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Veröffentlicht am 20.05.2022

Zwischen Leben und Tod

Die hundert Jahre von Lenni und Margot
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Die 17 Jahre alte Lenni ist unheilbar krank und lernt im Krankenhaus Margot kennen. Zusammen mit der 83- jährigen Frau nimmt Lenni sich vor, 100 Bilder zu malen. Für jedes ihrer Jahre eins. Die Geschichte ...

Die 17 Jahre alte Lenni ist unheilbar krank und lernt im Krankenhaus Margot kennen. Zusammen mit der 83- jährigen Frau nimmt Lenni sich vor, 100 Bilder zu malen. Für jedes ihrer Jahre eins. Die Geschichte wird wechselseitig von den beiden erzählt.
Dabei flüchten sie aus der Krankenhausatmosphäre, da Margot viel aus ihrer Vergangenheit erzählt und Lenni ebenfalls ihr Leben preisgibt. Sie erleben Höhen und Tiefen und sind gleichzeitig im Jetzt gefangen. Die Lebensgeschichten sind durchaus interessant gewesen, doch Margots Part hat sich in zu vielen Details verloren. Es wirkte wie eine eher wie eine Aneinanderkettung von Ereignissen, als dass die beiden in einen Austausch darüber kamen. Besonders bewegt hat mich Lennis Hintergrund, bei dem ihr Vater eine große Rolle spielt. Die Autorin bringt die Zerrissenheit zwischen der kindlichen, traurigen Perspektive und dem der Kindheit entwachsenen, starken Frau auf den Punkt.
Andere Figuren tragen ebenfalls dazu bei, sich intensiv mit dem Leben und dem Sterben auseinanderzusetzen. Pater Arthur beleuchtet dies von einem religiösen Standpunkt, wobei ich mir gewünscht hätte, dass Lenni diesen weitergehend reflektiert. Die Geschichte regt zum Nachdenken an und widmet sich den philosophischen Fragen im Leben.
Insgesamt ein lesenswertes Buch über das Sterben, aber vor allem über das Leben, dass sich teilweise an Einzelheiten aufhält. 3 ½*

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Veröffentlicht am 16.05.2022

Überzeugender als Green Valley

A Place to Love
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Das in sonnenwarmen Tönen gehaltene Cover verspricht eine absolute Wohlfühlatmosphäre. Und Lilly Lucas schafft genau das über die authentischen Beschreibungen vom Leben auf einer Obstfarm. Hier fühlt sich ...

Das in sonnenwarmen Tönen gehaltene Cover verspricht eine absolute Wohlfühlatmosphäre. Und Lilly Lucas schafft genau das über die authentischen Beschreibungen vom Leben auf einer Obstfarm. Hier fühlt sich June wohl, auch wenn sie hart für ihren Lebensunterhalt schuften muss. Ich habe sie als zielstrebigen Familienmenschen kennengelernt, dessen Welt durch Henrys Auftauchen aus den Fugen gerät. Auch er war mir auf Anhieb sympathisch. Zunächst scheint er undurchdringlich, doch auch in ihm steckt ein weicher Kern.
Die Geschichte lebt von ihrer Emotionalität und den verschiedenen Facetten der Figuren. Von der Story selbst ist nicht allzu viel zu erwarten. Es wird das Schema F durchgekaut, dem ein Drama folgt. Auch die Fährten sind sehr offensichtlich angelegt. Hier hätte ich mir mehr innovative Ideen gewünscht, schließlich konnte auch die Prämisse des verheirateten Pärchens ohne Kontakt überzeugen.
Während mir der erste Teil der Green Valley Reihe aufgrund vieler ausbaufähiger Aspekte gar nicht zusagte, überzeugt die Autorin mit diesem Auftakt einer neuen Reihe umso mehr. Wer sich ein paar Stunden von der realen Welt ausklinken möchte, ist hier genau richtig.

