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Veröffentlicht am 02.12.2020

Wen kümmert schon Schokolade, solange es Lakritze gibt?

Das schwarze Gold des Südens
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Das war mein erster Gedanke, nachdem ich diesen wunderbaren Roman gelesen habe und dabei war ich bis dahin kein großer Lakritz-Fan. Die Autorin Tara Haigh schickt uns in ihrem neuen Roman „Das schwarze ...

Das war mein erster Gedanke, nachdem ich diesen wunderbaren Roman gelesen habe und dabei war ich bis dahin kein großer Lakritz-Fan. Die Autorin Tara Haigh schickt uns in ihrem neuen Roman „Das schwarze Gold des Südens“ in das Jahr 1887 nach Bamberg, Paris und sogar in das historische Italien, da sind vergnügliche Lesestunden vorprogrammiert.

Im Zentrum des Romans stehen die Schwestern Amalie und Elise, zwei Nachkommen der Familie Imhoff, die in Bamberg ein traditionelles Süßholzimperium führt. Die beiden Schwestern könnten unterschiedlicher nicht sein, denn während Amalie pflichtbewusst an der Seite ihres Vaters und Verlobten im Familienbetrieb arbeitet, möchte Elise ihre Freiheit genießen und ihren Traum von einer eigenen Confiserie verwirklichen. Da ihr Vater auf stur schaltet, packt Elise ihre Sachen mitsamt ihrem Verlobten und flüchtet nach Paris. Amalie hingegen verschlägt es in das sonnige Italien, dabei möchte sie am liebsten wieder nach Hause nach Bamberg, bis sie in Italien auf einen Mann trifft, der ihr Herz schneller schlagen lässt.

Durch den lebendigen Schreibstil, versetzt die Autorin einen auf Anhieb in das historische Bamberg, so dass man sich sofort mitten im Geschehen befindet. Zugleich wird man sanft in die Geschichte eingeführt, so dass man einen Gesamtüberblick über die Familie Imhoff und ihre Mitglieder erhält, der für ein gutes Verständnis der Handlung sorgt. Des Weiteren lernt man die beiden Schwestern kennen, da die Geschichte zwischen der Sicht von Elise und Amalie wechselt und man erwirbt einen ersten Eindruck von deren Charakteren. Besonders gefallen hat mir hier, dass die Sichtweisen fließend gewechselt haben, ohne dass dies Kapitelweise mit der Überschrift des Namens gekennzeichnet wurde, wie ich es oft schon gesehen habe. Dennoch war zu jeder Zeit eindeutig welche Sichtweise gerade dargestellt wurde und die Abschnitte hatten genau die richtige Länge, so dass man beide Handlungsstränge noch im Kopf hatte und den Anschluss problemlos finden konnte. Besonders loben möchte ich an dieser Stelle auch die Übergänge, die von der Autorin an den perfekten Stellen platziert wurden, wodurch oft große Spannung aufkam. Durch den einfühlsamen und mitreißenden Schreibstil, war ich sofort in der Handlung gefangen und konnte mich im Verlaufe des Buches nicht entscheiden, welchen Handlungsstrang ich lieber verfolgen würde, da beide Schwestern sehr interessante Charaktere sind und im Verlauf der Handlung noch für die ein oder andere Überraschung sorgen. Generell hat Tara Haigh die Charaktere sehr liebevoll und authentisch gestaltet, so dass ich mich gut in diese einfühlen konnte und das obwohl Amalie mir vom Charakter gar nicht ähnlich ist. Gefühle und Emotionen kommen in diesem Roman nicht zu kurz, denn durch die Authentizität der Protagonisten habe ich diese während des Lesens in mein Leserherz geschlossen und habe mit ihnen gelitten, ihre Trauer und ihre Freude gespürt und mitgefiebert, wie es ihnen weiter ergeht. Ein sehr zentrales Gefühl beim Lesen war Spannung, denn diese war dank des fesselnden Schreibstils der Autorin oft zum Greifen nahe und nicht nur einmal habe ich eine Gänsehaut bekommen oder eine Träne verdrückt. Ebenso wie die Protagonisten wurden auch die Nebencharaktere von der Autorin bis ins letzte Detail gestaltet, wodurch die ganze Geschichte lebendiger wurde, so dass ich mich zeitweiße gefühlt habe, als wäre ich auf einer Zeitreise. Da die Familie Imhoff Süßholz anbaut, kommt man nicht um das Thema Lakritze drumherum, aber ich war beeindruckt wie vielfältig und interessant dieses Thema sein kann. Dies liegt aber auch vor allem daran, dass die Autorin die interessanten und mir bisher unbekannten Fakten geschickt in die Geschichte eingefügt hat, ohne dass das Thema überhand gewinnt. Beim Lesen erkennt man schnell, wie detailgetreu Tara Haigh die Vergangenheit eingefangen hat, so dass sie nicht nur das Paris der Vergangenheit lebendig werden lässt, sondern auch das historische Bamberg und Italien. Ich denke die liebevolle und detaillierte Recherche der Autorin verleihen dem Buch nicht nur das gewisse Etwas, sondern erweckt die Handlung zum Leben, so dass man sich in dieser vergisst und das Buch kaum noch aus der Hand legen kann.

