Ian… WAS war bitte mit dir los?!
Asrai - Der Schatten des ShetaiNach Band 3, der mich leider nicht ganz so packen konnte, hat mir „Asrai – Der Schatten des Shetai“ wieder deutlich besser gefallen. Besonders cool fand ich, dass wir diesmal zurück in die Vergangenheit ...
Nach Band 3, der mich leider nicht ganz so packen konnte, hat mir „Asrai – Der Schatten des Shetai“ wieder deutlich besser gefallen. Besonders cool fand ich, dass wir diesmal zurück in die Vergangenheit gehen und endlich erfahren, wie Ian überhaupt zu dem Ian geworden ist, den wir aus den anderen Büchern kennen. Die Geschichte setzt einige Jahre vor Band 1 an und zeigt unter anderem, wie Ian zu den Drachenreitern kommt.
Und ganz ehrlich: Ian?! Ich wusste ja bereits, dass er kein unkomplizierter Charakter ist, aber teilweise war ich wirklich sprachlos darüber, wie er drauf war. Seine ganzen Lügen, Entscheidungen und Geheimnisse aus seiner Perspektive mitzuerleben, war gleichzeitig faszinierend und ein bisschen verstörend. Man versteht nach diesem Band einiges besser, aber bei manchen Aktionen dachte ich trotzdem nur: Junge, WAS MACHST DU DA?! Gerade seine Vergangenheit gibt seinem Charakter im Nachhinein noch einmal viel mehr Tiefe.
Auch Nisha fand ich als neue Protagonistin interessant. Sie wird als Spionin bei den Drachenreitern eingeschleust und steht dabei enorm unter Druck, weil das Schicksal ihrer Familie von ihrer Mission abhängt. Ihre Kapitel mochte ich, allerdings war ich definitiv immer ein kleines bisschen glücklicher, wenn wieder ein Ian-Kapitel kam. Seine Vorgeschichte war für mich einfach das Highlight des Buches.
Besonders schön fand ich außerdem, mehr über Shy und Ian zu erfahren. Ihre gemeinsame Geschichte hat einiges aus den vorherigen Teilen noch einmal in ein anderes Licht gerückt. Generell liebe ich einfach, dass die Drachen weiterhin so viel Raum bekommen.
Ich fand es auch spannend, bekannte Figuren und Zusammenhänge plötzlich aus einer völlig anderen Perspektive zu sehen. Einige Dinge, die man aus den vorherigen Büchern kennt, ergeben mit diesem zusätzlichen Wissen noch einmal mehr Sinn. Genau das macht für mich eine gute Vorgeschichte aus: Sie erzählt nicht einfach nur Bekanntes nach, sondern verändert ein Stück weit den Blick auf die ursprüngliche Geschichte.
Ganz an Band 1 und 2 kommt dieser Teil für mich zwar nicht heran, aber nach meinem kleinen Durchhänger mit Band 3 war ich wieder deutlich mehr drin. Vor allem Ian hat mich hier gleichermaßen fasziniert, überrascht und mehrfach dazu gebracht, ihn gedanklich zu schütteln.
Eine richtig coole Vorgeschichte, die Ian noch einmal von einer ganz anderen Seite zeigt und der bisherigen Reihe im Nachhinein mehr Tiefe gibt. 4 Sterne!