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Bianste

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.09.2017

Schnell

Giftflut
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Ein Ehepaar wurde in seiner Badewanne ertränkt, so weit so kurios und zuerst einmal unverständlich, doch dann ergeben sich bald Parallelen zu Todesfällen im übrigen Europa und alle haben etwas mit Wasser ...

Ein Ehepaar wurde in seiner Badewanne ertränkt, so weit so kurios und zuerst einmal unverständlich, doch dann ergeben sich bald Parallelen zu Todesfällen im übrigen Europa und alle haben etwas mit Wasser zu tun.
Kommissar de Bodt aus Berlin ist eine skurrile Figur mit vielen Facetten, die sich nicht unbedingt an die Regeln und Vorschriften hält, gleichzeitig ist er ein Getriebener, der nicht allzu viele Gewissheiten mit sich herumträgt.
Die Story nimmt sofort Fahrt auf und verlangsamt sich nicht wieder, die Ermittlungen, die Todesfälle, man kommt beim Lesen kaum hinterher, eine wilde Jagd.
Gleichzeitig kommen Humor und Lebensweisheit nicht zu kurz, alles bleibt irgendwie menschlich, nachvollziehbar und ist gleichzeitig unglaublich spannend, vermutlich auch, weil das Thema – Terroranschläge - eben topaktuell ist.

Veröffentlicht am 28.03.2017

Wichtige Dystopie

Das ist bei uns nicht möglich
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Schon vor rund 80 Jahren hat Sinclair Lewis diese Dystopie für ein Amerika geschaffen, das sich selbst seinen Despoten wählt.
Buzz Windrip gelingt es mit den Themen Patriotismus und echte Werte, zum Präsidenten ...

Schon vor rund 80 Jahren hat Sinclair Lewis diese Dystopie für ein Amerika geschaffen, das sich selbst seinen Despoten wählt.
Buzz Windrip gelingt es mit den Themen Patriotismus und echte Werte, zum Präsidenten gewählt zu werden. Niemand hat vorher so recht daran glauben können. Sofort beginnt er, eine Gruppe treu ergebener Helfer zu installieren, die Minute Men, die ihm helfen unliebsame Widersacher (Feinde genauso wie ehemalige Freunde) zu vernichten.
Ein Gegenspieler, der Journalist Doremus Jessup, braucht eine Weile, bevor er sich der ganzen Tragweite bewusst wird und Gegenmaßnahmen einzuleiten versucht.

Wenn man sich die heutige politische Landschaft anschaut, ist das Buch noch genauso aktuell wie es damals wohl war. Trump, Erdogan, die polnische Regierung, überall wird versucht, die Bürger zu entmündigen.
Lewis zeigt deutlich, dass man rechtzeitig aufstehen muss, wenn man so etwas verhindern will. Allerdings tut er das in einer für unsere Zeit recht langatmigen Story und einer Sprache mit vielen Redundanzen, sodass es mühsam ist, das Buch zu lesen.
Trotzdem lohnt es sich, weil man beim Lesen eben genau die Zeit bekommt, sich mit der Problematik auseinanderzusetzen und nicht einem actionlastigen Geschehen hinterher hastet.

Veröffentlicht am 04.06.2018

Wirklich der letzte Band?

Lockwood & Co. - Das Grauenvolle Grab
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Es soll der letzte Band der Reihe sein – das fühlt sich aber nicht so an. Zwar sind ein paar Geheimnisse gelüftet, aber da ist noch jede Menge Luft für weitere Abenteuer.

Großbritannien wird schon mehr ...

Es soll der letzte Band der Reihe sein – das fühlt sich aber nicht so an. Zwar sind ein paar Geheimnisse gelüftet, aber da ist noch jede Menge Luft für weitere Abenteuer.

Großbritannien wird schon mehr als 50 Jahre von einer ungewöhnlichen, immer stärker werdenden Geisterplage heimgesucht. Rund um diese Erscheinungen haben sich Geisteragenturen etabliert, die dagegen ankämpfen, jedoch nur das sichtbare Übel bekämpfen, ohne den Grund für das plötzliche Auftauchen so vieler Geister ergründen zu können. Unter den großen Agenturen haben sich besonders Lockwood & Co. einen Namen gemacht. Diesmal bekommen Lucy, Lockwood, George, Holly und Kipps es mit einer ganz besonderen Herausforderung zu tun. Sie sind demjenigen auf der Spur, der die Geisterseuche in England ausgelöst haben könnte. Scheinbar tut diese Person das sogar mit voller Absicht. Einerseits, weil sie daran Geld verdient, andererseits weil sie dadurch unsterblich wird.
Kein Wunder, dass in diesem Fall auch die Hindernisse und Risiken besonders groß sind, ja dass das Leben der Geisterjäger in Gefahr ist, ohne dass ihnen jemand helfen kann.
Dieser Band klärt einige der Fragen rund um Lockwoods Eltern auf, lässt auch das Geisterleuchten im Zimmer seiner Schwester verschwinden, doch ganz gebannt sind die Geister noch nicht aus London. Dafür tut sich etwas in den privaten Bereichen und Beziehungen.
Auch dieser Band liest sich spannend und quasi in einem Rutsch weg. Es macht großes Vergnügen, die Jugendlichen bei ihrem Abenteuer zu begleiten, auch wenn es diesmal ein wenig blutrünstiger und noch gefährlicher ist.
Auch Flo, der Artefaktjägerin, kommt diesmal größere Aufmerksamkeit zu, auch ihre Vergangenheit wird ein wenig gelüftet.
Bevor Stroud diese Reihe gestartet hatte, dachte ich immer, über Geister wäre alles gesagt bzw. geschrieben worden. Doch ihm ist hier ein neuer Ansatz gelungen, er hat die Geistergeschichten erweitert und bereichert.

Veröffentlicht am 04.06.2018

Ich bin ich und wer bist du?

100% Coco. Mein geheimer Fashion-Blog
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Coco kommt auf eine neue Schule. Das ist nicht leicht für sie, denn sie hat bereits die Erfahrung machen müssen, dass Äußerlichkeiten eine große Rolle spielen und alles verderben können.

Trotzdem entscheidet ...

Coco kommt auf eine neue Schule. Das ist nicht leicht für sie, denn sie hat bereits die Erfahrung machen müssen, dass Äußerlichkeiten eine große Rolle spielen und alles verderben können.

Trotzdem entscheidet sie sich dafür, sich ganz in ihrem eigenen Stil zu kleiden, als sie am ersten Tag in die neue Klasse geht. Doch nicht nur die Schülerinnen und Schüler, auch eine Lehrerin äußert sich negativ, macht sich sogar über sie lustig. Prompt beschließt sie, sich fortan nur noch völlig unauffällig und angepasst zu kleiden. Entsprechend lässt die Aufmerksamkeit der anderen ein wenig nach.
Doch in ihrer Freizeit beschäftigt sie sich weiterhin mit Stilfragen, probiert neue Möglichkeiten aus und kreiert so einen ganz eigenen Stil. Mit einer Maske posiert sie und postet die Bilder ihres Styles auf einem eigenen, anonymen Blog. Bald bemerkt sie, dass viele, auch die, die sich vorher über sie lustig gemacht haben, ihren Style kopieren.
Trotzdem (oder gerade deswegen ?) sagt sie nicht, dass sie etwas damit zu tun hat.
Das wird kompliziert, als sie sich in Bruno verguckt und ihm tatsächlich näher kommt. Er leitet die Schülerzeitung und seine Mutter arbeitet im Modegeschäft.
Das Buch ist aus Cocos Sicht erzählt und macht so viele ihrer Überlegungen, Befürchtungen und Pläne nachvollziehbar.
Allerdings müssen sich die Leserinnen wirklich gut im Bereich Mode auskennen, um hier nicht überfordert zu werden. Die Autorin setzt profunde Kenntnisse voraus. Coco wirft mit Begriffen, Designernamen, Styles etc. um sich, von denen kaum auszugehen ist, dass die meisten Mädchen der Zielgruppe sie kennen.
Vielleicht wäre hier ein Glossar am Ende – eventuell mit Bildern – hilfreich.
Die Geschichte an sich liest sich sehr flüssig, sie ist sehr spannend und letztlich behandelt sie ein wichtiges Thema: Mode einerseits, andererseits eben das Thema der Selbstverwicklung, des Mainstreams, des Gruppenzwangs usw. Hier gibt es vielfältige Ansatzpunkte für Gespräche und Diskussionen.

Veröffentlicht am 04.06.2018

Darf man schummeln?

Schulcafé Pustekuchen 1, Die Mogelmuffins
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Ottilie, genannt Tilli, geht gern zur Schule. Nicht unbedingt wegen des Unterrichts. Aber auf jeden Fall wegen ihrer besten Freundin, Annika, und wegen ihrer Oma, die das Schulcafé betreibt.

Frau Habersack ...

Ottilie, genannt Tilli, geht gern zur Schule. Nicht unbedingt wegen des Unterrichts. Aber auf jeden Fall wegen ihrer besten Freundin, Annika, und wegen ihrer Oma, die das Schulcafé betreibt.

Frau Habersack ist sehr streng und nicht wirklich nett zu den Kindern. Als eine Erdkundearbeit ansteht, macht sie den Kindern schon vorher Angst und freut sich darauf, möglichst viele schlechte Noten zu verteilen.
Gleichzeitig möchte sie das Schulcafé insofern schließen lassen, als nur noch Erwachsene hinein dürfen, damit es nicht so laut darin ist.
Dem Schulleiter fällt es nicht wirklich leicht, sich gegen Frau Habersack durchzusetzen …
Weil Frau Habersack Daten abfragen will, die sie im Unterricht gar nicht durchgenommen hat, um den Kindern eins auszuwischen, lässt Tillis Oma sich dazu verleiten, für die Kinder Muffins zu backen, in deren Papierförmchen sich ein Spickzettel befindet, sodass alle eine gute Arbeit schreiben können.
Das kommt natürlich (beinahe) heraus, und der Versuch, das Geheimnis zu verbergen, ruft immer weitere Katastrophen herauf. Schließlich steht das Schulcafé wirklich auf der Kippe.
Doch den Kindern ist ihr Café wichtig, und so überlegen sie sich, wie sie alles wieder in Ordnung bringen können.
Die Geschichte ist sehr humorvoll erzählt. Illustrationen und Text ergänzen sich. Der Text ist flüssig geschrieben und auch für Leseanfänger geeignet.
Thematisch geht es um Freundschaft, um Zuverlässigkeit, darum zusammen zu halten, sich gegenseitig zu unterstützen und Fehler einzugestehen.
Wenn das Buch als Klassenlektüre eingesetzt wird, gibt es zahlreiche Diskussionsansätze. Darf eine Oma beim Schummeln helfen? Was wäre sonst noch möglich gewesen? Muss man sich für einen Gefallen revanchieren?
Ich bin jedenfalls froh, dass ich solchen Lehrerinnen wie Frau Habersack eine ist, noch nicht begegnet bin – einer Oma wie Tillis allerdings auch noch nicht.