Cover-Bild Die Zeuginnen
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15,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Piper
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 576
  • Ersterscheinung: 31.08.2020
  • ISBN: 9783492316651
Margaret Atwood

Die Zeuginnen

Roman | Die Fortsetzung zu »Der Report der Magd«
Monika Baark (Übersetzer)

Die lang erwartete Fortsetzung des Weltbestsellers »Report der Magd«


Als am Ende vom »Report der Magd« die Tür des Lieferwagens und damit auch die Tür von Desfreds »Report« zuschlug, blieb ihr Schicksal für uns Leser ungewiss. Was erwartet sie: Freiheit? Gefängnis? Der Tod? Mit »Die Zeuginnen« nimmt Margaret Atwood den Faden der Erzählung fünfzehn Jahre später wieder auf. Das Regime im totalitären Schreckensstaat Gilead ist weiterhin an der Macht, doch die Zeichen, dass der Anfang vom Ende nah ist, werden deutlicher. Im entscheidenden Moment treten drei Frauen für ihre Überzeugungen ein – mit Zeugenaussagen, die Gilead schwer erschüttern werden …

»›Die Zeuginnen‹ übertrifft den Vorgänger an Tempo, Handlungsreichtum und Dialog, es lässt keine Fragen offen.« Süddeutsche Zeitung

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.01.2021

Gilead

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Die kleine Nicole ist vor etlichen Jahren aus Gilead verschwunden. Inzwischen muss sie ein Teenager sein. In Gilead könnte sie zu einer Lichtgestalt hochstilisiert werden. Doch dazu muss sie gefunden werden. ...

Die kleine Nicole ist vor etlichen Jahren aus Gilead verschwunden. Inzwischen muss sie ein Teenager sein. In Gilead könnte sie zu einer Lichtgestalt hochstilisiert werden. Doch dazu muss sie gefunden werden. Das Regime in Gilead ist weiterhin an der Macht. Die Männer haben das Sagen, die Frauen sind auf ihre Fähigkeit Kinder zu bekommen reduziert. Eine Ausnahme bilden nur die Tanten, die als Bewahrerinnen der Geschichte fungieren und manchmal auch als heimliche Herrscherinnen auftreten. Tante Lydia, eine der Gründungstanten, ist immer dabei, die Fäden zu spinnen. Sie beobachtet genau und zieht ihre Schlüsse.

Wie lange kann ein totalitärer Staat bestehen, in dem es die Machthaber nicht schaffen, ihre Stellung nicht auszunutzen. Mit Leichtigkeit werden die Frauen in allen Lagen ausgenutzt und die wenigen Ausbrüche, die ihnen gegönnt werden, können nicht erstrebenswert sein. Doch noch halten die Unterdrückten still. Die Männer meinen, sie hätten das Heft in der Hand und manchmal benehmen sie sich wie die Axt im Wald. Aber sie sitzen fest im Sattel, so scheint es jedenfalls. Da ist es fast zu vernachlässigen, dass sich der Widerstand im fernen Kanada formiert. Wesentlich bemerkenswerter ist es für sie, wenn Mädchen aus Kanada oder anderen Ländern heimgeführt werden.

Lange Jahre musste man warten, wenn man in den 1980er Jahren vom „Report der Magd“ begeistert war, um zu erfahren, wie es in dem totalitären Staat Gilead weitergeht. Zum Glück hat sich das Warten gelohnt. Der Nachfolgeband, bestehend aus den lebendigen Berichten aus drei unterschiedlichen Perspektiven, ist wirklich sehr lesenswert. Gebannt verfolgt man die Berichte der verschiedenen Frauen und fragt sich, wie das alles zusammenhängt. Aus kleinen Hinweisen ergibt sich eine Einsicht ins große Ganze und die Suche danach macht die Lektüre ungemein spannend. Und immer wieder kommt das Hadern mit diesem fürchterlichen Staat, dem man nur ein Ende wünschen kann. Wie froh kann man sein, in einem freiheitlichen Staatsgebilde beheimatet zu sein. Dieser Roman bildet eine sehr gelungene Weiterentwicklung des Vorgängerbandes.

Veröffentlicht am 22.09.2020

15 Jahre nach dem "Report der Magd"

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Es war überhaupt keine Schöne Neue Welt, die Margaret Atwood in ihrem Roman "Der Report der Magd" zeichnete: Ein christlich-fundamentalistischer Gottesstaat in den früheren USA, in der Frauen von Bildungsmöglichkeiten ...

Es war überhaupt keine Schöne Neue Welt, die Margaret Atwood in ihrem Roman "Der Report der Magd" zeichnete: Ein christlich-fundamentalistischer Gottesstaat in den früheren USA, in der Frauen von Bildungsmöglichkeiten abgeschnitten sind, den Männern untergeordnet und Kinder zu gebären eine Art nationale Aufgabe ist. Vor gut 30 Jahren galt das Buch als eines der populärsten Werke feministischer Literatur. Nach mehreren Jahrzehnten und einer Fernsehserie hat Atwood nun einen Folgeband veröffentlicht, der prompt en renommierten Booker Prize erhielt.

Eine schöne neue Welt ist der Staat Gilead immer noch nicht. Kanada ist zum Fluchtort für diejenigen geworden, die sich nicht in das Frauenschicksal der bigotten Machthaber fügen wollen. Die Handlung der "Zeuginnen" setzt 15 Jahre nach dem "Report der Magd" ein, und spielt sowohl in Kanada als in Gilead. Am Anfang müssen sich Leser erst einmal einen Überblick verschaffen, wer der ingesamt drei Ich-Erzählerinnen gerade das Sagen hat - Tante Lydia, die Frau, die im Zentrum der Macht heimlich ihre Rechtfertigung niederschreibt, wohl wissend, das eine Entdeckung des Textes ihr Ende bedeuten kann. Oder der 16-Jährige Teenager Daisy, die in Kanada aufwächst und endlich einmal - gegen den Willen ihrer Eltern - an einer Demonstration gegen den Unrechtsstaat in der Nachbarschaft teilnehmen will und unwissentlich eine Lawine von Ereignissen in Gang setzr.

