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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 19.11.2020

Bin völlig begeistert und verzaubert! Starke Charaktere!

Save Me
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Planung, Zielstrebigkeit, unsichtbar bleiben, für Oxford vorbereiten. Das ist Rubys Leben. Geld, Macht, Partys, ständiger Alkoholrausch und arrogantes Gehabe. Das ist es, was James ausmacht – zumindest ...

Planung, Zielstrebigkeit, unsichtbar bleiben, für Oxford vorbereiten. Das ist Rubys Leben. Geld, Macht, Partys, ständiger Alkoholrausch und arrogantes Gehabe. Das ist es, was James ausmacht – zumindest oberflächlich. Ruby und James könnten nicht weniger miteinander gemein haben und Ruby tut alles, um möglichst viel Abstand zu seiner Welt zu halten. Doch dann erfährt sie ungewollt etwas, das den Ruf seiner Familie zerstören könnte, und ehe sie sich versieht, wird sie immer weiter in James’ Welt hineingezogen.


WOW. Ich bin restlos begeistert von Save me! Ich hab vor dem Lesen nicht gedacht, dass mich das Buch so in seinen Bann zieht. Ich hatte Angst, dass es mir vielleicht mittlerweile zu „Jugendbuchmäßig“ ist, aber weit gefehlt! Ich kann nur Lob über dieses Buch aussprechen!

Mona Kastens Schreibstil ist wunderwunderschön – mitreißend, emotional, und gleichzeitig so „locker“, dass ich ohne es richtig gemerkt zu haben, durch die Seiten gerauscht bin. Huch, schon wieder 100 Seiten weiter!

Der Plot ist vielleicht auch nichts komplett neu Erfundenes (aber im ernst, es gab auch irgendwie alles schonmal in irgendeiner Form), aber es wurde hier so so so wunderbar umgesetzt, dass ich nichts(!) Negatives über die Geschichte sagen kann. Man lernt Ruby und James (und auch einige tolle Nebencharaktere!) nach und nach kennen; die Infos über sie und ihre Lebensumstände werden immer mal wieder eingestreut, während die Handlung voranschreitet. Das hat mir unglaublich gut gefallen. Die Entwicklung der Geschichte und der Annährung zwischen Ruby und James ist sowohl von der Art und Weise, als auch vom Tempo perfekt und ich fand immer alles realistisch, nachvollziehbar, und ich wurde einfach immer mehr verzaubert.

Und kommen wir zu den Charakteren! Ich war restlos begeistert von Ruby – so eine starke, selbstbewusste Persönlichkeit und so reif für ihr Alter (im Ernst, sie ist 17. Manche Protagonist*innen verhalten sich mit Ende 20 noch nicht so vernünftig). Sie weiß was sie will, und wird nicht sofort naiv und wirft all ihre Prinzipien über Bord, wenn sie auf einen attraktiven Kerl stößt. Aber sie ist auch nie unfair oder gemein oder so. Sie ist herzensgut, hilfsbereit und immer in der Lage, ihr Verhalten zu reflektieren, und sich auch einzugestehen, wenn sie blöd reagiert hat. Ich LIEBE Ruby. Solche jungen Protagonistinnen braucht es!

Und James – er ist die perfekte Version von „außen ein Bad Boy und unausstehlich, aber in Wahrheit steckt ein weicher Kern dahinter“. Ich finde es toll wie ich nach und nach hinter seine Fassade blicken kann und es ist SO gut umgesetzt, weil ich durch seine Backstory sein Verhalten wirklich verstehen kann. Ja, es kam vor, dass ich scheiße fand, was er gesagt oder getan hat, keine Frage. Aber ich konnte fast immer nachvollziehen, wie es dazu kam. Bei all dem Druck, dem fehlenden Halt, der Härte, denen er ausgesetzt ist, ist es kein Wunder, dass es so in ihm drin aussieht. Und man lernt auch eine so wundervolle Seite an ihm kennen, von der ich ganz hin und weg bin und die immer präsenter wurde.

Das einzige, was ich anmerken könnte, ist, dass ich gern ein paar mehr Kapitel aus James’ Sicht gehabt hätte. Ansonsten hab ich gar keine Kritik.

Ich hab mich in Ruby und James und ihre Geschichte verliebt, wie ich es vorher nicht für möglich gehalten hätte. Ich kann gar nicht anders als volle und nachdrückliche 5 Sterne zu geben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 16.11.2020

Berührende, authentische Geschichte

All das Ungesagte zwischen uns
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Nach einem tragischen Unfall hat Morgan nicht nur zwei geliebte Menschen verloren, sondern wird auch noch damit konfrontiert, dass ihr Leben in den vergangenen Jahren scheinbar eine einzige Lüge war. In ...

Nach einem tragischen Unfall hat Morgan nicht nur zwei geliebte Menschen verloren, sondern wird auch noch damit konfrontiert, dass ihr Leben in den vergangenen Jahren scheinbar eine einzige Lüge war. In ihrer Trauer versucht sie trotz allem, ihre Tochter Clara nicht noch mehr zu belasten. Doch weil beide nicht offen reden, entgleitet ihnen ihre Beziehung zueinander immer mehr.


„All das Ungesagte zwischen uns“ ist mein erstes Colleen Hoover Buch, und ich kann so viel sagen: Es hat mich genug überzeugt, dass ich mehr von ihr lesen möchte.
Der Schreibstil ist wirklich schön, bildlich aber nicht schwafelnd, flüssig zu lesen, und der Wechsel zwischen Morgans und Claras Sicht ist gelungen und hat mir vor allem geholfen, beide Seiten einigermaßen nachvollziehen zu können. Da ich von beiden die Gedanken mitverfolgen konnte, wurden sie nahbarer.
Auch den Ausgangspunkt finde ich interessant und die Geschichte bietet die ‚perfekte’ Möglichkeit eine tragische Geschichte zu schreiben. Ich finde, Colleen Hoover geht hier erfolgreich damit um, Morgans Zwiespalt darzustellen: Trauer über den Verlust zu beschreiben, aber gleichzeitig gerechtfertigte Wut mit einfließen zu lassen. Morgans Frage, wie es mit ihrem Leben nach all dem weitergehen soll, findet authentisch Raum und auch Claras Geschichte und ihr Umgang mit der Situation überzeugt. Ich kann mir vorstellen, dass sowas so in etwa wirklich passieren kann.

Der allerletzte Funke ist allerdings leider nicht so richtig übergesprungen. Normalerweise bin ich bei solchen Themen ein einziges Wrack (da mir sowas immer sehr nahegeht), dieses Mal konnte ich das Buch aber ganz gut lesen, ohne dass es mich zerstört. (Wobei ich auf besagte zwei Menschen echt eine riesen Wut hatte und Morgan mir so leidtat). Und was der Titel schon vermuten lässt, hat mich doch ein wenig gestört: Dass einfach nicht vernünftig miteinander geredet wurde. Ich bin da echt kein Fan von.

Und – vielleicht liegt es daran, dass ich keine Kinder habe – aber ich kann Morgan teilweise einfach nicht verstehen. Zum einen übertreibt sie meiner Meinung nach total im Bezug auf Miller, wenn es doch eigentlich gar keine Gründe für ihre Einstellung gibt. Und ich finde wirklich nicht gut, dass sie Clara alles verschweigen wollte. Ich finde, das ist exakt die falsche Entscheidung und ich fand von Anfang an, dass das die Entscheidung war, die viel weniger gesund für Clara ist! Sie braucht ihre Mutter. Morgan ist das ziemlich falsch angegangen. (Allerdings war Clara auch nicht gerade ein Sonnenschein.)

Aber mit dem Ende war ich dann ziemlich zufrieden, alles hat sich noch so aufgelöst, wie ich es gewünscht hab. So kann ich sagen, dass das Buch für mich zwar kein Highlight war, mir aber auf jeden Fall gefallen hat und eine Leseempfehlung bekommt. 4/5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.11.2020

Kein guter Start, aber dann immer besser!

Kaleidra - Wer das Dunkel ruft
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Bei einem Museumsbesuch stellt Emilia fest, dass sie das sagenumwobene Voynich-Manuskript lesen kann – das, was bisher noch nie ein Mensch entschlüsseln konnte. Bevor sie selbst begreifen kann, was los ...

Bei einem Museumsbesuch stellt Emilia fest, dass sie das sagenumwobene Voynich-Manuskript lesen kann – das, was bisher noch nie ein Mensch entschlüsseln konnte. Bevor sie selbst begreifen kann, was los ist, trifft sie auf den attraktiven, aber unnahbaren Goldalchemisten Ben und von da an überschlägt sich alles. Als Nachfahrin des Silberordens soll Emilia das Rätsel um das Manuskript lösen. Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, denn auch ein rivalisierender Orden will es für sich beanspruchen – und für eigene Zwecke missbrauchen.

