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Veröffentlicht am 17.11.2025

Die Macht der Natur

Die Herde
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Thilo Winter nimmt uns in diesem Buch mit an verschiedene Schauplätze weltweit. In China ist eine Herde Elefanten aus ihrem Nationalpark ausgebrochen und zieht auf eine Großstadt zu. In Thailand belagern ...

Thilo Winter nimmt uns in diesem Buch mit an verschiedene Schauplätze weltweit. In China ist eine Herde Elefanten aus ihrem Nationalpark ausgebrochen und zieht auf eine Großstadt zu. In Thailand belagern Scharen von Affen einen Tempel, in Houston sind es riesige Vogelschwärme, die Probleme in der Stadt verursachen. Was ist die Ursache? Der Zoologe Peter Danielson gerät durch Zufall in die Elefantenherde und sieht in ihrem Erscheinen ein warnzeichen für die Welt, aber niemand will etwas davon wissen. Stattdessen taucht ein Großwildjäger auf, der sich die Elefanten als Trophäen sichern will.

Ich hatte schon "Der Riss" von Winter gelesen und das Buch war sehr spannend. Immer wieder widmet sich Winter Umweltthemen und bereitet sie gut lesbar und interessant auf. Auch in diesem Buch geht er zwar nicht so sehr in die Tiefe des Wasserproblems, aber die Handlung ist nachvollziehbar, die Personen teilweise recht vielschichtig. Durch die häufigen Wechsel des Standorts ist das Buch abwechslungsreich und lässt sich durch die zugeordneten Überschriften gut lesen.

Insgesamt ein guter Ökothriller, der sich zwar nicht allzu ausführlich mit den wissenschaftlichen Hintergründen befasst, aber spannend zu lesen ist.

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Veröffentlicht am 16.11.2025

Eiskalt

Kälter
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Der Killer Babel ist kalt, aber Luzy Morgenroth ist kälter. Sie hat jahrelang als Personenschützerin und für den Geheimdienst gearbeitet, aber nach dem Tod ihres besten Freundes bei einem Einsatz in Israel ...

Der Killer Babel ist kalt, aber Luzy Morgenroth ist kälter. Sie hat jahrelang als Personenschützerin und für den Geheimdienst gearbeitet, aber nach dem Tod ihres besten Freundes bei einem Einsatz in Israel lässt sie sich als Dorfpolizistin auf die Insel Amrum versetzen. Dort ist sie glücklich bis plötzlich fünf russische Killer auftauchen und ihren Kollegen umbringen. Der Vorfall weckt viele Erinnerungen und Luzy macht sich auf die Suche nach den Drahtziehern. Hinter dem Mord kann nur Babel stecken, ein ehemaliger RAF-Terrorist, der für Geld alles tut. Luzy muss wieder fit werden und kälter als Babel.
Ich habe einige Bücher von Andreas Pfeifer gelesen und sie gefielen mir gut. Dieses Buch toppt allerdings alle anderen. Es tauchen einige Personen aus "Wie Sterben geht" am Rande auf, aber im Mittelpunkt steht hier immer Luzy und ihre Vergangenheit. Das Buch ist auf jeder Seite spannend und die Spannung hält bis zum Ende an. Es geht oft um die Geheimdienstaktivitäten auf allen Seiten des Eisernen Vorhangs und da sind nicht nur die Russen die Bösen. Oft gibt es spektakuläre Wendungen und manchmal bleibt man atemlos zurück.
Ein harter, aber immer hervorragender Thriller!

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Veröffentlicht am 11.11.2025

Starke Frau

Bernadette Swifts Gespür für Bücher
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Bernadette Swift ist auf einem Bauernhof aufgewachsen, aber Bücher spielten in ihrem Leben immer eine sehr große Rolle. Sie träumt davon, die erste Frau zu werden, die einen großen Verlag in New York leitet. ...

Bernadette Swift ist auf einem Bauernhof aufgewachsen, aber Bücher spielten in ihrem Leben immer eine sehr große Rolle. Sie träumt davon, die erste Frau zu werden, die einen großen Verlag in New York leitet. Ihre Fähigkeiten sind unbestreitbar, auch wenn sie erst Juniorlektorin bei Lenox&Park ist. Sie hat schon mehrere Bestseller lektoriert und hofft darauf Lektorin zu werden. Doch die Männer in ihrer Abteilung und eine Frau legen ihr immer wieder Steine in den Weg. Besonders ihr direkter Vorgesetzter Mr. Wall meint es nicht gut mit ihr und reklamiert sogar ihre Arbeit als seine eigene. Wenn Bernadette nicht ihre Freundinnen hätte, mit denen sie sich austauschen kann und die die gleichen Erfahrungen mit der Männerwelt machen, dann würde sie sicher aufgeben. So aber geht sie mutig ihren Weg.

