Cover-Bild Reise nach Laredo
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26,00
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  • Verlag: Hanser, Carl
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 272
  • Ersterscheinung: 19.08.2024
  • ISBN: 9783446281189
Arno Geiger

Reise nach Laredo

Roman
Was bleibt, wenn man nicht mehr ist, was man ein Leben lang war? Der neue große Roman von Arno Geiger über das, worauf es im Leben wirklich ankommt: die Freundschaft, die Liebe und das Loslassen.

„In jedem Menschen steckt ein zurückgetretener König.“ Karl hat sich in ein abgelegenes Kloster in Spanien zurückgezogen. Er ist krank und wartet auf sein Ende. Doch dann begegnet er dem elfjährigen Geronimo, und gemeinsam beschließen sie, davonzureiten, nachts, auf Pferd und Maulesel. Sie geraten in wilde Abenteuer, finden Weggefährten auf dem Weg nach Laredo. Karl lernt kennen, was er trotz Macht, Ruhm und Reichtum bisher nicht hatte: Freundschaft, Liebe, Unbeschwertheit und die Freiheit, die es bedeutet, nur im Moment zu leben. "Reise nach Laredo" ist ein fantastischer, magischer Roman über das Loslassen, über das, worauf es im Leben ankommt – und vor allem eine mitreißende Geschichte.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.11.2024

Warum Karl V.?

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In Reise nach Laredo greift Arno Geiger auf Karl V. als historische Figur zurück und verknüpft die letzten Tage des Kaisers mit einer introspektiven „Reise“ in seine Vergangenheit und innere Zerrissenheit. ...

In Reise nach Laredo greift Arno Geiger auf Karl V. als historische Figur zurück und verknüpft die letzten Tage des Kaisers mit einer introspektiven „Reise“ in seine Vergangenheit und innere Zerrissenheit. Doch der neue Roman scheint nicht das erwartete Niveau zu erreichen, das viele Leserinnen nach Werken wie Unter der Drachenwand oder Der alte König in seinem Exil an Geigers Schreibstil und Erzählkunst schätzen.
Einer der Punkte, an denen sich die Leserschaft scheidet, ist Geigers Hang zur Innerlichkeit und zum eher elegischen Ton. Die Handlung – Karls letzte Reise, begleitet von einem unehelichen Sohn und einer kleinen Gruppe von Fremden – bleibt bewusst vage und fragmentiert. Dabei setzt Geiger nicht auf eine herkömmliche Geschichtsvermittlung, sondern auf eine Reise, die weitgehend nur im Delirium Karls stattfindet und weniger über seine reale Person vermittelt als über seine Zweifel und Erinnerungen. Diese introspektive Ausrichtung wird nicht von allen als ausreichend tragfähig empfunden; die Erzählung mag sprachlich überzeugen, doch inhaltlich wirkt sie bisweilen zäh und bedeutungsschwanger ohne große Erkenntnisse zu bieten. Viele philosophische Fragen bleiben unzureichend beleuchtet, und manche finden die Grundprämisse – dass Karl gerade am Lebensende auf elementare Fragen wie Liebe und Freiheit Antworten finden sollte – schwer nachvollziehbar und ein wenig weltfremd.
Auch die Spannungsführung in der eigentlichen Reisegeschichte kann sich nicht recht entfalten. Episoden, wie der längere Aufenthalt in einem Wirtshaus oder die Begegnung mit Räubern, kommen ohne den erzählerischen Bogen aus, der Geigers frühere Romane so stark machte. Statt eine stringente Geschichte über Karls Lebenserkenntnisse zu erzählen, lässt Geiger einzelne Figuren auftreten, die der Leserschaft kaum ans Herz wachsen. Die Beziehung zwischen Karl und seinem Sohn Geronimo bleibt oberflächlich und wird nicht weiterentwickelt – zumal grundlegende Informationen zur historischen Figur Karls nur beiläufig vorkommen und für weniger geschichtskundige Leser
innen eher Fragen aufwerfen.
Für Geigers treue Leser*innen ist dieser Roman möglicherweise ein zäher Ritt durch eine wenig aufschlussreiche Meditation über das Sterben. Wer auf poetische und atmosphärische Passagen Wert legt, wird sie hier durchaus finden, aber die Erwartung, dass Reise nach Laredo existenzielle Fragen in epischer Form behandelt, bleibt wohl unerfüllt. So bewegt sich der Roman im Spannungsfeld zwischen ästhetischem Erlebnis und erzählerischer Dürftigkeit, was ein uneingeschränktes Lesevergnügen erschwert.
Insgesamt ist Reise nach Laredo ein ambitioniertes, aber schwer zugängliches Werk, das sich für jene eignet, die Geigers tiefgehenden Stil schätzen, dabei aber auf klassische Spannung oder eine dynamische Handlung verzichten können.

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Veröffentlicht am 19.08.2024

Eine auch lesetechnisch nicht ganz einfache aber gute Reise

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Der neue Roman von Arno Geiger handelt von der letzten Reise des Kaiser Karl V von Laredo nach Yuste, wo dieser nachweislich auch verstarb und seine Ruhestätte fand. Dies sind die historischen Fakten, ...

Der neue Roman von Arno Geiger handelt von der letzten Reise des Kaiser Karl V von Laredo nach Yuste, wo dieser nachweislich auch verstarb und seine Ruhestätte fand. Dies sind die historischen Fakten, und Arno Geiger konzipiert um diese in seinem wunderbaren, feinfühligen und tiefgängigen Schreibstil auch eine Reise eines Menschen zu sich selbst, am Ende seines Lebens. Arno Geiger hat hier mit einigen Metaphern und Parallelen eine historische belegte Gegebenheiten ein wenig adoptiert und aufgespalten, um sich einer historischen Person für uns greifbar und verwundbar menschlich zu nähern, mit dem Ergebnis, dass wir am Ende unseres Lebens über Jahrhunderte hinweg den gleichen Weg beschreiten und oft erst dann das Leben verstehen und unsere Unvollkommenheit wirklich annehmen. Ein sehr schönes und wie immer souverän tiefgründiger Roman, wobei ich persönlich durch den Klappentext etwas vollkommen anders erwartet habe. Daher hatte ich für mich persönlich erst Schwierigkeiten das Buch anzunehmen und der Thematik zu folgen, was sich jedoch im Nachhinein gelohnt hat.

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Veröffentlicht am 08.08.2024

Neue Wege

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In seinem neuen Roman „Reise nach Laredo“ schildert Bestseller-Autor Arno Geiger eine unterhaltsame Abenteuerreise im Jahre 1558 – ein kranker, abgedankter König von Spanien und Kaiser des Heiligen Römischen ...

In seinem neuen Roman „Reise nach Laredo“ schildert Bestseller-Autor Arno Geiger eine unterhaltsame Abenteuerreise im Jahre 1558 – ein kranker, abgedankter König von Spanien und Kaiser des Heiligen Römischen Reiches begibt sich mit seinem unehelichen Sohn auf seine letzte Reise voller Einsichten, Reflexionen und Turbulenzen.

Karl V. war einst mächtiger König, doch nun liegt er schwerkrank in dem Kloster Yuste und wird von einem Heer an Bediensteten gepflegt. Sein inneres Hadern sowie sein äußerer Verfall arbeitet Arno Geiger sehr plastisch und eindrücklich auf – zweifelnde Gedanken treffen auf einen schmerzenden, alten Körper. Als der elfjährige Geronimo ihn überredet, nach Laredo loszureiten, begegnen sie à la Don Quijote und Paulo Coelho vielen Weggefährten mit unterschiedlichen Ansichten und Problemen.

Die Geschichte mit vielen, kleinen Untergedanken und schönen Metaphern ist sehr poetisch, plastisch und unterhaltsam geschrieben – ernste Aspekte zu dieser Zeit vermischen sich mit Humor und Situationskomik. Bis die kleine Gruppe in Laredo eintrifft, gibt es einige Zwischenfälle zu meistern und Karl beginnt anders auf sein bisheriges Leben zu blicken. Hierbei sticht Geigers Beobachtungsgabe zu Tage – messerscharf und detailliert fängt er die Atmosphäre und Örtlichkeiten zu der damaligen Zeit ein und vermischt sie mit philosophisch angehauchten Betrachtungen.

An sich eine flüssig geschriebene, lesenswerte Geschichte mit überraschendem Ende und schönen Gedanken zu den existenziellen Lebensfragen, die jedoch kleinere Längen aufweist und vom Tiefgang nicht ganz so überzeugen konnte wie Arno Geigers fabelhafte Vorgänger.

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Veröffentlicht am 04.08.2024

Nicht so ganz mein ‚Geiger‘

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Auf dieses Buch hatte ich mich wirklich gefreut, denn ich bin von Arno Geigers Schreibstil begeistert. ‚Das glückliche Geheimnis‘ und ‚Der alte König in seinem Exil‘ waren für mich absolute Lese-Highlights. ...



Auf dieses Buch hatte ich mich wirklich gefreut, denn ich bin von Arno Geigers Schreibstil begeistert. ‚Das glückliche Geheimnis‘ und ‚Der alte König in seinem Exil‘ waren für mich absolute Lese-Highlights.

In diesem Buch geht es um dem todkranken Karl V. Er wurde bereits in jungen Jahren der erste König von Spanien. Im Jahr 1519 erbte er das Erzherzogtum Österreich und wurde als Karl V. zum römisch-deutschen König gewählt. Später wurde er als letzter römisch-deutscher König vom Papst zum Kaiser gekrönt und war damit nach Friedrich III. der zweite und letzte Habsburger, der von einem Papst gekrönt wurde. Diese Info habe ich aus Wikipedia. So erklärt sich mir auch die spanische und österreichische Linie der Habsburger.

Dieser König Karl V. hat im Alter alle seine Ämter abgegeben und sich schwerkrank in ein spanisches Kloster zurückgezogen. Soweit die Historie. Der Rest ist Fiktion. Dort begegnet er seinen illegitimen Sohn Geronimo, der gerade mal 11 Jahre ist. Mit ihm unternimmt er eine letzte Reise von Yuste nach Laredo.

Ich muss gestehen, dieses Buch schaffte es nicht, mich zu 100 % zu fesseln. Obwohl ich Geigers Schreibstil liebe, seine Poesie und seine tiefschürfenden Gedanken mag. Spannend fand ich hingegen, was ich über die Cagots erfahren habe, eine baskischen Menschengruppe, die in Spanien dieser Zeit verfolgt und diskriminiert wurde. In diesem Roman lernen wir das Geschwisterpaar Honza und Angelita kennen.

Trotz allem ist es ein kluges Buch, dass mir einiges an neuem Wissen ganz nebenbei vermittelt hat. Und es gab ganz viele schöne Sätze mit Substanz, die ich genossen habe.

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Veröffentlicht am 19.08.2024

Traumreise am Ende des Lebens

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Dieses Buch entführt uns ins Jahr 1558. König Karl ist 58 Jahre alt, körperlich und seelisch erschöpft. Gichtkrank und fiebrig verbringt er seine letzten Tage im Kloster von Yuste in Spanien. Sein Tagesablauf ...

Dieses Buch entführt uns ins Jahr 1558. König Karl ist 58 Jahre alt, körperlich und seelisch erschöpft. Gichtkrank und fiebrig verbringt er seine letzten Tage im Kloster von Yuste in Spanien. Sein Tagesablauf ist langweilig, bis er auf Geronimo trifft, einen unehelichen Sohn, der nicht weiß, dass sie verwandt sind. Mit ihm zusammen geht er auf eine abenteuerliche Traumreise.

Da der Klappentext nicht viel über die Geschichte verrät, habe ich erst im Laufe der Geschichte recherchiert, dass Arno Geiger hier das Ende des realen Karl V. imaginiert hat. Mit vielen nachgewiesenen Tatsachen gewürzt ist eine Geschichte entstanden, die mich etwas konfus zurückgelassen hat. Gepflegte Langeweile wechselte sich mit lebhafteren Episoden ab. Dabei gerät Karl „über die Ränder der ihm bekannten Welt hinaus“ (Seite 71). Manch gelungene Redewendung versöhnte mich immer wieder mit der Enttäuschung, die mir dieses Buch bereitete.

Die Idee des Autors, sich dem Lebensende anzunähern, fand ich eigentlich ganz interessant. Doch trotz zum Teil an die damalige Zeit angepasste Sprache konnte ich mit dem Inhalt des Buches wenig anfangen. Vielleicht lag es an der niederdrückenden Stimmung, die sich hier verbreitete. Dabei haben mir Arno Geigers Bücher bisher ganz gut gefallen.

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