Kaleidra hat mich unendlich neugierig gemacht! Neben einem superschönen Cover ist auch der Klappentext sehr ansprechend. Urban Fantasy, alte Geheimnisse, der Schauplatz Rom. Alles Pluspunkte und ich hab mich sehr auf das Buch gefreut.

Leider hat es mir den Einstieg unglaublich schwergemacht. Neben so einigen Schussel-/Tippfehlern und ärgerlichen inhaltlichen Ungereimtheiten haben mich vor allem zwei Sachen gestört: Die erste Begegnung zwischen Emilia und Ben. Die war für meinen Geschmack total absurd. Das hätte man eleganter lösen können. Und generell die Einführung der Charaktere und der wichtigsten Begebenheiten. Die Personen wurden sehr steckbriefartig vorgestellt (Meine beste Freundin sieht so aus, ihre Haare haben Farbe XY, das sind ihre Eigenschaften. Ich bin so und so und habe diese Haarfarbe. Mein bester Freund ist Typ X in unserer Gruppe, ich Typ Y und meine Freundin Typ Z) und das mag ich gar nicht! Ich möchte das nicht aufgelistet bekommen, sondern das nebenbei immer mal zwischendurch während der Handlung erfahren. So ähnlich „plump“ klangen auch die Ordenseinführungen (Wir sind der Goldorden. Wir wollen Weltfrieden. Und Orden XY ist böse, die wollen die Weltherrschaft). Das hat mich echt aufgeregt. Wobei die recht deutlichen Erklärungen über die Zusammenhänge der Alchemisten im Nachhinein schon hilfreich waren, denn auch so war ich teilweise etwas verwirrt von den ganzen Infos.

Aber – ich mochte es dann ja doch noch total gern und ich möchte euch sagen wieso: Erstmal LIEBE ich die Idee dahinter. Fantasy mit Chemie, Mathematik gemischt – Alchemie, Dekodierung, Elemente des Periodensystems. Das ist mal was, das hatte ich noch nicht, und ich fand es super spannend. Auch das Grundgerüst mit dem Manuskript, den verschiedenen Orden und die vielen Details dahinter mochte ich sehr.
Nach anfänglichen Schwierigkeiten nahm die Handlung tatsächlich Fahrt auf, ich konnte so langsam warm werden mit den Charakteren und ich war schließlich doch noch gefesselt. Es blieb unvorhersehbar und spannend, kreativ geschrieben und machte Lust auf mehr. Echt gut gefallen haben mir außerdem die Dialoge von Ben und Emilia (sobald sie mehr miteinander reden), die sind wirklich besonders! Toll geschrieben und nicht so 08/15.

Der Anfang des Buches hat mich leider ziemlich enttäuscht, aber ich bin froh, dass ich drangeblieben bin. Denn es wurde noch richtig gut und jetzt freue ich mich sehr auf Teil 2 und hoffe, dass der mich diesmal komplett überzeugen kann. Und Achtung: Dieses Buch hier hat einen mordsmäßigen, vollkommen schockierenden Cliffhanger, mit einem Plottwist kurz vor Ende, den ich gar nicht hab kommen sehen! Von mir bekommt Kaleidra (Band 1) schließlich doch noch 4 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.11.2020

Superschöne Geschichte, gut geschriebene Charaktere

Sinking Ships
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Im zweiten Teil der Fletcher-University-Reihe geht es um Carla und Mitchell. Carla, die toughe junge Frau, die alles alleine managet und keine Schwäche zulassen kann. Und schon gar keine Gefühle wie Liebe. ...

Im zweiten Teil der Fletcher-University-Reihe geht es um Carla und Mitchell. Carla, die toughe junge Frau, die alles alleine managet und keine Schwäche zulassen kann. Und schon gar keine Gefühle wie Liebe. Mitchell, der attraktive, sympathische Good Guy, der hoffnungslos in sie verliebt ist. Doch vielleicht kann ausgerechnet er ihr helfen, ihre größte Angst zu überwinden?

Man kennt die beiden ja schon von Teil 1, wenn auch nur als Nebenfiguren. Dadurch geht man nicht ganz neu hier rein. Für mich hat es das erst etwas schwierig gemacht, weil ich Carla in Band 1 nicht so richtig mochte und auch am Anfang von diesem hier konnte ich erst nicht so ganz mit ihr warm werden. Ja, darum gings ja gerade, dass sie eben versucht, stark zu sein und das ihre Schutzmauern sind. Aber die haben es nicht nur den anderen Charakteren etwas schwergemacht, sondern auch mir. Hingegen blieb mir Mitchell am Anfang etwas zu blass, ihn konnte ich nicht so richtig greifen.

