Atmosphärisches Finale
Illusion – A Truth Worth Doubting(Spoiler Band 1)
Die Show Illusion ist abgebrannt, Levin, Stella und ihre Crew bleiben mit nichts zurück. Beinahe. Während Stellas Vergangenheit neue Wahrheiten aufrollt, versucht Levin, die Show wieder ...
(Spoiler Band 1)
Die Show Illusion ist abgebrannt, Levin, Stella und ihre Crew bleiben mit nichts zurück. Beinahe. Während Stellas Vergangenheit neue Wahrheiten aufrollt, versucht Levin, die Show wieder aufzubauen. Diesmal noch größer, noch besser – und vor allem nach eigenen Vorstellungen. Doch alles hat seinen Preis. Unbekannte Stimmen drohen ihren Neuanfang zu sabotieren und könnten Show Illusion endgültig den Todesstoß verpassen ...
Auch Band 2 der Illusion-Dilogie mochte ich wieder sehr gerne. Janine Ukenas Schreibstil ist weiterhin toll – sehr poetisch, einnehmend, nicht überladen, sondern genau passend für die Art der Geschichte. Die Handlung setzt fast nahtlos ans Ende des Vorgängers an, es gibt einige offene Fragen, die über allem hängen, aber man wird gut genug abgeholt, um wieder voll drin zu sein. Die Illusionsshows sind wieder sehr interessant geschrieben, alles wirkt magisch, flirrend, wie eine Flucht aus der Realität, wie ein Zauber, den man nicht ganz greifen kann. Auch finde ich die Geschichte insgesamt zu einem guten und schlüssigen Ende gebracht und man geht mit einem wohligen Gefühl aus der Dilogie raus. Die Found Family Vibes sind hier auch sehr schön umgesetzt, ich mochte die Gruppe sehr, vor allem wie sie sich gegenseitig bei den Planungen für ihre Show ergänzt haben, weil alle ihren eigenen Teil dazu beigesteuert haben.
Insgesamt fand ich allerdings Band 1 noch stärker. Im Mittelteil hat sich hier vieles um sich selbst und die gleichen Dinge/Gedanken gekreiselt, sodass ich zwischenzeitlich ein wenig das Gefühl hatte, es geht nicht voran und wir hatten das alles schon mal. Auch finde ich ein paar Fäden nicht ausreichend wieder aufgegriffen, zum Beispiel wurde nie wieder davon gesprochen, dass eine Person der Gruppe die anderen eigentlich verraten hatte in Band 1. Wieso war das kein Thema mehr? Auch die "Gefahr" im Hintergrund wirkte auf mich sehr diffus, nicht greifbar, ich hab mich die ganze Zeit gefragt, was denn die große Sache sein soll. Ich hatte manchmal das Gefühl, dass die Dinge größer aufgebauscht wurden, als realistisch notwendig gewesen wäre. Daher blieb die Spannungskurve auch beim eigentlichen Höhepunkt gegen Ende für mich eher flach und alles ging recht ruhig zu Ende.
Levin und Stella waren aber sehr schön zusammen, ich mochte, wie sie sich immer wieder gegenseitig Halt gegeben haben. Es war nicht einfach "A rettet B", sondern sie brauchten beide einander immer wieder. Aber gleichzeitig hat man auch gemerkt, dass das allein nicht reicht. Dass Levin seine Show braucht, seine Kontrolle. Dass Stella Antworten braucht, die sie notfalls auch ohne Levin suchen muss. Das war realistisch, und trotzdem gab es immer wieder gefühlvolle Szenen zwischen den beiden.
Auch wenn Band 2 mich nicht mehr ganz so abgeholt hat wie noch Band 1, ziehe ich ein positives Fazit und kann die Dilogie insgesamt empfehlen. Sie war eine sehr magische Reise nach Las Vegas!
3,5 - 4 Sterne