Gemischte Gefühle
Für Elaja, eigentlich Heilerin in Ausbildung, wird ein Traum wahr, als sie sich den Drachenreitern anschließen darf. Doch für diese Ausbildung braucht sie einen Drachen – praktisch unmöglich für die mittellose ...
Für Elaja, eigentlich Heilerin in Ausbildung, wird ein Traum wahr, als sie sich den Drachenreitern anschließen darf. Doch für diese Ausbildung braucht sie einen Drachen – praktisch unmöglich für die mittellose junge Frau. Die Rettung naht in Form von Ian, ein nach einem Flugunfall traumatisierter Drachenreiter mit zwei Drachen. Doch als er ihr einen seiner Drachen überlässt, tauchen weitere Probleme auf, und schon bald merkt Elaja, dass Ian etwas verheimlicht ...
Ich hab mich echt schwer getan mit dem Buch. Es erinnert natürlich gerade sehr stark an Fourth Wing, nicht nur das Grundgerüst, sogar die Charakterkarten im Buch. Tatsächlich ist es aber doch gänzlich anders. Für mich lange Zeit nicht im Positiven. Der Einstieg war etwas schwerfällig, ich hab erstmal gar keinen Zugang zum Schreibstil bekommen, und z.B. wurden ab Seite 2 ewig lang erstmal ausführlich die äußeren Merkmale von Drachen geschildert, ohne dass ich irgendwie schon in der Handlung angekommen war. Gleichzeitig wurde später aber total viel nicht vernünftig erklärt. Ich weiß noch immer nicht, wie das Schulsystem und die Reiche da eigentlich funktionieren, wie deren Ausbildung genau aufgebaut ist, welche Strukturen es in der Welt gibt etc. Viel vom Alltag wird total vage gehalten, Charaktere bekommen oft keine Namen, heißen nur "Lehrer" oder "der Ausbilder" und manchmal springt es und in drei Sätzen vergehen plötzlich Monate, sodass ich Schwierigkeiten hatte, ein Zeitgefühl zu entwickeln.
Auch die Dialoge wirkten oft steif und die Charaktere in ihrer (teils sprunghaften) Art etwas seltsam. Es fühlte sich für mich nicht natürlich an. Elaja war mir dabei auch eher unsympathisch, und manchmal fand ich ihre Stimmungsumschwünge nicht nachvollziehbar. Ich kanns nur schwer benennen, aber insgesamt hakte da was für mich. Auch die Freundschaften, die sie im Laufe der Zeit aufgebaut hat, hab ich nicht richtig fühlen können.
Aber das Buch bringt auch viel Potenzial mit. Ich war mir eigentlich sehr sicher, dass ich Band 2 nicht mehr lesen werde. Aber als dann Elaja mehr über sich erfahren hat, Ian mehr mit seinen Geheimnissen herausgerückt ist und Elaja mehr selbst in die Hand nehmen wollte, kam Spannung auf. Ich wurde neugierig, was es mit den Pforten, den verschiedenen Welten auf sich hat. Welche Rolle Elaja bei all dem hat. Mehr kann ich ohne zu spoilern gerade nicht nennen, aber gerade die letzten ca. 80 Seiten fand ich dann echt interessant, und da gab es einige Entwicklungen, die dafür gesorgt haben, dass ich 1. nochmal einen halben Stern mehr draufschlage als ursprünglich geplant und 2. vermutlich doch noch Band 2 lesen werde.
Ich vergebe hier knappe 3 Sterne.