Cover-Bild Der Kaiser der Freude
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19,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Hanser, Carl
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 12.05.2025
  • ISBN: 9783446283701
Ocean Vuong

Der Kaiser der Freude

Roman
Nikolaus Stingl (Übersetzer), Anne-Kristin Mittag (Übersetzer)

Ocean Vuongs neuer, atemberaubender Roman nach dem Welterfolg von „Auf Erden sind wir kurz grandios“

Der queere Hai, Sohn einer vietnamesischen Mutter, lebt in East Gladness, einem heruntergekommenen Kaff in New England. Auf den Straßen hängen noch die Schilder der Obama-Kampagne »Yes, we can«, doch Hai schluckt Pillen und denkt an Selbstmord. Bis er Grazina aus Litauen kennenlernt, eine Überlebende des Zweiten Weltkriegs, in deren Kopf die unerlösten Geister ihres Lebens schwirren. Hai wird ihr Pfleger und fängt an, in einem Diner zu arbeiten, dessen Belegschaft alles Underdogs sind wie er, die »in dieser angeblich freien Welt aus Arbeit, Schlaf und beschissenen Kuchen gefangen sind.« Poetisch und komisch, eindringlich und mit außergewöhnlicher Intimität erzählt Ocean Vuong von der Freundschaft jenseits aller Grenzen von Identität und Familie.

»Hier kristallisiert sich heraus, was es heißt, wenn Klasse, Herkunft, Sexualität, auch Jugend und Alter, Stadt und Provinz, aufeinander wirken.«
FAZ zu „Auf Erden sind wir kurz grandios“

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.05.2025

Beeindruckend

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Zum Inhalt:
Der queere Hai lebt in East Gladness, aber der Sohn einer vietnamesischen Mutter ist nicht "glad". Er nimmt Pillen und denkt an Selbstmord bis er Grazina aus Litauen kennenlernt, die den zweiten ...

Zum Inhalt:
Der queere Hai lebt in East Gladness, aber der Sohn einer vietnamesischen Mutter ist nicht "glad". Er nimmt Pillen und denkt an Selbstmord bis er Grazina aus Litauen kennenlernt, die den zweiten Weltkrieg überlebt hat. In deren Kopf schwirren die ungelösten Geister ihres Lebens. .Hai kümmert sich um sie und arbeitet in einem Diner.
Meine Meinung:
Es war schon schwer etwas über den Inhalt des Buches zu schreiben und noch schwerer finde ich es, etwas über das Buch zu sagen, denn es entspricht so keinem der bekannten Genre, hat einen starken Sog und einen ungewöhnlich Schreibstil, der es einem erstmal schwer macht in die Geschichte reinzukommen, aber wenn man einmal drin ist, lässt das Gelesene einen nicht mehr los. Man muss sich schon auf das Buch einlassen und einfach geschehen lassen. Gelingt einem das, überrascht einen ein toller Roman.
Fazit:
Beeindruckend

Veröffentlicht am 12.05.2025

Einer der Besten

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Ocean Vuong, für mich einer der Großen in der heutigen Literatur. Ich habe eigentlich noch nie jemanden erlebt, der selbst wirklich fast unerträgliche und erschütternde Erlebnisse und zwischenmenschliche ...

Ocean Vuong, für mich einer der Großen in der heutigen Literatur. Ich habe eigentlich noch nie jemanden erlebt, der selbst wirklich fast unerträgliche und erschütternde Erlebnisse und zwischenmenschliche Abgründe dermaßen behutsam, ja fast „schön“, so perfide es sich anhört, erklären und darlegen kann. Sein „und auf Erden sind wir kurz grandios“ hat mich emotional fast in die Knie gezwungen, aber wie er all das Erlebte und Schreckliche so rührend, behutsam und würdevoll uns erklären kann, unglaublich . Ein ganz großer….. !!!

In seinem neuen Roman nunmehr geht es um Hai, er lebt in New England, ist queer, und auch dieser hat wohl in seinem Leben zu kämpfen. Hai, Sohn einer vietnamesischen Mutter, lernt die aus Litauen stammende Grazina kennen, und wird deren Pfleger. Grazina ist Überlebende des Zweiten Weltkrieges, und kämpft ebenfalls mit ihren schlimmen Erinnerungen. Hai arbeitet nebenher in einem Diner, und dort geschieht das, was diesen Roman ausmacht: Eine Belegschaft und ein Umfeld mit sich selbst und dem dementsprechenden Unterdog Klientel interagiert miteinander und öffnet sich unseren Blick als Leser auf alle Gefühle und Probleme, Hoffnung, Hoffnunslosigkeit, Scham und Freude. Wie auch sonst in gleicher, seiner bekannt wunderschönen lyrischen Manier beginnt der Roman mit der Umschreibung des Schauplatzes, einer trostlosen Kleinstadt nahe der Bahngleise, Endstation mancher Hoffnungen und Träume, und einen misslungenen Selbstmordversuch durch Sprung von einer Brücke des Protagonisten, bei dem er Grazina kennenlernt, und unter seiner Feder findet auch dieses ihre Schönheit und Würde wieder.
Wunderschön, bewegend und auch mit guten feinen Pointen, intim und doch würdevoll.

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Veröffentlicht am 29.06.2025

Eine Wucht

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Diese Geschichte ist absolut keine leichte Kost, aber gibt dem Leser gleichzeitig sehr viel. Ich fand den Schreibstil sehr eindrücklich, es werden klare Bilder geschaffen und die sozialen Umstände mit ...

Diese Geschichte ist absolut keine leichte Kost, aber gibt dem Leser gleichzeitig sehr viel. Ich fand den Schreibstil sehr eindrücklich, es werden klare Bilder geschaffen und die sozialen Umstände mit gestochen scharfer Präzision beschrieben.

Am Anfang war ich mir nicht sicher, was ich von Hai halten soll, der seine Verlorenheit mit Pillen und Lügen kaschiert. Aber dann findet er Halt und Sinn im Zusammenleben mit Grazina. Die Momente zwischen den beiden waren ganz besonders und auch das Band zwischen Hai und Sony wird zunehmend stärker.

Ich mochte die Einteilung in Jahreszeiten, wie das Leben vorbeizieht, die leichten und die schweren Tage. Die kleine Bubble von HomeDepot hat mir gut gefallen, die Alltäglichkeit der Szenen gepaart mit der Skurrilität der Figuren- das passte einfach.

Das Buch steckt voller ernster, wichtiger Themen, trotzdem bricht sich auch die Leichtigkeit immer wieder Bahn in kleinen Momenten der Zugehörigkeit und des Verständnisses. Keine leichte Kost und inhaltlich wie sprachlich stellenweise eine Herausforderung. Aber ganz ehrlich, sollte man wirklich lesen. Es lohnt sich

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Veröffentlicht am 10.05.2025

Ein tolles Buch!

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Ocean Vuong hat eine wirklich grandiose Art, Geschichten zu erzählen. Meine Erwartungen an diesen Roman waren sehr hoch, da ich schon von „Auf Erden sind wir kurz grandios“ sehr begeistert war, und sie ...

Ocean Vuong hat eine wirklich grandiose Art, Geschichten zu erzählen. Meine Erwartungen an diesen Roman waren sehr hoch, da ich schon von „Auf Erden sind wir kurz grandios“ sehr begeistert war, und sie wurden erfreulicherweise keineswegs enttäuscht.
Ocean Vuong hat einen sehr poetischen und gleichzeitig sehr berührenden Schreibstil, der total packend ist und einen sofort in den Bann zieht, sodass man das Buch kaum aus der Hand legen will. Gleichzeitig gelingt es Vuong, die Charaktere, insbesondere den Protagonisten Hai, aber auch die Nebenfiguren, wirklich authentisch und lebendig auszuarbeiten.
An einigen Stellen hat sich die Geschichte meiner Meinung nach ein bisschen in die Länge gezogen. Da hat für mich die Balance zwischen toller Sprache und Inhalt nicht so ganz gepasst.
Insgesamt trotzdem ein sehr empfehlenswerter Roman!

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Veröffentlicht am 05.06.2025

Etwas überfrachtet

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Hai, Sohn vietnamesischer Einwanderer, hat beschlossen, sich von einer Brücke in den Fluss zu stürzen. Doch dann lernt er am Ufer Grazina aus Litauen kennen, die den Zweiten Weltkrieg überlebt hat. Sie ...

Hai, Sohn vietnamesischer Einwanderer, hat beschlossen, sich von einer Brücke in den Fluss zu stürzen. Doch dann lernt er am Ufer Grazina aus Litauen kennen, die den Zweiten Weltkrieg überlebt hat. Sie überredet ihn, nicht zu springen und stattdessen bei ihm einzuziehen – eine Situation, von der beide profitieren sollen, denn Grazina kämpft mit den Geistern ihrer Vergangenheit und ihrer Gesundheit, während Hai nicht zu seiner Mutter zurückkehren kann, weil er ihr ein ganz anderes Leben vorspielt.

Nach „Auf Erden sind wir kurz grandios“ und zwei Gedichtbänden ist „Der Kaiser der Freude“ nun der zweite Roman von Ocean Vuong; die deutsche Übersetzung verfassten Anne-Kristin Mittag und Nikolaus Stingl. Die Handlung wird von einem allwissenden Erzähler in der dritten Person und der Vergangenheitsform erzählt. Die Sprache ist dabei, wie man es vom Autor gewohnt ist, sehr poetisch, voller Vergleiche und langer Umschreibungen.

Um Grazina finanziell zu unterstützen, sucht Hai sich in einem Diner Arbeit, wo sich eine bunte Mischung an Außenseitern zusammengefunden hat, von denen jede/r seinen eigenen Träumen nachhängt: Hais Cousin Sony möchte zum Beispiel seinen Vater wiedersehen, der die Familie vor vielen Jahren verlassen hat, Chefin BJ sehnt sich nach einer Karriere als Wrestlerin. So vielfältig wie die Charaktere sind auch die Themen der Handlung: Rassismus, abwesende Eltern, enttäuschte Erwartungen, Neurodivergenz, Armut, Traumata usw. Diese Fülle habe ich nicht unbedingt als positiv wahrgenommen, denn sie lässt die Geschichte unbestimmt und schwammig wirken.

Vuongs Roman ist stark in seinen zwischenmenschlichen Begegnungen, vor allem in den Szenen, in denen Hai Grazina durch die schlimmen Phasen hilft, in denen sie sich immer noch im Krieg glaubt. Darüber hinaus will das Buch einfach zu viel. Die schöne Sprache des Autors verpufft oft im Nichts, der Protagonist bleibt blass, obwohl die Handlung sehr umfangreich ist. Etwas weniger Nebenhandlung und verschachtelte Sätze, dafür etwas mehr Tiefe – das hätte „Der Kaiser der Freude“ für mich gebraucht.

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