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Veröffentlicht am 06.03.2019

Spannender Pageturner!

Lazarus
2

Joona Linnas hartnäckigster und gefährlichster Gegner, der Serienmörder Jurek Walter, wurde vor Jahren für tot erklärt. Er stürzte damals, von mehreren Kugeln getroffen, in einen Fluss. Seine Leiche wurde ...

Joona Linnas hartnäckigster und gefährlichster Gegner, der Serienmörder Jurek Walter, wurde vor Jahren für tot erklärt. Er stürzte damals, von mehreren Kugeln getroffen, in einen Fluss. Seine Leiche wurde zwar nie gefunden, doch mittlerweile hofft Joona, dass es Saga damals wirklich gelungen ist, den Killer zur Strecke zu bringen. Joona und seine Tochter Lumi versuchen nun, endlich ein normales Leben zu führen, ohne dass sie ständig fürchten müssen, dass Jurek zurückkehrt, um sie zu töten. Doch dann weckt eine grausame Mordserie, die sich durch ganz Europa zieht, Joonas Misstrauen. Als dann auch noch der Kopf seiner verstorbenen Frau in der Wohnung eines vermeintlichen Grabschänders auftaucht, ist für Joona klar, dass die Gefahr noch nicht vorüber ist. Joona ist sich sicher, dass Jurek Walter lebt und dass er sein Werk vollenden wird. Hals über Kopf bricht er alles hinter sich ab und macht sich auf den Weg, um Lumi zu schützen. Vorher warnt er Saga eindringlich davor, dass sie und ihre Familie ebenfalls in tödlicher Gefahr schweben und dass sie Schutzmaßnahmen ergreifen und Jurek aufspüren muss. Doch Saga glaubt fest daran, dass Joona sich irrt. Ein tödlicher Irrtum?

"Lazarus" ist bereits der siebte Fall für Joona Linna. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen aber auch dann folgen, wenn man noch keine Vorkenntnisse hat. Um die privaten und beruflichen Nebenhandlungen der Hauptcharaktere und ihre Weiterentwicklung zu verfolgen, empfiehlt sich allerdings, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge. Wichtige Hintergrundinformationen werden allerdings so in die Handlung eingestreut, dass man auch als Quereinsteiger einen guten Überblick bekommt und dem aktuellen Geschehen problemlos folgen kann.

Der Einstieg in den aktuellen Fall gelingt wieder mühelos, denn unterschiedliche Perspektiven, die sofort durch Spannung oder das Gefühl einer unterschwelligen Bedrohung überzeugen, sorgen dafür, dass man von Anfang an in den Sog der Handlung gerät. Das Autorenduo Lars Kepler spannt ein Netz aus variierenden Strängen, die zunächst nicht richtig in Verbindung gebracht werden können, dadurch aber das Interesse wecken und außerdem eine äußerst bedrohliche Atmosphäre entwickeln. Diese Bedrohung wirkt so glaubhaft, dass man förmlich spürt, mit welcher akribischen Genauigkeit Jurek Walter die Schlinge knüpft, die er um Joona Linna und alle die ihm lieb sind, legen will, um sie dann präzise zuzuziehen. Die Anspannung ist dadurch hoch und schwebt ständig zwischen den Zeilen, da man sich fragt, ob es Joona gelingen wird, den Kopf aus dieser Schlinge zu ziehen.

Doch schnell wird klar, dass die perfiden Pläne des Killers so kalkuliert sind, dass er den Ermittlern immer einen Schritt voraus ist und alle Eventualitäten bedacht hat. Es geht Schlag auf Schlag, sodass man beim Lesen kaum Zeit zum Luftholen hat. Man verfolgt geradezu atemlos die spannenden Szenen und mag manchmal kaum glauben, was passiert. Die häufig wechselnden Perspektiven, die oft an entscheidenden Stellen stoppen, um sich dann dem nächsten Handlungsstrang zuzuwenden, sorgen für ein rasantes Tempo, dem man sich nur schwer entziehen kann. Das Buch entwickelt sich damit früh zu einem echten Pageturner. Die Spannung ist enorm. Allerdings stellt man sich beim Lesen oft die Frage, wie es eigentlich sein kann, dass Jurek Walter scheinbar alles weiß und entsprechend reagieren kann. Das wirkt zuweilen ein wenig unglaubwürdig und arg konstruiert. Da die Spannung aber konsequent gehalten wird, verdrängt man dieses Manko und genießt die Anspannung und den Gänsehauteffekt.

Der Schreibstil ist wieder sehr flüssig und angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und ganz in die Handlung eintauchen. Allzu zartbesaitet sollte man beim Lesen allerdings nicht sein, da die Opfer nicht mit Samthandschuhen angefasst werden. Außerdem wird schnell klar, dass man sich in diesem Band wohl von einigen bekannten Charakteren verabschieden muss, da Jurek Walter gnadenlos zuschlägt. Dieser Fall gipfelt in einem spannenden Showdown, wobei die Frage, wie alles enden wird, erst ganz am Ende beantwortet wird.

Ich habe bisher alle Bände der Reihe gelesen und war auch von diesem Fall wieder begeistert. Denn ich war vom ersten Moment an mitten im Geschehen und konnte mich ganz auf das spannende Katz- und Mausspiel einlassen. Die Spannung war für mich sofort spürbar, sodass ich früh in den Sog der Ereignisse geriet und den Thriller am liebsten in einem Rutsch beendet hätte. Obwohl ich zugeben muss, dass es mich etwas gestört hat, dass Jurek Walter scheinbar alles wusste und einkalkulieren konnte, vergebe ich alle fünf Bewertungssternchen. Denn der durchgehenden Hochspannung konnte ich mich einfach nicht entziehen.

Veröffentlicht am 12.05.2019

Wuncervoller Hunderoman, der mitten ins Herz trifft

Phoebe
1

Bisher hat die junge Mischlingshündin Phoebe in ihrem Leben nicht viel Glück gehabt. Als Welpe wurde sie gemeinsam mit ihren Geschwistern ausgesetzt, hat dabei nur knapp überlebt und landete schließlich ...

Bisher hat die junge Mischlingshündin Phoebe in ihrem Leben nicht viel Glück gehabt. Als Welpe wurde sie gemeinsam mit ihren Geschwistern ausgesetzt, hat dabei nur knapp überlebt und landete schließlich in einem Tierheim. Ihr Schicksal wendet sich, als Uwe Krauser sein Herz an Phoebe verliert und ihr, gemeinsam mit seinem Partner, ein liebevolles Zuhause gibt. Nun lebt Phoebe in Bayern, arbeitet als Hotelhund, lernt unglaubliche Dinge und erlebt dabei einiges....

Bereits der Blick auf das niedliche Cover, auf dem die Hündin Phoebe zu sehen ist, stimmt auf die wunderbare Geschichte ein, die sich zwischen den Buchdeckeln verbirgt. Vom ersten Moment an ist man hautnah dabei, denn Phoebe erzählt ihre Erlebnisse selbst. Das macht sie auf lockere, aber manchmal auch auf ernsthafte Art und Weise, sodass man sie sofort ins Herz schließt und mitten im Geschehen ist.

Phoebes Sicht auf die Dinge ist einfach wunderbar. Man lernt dabei ihre neuen menschlichen und tierischen Freunde kennen und verfolgt, wie sie sich in ihrem neuen Zuhause einlebt. Auch wenn ihre Herrchen zunächst andere Auffassungen von Schlafplätzen, die für Hunde geeignet sein sollen, haben, versteht es Phoebe hervorragend, sie um den kleinen Finger zu wickeln. Dabei bekommt sie auch Unterstützung von ihrem neuen Freund Hector. Der Mops lässt sie gerne an seinen Kenntnissen, wie man Menschen beeinflussen kann, teilhaben. Denn nicht umsonst ist er als der ungekrönte König der Menschenerziehung bekannt. Es gibt in diesem Buch viele Szenen, bei denen man schmunzeln oder sogar herzhaft lachen muss. Doch Phoebe hat auch von Erlebnissen zu berichten, die traurig sind. Diese werden von ihr so einfühlsam erzählt, dass sie tief berühren und mitten ins Herz gehen. Phoebe hat ein wunderbares Talent, ihre Geschichte so zu erzählen, dass man das Gefühl hat, selbst dabei zu sein und sie zu beobachten. Deshalb fliegen die Seiten nur so dahin, sodass man viel zu schnell am Ende angekommen ist und sich dann nur ungern von ihr trennen mag.

