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Veröffentlicht am 29.06.2020

Dorfidylle für Lucy und Ben

Die Liebe kommt auf Zehenspitzen
1

Das Cover des Buches finde ich echt schön. Es ist nicht zu aufdringlich, aber unterscheidet sich schon von vielen anderen, dass man darauf aufmerksam wird und passt außerdem zu den anderen Covern der Bücher ...

Das Cover des Buches finde ich echt schön. Es ist nicht zu aufdringlich, aber unterscheidet sich schon von vielen anderen, dass man darauf aufmerksam wird und passt außerdem zu den anderen Covern der Bücher der Autorin beim Lübbe-Verlag. Niedlich ist vor allem der kleine Fuchs auf der Titelseite, den man in der Geschichte auch kennenlernt. Neben Tausendschön, das ist der Name des Fuchses, geht es eigentlich um Ben und Lucy. Gemeinsam erben sie einen Bauernhof, obwohl sie sich zuvor nur einmal gesehen haben und jetzt sollen sie direkt zusammen wohnen. Ob das mal gut geht? Lucy schreibt zurzeit einen Liebesroman und übersetzt außerdem Vampirromane, Ben ist Arzt und leidet an Panikattacken. Beiden kommt es nicht ungelegen ihren Alltag in Hamburg gegen das idyllische Dorf zu tauschen und dort das Landleben zu testen.
Mir hat das Buch wirklich gut gefallen. Nach einem etwas langatmigen Einstieg, der für ein Sommerbuch für meinen Geschmack etwas viel Schnee beinhaltete, bin ich richtig gut reingekommen und hatte viel Spaß beim Lesen. Ich fand es herrlich gemeinsam mit Ben und Lucy das Landleben und deren Bewohner kennenzulernen. Vor allem Hund Helmut hat es mir angetan, ich mochte ihn richtig gerne und habe mich immer gefreut, wenn er vorkam. Doch auch die Menschen waren allesamt herzallerliebst. Allen voran natürlich Lucy und Ben. Letzterem fiel es etwas schwer sich zu öffnen, was ihn lange Zeit absolut undurchschaubar machte, doch eigentlich ist er ein liebenswürdiger Kerl, der sich nur sehr schwer öffnet und mit der Zeit habe ich gelernt ihn wirklich zu mögen. Lucy hingegen ist recht offen und da das Buch aus ihrer Sicht erzählt wird, lernt man sie natürlich sehr viel besser kennen.
Doch neben den Protagonisten waren es die vielen Nebencharaktere in Form der Dorfbewohner, die das Buch erst so richtig ausgemacht haben. All die kauzigen Nachbarn, netten älteren Damen und der Postbote, es war einfach super schön zu lesen und ich wäre gerne direkt dorthin gezogen. Es war toll zu lesen, wie alle sie willkommen geheißen haben, ihnen geholfen haben und erklärt was sie tun sollen. Am allerbesten fand ich die blaue Bank, die Idee eines unverfänglichen Treffpunktes hat mir sehr gefallen. Der Autorin ist es auf jeden Fall gelungen mit ihren Beschreibungen des Dorfes und der Menschen mich in den Bann der Geschichte zu ziehen. Die Atmosphäre war auf jeden Fall wunderschön, die Beschreibungen ebenfalls und langweilig war es auch nicht, weil dann doch noch einige unerwartete Dinge passierten.
Die Geschichte braucht wirklich recht lange bis sie in Fahrt kommt, was vielleicht auch daran liegt, dass Lucy und Ben recht lange brauchen bis sie erkennen, dass sie mehr als nur Mitbewohner sein wollen und im Grunde ist die Geschichte zwischen Ben und Lucy auch nur einer von sehr vielen Erzählsträngen, da auch die vielen Dorfbewohner eine große Rolle spielen. Insgesamt hat mir die Geschichte gut gefallen, auch wenn mir der Anfang zu lang und Lucy und Ben manchmal zu kurz kamen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Gefühl
  • Geschichte
  • Figuren
Veröffentlicht am 26.06.2020

Zwei Generationen tauschen Wohnungen

Time to Love – Tausche altes Leben gegen neue Liebe
0

Das Cover ist in meinen Augen jetzt nicht unbedingt das allerschönste, ich bin kein Fan vom den beige oder der Kombination aus gelb und lila, aber es erinnert direkt an das erste Buch der Autorin und sie ...

