Sehr gut
Spanender und unterhaltsamer Krimi
Spanender und unterhaltsamer Krimi
Spanender und unterhaltsamer Krimi
Spanender und unterhaltsamer Krimi
Nick, ein Berliner Polizeikommissar, ermittelt in München und das in den achtziger Jahren. Keine Smartphones, kein Navi im Auto. Es wird nach Stadtplan gefahren. Die moderne Kommunikation besteht aus Telefon ...
Nick, ein Berliner Polizeikommissar, ermittelt in München und das in den achtziger Jahren. Keine Smartphones, kein Navi im Auto. Es wird nach Stadtplan gefahren. Die moderne Kommunikation besteht aus Telefon und Telefax. Am besten ist es jedoch, man fährt persönlich hin.
So machen sich Nick und Graziella, die eigentlich die Putzfrau bei der Mordkommission ist, auf den Weg nach Italien, um in einem länderübergreifenden Kriminalfall zu ermitteln. Ein anderer Übersetzer war auf die Schnelle nicht zu finden.
Naja, dachte ich mir, das ist etwas an den Haaren herbei gezogen, aber letzten Endes wird die Geschichte dadurch sehr unterhaltsam und außergewöhnlich – und so etwas liebe ich. Es ist mir ehrlich gesagt egal, ob realistisch oder nicht, sofern es mir beim Lesen Spaß macht.
Unterhaltsam ist dieses Buch auf jeden Fall. Gleich von Anfang an, als die Münchener Mordkommission beschrieben wird, ist das klar. Ein vergessenes Loch im Fußboden als ungewöhnlicher Kommunikationskanal zum darunter liegenden türkischen Imbiss! Super praktisch für Essensbestellungen, die nur nach unten gerufen werden müssen.
Trotzdem werden sehr erschütternde Mordfälle behandelt und das Ganze ist sehr spannend und mitreißend geschrieben. Die handelnden Personen kann man sich sehr gut vorstellen. Graziella mag ich besonders, denn die ist immer wieder für eine Überraschung gut.
Außerdem sind historische Fakten aus der Zeit in passendem Maße eingestreut, so dass man sich sagt: Ach ja, das war ja damals.
Mein Fazit: Unterhaltsam und spannend – Lesespaß eben!
INHALT
Das Jahr 1984 hat gerade begonnen, die Proteste gegen die Stationierung der Pershing-II-Raketen hören nicht auf, im Radio läuft Joy Division. Nick Marzek, 43, ist gebürtiger Berliner und seit kurzem ...
INHALT
Das Jahr 1984 hat gerade begonnen, die Proteste gegen die Stationierung der Pershing-II-Raketen hören nicht auf, im Radio läuft Joy Division. Nick Marzek, 43, ist gebürtiger Berliner und seit kurzem Kriminalkommissar bei der Münchner Polizei. Nach dem Tod seiner Frau versucht er sich im Reich von Franz Josef Strauß und dessen CSU ein neues Leben aufzubauen. Mit bescheidenem Erfolg. Geblieben sind ihm seine Arbeit und das Gefühl der Fremdheit. Da ereignet sich ein verheerender Brandanschlag auf die Diskothek Liverpool im Bahnhofsviertel. Es gibt zahlreiche Verletzte, und der Druck auf die ermittelnden Beamten ist groß. Alles deutet zunächst auf Revierkämpfe im Münchner Rotlichtmilieu hin. Doch dann nimmt der Fall eine unerwartete Wendung: Von der italienischen Polizei wird den Ermittlern ein Bekennerschreiben zugeschickt, und Nick bleibt nichts anderes übrig, als dem Hinweis nachzugehen – er muss nach Italien, um den Fall aufzuklären. Hilfe bekommt er dabei von Graziella Altieri, die bei der Mordkommission eigentlich als Reinigungskraft arbeitet, nun aber als Übersetzerin einspringen muss. Und plötzlich nimmt der Fall politische Dimensionen an, die auf beängstigende Weise aktuell sind.
