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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.10.2016

Würdige Fortsetzung

City of Fallen Angels
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Valentine ist besiegt und das Leben kehrt zur Normalität zurück – scheinbar. Denn Jace wendet sich immer mehr von Clary ab und Simon hat mit den Folgen seines Fluches zu kämpfen. Zudem wird er durch das ...

Valentine ist besiegt und das Leben kehrt zur Normalität zurück – scheinbar. Denn Jace wendet sich immer mehr von Clary ab und Simon hat mit den Folgen seines Fluches zu kämpfen. Zudem wird er durch das Kainsmal plötzlich zur begehrtesten Person in New York. Während Clarys Mutter und Luke ihre Hochzeit planen, geschehen auf einmal mysteriöse Morde und dann taucht eine Person auf, mit der niemand gerechnet hatte…

Nachdem ich Band 3 beendete, fragte ich mich ernsthaft, was in den nächsten beiden Bänden noch erzählt werden sollte. Ich hatte einen kleinen Verdacht – der sich bestätigte. Auch nach dem vierten Band bin ich immer noch Feuer und Flamme für diese Serie, die ihr ansprechendes Niveau über alle Bände hinweg halten konnte.
Die Anziehung zwischen Clary und Jace lässt mich wortwörtlich auf meinem Sessel rumhüpfen (weswegen ich schon bei Band 3 beschlossen habe, diese Bücher nicht mehr in der Öffentlichkeit zu lesen). Die Charaktere sind glaubwürdig geschildert, genauso wie die Geschichte. Ich fiebere auf jeder Seite mit ihnen mit und leide, wenn sie leiden.
Man merkt einfach, dass der ganze Handlungsbogen sorgfältig konzipiert ist, wobei die Geschichte aber nicht vorhersehbar ist und immer spannend bleibt.

Fazit: Obwohl von mir erst misstrauisch beäugt ob meiner Erfahrungen mit Reihen und Fortsetzungen hat mich auch dieser Band wieder mitgerissen und gefesselt. Wer die vorherigen Bände mochte, wird auch diesen Band verschlingen.

Veröffentlicht am 26.06.2017

Wer waren sie wirklich?

Die alten Griechen
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Sie waren die Erfinder der Demokratie, Begründer der Philosophie, Schöpfer unsterblicher Mythen und Dramen – die alten Griechen haben das Fundament unserer Zivilisation gelegt und somit auch unsere moderne ...

Sie waren die Erfinder der Demokratie, Begründer der Philosophie, Schöpfer unsterblicher Mythen und Dramen – die alten Griechen haben das Fundament unserer Zivilisation gelegt und somit auch unsere moderne Welt geprägt. Doch was genau war das Erfolgsgeheimnis der griechischen Völker, was hat sie – über alle politischen und kulturellen Grenzen hinweg – angetrieben? Und was verbindet uns mit ihnen? (Klappentext)

Was machte einen Griechen zu einem Griechen? Dieser Frage geht die Autorin nach und identifiziert zehn Eigenschaften, die sie den alten Griechen zuschreibt. Sie waren Seefahrer, chronisch misstrauisch gegenüber Autoritäten, individualistisch, wissbegierig, offen für neue Ideen, humorvoll, liebten Wettkämpfe, bewunderten herausragende Fähigkeiten bei talentierten Menschen, waren redegewandt und vergnügungssüchtig.
Ich zähle sie hier auf, weil man diese Eigenschaften leicht übersehen kann, z. B. wenn man zu den Menschen gehört, die generell keine Einleitung lesen (so etwas gibt es). In den eigentlichen zehn Kapiteln werden diese Eigenschaften nämlich kaum noch explizit genannt und so habe ich des Öfteren gegrübelt, um welche es sich nun handelt und musste zur Einführung zurück kehren.

Anhand derer erzählt sie chronologisch die griechische Erfolgsgeschichte und fängt dabei in frühster mykenischer Zeit an und hört bei der Christianisierung auf. Damit umfasst sie einen Zeitraum von etwa 2000 Jahren. Mir gefällt dieser weite Bogen, den sie schlägt, sehr gut, konzentriert man sich doch allzu oft nur auf eine bestimmte Zeitstufe und lässt jede andere außen vor, die aber dennoch wertvolle Erkenntnisse liefern könnte und wichtig für ein Gesamtverständnis sind.

Innerhalb der Kapitel fehlt mir ein wenig die Struktur. Die Dinge, die sie erzählt, sind alle sehr interessant, aber der rote Faden, mal abgesehen von der schwer zu enträtselnden Eigenschaft, über die sie gerade schreibt, ist nicht immer deutlich erkennbar. Es lohnt sich wirklich, sich kurz ein Stück Papier zu nehmen und diese Eigenschaften aufzuschreiben, denn so hat man einen besseren Überblick, um was es sich in diesem Kapitel handelt und rätselt nicht.

Abgerundet wird dieses Buch durch zwei im Vorsatz hinten und vorne befindlichen Karten, einer Zeittafel, weiterführender Literatur, den Bildnachweisen und einem Register.

Das Buch möchte sich an den interessierten Laien richten, setzt jedoch einiges an Wissen bereits voraus. Jemand, der neu in der Materie ist, sollte sich vermutlich erst einmal mit anderen Grundlagenwerken auseinandersetzen.
Trotzdem hat mir das Buch gut gefallen, denn es lässt die alten Griechen lebendig und menschlich erscheinen.

Veröffentlicht am 21.06.2017

Sie sind gekommen ...

Guides - Die erste Stunde
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Niemand weiß, was sich in dem gigantischen UFO befindet, das die Welt nach seinem Absturz in Atem hält. Und Alice ist sicher: Niemand außer ihr Vater, der für die NASA arbeitet, hätte seine siebzehnjährige ...

Niemand weiß, was sich in dem gigantischen UFO befindet, das die Welt nach seinem Absturz in Atem hält. Und Alice ist sicher: Niemand außer ihr Vater, der für die NASA arbeitet, hätte seine siebzehnjährige Tochter jetzt auf ein Internat nach Minnesota gebracht - ausgerechnet mitten ins Zentrum der Katastrophe. Hier kommt Alice der Wahrheit hinter den Nachrichten gefährlich nahe. Doch mit der Wahrheit kommt auch die Angst vor den unbekannten Geschöpfen, die das Raumschiff verlassen … (Klappentext)

Mir gefällt die Idee, die in diesem Buch steckt, sehr gut. Wer die Aliens sind, woher sie kommen, das ist ziemlich gut ausgedacht. Leider ist die Umsetzung mangelhaft.
Die Geschichte erreicht an keinem Punkt irgendeine Art von Tiefe, genauso wenig wie die Charaktere. Sie sind alle austauschbar und nur Mittel zum Zweck.
Am Gelungensten finde ich da noch die beiden Alien-Teenager, denn für sie wurde sich beim Schreiben ein wenig mehr Zeit genommen, auch wenn es durchaus mehr hätte sein dürfen.

Kommen wir zur Story. Der wirklich interessante Teil wird in 50 Seiten oder so durchgejagt und auf einmal ist die Story zu Ende, die Guten haben gesiegt, Liebe triumphiert etc. Ich habe mich am Ende ein wenig gefragt, ob das Buch mich jetzt verarschen möchte. Meinem Gefühl nach wurde Alice‘ Shopping Ausbeute am Anfang mehr Betrachtungszeit zugestanden, als dem eigentlich wichtigen Ende.

Man sollte von diesem Buch nicht zu viel erwarten. Es ist ein kleiner Snack für zwischendurch, wenn man sich nicht so sehr anstrengen möchte, mit einer guten Idee, aber lausigen Ausführung.

Veröffentlicht am 20.06.2017

„Willkommen Fremder. Die Pfade sind tückisch heute.“

Das Geheimnis der Großen Schwerter / Der Drachenbeinthron
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Der betagte König Johan liegt im Sterben, und um die Thronfolge entbrennt ein hinterhältiger Kampf unter seinen Söhnen Elias und Josuah. Der Küchenjunge Simon,wegen seiner Zerstreutheit auch Mondkalb genannt, ...

Der betagte König Johan liegt im Sterben, und um die Thronfolge entbrennt ein hinterhältiger Kampf unter seinen Söhnen Elias und Josuah. Der Küchenjunge Simon,wegen seiner Zerstreutheit auch Mondkalb genannt, gerät mitten in die Auseinandersetzungen um die Herrschaft über Osten Ard. Welche Ziele verfolgen aber die geheimnisvollen Elbenvölker der Nornen und Sithi, denen einst das Land gehörte? (Klappentext)

Ich bin ja immer skeptisch, wenn irgendwelche Leute sagen, dass Buch sei wie „Der Herr der Ringe“. Nicht, weil „Der Herr der Ringe“ das Nonplusultra ist, sondern weil das Buch eben das Buch ist und ein anderes ist ein anderes Buch. Vergleiche machen Dinge meistens schlechter.
Lange Rede kurzer Sinn: In diesem Fall ist der Vergleich mit Tolkiens‘ Meisterwerk sogar angebracht. Die schiere Größe von Osten Ard und der handelnden Figuren, die Queste der Helden, das alles verschlingende Schicksal … Nur die Landschaftsbeschreibungen fallen glücklicherweise etwas weniger detailliert aus. Wer jetzt aber denkt, dass es sich bei diesem Buch nur um einen Abklatsch handelt, irrt sich.

Der Anfang, das gebe ich zu, zieht sich ein wenig. Aber bei so vielen Personen, Orten und Mythen muss das auch alles erst einmal eingeführt werden, damit der Leser nicht ins kalte Wasser geschmissen wird. Hat man diese Stellen überwunden, wird man mit einem atemberaubenden Epos belohnt, der mit seinen fast 1.000 Seiten viele Stunden unterhält.

Dabei sollte man aber ein gutes Namensgedächtnis besitzen für die vielen handelnden Personen, oder im Gegensatz zu mir schon viel früher den Anhang finden, in dem alles noch einmal erklärt wird. Ich liebe solche Register.
Bleiben wird bei den Personen. Es gibt bei keiner Hauptperson irgendetwas, dass mir negativ aufgefallen wäre. Sie sind alle sehr detailreich beschrieben und erwachen beim Lesen zum Leben. Sogar Nebencharaktere wirken nicht wie Mittel zum Zweck, sondern halten einer genaueren Betrachtung stand.

Insgesamt ist das Setting sehr düster. Der Gegner scheint momentan übermächtig zu sein und es kein Mittel gegen ihn zu geben. Gegen Ende war ich fast davon überzeugt, dass die Hauptcharaktere sterben werden, auch wenn das wohl erzähltechnische Schwierigkeiten nach sich gezogen hätte … Auch darin gleicht es Tolkiens‘ Werk.

Der erste Band von Williams‘ Osten-Ard-Reihe hat mich restlos begeistert. Er erfüllt alle Kriterien, die ein Fantasy-Herz höher schlagen lässt. Das ist die Art Schreibe, die ich von dem Autor gewohnt bin: stilsicher, anspruchsvoll und mitreißend!

Veröffentlicht am 11.06.2017

Eine Vision von einer nachhaltigeren Welt

Tomorrow - Die Welt ist voller Lösungen
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2012 wird der Autor durch eine Studie vom Wissenschaftlern aus aller Welt auf den möglichen Untergang eines Teils der Welt bis zum Jahr 2100 aufmerksam – eine erschütternde Nachricht. Mit einem kleinen ...

2012 wird der Autor durch eine Studie vom Wissenschaftlern aus aller Welt auf den möglichen Untergang eines Teils der Welt bis zum Jahr 2100 aufmerksam – eine erschütternde Nachricht. Mit einem kleinen Team zieht er los, um herauszufinden, wie die Welt aussähe, wenn wir einige der besten, heute bereits praktizierten Lösungen in den Bereichen Landwirtschaft, Energieversorgung, Wirtschaft, Schule und Demokratie miteinander verknüpfen – und entdeckt dabei überall auf der Welt Frauen und Männer, die dabei sind, die Grundlagen für eine neue Welt zu schaffen.
Für alle Menschen, die sich um die Zukunft dieser Welt Sorgen machen, nach machbaren und praktikablen Lösungen suchen und bereit sind, selber etwas zu tun. (Klappentext)


Kurz nachdem ich dieses Buch bekam, stolperte ich über den Film gleichen Namens und musste ihn mir unbedingt ansehen. Das Buch stellt eine wunderbare Ergänzung dazu dar, indem es die Aussagen des Filmes noch einmal deutlich vor Augen führt, dieses Mal etwas weiterführend und mit Quellen oder weiterführender Literatur. Zusammen erzählen sie die Geschichte von Menschen, die sich aufgemacht haben, eine bessere Welt in ihrer unmittelbaren Nähe zu schaffen, und Lösungen zu unseren Problemen präsentieren.

Dabei konzentriert sich der Autor auf fünf Bereiche, nämlich die Ernährung, die Energiewende, die Wirtschaft, die Demokratie und die Erziehung unserer Kinder. Jedes Kapitel beginnt zuerst mit einer kleinen Einleitung, auf die dann ganz konkrete Beispiele aus aller Welt folgen. Dafür hat das Team Städte und Orte in den USA, England, den skandinavischen Ländern, Island, Frankreich und sogar Indien besucht.

Eindrucksvoll wird aufgezeigt, dass die Antwort auf z. B. die aus dem Takt geratene Umwelt auf lokaler Ebene liegt. In Zukunft wird es wieder wichtiger werden, dass ein Ort sich selbst auf lokaler Ebene versorgen kann und die Resilienz dieser lokale Ebene gestärkt wird, z. B. mit Parallelwährungen, Urban Gardening und durch eine gestärkte Demokratie, die durch die Bürger für die Bürger handelt. Das schließt keineswegs internationalen Handel aus, sondern man profitiert von zwei verschiedenen Systemen, die nebeneinander existieren und so weniger anfällig für Krisen und Katastrophen sind.

Neben den Lösungen kristallisiert sich auch heraus, dass die Tonangebenden Mächte nicht mehr die Menschen sind, sondern die internationale Wirtschaft, die ihre Pfründe eifersüchtig hütet und unsere Politiker willfährig macht. Dies zeigt alleine die Anmaßung großer Unternehmen, Saatgut patentieren zu lassen und somit jeden verklagen zu können, der ohne ihre Erlaubnis Saatgut herstellt, züchtet oder kreuzt – Saatgut, dass essentiell für unser Überleben ist!

Zum Schluss bietet das Buch noch eine ausführliche Liste von weiterführenden Links, unter denen man Projekte in Deutschland einsehen kann, die sich um nachhaltige Lösungen bemühen.

Cyril Dion erhebt nicht den Anspruch, „die“ Lösung auf Umwelt- und gesellschaftliche Probleme zu haben. Er versucht, eine Geschichte davon zu erzählen, wie unsere Welt zu einer besseren werden kann. Dabei erklärt er mit Hilfe von Wissenschaftler und engagierten Privatpersonen die einzelnen Themen so, dass auch ein Laie sie verstehen und nachvollziehen kann.

Für mich gehören Bücher wie dieses als Pflichtlektüre in unsere Schulen, damit unseren Kindern ein Werkzeug in die Hand gegeben wird, sich ihre Meinung selbst auf fundierten Grundlagen zu bilden, und ihnen Lösungen aufgezeigt werden, wie wir unserer Natur bewahren und doch gleichzeitig ein gutes Leben führen können.