Cover-Bild Zeitkurier
14,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Heyne
  • Themenbereich: Belletristik - SciFi: Zeitreise
  • Genre: Fantasy & Science Fiction / Science Fiction
  • Seitenzahl: 496
  • Ersterscheinung: 14.08.2017
  • ISBN: 9783453317338
Wesley Chu

Zeitkurier

Roman
Jürgen Langowski (Übersetzer)

In einer zerstörten Zukunft liegt die letzte Hoffnung in der Vergangenheit

Die Erde hat sich in der Zukunft in ein verseuchtes Ödland verwandelt, und die Menschheit musste ins äußere Sonnensystem ausweichen. Dort, in den Weiten des Alls, sind Ressourcen allerdings ein seltener Luxus, und so bedient sich die menschliche Zivilisation der Zeitreise als letztes Mittel. Sogenannte Zeitkuriere reisen in die Vergangenheit, um dort nach Ressourcen und Antworten zu suchen. Bei seinem letzten Auftrag macht der Zeitkurier James Griffin-Mars jedoch den größten Fehler: Er greift in die Zeitlinie ein – und rettet eine Frau. Jetzt bleibt ihnen nur noch die Flucht in die Gegenwart …

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.09.2017

Ausbeutung der Vergangenheit

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Über „Zeitkurier“ von Wesley Chu bin ich mehr oder weniger zufällig gestolpert. Dieses Buch hatte es auf keine meiner Wunschlisten geschafft. Warum weiß ich eigentlich nicht genau. Ich hatte es wohl schlicht ...

Über „Zeitkurier“ von Wesley Chu bin ich mehr oder weniger zufällig gestolpert. Dieses Buch hatte es auf keine meiner Wunschlisten geschafft. Warum weiß ich eigentlich nicht genau. Ich hatte es wohl schlicht nicht auf dem Schirm. Als es dann als Vorschlag im bloggerportal auftauchte, fand ich das Cover interessant und sah mir dadurch die Leseprobe genauer an. Nicht mein üblicher Typus Story, aber interessant. Ich dachte, ich könnte ja mal was Neues probieren…

Zeitkurier von Wesley Chu

Verlag Heyne
Genre Science Fiction
Erscheinungstermin 14.08.2016
Seitenanzahl 490
ISBN 978-3-453-31733-8
Mehrteiler ja
Preis 14,99 €
Altersfreigabe Erwachsene

Ausbeutung der Vergangenheit

Inhalt

James ist Stufe 1 Chronaut und lebt in einer dystopischen und sterbenden Welt. Mit seinem Lotsen Smitt, den er schon von der Akademie kennt und den er als einzigen Menschen als Freund bezeichnet, reist er im Auftrag der ChronoCom in die unterschiedlichsten Zeitperioden zurück, um wertvolle Energiequellen und andere überlebenswichtige Dinge in seine Zeit zu holen, ohne Zeitverwerfungen zu produzieren. Dabei hat er es mit vielen Menschen zu tun, die entweder sterben oder durch seine Hand getötet werden, um den Zeitstrom nicht zu stören. Immer wieder sagt er sich, dass sie in der Zukunft sowieso tot sind, versucht sein Gewissen zu unterdrücken, doch als er Elise trifft, die eigentlich auch sterben müsste, ist plötzlich etwas anders und zum ersten Mal bricht er die Zeitgesetze und nicht nur irgendeins, sondern das wichtigste. Was er jedoch nicht weiß, er löst dabei eine Reihe von Ereignissen aus, die eine Verschwörung ohne Gleichen aufdecken und ganz nebenbei scheint die Menschheit doch nicht ganz so verloren, wie gedacht…

Meine Meinung

Zeitkurier fiel mir schon wie erwähnt, eher zufällig in die Hände. Optik und Inhaltsbeschreibung klangen interessant und die Leseprobe, auch wenn sie eher nicht ganz so war, wie die Bücher, die ich sonst lese, regte dennoch mein Interesse.

Als ich den Roman schließlich in den Händen hielt, war ich recht erstaunt, da ich irgendwie nicht registriert hatte, was für ein dickes Buch ich erwartete. 490 Seiten, das ist schon nicht ohne. Dennoch bin ich ziemlich schnell mit dem Buch fertig geworden, finde ich. Nicht nur, weil es spannend war, sondern eben auch gut geschrieben.

Tatsächlich gefiel mir vorallem die Tatsache, dass es kein vor Technikbegriffen platzendes Buch ist, sondern, obwohl Technik eine große Rolle spielt, Fachbegriffe und Erklärungen nicht Überhand nehmen, sondern geschickt in die Geschichte integriert sind und sich fast von alleine erklären.

Wesley Chu schafft es zudem, einen zunächst wirklich unsymphatischen und unscheinbaren Protagonisten zu einer Person zu wandeln, die man irgendwie mag. Nein, James ist weder ein Adonis, noch wirklich symphatisch. Er betrinkt sich gern und viel, die Meinungen anderer interessieren ihn wenig, provoziert gern Schlägereien und ist im Großen und Ganzen ein eher abgewrackter Charakter. Gezeichnet von Verlusten und seiner psychisch und körperlich zermürbenden Arbeit. Einzig Smitt, sein einziger langjähriger Freund und sein Lotse, hilft ihm immer wieder aus diesem Sumpf. Ein Anti-Held ohne Gleichen, der mir zwar nie wirklich hundertprozentig symphatisch war, aber der mir dennoch gut gefiel.

Auch die anderen Charaktere polarisieren. Manche so stark, dass ich das Buch am liebsten wütend oder fassungslos zur Seite gelegt habe, andere überraschten mich aber auch total. Viel mehr werde ich hierzu aber nicht erzählen, da ich nicht zu viel verraten möchte.

Die Story ansich ist gut durchdacht, spannend und kann damit punkten, dass sich der Autor wirklich Mühe beim Setting gegeben hat. Zeitreise Romane sind keine einfache Sache und ich habe schon viele Reinfälle erlebt, doch Zeitkurier ist in diese Hinsicht in meinen Augen fehlerfrei. Wesley Chu hat nicht einfach drauflos geschrieben, sondern sich vorher Gedanken gemacht über das Handeln und die Konsequenzen dieser Zeitreisen.

Es ist für mich kein Buch, dass man in einem Rutsch verschlingt, aber es hat sich wirklich gut lesen lassen, mich gefesselt und positiv überrascht.

Lediglich das Ende ließ mich total geschockt zurück, da ich verzweifelt nach den fehlenden Seiten suchte. Es konnte doch nicht so enden. So willkürlich. So abrupt und offen?! Erst nach intensiver Recherche wurde mir klar, ich habe es mit dem ersten Band einer Triologie zu tun.

Band 1: Time Salvager – VÖ 2015 – (dt. Zeitkurier VÖ 14.08.2019)
Band 2: Time Siege – VÖ 2016 (dt. TBA)
Band 3: in Arbeit

Leider war das bei Heyne nirgends vermerkt. Ich war ehrlich gesagt auch ein wenig überrascht, dass die anderen Triologie von Chu: die TAO-Triologie bei Fischer TOR veröffentlicht worden war, das englische Original Time Salvager bei Tor Books (ob da ein Zusammenhang besteht, ist mir nicht klar), aber dieses bei Heyne. Ein Veröffentlichungsdatum für Band 2 ist auch noch nicht klar, aber ich hoffe, darauf muss ich nicht zu lange warten.

Und noch einmal zu den Covern. Wo ich grad bei den englischen Originalen bin. Ich finde das deutsche Cover zwar wirklich gut und ansprechend, sonst wäre ich ja nicht auf das Buch aufmerksam geworden, aber wenn ich das englische Original sehe, bin ich einfach nur geflasht. Hätte das deutsche Cover genauso ausgesehen, wäre das Buch hundertprozentig schon allein deshalb auf meiner Wunschliste gelandet, bin ich doch bekennender Cover-Junkie.


Fazit

Wesley Chu ist mit Zeitkurier ein außergewöhnlich starker und guter Zeitreiseroman gelungen, der dystopische Elemente mit Wirtschaftskrimi und Science Fiction vermischt, dabei aber nicht seine essentielle Linie verlässt uns sich selbst treu bleibt. Ein gelungener Serienauftakt, der nach mehr schreit und für mich ein überraschendes Lesehighlight dieses Jahr.

Damit verdient Zeitkurier volle 5 Punkte und eine Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 30.08.2017

eine unterhaltsame Zeitreise

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Bei Zeitreise-Romanen kann ich ganz selten nein sagen. Ich liebe es, den Autoren durch die Zeit zu folgen und die Gedankenschleifen nachzuvollziehen, die so eine Zeitreise zwangsläufig mit sich zieht. ...

Bei Zeitreise-Romanen kann ich ganz selten nein sagen. Ich liebe es, den Autoren durch die Zeit zu folgen und die Gedankenschleifen nachzuvollziehen, die so eine Zeitreise zwangsläufig mit sich zieht. Auch Wesley Chus Roman „Zeitkurier“ hat mich hier nicht enttäuscht. Im Gegensatz zu vielen andere Büchern, die in ausgehend von unserer Gegenwart in die Vergangenheit oder Zukunft reisen, ist hier die Ausgangslage, dass wir uns in einer dystophisch-verwüsteten Zukunft der Erde befinden und die Menschen versuchen durch Zeitreisen in die Vergangenheit – also unsere Gegenwart in etwas – ihre zur Neige gehenden Ressourcen aufzustocken. Um aber möglichst wenig in den Verlauf der Geschichte einzugreifen und um Himmels Willen nicht etwas unwiederbringlich zu verändern oder durcheinander zu bringen, schicken sie die Zeitreisenden nur dorthin, wo bekanntermaßen große Naturkatastrophen oder andere Unglücke sowieso zur Zerstörung der betreffenden Ressourcen geführt hatte. Es wird also etwas in die Zukunft transportiert, was nicht mehr fehlen kann im Weltgefüge, da es so oder so zerstört worden wäre.

Soweit alles klar? Gut, dann muss man jetzt noch wissen, dass Zeitreisen auch für die Menschen nicht ganz ohne sind. Allein schon die psychologische Komponente ist gewaltig, denn die Zeitkuriere treffen auf sehr viele Menschen, von denen sie ja wissen, dass sie demnächst zu Tode kommen werden. Diese Begegnungen sind für den Hauptakteur James eine ständig wachsende Belastung, die ihn immer mehr aus dem Tritt bringt. Schließlich beschließt er, jemanden zu retten. Damit löst er natürlich eine dramatische Kettenreaktion aus. Genau das, was ja eigentlich vermieden werden sollte.

Der Autor nimmt sich erst mal viel Zeit, den Leser in diese Welt einzuführen, deren Regeln und Konstruktionen zu erklären, die Charaktere zum Leben zu erwecken. Dabei gibt er sich große Mühe, seine Idee der Zeitreise auch mit technischen und wissenschaftlichen Methoden zu beschreiben. So etwas mag ich sehr gerne. Erst dann, nach etwa einem Viertel des Buches, zieht er das Tempo langsam an. Nein, Mr. Chu erfindet das Zeitreiserad nicht neu. Aber mir macht es einfach immer wieder großen Spaß, einem klugen Autor auf so einer Zeitreise zu folgen. Nachdem ich erst mit „Dark matter“ vor ein paar Wochen vergnügliche Stunden in diesem Genre verbracht habe, konnte mich auch „Zeitkurier“ gut unterhalten. Zur vollen Punktzahl fehlt ein bisschen, da das Ende etwas überstürzt daherkommt aber ich kann das Buch durchaus empfehlen.

Ach ja, auch ich möchte das tolle Cover noch einmal extra erwähnen.

Veröffentlicht am 03.02.2018

Wenn ein Schritt alles verändern könnte ...

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Kurzbeschreibung
Der Chronist James hat das Reisen und seinen Job allmählich satt.
Sei es die Aufträge die ihn an seine Grenzen bringen, oder die Frage für was es sich lohnt weiter die Ressourcen in die ...

Kurzbeschreibung
Der Chronist James hat das Reisen und seinen Job allmählich satt.
Sei es die Aufträge die ihn an seine Grenzen bringen, oder die Frage für was es sich lohnt weiter die Ressourcen in die Gegenwart zu bringen, wenn sich nichts ändert an der Lage im Moment.

Bei seinem letzten Auftrag allerdings begeht James denn wohl größten Fehler eines Chronisten, den er kennt die Zeit gesetze und weiß das er niemanden retten darf auch wenn es schwer fällt, und genau gegen dieses Gesetz verstößt er als er jemanden rettet.

Eine Zeit auf er Flucht scheint unausweichlich ...


Cover
Das Cover passt zum Inhalt und man sieht einen Mann der rennend unterwegs ist wie es aussieht.
Für mich mit dem Dunklen Raum außen interessant gestaltet, da es sich hier um mehr als nur das ersichtliche handeln könnte.



Schreibstil
Der Autor Wesley Chu hat hier eine interessante und stimmige Zeitreise Geschichte verfasst, die mit interessanten Protagonisten Lust macht mehr zu erfahren, was als nächstes passiert.
Leider war ich aber nicht so drin wie ich es mir gewünscht habe beim Lesen, da die Spannung nicht so bildhaft war wie gewünscht.
Das allerdings hat nur etwas mit meinem Empfinden beim Lesen zu tun und nicht mit der Geschichte selbst.
Deshalb hier nur drei Sterne.


Meinung
Wenn ein Schritt alles verändern könnte ...

Dann sind wir bei dem Chronisten James- Griffin- Mars, der wie alle anderen Chronisten Aufträge erhält in der Zeit zu reisen und sich Ressourcen zu beschaffen.

Bei seinem gerade erst vollendeten Auftrag traf James zum Beispiel auf die Oberin Grace Priestly, die die Zeitfirma mitbegründet hat und im Jahr 2212 sterben wird.
Den auf dem Raumschiff, wo sie sich gerade befindet, steht eine Druckwelle bevor, die nichts und niemanden übrig lassen wird.
James weiß das und doch ist er traurig einen Verstand wie von Grace verloren in der Vergangenheit zu lassen.

Wegen dieser Einsätze, in der er über manches Leben entscheiden muss, trinkt er und lässt sich manches Mal von Schuldgefühlen überrennen.
Allerdings hat er eigentlich Gefühle, oder wie hätte er sonst die Ausbildung die Fünf Jahre dauert zum Chronisten überleben sollen.
Chronisten sind im Jahre 2511 gefürchtet und gehasst und ein notwendiges Übel und keine Erretter, wie manche vielleicht denken.
James weiß das und nimmt weiterhin Aufträge an, auch wenn die Zahl aus seinem Lehrgang schwindet, da es einen sehr hohe Sterberatte gibt.

Bei einem seiner Aufträge oder sagen wir mal so, bei seinem letzten, trifft James eine Entscheidung die alles verändert und eingreift in das Zeit Gefüge, den er nimmt jemanden mit.


Und genau hier wird es etwas spannender, denn vorher lernt man erst einmal James kennen und seine Neigung sich seinem selbstzerstörerischen Sein nach abgeschlossenen Aufträgen zu widmen. Denn die Aufträge setzen ihm immer mehr zu und Alpträume plagen ihn.
Man lernt nicht nur James Gefühlswelt kennen, sondern auch wie es so aussieht in der Gegenwart im Jahr 2511 und was die Verbliebenen Bewohner auf den restlichen Planeten so machen.
Dabei lernt man auch Smitt kennen, der der Lotse von James ist und die Aufträge an Land zieht.

Sehr Interessant gestaltet.


Fazit
Ein Zeitreise Roman mit Empfehlung!
Ein Chronist, die Zeitreiseregeln und ein Verstoß der alles ändern könnte.

3 von 5 Sternen

Veröffentlicht am 21.08.2017

Vom Himmel in die Lesehölle in 500 Seiten

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Die Erde hat sich in der Zukunft in ein verseuchtes Ödland verwandelt, und die Menschheit musste ins äußere Sonnensystem ausweichen. Dort, in den Weiten des Alls, sind Ressourcen allerdings ein seltener ...

Die Erde hat sich in der Zukunft in ein verseuchtes Ödland verwandelt, und die Menschheit musste ins äußere Sonnensystem ausweichen. Dort, in den Weiten des Alls, sind Ressourcen allerdings ein seltener Luxus, und so bedient sich die menschliche Zivilisation der Zeitreise als letztes Mittel. Sogenannte Zeitkuriere reisen in die Vergangenheit, um dort nach Ressourcen und Antworten zu suchen. Bei seinem letzten Auftrag macht der Zeitkurier James Griffin-Mars jedoch den größten Fehler: Er greift in die Zeitlinie ein – und rettet eine Frau. Jetzt bleibt ihnen nur noch die Flucht in die Gegenwart … (Klappentext)

Der nachfolgende Text kann Spoiler enthalten.

Das ist wieder eines der Bücher, die mir Magenschmerzen bereiten. Es hat sehr sehr gut und spannend angefangen – um dann mit fragwürdigen Charakteren, idiotischen Handlungen der betreffenden Personen und absolute Langatmigkeit zu enden.

James ist ein emotional instabiler Chronaut in einer sehr zerstörten Zukunft, der mehr als nur latent selbstmordgefährdet ist. Angesichts seiner Realität aber alles andere als verwunderlich. Ein wenig fällt mir der Zugang zu seinem Charakter schwer. Ich mag auch Protagonisten nicht, die nur durch die Zufuhr von Unmengen an Alkohol überleben können. Und wegen einer seiner unüberlegten Handlungen lernen wir auch Elise kennen, die er verbotenerweise rettet und für die er unerwarteterweise Gefühle entwickelt hat. Also klammert er, und zwar gewaltig.

Elise ist der Typ „Ich tue aus Prinzip nicht das, was du gesagt hast“ und damit bringt sie mich fast zur Weißglut. Es gibt einen kleinen, aber feinen Unterschied zwischen Mut bzw. Selbstbewusstsein und Dummheit und den hat sie definitiv überschritten. Warum es leicht haben, wenn man es allen noch viel schwerer machen kann? Selbstgerecht ist sie auch noch und verhält sich im Allgemeinen wie ein kleines Kind, die durch ihre Taten alle in Gefahr bringt, sich aber für wahnsinnig emanzipiert hält.

Man kann also sagen, dass die Schilderung von Frauen durch den Autor nicht sehr realistisch ist, denn die beiden einzigen anderen weiblichen Figuren in diesem Buch sind eine sadistische Sicherheitsoffizierin, die an dem Gedanken, tausende Menschen umzubringen nicht wirklich was auszusetzen findet, und eine völlig von sich selbst eingenommene, abgehobene Wissenschaftlerin, die auch als die Mutter der Zeit bekannt ist, und sich sowieso für das klügste je lebende Geschöpf hält. Alle anderen sind unter ihrer Würde.

Abgesehen von den nervigen Charakteren beginnt die Handlung ziemlich gut. Der Stil des Autors ist exzellent, auch die Entwicklung der Geschichte zeigt großes Potential. Allerdings konzentriert sie sich recht schnell nicht mehr auf die Intrigen innerhalb der Behörde, sonder nur noch auf Elise und ihre selbstgerechten Forderungen. Es verhält sich wie meistens: Sobald auf Biegen und Brechen eine Romanze mit eingebaut wird, kann man die spannende Geschichte vergessen. Bei Verzicht hätte es zusätzlich ein paar Seiten langatmigen Geplappers gespart und den Fokus vielleicht wieder mehr auf das Thema des Buches – nämlich Zeitreisen – gelegt.

Auch ihre „Mission“, die Erde zu retten, verplempert meiner Ansicht nach ihr Potenzial. Da schreibt man schon eine Geschichte über Zeitreisen und lässt dann Wissenschaftler nach einem Heilmittel fanden, anstatt zu versuchen in die Zeitströmen einzugreifen – was ja nur schon längst geschehen ist. Tatsächlich sind die Zeitreisen an sich sehr spärlich gesät, zumindest die, über die man etwas erfährt. Und am Ende des Buches hat sich eigentlich immer noch nichts getan.

Es wiederholen sich auch einfach dumme Verhaltensweisen immer wieder, so scheint es z. B. keiner der beiden „Wissenschaftlerin“ großartig zu stören, ob sie mit den ständigen Zeitreisen irgendwelche Zeitströme verändern oder Menschen in der Vergangenheit schaden. Niemand blickt wirklich über seinen Tellerrand und sie führen nur weiter ihre Verfolger zu sich und bemühen sich nicht einmal, vorsichtig zu sein.

Dieses Buch ist mal wieder ein grandioses Beispiel dafür, wie man ein gutes Konzept versenken kann. Ich wünsche mir wirklich mehr weibliche Charaktere zu sehen, die nicht nur Statisten sind oder sich wie verzogene kleine Gören benehmen und sich dabei auch noch wie der Gipfel der Schöpfung zu fühlen. Eine Science-Fiction Geschichte ohne eine krampfhaft in den Plot konstruierte Romanze würde mein Herz auch erfreuen. Denn man kann auch spannende Geschichten schreiben, ohne dass von jeder Seite der Kitsch triefen muss. Und Emanzipation hat nichts damit zu tun, auf Teufel komm raus genau das Gegenteil von allem zu machen, dass ein Mann zu einem sagt.

Offenbar ist dies der Eröffnungsband einer Trilogie, wenn man den Informationen zu dem Originaltitel glauben darf. Das könnte auch die künstlich in die Länge gezogene Handlung im Mittelteil erklären. Für mich ist dieser „Zeitstrom“ allerdings versiegt, denn ich spüre kein Bedürfnis, Elise und James je wieder zu sehen.

Veröffentlicht am 20.10.2017

Außen hui, innen ...

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Der Zeitkurier dient als bestes Beispiel, wie man es nicht machen sollte.

Eher selten hat man das Pech auf ein Buch zu treffen, das einem überhaupt nicht gefällt. Weniger wegen dem Thema, sondern aufgrund ...


Der Zeitkurier dient als bestes Beispiel, wie man es nicht machen sollte.

Eher selten hat man das Pech auf ein Buch zu treffen, das einem überhaupt nicht gefällt. Weniger wegen dem Thema, sondern aufgrund der Umsetzung und des Schreibstils.

Der Zeitkurier ist ein solches Buch. Ich mag Science Fiction und ich mag Dystopien, daher wollte ich die Geschichte rund um den Zeitreisenden James auch lesen. Die Inhaltsangabe klang sehr verlockend und bis zu einem gewissen Punkt, war die Story an sich auch spannend. Sieht man mal davon ab, dass der Schreibstil sehr gewöhnungsbedürftig ist. Viele Wiederholungen, Logik Fehler und merkliche Konzentrationsschwierigkeiten seitens des Autors machten den Einstieg und das dranbleiben schwer.

Wer gerne und viel SciFi liest, wird wissen was ich meine, wenn ich sage, dass die futuristischen Elemente kaum erklärt wurden. Das nimmt schon ein wenig den Spaß, wenn manches nur lapidar begründet wird. Ich möchte Hintergrundwissen und Details erzählt bekommen.

Die Charaktere überzeugten leider kaum. James hat als Zeitkurier schon viel Übles gesehen. Als Resultat dessen, ist er Depressiv und auch Suchtgefährdet. Als er sich bei einer seiner Missionen verliebt und die Frau rettet, projiziert er automatisch seine Sehnsüchte an seine Auserwählte. Man könnte sagen, hier findet mal eine nicht Liebesgeschichte statt.

Ich muss ehrlich sagen - ich bin bessere Science Fiction gewohnt, vor allem in Kombination mit problematischen Zeitreisen. Bis zu einem gewissen Punkt war die Geschichte ausreichend und es waren ein paar gute Ideen dabei! Danach leider nur mehr langweilig und schlecht konstruiert. Daher diesmal keine Empfehlung.