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Tallianna

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 11.10.2016

Würdige Fortsetzung

City of Fallen Angels
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Valentine ist besiegt und das Leben kehrt zur Normalität zurück – scheinbar. Denn Jace wendet sich immer mehr von Clary ab und Simon hat mit den Folgen seines Fluches zu kämpfen. Zudem wird er durch das ...

Valentine ist besiegt und das Leben kehrt zur Normalität zurück – scheinbar. Denn Jace wendet sich immer mehr von Clary ab und Simon hat mit den Folgen seines Fluches zu kämpfen. Zudem wird er durch das Kainsmal plötzlich zur begehrtesten Person in New York. Während Clarys Mutter und Luke ihre Hochzeit planen, geschehen auf einmal mysteriöse Morde und dann taucht eine Person auf, mit der niemand gerechnet hatte…

Nachdem ich Band 3 beendete, fragte ich mich ernsthaft, was in den nächsten beiden Bänden noch erzählt werden sollte. Ich hatte einen kleinen Verdacht – der sich bestätigte. Auch nach dem vierten Band bin ich immer noch Feuer und Flamme für diese Serie, die ihr ansprechendes Niveau über alle Bände hinweg halten konnte.
Die Anziehung zwischen Clary und Jace lässt mich wortwörtlich auf meinem Sessel rumhüpfen (weswegen ich schon bei Band 3 beschlossen habe, diese Bücher nicht mehr in der Öffentlichkeit zu lesen). Die Charaktere sind glaubwürdig geschildert, genauso wie die Geschichte. Ich fiebere auf jeder Seite mit ihnen mit und leide, wenn sie leiden.
Man merkt einfach, dass der ganze Handlungsbogen sorgfältig konzipiert ist, wobei die Geschichte aber nicht vorhersehbar ist und immer spannend bleibt.

Fazit: Obwohl von mir erst misstrauisch beäugt ob meiner Erfahrungen mit Reihen und Fortsetzungen hat mich auch dieser Band wieder mitgerissen und gefesselt. Wer die vorherigen Bände mochte, wird auch diesen Band verschlingen.

Veröffentlicht am 04.12.2017

Zwei Geschwister – eine Verschwörung

Schwerter und Schwindler
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Die Geschwister Kacha und Vocho gehören der Gilde der Duellanten an und gelten als die besten Schwertfechter von Reyes – eigentlich. Denn sie wurden wegen Vochos Taten ausgestoßen. Seine Schwester ist ...

Die Geschwister Kacha und Vocho gehören der Gilde der Duellanten an und gelten als die besten Schwertfechter von Reyes – eigentlich. Denn sie wurden wegen Vochos Taten ausgestoßen. Seine Schwester ist darüber nicht gerade erfreut, vor allem nicht, da sie sich jetzt als Wegelagerer durchschlagen müssen. Aber eines Tages überfallen sie die falsche Kutsche und statt Wertsachen finden sie geheimnisvolle Dokumente, die sie mitten in eine Verschwörung hineinziehen. Schon bald wissen die Geschwister nicht mehr, wem sie trauen können, vielleicht nicht einmal ihnen selbst.

Der nachfolgende Text kann Spoiler enthalten.

Der Auftakt der Trilogie war wunderbar kurzweilig und amüsant zu lesen. Mir gefällt der Schreibstil der Autorin bzw. der Zynismus ihrer Charaktere einfach zu sehr. Schon gleich am Anfang hat diese Stelle meine ungeteilte Aufmerksamkeit auf sich gezogen:

„Kacha hatte ihr Pferd neben die Kutsche gelenkt, und das bösartige Tier wusste genau, was von ihm erwartet wurde. Es riss dem blonden Mann den Hut vom Kopf, bleckte die Zähne und trat auf ein Zeichen von Kacha so kräftig gegen die Kutsche, dass sein Huf ein Loch riss. Das Pferd war ein besserer Wegelagerer als Vocho […].“

Auch die Geschichte selbst ist durchaus interessant, auch wenn sie keine großen Überraschungen bereit hält und an manchen Stellen doch etwas vorhersehbar wird. Ich freue mich auf den Tag an dem ein Buch mich wieder völlig überraschen kann, aber einstweilen ist das noch nicht passiert. Trotzdem fühlt man sich am Ende des Buches sehr gut unterhalten.

Noch ein Wort zum Titel: Ich liebe ihn. „Sterben ist für Anfänger“ - genau deswegen wurde ich ja auf das Buch aufmerksam. Ausnahmsweise hat man hier auch mal wortgetreu aus dem Englischen übersetzt, wofür ich dankbar bin. Bei den Titeln der Trilogie muss ich schon lachen, bevor ich überhaupt mit den Büchern angefangen habe.