Ich bin regelrecht begeistert und die Autorin überrascht mich mit ihren originellen Handlungen immer wieder aufs Neue, unabhängig ob als Tara Haigh oder als Tessa Hennig. Ohne viel Süßholz zu raspeln kann ich sagen, dass dieses Buch zu meinen Jahreshighlights gehört, denn es hat mir viele vergnügliche, aber auch spannende Lesestunden beschert und hat mich mehr als einmal zum Nachdenken angeregt. Während des Lesens habe ich die Welt um mich herum vergessen, so dass die 477 Seiten leider, dank des kurzweiligen Schreibstils, viel zu schnell gelesen waren und ich sogar ein bisschen traurig war, dass die Geschichte nun vorbei ist, denn die Charaktere sind mir richtig ans Herz gewachsen, aber das macht meiner Meinung nach ein gutes Buch aus. Ich kann das Buch wirklich jedem empfehlen unabhängig davon ob er lieber Eis, Schokolade oder Lakritz mag und spätestens nach dem Lesen des Buches hat man Lust richtiges Lakritz zu probieren.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 29.11.2020

Vielversprechender Auftakt einer neuen Familien-Saga von Ellin Carsta

Das Unrecht der Väter
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Nach der Hansen-Saga der Autorin ist dies der Auftakt einer neuen Familien-Saga und was soll ich sagen, die Autorin hat ein Händchen für spannende Familiengeschichten.

Bei „Das Unrecht der Väter“ handelt ...

Nach der Hansen-Saga der Autorin ist dies der Auftakt einer neuen Familien-Saga und was soll ich sagen, die Autorin hat ein Händchen für spannende Familiengeschichten.

Bei „Das Unrecht der Väter“ handelt es sich um den Auftakt der Falkenbach-Saga, in der die Familien Lehmann und von Falkenbach im Mittelpunkt stehen. Die drei Kameraden Paul-Friedrich von Falkenbach und die Brüder Heinrich und Wilhelm Lehmann haben nach dem 1. Weltkrieg ihre Familienbetriebe auf Gut Falkenbach zusammen gelegt, so dass sich neben der Pferdezucht Paul-Friedrichs sich auch die Porzellan und die Töpfe- und Pfannenfabrik der Brüder Lehmann auf dem Gelände von Gut Falkenbach befinden. Doch die drei verbindet ein mysteriöses Geheimnis aus dem Krieg, dass durch die Nachforschungen der Tochter einer ihrer Kriegskameraden droht ans Licht zu geraten. Die drei Freunde versuchen nun dieses Geheimnis vor ihren Familien zu verbergen. Neben den drei Freunden werden auch deren erwachsene Kinder und deren Familien thematisiert, so dass viele Einzelstränge eine spannende Gesamthandlung ergeben.

Durch den Prolog wird man auf eine direkte, aber auch sanfte Weise in die Geschichte eingeführt und lernt schon mal die drei zentralen Charaktere Leopold, Gustav und Ferdinand kennen, die Söhne von Paul-Friedrich, Heinrich und Wilhelm. Auch bekommt man schon im Prolog einen ersten Eindruck von den Charakteren. Nasch ein paar Seiten macht meinen einen Zeitsprung von 16 Jahren, die drei Söhne sind mittlerweile selbst erwachsen, sind verheiratet und Leopold hat sogar schon selbst ein Kind. Ab diesem Zeitpunkt beginnt die Handlung des Buches nun richtig. In den ersten Kapiteln lernt man die Familien langsam kennen, kommen doch bei drei Familien doch ein paar Charaktere zusammen. Die Einführung fand ich dabei sehr gelungen, da ich trotz der vielen Charaktere und den damit verbundenen Namen nicht durcheinandergekommen bin und man auch gleich von jedem Charakter ein Bild im Kopf hatte. Im Laufe der spannenden Handlung, hat sich aber so mancher Charakter stark weiterentwickelt, was das Ganze noch aufregender gemacht hat. Auch war ich wieder sehr beeindruckt, wie die vielen Einzelstränge ein großes Gesamtbild ergeben haben, ohne dass die Autorin vom eigentlichen Fokus abgewichen ist und ein roter Faden hat das Buch kontinuierlich durchzogen, so dass es keines Falls überlastet gewirkt hat.

Dank dem gewohnt lebhaften und intensiven Schreibstil hat die von Anfang an vorhandene Spannung einen steilen Anstieg genommen und oft war diese zum Greifen nahe. Der Schreibstil war des Weiteren seht authentisch und malerisch, so dass man sich die einzelnen Situationen während des Lesens bildhaft vorstellen konnte. Auch die Charaktere waren sehr authentisch gestaltet und man konnte richtig mit diesen mitfühlen. Während dem Lesen konnte man gut erkennen mit wie viel Liebe die einzelnen Figuren bis ins letzte Detail gestaltet wurden. Bei der Vielfältigkeit der Charaktere war so mancher für eine Überraschung gut, denn jeder der Charaktere hat sehr viel Potenzial.

Besonders gefallen hat mir der historische Hintergrund der sich immer schneller nähernden NS-Zeit. Die Autorin schafft es das Lebensgefühl von damals sehr realistisch dem Leser näherzubringen. Auch viele historische Fakten wurden liebevoll in die Geschichte eingearbeitet, ohne dass es zu Überladen wirkte. Man hat erkannt mit welcher Mühe die Autorin recherchiert hat, damit der Roman einen wahren Kern hat.

Da es eine mehrteilige Saga ist kamen viele Fragen auf, die noch nicht beantwortet wurden, was ich aber nicht schlimm finde, denn so ist die Spannung auf den nächsten Band groß. Ein wirklich gelungener Auftakt einer neuen Familiensaga, die mich schon jetzt in ihren Bann gezogen hat. Während des Lesens ist es mir sehr schwergefallen, dass Buch nur einen Moment aus der Hand zu legen und das macht meiner Meinung nach ein gutes Buch aus. Ich kann das Buch wirklich nur Jedem weiterempfehlen, der gerne interessante und spannende historische Romane liest, denn es lohnt sich alle mal.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 18.11.2020

Uffbasse: Ab do werd pälzisch gebabbelt...

Winzerfluch
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...dieses Motto gilt in Elwenfels, das dank Britta & Christian Habekost schon fast Kultstatus hat. Wer bereits den vorherigen Band gelesen hat weis, dass Elwenfels ein wunderschönes (leider fiktives) Dörfchen ...

...dieses Motto gilt in Elwenfels, das dank Britta & Christian Habekost schon fast Kultstatus hat. Wer bereits den vorherigen Band gelesen hat weis, dass Elwenfels ein wunderschönes (leider fiktives) Dörfchen in der schönen Pfalz ist. Für alle die es noch nicht kennen, sollten dies unbedingt nachholen, denn was gibt es schöneres als die Pfalz? Eine Region voller Weinberge, gutem Essen und vor allem schmackhaften Wein.

Auch Carlos Herb, Privatermittler und Exbiertrinker aus Hamburg hat dies während den Ermittlungen seines vergangenen Falls erkannt und vermisst nun schmerzlichst das schöne, im Pfälzer Wald gelegene Dörfchen Elwenfels mit samt seinen Bewohnern. Da erscheint es ihm fast wie ein Traum, dass er drei seiner pfälzer Freunde, wo sollte es auch anders sein, im Fußballstadion trifft. Ohne groß Worte zu machen, folgt er seinen Freunden nach Elwenfels, doch dort wird keines Falls der rote Teppich für ihn ausgelegt, denn das Dorf befindet sich aufgrund eines brutalen Mords und ungebetener Gäste im Ausnahmezustand. Nachdem eine Dorfbewohnerin verdächtigt wird, ist den Bewohner klar, dass Carlos für einen höheren Zweck gerade jetzt in Elwenfels ist. Dieser zweifelt jedoch, ob er den Mordfall wirklich aufdecken kann, denn war es wirklich keiner der Bewohner? Und dann taucht auch noch eine völlig verstörte Frau in Elwenfels auf, was das wohl alles zu bedeuten hat?

Das Cover ist, wie auch bei Band 1, passend zur Handlung gestaltet und sieht auch noch malerisch schön aus, fast wie ein Gemälde. Besonders gefällt mir, dass das Cover so gut zu dem des vorherigen Bandes passt, wodurch die beiden Bücher im Regal nebeneinander wie ein Landschaftsgemälde aussehen. Auch finde ich es beeindruckend mit wie viel Liebe zum Detail das Cover gestaltet wurde und trotz der Ähnlichkeit zu "Rebenopfer" hat es doch einen ganz eigenen, individuellen Charme.

Ich würde auf jeden Fall empfehlen die Bücher der Reihenfolge nach zu lesen, da man sonst wahrscheinlich nicht alle Situationen so gut nachempfinden kann und man bei so manch einer Stelle nicht so lachen kann, da man den Witz dahinter nicht richtig versteht. Da man Band 1 meiner Meinung nach eh gelesen haben muss, nicht nur wegen der Handlung, sondern weil es einfach ein einzigartig wundervolles Buch ist, dass man sich nicht entgehen lassen solle, wäre das Einhalten der Reihenfolge schon sinnvoll.

Wer Band 1 schon gelesen hat, weis natürlich wie einzigartig das Dorf Elwenfels mit samt seinen Bewohner ist und mit wie viel Liebe und Feingefühl die Autoren Britta & Christian Habekost diese kleine Welt geschaffen hat. Besonders aufgefallen ist mir die Liebe zum Detail in jeder noch so kleinen Szene und bei jedem einzelnen Dorfbewohner. Durch den malerischen, aber auch humorvollen Schreibstil haucht das Autorenduo den Charakteren Leben ein und lässt sie so authentisch wirken, manchmal so authentisch, dass man meinen könnte das Elwenfels wirklich existiert. Der Humor kommt in diesem Buch wirklich nicht zu kurz, denn es gibt sehr viele Szenen, die voller Witz und Situationskomik sind, dass man beim Lesen in schallendes Gelächter ausbricht. Untermalt wird das ganze noch durch den wundervollen pfälzischen Dialekt, der einen ein Dauergrinsen ins Gesicht zaubert. Aber für alle die nicht in der atemberaubenden Pfalz Leben wird das Lachen beim pfälzer Dialekt nicht vergehen, wahrscheinlich können sie sich dadurch auch besser in Carlos einfühlen, der immer noch nicht fließend Pfälzisch spricht. Zur Hilfe gibt es hinten im Buch ein kleines Glossar, dass die wichtigsten Wörter erklärt, aber man erkennt so oder so den Witz. Gerade als Pfälzerin gefällt mir der Dialekt und der pfälzer Humor sehr, denn jeder Pfälzer erkennt sich selbst oder Bekannte in der ein oder anderen Situation wieder. Dadurch entsteht ein herrlisch angenehmes Gefühl von Heimat beim Lesen. Neben dem Humor kommt die Spannung natürlich nicht zu kurz, denn diese steigert sich mit jeder Seite und hat mir die ein oder andere schlaflose Nacht beschert, da ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Bis zum Schluss habe ich mit den Bewohnern mitgefiebert und der Ausgang war, wie schon beim ersten Band, zu keinem Zeitpunkt vorhersehbar, was ich besonders lobend hervorheben möchte. Aber eins wird einem schnell klar, denn in Elwenfels ist nichts vorhersehbar, da sorgen die Dorfbewohner für. In dem Buch liegt eine einzigartige Kombination aus Humor und Spannung vor und durch einen kleinen Hauch Mystik ensteht eine einzigartige Mischung, die ich noch nie erlebt habe und wahrscheinlich auch nie wo anders so erleben werde. Ich finde man benötigt als Autor viel Talent um so eine Mischung zu kreieren, da diese schon sehr speziell ist und in den falschen Händen nach hinten losgehen kann. Zum Glück ist die Elwenfellsreihe bei Britta & Christian Habekost genau in den richtigen Händen.

