Seitdem Annas Schwester Juli spurlos verschwunden ist, bricht ihre Familie unaufhaltsam auseinander. Der Vater sitzt als Hauptverdächtiger im Gefängnis, wobei selbst Anna von seiner Unschuld überzeugt ...
Seitdem Annas Schwester Juli spurlos verschwunden ist, bricht ihre Familie unaufhaltsam auseinander. Der Vater sitzt als Hauptverdächtiger im Gefängnis, wobei selbst Anna von seiner Unschuld überzeugt ist. Die Mutter ist seitdem ein seelisches Wrack. Und Anna versucht, sich und ihren kleinen Bruder mit Gelegenheits-Jobs über Wasser zu halten.
Der Thriller bietet mehrere zunächst undurchschaubare Handlungszweige sowie einige Überraschungen, bis sich langsam herauskristallisiert, was in der Vergangenheit geschah und wer wem was angetan hat. Der Weg zur Auflösung ist spannend konstruiert, potentielle Irrwege beim Miträtseln inklusive. Zudem ist das Schicksal von Annas Familie emotional bewegend geschildert, werden sie doch im Ort von einigen als Mörderfamilie gesehen.
Einen gewichtigen Kritikpunkt habe ich leider: Wiederholt wurden Indizien von den Ermittelnden nicht neutral gewertet bzw. ausreichend hinterfragt, sondern bequem so interpretiert, dass sie zu einem bestehenden Verdacht passten. Ich hoffe sehr, das ist nur aus dramaturgischen Gründen dem Roman geschuldet und keine gängige Vorgehensweise bei Kriminaluntersuchungen. Gestört hat es mich beim Lesen trotzdem.
Der Thriller ist größtenteils gut konstruiert und bietet bis zum Ende einen hohen Spannungsbogen und viel Potential zum Miträtseln.
Dies ist der dritte und in meinen Augen beste Band der Reihe (Die Food Detectives von Kyoto) rund um das Restaurant der verlorenen Rezepte.
Aufgebaut als Asian Healing Episodenroman, führen der ehemalige ...
Dies ist der dritte und in meinen Augen beste Band der Reihe (Die Food Detectives von Kyoto) rund um das Restaurant der verlorenen Rezepte.
Aufgebaut als Asian Healing Episodenroman, führen der ehemalige Polizist und Witwer Nagare Kamogawa sowie seine erwachsene Tochter Koichi ihr besonderes Restaurant in Kyoto mit zugehöriger Detektei. Auch diesmal kommen verschiedene Leute zu ihnen mit der Bitte, ein Gericht aus ihrer Vergangenheit nachzukochen, zu welchem sie eine besondere Verbindung haben. Woraufhin Nagare beginnt zu recherchieren, um das gewünschte Gericht geschmacklich und optisch genau so servieren zu können, woran seine Gäste sich erinnern.
Zu jedem Gericht gibt es wieder einen emotionalen Hintergrund, welcher den Auftraggebern wichtig ist. So manches Mal muss Koichi sich diesmal zusammenreißen, während sie Hintergründe zum gesuchten Gericht von der Kundschaft erfragt. Wobei im Buch versucht wird, die Schicksale nicht wertend zu betrachten. Hier ergänzen sich Vater und Tochter wirklich sehr geschickt vom Charakter her. Und natürlich werden die einzelnen Gerichte auch wieder von Nagare ausreichend erläutert (seine Recherchen selbst werden hierbei nicht beschrieben, höchstens beim Servieren des Gerichts von ihm darüber berichtet).
Jedes Gericht erhält seine eigene Episode, jeder Kunde und jede Kundin die Möglichkeit, mit seinem/ihrem Thema ins Reine zu kommen. Und Straßenkatze Hirune hat auch wieder in jeder Episode ihren kleinen Auftritt.
Auch diesmal wieder wunderschöne Episoden mit mal mehr, mal weniger ergreifenden Themen und interessanten Food-Details zum spontanen Abschalten und Genießen.
Eine junge Frau mit dämonischen Wurzeln stirbt bei einer Dämonenjagd und wird durch ihren Love Interest von den Toten zurückgeholt.
Das ganze Buch ist ein langgezogener Widerspruch. In einer Welt, in welcher ...
Eine junge Frau mit dämonischen Wurzeln stirbt bei einer Dämonenjagd und wird durch ihren Love Interest von den Toten zurückgeholt.
Das ganze Buch ist ein langgezogener Widerspruch. In einer Welt, in welcher mehrere Ableger eines Ordens die Menschen vor Dämonen beschützen wollen, wird Lilian als Tochter eines Dämons und einer Menschenfrau 25 Jahre als potentielle Gefahr hinter den Ordensmauern zu einer Dämonenjägerin ausgebildet. Sie soll also, im weiteren Sinne, ihre eigenen Verwandten jagen. Was sie zunächst auch macht, da sie all die Jahre erzählt bekam, sie sei eine wandelnde Bedrohung und dürfe nur leben, weil der Orden es ihr gnädigerweise gestattet. Durch eine mutmaßliche Intrige stirbt sie bei einem Einsatz und ihr langjähriger bester Freund, auf den sie wohl schon lange scharf ist (und er auf sie) hat nichts Besseres zu tun, als seine hochgradig geheime Nekromantie zu verwenden, um sie von den Toten zurück zu holen. Mit dem Nebeneffekt, dass sich Dämon Lucifer in seinem Körper wohnlich einrichtet.
Gleich vorweg: Das Worldbuilding tendiert gen Null, die Handlung könnte auch in irgendeiner anderen Stadt angesiedelt sein. Der Aktionsradius ist sehr stark auf Lilian und Jupiter/Lucifer und ein paar Nebenfiguren reduziert. Was es auch schnell langweilig macht. Die drei, die zugleich als Ich-Erzählende herhalten, zerdenken viel und, man glaubt es kaum, denken Infodump! Niemand erklärt sich selbst gedanklich erstmal die halbe Welt, die schon. Wobei trotzdem vieles als einfach gegeben hingenommen wird. Warum wird Lilian vom Großteil des Ordens gedisst? Ist einfach so. Dann durfte sie angeblich das Ordensgelände 25 Jahre nicht verlassen, ist aber Fan von McFlurry (Eissorte beim Mäcces), was bis zum Erbrechen wiederholt wird. Dass die Fastfood-Kette einen Lieferservice hat wäre mir neu.
Der nächste Gedanke: Warum soll eine Dämonin (ja, sie hat Hörner auf dem Kopf) ihresgleichen jagen? Warum steht sie auf einen Typen, der ihresgleichen jagt? Und warum wird hier romantisiert, dass ebendieser Typ sie von den Toten zurückholt, nur weil er das so will? In meinen Augen ist das hochgradig übergriffiges Besitzdenken.
Lucifer ist nur bedingt eine Bereicherung. Ich empfand ihn als nicht glaubwürdig dargestellt, nicht als uralten Dämon, vielmehr als flirty BadBoy, der sich mit Jupiter selbst zu den unmöglichsten Zeitpunkten gedachte Diskussionen auf Teenager-Niveau liefert. Und mit besagter 25-jährigen Protagonistin flirtet, wobei wir bei einem immensen Age Gap wären. Ansonsten verhalten sich auch diverse weitere Personen unglaubwürdig, eher der Handlung des Romans angepasst. Da der Personenkreis eh schon sehr beschränkt ist fällt dies umso stärker ins Gewicht. Selbst bei der Namensgebung in Jupiters Familie, in der die Söhne sehr aussergewöhnliche Namen bekamen, ist die Autorin erschreckend inkonsequent: Während Jupiter nach einem römischen Gott benannt wurde, hieß sein Bruder Atlas nach einem griechischen Titaten.
Stilistisch ist das Buch sehr zäh, u.a. durch den bereits erwähnten gedanklichen Infodump (der oft keinen wirklichen Mehrwert hat). Besonders in der ersten Hälfte lassen sich locker mal zwei Absätze überspringen, ohne auch nur irgendwas von der Handlung zu versäumen. Zudem verschiebt sich der Fokus in der zweiten Hälfte stark auf das Liebesdreieck Lucifer-Lilian-Jupiter. Es gibt viele explizite Szenen (wenigstens in der Smut-Version), welche für die Handlung irrelevant sind. Die erste Szene kommt sogar vor dem ersten richtigen Abenteuer vor. Und das Vokabular ist oftmals umgangssprachlich, bisweilen ins Englische tendierend. Warum sind die Kapitelüberschriften auf englisch in einer deutschen Fassung?!
Nur, weil da ein paar Dämonen vorkommen, von denen ein uralter Dämon eine AgeGap-Flirterei startet, und es ein paar Geheimnisse und Smut-Szenen gibt, kann ich das Buch nicht als Dark bestätigen. Romantasy ohne überzeugendes Worldbuilding oder komplexe Handlung käme jedoch hin.
Dieser Roman ist eines der Asian Healing Bücher, welche der Leserschaft geschickt einen Weg zu anderen Denkweisen und Perspektiven aufzeigen. Gemeinsam mit einem Versicherungsvertreter, der von sich überzeugt ...
Dieser Roman ist eines der Asian Healing Bücher, welche der Leserschaft geschickt einen Weg zu anderen Denkweisen und Perspektiven aufzeigen. Gemeinsam mit einem Versicherungsvertreter, der von sich überzeugt ist, vom Glück verlassen worden zu sein, steigt man in ein ganz besonderes Taxi. Der Fahrer steuert daraufhin einzelne Zielorte an, welche dem Mann zu mehr Glück verhelfen könnten. Doch hierfür müssen Denk- und Sichtweise erst einmal neu ausgerichtet werden.
Anhand des zunächst mürrisch-frustrierten Shûichi Okada erfährt man hierbei auf unterhaltsame Weise, welche kleinen Details zu mehr Glück führen könnten. Wie gehe ich mit mir selbst und meinen Mitmenschen um? Wie mit Misserfolgen? Muss ich gar zunächst in späteres Glück investieren? Lauter Stellschrauben, die Shûichi Okada mit der Zeit lernt umzusetzen, bis er nicht nur mit sich selbst im Reinen und dadurch glücklicher ist, sondern auch seiner Familie eine Portion Glück beschert.
Der Taxifahrer bleibt angenehm besonnen, spricht nie mit fiktiv erhobenem Zeigefinger, sondern erklärt Zusammenhänge, die Gründe für Erfolge und Misserfolge und wie man selbst aus letzteren etwas Positives ziehen kann.
Ein hervorragend geschriebenes Buch mit einer sehr gut nachvollziehbaren Charakterentwicklung und vielen Denkanstößen, welche man für sich mitnehmen kann.
In einer Welt, in welcher es Magie und Naturgeister gibt, sucht Prinz Xian verzweifelt nach einem Heilmittel für seine Mutter, welche vor Jahren durch den Biss einer weißen Schlange erkrankte. Das Orakel ...
In einer Welt, in welcher es Magie und Naturgeister gibt, sucht Prinz Xian verzweifelt nach einem Heilmittel für seine Mutter, welche vor Jahren durch den Biss einer weißen Schlange erkrankte. Das Orakel prophezeit ihm, in Changle eine weiße Schlange zu finden, welche seine Mutter heilen könnte. In offiziell politischer Mission macht sich Xian also mit seinem Gefolge auf an den Hof von Changle.
Ebenfalls auf dem Weg dorthin sind Zhen und seine Schwester, um sich am Hof etwas Geld zu verdienen. Was niemand weiß: die beiden sind Schlangengeister. Und Zhen ist eine weiße Schlange.
Natürlich laufen die beiden jungen Männer sich über den Weg, und natürlich kommt es zu einer gewissen Anziehung zwischen den beiden, welche auch eine besondere Bedeutung hat. Ein großer Pluspunkt des Romans an dieser Stelle ist der Perspektivenwechsel zwischen den beiden. Zhen hat seine Geheimnisse, und eines davon bereitet ihm ein so schlechtes Gewissen, dass er mehr darunter leidet, als er überhaupt müsste. Sein emotionaler Part ist sehr einfühlsam und bewegend. Prinz Xian ist hin und hergerissen zwischen der Sorge um seine Mutter, seinen Gefühlen zu Zhen und den Forderungen des Hofmagiers, die Suche nach der Schlange voranzutreiben. Hier ist Xians Charakterentwicklung sehr interessant, welche seine Entscheidungen stark beeinflusst, wenn auch nicht immer in bester Weise, wie er später feststellen muss.
Ein schönes Extra sind die magischen Hintergründe, welche einige Geschehnisse sowie das Handeln mancher Charaktere verdeutlichen. Der Fokus liegt auf den Charakteren, weniger auf dem Weltenbau. Und das ist hier auch völlig ausreichend, da das emotionale Auf und Ab mitsamt allen HIndernissen für ausreichend Spannung sorgt. Eine emotional mitreissende SlowBurn-Romantasy vor fernostasiatischer, historischer Kulisse für Jugendliche und alle Junggebliebenen.