(Quelle: DuMont)
MEINE MEINUNG
Mit „Die Krieger“ ist dem deutschen Drehbuchautoren und Schriftsteller Martin Maurer ein packender Kriminalroman gelungen, der vor einem realen zeitgeschichtlichen Hintergrund spielt und in dessen Mittelpunkt eine grauenvolle Mordserie steht, die auf das Konto der vor allem in Oberitalien agierenden, rechtsextremen Gruppe „Ludwig“ ging. Aufgrund der möglichen politischen Verwicklungen, die bis heute jedoch nicht aufgedeckt werden konnten, der Brutalität der Taten und des erschreckenden Fundamentalismus besitzt dieser Fall auch heute noch eine beängstigende Aktualität und stimmt sehr nachdenklich.
Der Roman ist zugleich Auftakt einer neuen Krimireihe, die in der Bayerischen Landeshauptstadt der 80ger Jahre angesiedelt ist und sich um den interessanten Hauptkommissar Nick Marzek dreht, der von seiner Heimatstadt Berlin erst seit kurzem bei der Münchner Kriminalpolizei im Einsatz ist.
Schon der beklemmende Einstieg mit den knappen, nur szenisch angerissenen und recht plastischen Schilderungen und den sehr verworrenen Geschehnissen hat mich auf Anhieb gefesselt. Gekonnt präsentiert uns Maurer ein düsteres, atmosphärisch dichtes und sehr realitätsnahes Setting jenseits von Münchens pittoreskem Postkartenidyll und lässt uns in ein trostloses Milieu der City mit vielen gescheiterten Existenzen und dubiosen Gestalten eintauchen.
Mit dem verheerenden Brandanschlag auf die Münchner „Sex“-Diskothek Liverpool Anfang des Jahres 1984, für den sich die ominöse Gruppe LUDWIG in einem Bekennerschreiben bekennt, erhält der neue Fall für den ermittelnden Kommissar Marzek eine völlig neue Dimension. Gemeinsam mit Graziella Altieri, die eigentlich als Putzfrau in der Mordkommission arbeitet und nun kurzerhand als Dolmetscherin fungieren soll, wird Nick nach Norditalien geschickt. Bei seinen abenteuerlichen Nachforschungen wird ihm jedoch schnell klar, dass der Brandanschlag in München nur Teil einer beispiellosen Mordserie ist, die immer größere Kreise zieht.
Gekonnt verwebt Martin Maurer die historisch verbürgten Fakten und realen Geschehnisse mit seinen fiktiven Charakteren zu einer sehr mitreißenden und äußerst wendungsreichen Krimihandlung. Äußerst fesselnd ist es, die sehr authentisch wirkenden Nachforschungen zu den verschiedenen Mordfällen, die der Gruppe Ludwig zugeschrieben werden konnten, mit den verwirrenden Details über die Opfer und Tathergang mit zu verfolgen, Zusammenhänge herzustellen und darüber hinaus Rückschlüsse auf die beklemmenden Hintergründe und möglichen Täterkreis zu ziehen. Der Autor bietet dem Leser einen sehr gut recherchierten und spannend aufbereiteten Überblick über die vielen zusammengetragenen Erkenntnisse und zugleich eine realitätsnahe Milieustudie der gesellschaftlichen Zustände der damaligen Zeit.
Der Autor hat sich mit seinem Protagonisten Nick Marzek einen wirklich interessanten, tiefgründigen Charakter einfallen lassen, mit seinen vielen Ecken und Kanten und seiner abgeklärten Sichtweise aufs Leben wirkt er sehr lebensnah. Er ist nach einem schweren privaten Schicksalsschlag zwar immer noch angeschlagen und labil, doch ist er inzwischen auf einem guten Weg und verbeißt sich zunehmend in den komplexen Fall. Auch die vielschichte Charakterisierung von Gabriella, dem weiblichen Gegenpart zu Nick, ist äußerst gelungen. Mit ihrem typisch italienischen Wesen - temperamentvoll, gewitzt und hochkommunikativ – wird sie trotz einiger offensichtlicher Defizite schon bald für die schwierigen Ermittlungen aber schließlich auch für Nick persönlich absolut unentbehrlich. Ihre Lebendigkeit und Schlagfertigkeit bringen viel Schwung und Abwechslung in die Handlung und sorgen für einige amüsante Episoden. Das ungleiche und sehr eigenwillige Ermittlerduo dringt bei ihren hartnäckigen Nachforschungen immer tiefer in die verworrene Materie ein, folgt vielen Spuren und erkennt schließlich bedeutsame Zusammenhänge, die sie zu den potentiellen Tätern führen. Geschickt verdichtet der Autor die spannende Handlung immer mehr und lässt diese nach einigen überraschenden Wendungen in einem etwas überstürzten, aber packenden Finale gipfeln. Vieles bleibt am Ende des Romans ungeklärt – wie auch bei dem realen Kriminalfall um die Gruppe Ludwig, doch finde ich den offenen Ausklang der Geschichte gut gewählt, denn er lässt auf eine Fortsetzung mit Nick und Gabriella hoffen.
