Cover-Bild The Artist
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18,99
inkl. MwSt
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 15.05.2026
  • ISBN: 9783423449243
Lucy Steeds

The Artist

Die Farben des Lichts. Roman | »Ein beeindruckendes, hervorragend geschriebenes, alle Sinne anregendes Debüt.« The Times, Best Historical Fiction of 2025
Jahrelang hat sie ihr Geheimnis gehütet ...
WATERSTONES DEBUT PRIZE 2025
THE WOMEN'S PRIZE FOR FICTION 2025 (Longlist) 
BARNES & NOBLE BOOK OF THE YEAR 2025 (Shortlist)


»Ein fulminantes Buch, poetisch, leidenschaftlich und mit sanfter, tiefer Kraft erzählt.« Daily Mail
Provence, um 1920. Für Joseph Adelaide ist die Einladung die Chance seines Lebens: Er wird Edouard Tartuffe interviewen, der seit Jahren die Öffentlichkeit scheut. In dem abgelegenen Landhaus erwartet den Journalisten jedoch eine Überraschung. Denn nur solange Joseph dem weltberühmten Maler Modell sitzt, darf er bleiben und über ihn schreiben.
In der flirrenden Sommerhitze erkennt Joseph bald, dass das größte Rätsel nicht der »Meister des Lichts« ist, sondern Tartuffes Nichte. Ettie kocht, wäscht Pinsel und erträgt Tartuffes Launen mit unergründlicher Hingabe. Doch etwas brodelt in ihr. Joseph fühlt sich immer mehr zu ihr hingezogen. Und langsam, Schicht für Schicht wie in einem Gemälde, kommt ihr Geheimnis ans Licht …


»Die am meisten gelobte Debütautorin des Jahres […] Das sinnliche, berauschend duftende Porträt eines monströsen männlichen Egos und einer übersehenen Frau.« The Telegraph
»Raffiniert und kraftvoll erzählt […] Ein äußerst gelungenes Porträt von Ehrgeiz und Selbstverwirklichung.« The Guardian
»Ein wildromantischer, sonnendurchfluteter, geheimnisvoller Roman über die gewaltige Macht wahrer Kunst. Dieser Roman wird Sie im wahrsten Sinne des Wortes sehnsüchtig zurücklassen.« Yael van der Wouden, Gewinnerin des Women's Prize for Fiction 2025
»Eine mitreißende, poetische Lektüre.« Mail on Sunday
»Fesselnd […] mit einer Bildsprache von der Üppigkeit eines Ölgemäldes.« Washington Post
 »Lucy Steeds ist eine Autorin, die man im Auge behalten muss.« The Times, Best Historical Fiction of 2025

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.06.2026

BIs zum Ende

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Dieses Buch muss man unbedingt bis zum Ende lesen.

Ich gebe zu, als allererstes hat mich dieses traumhafte Cover von Susan Ogilvie magisch angezogen. Dann handelt es noch von der Malerei, da war klar, ...

Dieses Buch muss man unbedingt bis zum Ende lesen.

Ich gebe zu, als allererstes hat mich dieses traumhafte Cover von Susan Ogilvie magisch angezogen. Dann handelt es noch von der Malerei, da war klar, das muss ich haben.
Ich habe während des Lesens so viele unterschiedliche Gefühle durchlebt. Auch wenn es einige Längen und Wiederholungen gab, es hat was Fesselndes. Vielleicht gerade deshalb, denn durch diese besondere Stimmung in der Provence, auf dem Anwesen des Malers Èdouard Tartouffe, taucht man in eine besondere Welt ein.
Diese skurrile Situation aus der Leseprobe, ist nur der Anfang. Die Figuren der Geschichte, verhalten sich teilweise sehr merkwürdig und unberechenbar. Lucy Steeds hat es geschafft, das ich mich abwechselnd gefragt habe, was soll das, worauf will sie hinaus und wie das wohl endet. Ich habe ungewöhnlich lange zum Lesen gebraucht. Dafür war es mir ein großes Vergnügen oft auch mal zwischen den Zeilen zu lesen.

Die Autorin hat deutlich darauf hingewiesen, das es sich um eine fiktive Geschichte handelt. Genauso hätte es sich in der Wirklichkeit abspielen können und irgendwie hab ich es mir am Ende auch gewünscht.
Ich gebe eine klare Empfehlung für Leser, die auch mal die Langsamkeit zu schätzen wissen.

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Veröffentlicht am 10.06.2026

Im Rausch der Farben

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Man schreibt das Jahr 1920. Der junge noch unbekannte Journalist Joseph Adelaide aus London reist in die Provence um den »Meister des Lichts«, den Maler Édouard Tartuffe, genannt Tata, zu interviewen, ...

Man schreibt das Jahr 1920. Der junge noch unbekannte Journalist Joseph Adelaide aus London reist in die Provence um den »Meister des Lichts«, den Maler Édouard Tartuffe, genannt Tata, zu interviewen, der sich viele Jahre zuvor plötzlich aus Paris in die Einsamkeit zurückgezogen hatte. Seine Nichte Sylvette, Ettie genannt, versorgt ihm den Haushalt, schafft Ordnung in seinem Atelier und organisiert sein Leben als Maler. Als Joseph dort ankommt ist die Enttäuschung zunächst groß, denn er darf nur bleiben und über Tata schreiben, wenn er ihm auch Modell sitzt. Er willigt ein, denn er möchte die Geheimnisse, die beide umgeben, ergründen. Warum ist der gefeierte Maler, der mit van Gogh und Cézanne gut bekannt war, damals so plötzlich aus Paris verschwunden? Was verbirgt Ettie, die sich ganz dem Meister untergeordnet hat aber nachts heimlich das Haus verlässt?

Lucy Steeds, geb. 1995, ist eine englische Schriftstellerin. Sie wuchs in London auf. Nach ihrem Studium der Englischen Literatur in Oxford lebte sie einige Zeit in Paris und Singapur. Ihr Debüt ist der historische Roman „The Artist“ (2025), der bereits den Waterstones Debut Fiction Prize gewann, als Waterstones Book of the Year ausgezeichnet wurde und bereits in mehreren Sprachen erschienen ist. Derzeit pendelt die Autorin zwischen ihren Wohnsitzen in Amsterdam und London.

Die Geschichte beginnt mit dem Prolog, in dem eine unbekannte Frau 1957 in der National Gallery in London ein Bild von Édouard Tartuffe betrachtet – und geht dann zurück ins Jahr 1920 in die Provence, was dem Roman sofort eine rätselhafte Spannung verleiht, die bis zum Schluss spürbar ist. Man gerät in eine Atmosphäre von drückender Hitze, geniale Kreativität, rätselhaften Geheimnissen und verhaltener Leidenschaft, die uns in den Bann zieht. Die drei Figuren, Joseph, Ettie und der Künstler selbst, wirken sehr lebendig, ihre Charaktere sind sehr subtil und differenziert herausgearbeitet und ihr Verhalten nachvollziehbar. Die Sprache ist extrem poetisch und sinnlich. Hitze, Farben, Gerüche und Licht sind so malerisch beschrieben, dass der Roman beinahe selbst wie ein Gemälde wirkt.

Fazit: Ein großartiger Roman, der Kunst und Kreativität, Liebe, Macht und Selbstbestimmung miteinander verbindet. Meine uneingeschränkte Empfehlung!

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Veröffentlicht am 02.06.2026

Gesehen werden

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Grundsätzlich gefallen mir englische Titel auf deutschen Übersetzungen nicht, hier wird jedoch sehr schnell sehr deutlich, auch anhand des Klappentextes, warum dieser Titel beibehalten wurde.

Ein Wort, ...

Grundsätzlich gefallen mir englische Titel auf deutschen Übersetzungen nicht, hier wird jedoch sehr schnell sehr deutlich, auch anhand des Klappentextes, warum dieser Titel beibehalten wurde.

Ein Wort, eine Unterschrift. „Kommen Sie“ liest Joseph Adelaide, als er den Brief aus der Provence erhält. Natürlich ergreift er die einmalige Chance, den legendären Maler Édouard Tartuffe zu interviewen. Interessanter als Tartuffe, den alle nur Tata nennen, ist für Joseph Ettie, Tatas Nichte, die sich um alles kümmert.

In einem ausgesprochen bildhaften Stil beschreibt die Autorin das Zusammenleben dieser drei Protagonisten, die so abgeschieden von der Welt die Sommermonate des Jahres 1920 verbringen. Die Menschen, die Landschaft, die Farben und die Gemälde entstehen beim Lesen. In der Begründung für die Nominierung zum Women's Prize for Fiction 2025 schreibt Deborah Joseph: „Ich konnte die Farben förmlich riechen, die Textur der Leinwände fühlen, das Licht im Atelier sehen.“

Der Prolog wirft Fragen auf und beantwortet eine, die gar nicht gestellt wurde. Die Geheimnisse werden aufgedeckt, aber erst später im Roman. Joseph geht mit einer gewissen Naivität an seine Aufgabe, die er erst erfüllen kann, wenn er dem berühmten Maler Modell gestanden hat. Ganz erfüllt von der großen Gelegenheit braucht es einige Zeit, bevor Joseph beginnt, das Leben auf dem abgelegenen Anwesen zu durchschauen. Der Leser begleitet ihn dabei, sitzt mit ihm Modell, beobachtet Tata, beobachtet Ettie und erkennt nach und nach die komplizierten Verbindungen und Abhängigkeiten zwischen den beiden. Dabei werden die drei Protagonisten gut erkennbar: der große Künstler, der unsicher und abhängig ist und sich wie ein Tyrann aufführt, die stille und beinahe unsichtbare Ettie und Joseph, der die hohen Erwartungen seines Vaters an ihn nicht erfüllen kann und seinen Platz im Leben sucht.

Die Machtstrukturen scheinen klar: die Männer haben sie und nutzen sie aus. Ist es wirklich so? Denn die stille Ettie hat jedoch eine große Kraft, die sie dazu befähigt, das ihr aufgezwungene Leben von Grund auf zu verändern. Und sie tut es auf eine sehr dramatische Weise, die den Roman (fast) abschließt. In einem kurzen Epilog schließt sich der Kreis zum Prolog.

Fazit: ein sehr berührender, poetischer und großartiger Debüt-Roman, ein Lesehighlight 2026

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Veröffentlicht am 31.05.2026

Lichtspiel

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Das ist es doch, was jeder Künstler einfangen will, die Quintessenz des Lebens, des Seins, der Gefühle- ein Moment für die Ewigkeit und den Betrachter alleine lassen, alles ist offen, es geht nicht um ...

Das ist es doch, was jeder Künstler einfangen will, die Quintessenz des Lebens, des Seins, der Gefühle- ein Moment für die Ewigkeit und den Betrachter alleine lassen, alles ist offen, es geht nicht um Interpretation, sondern das Gefühl, das dich begleitet, wenn Farben aufeinandertreffen, sich an sich schmiegen, harmonieren oder explodieren, ein Gemälde förmlich zerreißen. Das ist Kunst und noch so viel mehr darüber hinaus, alles wirkt jedoch anders im Spiel des Lichts, manches ist nicht wie es scheint und oft sehen wir nur das, was wir sehen wollen und nicht das, was sich gerade vor unseren Augen abspielt.


Édouard Tartuffe, genannt Tata, ist einer jener Meister der Kunst, die das 19-20 Jhd dominieren, prägen und Formen, steht er doch in einer Reihe mit seinem Mentor Cézanne. Er bleibt aber unerreichbar, hat sich vor Jahren zurückgezogen und lebt mit seiner Nichte Ettie in der französischen Provinz in einem alten Bauernhaus. Joseph Adelaide, Journalist eines Kunstmagazins würde ihn zu gerne interviewen und wagt einen mutigen Vorstoß, der tatsächlich belohnt wird. Doch als er auf Tata und seine Nichte trifft und das Leben der beiden und das Wirken von Tata begleitet, verändert sich mehr, als nur seine Sicht auf die Kunst.


Der Roman liest sich sehr flüssig, leicht, ist voller Farbe und Nuancen, voller Gefühl und Emotionen. Kunst und die Werke von Tata sind nur ein Teil der Handlung aber darüber hinaus schafft es die Autorin, den Protagonisten eine wunderschöne, bildliche Tiefe zu geben, die das Ganze komplexer gestaltet, die Bindung zum Leser fördert und so real wird. Man hat das Gefühl, zeitweise Teil der Dreierkonstellation zu sein, neben Tata im Atelier zu stehen und zu sehen, wie er das Licht einfängt und in Farbe und Form verwandelt, seine Pinsel über die Leinwand kratzen, wie Joseph sich mit sich selbst auseinandersetzt, aber auch mit der Kunst und der Persönlichkeit Tatas und auch Etti ist ein besonderer Charakter, der sich immer weiter entwickelt und dadurch so besonders ist. Die Autorin schafft es, in ihrem Debüt eine wunderbare Symbiose aus Kunst, dem Leben und der Liebe zu schaffen, die ihresgleichen sucht. Die Handlung plätschert nie nur dahin, sondern verfolgt ein klares Ziel, wandelt sich und ist zu teilen auch überraschend. Eine Empfehlung für alle, die selbst eine Verbindung zur Kunst spüren, die gerne Charaktere in ihrer Entwicklung begleiten und sich verzaubern lassen wollen von der Schönheit der Provence der Zwanzigerjahre. Für mich ein klares Lesehighlight des Sommers 2026.

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Veröffentlicht am 24.05.2026

Lichtdurchflutet

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1957. Eine Frau steht in der National Gallery in London vor einem Gemälde, vor einer großformatigen Leinwand, gefasst in einen verzierten goldenen Rahmen. Das Täfelchen an der Wand nennt Maler, Titel und ...

1957. Eine Frau steht in der National Gallery in London vor einem Gemälde, vor einer großformatigen Leinwand, gefasst in einen verzierten goldenen Rahmen. Das Täfelchen an der Wand nennt Maler, Titel und Maltechnik. Sein unverwechselbarer Pinselstrich hat ihm den Beinamen „Meister des Lichts“ eingebracht. Édouard Tartuffe.

„The Artist“ ist Lucy Steeds fulminantes Debüt, das bildgewaltig von Édouard Tartuffe erzählt, einem exzentrischen Künstler, der in der Provence in einem Bauernhaus lebt und wirkt. Seine Nichte Ettie kümmert sich um ihn, um seine Malutensilien, besorgt und arrangiert Mahlzeiten, wie der Meister sie braucht, um sie zu malen, erledigt seine Post. Sie ist da, wenn er sie braucht und unsichtbar, sobald er es wünscht.

Als eines Tages die Anfrage des Journalisten Joseph Adelaide ins Haus flattert mit dem Ansinnen, Tartuffe zu interviewen, bekommt er tatsächlich eine Zusage. Doch Tata, wie er genannt wird, hat anderes mit Joseph vor. Er soll ihm für sein neuestes Werk Modell sitzen, dafür kann er schreiben, was immer er will.

Der Roman, der um 1920 angesiedelt ist, dringt tief ein in die Psyche der drei Hauptakteure. Tata, das Genie, ist der typische Künstler, der alle überstrahlt, der keinen neben sich duldet. Genie und Wahnsinn fällt mir bei so manch Szene ein. Ettis Herkunft wird hinterfragt, ihre eigentliche Leidenschaft sichtbar, auch lernen wir Joseph näher kennen. Es ist ein spannendes Porträt um einen Maler, der seiner Nichte verbietet, es ihm gleichzutun. Was Unterdrückung und Abhängigkeit zur Folge hat. Tata, Ettie und Joseph – sie sind mir nahe gekommen, jeder auf seine ureigene Art. Ettie vor allem hat es mir angetan, sie ist der eigentliche Star dieser Geschichte – zumindest für mich.

Auch werden Bezüge zur Kunstwelt der 1920er Jahre sichtbar, Cézanne etwa oder auch Peggy Guggenheim spielen am Rande mit. Und dann ist es die große Erzählkraft, die jedes Stillleben leuchten und die Pfirsiche duften lässt, die mit jedem Sonnenstrahl Wärme vermittelt. So manch Gemälde wird so eindringlich beschrieben, sodass ein faszinierendes Bild vor Augen entsteht.

„Sie malt ins Licht, auch wenn das bedeutet, ihre Welt in Flammen zu setzen.“ Ein beeindruckender Roman um „Die Farben des Lichts“, der mich bis zum Schluss nicht losgelassen hat.

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