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Veröffentlicht am 16.09.2018

Regel gut, doch man braucht das Buch nicht zwingend

Die 5 Sekunden Regel
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Mel Robbins war am Boden angelangt, als sie vor einigen Jahren nicht mal mehr die Motivation hatte, aus dem Bett zu steigen, wenn der Wecker klingelt. Eines Tages erfand sie, mehr durch einen Zufall, die ...

Mel Robbins war am Boden angelangt, als sie vor einigen Jahren nicht mal mehr die Motivation hatte, aus dem Bett zu steigen, wenn der Wecker klingelt. Eines Tages erfand sie, mehr durch einen Zufall, die 5-Sekunden-Regel. Die Regel verspricht ein besseres Leben, man kann laut der Autorin alles damit schaffen. In ihrem Buch erklärt sie die Anwendung, Hintergründe und Informationen über die Regel.

„Die 5-Sekunden-Regel“ zu probieren, war für mich eher eine Spontanentscheidung. Sachbücher lese ich außerhalb der Schule generell selten. Trotzdem dachte ich mir: „Ob das wohl halten kann, was es verspricht?“ Umso erfreuter war ich dann, als ich das Buch tatsächlich lesen durfte.
Cover und Aufmachung sind erstmal super. Das Buch sieht schön und hochwertig aus (was es bei 18 Euro für etwa 250 Seiten meiner Meinung nach auch sollte) und das Format hat mir beim Lesen ziemlich gut gefallen.
Innen, finde ich, wurde die Aufmachung weiterhin sehr schön umgesetzt. Die einzelnen Kapitel wurden durch Deckblätter und Seiten mit anspornenden Sprüchen unterteilt. Letztere sind wohl zum Herausschneiden und Aufhängen gedacht, was ich allerdings selbst nicht tun würde (eine ganze Seite aus einem Buch herauszuschneiden ginge dann doch zu weit). Jedoch gefällt mir die Idee trotzdem, da es zwischen den vielen Informationen wie kleine Pausen war, was das Lesen erleichtert hat.
Außerdem wurden zahlreiche Social-Media-Posts bezüglich der Regel abgedruckt, die von Menschen stammen, die die Regel für sich selbst nutzen und ihre Erfahrungen teilen.
An sich fand ich den Text recht interessant. Die 5-Sekunden-Regel scheint mir plausibel und ich kann mir auch vorstellen, sie hin und wieder selbst anzuwenden. Allerdings muss ich sagen, dass ich das Gefühl hatte, dass nach einer Zeit oft das gleiche wiederholt wurde, was vorher schon einige Male genannt wurde. Und wenn ich ehrlich bin, hat mich das auf Dauer ein wenig genervt.
Ein weiterer Minuspunkt: mir kommt es vor, als würde ein Viertel des Buches nur aus Anpreisungen für die 5-Sekunden-Regel bestehen. Natürlich ist es gut, wenn man zu seinen Ideen steht und es soll ja auch genannt werden, wozu die Regel fähig ist, aber manchmal war es mir einfach zu viel.
Ich habe die Regel selbst erst wenig ausgetestet. Die paar Male schien es, als würde es funktionieren, doch ich bin mir nicht sicher, ob es vielleicht einfach daran lag, dass ich wollte, dass es geht. Nun ja, wenn man den Posts glaubt, die im Buch zu finden sind - und diese sind laut Vorwort alle echt - dann muss wohl wirklich was dran sein. Ich werde es bei kleineren Dingen versuchen, kann ja nicht schaden, und sehen, was passiert. Ob sich dadurch wirklich mein ganzes Leben verändern wird? Ich weiß es nicht. Vielleicht ja, vielleicht aber auch nicht. Die gute Nachricht ist, es zu versuchen kostet nichts.

Es erstmal zu versuchen würde ich auch all denen raten, die an der Regel interessiert sind. Ich selbst habe mir Mel Robbins TED-Talk nicht angesehen, ich bin ja mittlerweile eine regelrechte Expertin, nachdem ich jetzt das Buch gelesen habe, aber soweit ich weiß, kann man diesen sogar auf YouTube finden. Vielleicht weiß man dann schon genug, das Buch würde ich jedenfalls nur denen empfehlen, die sich wirklich eingehend mit dem Thema beschäftigen wollen. Allem anderen wird vermutlich schnell langweilig werden und dann lohnt es sich nicht, so ein (doch ziemlich teures) Buch zu kaufen.

Veröffentlicht am 14.09.2018

Stimmt einen nachdenklich

Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren
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Suzy ist zwölf und hat schon mehr durchgemacht als die meisten anderen in diesem Alter: ihre beste Freundin ist vor kurzem ertrunken. Es sei einfach so passiert, sagt ihre Mutter - doch das kann Suzy einfach ...

Suzy ist zwölf und hat schon mehr durchgemacht als die meisten anderen in diesem Alter: ihre beste Freundin ist vor kurzem ertrunken. Es sei einfach so passiert, sagt ihre Mutter - doch das kann Suzy einfach nicht glauben. Sie will eben nicht akzeptieren, dass es einfach so passiert sein soll. Sie entscheidet sich, nicht mehr überflüssig zu reden, doch je stiller sie nach außen hin ist, desto lauter sind ihre Gedanken.

„Die Wahrheit über Dinge, die einfach passieren“ landete sofort auf meiner Wunschliste, als ich es das erste Mal sah. Das Cover ist ein absoluter Eyecatcher - auch wenn die Schriftfarbe meiner Meinung nach nicht ganz passt, der Rest ist einfach traumhaft.
Ich würde dieses Buch nicht als normales Buch bezeichnen. Also klar, was ist denn schon ein „normales Buch“, aber trotzdem, dieses ist definitiv etwas besonderes. Dadurch, dass die Kapitel ziemlich kurz sind und durch Definitionen, Listen und so weiter aufgelockert werden, lässt es sich gut lesen, obwohl der Schreibstil teilweise richtig poetisch und philosophisch ist.
Suzy als Charakter ist sehr interessant. Sie wurde mir zwar nicht hundertprozentig sympathisch, aber ich mochte sie schon. Einige Aktionen ihrerseits, von denen man erst später erfährt, fand ich zwar nicht richtig (ich möchte das jetzt nicht weiter erklären - keine Spoiler), aber da niemand immer alles richtig macht, kann ich darüber hinwegsehen.
Dadurch, dass die ganze Geschichte auf Suzy’s Empfindungen und Gedanken basiert, steht sie selbst natürlich sehr im Fokus der Geschichte, was durch ihr „Nichtreden“ noch verstärkt wird, aber trotzdem mochte ich viele der Charaktere, die man ansonsten kennengelernt hat, richtig gerne.
Die Lehrerin zum Beispiel sagt viele inspirierende Dinge.
Was mir besonders aufgefallen ist, ist folgendes: für mich ist das Buch kein Kinderbuch. Ich würde es wahrscheinlich eher als „ab 16“ einstufen, denn Kinder lesen vermutlich eher „zum Spaß“, und dieses Buch ist meiner Meinung nach eher etwas, was man lesen sollte, wenn man etwas zum drüber Nachdenken sucht.
Außerdem muss man es mögen, viele Informationen auf einmal zu bekommen. Nach dem Lesen weiß man über Quallen auf jeden Fall Bescheid...

Mein Fazit also: Ein sehr schönes Buch, aber keine fünf Sterne, da mir die zweite Hälfte ein wenig zu unrealistisch wurde. Ansonsten toll!

  • Cover
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Charaktere
  • Thema
Veröffentlicht am 26.08.2018

Muss man mögen

Die Saphirtür
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England, 1957. Isla Hall, die seit kurzem bei den wohlhabenden Austins eingestellt ist, um deren kleine Tochter Ruby zu unterrichten, merkt, dass diese von Tag zu Tag müder und erschöpfter zu sein scheint. ...

England, 1957. Isla Hall, die seit kurzem bei den wohlhabenden Austins eingestellt ist, um deren kleine Tochter Ruby zu unterrichten, merkt, dass diese von Tag zu Tag müder und erschöpfter zu sein scheint. Als Ruby Isla dann auch noch erzählt, dass sie nicht mehr träumen könne, ist Isla alamiert. Etwas stimmt nicht. Eines Nachts findet Isla in Rubys Zimmer eine Tür – eine Tür, die es eigentlich gar nicht geben dürfte. Was geht in Silverton House vor sich? Und was haben Islas eigene Träume, die im Gegensatz zu Rubys träumen nur allzu ausgeprägt sind, damit zu tun?

„Die Saphirtür“ ist mein erstes Werk von Stefanie Lasthaus. Ich wusste nicht, was mich erwarten würde, und jetzt, nach dem Lesen, muss ich sagen, dass ich zwiegespalten bin.
Einerseits finde ich die Idee des Romans wirklich spannend. Das Thema Träume interessiert mich sowieso sehr, und daher war ich sehr gespannt darauf, wie es in diesem Buch umgesetzt werden würde.
Was mir bei diesem Buch sehr aufgefallen ist, ist die Atmosphäre. Meiner Meinung nach werden die Settings, z.B. die Welt innerhalb des Manifests, sehr gut beschrieben, sodass ich mir alles bildlich vorstellen konnte. Teilweise waren die Szenen auch sehr spannend und die Seiten flogen nur so dahin (ja, teilweise – darauf komme ich später nochmal zurück).
Das Setting, Silverton House, fand ich auch gut. Auch hier finde ich, dass die Stimmung gut eingefangen wurde und man einfach eine gute Vorstellung davon bekommt, wie das Leben in Silverton ist.
Die Hauptcharaktere waren größtenteils sympathisch. Zwar konnte ich mich nicht hundertprozentig mit ihnen identifizieren, das stört mich aber nicht weiter. Immerhin sind Menschen unterschiedlich und daher kann ja auch nicht jeder Buchcharakter so sein, wie ich es bin. Ruby ist wirklich goldig und einer meiner Lieblingscharaktere. Etwas irritiert war ich allerdings davon, wie Isla scheinbar instinktiv wusste, dass sie Jeremy vertrauen kann. Klar, es ist ein Fantasybuch, aber das steht ja in keinem Zusammenhang mit den Manifesten. Die Beziehung zwischen den beiden schien sich gar nicht wirklich zu entwickeln, sondern war plötzlich einfach da.
Den Teil der Geschichte um Amel Marduk fand ich ziemlich spannend und ausgeklügelt gemacht.

Den Schreibstil stelle ich bewusst in die Mitte, denn dieser ist einfach Geschmackssache. Ich persönlich hatte so meine Probleme damit, aber Fans von historischen Romanen würden ihn wahrscheinlich sehr wertschätzen. Man muss sich einfach klar machen, dass es sich bei „Die Saphirtür“ nicht um Jugendfantasy handelt (auch wenn das Cover meiner Meinung nach so aussieht) und der Schreibstil dementsprechend auch nicht so ist. Nichtsdestotrotz war der Schreibstil definitiv interessant, auch wenn es für mich etwas länger zu Lesen gedauert hat als üblich. Er lässt sich der Kategorie „Muss man mögen“ zuordnen. Wer zu dieser Kategorie gehört, dem wird das Buch sicherlich gefallen.

„Die Saphirtür“ hatte auch seine Schwachstellen. Irgendwie ist total offengeblieben, was genau es mit den Traummanifesten auf sich hat. Genau so vage verhält es sich mit Islas verstorbener Schwester. Es wird zwar am Rande erwähnt, dass diese der Grund für den Keil zwischen Isla und ihren Eltern ist, aber eine wirkliche Bedeutung für die Handlung hat Islas Schwester nicht.
Für „Die Saphirtür“ habe ich tatsächlich außerordentlich lange gebraucht, weil die Handlung sich manchmal etwas zog und mir daher schnell langweilig wurde.

Mein Tipp daher an alle, die überlegen, sich „Die Saphirür“ zuzulegen: Vor dem Kauf die Leseprobe durchlesen. Man merkt ziemlich schnell, ob es was für einen ist.

Veröffentlicht am 19.08.2018

Ich bin begeistert

I love you heißt noch lange nicht Ich liebe dich
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Das Hobby der 17-Jährigen Lilly ist das Schauspielen, was sie letztendlich auch zum Synchronsprechen führt. Sie hat das Glück, die weibliche Hauptrolle im Hollywoodfilm "Die Verlorenen" sprechen zu dürfen. ...

Das Hobby der 17-Jährigen Lilly ist das Schauspielen, was sie letztendlich auch zum Synchronsprechen führt. Sie hat das Glück, die weibliche Hauptrolle im Hollywoodfilm "Die Verlorenen" sprechen zu dürfen. Wäre da doch nur nicht Ben, der die männliche Hauptrolle spricht! Er scheint Lilly vom ersten Moment an nicht leiden zu können, obwohl er sie überhaupt nicht kennt. Wie soll Lilly mit ihm zusammen die vielen Szenen sprechen, vor allem, wo ihre Rollen sich ineinander verlieben?

Eigentlich hätte ich diesem Buch 4,5 Sterne gegeben, da es meiner Meinung nach nicht hundertprozentig perfekt ist (was es natürlich auch nicht sein muss). Da das aber nicht überall möglich ist, gebe ich gerne 5 Sterne - ich bin positiv überrascht! Das Autorenduo Cleo Leuchtenberg hat mit "I love you heißt noch lange nicht Ich liebe dich" einen gelungenen Debütroman veröffentlicht.
Als erstes muss ich sagen, dass die Idee wirklich frisch und spannend war. Ich habe tatsächlich vorher noch kein Buch zum Thema Synchronsprechen in die Hände bekommen und es war dementsprechend spannend für mich, auch in diesem Bereich mal einen Blick hinter die Kulissen bekommen zu können, obwohl es vielleicht im ersten Moment nicht so interessant scheint wie die Schauspielerei am Film selbst. In dieser Hinsicht wurde ich auf jeden Fall eines Besseren belehrt. Natürlich sind die Synchronsprecher nicht so berühmt wie die Schauspieler, mit einem VIP-Leben rechnen sollte man also nicht, trotzdem war die Geschichte spannend und ich wollte es gar nicht mehr aus der Hand legen.
Die Handlung selbst hat mir gut gefallen, auch wenn ich mir gewünscht hätte, dass einige Themen nicht nur so grob angerissen wären. Zum Beispiel hätte ich gerne noch ein wenig mehr über Bens Mutter erfahren. Ansonsten muss ich aber sagen, dass die Geschichte sehr realistisch geblieben ist, es also keine übertriebenen “Hochphasen” oder ähnliches gab, was ich sehr gut finde. Ben und Lilly sind sympathische Charaktere mit nachvollziehbaren Problemen, die wirklich keine Lappalien sind. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass es mir manchmal zu offensichtlich war, dass Bens und Lillys Geschichte größtenteils Raids und Paytons Geschichte gleicht, allerdings fängt sich das zum Ende hin auch wieder.
Auch den Schreibstil fand ich angenehm, er ließ sich flüssig lesen und man kommt schnell durch die Seiten. Hin und wieder fand ich es etwas verwirrend, dass die Erzählperspektive plötzlich von der ersten Person Singular zu “du” wechselte oder wie Lillys Sicht plötzlich in Paytons übergeht. Wer das Buch gelesen hat, wird wissen, was ich meine.
Da mir der Rest aber so gut gefallen hat, bin ich gerne bereit, über diese kleinen Schönheitsfehler hinwegzusehen. Da auch noch das Cover so schön ist (meist finde ich weiße Cover nicht so schön, aber hier passte es irgendwie – hat was von einem Drehbuch) und der Titel einfach so passend gewählt ist, sind die 5 Sterne wohlverdient.

Veröffentlicht am 07.08.2018

Unglaublich bewegende Geschichte, die im Kopf bleibt

Ein Song bleibt für immer
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Schon in ihrer Jugend wurde Alice gesagt, sie könne ihren Traum, Sängerin zu werden, nicht verwirklichen. Das hat auch einen Grund: Alice hat Mukoviszidose, eine sehr schwere Lungenkrankheit. Es ist ein ...

Schon in ihrer Jugend wurde Alice gesagt, sie könne ihren Traum, Sängerin zu werden, nicht verwirklichen. Das hat auch einen Grund: Alice hat Mukoviszidose, eine sehr schwere Lungenkrankheit. Es ist ein Wunder, dass sie überhaupt erwachsen werden durfte, und der Arzt gibt ihr nur noch wenige Jahre. Ihr Leben wird durch die Krankheit stark eingeschränkt, doch sie möchte sich nicht aufhalten lassen und versucht, ihr Ziel zu erreichen.
Als Tom Alice das erste Mal sieht, ist er sofort hin und weg. Doch noch weiß er nicht, was für eine Rolle Alice´ Krankheit in ihrem Leben spielt.
Können die Beiden es schaffen, der Mukoviszidose zu trotzen?
Und wird Alice ihre Träume verwirklichen können?

Cover:
Das Cover finde ich ganz schön. Meiner Meinung nach ist es aber nichts besonderes. Trotzdem finde ich die Idee, es wie eine Schallplatte aussehen zu lassen, gut, da es (zusammen mit dem Titel) auf eines der Hauptthemen der Geschichte hinweist.

Meine Meinung:
Vorab möchte ich darauf hinweisen, dass es sich hierbei um einen Roman handelt, der auf der wahren Geschichte von Alice Martineau basiert. Man kann deren Lieder zum Beispiel im Internet finden. Ich würde es allerdings nicht empfehlen, sie zu recherchieren, da das die Geschichte spoilern könnte.
Jetzt aber zum Buch selbst.
Alice ist ein wundervoller Hauptcharakter. Obwohl sie so ein schlimmes Schicksal hat – oder vielleicht auch gerade deswegen – ist sie ein unglaublich starker Mensch. Es war wirklich schon zu lesen, wie sie immer wieder aufgestanden ist, egal wie schlecht es ihr ging.
Tom mochte ich ebenfalls, wenn ich ihn auch nicht für so „inspirierend“ empfunden habe wie Alice. Ich finde es aber sehr toll on ihm, dass er mit Alice zusammen sein will, obwohl im die Risiken der Mukoviszidose bekannt sind.
Mit einigen wenigen Ausnahmen waren auch die anderen Charaktere wunderbar liebenswürdig, was beim Lesen dieser doch etwas traurigen Geschichte stets Trost gespendet hat.
Auch ansonsten fand ich das Buch wunderschön. Die Handlung ist vielleicht ein klein wenig vorhersehbar, was mich persönlich aber nicht stört. Man kann die Geschichte aus drei Perspektiven verfolgen: Alice´ selbst, Toms und in Form von Tagebucheinträgen von Alice´ Mutter Mary.
Im Nachhinein muss ich sagen, dass ich bei den ersten Kapiteln doch erwartet hätte, dass der Fokus am meisten auf der Liebesgeschichte zwischen Alice und Tom liegen würde. Diese ist zwar tatsächlich eines der Themen, die im Mittelpunkt stehen, doch auch Alice´ Gesangskarriere, ihre Beziehungen zu Freunden und Familie und ihre Krankengeschichte werden intensiv behandelt. Das Gleichgewicht zwischen den verschiedenen Handlungssträngen ist meiner Meinung nach genau richtig.
Der Schreibstil war durchgehend flüssig zu lesen und sehr angenehm. Alice Peterson schafft es mit diesem Buch, Alice Martineau zurück in die Öffentlichkeit zu bekommen, und das gibt dem Buch das gewisse Etwas. Man merkt einfach, dass dieses Buch eine Seele hat.B esonders am Ende hatte ich eine richtige Gänsehaut (bei 35° C am Badesee) und musste die Tränen wirklich zurückhalten.
Ich habe während des Lesens die Erfahrung gemacht, dass ich total oft daran erinnert wurde, wie gut es mir eigentlich geht. Ich glaube, diese Erinnerung daran braucht man einfach manchmal. Außerdem habe ich daraus eines gelernt: es gibt Krankheiten, die man nicht von außen sieht, aber dass man sie nicht sieht, macht sie nicht weniger schlimm. Mit diesem Problem hat Alice oft zu kämpfen – wenn sie zum Beispiel nach dem Treppenlaufen außer Puste ist, ist es für sie leichter, einfach eine Fußverletzung vorzugeben.

Fazit:
Auf jeden Fall lesenswert! „Ein Song bleibt für immer“ ist eine sehr bewegende Geschichte, die noch lange im Kopf bleibt. Dass die Augen trocken bleiben, ist nicht garantiert.

  • Cover
  • Authentizität
  • Charaktere
  • Gefühl
  • Thema