Ich hatte einen eher seichten Roman erwartet, aber das Buch hat erheblich mehr Substanz, als ich gedacht hätte. Die Erfahrungen, die Bernadette in den 1960er Jahren macht, sind leider auch heute noch aktuell und leider erleben wir zurzeit wieder einen Rückschritt in der Frage der Gleichberechtigung. Dadurch ist das Buch aktueller denn je. Die im Buch beschrieben Liebesgeschichte macht Hoffnung, dass nicht alle Männer Machos sind - es soll Ausnahmen geben!

Mir hat das Buch gut gefallen, die Charaktere sind gut ausgearbeitet und nachvollziehbar, der Plot nimmt die Leserinnen mit in eine fremde Welt, der Schreibstil ist originell, aber gut lesbar. Das Happy End war für meinen Geschmack etwas zu happy, aber das hat mich nicht gravierend gestört

Das Buch ist nicht allzu anspruchsvoll, aber mit ernstem Hintergrund und ich habe es gern gelesen.

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Veröffentlicht am 05.11.2025

Solider Krimi

Lügennebel
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Auch in diesem Band über die Ermittlerin Hanna Ahlander nimmt uns Viveca Sten wieder mit nach Are im Norden von Schweden. Eine Clique junger Studenten will dort eine Woche lang Ski fahren und quartiert ...

Auch in diesem Band über die Ermittlerin Hanna Ahlander nimmt uns Viveca Sten wieder mit nach Are im Norden von Schweden. Eine Clique junger Studenten will dort eine Woche lang Ski fahren und quartiert sich im Ferienhaus eines der Jungen ein. Doch nach einer durchzechten Nacht liegt eines der beiden Mädchen der Gruppe tot im Schnee. Nach und nach werden die Differenzen innerhalb der Gruppe sichtbar und auf Hanna und ihren Kollegen Daniel wartet eine schwierige Aufgabe, zumal beide mit privaten Problemen zu kämpfen haben.
Krimis mit 500 Seiten müssen schon exzellent geschrieben sein, wenn sie nicht langweilig sein sollen. Aber Sten gelingt es mühelos mit immer wieder neuen Wendungen die Spannung hoch zu halten. Die Personen sind vielschichtig und die Handlung nachvollziehbar. Es zeigt sich wieder einmal, dass die Krimis von Viveca Sten immer lesenswert sind!
Ein Muss für alle Fans skandinavischer Krimis!

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Veröffentlicht am 04.11.2025

Nicht ganz überzeugend

Großmutters Geheimnis
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In zwei Erzählsträngen berichtet Benjamin Koppel über die Geschichte einer jüdischen Familie in Dänemark.

In der Gegenwart ist Alexander die Hauptperson. Er ist Sänger in einer Fernsehband und lebt mit ...

In zwei Erzählsträngen berichtet Benjamin Koppel über die Geschichte einer jüdischen Familie in Dänemark.

In der Gegenwart ist Alexander die Hauptperson. Er ist Sänger in einer Fernsehband und lebt mit Gry zusammen, beide wünschen sich ein Kind. Doch im Hintergrund zweifelt Alexander an sich und die unbekannte Geschichte seiner Familie belastet ihn. Parallel dazu erfährt man die Geschichte von Ruth, Alexanders Großmutter. Ihr steht in Dänemark eine große Karriere als Sängerin bevor, bis die Nazis Dänemark überfallen und alles anders wird. Ruth wird nach Theresienstadt deportiert und überlebt das Lager. Mit ihrem Mann wandert sie in die USA aus und lässt ihre Tochter Lillian, Alexanders Mutter, zurück.

Die Geschichte von Ruth ist berührend und geht zu Herzen. Dagegen ist Alexander ein Waschlappen und sehr unfair gegenüber seiner Freundin. Obwohl er für die künstliche Befruchtung abstinent leben soll, trinkt er zu viel und nimmt Drogen. Er ist ein Egoist und benimmt sich oft kindisch. Allerdings hat er es auch nicht leicht, denn seine Mutter überschreitet immer wieder Grenzen und mischt sich ein.

Mir hat der Erzählstrang über Ruth erheblich besser gefallen als der über Alexander. Das Buch liest sich insgesamt flüssig, allerdings hadere ich mit dem Schluss. Da ist man plötzlich in einem Pilcher-Roman und das ging mir zu schnell und zu glatt. Leider trübt dieser Schluss den guten Gesamteindruck.

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