Leider war das Buch viel zu schnell zu Ende, bedingt durch den erheiternden, kurzweiligen Schreibstil. Ebenso wie Carlos habe ich mein Herz an Elwenfels verloren, denn wie gerne wäre ich auch mal dort zu Besuch. Ich werde Carlos und die Dorfbewohner vermissen, die sich alle aufgrund ihrer vielfältigenden und liebenswerten Charaktere in mein Leserherz geschlichen haben. Ich kann das Buch wirklich jedem empfehlen, denn meiner Meinung nach ist es ein must-read und das nicht nur für Pfalzfans. Ich freue mich schon auf die folgenden Teile, vor allem kann ich den nächsten kaum erwarten, wenn wieder meine Lachmuskeln beim Lesen schmerzen. Ich freue mich wirklich sehr diese einzigartige Reihe entdeckt zu haben und den Autoren gilt mein größter Respekt, denn so eine ganz eigene Welt in direkter Nachbarschaft zur realen Welt zu erschaffen, können nur die Wenigsten. Faszinierend fand ich auch, dass der 2. Band dem ersten in nichts nachsteht, was leider viel zu selten istt, aber um es im Stil von Elwenfels zu sagen "Weeschwieschmään"?

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.11.2020

Die Liebe einer Mutter ist grenzenlos

All das Ungesagte zwischen uns
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Dies war mein erstes Buch von Colleen Hover, aber da ich bereits schon viel Positives über die Autorin auf den verschiedensten Plattformen gelesen hatte, war meine Erwartungshaltung dementsprechend hoch ...

Dies war mein erstes Buch von Colleen Hover, aber da ich bereits schon viel Positives über die Autorin auf den verschiedensten Plattformen gelesen hatte, war meine Erwartungshaltung dementsprechend hoch und ich war gespannt wie mir das Buch gefallen hat. So viel zu Beginn: Es war definitiv nicht das letzte Buch der Autorin, dass ich in den Händen halte.

Allein das Cover ist wunderschön, denn es ist sehr stilvoll gestaltet und nicht überladen. Ein echter Blickfang und macht sich wunderbar im Regal. Besonders hervorheben möchte ich den zu 100& treffenden Titel, der das Buch in einem Satz zusammenfasst und ein sehr tiefsinniger, symbolischer Titel ist.

Das Buch handelt von Morgan, die in jungen Jahre bereits ihre Tochter Clara bekommen hat und ganz in der Rolle als Mutter, Hausfrau und Ehefrau aufgegangen ist, jedoch immer mehr ein innere Lehre empfindet, die dadurch zunimmt, dass ihre Teenagertochter immer selbständiger wird und sie nicht mehr so sehr braucht. Morgans Leben scheint perfekt zu sein, ein wunderbarer Mann und eine Tochter, der sie sehr nahesteht und immer erhält sie Unterstützung von ihrer Schwester Jenny, aber doch fehlt etwas und Morgan erkennt einfach nicht was, bis ein schrecklicher Unfall ihr Leben auf den Kopf stellt. Nichts scheint mehr so zu sein wie es war und auch ihre Tochter entgleitet ihr in dieser schweren Zeit immer mehr und findet Trost in einem Jungen von dem Morgan gar nicht begeistert ist. Die beiden entfremden sich immer mehr, können sie sogar kein ernsthaftes Gespräch mehr führen.

Das Buch ist abwechselnd in der Perspektive von Morgan und Clara geschrieben, was mir persönlich sehr gut gefallen hat, da man so als Leser eine Gesamtüberblick über beide Charaktere erhalten hat. Clara ist mit ihren fast siebzehn Jahren noch sehr jung und emotional, was die Autorin in ihrer Wortwahl sehr hervorhebt und man die Gefühle von Clara fast mitempfindet. Morgans Sicht fand ich junger Mensch sehr interessant, denn die Gefühle einer Mutter zu ihrer Tochter zu lesen, hat mich sehr berührt und ich fand es sehr emotional als Tochter mal die andere Seite der Mutter-Tochter-Beziehung kennenzulernen. Generell war der Schreibstil sehr gefühlvoll und tiefsinnig, so dass man sofort das Gefühl hatte sich mitten in der Geschichte zu befinden und die ganzen Emotionen beim Lesen selbst mitgefühlt hat. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, dass die beiden einfach miteinander reden sollten, aber da das Buch sehr zum Nachdenken anregt, merkt man erst wie schwer es ist ein Gespräch erst mal anzufangen. Morgan ist eine liebevolle Mutter und möchte ihre Tochter nur beschützen und verheimlicht ihr etwas wichtiges. Dass sie sich selbst bei Clara unbeliebt macht, nur um ihre Tochter zu schützen, hat mich zu tiefst berührt und mir die ein oder andere Träne entlockt. Aber nicht nur Morgan hat sich schnell in mein Leserherz geschlichen, sondern auch Clara, denn auch ihre Gefühle waren nachvollziehbar und verständlich. Aber auch die Nebencharaktere waren mir auf Anhieb sympathisch, ob es Claras beste Freundin war oder ihr Schwarm und dessen Großvater (der einer meiner Lieblingscharaktere ist). Durch den emotionalen Schreibstil war ich richtig gefesselt und hatte das Buch binnen kürzester Zeit durchgelesen.

In diesem Buch werden verschiedene Arten der Liebe thematisiert, die alle sehr gefühlsvoll waren, am meisten hat mich die Liebe zischen Mutter und Tochter berührt. Das Buch war aber nicht nur gefühlvoll sondern hat auch zum Nachdenken angeregt, was mir besonders gut gefallen hat. Ich kann das Buch einfach nur weiterempfehlen, da es tief in mir etwas berührt hat und ich bin gespannt auf weitere Bücher von Colleen Hoover.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 11.11.2020

Das letzte Mittagsmahl

Den letzten Gang serviert der Tod
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Nachdem ich schon so viel positives über Jörg Maurer gelesen habe und in letzter Zeit vermehrt auf den Geschmack von Krimis gekommen bin, habe ich es endlich geschafft ein Buch des Autors zu lesen und ...

Nachdem ich schon so viel positives über Jörg Maurer gelesen habe und in letzter Zeit vermehrt auf den Geschmack von Krimis gekommen bin, habe ich es endlich geschafft ein Buch des Autors zu lesen und es war definitiv nicht das letzte!

In diesem Band ist ermittelt Komissar Jennerwein und sein Team in einem delikaten Fall, denn hier liegt nicht nur eine Leiche in der Küche des Edelrestaurants Hubschmidt´s sondern gleich vier. Ebenso wie der Besitzer des Restaurants waren auch die anderen drei Mitglieder des exquisiten Kochclubs "Treize Plats", ein Club dessen Mitglieder eher zur wohlhabenden und höhren Gesellschaft gehören. Die große Frage ist: Wer steckt hinter den Morden? Ein eifersüchtiger Feinschmecker? Ein Konkurrent? Oder etwa der schrullige vegane Förster? Die vielen Spuren machen Jennerwein und seinem Team ganz schön zu schaffen, aber Jennerwein wäre nicht Jennerwein, wenn er nicht den wahren Täter überführt.

Da dieses Buch mein erstes des Autors war, betrat ich beim Lesen völliges Neuland und habe mich überraschen lassen. Das Cover ist sehr schön und passend gestaltet und man sieht schon ein wesentliches Thema des Buches: Pilze. Der Schreibstil des Buches hat mir von Anfang an sehr gut gefallen, da er sehr fesselnd ist aber auch sehr humorvoll, eine mörderische Kombi. Jedoch war mir das Pilzthema am Anfang etwas too much und fast schon unnatürlich in den Gesprächen plaziert, jedoch kann dies damit zusammenhängen, dass ich die vorherigen Bände noch nicht kenne, für einen Neuling hat es trotzdem den Lesefluss etwas gestört, aber ich habe mich schnell daran gewöhnt, es ist doch schon interessant was es alles für Pilzarten gibt, da lernt man noch was fürs Leben. Was ebenfalls für einen Neuling sehr anstrengend war, waren die vielen Erwähnungen bestimmter Ereignisse, die in den vorherigen Bänden stattgefunden haben oder auch die Nebenfiguren, die anscheinend schon sehr bekannt sind. Ich würde daher empfehlen erst die vorherigen Bände zu lesen, da man so diese witzigen Anektoden auch als solche auffassen kann und nicht als großes Rätsel. Der Autor hat den Charakteren richtig Leben eingehaucht und durch den malerischen Schreibstil konnte man sich die einzelnen Szenen und die Interaktion der Charaktere sehr gut vorstellen. Besonders hat mir Hölleisen gefallen, der den typsichen Provinzler darstellt, der jeden kennt und damit für eine sehr humorvolle Stimmung sorgt. Die Spannung ist kontinuierlich angestiegen und bis zu letzt hatte ich keine Ahnung wer der Täter sein könnte, denn man wurde oft auf eine falsche Fährte geführt, aber genau das macht meiner Meinung nach einen guten Krimi aus. Nebenbei hat man noch eine kulinarische Reise durchlebt, was es alles für Gerichte gibt, da bekommt man richtig Appetit. Das Ende war wirklich etwas Einmaliges, Hut ab vor dem Autor, wo er wohl seine Ideen hernimmt?

Ein wirklich sehr gelungener Alpenkrimi, Schreibstil und Handlungen konnten mich einfach überzeugen und ich bin auf den Geschmack nach mehr gekommen!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere