mit dem Auto nach Hause. Durch eine Umleitung kommt sie nicht auf die geplante Autobahnauffahrt. Das Handy hat keinen Akku mehr, ihr altes Auto offensichtlich auch kein Navi. So fährt sie die Landstrasse entlang, immer weiter, durch Dörfer, die ganze Nacht…

Die Idee des Romans fand ich super. Der Roman spielt sich grösstenteils im Auto ab. Die Frau scheint zumindest unbewusst begriffen zu haben, dass sie in einer gewalttätigen Beziehung ist und eigentlich ihren Mann besser verlassen sollte. Wie viel bewusst ist wird allerdings nicht klar. Sie scheint froh, durch den leeren Akku keine Rechenschaft schuldig zu sein, offensichtlich war das vorher nie eine Option. Die Sprache ist interessant, mit langen, verschachtelten Sätzen und lauter namenlosen Protagonisten („die Frau“, „der Mann“, „die Freundin der Frau“), was es manchmal auch etwas kompliziert zu verstehen macht. Die beiden Anhalterinnen, die sie zwischendurch mitnimmt, bringen zusätzlich etwas Leben und neue Ideen in die Geschichte. Ohne jetzt zu Spoilern bin ich vom Ende etwas enttäuscht und hätte mir doch erhofft, dass sich die Protagonistin insgesamt reflektierter zeigt, allerdings scheint mir das Ende durchaus realistisch.

Veröffentlicht am 18.02.2026

Ruhige, poetische Lebensgeschichte in 6 Tagen

Tage des Lichts
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Ivy wächst in den 1920ern in einer kleinen Künstlergemeinde in South Downs (Sussex) auf. Ihr grosser Bruder Joseph und das Hausmädchen Anne sind ihre engsten Bezugspersonen. Sie hat eine starke Verbindung ...

Ivy wächst in den 1920ern in einer kleinen Künstlergemeinde in South Downs (Sussex) auf. Ihr grosser Bruder Joseph und das Hausmädchen Anne sind ihre engsten Bezugspersonen. Sie hat eine starke Verbindung zur Natur. Ihre Eltern sind Künstler und führen ein relativ freizügiges Leben. Sie wird häufig als die "Normale" oder die "Untalentierte" angesehen, während der grosse Bruder das Wunderkind ist, das zur Privatschule geht und danach in Oxford studiert. An einem Ostersonntag 1938, Ivy ist gerade 19, kehrt Joseph vom gemeinsamen Schwimmen im nahegelegenen Fluss nicht zurück. Die Leiche wird nie gefunden. Fortan ist Ivys Leben in ein Davor und Danach geteilt...

Das Buch verfolgt Ivy durch ihr ganzes Leben, die Autorin pickt jedoch 6 Tage heraus, alle im Frühling bzw. mit lockerem Bezug zu Ostern, an denen die Geschichte jeweils erzählt wird. Dazwischen passiert vieles und es gibt dementsprechend immer wieder Zeitsprünge, manches bleibt ungesagt, vieles wird impliziert. Manches scheint Ivy nicht zu reflektieren oder es bleibt ungesagt. Zum Beispiel fand ich die Beziehung zu ihren Töchtern nicht besonders gut beschrieben, hier fehlt die Tiefe. Auch die Art, wie Ivy mit ihrem viel älteren Ehemann "Bear" zusammenkommt, am Tag der Beerdigung ihres Bruders, ist eigentlich eine red flag.

Die Erzählung ist relativ ruhig obwohl hier ein ganzes Leben mit sehr vielen Veränderungen erzählt wird. Die Sprache ist wunderbar poetisch, ich habe das Lesen dadurch ausserordentlich genossen. Hier auch ein Lob an die Übersetzerin, Judith Schwaab, die Übersetzung ist hervorragend. Fazit: ein poetisches, ruhiges Buch, das ich sehr gerne gelesen habe. Ich bin gespannt, was von der Autorin als nächstes kommt.

Veröffentlicht am 18.02.2026

Wunderbar liebevolle Geschichte über das miteinander reden

Obacht!
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Eines Tages liegt plötzlich ein grosses, schlafendes, schwarzes Tier vor der Stadt und versperrt den Zugang. Keiner kann mehr rein oder raus. Obacht! Was können die Stadtbewohner tun? Eine Decke darüber ...

Eines Tages liegt plötzlich ein grosses, schlafendes, schwarzes Tier vor der Stadt und versperrt den Zugang. Keiner kann mehr rein oder raus. Obacht! Was können die Stadtbewohner tun? Eine Decke darüber legen, eine Brücke darüber bauen, eine Strasse rundherum… Alle Massnahmen bleiben ohne Erfolg. Die Dorfbewohner haben Angst und sind verzweifelt. Aber das Mienchen hat eine Idee…

Ein wunderschönes Buch über das Miteinander reden und dass man für alles eine Lösung finden kann. Mienchen bleibt offen und glaubt an das Gute, auch im Falle des unbekannten schlafenden Tieres. Das Buch enthält wunderbare, detailreiche Illustrationen, die überwiegend in Orange-Grau-Schwarz gehalten sind. Es gibt viele kleine Details zu entdecken und bringt auch mich als Erwachsene zum Nachdenken. Ein sehr gelungenes Kinderbuch für neugierige, offene Kinder und ihre Eltern.

Veröffentlicht am 15.01.2026

Im Zoo gibt es viel zu entdecken

Sachen suchen: Besuch im Zoo
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Clara und Nick gehen mit ihren Eltern und dem kleinen Geschwisterchen in den Zoo. Bollerwagen, Kuscheltiere und Snacks dürfen da nicht fehlen! Der Zoo ist richtig gross, mit ordentlich Platz für viele ...

Clara und Nick gehen mit ihren Eltern und dem kleinen Geschwisterchen in den Zoo. Bollerwagen, Kuscheltiere und Snacks dürfen da nicht fehlen! Der Zoo ist richtig gross, mit ordentlich Platz für viele verschiedene Tiere. Und auch neben den Tieren gibt es ganz viel zu entdecken… Findest du die abgebildeten Gegenstände?

„Sachen suchen: Besuch im Zoo“ wird ab 2 Jahren empfohlen. Die Seiten sind aus robustem Karton. Viele bunte, detaillierte Illustrationen laden zum entdecken ein. Die Suchbilder zeigen allerlei Tiere, Menschen, Pflanzen und Gegenstände. Der Zoo hat neben den üblichen Tieren auch ein grosses Aquarium und ein Regenwaldhaus: da kommt jeder auf seine Kosten! Auch für ältere Kinder gibt es noch exotische Tiere zu entdecken, zB den Tapir oder den Ameisenbär. Das Buch ist sehr gelungen und gefällt unserem Kind super, es entdeckt immer wieder was Neues. Es eignet sich auch gut als Mitbringsel.

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  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.12.2025

Sehr liebevolles Buch zum Thema Wut

Was wütest du so sehr, kleiner Pandabär?
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Tilly Panda ist oft wütend. Die Mama ist oft gestresst und hat nicht genug Zeit für sie, die grösseren Geschwister ärgern sie, sie fühlt sich zu klein für vieles und zu gross für anderes. Oft hat sie Wutanfälle. ...

Tilly Panda ist oft wütend. Die Mama ist oft gestresst und hat nicht genug Zeit für sie, die grösseren Geschwister ärgern sie, sie fühlt sich zu klein für vieles und zu gross für anderes. Oft hat sie Wutanfälle. Wir begleiten Tilly durch einen Tag.

"Was wütest du so sehr, kleiner Pandabär?" von Nora Imlau ist ein wunderschönes, sehr gelungenes und sehr liebevolles Buch zu Wut. Die Geschichte ist in Reimen verfasst, die Illustrationen sind sehr überlegt mit vielen wunderschönen Details. Auch Protagonisten von anderen Büchern der Reihe kommen vor und es gibt dadurch einen anderen Blick auf die Situationen aus den anderen Büchern. Mein Kind ist bald drei und liebt das Buch sehr, es ist fasziniert von Tilly und fühlt sich dadurch auch glaub ich mehr verstanden. Es redet wirklich oft davon. Ich finde das Buch sehr gelungen, es eignet sich hervorragend als Geschenk.