Zum Glück hat sich das dann doch bald gelegt und ist in die andere Richtung umgeschwenkt! Als die beiden sich langsam näherkommen, mehr Zeit miteinander verbringen und man mehr ihre Hintergründe kennenlernt, war ich absolut angefixt. Beide sind wundervolle, authentische Charaktere, die doch noch einiges an Tiefgang bekommen haben. Zwar hat mich auch hier (wie so oft bei NA) etwas aufgeregt, dass manchmal nicht ordentlich kommuniziert werden kann (z.B. Mitchell im Bezug auf Arden!), aber insgesamt waren sie sympathisch und nachvollziehbar und ich hab Carla und Mitchell echt geliebt. Vor allem fand ich es mal richtig schön, dass der männliche Protagonist einfach ein toller, fürsorglicher, verständnisvoller Kerl war, und kein Arschloch, was sich erst für diese eine ganz besondere Frau plötzlich ändert :D

Manche mögen vielleicht sagen, dass die Handlung zu „ruhig“ ist oder nicht genug „passiert“, aber eigentlich fand ich das auch mal ganz schön. Etwas Drama, eine zügige Handlung und einen großen Höhepunkt und alles gabs schließlich natürlich trotzdem! Alles was es für diese Geschichte brauchte. Darüber hinaus noch mehr Drama muss gar nicht sein.

Ich fand die Geschichte einfach richtig richtig schön, und auch wenn mir der Einstieg mit dem Paar Ella&Ches in Band 1 leichter fiel, als mit Carla&Mitchell hier, fand ich die beiden schließlich doch mindestens genauso toll, und die Handlung hier insgesamt etwas runder als bei Band 1. Wegen dem zögerlichen Start, landet es dann bei mir bei 4,5 Sternen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.11.2020

Schönes, unvorhersehbares Finale

Das Buch der gelöschten Wörter - Die letzten Zeilen
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Die Geschichte um Hope Turner und den Kampf um die Sicherheit der Buchwelten und der unseren geht in die dritte und letzte Runde!

Wieder hat es die Autorin geschafft mich zu fesseln, wieder fand ich die ...

Die Geschichte um Hope Turner und den Kampf um die Sicherheit der Buchwelten und der unseren geht in die dritte und letzte Runde!

Wieder hat es die Autorin geschafft mich zu fesseln, wieder fand ich die Reisen in Buchwelten und das Kennenlernen verschiedener Figuren sehr erfrischend. Mir gefällt es, wie die Autorin damit spielt, wer nun auf welcher Seite steht. Mir gefällt, das Tempo und dass es unvorhersehbar blieb. Der dritte Teil dieser Trilogie – sowie auch die Vorgänger – war ein echtes Lesevergnügen.

Insgesamt hätte ich mir nur das Eintauchen in die Buchwelten etwas ausführlicher gewünscht. Meinetwegen hätten die Bücher da ruhig etwas dicker sein können. Manchmal fand ich es etwas zu knapp, wenn die Charaktere wieder in einem neuen Setting gelandet sind. Aber schön wars trotzdem, und die Landschafts- und Atmosphärebeschreibungen hat die Autorin wirklich drauf. Auch die Dynamik zwischen den Charakteren fand ich toll.

Bei diesem Teil hatte ich allerdings ab und zu das Gefühl, dass die Lösungen etwas zu einfach kamen, bzw. die Gefahren etwas zu schnell gebannt wurden. Und ich bin nicht ganz so glücklich mit dem Ende. Das liegt nicht daran, dass es nicht gut geschrieben ist, das ist es nämlich! Aber es ist für mich kein richtig ‚schönes’ Ende, es hat mich mit einem „ach schade“ und irgendwie traurig zurückgelassen. Ich bin halt auch so ein Mensch, der am Ende „Friede, Freude, Eierkuchen“ braucht :D Aber es ist auf jeden Fall gut gemacht, und wenn ihr nicht so ein schlimmer Happy End-Fanatiker seid wie ich, sollte euch das überhaupt nicht abschrecken (und wenn doch: Es ist jetzt auch kein ganz trauriges Ende, nur eben nicht ganz so, wie ich es mir gewünscht hab).

Aber trotz kleiner Schwächen (oder etwas persönlicher Kritik) in jedem der Teile, hab ich doch jeden und die Reihe insgesamt sehr genossen und von mir gibt’s deswegen eine Leseempfehlung! Mir hat die Reise in Hopes Welt sehr viel Spaß gemacht. Für diesen dritten Teil, und auch die Reihe insgesamt, gebe ich wieder gute 4-4,5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere