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Veröffentlicht am 22.11.2022

Überzeugende (und fiese9 Fortsetzung!

Westwell - Bright & Dark
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Helena vermisst Jess. Jess vermisst Helena. Obwohl es schon einige Monate her ist, seit sie das letzte Mal zusammen waren, sein durften, können sie einander nicht vergessen. Helena zerreißt es noch immer ...

Helena vermisst Jess. Jess vermisst Helena. Obwohl es schon einige Monate her ist, seit sie das letzte Mal zusammen waren, sein durften, können sie einander nicht vergessen. Helena zerreißt es noch immer das Herz beim Gedanken an diese schwere Entscheidung, die sie treffen musste. Ihre Nachforschungen zum Tod ihrer Schwester halten sie beschäftigt und lenken sie ab. Doch als sie ein unfassbare Entdeckung macht, muss sie zwangsläufig Jess mit ins Boot holen. Was die ganze Situation nur umso schwieriger für sie beide macht ...


Ganz große Liebe für Helena und Jess. Die beiden sind einfach so wundervoll, und obwohl sie ja nie sonderlich viel Zeit zusammen hatten, so perfekt zusammen, so nahbar und ihre Gefühle reißen einen komplett mit. Ich habe in diesem Buch so unfassbar mit den beiden mitgelitten, ihre Sehnsucht wurde zu meiner Sehnsucht. Und jedes Mal dieser Zwiespalt, wenn sie aufeinander getroffen sind. Wenn sie sich sahen und alles besser und gleichzeitig schlimmer wurde. Ich stand jedes Mal mit ihnen unter Strom. Und wie sie sich dann doch irgendwann nicht mehr gegen ihre Gefühle wehren können und wieder Schritte aufeinander zu machen. Im Ernst, Lena Kiefer, wie kann es sein, dass eine simple UMARMUNG leidenschaftlicher, sehnsüchtiger, heißer und emotional aufgeladener ist als manch anderes komplettes Buch?
Jeder Moment zwischen ihnen war bittersüß. Und dabei will ich doch nur, dass sie für alle Zeiten glücklich davonschweben können ...

Was mir bei Westwell außerdem total gut gefällt, ist, dass die Liebesgeschichte nicht der einige Fokus ist. In den meisten Romance-Büchern gibt es noch Nebenhandlungen, aber hier ist es ebenfalls ein Haupthandlungsstrang und wahnsinnig spannend: Die Aufklärung des Todes von Valerie und Adam. Ich finde diese Storyline richtig interessant und wirklich gut gemacht, wie Helena auf neue Spuren stößt, wie sie versuchen, mehr herauszufinden. Wie man langsam mehr und mehr Puzzleteile bekommt, um irgendwann ein Gesamtbild daraus zu legen. Mir gefällt der Fall total gut! Allerdings ist in diesem Buch das Stichwort eindeutig "langsam". Denn für meinen Geschmack ging es ein bisschen zu wenig vorwärts mit den Nachforschungen. Es kamen nur sehr dürr neue Erkenntnisse. Zwei größere Plottwists waren da, die fand ich super, aber ansonsten trat man ein wenig auf der Stelle. Ein bisschen mehr hätte ich mir hier also erhofft, aber wir haben ja noch einen dritten Band. Und Helenas und Jess' Schmerz (und parallel mein eigener) hat mich so eingenommen, dass ich trotzdem vollkommen in dieses Buch abgetaucht bin. Ich liebe diese Geschichte, Lenas Schreibstil, Helena und Jess zusammen, den Plot und alles drumherum.


Das Ende war über die Maßen fies! Also wirklich jetzt. Man hatte ja irgendwie schon ein ungutes Gefühl, aber das?! Waruuuum.
Ich freue mich riesig auf Band 3 und habe gleichzeitig Angst. Eine große Empfehlung für die Reihe bis hierhin und 4,5 Sterne für Band 2.

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Veröffentlicht am 22.11.2022

Faszinierende Idee in der Umsetzung gescheiter

Glacial Blue
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Obwohl man Zeitreisende gar nicht töten kann, hat es jemand versucht. Nathan Peeregaard versucht daraufhin, Antworten zu finden. Wer hat das getan und vor allem: Warum? Während er in unterschiedlichen ...

Obwohl man Zeitreisende gar nicht töten kann, hat es jemand versucht. Nathan Peeregaard versucht daraufhin, Antworten zu finden. Wer hat das getan und vor allem: Warum? Während er in unterschiedlichen Zeiten und an unterschiedlichen Orten Puzzleteile zusammensetzt, wird sein Schicksal enger mit einer Nicht-Reisenden verknüpft, als er für möglich gehalten hätte. Aber letztendlich kommt sowieso alles immer, wie es kommen muss – oder?


Für mich war "Glacial Blue" eine superspannende Thematik, die unbefriedigend umgesetzt wurde. Ich mag Zeitreise-Geschichten total gerne, obwohl sie gleichzeitig auch schnell in die Hose gehen können. Weil man Logikfehler übersieht, sich in Sackgassen verrennt oder wie hier einfach zu viel Chaos anrichtet. Denn Zeitreisebücher müssen nicht zwangsläufig auch konfus geschrieben werden, aber so war es für mich hier. Es wurde herumgesprungen, Sachen nur halb auserzählt, Anekdoten in den Raum geworfen, mit denen ich nichts anfangen konnte, Puzzleteile durch die Gegend geworfen, Szenen umgedichtet und parallel erzählt, sodass ich nicht mehr durchgefunden hab, was eigentlich geschehen ist, und am Ende ging mir bei zu vielen Punkten der rote Faden flöten. Gleichzeitig ist aber eigentlich kaum was passiert, außer dass Nathan in der Zeit umherhüpft, redet und sich Fragen stellt. So richtig aufgeklärt wird eigentlich auch nichts. Dazu kommt, dass das Buch in einem ziemlich distanzierten Schreibstil verfasst ist. Dadurch, dass zwar Nathan den Hauptfokus trägt, aber trotzdem oft die Sichtweise gewechselt wird, und das alles in Erzählperspektive, kombiniert mit wirren Situationen, hat das Buch es leider nicht ansatzweise geschafft, dass ich eine Verbindung zu einem der Charaktere aufbauen konnte. Fast alle sind mir als Persönlichkeiten selbst sehr blass, austauschbar und uninteressant vorgekommen.

Die Idee dahinter, der Plot an sich, die Art und Weise, wie mit Zeitreisen umgegangen wird, dass man Zeitreisende wohl nicht töten kann, wie man Dinge beeinflussen kann oder eben auch nicht – das alles hat mir gefallen und mich thematisch total fasziniert. Es ist ein supercooler Ansatz, der ordentlich hergibt für eine mega Story. Aber die Umsetzung war leider nicht meins.

Wobei ich es auch nicht unfassbar schlecht fand! Es hat mich durchaus soweit gefesselt, dass ich weitergelesen und nicht abgebrochen hab. Dass ich wissen wollte, was Nathan noch herausfindet. Was Salea mit allem zu tun hat. Welche Rolle der Globus bei allem spielt (was mich aber leider enttäuscht hat). Wer hinter dem Anschlag steckt und warum. Was ist seine Geschichte? Es waren sehr viele interessante Aspekte drin, die mich festgehalten haben. Aber am Ende blieb ich ziemlich unzufrieden zurück und war mir nicht sicher, was ich davon mitnehmen soll.
Für mich sinds daher 2,5 Sterne. Aber wer sich nicht so daran stört, dass es konfus ist und man am Ende keine genauen Antworten bekommt, hat bestimmt mehr Spaß daran als ich!

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Veröffentlicht am 16.11.2022

Überraschend ernst, aber auch schön

Die beste Zeit ist am Ende der Welt
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Weg. Einfach nur weg. Peyton hält es Zuhause nicht mehr aus und will fliehen – vor sich selbst, den Schikanen, ihren falschen Freunden und der Einsamkeit. Es führt sie nach Kanada, wo sie durch einen glücklichen ...

Weg. Einfach nur weg. Peyton hält es Zuhause nicht mehr aus und will fliehen – vor sich selbst, den Schikanen, ihren falschen Freunden und der Einsamkeit. Es führt sie nach Kanada, wo sie durch einen glücklichen Zufall Teil einer Gruppe Backpacker wird. Gemeinsam machen sie sich auf zu einem unvergesslichen Roadtrip-Abenteuer durch atemberaubende Landschaften. Unterwegs lernt Peyton endlich wieder zu hoffen, und begreift, dass es wahre Freundschaft wirklich gibt.


In "Die beste Zeit ist am Ende der Welt" stehen die Themen Mobbing, Selbstfindung und Freundschaft im Vordergrund. Peyton hatte keine leichte Schulzeit, sie wurde gemobbt und ausgegrenzt. Und als sie das erste Mal endlich Freunde findet, scheint erst alles besser, doch sie will die Wahrheit nicht erkennen. Das zieht sie in einen unaufhaltsamen Strudel aus schlechten Entscheidungen. Die Auswirkungen von all dem ziehen sich durch das ganze Buch, wodurch es überraschend ernst und schwermütig war. Damit hatte ich nicht gerechnet und musste mich erstmal drauf einstimmen, was ein wenig gedauert hat, denn ich hatte mir etwas anderes erhofft. Ich fand aber die Themen gut behandelt, nachvollziehbar. Peytons Gedanken waren nachvollziehbar, ihre Empfindungen spürbar, man hat sie bemitleidet, manchmal vielleicht ein klein wenig verurteilt, dann aber auch wieder bewundert, dass sie endlich den Mut hatte, das alles hinter sich zu lassen. Dass sie sich auch vorher schon nach all den Jahren nicht hat unterkriegen lassen. Auch ihre Entwicklung und wie ihr ihre Reisegefährten geholfen, sie aber auch selbst vorangekommen ist, war schön mitzuerleben. Dabei fand ich die abwechselnden Kapitel zwischen früher und heute sehr gut. Zum einen hat es geholfen, die Hintergründe zu verstehen. Zum anderen hat es auch einen Kontrast gebildet zwischen Peyton damals und Peyton jetzt.

Allerdings fand ich den Schreibstil am Anfang nicht so wirklich ansprechend. Es war irgendwie ein bisschen plump, mit zu vielen Fragen und Leser*innen-Ansprache. Dazu kam, dass am Anfang wie eine Inhaltsangabe ihr halbes Leben in Momentaufnahmen runtergerattert wurde – was inhaltlich schon Sinn ergab, aber stilistisch einfach nicht so schön gelöst war. Es wirkte irgendwie lieblos, als wollte man das möglichst schnell und unkompliziert abhaken. Das hätte man sicher auch irgendwie anders einbinden können. Aber als man richtig in der eigentlichen Handlung ankam, wurde es besser.
Das Ende ist minimal offen, aber hoffnungsvoll und ein guter, passender Ausklang für diese Geschichte. Immerhin geht es vor allem um den Roadtrip und was dort mit ihr passiert.

Und dieser Roadtrip war schön, denn man hat tolles Feeling und Atmosphäre aus Kanada mitgenommen, von der Wohnmobil-Reise, Wanderungen, Seen und mehr. Es war eine schöne Reise, die Spaß gemacht hat zu lesen. Allerdings ist es manchmal aufgrund des schweren Themas etwas in den Hintergrund gerückt. Ich hatte eigentlich auf ein absolutes Fernweh- und Reisefieber-Buch gehofft, wo man das Gefühl hat, dabei zu sein und ebenfalls sofort den Rucksack schnappen und losdüsen will. Aber so ganz kam das bei mir nicht an, weil das eher so Zwischenepisoden waren. Zwischen Vergangenheitskapiteln, Peytons Sorgen und ernsten Gesprächen mit ihren Freunden.


Ein wenig hat es mich also enttäuscht, dass ich nicht so recht bekommen habe, was ich wollte. Es war weniger Reisefieber und mehr Schwermütigkeit. Aber dafür kann das Buch ja nichts. Nichtsdestotrotz hab ich es gern gelesen, es behandelt die Themen gut und nachvollziehbar, Peytons wachsendes Selbstbewusstsein und das Zurück-zu-sich-selbst-finden haben mir sehr gut gefallen und insgesamt war es einfach eine runde Geschichte. Von mir gibt es 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 15.11.2022

Schöne Jugendfantasy-Dilogie (3,5 - 4 Sterne)

Eliza Moore
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Die Rolle als Hüterin verloren, kein Anamaite mehr, in der Liga geächtet – Eliza Moore ist geplagt von Trauer und Schuldgefühlen. Verzweifelt versucht sie, nun alles richtig zu machen, sich an Regeln zu ...

Die Rolle als Hüterin verloren, kein Anamaite mehr, in der Liga geächtet – Eliza Moore ist geplagt von Trauer und Schuldgefühlen. Verzweifelt versucht sie, nun alles richtig zu machen, sich an Regeln zu halten und die bösartigen Sluagh zu jagen – obwohl sie immer noch Gefühle für Logan hat, die sie nicht haben darf. Doch als schließlich ihre verräterische Schwester wieder auftaucht, und jemand anderes ebenfalls plötzlich verdächtig wirkt, wird alles noch viel komplizierter, als Eliza hätte ahnen können. Sind sie und die Liga der wahren Bedrohung wirklich gewachsen?


Wie Band 1 ist auch Band 2 sehr kurzweilig, unterhaltsam, es liest sich schnell und ich war wirklich neugierig, wie es weitergeht und zu was für einem Ende alles kommt. Ich hatte wieder viel Spaß mit der Handlung, die neue Wendungen brachte, und mit den Dialogen. Ich fand viele Aspekte total interessant, wie z.B. die zwei Ebenen, die Beeinflussung der Seelen, die Scath, generell die Seelenverbindungen. Die Charaktere hatten außerdem schöne Dynamiken und das Ende war sehr rund und passend für die Geschichte.

Gleichzeitig fand ich aber, dass alles (wie bei Band 1 eigentlich auch schon) etwas zu oberflächlich geblieben ist. Ich möchte sagen, dass es ein "typischer Jugendfantasyroman" ist, aber ist das wirklich so typisch? Ich weiß es nicht. Mir kommt es aber so vor, als wär Jugendfantasy meistens weniger tiefgründig und etwas "schnelllebiger". Mit weniger Schichten, die aufgedeckt werden müssen. Eben geradliniger. Und hier fand ich das etwas schade, denn ich hatte das Gefühl, die Geschichte hatte mehr Potenzial. Was das Innere der Liga, die Bedeutung des Portals und der anderen Welten, die Sluagh etc. angeht. Da hätte so viel drin stecken können, aber es blieb recht simpel. Vielleicht ist das für eine Jugendfantasyreihe total in Ordnung. Und sie war ja auch keineswegs schlecht oder plump! Ich habe sie auf jeden Fall wirklich gern gelesen und wollte unbedingt wissen, wie es weitergeht, sodass ich das Buch ziemlich fix durch hatte. Aber was mich trotzdem dann noch gestört hat, ist, dass ich stellenweise das Gefühl hatte, manche Punkte fransen irgendwie an offenen Enden aus, werden nicht abgeschlossen oder hinterher begründet. Als wären sie nur dazu da, um der Handlung zu dienen. Also ich meine, wieso sich manche Personen so verhalten haben, wie sie es getan haben, oder was für Gründe hinter bestimmten Entscheidungen steckte. Manches ergab für mich am Ende keinen Sinn, es verlief etwas im Sande.


Insgesamt mochte ich also die Geschichte und die Dilogie gern, es war ein kurzweiliges Lesevergnügen. Mehr aber für mich auch nicht. 3,5 - 4 Sterne

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Veröffentlicht am 15.11.2022

Nicht immer schön, aber authentisch und hoffnungsvoll

Dunbridge Academy - Anytime
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Nach einem Brand in ihrem Schlaftrakt ist Olives Leben, wie sie es kannte, vorbei. Wegen ihrer schweren Verletzungen kann sie weder Teil des Schwimmteams bleiben, noch mit ihren Freunden die Abschlussklasse ...

Nach einem Brand in ihrem Schlaftrakt ist Olives Leben, wie sie es kannte, vorbei. Wegen ihrer schweren Verletzungen kann sie weder Teil des Schwimmteams bleiben, noch mit ihren Freunden die Abschlussklasse beginnen. In ihrer neuen Stufe trifft sie auf den New Yorker Colin Fantino, neu an der Dunbridge Academy und ebenfalls mehr als unfreiwillig dort. Die beiden gehen sich von Anfang an an die Gurgel, doch je mehr Zeit sie miteinander verbringen, desto stärker merken sie, dass ein tiefer Schmerz sie verbindet.


Auch Band 3 der Reihe ist definitiv kein leichtes Buch, denn es behandelt ebenfalls sehr schwierige Themen. Olive war auch in den Vorgängern schon eher schnippisch und distanziert, aber im Laufe des 2. Bandes haben wir einen besseren Einblick in ihr Innenleben bekommen. Jetzt aus ihrer Sicht zu lesen, fand ich unglaublich interessant. Sie schleppt immer noch ein "altes" Problem mit sich herum, doch durch den Brand ist alles noch viel schlimmer geworden und sie hadert sehr mit ihrem Schicksal. Das konnte ich die ganze Zeit über sehr gut nachempfinden und sie und ihr Verhalten verstehen. Ihre Verbitterung war spürbar und authentisch und sie tat mir leid. Auf der einen Seite wollte ich sie bewundern, wie sie es schafft, sich durchzukämpfen, auf der anderen wollte ich ihr aber auch sagen, dass es okay ist, auch mal schwach und verletzlich zu sein. Ihre Entwicklung im Buch hat mir wirklich gut gefallen.

Colin ist am Anfang unausstehlich und er ging echt auf die Nerven. Sein Verhalten war übertrieben und respektlos, und das war durchaus eine Zeit lang anstrengend. Aber je mehr man von ihm erfahren hat, je mehr man hinter seine Fassade blicken konnte, desto mehr Sinn ergab auch das alles. Ein wirklich verzweifelter, gebrochener Junge, der immens darunter gelitten hat und immer noch leidet, wie er aufgewachsen ist. Dabei fand ich total interessant, dass er sehr reflektiert kommentieren konnte, wie er sich verhält, woher das kommt, was das aussagt. Aber es trotzdem nicht geschafft hat aus dieser Abwärtsspirale rauszukommen. Sein Gehabe lenkte nur davon ab, dass er tief in sich drin unfassbar hilflos ist. Und ich hab ihn immer mehr ins Herz geschlossen, je besser ich ihn kennenlernen konnte.

Wenn beide zusammentreffen, ist es wie zu erwarten sehr explosiv. Aber es war schön mit anzusehen, wie sie sich (fast gegen ihren Willen) annähern. Denn so wie beide leiden, kann sie scheinbar niemand anderes wirklich in ihrem Schmerz verstehen, außer sie gegenseitig. Dabei fand ich total interessant, dass wir sehr früh schon wussten, weshalb Colin an der Dunbridge ist, und die Katastrophe quasi haben kommen sehen.
Mit dem Ende der Geschichte, und damit ja auch der Reihe, bin ich sehr zufrieden, denn es ist ein Happy End, ohne das alles rosarot oder unglaubwürdig erscheint. Es ist zwar noch viel gutes passiert, aber vor allem ist es ein Happy End für Olive und Colin selbst als Persönlichkeiten und wie sie lernen, zu reifen.


Insgesamt hat mir der letzte Funke, so ein endgültiges emotionales Eingefangen sein gefehlt, keine Ahnung wieso, und am Anfang fand ich beide Charaktere schon etwas nervig. Ich hab eine Weile gebraucht, um wirklich reinzukommen, anzukokmmen. Und ich fand es schade, dass wir recht wenig von den Nebencharakteren mitbekommen haben. Das hatte zwar inhaltlich seine Gründe, hat mir aber trotzdem gefehlt. Und in der gesamten Reihe hätte ich gern noch ein Stück mehr von diesem Internatsfeeling bekommen, außer Flügelzeiten und Partys im Gewächshaus.
Aber ich mochte die Geschichte, mochte Olive und Colin zusammen, und bin sehr froh, diesen Band und die ganze Reihe gelesen zu haben, denn ich hab alle ziemlich ins Herz geschlossen. Für Band 3 gibt es wieder 4 Sterne, aber wenn ich eine Tendenz nennen müsste, geht die definitiv mehr in Richtung 4,5 als 3,5.

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