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Bianste

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.11.2020

Magisch und liebevoll

Das Zauber-Rentier - Weihnachten mit Sternenglanz
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Daria ist aus Polen nach England gezogen und fühlt sich sehr einsam. Das liegt einerseits daran, dass Lucy daran gelegen ist, ihre Vormachtstellung in der Klasse nicht aufzugeben und die Neue schon mal ...

Daria ist aus Polen nach England gezogen und fühlt sich sehr einsam. Das liegt einerseits daran, dass Lucy daran gelegen ist, ihre Vormachtstellung in der Klasse nicht aufzugeben und die Neue schon mal vorsichtshalber kleinhält. Das liegt aber auch daran, dass sie die Welt um sich herum sehr selektiv wahrnimmt und von vornherein davon ausgeht, dass niemand freundlich zu ihr sein wird.
Ganz anders das junge Rentier Sternenglanz. Es ist fest davon überzeugt, dass es bereits bereit ist, den Schlitten zu ziehen und Geschenke zu verteilen. Leider ist das ein Irrtum und so landet es in London.
Dort wird es von Daria im Fahrradunterstand der Schule entdeckt. Die beiden freunden sich an und helfen sich gegenseitig. Das Rentier kann Magie wirken, schießt dabei aber über das Ziel hinaus bzw. kann die Wirkungen nicht richtig einschätzen.
Daria bekommt eine Chance, zu zeigen, dass sie etwas kann … ob sie sie nutzen kann?
Dieses Weihnachtsbuch für Kinder ab 7 Jahren eignet sich sowohl zum Vorlesen als auch zum selber Lesen. Zahlreiche, humorvolle Schwarz-Weiß-Illustrationen unterstützen das Leseverständnis, genau wie der doppelte Zeilenabstand.
Wunderschön ist auch der Umschlag. Neben den Weihnachtsfarben Rot und Grün, strahlt das weiße Rentier umgeben von golden glitzernden Sternen vom Titelbild.
Fazit: Eine humorvolle und gleichzeitig warmherzige Geschichte, die auch ein magisches Abenteuer erzählt für alle, die in den Weihnachtsmodus wechseln wollen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.11.2020

Opulent

Die Magie der Raunächte
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Die zwölf Raunächte stehen für den Übergang von einem Jahr ins Nächste, wobei alles Unheilvolle, Belastende, Stressige am besten im alten Jahr zurückbleiben soll. Dieses Buch ist – analog zu den zwölf ...

Die zwölf Raunächte stehen für den Übergang von einem Jahr ins Nächste, wobei alles Unheilvolle, Belastende, Stressige am besten im alten Jahr zurückbleiben soll. Dieses Buch ist – analog zu den zwölf Nächten – in zwölf Kapitel gegliedert.
Die Kapitel tragen jeweils ein Motto, wie Gelassenheit, Freundschaft, Glück oder Geduld. Den Auftakt bildet in jedem Kapitel ein (ziemlich esoterisches?) Ritual mit Tipps für eine bessere Gestaltung des Lebens bzw. eben des Abschieds vom alten Jahr.
Danach folgen, passend zum jeweiligen Thema, Gedichte, Märchen oder Sagen. Wobei die Art der Erzählweise in Abhängigkeit vom Ursprung sehr unterschiedlich ist. Während einige Märchen sehr dicht und eindrucksvoll erzählt sind, bleibt bei einem umfangreichen Werk wie der Sage um Avalon naturgemäß nur eine trockene Zusammenfassung möglich, wenn man sie auf wenige Seiten zusammenstreichen muss.
Gut gefallen hat mir, dass neben bekannten Märchen und Sagen, wie Frau Holle auch Unbekannteres vorgestellt wird, wie zum Beispiel das irische Märchen um die Gräfin Kathleen O‘ Shea.
Hinzu kommen Sachinformationen, z.B. übers Räuchern, Wegkreuzungen oder Schutzsymbole.
Das Besondere an diesem Buch sind allerdings Aufmachung und Ausstattung. Schon das fast quadratische Format ist ein Hingucker. Das Titelbild entführt direkt in die Magie der Raunächte, wie es der Buchtitel verspricht. Auch innen ist das Buch aufwändig gestaltet, in zarten Farben, mit einfachen Formen und Rahmen, gelegentlich einer farbigen Illustration, die dem Stil des Titelbilds entspricht.
Anders als Adventsbücher, die irgendwie meistens zu spät kommen, eignet sich dieses Buch gut zum Genießen zwischen den Jahren. Die Kapitel sind recht umfangreich (rund 10 Seiten pro Nacht), lassen sich aber gut an einem Tag bzw. Abend lesen, gerade auch weil die Texte so unterschiedlich sind.