Da ich mir direkt alle drei Bücher geleistet habe, ist meine Wartezeit glücklicherweise auf ein Minimum geschrumpft. Tatsächlich stand nur der Umzug zwischen mir und dem Beginn des zweiten Bandes.

„Schwerter und Schwindler“ ist eine klare Leseempfehlung für alle, die Schurken mit Herz mögen und sich gerne von einem witzigen Schreibstil unterhalten lassen.

Veröffentlicht am 26.09.2017

Die Katze lässt das mausen nicht

Der Tiger in der guten Stube
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Katzen sind unsere liebsten Haustiere. Im Laufe ihrer gemeinsamen Geschichte mit uns wurden sie zu einer der erfolgreichsten Tierarten auf diesem Planeten. Und heute herrschen sie über Hinterhöfe, ferne ...

Katzen sind unsere liebsten Haustiere. Im Laufe ihrer gemeinsamen Geschichte mit uns wurden sie zu einer der erfolgreichsten Tierarten auf diesem Planeten. Und heute herrschen sie über Hinterhöfe, ferne antarktische Inseln und unsere Wohnzimmer ... und einige sind zu Stars des Internets geworden, die höhere Klickzahlen erreichen als so manche Hollywood-Größe.
Aber wie haben Katzen diese Dominanz erreicht? Anders als Hunde haben sie für uns keinen praktischen Nutzen. Sie sind miserable Rattenjäger und gleichzeitig eine Bedrohung für viele Ökosysteme. Und doch lieben wir sie. Um unsere Hausgenossen besser zu verstehen, macht sich Abigail Tucker auf die Reise zu Züchtern, Umweltaktivisten und Wissenschaftlern. Profund und unterhaltend erzählt sie, wie diese kleinen Kreaturen ihre Beziehung zu uns Menschen genutzt haben, um zu einer der einflussreichsten Spezies der Erde zu werden
Nach der Lektüre werden Sie unsere pelzigen Begleiter mit anderen Augen sehen und sich selbst womöglich auch. (Klappentext)


Der nachfolgende Text kann Spoiler enthalten.

Mir ist das Buch durch die Leseprobe aufgefallen – und ja, natürlich auch wegen des Themas, schließlich ist mein großes Lebensziel, eine „crazy cat lady“ zu werden … Wie dem auch sei, das Buch liest sich wunderbar in den Anfängen, was vor allem dem humorvollen Schreibstil der Autorin zu verdanken ist.

In den weiteren Artikeln wird es jedoch ein wenig trocken und der Leser wird mit Fakten erschlagen. Diese sind sehr gut recherchiert, das kann man wirklich nicht bestreiten. Aber irgendwann ist es nur noch eine Aneinanderreihung von ermüdenden Tatsachen über Katzen, die ich so auch schon wusste. Viel Neues konnte mir in diesem Buch nicht vermittelt werden, aber ich beschäftige mich auch schon eine Weile mit dem Thema und sauge Wissen sowieso auf, wie ein Schwamm. Für jemanden, der sich noch nicht für die Entwicklungsgeschichte der Hauskatze interessiert hat, hält dieses Buch jedoch interessante Fakten bereit.

Mir kommt es nach dem Lesen allerdings so vor, als sei die Katze hier sehr negativ dargestellt. Natürlich ist sie eine der intensivsten Arten der Welt, mit Ausnahme des Menschen, aber ist sie nicht alleine für die Ausrottung etlicher Arten verantwortlich, denn da hat der Mensch seine Finger auch noch mit im Spiel.

Nach der Lektüre des Buches kommt es einem so vor, als gäbe es keinen vernünftigen Grund – außer eine Toxoplasmose-Infektion – sich eine Katze zu halten. Aber auch wenn die Katze keine offizielle „Arbeit“ für den Menschen erledigen (Singvögel, Ratten und Hamster übrigens auch nicht), so schenkt sie Katzenliebhabern doch ein schöneres Leben. Und es gibt nichts Herzerwärmenderes, als durch eine Tür zu kommen und eine Katze kommt mit freudigem Schnurren auf einen zugerannt. Oder auch mehrere.
Je länger ich in diesem Buch lese, desto mehr gelange ich übrigens zu der Meinung, dass Katzen die Weltherrschaft anstreben bzw. schon an sich gerissen und uns Menschen gnadenlos zu ihren Dienern konditioniert haben.

Sehr schön finde ich die Aufmachung der deutschen Ausgabe. Der Text ist immer mal wieder von kleinen Katzenpfotenabdrücken unterbrochen, oder Comiczeichnungen von Katzen. Da macht das Lesen richtig Spaß.

Insgesamt muss ich sage, dass ich mir ein lustigeres Buch vorgestellt habe. Doch ist es wirklich gut recherchiert und wartet mit spannenden Fakten auf. Es schafft es aber weder, ein populär-wissenschaftliches noch ein humorvolles Buch zu sein, sondern schwankt irgendwie zwischen drinnen, was mich zwiegespalten zurücklässt. Aber es hat gut unterhalten, und das ist schon einmal die halbe Miete.

Veröffentlicht am 16.09.2017

Viele Schicksale meisterhaft verwoben zu einer Handlung

Darien - Die Herrschaft der Zwölf
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Darien ist die Hauptstadt eines mächtigen Königreiches. Seit tausend Jahren regieren von hier aus die zwölf mächtigsten Familien das Land. Doch diese Ära neigt sich dem Ende entgegen, denn König Johannes ...

Darien ist die Hauptstadt eines mächtigen Königreiches. Seit tausend Jahren regieren von hier aus die zwölf mächtigsten Familien das Land. Doch diese Ära neigt sich dem Ende entgegen, denn König Johannes ist schwach und ängstlich. Als das Militär einen Mordanschlag auf den König plant, um den Thron für einen starken Herrscher frei zu machen, ändert sich das Leben von fünf ungleichen Helden für immer: Ein Jäger, ein Krieger, ein Dieb, eine Magierin und ein Wesen aus einer längst vergangenen Zeit – sie alle führt ihr Weg aus den entferntesten Ecken des Reiches nach Darien, denn nur gemeinsam können sie ihre Welt vor dem Untergang bewahren … (Klappentext)

Der nachfolgende Text kann Spoiler enthalten.

Diese Geschichte ist für mich eine, in der tatsächlich nicht die handelnden Personen im Vordergrund stehen, sondern die Ereignisse. Als würde man einen Vulkanausbruch in einen Roman verpacken, der natürlich auch über Personen erzählen würde, aber zu denen man keine Beziehung aufbauen muss, um den Ausbruch in all seiner Schrecklichkeit zu betrachten.
So ist es auch hier. Auch wenn viel Zeilen über die drei Hauptpersonen geschrieben wurden, bleiben sie jedoch seltsam distanziert – und dieses Mal ist das tatsächlich nicht unbedingt als negative Kritik gemeint. Geradezu kunstvoll überschneiden sich ihre Schritte in der Hauptstadt Darien, während das Unvermeidliche näher rückt. Und ohne es zu ahnen hängen ihre Schicksale voneinander ab. Gerade das macht dieses Buch so genussvoll. Man versucht unwillkürlich die Folgen abzuschätzen, wenn alle drei Personen sich begegnen.

Dem Autor gelingt mit dieser Geschichte, was sich bei anderen oft gekünstelt anfühlt: Seine Charaktere sich zufällig begegnen zu lassen, ohne dass es sich anfühlt, als wäre es berechnet oder Mittel zum Zweck. Und gerade das macht für mich den Reiz dieses Buches aus.

Die Handlung selbst ist vielschichtig mit verschiedenen Handlungssträngen, denen man jedoch gut folgen kann. Teilweise ergeben sich dadurch aber Längen, die sich aber bei Auftaktromanen wohl nicht vermeiden lassen. Obwohl das Buch relativ viele Seiten besitzt, fühle ich mich doch wie nach einem kleinen Appetitanreger, denn das Potential dieser Geschichte ist noch lange nicht ausgeschöpft – vor allem nicht bei dem etwas befremdlichen Ende.

Wirklich fasziniert hat mich die Dynamik der Geschichte. Ein Eroberer, der von sich selbst denkt, er würde es dem Volk leichter machen als die bisherigen Herrscher, und ein Volk, dass sich nicht so einfach einem dahergelaufenen Eroberer beugen will und seinen Stadt bis aufs letzte verteidigt, auch wenn sie dabei sterben. Man darf niemals die Solidarität unterschätzen, die Menschen ausüben können, wenn ihr Zuhause in Gefahr ist und auch ein verängstigter Hund beißt irgendwann. Persönlich denke ich, dass es die Wahl zwischen Pest und Cholera wäre, welche herrschende Gruppe die bessere wäre.

Über weitere Bände habe ich noch keine Informationen finden können, vermutlich müssen sie erst noch geschrieben werden. Im Englischen wird es jedoch als „Empire of Salt“ bezeichnet und ich frage mich ja, auf was das zurückzuführen ist. Fest steht, wenn es Folgebände gibt, werde ich sie lesen, denn für mich war diese Geschichte doch sehr angenehmer Zeitvertreib, mit einem eleganten Schreibstil und der mühelosen Verwebung mehrere Schicksale.

Veröffentlicht am 13.09.2017

„Eile dich, sie kommt“

Die Bibliothek der flüsternden Schatten - Bücherstadt
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Sam ist ein Dieb - aber mit einer List gelingt es ihm trotzdem, in die Palastwache von Mythia aufgenommen zu werden. Er träumt von einem neuen Leben, von großen Aufgaben. Vielleicht wird er gar als Wache ...

Sam ist ein Dieb - aber mit einer List gelingt es ihm trotzdem, in die Palastwache von Mythia aufgenommen zu werden. Er träumt von einem neuen Leben, von großen Aufgaben. Vielleicht wird er gar als Wache des Weißen Königs eingesetzt? Doch statt des Königs soll er nur alte, staubige Bücher bewachen, in der riesigen Bibliothek unterhalb der Stadt. Wie langweilig! Sam kann nicht mal lesen. Bald jedoch erfährt er am eigenen Leib, dass die hallenden Bücherschluchten ebenso gefährliche wie fantastische Geheimnisse bergen … (Klappentext)

Der nachfolgende Text kann Spoiler enthalten.

Dieses Buch hat mich einfach nicht gepackt. Obwohl es genau mein Beuteschema ist, eine Bücherstadt, Fabelwesen, Märchen, habe ich mich irgendwann dabei ertappt, entnervt zu schätzen, wie lange ich noch zum Lesen brauchen werde.

Vielleicht liegt es ja daran, dass ich mit keinem einzigen Charakter eine Verbindung aufbauen konnte. Samir – der Hauptcharakter – bleibt für mich recht leblos und irgendwie nicht fassbar. Dabei wird seine Motivation noch schön durch den Autor aufgebaut, aber bei mir kommt einfach kein Hauch von Sympathie an.
Kani, die am Anfang als starke weibliche Person eingebracht wird, verliert nach und nach an Konsistenz, ganz so, als würde sich ihr Wesen in Luft auflösen. Sie mutiert von einer selbstbestimmten Person zu der Damsel in Not, die hinter dem heldenhaften Hauptcharakter hinterhergezogen wird ohne eigene Entscheidungen zu treffen. Tut sie es dann doch, sind sie so dämlich, dass mir mehrmals ein entnervtes Stöhnen entfahren ist.

Assasil, der zweite Antagonist in dieser Geschichte, bleibt bis auf die letzten Seiten nicht greifbar und mutiert dann zu einem jener Bösewichte, die ihren Plan oder hier besser die Geheimnisse der Bücherstadt vor den vermeintlichen Opfern preis geben. Für mich ist das in der Situation einfach nur unglaubwürdig und Mittel zum Zweck, um dem Leser endlich die Antworten zu geben, nach dem es ihn verlangt.
Über die erste Antagonistin, Layl würde ich gerne etwas schreiben, aber man bekommt sie kaum zu Gesicht und mir ist noch nicht so ganz klar, ob sie eigentlich wirklich etwas mit der Geschichte zu tun hat oder einfach nur Dekoration bzw. Schreckgespenst ist.

Die Handlung ist während der ersten ungefähr 18 von 21 Kapiteln recht langatmig und streckenweise ziemlich langweilig – so empfand ich es zumindest – und ich musste mich regelrecht durch Passagen durchquälen. In den letzten vier Kapiteln überschlägt sich dann alles, so gut wie alle Antworten werden geliefert und es folgt der obligatorische Kampf, bei denen einige Statisten ihr Leben lassen müssen.

Tatsächlich konnten mich die gelüfteten Geheimnisse nicht sehr überraschen, denn es war quasi genau das, was ich mir sowieso schon zusammengereimt hatte.
Mir kommt die Erkenntnis, dass man mit den Büchern in der Bücherstadt wenig zu tun hat. Da unten könnten auch Autoreifen liegen und es würde keinen Unterschied in der Handlung machen.

Da es unglaublich viele 5-Sterne-Bewertungen für dieses Buch gibt, muss es ja für manche Leser geeignet sein. Für mich war es das nicht, aber ich habe mich in den letzten Monaten damit abgefunden, zu der sehr anspruchsvollen Leserschaft zu gehören, die sich mehr von einer Geschichte erhoffen, als fadenscheinige Charaktere und klischeehafte Gegner.