Ich habe mit diesem Buch wunderbare Lesestunden verbracht, denn ich konnte mich ganz auf Phoebes Geschichte einlassen. Dabei musste ich oft schmunzeln, habe herzhaft gelacht, aber auch ein paar Tränchen verdrücken müssen. Am Ende war ich wirklich traurig, dass ich Phoebe verlassen musste. Ein Lichtblick ist für mich allerdings, dass es diese wunderbare Hündin tatsächlich gibt und dass man ihr sogar auf Instagram folgen kann. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala bekommt Phoebes Geschichte die volle Punktzahl und eine ganz klare Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 19.05.2018

Spannender Pageturner!

Tod und tiefer Fall
1

Kriminalhauptkommissar Erik Donner, hat alles verloren, was ihm in seinem Leben wichtig war. Seine Frau ist spurlos verschwunden und seine kleine Tochter wurde von seinem ehemaligen Partner Jeff direkt ...

Kriminalhauptkommissar Erik Donner, hat alles verloren, was ihm in seinem Leben wichtig war. Seine Frau ist spurlos verschwunden und seine kleine Tochter wurde von seinem ehemaligen Partner Jeff direkt vor seinen Augen ermordet. Beim Versuch sie zu retten, erlitt Donner selbst so schwere Verletzungen, dass er für immer gezeichnet ist. Der einst so brillante Ermittler, der für seine herausragende Aufklärungsrate bekannt war, wurde zudem beruflich aufs Abstellgleis geschoben und an den Schreibtisch verbannt. Doch plötzlich wird Donner das Ziel eines perfiden Rachefeldzugs. Es geschehen Morde, die mit ihm in Verbindung gebracht werden. Seine Kollegen beginnen nach ihm zu fahnden. Doch Donner gibt nicht auf, er versucht verzweifelt, den Drahtzieher zu finden. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt...

Der Einstieg in diesen Thriller gelingt relativ mühelos, da man sofort in die Situation geworfen wird, in der Donner seinem ehemaligen Partner Jeff gegenübersteht und durch ihn seine Tochter verliert. Die Handlung wird auf verschiedenen Zeitebenen erzählt, man verfolgt das aktuelle Geschehen, allerdings gibt es immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit. Die Wechsel sind gut gekennzeichnet, sodass man die Zeiten mühelos zuordnen kann.

Dem Autor gelingt es hervorragend, von Anfang an ein hohes Tempo anzuschlagen. Relativ kurze Kapitel, die oft an entscheidenden Stellen stoppen, sorgen dafür, dass man bereits früh in den Sog der Handlung gerät und unbedingt mehr über Erik Donner, seine Vergangenheit, aber natürlich auch über den Drahtzieher des Rachefeldzugs erfahren möchte. Genau wie Erik Donner, tappt man lange Zeit im Dunkeln und stellt eigene Vermutungen an. Doch so schnell lässt sich das Puzzle nicht zusammensetzen. Man ist hin- und hergerissen, was man glauben soll und kann sich erst spät vorstellen, wer hinter dem Ganzen stecken könnte. Die bereits früh aufgebaute Spannung kann durchgehend gehalten werden und steigert sich zum Ende hin sogar noch enorm.

Der Schreibstil ist flüssig und angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und sich ganz auf das spannende Katz- und Mausspiel einlassen. Es herrscht eine düstere Grundstimmung, die jedoch stellenweise durch Ironie aufgelockert wird. Man sollte beim Lesen übrigens nicht zu zartbesaitet sein, denn der Killer, der den Verdacht auf Donner lenken will, geht mit seinen Opfern nicht gerade zimperlich um und der Autor beschreibt diese Szenen so intensiv, dass man sie spontan vor Augen hat. Donner ist kein Protagonist, der einem sofort sympathisch ist, denn dafür wird er zu sehr von den Dämonen seiner Vergangenheit verfolgt. Es ist deshalb auch nicht immer leicht, sein Verhalten nachzuvollziehen, doch im Verlauf der Handlung wirkt er zunehmend sympathischer.

Thriller sind ja meine absoluten Favoriten und dieses Exemplar habe ich beinahe in einem Rutsch verschlungen. Einmal angefangen, geriet ich zunehmend in den Sog der Handlung und mochte das Buch erst aus der Hand legen, als ich am Ende angekommen war. Die früh aufgebaute Spannung war für mich durchgehend spürbar und das Ende schlüssig. Ich vergebe deshalb begeisterte fünf Bewertungssterne und eine klare Leseempfehlung für Thrillerfans.

Veröffentlicht am 08.04.2018

Interessanter Spreewald-Krimi

Spreewaldrache
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Ein junger Mann wird brutal zusammengeschlagen. Er kann sich nicht erinnern, was genau passiert ist. Klaudia Wagner, die mit ihrem Team die Ermittlungen aufnimmt, hat das Gefühl, dass der junge Mann ihr ...

Ein junger Mann wird brutal zusammengeschlagen. Er kann sich nicht erinnern, was genau passiert ist. Klaudia Wagner, die mit ihrem Team die Ermittlungen aufnimmt, hat das Gefühl, dass der junge Mann ihr etwas verschweigt. Wenig später wird ein toter Obdachloser gefunden. Im Laufe der Ermittlungen erfährt Klaudia Wagner von einer alten Fehde, die vor vielen Jahren bereits ein Opfer gefordert hat....

"Spreewaldrache" ist nach "Spreewaldgrab" und "Spreewaldtod" bereits der dritte Fall für die Kommissarin Klaudia Wagner. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen auch dann problemlos folgen, wenn man noch keinen Band der Reihe gelesen hat. Um die privaten und beruflichen Hintergründe der Kommissarin besser zuordnen zu können, empfiehlt es sich allerdings, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die vorgesehene Reihenfolge einzuhalten.

Der Einstieg in diesen Krimi gelingt durch einen interessanten Prolog, bei dem man ein tragisches Ereignis in der Vergangenheit beobachtet, mühelos. Denn man möchte unbedingt erfahren, wie sich die Vergangenheit mit dem aktuellen Geschehen verbindet. Der Prolog macht neugierig, verrät auch nicht zu viel, sodass man lange Zeit im Dunkeln tappt, was damals wirklich passiert ist.

Es gelingt der Autorin auch bei diesem Fall wieder hervorragend, das besondere Flair des Spreewalds zu beschreiben und in die Handlung einfließen zu lassen. Man hat die Handlungsorte sofort vor Augen und kann deshalb mühelos in die Ermittlungen eintauchen. Die Charaktere wirken ebenfalls sehr authentisch. Man trifft sowohl auf alte Bekannte aus den vorherigen Bänden, als auch auf neue Gesichter. Die Mischung ist sehr gelungen. In diesem Teil der Reihe nehmen die privaten Nebenhandlungen auch nicht allzu viel Raum ein. Die Probleme der Kommissarin werden zwar kurz angeschnitten, drängen sich hier jedoch nicht in den Vordergrund, sodass Leser, die noch keinen Band der Reihe kennen, dem Ganzen mühelos folgen können. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und angenehm lesbar.

Der aktuelle Fall liefert zwar keine Hochspannung, ist aber durchgehend interessant und nicht so leicht durchschauen. Man kann eigene Ermittlungen anstellen und über den weiteren Verlauf spekulieren. Man sollte allerdings konzentriert den verwandtschaftlichen Beziehungen der Protagonisten folgen, um den Überblick zu behalten. Denn das ist dieses Mal nicht ganz so einfach.

Ich habe bisher alle Bände dieser Reihe gelesen und mich auch dieses Mal sehr gut unterhalten. Der Fall wirkte auf mich durchgehend interessant. Die privaten Nebenhandlungen hielten sich bei diesem Teil der Reihe in Grenzen. Dennoch konnte man Klaudia Wagners Weiterentwicklung beobachten. Ich gestehe allerdings, dass ich manchmal Schwierigkeiten hatte, die verwandtschaftlichen Beziehungen der Protagonisten richtig zuzuordnen und deshalb gelegentlich etwas auf dem Schlauch stand und das nochmal nachvollziehen musste. Dennoch hat mir der erneute Besuch im Spreewald sehr gut gefallen, sodass das Buch auf meiner persönlichen Bewertungsskala vier von fünf möglichen Sternchen bekommt.

Veröffentlicht am 03.03.2018

Für mich der bisher beste Band der Reihe!

Ich bin der Hass
1

Special Agent Marcus Williams und sein Bruder, der Serienkiller Francis Ackerman jr., haben es dieses Mal mit einem äußerst verzwickten Fall zu tun. Sie versuchen einen äußerst brutalen Killer, der als ...

Special Agent Marcus Williams und sein Bruder, der Serienkiller Francis Ackerman jr., haben es dieses Mal mit einem äußerst verzwickten Fall zu tun. Sie versuchen einen äußerst brutalen Killer, der als "Gladiator" bekannt ist, zur Strecke zu bringen. Er scheint eine unbesiegbare Kampfmaschine zu sein, die nichts und niemand aufhalten kann. Selbst Francis Ackerman jr. ist beeindruckt. Er kann es kaum erwarten, dem Gladiator von Angesicht zu Angesicht gegenüberzustehen. Doch der lässt sich nicht so einfach in die Karten schauen. Ein spannendes und äußerst gefährliches Katz- und Mausspiel beginnt....

"Ich bin der Hass" ist bereits der fünfte Band um Special Agent Marcus Williams und seinen Bruder, den Serienkiller Francis Ackerman jr. Die Fälle sind in sich abgeschlossen und können sicher auch unabhängig voneinander gelesen werden, da wichtige Details, die man aus vorherigen Bänden wissen sollte, in die aktuelle Handlung eingeflochten werden. Allerdings entwickeln sich die Charaktere von Band zu Band weiter, sodass es bei dieser Reihe sinnvoller ist, sie in der vorgesehenen Reihenfolge zu lesen. Denn dann kann man die Akteure einfach besser zuordnen und weiß außerdem, in welchem Verhältnis sie zueinander stehen.

Dieser Fall startet kurz nach dem Ende des Vorgängers und hält für Marcus und Ackerman bereits am Anfang eine Überraschung bereit. Danach wird das Geschehen aus häufig wechselnden Perspektiven betrachtet, die zunächst nicht miteinander in Verbindung gebracht werden können. Da ziemlich viele Protagonisten in die Handlung eingeführt werden, ist es gerade am Anfang wichtig, konzentriert zu lesen, um die Übersicht zu behalten. Nach einer kurzen Zeit hat man sich allerdings daran gewöhnt und kann den unterschiedlichen Strängen relativ mühelos folgen.

Der aktuelle Fall startet durch die Einführungen zunächst etwas gemächlich, doch im weiteren Verlauf nimmt die Handlung deutlich an Fahrt auf, sodass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag.
Die unterschiedlichen Handlungsstränge, sind jeder für sich, durchgehend interessant, obwohl es am Anfang nicht leicht fällt, alles in Zusammenhang zu bringen. Doch Ethan Cross versteht es auch in diesem Band wieder hervorragend, die Handlungsfäden spannend miteinander zu verbinden und setzt auf actionreiche und bluttriefende Szenen. Allzu zartbesaitet darf man beim Lesen nicht sein, da es mal wieder hart zur Sache geht. Doch Ethan Cross Fans wissen das sicher zu schätzen und sehen auch großzügig darüber hinweg, dass manche dieser actionreichen Szenen etwas überzogen und unglaubwürdig wirken. Bei diesem Fall blickt selbst Francis Ackerman jr. in finstere menschliche Abgründe und lernt einen Gegner kennen, der unbesiegbar scheint. Man fiebert beim Lesen förmlich mit und möchte unbedingt erfahren, wie das Katz- und Mausspiel ausgeht.

Die bekannten Charaktere entwickeln sich auch in diesem Band weiter, wenn auch nicht in dem Ausmaß der vorherigen Teile. Einen besonders positiven Eindruck hinterlässt, auch wenn man es kaum glauben mag, der Serienkiller Francis Ackerman jr., denn er hat oft einen Scherz auf Lager und bekommt in diesem Teil auch noch ein äußerst sympathisches Anhängsel. Diese Szenen lockern die Handlung auf und sorgen dafür, dass man unverhofft schmunzeln muss und dass Ackerman zum Sympathieträger dieses Thrillers aufsteigt.

Ich habe bisher alle Bände der Reihe gelesen und mich bei diesem Teil ausgesprochen gut und spannend unterhalten gefühlt. Dieser Thriller konnte mich, trotz des eher gemächlichen Einstiegs, voll und ganz in seinen Bann ziehen, sodass ich das Buch in Rekordzeit verschlungen habe. Für mich ist dieser Teil bisher der beste der gesamten Reihe und deshalb bekommt er auf meiner persönlichen Bewertungsskala auch alle fünf Sternchen. Ich freue mich bereits jetzt auf ein Wiedersehen mit dem mittlerweile äußerst sympathisch wirkenden Serienkiller Francis Ackermann jr.