  • Cover
  • Erzählstil
Veröffentlicht am 09.11.2020

Es wird viel gepupst

Das Eismonster
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Elsie wächst in einem unerträglichen Waisenhaus auf. Als sie es gar nicht mehr aushalten kann, flieht sie von dort, verspricht den andern Kindern aber, dass sie sie nicht vergessen wird und sie auch da ...

Elsie wächst in einem unerträglichen Waisenhaus auf. Als sie es gar nicht mehr aushalten kann, flieht sie von dort, verspricht den andern Kindern aber, dass sie sie nicht vergessen wird und sie auch da rausholt … am Ende feiern alle Kinder mit Queen Victoria Silvester.
Dazwischen spannt sich ein Bogen an unerwarteten, witzigen, skurrilen, übertriebenen, liebevollen, abartigen usw. Ereignissen, die sich schneller entwickeln, als man die Seite umblättern kann.
Forscher haben in der Arktis ein eingefrorenes Wollhaarmammut in perfektem Zustand gefunden und nach London ins Naturhistorische Museum gebracht. Dort wird es ausgestellt. Doch Elsie, die sich mit der Putzfrau Uschi angefreundet hat, findet, dass es traurig aussieht und sorgt dafür, dass es wieder zum Leben erweckt wird. Das gelingt, doch damit ist das Abenteuer noch lange nicht zu Ende. Das Mammut will zurück nach Hause.
Dabei erhält Elsie unerwartete Unterstützung. Dabei geht auch so einiges kaputt, aber was tut man nicht alles, um einen Freund zu retten?
Unterstützt von grafisch gesetzten Wörtern und zahlreichen Illustrationen in Schwarz-Weiß blättert Walliams ein Feuerwerk an actionreichen Szenen auf, bei denen einem manchmal vor Schreck die Luft weg bleibt, man meistens aber herzlich lachen kann.
Es wird viel gepupst, und das dient meistens einem wirklich guten Zweck.
Fazit: Ein Buch voller skurriler Abenteuer mit liebenswerten Figuren, die ihr Möglichstes tun und dabei immer auch das Wohl anderer im Auge haben.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.10.2020

Warmherzig durch den Sturm

Das Wörterbuch des Windes
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Eigentlich diente die Reise der Versöhnung. Der Künstler Henrik und seine Frau Swea befinden sich auf Island, gesponsert vom Vater der Frau, der großen Wert darauf legt, dass die beiden zusammen bleiben, ...

