Nicht alles hat eine zweite Chance verdient, aber manche Geschichten brauchen sie
Als großer Dunbridge Fan habe ich mich gefreut, als ich gesehen habe, dass die Reihe fortgesetzt wird. Leider hatte ich erst relativ spät nach Erscheinen von Band 5 Zeit in die Buchhandlung zu gehen, aber ...
Als großer Dunbridge Fan habe ich mich gefreut, als ich gesehen habe, dass die Reihe fortgesetzt wird. Leider hatte ich erst relativ spät nach Erscheinen von Band 5 Zeit in die Buchhandlung zu gehen, aber so hatte ich das Glück Band 5 und jetzt band 6 direkt hintereinander zu verschlingen. Wenn Band 5 mich schon überzeugt hat, dass man eine Buchreihe fortsetzen kann mit einer neuen Genration, hat Band 6 das erst recht geschafft.
In diesem Buch steht endlich Cleo im Vordergrund, die ich schon in der Geschichte um ihren Bruder Colin ins Herz geschlossen habe, auch wenn sie da nur am Rande vorkam, und schon im vorherigen Band neugierig auf ihre Geschichte geworden bin. Die lebensfrohe Cleo, die ihr Leben an der Dunbridge Academy nicht nur gerne mit ihren Freunden teilt, sondern auch mit ihrer Internetcommunity, hat auch eine andere verletzliche Seite, wie Leser von Wherever bereits mitbekommen haben. Noch immer trauert sie, auch wenn sie es zu verstecken versuch, ihrem Exfreund Alexander her und auch wenn er die Dunbridge verlassen hat, ihr Herz kann ihn einfach nicht loslassen. Sie waren doch jahrelang das perfekte Paar, unzertrennlich und voller Liebe zueinander, bis ein Ereignis dafür gesorgt hat, dass sich die beiden Schritt für Schritt immer weiter voneinander entfernt haben, bis ein Verrat alles zerstört hat, was zwischen den beiden war. Nichtsdestotrotz glaubt Chleo Alexander hinter sich gebracht zu haben, doch dann taucht er plötzlich wieder an der Dunbridge auf und ihre Gefühle geraten ins Wanken, denn auch wenn sie ihm am liebsten aus dem Weg gehen würde, ist da immer noch diese enorme Anziehungskraft zwischen ihnen, die sie einfach nicht ignorieren kann und vielleicht gibt es ja doch noch eine Chance für die beiden.
So viel vorweg ich liebe dieses Buch einfach, vom Cover bis zur letzten Seite. Auch wenn es im Vergleich zum Inhalt nichtig wirkt, gefällt mir das Cover sehr, denn es vermittelt schon von außen das Gefühl von Heimkommen, nicht nur weil es dieselbe Aufmachung und Farbe hat wie der vorherige Band, auch muss ich aufgrund der Gestaltung auch an die erste Dunbridge Generation mit einem Lächeln zurückdenken. Der Klappentext hat mich natürlich neugierig gemacht, vorallem durch die Ereignisse des letzten Bandes, wo man ja doch schon viele Andeutungen erhalten hat, die das Warten auf Cleo Geschichte fast unerträglich gemacht haben. Aufgrund dieser Anspielungen würde ich empfehlen zumindest „Wherever“ zu lesen, nicht nur weil es sich lohnt, sondern auch weil die Bücher ineinander übergreifen und man doch mehr versteht. Dennoch wäre es möglich das Buch zu lesen ohne die vorherigen Bände, aber ich kann es nicht empfehlen. Generell würde ich auch dazu raten, die vorherige Reihe zu lesen, weil die kleinen Anspielungen auf die erste Generation einfach gut fürs Herz sind, weil man erfährt was aus den Charakteren geworden ist, die man so sehr in sein Herz geschlossen hat und über vier Bände begleite durfte.
Dank des hervorragenden Schreibstils von Sarah Sprinz, der mich von der ersten bis zur letzten Seite mitgenommen hat, konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen und habe es fast an einem Tag durchgelesen (zum Glück war ein Feiertag). Die Handlung war voller Emotionen und ich habe sowohl mit Cleo als auch mit Alexander mitgefühlt. Dass die Thematik mit second Chance emotional vielschichtig wird aufgrund der gemeinsamen Vergangenheit der Protagonisten und dem neuen Kennenlernen zwischen ihnen, da sie sich in der Zwischenzeit beide weiterentwickelt haben, habe ich schon gedacht, aber mit dieser Tiefe habe ich dann doch nicht gerechnet. Man merkt schnell, dass etwas zwischen den beiden steht, aber man erfährt erst nach und nach was es war und ich habe lange mitgerätselt bis ich überhaupt den ersten Verdacht hatte, was es natürlich unglaublich spannend gemacht hat. Besonders emotional wird es, da man die Geschichte sowohl aus Cleos Sicht als auch von Alexanders Sicht erlebt, also Gefühle hoch zwei. Hier muss ich auch die Triggerwarnung am Anfang loben, die ich mir aber nicht angeschaut habe.
Cleo und Alexander sind zwei wundervolle Charaktere, die von der Autorin mit viel Liebe zum Detail gestaltet wurden und die ich beide in mein Herz geschlossen habe. Beide sind so vielseitig und interessante Charaktere und sie sind so viel vielschichtiger als der erste Blick erscheinen mag. Auch fand ich es sehr gelungen wie die Autorin dargestellt hat, wie unterschiedlich Charaktere ein bestimmtes Ereignis erleben können und was ein einziges Erlebnis in einem Menschen verändern kann. Aber nicht nur Cleo und Alexander sind liebenswerte Charaktere, sondern die ganze Freundesgruppe, und ich liebe den Rückhalt und die Verbindung zwischen ihnen. Die Freundschaft berührt mich jedes Mal aufs Neue, sodass ich beim Lesen den Wunsch verspüre auch gerne an der Dunbridge gewesen zu sein.
Ich kann das Buch wärmstens empfehlen, denn man kann es nur genießen und mit ihm viele spannende, hochemotionale Lesestunden verbringen. Das einzig traurige war, dass es wieder viel zu schnell gelesen war und es jetzt heißt, dass das Warten auf Band 7 begonnen hat.