Das Cover ist in meinen Augen jetzt nicht unbedingt das allerschönste, ich bin kein Fan vom den beige oder der Kombination aus gelb und lila, aber es erinnert direkt an das erste Buch der Autorin und sie passen gut zusammen und sehen auch ganz gut im Regal nebeneinander aus, deswegen finde ich es ganz okay.
Inhaltlich geht es um Leena, die nach einer vermasselten Präsentation im Job, eine Auszeit verordnet bekommt und ihre Großmutter Eileen, die auf der Suche nach einem Mann ist. Leena wohnt in London und findet dort nur schwer Abstand zum Job, Eileen wohnt in Hamleigh, wo es so gut wie keine geeigneten Männer gibt. Kurzerhand tauschen die beiden Wohnort und Handys. Leena organisiert fortan alle Dorfaktivitäten, die sonst ihre Großmutter regelt, Eileen wohnt mit Leenas Mitbewohnern zusammen und probiert sich im Online-Dating in London.
Mir hat die Geschichte echt gut gefallen. Ich bin sowieso Fan vom Schreibstil der Autorin, der hatte mir auch schon bei Love to Share sehr gefallen. Außerdem gefällt mir das ungewöhnliche Wohnkonzept, dass Enkelin und Großmutter Wohnorte tauschen, dazwischen liegt noch eine weitere Generation und die Unterschiede sind einfach größer. Ich fand es sehr schön zu lesen, wie Eileen sich langsam in London zurecht gefunden hat, ihren Weg gefunden hat, Menschen geholfen hat, Männer getroffen. Ich habe ihre resolute Art, ihren Humor und ihre kreativen Lösungen absolut geliebt. Ich mochte ihre Sprüche sehr und fand klasse wie sie sich im Alter noch immer für alle einsetzt und sich dabei aber nicht vergisst.
Auch Leena mochte ich sehr. Am Anfang war es noch etwas schwierig mit ihr, weil sie sehr fixiert auf ihre Arbeit war und ich ihren Freund Ethan von Beginn an nicht mochte, aber als sie dann in Eileens Haus einzog, sich langsam mit den Nachbarn und ihren Aufgaben vertraut machte, mochte ich sie immer mehr. Sie gibt immer alles für ihre Ideen und, um anderen Menschen zu helfen und ist im Grunde ihrer Großmutter sehr ähnlich. Beide haben schon einiges erlebt und zu verarbeiten. Leena versucht den Aufenthalt in Hamleigh auch dazu zu nutzen, um vielleicht ihrer Mutter wieder etwas näher zu kommen.
Doch neben den beiden Protagonistinnen, aus deren Sicht das Buch abwechselnd geschrieben ist, gibt es noch zahlreiche wunderbare Nebencharaktere. Die ganzen Dorfbewohner sind allesamt super, teilweise etwas schräg, übellaunig oder seltsam, aber wenn es drauf ankommt, halten sie zusammen und helfen sich und das fand ich super schön. Deswegen fand ich es auch toll, dass auch die Londoner Freunde von Leena und ihre Mitbewohner und einige Leute, die Eileen dort kennengelernt hat, genauso hilfsbereit und freundlich waren, wenn man sich nur mal näher kennenlernte.
Das ganze Buch ist einfach super, ich habe mich direkt wohlgefühlt und hatte viel Spaß beim Lesen. Ab und an musste ich sogar richtig lachen. Ich mochte die Protagonistinnen und die vielen anderen Charaktere sehr, es war super geschrieben, die Handlung war einfallsreich und nicht langweilig, aber es sind nicht zu viele absurde Dinge passiert, dass es nicht mehr glaubwürdig wäre.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.06.2020

Nervige Sasha hat mich zum Abbrechen gebracht

Hopelessly in Love
0

Achtung: Spoiler für alle, die den ersten Teil nicht gelesen haben!

Ehrlich gesagt bin ich nicht der Typ, der Bücher wirklich abbricht, meistens überfliege ich wenigstens noch die fehlenden Seiten oder ...

Achtung: Spoiler für alle, die den ersten Teil nicht gelesen haben!

Ehrlich gesagt bin ich nicht der Typ, der Bücher wirklich abbricht, meistens überfliege ich wenigstens noch die fehlenden Seiten oder lese es irgendwann mal fertig, nur nicht sofort. Doch bei diesem Buch habe ich es tatsächlich getan. Ich war jetzt kein krasser Fan vom ersten Band, aber er hat mich ganz gut unterhalten und ich hatte mich schon auf den zweiten gefreut, mich gefragt wie es mit Sasha und Ben weitergeht. Doch leider konnte mich von Anfang an so gut wie nichts überzeugen, weswegen ich irgendwann nicht mehr weitergelesen habe.
Das Cover ist jetzt nicht mein Lieblingscover, aber gefällt mir schon besser als das pink vom ersten Band. Wobei ich die Farben der drei Bände auch absolut nicht passend zueinander finde. Inhaltlich schließt dieser Band direkt an den ersten Band an und es geht nahtlos mit der Geschichte weiter. Da es allerdings keinen richtigen Cliffhanger gab, war ich jetzt auch nicht übermäßig gespannt, wie es mit Ben und Sasha weitergeht. Im ersten Band hatte es mich noch nicht so richtig gestört, dass die ganze Geschichte mich sehr an die Save-Trilogie von Mona Kasten erinnert, aber mit jedem Kapitel wurden es mehr Ähnlichkeiten und Hopelessly in Love hat sich wie ein schlechter Abklatsch gelesen.
Der Schreibstil war auch diesmal wieder ganz gut und hat etwas über die anderen Dinge, die ich bemängele hinweggeholfen. Doch irgendwann konnte ich einfach nicht mehr weiterlesen, denn neben den Sichten von Sasha und Ben, die es schon in Band 1 gab, kommen nun noch June und Jess hinzu und das war für mich einfach zu viel. Abgesehen davon, dass ich die Geschichte der beiden jetzt nicht so spannend fand, ich hätte vielleicht eher ein eigenes Buch zu den beiden gelesen, waren mir die vier Sichten mindestens eine zu viel, da das Ganze für mich auch absolut keinen Mehrwert hatte. Im Gegenteil. Dadurch, dass ich nun June und Jess näher kennenlernte, waren auch die beiden mir einfach immer unsympathischer... Aber am allerschlimmsten fand ich leider Sasha. Zu Beginn von Band eins mochte ich sie noch, sie war irgendwie ganz nett und es war spannend wie sie sich in ihrer neuen Umgebung zurecht zu finden versuchte, doch ihre andauernde Eifersucht und ihre Befürchtungen Ben würde fremdgehen, gingen mir einfach nur auf den Keks. Ben fand ich nämlich super sympathisch und er hat ihr absolut keinen Grund gegeben, dass sie diese andauernden Gedanken hatte, außer dem Ende von Band 1, aber Sasha neigt auch dazu alles zu dramatisieren und mich hat sie einfach nur absolut genervt.
Ehrlich gesagt war Sasha so unheimlich nervig, dass ich jetzt nicht nur kein Interesse mehr habe dieses Buch zu beenden, sondern auch den dritten Band auf keinen Fall mehr lesen möchte. Außerdem stelle ich mir vor wie aus vier Perspektiven dann sechs werden und die Leser daran verzweifeln sechs Geschichten auf einmal lesen zu müssen. Absolut keine verlockende Vorstellung und von meiner Seite auch keine Empfehlung für diese Reihe...

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 19.06.2020

Ungewöhnliches Ende mit langsam erzählter Story

DUNKEL
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Das Cover finde ich schon schön und bezeichnend für Island, aber es passt für mich absolut nicht zur Geschichte. Das Cover des isländischen Originals finde ich sehr viel gelungener, das ist nämlich einfach ...

