Tolles Thema aber zu vorhersehbar
In „Wie viele willst du töten“ geht es um Ellery, die als Teenager das einzige überlebende Opfer eines Serienkillers, eine Tatsache die sie ihrem Umfeld jedoch verschweigt. Seit drei Jahren bekommt sie ...
In „Wie viele willst du töten“ geht es um Ellery, die als Teenager das einzige überlebende Opfer eines Serienkillers, eine Tatsache die sie ihrem Umfeld jedoch verschweigt. Seit drei Jahren bekommt sie jedes Jahr zu ihrem Geburtstag eine anonyme Geburtstagskarte zugesendet und gleichzeitig verschwindet eine weitere Person aus dem Ort, in dem Ellery als Polizistin tätig ist. Ellery sieht einen Zusammenhang zwischen den Fällen aber ihr Chef nimmt sie diesbezüglich nicht ernst. Aus diesem Grund wendet sich Ellery kurz vor ihrem diesjährigen Geburtstag an den FBI-Agent Reed, der sie als Jugendliche befreit hat. Doch auch ihm verrät sie nicht alles. Gemeinsam versuchen sie die Fälle aufzuklären…
Das Cover sieht super gut aus und ich wollte dieses Buch direkt lesen. Klasse fand ich auch – zumindest vom Aussehen her – den farbigen Schnitt des Buches. Zum Lesen war dieser leider eine ziemliche Katastrophe – fast alle Seiten haben am zumindest außen zusammengeklebt und mussten erstmal auseinandergefummelt werden.
Ich fand das Thema und die gesamte Idee hinter der Geschichte auch gut gewählt und ziemlich interessant und ich habe das Buch am Stück durchgelesen. Die Handlung wird aus teilweise aus Sicht von Ellery geschildert und teilweise aus Sicht von Reed, was an sich gelungen ist aber meiner Meinung nach dem ganzen dann doch etwas die Spannung genommen hat. Der Schreibstil lässt sich jedoch super gut und flüssig lesen.
Ellery ist Polizistin, recht einfühlsam und mit einer komplizierten Vorgeschichte, die sie niemandem preisgeben will. An sich fand ich Ellery recht sympathisch und ich habe ihre Geschichte gerne gelesen aber ab und an fand ich ihr Verhalten dann doch etwas merkwürdig – sie hat z.B. ein Verhältnis mit ihrem Chef, den sie aber gar nicht mag, sie verschweigt ihrem „Verbündeten“ viele Details,…
Reed ist beurlaubter FBI-Agent. Ihn fand ich super interessant, er bemüht sich sehr und ich mochte ihn einfach sehr gerne. Sein Charakter ist der Autorin ziemlich gut gelungen und in diesem Buch war er meine Lieblingsfigur.
Inhaltlich fand ich ungefähr die erste Hälfte wirklich gut gelungen, Spannung wurde aufgebaut, man hat mitgerätselt usw. nur fehle mir hier der „Thrillereffekt“ bereits. Im Laufe der zweiten Hälfte wurde die Spannung dann aber nicht gehalten sondern ging eher etwas verloren. Aufgrund des ein oder anderen war mir recht früh klar, wer der Täter sein musste – und diese Figur war es dann letztendlich auch. Die Thriller-Elemente waren zwar irgendwo vorhanden, kamen aber bei mir leider nicht wirklich an, bewirkt hauptsächlich durch fehlende Tiefe der Charaktere und zu wenige Emotionen. Außerdem ging es dann teilweise doch ziemlich schnell. Wirklich unerwartet war nur wenig und dementsprechend gab es auch eher wenige richtige Überraschungen.
Insgesamt fand ich die Idee und das Thema und auch die Erklärungen für das Verhalten des Täters trotzdem ziemlich stark und das Buch an sich auch nicht richtig schlecht aber mir fehlte es dann doch zu sehr an packender Spannung. Bis zum Ende habe ich gewartet und gehofft, dass doch noch etwas unerwartetes passiert und dann war ich etwas enttäuscht, dass dies nicht der Fall war.