Isa und Bella lernen sich erst kennen, als ihr Vater ihnen ein herrschaftliches Anwesen vererbt, allerdings mit einer Tante darin, die lebenslanges Wohnrecht hat und mehr oder weniger alles bestimmen darf.
Das ...
Isa und Bella lernen sich erst kennen, als ihr Vater ihnen ein herrschaftliches Anwesen vererbt, allerdings mit einer Tante darin, die lebenslanges Wohnrecht hat und mehr oder weniger alles bestimmen darf.
Das Cover und die Erwartung eine Geschichte zu bekommen, in der sich unterschiedliche Charaktere zusammenraufen, haben mich zu dem Buch greifen lassen. Bekommen habe ich aber leider eine Sammlung von Charakteren, die ich alle mehr als seltsam empfunden habe. So viele übergriffige Personen auf einem Haufen sind mir selten untergekommen. Der Vater, der sich ein Leben lang kaum um die Töchter kümmert, die eine Mutter, die ihrer Tochter ein Leben lang erzählt, der Vater wäre gestorben und einen Großtante, die jedem im Haus vorschreiben will, wie man zu leben hat.
Für mich war das leider nichts, daher keine Leseempfehlung.
Lebensbande erzählt die Geschichte von Lene, Nora und Lieselotte. Lene verliert Anfang der dreissiger Jahre durch ein Missverständnis ihre erste große Liebe und bekommt ein Kind, dessen Geburt so schwierig ...
Lebensbande erzählt die Geschichte von Lene, Nora und Lieselotte. Lene verliert Anfang der dreissiger Jahre durch ein Missverständnis ihre erste große Liebe und bekommt ein Kind, dessen Geburt so schwierig war, dass der Kleine in seiner Entwicklung eingeschränkt ist. Für die damaligen Machthaber ein Grund ihn auszusondern und gegebenenfalls auch zu entsorgen. Da trifft Lene auf Nora, die ihren Sohn als Krankenschwester betreut und die ihr hilft Leo aus der Schusslinie zu bringen. Was dazu führt, dass Nora selbst genau darin landet. Sie wird nach Danzig versetzt, wo sie in Lieselotte eine Freundin findet. Doch als der Krieg endet, werden beide in die Sowjetunion in ein Gulag verschleppt. Und auch hier schlägt das Schicksal wieder erbarmungslos zu.
Das Buch spielt mit den Zeitebenen und der Sicht der Protagonisten. So wechseln wir immer wieder aus den neunziger Jahren, in denen Nora von ihrer Vergangenheit eingeholt wird, in die Zeit der Nazis, des Krieges und der Nachkriegszeit. So entwickelt sich die Geschichte nach und nach auch aus der Perspektive von Nora und Lene.
Mich hat das Buch sehr berührt. Lene und das Schicksal ihres Sohnes Leo, der einfach etwas länger als andere Kinder braucht, machen wieder deutlich wie menschenverachtend das System der Nazis einfach war. Wer nicht zu hundert Prozent dem Führer dienen konnte wurde sofort ausgesondert und aus der Gesellschaft entfernt.
Noras Geschichte wiederum erzählt eben auch, dass für viele Menschen im Osten der Krieg eben nicht 1945 beendet war. Ich denke vielen ist es nicht klar, dass nicht nur Männer in Kriegsgefangenschaft ums Leben kamen, sondern eben auch Frauen, die gezielt am Ende des Krieges in Arbeitslager verschleppt wurden und dort am Ende mit Segen der Alliierten als menschliche Reparationsleistung der Deutschen gesehen wurden.
Ich kann das Buch auf jeden Fall empfehlen. Das Schicksal dieser Frauen berührt und lässt einen nachdenklich werden.
1946, der Krieg ist zu Ende, die Not allerdings noch nicht. Im zerstörten Hamburg gibt die ehemalige Schauspielerin Friede den beiden Jugendlichen Gert und Gisela Unterschlupf in ihrem Keller. Die beiden ...
1946, der Krieg ist zu Ende, die Not allerdings noch nicht. Im zerstörten Hamburg gibt die ehemalige Schauspielerin Friede den beiden Jugendlichen Gert und Gisela Unterschlupf in ihrem Keller. Die beiden machen sich dafür nützlich und Friede ist nicht mehr so allein. Doch alle haben mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen. Die jungen Leute wissen nicht was mit ihren Familien passiert ist und Friede kämpft mit den Erinnerungen an ihre Liebhaber.
Carmen Korn erzählt diese Geschichte wieder einmal im Nachkriegshamburg, doch diesmal handelt es sich um einen Einzelband. Es geht um Schuld, die man im dritten Reich auf sich geladen hat und um durch den Krieg auseinander gerissene Familien. Gert hat Mutter und Schwester verloren, die Schwester ist verschollen, niemand scheint Auskunft geben zu können. Und bei Gisela war die Familie eigentlich schon vor dem Feuersturm, bei dem die Mutter wohl um Leben kam, nicht mehr intakt. Warum sich der Vater aber nie mehr gemeldet hat, bleibt lange unklar.
Der Autorin gelingt wieder eine detailreiche Schilderung der Zeit. Die Kälte, die Not und die Umstände, in der die Menschen so kurz nach dem Krieg hausten werden deutlich sichtbar. Aber auch der vorsichtige Aufschwung am Beginn der 50er Jahre. und der Zusammenhalt der Menschen über Generationen hinweg.
Ich mochte das Buch wieder sehr gerne und kann es daher auf jeden Fall empfehlen.
Imogen scheint ein erfolgreiches Leben zu führen, toller Job, ein Hund und eine liebende Familie. Was aber niemand weiß ist, dass das alles eine Lüge ist. Imogens Mutter lehnt sie ab und Imogen fürchtet ...
Imogen scheint ein erfolgreiches Leben zu führen, toller Job, ein Hund und eine liebende Familie. Was aber niemand weiß ist, dass das alles eine Lüge ist. Imogens Mutter lehnt sie ab und Imogen fürchtet nichts so sehr wie Weihnachten. Als sie eines Tages bei der Arbeit unter anderem auch wegen des übergriffigen Verhaltens ihrer Mutter zusammenbricht und in den Zwangsurlaub geschickt wird, bietet ihr ihre Lieblingskundin Dorothy an, bei sich in ein Cottage zu ziehen und dort ein wenig auszuspannen. Was Imogen nicht weiß ist, dass hinter Dorothys Verhalten noch viel mehr steckt.
Ich habe das Buch wieder gerne gelesen. Lange Zeit tappt man im Dunkeln, was Imogen und Dorothy denn nun wirklich verbindet, aber man kommt als Leser langsam, aber sicher drauf. Die Auflösung gibt es aber erst relativ spät im Buch. Irgendwie hatte ich auch am Ende ein wenig das Gefühl, dass die Geschichte noch ein paar mehr Seiten vertragen hätte um wirklich rund zu werden.
Aber das Ambiente und das Gefühl in dem kleinen Ort, in dem Dorothy mit ihrer Familie lebt, hat mich wieder ein wenig träumen lassen. Das kleine Cottage, in dem Imogen ihre Tage verbringt würde mir auch für einen Urlaub gefallen. Daher kann ich das Buch wieder empfehlen, es bringt ein wenig Weihnachtsvorfreude und auf jeden Fall ein paar schöne Lesestunden.
Biathlon ist schon seit langem meine bevorzugte Wintersportart. Ich mag einfach den Wechsel zwischen schnellem Langlauf und dem anschließenden Schießen und vor allem auch, dass die Fans länderübergreifend ...
Biathlon ist schon seit langem meine bevorzugte Wintersportart. Ich mag einfach den Wechsel zwischen schnellem Langlauf und dem anschließenden Schießen und vor allem auch, dass die Fans länderübergreifend die Sportler anfeuern und es keine Fanlager gibt.
Taufig Khalil hat sich mit diversen deutschen Biathleten getroffen und sie erzählen lassen, was für sie den Sport so einzigartig macht. Dabei kommen Magdalena Neuner, Ricco Groß, Sven Fischer, Laura Dahlmeier und viele andere aus allen Sportgenerationen zu Wort. Auch Dorothea Wierer und die Bø-Brüder bekommen ein Kapitel.
Mir hat das Buch großen Spaß gemacht und ich habe doch einiges über die Sportler erfahren, auch was sie angetrieben hat und gerade bei den Älteren, wie sie ihre Karriere in Zeiten von Ost und West erlebt haben.
Ich kann da Buch daher allen Freunden des Biathlon ans Herz legen. Ein gelungener Auftakt zur neuen Saison.