Das Cover finde ich schon schön und bezeichnend für Island, aber es passt für mich absolut nicht zur Geschichte. Das Cover des isländischen Originals finde ich sehr viel gelungener, das ist nämlich einfach schwarz. Und auch das englische finde ich passender, da ist eine Hütte drauf abgebildet, die in meinen Augen besser zu der im Buch beschriebenen passt. Inhaltlich geht es in Dunkel um die Kommissarin Hulda Hermansdóttir, die kurz vor ihrer Pensionierung steht und damit noch nicht so richtig klarkommt, da ihr etwas die Freizeitbeschäftigungen fehlen. In der Vergangenheit hat sie einige Schicksalsschläge durchmachen müssen und bei der Polizei musste sie sich stets gegen ihre männlichen Kollegen durchsetzen. Jetzt bekommt sie noch die Chance in den letzten Tagen ihres aktiven Dienstes einen allerletzten Fall aufzuklären. Ihr Kollege hat den bereits zu den Akten gelegt und Hulda will unbedingt noch etwas Neues herausfinden.
Insgesamt hat mir die Geschichte gut gefallen. Ich finde die Idee klasse eine Geschichte rückwärts zu erzählen, konnte mir vor dem Lesen aber nicht wirklich vorstellen wie das funktionieren soll. Gut erklären kann ich das jetzt auch nicht, sonst würde ich doch extrem spoilern, aber ich kann sagen, dass es echt innovativ ist und einfach mal etwas anderes! Der Schreibstil hat mir auch richtig gut gefallen, obwohl ich nicht weiß, was davon noch dem Original überhaupt ähnlich ist, weil das Buch erst aus dem Isländischen ins Englische übersetzt wurde und dann aus dem Englischen ins Deutsche und dabei gehen in der Regel viele Eigenheiten des Originaltextes verloren. Mein Isländisch ist allerdings noch nicht gut genug, um das selber überprüfen zu können. Das Schriftbild allerdings ist etwas für Leute mit schlechten Augen oder Leseanfänger. Im ersten Augenblick fand ich es auch angenehm, dass die Seiten mal nicht so dicht beschrieben wurden, aber dann hat es mich irgendwann genervt, dass ich in wenigen Sekunden mit einer Seite fertig war und die andauernden leeren Seiten fand ich auch etwas übertrieben. Ich denke am Ende bleiben vielleicht noch 300 Seiten Geschichte übrig und man merkt auch an der einen oder anderen Stelle, dass die Geschichte viel schneller erzählt wurde als an anderen, wo jedes Detail beschrieben wurde.
Hulda mochte ich gerne. Sie war die typische isländische Ermittlerin, von den anderen Ermittlern, die ich aus Islandkrimis/-thrillern so kenne, unterscheidet sie sich nicht wirklich. Schreckliche Familiengeschichte, keine Hobbys, recht einsam, oftmals etwas unzufrieden. Teilweise verhielt sie sich etwas plump, ihren Mitmenschen gegenüber war sie naiver als ich bei einer Kommissarin angenommen hatte, aber sie war hartnäckig, hat sich durchgebissen, konnte sich auch durchsetzen gegen den Willen der anderen. Zu den anderen Figuren kann man kaum etwas sagen, keiner hat auch nur eine wirkliche Rolle gespielt, es drehte sich alles um Hulda.
Der Plot gefiel mir recht gut, es war eine leise und langsam erzählte Geschichte, die jetzt nicht unbedingt von der extremen Spannung lebte. Aber das fand ich nicht so schlimm, mich hat das sehr an meinen liebsten isländischen Krimi-Autoren, Arnaldur Indridason, erinnert. Klar die großen Überraschungen gab es die meiste Zeit nicht, was ich aber nicht tragisch fand. Das Ende hingegen war dafür eine extreme Überraschung, damit hatte ich so nicht gerechnet und für einen Thriller war es auch recht ungewöhnlich. Es bleiben relativ viele Fragen zur Vergangenheit offen, es werden viele Dinge angesprochen, die nie zu Ende geführt werden, aber genau diese offenen Fragen sollen wohl die Grundlage für die anderen beiden Bände darstellen, die viele Jahre vor dem ersten Band spielen. Ich bin schon gespannt darauf und freue mich auf Hulda, um herauszufinden, ob sie wohl vor den vielen Tragödien in ihrem Leben anders war.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 15.06.2020

Jahresflop

Truly
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Ich bin niemand, der absichtlich Bücher schlecht macht oder nach dem Haar in der Suppe sucht, doch bei diesem Buch ist es mir schwer gefallen überhaupt auch nur irgendetwas positives zu finden. Letztendlich ...

Ich bin niemand, der absichtlich Bücher schlecht macht oder nach dem Haar in der Suppe sucht, doch bei diesem Buch ist es mir schwer gefallen überhaupt auch nur irgendetwas positives zu finden. Letztendlich ist es mir gelungen: Das Cover gefällt mir wirklich gut. Es sagt zwar absolut nichts über die Geschichte aus, aber das ist vielleicht auch ganz gut so... Inhaltlich geht es um Andie, die mit dem Beginn des Studiums einen Neuanfang wagen möchte. Sie zieht in eine neue Stadt, wo bereits ihre beste Freundin June studiert, und trifft dort auf den verschlossenen Cooper.

Meine Kritik beginnt bereits beim Schreibstil mit dem ich absolut nichts anfangen kann. Ich finde ihm weder poetisch, noch sonst irgendwie besonders. Beim Lesen bin ich oft über Formulierungen und detaillierte Beschreibungen sinnloser Details gestolpert, manchmal finde ich den Schreibstil beinahe unangenehm, am meisten Probleme machen mir die Kapitel aus Andies Sicht, da ich ihre Gedanken überhaupt nicht nachvollziehen kann und ihre Handlungen unlogisch finde. Es werden außerdem immer wieder dieselben Dinge erwähnt bis der Leser vollkommen eingepennt ist. Vor allem die Kussszenen sowie die eine Sexszene fand ich absolut unerotisch beschrieben. Beim Versöhnungskuss musste ich direkt an küssende Reptilien denken, als dort stand „seine Zunge schnellte hervor“ und das macht jegliche Romantik doch eher nachhaltig zunichte. Bei der einen Sexszene hat mich doch sehr gestört, dass ich sie plötzlich sowohl aus der Sicht von Andie als auch der von Cooper erleben musste, vorher wurde die Geschichte auch abwechselnd erzählt, wieso dort nicht? Und dann gab es nicht einmal besondere neue Erkenntnisse beim zweiten Lesen der Szene. Kann man sich dann auch echt sparen.

Die Charaktere. Ich mochte keinen einzelnen im Buch wirklich – außer Sara vielleicht. Wenn ich eine Figur aussuchen müsste, dann würde ich wohl den Hund nehmen, aber auch der war unheimlich unrealistisch dargestellt. Andie fand ich total nervig. Auf der einen Seite will sie unbedingt einen Neuanfang, aber wirklich planen tut sie den nicht. Wie bescheuert ist es bitte ohne Geld, Job und Wohnung ein Studium in einer fremden Stadt zu beginnen? Sie hätte locker einfach noch länger warten können in der Heimat, dort arbeiten oder an einer anderen Uni heimatnah das Studium beginnen und später, wenn sie Geld gespart hat, wechseln. Dann jammert sie auf wirklich jeder Seite herum wie wenig Geld sie hat. Ja gut, habe ich kapiert, muss man mir nicht andauernd sagen, so doof bin ich auch nicht. Aber auf der anderen Seite gibt sie dann richtig viel Geld aus für Möbel aus einem Möbelhaus plus Speditionslieferung. Hat sie noch nie von Second Hand gehört? Oder sie hätte es wie Cooper machen können und auf dem Schlafsofa schlafen können. Sie hat sich nie beschwert, dass es unbequem ist, also wäre das ja auf jeden Fall eine Option gewesen. Und wieso zum Teufel kauft sie einen Schreibtisch, aber keinen Stuhl? Und als es ums Möbel kaufen geht, kauft sie ein Bett, einen Schreibtisch und einen Kleiderschrank. Aufgebaut von Cooper werden allerdings ein Bett, ein Schreibtisch sowie eine Kommode. Äh wo kommt die Kommode plötzlich her? Und generell wozu braucht man so etwas, wenn man kein Geld hat? Da würde ich doch eher meine Kleidung auf dem Boden stapeln als mir teure Möbel zu kaufen... Mit Pragmatismus hat es Andie echt absolut nicht.

Dann ihr Umgang mit dem armen Hund. Sie „rettet“ ihn von der Straße, aber sucht nicht mal nach den Besitzern, die er ja vielleicht haben könnte. Man kann doch nicht das erstbeste Tier von der Straße mitnehmen! Und dann füttert sie den Hund nicht nur am ersten Abend mit Schinken, sondern direkt drei Tage bis sie endlich mal Hundefutter besorgt. Da kann er auch weiter auf der Straße leben, da ist seine Ernährung bestimmt ausgewogener... Und überhaupt, sie hat kein Geld, bindet sich aber einen weiteren Esser ans Bein? Und zur Krönung lässt sie den Hund bei ihrer „Flucht“ in der WG zurück und erwartet von ihren Mitmenschen, dass die sich um den Hund kümmern. Und davon abgesehen finde ich auch ihren Tick aufzuräumen echt dämlich. Also nicht den Tick an sich, das haben ja durchaus auch Leute, aber so wie das bei Andy umgesetzt ist, macht es sie einfach zur Nervensäge. Ich kann Sara absolut verstehen, dass sie das nicht in Ordnung fand, dass sich jemand in ihrer Wohnung gegen ihren Willen einquartiert und dann auch noch in ihren Sachen herumsortiert... Betont wurde ja auch immer wieder, dass andere Menschen Andies Systeme nicht nachvollziehen können, also macht es auch einfach keinen Sinn, dass sie andauernd irgendwo aufräumt, sie macht es für alle anderen ja nur noch schwieriger.

Cooper. Lernt man nicht wirklich kennen. Obwohl es auch Kapitel aus seiner Sicht gibt, weiß man nichts von ihm außer seiner Leidenschaft für Kunst, dass seine Eltern keinen Kontakt zu ihm haben und er Schuldgefühle wegen seiner Schwester hat. Ansonsten finde ich unglaublich seltsam. Mehrmals sieht er Andie, findet sie mega attraktiv und fühlt sich dabei an seine Schwester erinnert. Finde nur ich seltsam, dass er offenbar seine Schwester so attraktiv findet? Und ich fand es doch sehr schade, dass Zoey nicht ein einziges Mal wirklich vorkam, also als Leser hat man sie einfach nicht kennengelernt. Dann gab es noch Owen, dessen Rolle ich absolut nicht verstanden habe. Keine Ahnung was seine Rolle war.

Die Frauenfiguren. Ich finde es ja schon dämlich, dass so viele Frauen Namen auf i-Laute (Millie, Andie, Zoey) haben und das einfach nur niedliche, hilflose Wesen suggeriert. Dazu passt auch, dass Andie praktisch nichts alleine kann. Zuhause hat sie noch alles gemacht, sich um eine Ranch gekümmert, doch sobald Cooper auftaucht, muss sie nichts mehr machen, er rettet sie immer und überall. Beizeiten übernimmt auch Mason mal diese Rolle des „Retters“. Ich hasse diese absolut klischeehafte Darstellung von Andie als Jungfrau in Nöten, die absolut nichts alleine hinbekommt. June soll wohl die „starke Frauenfigur“ als Gegenpol darstellen, doch was ist bitte so toll daran, dass sie grundlos Kerlen Drinks übers Hemd gießt oder Mason schlägt oder beleidigt? Das finde ich bei Männern dumm und bei Frauen ist es auch nicht besser.

Für mich hat der gesamte Plot ein absolutes Glaubwürdigkeitsproblem. Nichts, wirklich nichts fand ich logisch, glaubwürdig oder irgendwie nachvollziehbar. Was mir neben der Glaubwürdigkeit gefehlt hat, waren Gespräche zwischen Cooper und Andie. Kein einziges Mal haben sie in direkter Rede miteinander über ihre Beziehung oder die Vergangenheit von Cooper gesprochen. Infos haben sowohl die Leser als auch Andie nur über Dritte bekommen. Und was ich total dumm fand, als Leser hat man von Coopers Geschichte als allererstes erfahren als er diese June erzählt hat und nicht Andie. Durch diese fehlenden Gespräche verstärkt sich außerdem das Gefühl, dass die Liebesgeschichte zwischen Andie und Cooper absolut oberflächlich dargestellt. Es hilft dann auch nicht, dass ich die ganzen Figuren unsympathisch finde sowie alle Schilderungen der Liebesbeziehung absolut unerotisch finde. Auch den Prolog fand ich richtig unnötig, den hätte es echt nicht gebraucht, weil ich solche schrecklichsten Tage des Lebens schon viel zu oft in letzter Zeit als Buchbeginn hatte. Mit der Szene zu beginnen, wo Andie an die Tür von June klopft, wäre doch total okay gewesen.

Leider konnte mich absolut nichts an diesem Buch überzeugen. Weder der Schreibstil, noch der Plot, die Charaktere oder das Setting (es war total egal wo das Buch spielt, die Umgebung spielte eh keine Rolle). Den einen bzw. den halben Stern gibt es einzig und alleine fürs Cover und weil man nicht null Sterne geben kann...

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere