Wenn Magie fehlt, aber das Herz brennt
Magie weg, Welt fast kaputt, ein letzter Exorzist übrig. Klingt erst mal nach klassischem Fantasyalarm, aber Dinghai Fusheng Records macht daraus etwas Eigenes, Wuchtiges und verdammt Schönes.
Chen Xing ...
Magie weg, Welt fast kaputt, ein letzter Exorzist übrig. Klingt erst mal nach klassischem Fantasyalarm, aber Dinghai Fusheng Records macht daraus etwas Eigenes, Wuchtiges und verdammt Schönes.
Chen Xing hatte mich ziemlich schnell. Dieser junge Exorzist wirkt nicht wie der große strahlende Retter, sondern eher wie jemand, der innerlich auch mal kurz denkt: Na toll, Weltuntergang, und ich darf das jetzt richten. Genau das macht ihn so sympathisch. Er trägt Hoffnung in sich, aber eben nicht auf diese nervige Heldenart, sondern mit Herz, Mut und einer Portion Verzweiflung.
Xiang Shu ist dann der perfekte Gegenpol. Geheimnisvoll, kantig, nicht gerade begeistert davon, Beschützer spielen zu müssen, und trotzdem merkt man zwischen den Zeilen ständig dieses leise Knistern. Slowburn ist hier wirklich Slowburn. Nichts wird einem platt vor die Füße geworfen, sondern es wächst langsam, vorsichtig und dadurch umso schöner.
Das alte China als Setting fühlt sich atmosphärisch, rau und gleichzeitig magisch an. Obwohl die Magie fast verschwunden ist, liegt sie irgendwie über jeder Szene. Diese Mischung aus Exorzisten, Schicksal, Verschwörung, Chaos und leisen Gefühlen hat mich richtig eingesogen.
Man muss sich auf Namen, Welt und Stimmung einlassen, klar. Das ist kein Buch zum schnellen Wegatmen nebenbei. Aber wenn man drin ist, dann sitzt man da, blättert weiter und denkt: Okay, ich brauche Band 2. Am besten gestern.
Für mich ein starker Auftakt voller Gefühl, Spannung, Humor, Drama und dieser besonderen Danmei Magie, die direkt ins Herz geht.