Eigentlich diente die Reise der Versöhnung. Der Künstler Henrik und seine Frau Swea befinden sich auf Island, gesponsert vom Vater der Frau, der großen Wert darauf legt, dass die beiden zusammen bleiben, da er nicht unerhebliche Summen in den Erfolg des Schwiegersohns als Künstler investiert hat.
Doch die Reise hat noch gar nicht richtig angefangen, die beiden sind gerade dabei die ersten Sehenswürdigkeiten Islands anzuschauen, als Swea bemerkt, dass auf dem Handy ihres Mannes der Anruf einer anderen Frau eingeht und in Verbindung mit dem Foto, dass die Anruferin sendet, versteht sie sofort, dass ihr Mann sie erneut betrügt.
Sie schmeißt ihn aus den Wagen und fährt davon.
Gleichzeitig erleben die Leser mit, wie ein alter Isländer, Einar, ein verletztes Pferd kauft und mühsam zu seinem Haus zurückbringt. Es gerade aus Deutschland zurückgekehrt, verbirgt irgend ein schmerzhaftes Geheimnis und sieht sein Haus seit vielen Jahren zum ersten Mal wieder. In der Garage lebt ein Untermieter, Jón, der durch die Finanzkrise Islands alles verloren hat.
Swea muss dem verletzten Pferd ausweichen, das dem alten Mann entlaufen ist, und landet mit ihrem Auto im Graben.
Sie bleibt. Sie will herausfinden, was sie eigentlich selbst wirklich will und wer sie ist. Auf diesem Weg begegnen ihr viele isländische (und auch ausländische) Personen, an denen sie ihr eigenes Bild vom Leben prüfen kann.
Sie lernt, dass nicht der erste Eindruck immer der richtige ist und dass man gelegentlich durchaus einmal ein paar Fehler machen kann, ohne selbst als Person völlig unmöglich zu werden.
Die Geschichte wird immer spannender, je länger sie andauert – und das sind immerhin fast 600 Seiten. Die Leserin erfährt viel über das Leben auf Island und erkennt Gebäude, Cafés, Museen und andere Sehenswürdigkeiten, die im Roman eine Rolle spielen, problemlos wieder.
Auch wenn man den Ausgang des Buches durch den Klappentext eigentlich bereits kennt, ist es überraschend, spannend und an einigen Stellen auch unerwartet, wie die Handlung sich entwickelt. Immer wieder tun sich mehrere Möglichkeiten auf, wie es mit Swea weitergehen könnte, aber auch die Lebensgeheimnisse von Einar und Jón werden nur langsam offenbart. Am Ende des Romans bleibt ein Gefühl zurück, Freunde getroffen zu haben
Fazit: Ein romantischer Liebesroman, nicht nur über Menschen, sondern auch über Island, der mit Klischees spielt und eine ganz eigene Melodie entwickelt.


  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 09.10.2020

Nina traut sich was

Der kleine Gruselshop - Geister, Spinnen, freche Kraken
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Nina ist neun Jahre alt und wünscht sich ein Fahrrad. Das ist nicht gerade billig. Also möchte sie ein wenig Geld verdienen und betritt den Gruselshop von Herrn Schrull. Der sucht nämlich dringend eine ...

Nina ist neun Jahre alt und wünscht sich ein Fahrrad. Das ist nicht gerade billig. Also möchte sie ein wenig Geld verdienen und betritt den Gruselshop von Herrn Schrull. Der sucht nämlich dringend eine Aushilfe. Doch gerade ist er völlig außer Gefecht gesetzt, denn er wurde mit Juckpulver bestreut. Er lacht und windet sich auf dem Boden. Zwar ist Nina überaus erstaunt über all die Dinge, die sie in dem Laden entdeckt, doch sie hat vom Geisterjungen Eddi erfahren, dass es ganz hinten im Laden irgendwo ein Gegenmittel gibt. Gemeinsam dringen sie bis dorthin vor …
Das Buch ist gleichzeitig ein wenig gruselig und äußerst witzig. Es macht große Freude, gemeinsam mit Nina die außergewöhnlichen Angebote des Gruselshops zu entdecken. Natürlich verstecken sich dort auch ein paar Gegenspieler, Spinnen zum Beispiel oder die Krake Gisbert.
Der Text an sich ist recht kurz. Atmosphäre schaffen die gruselig-humorvollen Illustrationen von Teemu Juhani.
Schön sind auch die Wortschöpfungen für die Angebote im Laden: Feenköttel, Dunkelheit, praktisch abgepackt, Hexenschmerle usw., weil man unwillkürlich darüber nachdenkt, wer diese Dinge wohl wofür brauchen könnte. Oder was man selbst damit anstellen würde?
Fazit: Eine humorvolle Geschichte für Erstleser, die nicht nur den Text für sich entdecken wollen, sondern auch Lust haben, sich mit irrwitzigen Ideen auseinanderzusetzen und Bildwelten zu erkunden.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere