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Veröffentlicht am 21.02.2026

Chance oder Risiko?

Happy Head
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Sebastian ist 17, schüchtern und ängstlich. Nun bekommt er seine große Chance bei einer Teilnahme an der Maßnahme "Happy Head", bei der Jugendliche auf das Erwachsenenleben vorbereitet werden sollen. Abgesondert ...

Sebastian ist 17, schüchtern und ängstlich. Nun bekommt er seine große Chance bei einer Teilnahme an der Maßnahme "Happy Head", bei der Jugendliche auf das Erwachsenenleben vorbereitet werden sollen. Abgesondert auf einem riesigen Grundstück in Schottland sollen die Jugendlichen Verantwortung, Wachstum und Dankbarkeit lernen. Doch schon bald stellt sich heraus, dass einige der Challenges recht grausam sind und eine gnadenlose Auslese stattfindet. Sebastian schlägt sich gut, aber auch ihm kommen Zweifel, besonders als er sich in Finn verliebt, der ihm sagt, er solle niemandem trauen.
Das Buch ist von der Aufmachung her mit dem auffälligen Farbschnitt eher für Jugendliche gedacht, aber auch ich als älterer Mensch habe es gern gelesen. Die Entwicklung von Sebastian vom schüchternen Jungen zum kreativen Anführer hat mich fasziniert, er holt alles aus sich heraus, als die Gefahr immer größer wird.
Das Thema finde ich hochaktuell, die Manipulationen, denen die Jugendlichen ausgesetzt sind, machen nachdenklich und haben mich an die "Camps" der rechten Szene denken lassen, in denen schon Kinder und Jugendliche auf die rechtsradikale Linie eingeschworen werden.
Leider endet das Buch mit einem heftigen Cliffhanger, es schreit geradezu nach einer Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 19.02.2026

Er oder ich!

Das Signal
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Ursula Poznanski bürgt für Hochspannung, das ist auch bei diesem Buch so.
Viola hat ein Bein verloren. Nach dem Einsturz der Decke des alten Weinkellers auf ihrem Grundstück konnte sie sich nur mühsam ...

Ursula Poznanski bürgt für Hochspannung, das ist auch bei diesem Buch so.
Viola hat ein Bein verloren. Nach dem Einsturz der Decke des alten Weinkellers auf ihrem Grundstück konnte sie sich nur mühsam aus den Trümmern retten und das zertrümmerte Bein musste amputiert werden. Zum Glück steht ihr Mann Adam ihr selbstlos bei und sorgt dafür, dass eine Haushaltshilfe sie nach der Entlassung aus dem Krankenhaus unterstützt.
Doch dann stimmt etwas nicht. Ist Otilia, die Helferin, eher eine Spionin? Erzählt Adam immer die Wahrheit über seine Abendtermine? Viola installiert Tracker und die Erkenntnisse sind bitter. Statt nach London zu fliegen ist Adam in einem Hotel in Wien. Statt im Büro zu sitzen sucht er eine Frauenarztpraxis auf. Die seltsamen Vorfälle häufen sich. Stimmt eigentlich alles, was man Viola über den Unfall erzählt hat? Sie wird immer misstrauischer und stellt eigene Nachforschungen an. Denn auch Viola hat ein Geheimnis, das sie um jeden Preis bewahren will.
Das Buch ist sehr raffiniert geschrieben. Viola erzählt die Geschichte aus ihrer Sicht und mit ihr zusammen entdeckt man die Geheimnisse hinter der Ehe mit Adam. Auch wenn ich nach einiger Zeit ahnen konnte, welche Frau hinter der ganzen Sache steht, war das Buch doch bis zum Schluss spannend und ich bin in zwei Tagen durch die 400 Seiten geflogen.
Ein Psychokrimi der Spitzenklasse! Poznanski hat mich wieder einmal gefesselt.

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Veröffentlicht am 14.02.2026

Lost lässt grüßen

Die Tote von Nazaré
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Eine deutsche Polizistin, die nach Portugal kommt und dort bei der Aufklärung eines Mordfalls hilft? Das erinnert an die Krimis über Lost in Fuseta, die ebenfalls von einem deutschen Schriftsteller unter ...

Eine deutsche Polizistin, die nach Portugal kommt und dort bei der Aufklärung eines Mordfalls hilft? Das erinnert an die Krimis über Lost in Fuseta, die ebenfalls von einem deutschen Schriftsteller unter Pseudonym geschrieben werden. Dieses Buch erinnert schon mit der Aufmachung an die Lost-Krimis, ist aber doch ganz anders. Nicht nur, dass mit Hauptkommissarin Maren Berger eine Frau die Hauptperson ist, auch in Stil und Intensität weicht das Buch ab.
Berger will sich in Nazaré, dem Surfer-Hotspot am Atlantik, von einer schweren Schussverletzung erholen und findet direkt am ersten Tag eine Frauenleiche am Strand. Dass diese Leiche mit Marens Verletzung in Zusammenhang steht, stellt sich erst heraus, als ein Kollege aus Köln ebenfalls in Nazaré erschossen wird.
Das Buch ist zuerst etwas verwirrend, dann wird es aber spannend. Allerdings erreicht es nicht die Qualität der Lost-Krimis, da Leander Lost durch seinen Autismus ein ganz besonderer Ermittler ist. Auch fehlt es bisher noch an Lokalkolorit, der Ort und die Menschen dort spielen nur eine Nebenrolle. Da ist noch Spielraum, sollte das Buch sich zu einer Reihe entwickeln. Aber als Urlaubskrimi ist es voll okay.

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Veröffentlicht am 02.02.2026

Erben und Sterben

Ostfriesenerbe
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Der zwanzigste Ostfriesenkrimi beginnt mit einem Knaller. Kommissarin Ann Kathrin Klaasen “erbt” das geheime Archiv einer Ermittlergruppe, das ihr illegal Zugriff auf viele geheime Daten verschafft. Doch ...

Der zwanzigste Ostfriesenkrimi beginnt mit einem Knaller. Kommissarin Ann Kathrin Klaasen “erbt” das geheime Archiv einer Ermittlergruppe, das ihr illegal Zugriff auf viele geheime Daten verschafft. Doch die Erblasserin liegt wenig später tot vor dem Norder Teemuseum. Was nun? Es bleibt aber nicht bei einem Mord. Auch am Krimimuseum liegt eine Leiche und es folgen noch weitere, alle aus dem Umfeld von Onkel Heinz, einem Bauunternehmer. Ist da ein Erbschleicher unterwegs?

Wer die Ostfriesenkrimis kennt und liebt, wird auch von diesem Buch begeistert sein. Die genaue Beschreibung der Landschaft, die zahlreichen echten Personen, die im Text vorkommen, und der unvergleichliche Stil von Klaus-Peter Wolf gehören immer zu einem echten Ostfriesenkrimi. Allerdings hatte ich anfangs ein paar Probleme, um in die Geschichte hineinzufinden, denn der Beginn ist etwas unübersichtlich. Und am Schluss wird es sehr hektisch, dabei hätte ich doch gern gewusst, was im Testament von Onkel Heinz wirklich steht. Ein kleiner Epilog hätte Aufklärung bringen können.

Aber insgesamt wieder ein solider Krimi, der die Erwartungen erfüllt, mit viel Lokalkolorit und am Schluss richtig spannend.

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Veröffentlicht am 29.01.2026

Spätes Un-Glück

Die Liebe, später
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Bisher kannte ich von Gisa Klönne nur einige Krimis, die vor vielen Jahren gelesen habe. Sie hat sich inzwischen aber der ernsten Literatur zugewandt und das ist gut so.
In diesem teilweise autobiografischen ...

Bisher kannte ich von Gisa Klönne nur einige Krimis, die vor vielen Jahren gelesen habe. Sie hat sich inzwischen aber der ernsten Literatur zugewandt und das ist gut so.
In diesem teilweise autobiografischen Buch erzählt sie von Anselm und Kora. Kora ist nach einer schweren Herzoperation auf dem Weg der Genesung, aber alles fühlt sich für sie irgendwie fremd an, ohne dass sie genau sagen kann, warum das so ist. Sie muss sich nicht nur an das Leben mit Medikamenten gewöhnen, sondern auch an Anselm, der in Rente gegangen ist und nach zwanzig Jahren Wochenendehe nun immer bei ihr in Köln lebt und große Pläne für das gemeinsame Haus hat. Kora sträubt sich gegen diese Pläne, sucht erst einmal das Weite und fährt zu ihrer Mentorin Gabriella nach München. In den folgenden Wochen entfernen sich Anselm und Kora immer weiter voneinander. Hat ihre Ehe noch eine Chance?
Immer wieder ist der Erzählfluss durch Fragen unterbrochen, die Kora sich stellt, und durch Berichte über die "Orionzeit" im Krankenhaus.
Das Buch ist so nahe an der Realität, wie ein fiktives Buch nur sein kann. Probleme des Älterwerdens werden eindringlich thematisiert, sich daran gewöhnen, dass man im Beruf nicht mehr gebraucht wird, verpasste Chancen werden betrauert und verarbeitet. Dazu ist das Buch wunderbar geschrieben, sensibel, manchmal melancholisch, von einer großen Leichtigkeit und zugleich tiefsinnig. Ich finde es einfach perfekt!

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