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Veröffentlicht am 16.05.2022

Für Erwachsene gelungen

Sei wie ein Baum!
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das rücksichtsvolle Miteinander und nutzt dazu die Bäume als Parallele zu den Menschen. Die sich über Doppelseiten erstreckenden Illustrationen weisen zahlreiche Details auf. Mit wenigen kurzen Sätzen ...

das rücksichtsvolle Miteinander und nutzt dazu die Bäume als Parallele zu den Menschen. Die sich über Doppelseiten erstreckenden Illustrationen weisen zahlreiche Details auf. Mit wenigen kurzen Sätzen wird jeweils der Vergleich des Menschen zum Baum gezogen, wobei der Baum eine Vorbildfunktion einnimmt. Er ist standhaft und mit anderen vernetzt. Die Sätze regen zum Nachdenken an, jedoch kann ich mir nicht vorstellen, dass Kinder den vollen Gehalt erfassen. Um die Metaphorik und den tieferen Sinn dahinter zu verstehen, ist meiner Meinung nach die Erklärung eines Erwachsenen nötig.
Der Ebene des Baumes sowie des Menschen wird auch in der Nachbemerkung der Autorin noch Raum gegeben. Praktische Tipps helfen, mit der Ressource Baum bewusst umzugehen. Eine ausführliche Skizze über die verschiedenen Komponenten eines Baums bildet einen runden Abschluss, bei dem auch Erwachsene noch etwas lernen können.
Ein wundervolles und anregendes Buch über die Stärkung des Selbst und des sozialen Miteinanders eingebettet in Metaphorik, die eher in Erwachsenenhände gehört.

Veröffentlicht am 01.05.2022

Rasant

Violas Versteck (Tom-Babylon-Serie 4)
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Vorweg: Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es sich empfiehlt, die Reihenfolge der Bücher einzuhalten. Hierbei handelt es sich bereits um den vierten Teil und er spoilert wesentliche Elemente der ...

Vorweg: Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es sich empfiehlt, die Reihenfolge der Bücher einzuhalten. Hierbei handelt es sich bereits um den vierten Teil und er spoilert wesentliche Elemente der Vorgänger.
Mit den ersten Zeilen hat Marc Raabe mich in die Geschichte gesaugt. Ich bin schnell warm geworden mit dem Ermittler Tom sowie Sita, deren Situation in einem zweiten, asynchronen Handlungsstrang erzählt wird. Das Leseerlebnis wird besonders intensiv durch die retrograde Amnesie von Tom, wodurch der Leser mit ihm das Puzzle in seinem Kopf wieder zusammensetzen muss. Die Figuren sind nicht perfekt, haben Ecken und Kanten und das zeichnet sie aus. Die “bösen” Figuren waren für mich an einigen Stellen überbetont, wobei man gerade in dieser Geschichte nicht schwarz- weiß denken kann.
Der Autor setzt auf eine detailreiche Beschreibung, wodurch mir die erzählte Welt bildhaft vor Augen geführt wurde. Zugleich ist die Geschichte inhaltlich sehr dicht. Ein Ereignis folgt auf das nächste, ohne übereilt zu wirken. Die verschiedenen Handlungsstränge werden zum Abschluss zueinander geführt, wobei Raabe sich ausreichend Zeit nimmt, alles zu erklären.

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Veröffentlicht am 01.05.2022

Cozy Vibes

Der Tod macht Urlaub in Schweden
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Die Geschichte beginnt mit einer trügerischen Idylle. Die Einwohner eines Örtchens in Schweden scheinen alle zusammenzuhalten, doch als ein Mord geschieht, werden sie auf die Probe gestellt. Die junge ...

Die Geschichte beginnt mit einer trügerischen Idylle. Die Einwohner eines Örtchens in Schweden scheinen alle zusammenzuhalten, doch als ein Mord geschieht, werden sie auf die Probe gestellt. Die junge Ermittlerin Esping geht dem Fall zusammen mit dem beurlaubten, grummeligen Ermittler Vinston nach, der nur zu Besuch dort ist. Zwischen den beiden gibt es immer wieder Diskrepanzen, weshalb es spannend und amüsant zugleich ist, wie die Untersuchungen sie doch als Team zusammenschweißen.
Der Fokus liegt deutlich auf den Ermittlungen, wobei actionreiche Szenen mir nicht gefehlt haben. Statt blutiger Darstellungen gilt es, mitzurätseln, wer der Mörder ist. Dazu werden Stück für Stück Hinweise eingestreut, jedoch hat sich meine Vermutung von Beginn des Buches bestätigt. Den Täter konnte ich zügig identifizieren, jedoch nicht die gesamte Backgroundstory. Diese ist vielschichtiger. Das tut der Geschichte allerdings keinen Abbruch, denn es müssen weitere Identitäten geklärt werden. Insgesamt ist der Plot rund und alles läuft am Ende zusammen und wird plausibel erklärt.
Die cozy Grundstimmung zieht sich durch die ganze Geschichte und fängt die fehlende Spannung wieder auf. Ein empfehlenswertes Buch für Krimileser, die eine große Portion Humor suchen. 3 ½*

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