Dann ist da noch Agnes, die privilegiert in der Familie eines Kommandanten aufwächst und nach dem Tod der Frau, die sie für ihre geliebte Mutter gehalten hat, erfährt, dass sie das Kind einer Magd ist die aus Gilead geflohen ist. Mit 13 Jahren soll sie mit einem Kommandanten verheiratet werden und flieht geradezu in die Ausbildung zur Tante, auch wenn sie das System in Gilead kaum in Frage stellt - sie kennt es ja nicht anders.

"Die Zeuginnen" ist auch eine Geschichte von Mut und Widerstand, von Menschen, die sich nicht in Unabänderliches fügen wollen und in solche, die alles riskieren um als Fluchthelfer diejenigen zu unterstützen, die aus Gilead fliehen wollen. Spannung ist garantiert, gerade beim Doppelspiel von Tante Lydia, die an den Strippen der Macht zieht und sie zugleich kappt. Gerade diese Figur ist besonders vielschichtig und interessant, denn unbedingter Überlebenswille hat nach der Revolution in Gilead Lydia zu der gemacht, die sie nun ist, jener Frau, die sowohl kaltblütig als auch grausam sein kann und doch auch höhere Motive hat.

Auch andere Frauenfiguren, die Nebenrollen der Handlung spielen, sind stark und tatkräftig, selbst wenn sie scheinbar schwach und hilflos sind. Feministische Literatur? Eigentlich schon, denn auch junge Leserinnen können hier bei der Suche nach weiblichen Rollenvorbildern fündig werden - und sich dennoch spannend unterhalten. Dass die bigotte Welt von Gilead nicht ausschließlich ein Fantasiewerk ist sondern auch in der Gegenwart Signale in eine ähnliche Richtung drehen, daran dürften Debatten über Abtreibung, Selbstbestimmung und die Rolle von Frauen in zahlreichen Ländern erinnern. Ähnlich wie "Vox" sind auch "die Zeuginnen" ein Roman für die Zeit von "PussyRiot"

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Veröffentlicht am 19.05.2023

Aus der Sicht der Tanten

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Nachdem mich der erste Teil positiv überrascht hat, wollte ich nach dem Cliffhanger wissen wie es weitergeht. Dabei muss ich sagen, man muss den ersten Teil nicht unbedingt gelesen haben müssen, um diesen ...

Nachdem mich der erste Teil positiv überrascht hat, wollte ich nach dem Cliffhanger wissen wie es weitergeht. Dabei muss ich sagen, man muss den ersten Teil nicht unbedingt gelesen haben müssen, um diesen verstehen zu können. Obwohl es schon interessant ist mitzuraten wie beide Geschichten zusammenhängen. Allerdings muss ich zugeben, dass ich zwischendurch Schwierigkeiten hatte am Anfang der Kapitel jedes Mal direkt zu verstehen aus welcher Perspektive es geschrieben wurde. Mit der Zeit wird es einfacher, aber dennoch bin ich immer noch kein Fan von wechselnder Perspektive und mehreren Hauptpersonen. Trotzdem wird die Spannung mit jedem Kapitel mehr und auch wenn die Geschichte an sich etwas ruhiger ist, so sind die Intrigen und Geheimnisse sehr interessant und konnten mich auf jeden Fall fesseln. Daher finde ich den zweiten Teil genauso gut wie den ersten und kann ihn nur weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 25.11.2022

Einstieg holprig, aber sonst gut

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Die Gestaltung des Buches gefällt mir sehr gut. Ich finde das Cover schön und passend zum ersten Band. Zudem finde ich es toll, dass jede Figur ein eigenes Bildchen zu Beginn ihres Kapitels erhalten hat.
Der ...

Die Gestaltung des Buches gefällt mir sehr gut. Ich finde das Cover schön und passend zum ersten Band. Zudem finde ich es toll, dass jede Figur ein eigenes Bildchen zu Beginn ihres Kapitels erhalten hat.
Der Schreibstil der Autorin ist locker, leicht und sehr eindringlich. Sie kann die Leser auf jeden Fall fesseln und weiß, wie sie sie am Lesen hält. Ich wollte immer weiterlesen und konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Der Schreibstil der Autorin hat mir in diesem Buch viel besser gefallen als noch beim ersten Band. Ich konnte der Geschichte gut folgen und es ließ sich angenehm lesen.
Die Geschichte war ebenfalls viel interessanter als beim ersten Band. Ich war zunächst zwar ziemlich enttäuscht, dass es keine "klassische" Fortsetzung ist und die Geschichte von June weitergeführt wird, aber dennoch war ich recht schnell gefesselt. Es hat mir sehr gut gefallen, dass wir in diesem Band Einblicke von drei unterschiedlich Personen erhalten, die komplett neue Blickwinkel auf Gilead ermöglichen. Das Ende konnte mich komplett überzeugen und ich fand es sehr gut, dass alle Handlungsstränge dort zusammengelaufen sind und Sinn ergeben haben.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen und war meiner Meinung nach viel besser als der Vorgängerband. Ich kann es auf jeden Fall empfehlen zu lesen, auch wenn der Einstieg ins Buch etwas holperig war.