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Veröffentlicht am 08.05.2025

Vielschichtige Sci-Fi-Fantasy

Die Krone der Sterne
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Inhalt: Im Reich Tiamande herrscht die Gottkaiserin mit ihrem Hexenorden. Zur Besänftigung dieser werden ihr regelmäßig Bräute von unterschiedlichen Planeten zugeführt – so auch die junge Adlige Iniza. ...

Inhalt: Im Reich Tiamande herrscht die Gottkaiserin mit ihrem Hexenorden. Zur Besänftigung dieser werden ihr regelmäßig Bräute von unterschiedlichen Planeten zugeführt – so auch die junge Adlige Iniza. Doch: Glanis, Inizas heimlicher Geliebter und Leibwächter, will dies nicht zulassen, sodass beide einen Fluchtplan schmieden. Allerdings gestaltet sich die Flucht schwieriger als gedacht, sodass Glanis und Iniza Hilfe benötigen. Wie gut, dass sie zufällig auf den Kopfgeldjäger Kranit und die Alleshändlerin Shara Bitterstern treffen…

Persönliche Meinung: „Die Krone der Sterne“ ist ein Roman von Kai Meyer. Es handelt sich um den Auftakt der gleichnamigen Trilogie. Vereint werden hier Science Fiction und Fantasy: Wenngleich die Handlung in einer fernen Galaxie spielt, die Protagonisten mit Raumschiffen reisen und fremde Planeten erkunden, finden sich auch eher typische Fantasyelemente wie rätselhafte Magie, ein mysteriöser Kult und dunkle Legenden. Subkutan, unter dieser Sci-Fi-Fantasy, ist „Die Krone der Sterne“ auch eine Familiengeschichte: Irrungen und Wirrungen um Inizas Familie, die ich hier nicht spoilern möchte, sind ein wichtiger Bestandteil der Handlung. Der Plot generell ist durch mehrere nicht zu erwartende Wendungen überraschend, sodass „Die Krone der Sterne“ zu einer fesselnden Lektüre wird. Klasse fand ich auch das Worldbuilding und die Figurenausarbeitung. Die Welt mit ihren Baronien, die der Gottkaiserin unterstehen, ihren Kulten („die Stille“) sowie Mysterien (Der Pilgerkorridor) ist schön komplex; die Figuren mit ihren sich schrittweise offenbarenden Motiven vielschichtig. Insbesondere möchte ich hier Iniza hervorheben, die – anders als mein Inhaltsteaser suggerieren könnte – weit von der „damsel in distress“ entfernt ist: Sie ist klug, schlagfertig und lehnt sich gegen den für sie vorbestimmten Weg auf. Kai Meyer erzählt in „Die Krone der Sterne“ gewohnt bildgewaltig und atmosphärisch: Die Reisen durch die Galaxie, die tiefgründigen wie humorvollen Dialoge sowie die epischen Schlachten muten schon fast cineastisch an, wodurch unweigerlich ein Kopfkino entsteht. Insgesamt ist „Die Krone der Sterne“ ein starker Auftakt einer vielschichtigen Sci-Fi-Fantasy-Trilogie.

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Veröffentlicht am 08.05.2025

Spannende Krimis mit viel Lokalkolorit

Wer mordet schon in Köln?
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„Wer mordet schon in Köln?“ ist eine Sammlung von elf Kriminalgeschichten aus der Feder von Regina Schleheck. Teilweise spielen die Geschichten in der Gegenwart, teilweise in der Vergangenheit; Handlungsort ...

„Wer mordet schon in Köln?“ ist eine Sammlung von elf Kriminalgeschichten aus der Feder von Regina Schleheck. Teilweise spielen die Geschichten in der Gegenwart, teilweise in der Vergangenheit; Handlungsort ist – wie der Titel schon nahelegt – immer Köln. Es würde den Rahmen einer Rezension sprengen, alle Geschichten detailliert vorzustellen, daher hier nur ein kurzer Teaser der Inhalte der Geschichten: Eine junge Frau trifft einen Fremden an Karneval, was ihrer Familie missfällt; 1867 findet ein Mord im Schauspielermilieu statt; eine junge Frau geht eine Beziehung mit ungeahnten Folgen ein; eine jüdische Schule in Köln wird von den Nationalsozialisten bedrängt; ein Obdachloser geht auf einen Rachefeldzug; ein Mann muss sich seiner Familiengeschichte stellen; ein Schulausflug verläuft anders als geplant; eine Entführung rund um den Effzeh geht schief; ein Nachbarschaftsstreit eskaliert; ein Mann erfährt etwas über seine Kindheit und ein Sohn will den Tod seines Vaters und Großvaters rächen. Man merkt schon: Inhaltlich sind die Geschichten sehr vielfältig. Was sie eint, ist der Handlungsort Köln: So spazieren wir durchs Eigelstein-Viertel, begeben uns nach Deutz, besuchen das Römisch-Germanische Museum, die Hohenzollernbrücke und die Goldene Kammer in St. Ursula. Einzelne Handlungsorte und Hintergrundinformationen sind in allen Geschichten fundiert recherchiert und werden jeweils nach den Geschichten in 125 sog. „Freizeittipps“ erläutert (Der Begriff Freizeittipp ist hier weit gefasst und beinhaltet eher Informationen zur Geschichte Kölner Orte (z. B. zum Hauptbahnhof, Museen oder dem Volksgarten)). Die Erzählperspektive der einzelnen Geschichten differiert: So finden sich neben Er-/Sie- und Ich-Erzähler auch allwissende Erzählinstanzen und ein Du-Erzähler. Tempomäßig werden die Geschichten spannungsreich und durchdacht erzählt, wobei auch mit Lesegewohnheiten gespielt wird (insbesondere „Vatermörder“ ist hier hervorzuheben). Insgesamt ist „Wer mordet schon in Köln?“ eine spannende Kriminalgeschichten-Anthologie mit viel Lokalkolorit.

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Veröffentlicht am 08.05.2025

Ein schöner Fantasyroman

Der Palast im Himmel
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Inhalt: Der junge Abdullah führt ein ruhiges Leben als Teppichhändler im Sultanat Rashput – bis ein Fremder erscheint, der ihm einen fliegenden Teppich verkauft. Dieser führt Abdullah nächtens in einen ...

Inhalt: Der junge Abdullah führt ein ruhiges Leben als Teppichhändler im Sultanat Rashput – bis ein Fremder erscheint, der ihm einen fliegenden Teppich verkauft. Dieser führt Abdullah nächtens in einen prachtvollen Garten, in dem er der Prinzessin Blume-in-der-Nacht begegnet. Beide verlieben sich augenblicklich ineinander, doch gerade, als sie Pläne für ihre Zukunft schmieden, erscheint ein Djinn, der die Prinzessin entführt…

Persönliche Meinung: „Der Palast im Himmel“ ist ein Fantasyroman von Diana Wynne Jones. Er spielt in der Welt von „Das wandelnde Schloss“, weshalb es sinnvoll ist, zuerst den ersten Teil der Reihe zu lesen. Erzählt wird die Handlung von einem allwissenden Erzähler, der meist in die Perspektive von Abdullah schlüpft. Gerade der Beginn der Handlung ist von den „Geschichten aus tausendundeiner Nacht“ inspiriert: Abdullah muss, ausgestattet mit einem magischen Teppich sowie einem Flaschengeist, einige Abenteuer bestehen, um Blume-in-der-Nacht wiederzusehen (wie bspw. einen Banditenüberfall); märchenhafte Elemente besitzen besonders Blume-in-der-Nacht und ihr Garten. Je weiter die Handlung voranschreitet, desto deutlicher wird aber, dass „Der Palast im Himmel“ in der gleichen Welt wie „Das wandelnde Schloss“ spielt. So sucht Abdullah Handlungsorte aus dem Vorgängerroman auf und trifft auf bereits bekannte Figuren (wie z. B. Sophie oder Howl). Dabei ist die Einbindung der „Das wandelnde Schloss“-Figuren schön durchdacht und mit der ein oder anderen überraschenden Wendung verbunden (hierzu würde ich gerne viel mehr schreiben, weil ich das wirklich klasse fand, aber dadurch würde ich zu viel spoilern). Der Erzählstil ist anschaulich und detailliert, sodass beim Lesen unweigerlich ein Kopfkino entsteht. Auch ist „Der Palast im Himmel“ eine humorvolle Erzählung: Einerseits wird häufig ein ironischer Ton angeschlagen. Um nur ein Beispiel zu nennen: Abdullah spricht mit ausgesuchter Höflichkeit, was bisweilen zu humorvollen Anreden führt. Andererseits bricht der Roman im großen Finale mit dem zu Beginn der Handlung anzitierten „damsel in distress“-Trope, was zu einigen lustigen Szenen führt. Insgesamt ist „Der Palast im Himmel“ ein flüssig zu lesender Fantasyroman mit einigen schönen Wendungen.

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Veröffentlicht am 08.05.2025

Ein interessant erzählter Roman über eine besondere Freundschaft

Wohnverwandtschaften
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Inhalt: Nach der Trennung von ihrem Lebensgefährten ist Constanze auf der Suche nach einer neuen Wohnung – und wird in der Wohngemeinschaft von Jörg, Anke und Murat fündig. Hier treffen vier Charaktere ...

Inhalt: Nach der Trennung von ihrem Lebensgefährten ist Constanze auf der Suche nach einer neuen Wohnung – und wird in der Wohngemeinschaft von Jörg, Anke und Murat fündig. Hier treffen vier Charaktere mit Lebensentwürfen, die nicht unterschiedlicher sein könnten, aufeinander. Doch als sich einer der vier verändert, müssen die anderen drei überlegen, wie sie in Zukunft weiterleben möchten…

Persönliche Meinung: „Wohnverwandtschaften“ ist ein Roman über Freundschaft von Isabel Bogdan. Dabei ist die Wohngemeinschaft, über die der Roman handelt, bunt zusammengemischt: Der verwitwete Jörg, dem die Wohnung gehört, plant eine große Reise; die Schauspielerin Anke sorgt sich um ihre Zukunft, denn aufgrund ihres Alters wird sie immer weniger für Engagements gebucht; die Zahnärztin Constanze ordnet ihr Leben nach der Trennung von ihrem Lebensgefährten neu und Murat möchte einfach das Leben genießen. Erzählt wird die Handlung einerseits aus den Ich-Perspektiven der einzelnen Figuren. Dabei nutzt Isabel Bogdan einen Kniff: Mehrere Szenen (z. B. eine Feier) werden aus allen vier Perspektiven erzählt, sodass sich für die Lesenden mosaikartig ein Gesamtbild der jeweiligen Szenen zusammensetzt, das Bewertungen, Gefühle und Sichtweisen aller Protagonisten enthält. Stark beschrieben fand ich insbesondere die Perspektive von Jörg: Dieser leidet zunehmend an Demenz, sucht Wörter und begibt sich dabei auf kognitive Abwege, was eindrücklich und berührend dargestellt wird. Daneben wird auch stellenweise ein neutrales Erzählverhalten benutzt: Wie in einem Drama werden lediglich die Äußerungen der Figuren aufgeschrieben, was ich sehr interessant fand, da man dieses Erzählverhalten wenig liest. Trotz allem konnte mich die Handlung nicht komplett überzeugen: Zwar verändert sich aufgrund unterschiedlicher (z. T. dramatischer) Ereignisse die Gruppenchemie über die Handlung hinweg, allerdings konnte mich dies kaum mitreißen, was möglicherweise daran lag, dass mir die Identifikation mit den Protagonisten schwer fiel. Insgesamt ist „Wohnverwandtschaften“ ein interessant erzählter Roman über eine besondere Freundschaftsgruppe, der eine geeignete Lektüre für zwischendurch ist.

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Veröffentlicht am 30.04.2025

Ein Zamonien-Roman mit gewohnt kreativen Ideen, allerdings auch mit Längen

Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr
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Inhalt: Prinzessin Dylia, die selbsternannte „Prinzessin Insomnia“, leidet unter Schlaflosigkeit. Kein Mittel kann ihr helfen, die Mediziner sind mit ihrem Latein am Ende. Eines Nachts steht der alptraumfarbene ...

Inhalt: Prinzessin Dylia, die selbsternannte „Prinzessin Insomnia“, leidet unter Schlaflosigkeit. Kein Mittel kann ihr helfen, die Mediziner sind mit ihrem Latein am Ende. Eines Nachts steht der alptraumfarbene Nachtmahr Havarius Opal in ihrem Zimmer. Dieser hat die Mission, Dylia in den Wahnsinn zu treiben – allerdings nimmt er sie zuvor noch mit auf eine Reise. Zielort: Das Gehirn Dylias, wo sie ihrem Denken und ihren Träumen nachspüren kann.

Persönliche Meinung: „Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr“ ist ein phantastischer Roman von Walter Moers. Es handelt sich um den 7. Band des Zamonien-Zyklus; da die Handlung aber in sich abgeschlossen ist und der Roman auch sonst wenig Querverweise zu den anderen Bänden zieht, kann er auch ohne Kenntnis anderer Teile des Zyklus gelesen werden. Die Struktur der Handlung folgt einem Abenteuerroman: Dylia und Havarius reisen in Dylias Gehirn und bestehen dort verschiedene Missionen. Hier finden sich zwar einige wirklich schöne, fantasievolle sowie kreative Ideen (z. B. die Pfauenwörter, die Dylia finden muss; die Ideenschmetterlinge, der Friedhof des bunten Humors oder der Thalamus, der durch die Egozetten stark bürokratisiert ist), allerdings wirken die einzelnen Episoden austauschbar: Dylia und Havarius stolpern eher von einer Episode zur nächsten, ohne dass ein roter Faden ersichtlich ist. Zudem werden einzelne Episoden sehr ausführlich beschrieben (Havarius erklärt Dylia (und den Lesenden) sehr viel), wodurch der Roman für mich mehrere Längen hatte. Die Sprache des Romans ist wiederum, wie man es von Moers gewohnt ist: farbenprächtig, detailliert und mit Wortwitz. Apropos „Farbe“: Wie andere Zamonien-Romane ist auch „Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr“ reich illustriert. Diesmal aber nicht schwarz-weiß, sondern in schön bunten, zur Handlung stimmigen Aquarellen, die von Lydia Rode stammen. Insgesamt ist „Prinzessin Insomnia und der alptraumfarbene Nachtmahr“ nicht der stärkste Zamonien-Roman. Dafür fehlte mir der rote Faden und die gewisse Spannung (kleinere Wendungen am Ende konnten die Längen im Mittelteil für mich nicht wettmachen). Dennoch: Er ist schön fabulierend geschrieben, passend illustriert und strotzt vor kreativen Ideen, sodass er (gerade für hartgesottene Moers-Fans) trotzdem eine Pflichtlektüre ist.

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