Der etwas eigenwillige, prägnante Erzählstil des Autors mit vielen kurzen, lebendigen und knackigen Dialogen passt sehr gut zur Geschichte und den jeweiligen Charakteren. Zudem versteht er es mit seinen atmosphärisch dichten Beschreibungen hervorragend, das Kopfkino anspringen zu lassen oder eine auch oft düstere, unheilvolle Stimmung einzufangen.
FAZIT
Ein ungewöhnlicher und sehr fesselnder Krimi, der sich mit den Taten einer rechtsextremen Terrorgruppe beschäftigt und auf wahren Begebenheiten beruht! Hervorragend recherchiert, spannend aufbereitet, mitreißend erzählt und mit einem faszinierenden zeitgeschichtlichen Flair – für mich ein sehr unterhaltsames Leseerlebnis!
Das Cover deutet so gar nicht auf einen Krimi hin. Es hat eine gewisse Idylle der Münchner Straßen.
Inhalt:
Das Jahr 1984 hat gerade begonnen, die Proteste gegen die Stationierung der Pershing-II-Raketen ...
Das Cover deutet so gar nicht auf einen Krimi hin. Es hat eine gewisse Idylle der Münchner Straßen.
Inhalt:
Das Jahr 1984 hat gerade begonnen, die Proteste gegen die Stationierung der Pershing-II-Raketen hören nicht auf, im Radio läuft Joy Division. Nick Marzek, 43, ist gebürtiger Berliner und seit kurzem Kriminalkommissar bei der Münchner Polizei. Nach dem Tod seiner Frau versucht er sich im Reich von Franz Josef Strauß und dessen CSU ein neues Leben aufzubauen. Mit bescheidenem Erfolg. Geblieben sind ihm seine Arbeit und das Gefühl der Fremdheit. Da ereignet sich ein verheerender Brandanschlag auf die Diskothek Liverpool im Bahnhofsviertel. Es gibt zahlreiche Verletzte, und der Druck auf die ermittelnden Beamten ist groß. Alles deutet zunächst auf Revierkämpfe im Münchner Rotlichtmilieu hin. Doch dann nimmt der Fall eine unerwartete Wendung: Von der italienischen Polizei wird den Ermittlern ein Bekennerschreiben zugeschickt, und Nick bleibt nichts anderes übrig, als dem Hinweis nachzugehen – er muss nach Italien, um den Fall aufzuklären. Hilfe bekommt er dabei von Graziella Altieri, die bei der Mordkommission eigentlich als Reinigungskraft arbeitet, nun aber als Übersetzerin einspringen muss. Und plötzlich nimmt der Fall politische Dimensionen an, die auf beängstigende Weise aktuell sind.
Meine Meinung:
Mal ein etwas anderer Kriminalfall, aber mit aktuellen Themen gekoppelt.
Spannend von der ersten Seite an, werden wirkliche Geschehnisse mit Fantasie verbunden. Und damit auch einen Bezug zu heutigen Geschehnissen hergestellt.
Gerade die Gruppen der rechten Organisationen waren damals wie heute aktuell. Auch viele Geschehnisse rund um den bayrischen Ministerpräsidenten werden sehr gut erzählt.
Nick und Graziella sind mir beide wirklich sympathisch. Auch ihre Ermittlungsstrategie gefällt mir richtig gut. Und richtig toll finde ich, die Idee mit der dolmetschenden Putzfrau. Wirklich toll. Auch wenn sie eine Schreib/Leseschwäche hat, so ist sie doch als Übersetzerin unabkömmlich, denn gerade als Italienerin hat sie auch einen Blick für das Verhalten der Menschen dort.
Und auch Nicks Freund Aki ist mir mega sympathisch. Ein echt toller Freund, der Nick nie im Stich lassen würde.
Insgesamt hat mich das Buch wirklich überzeugen können und ich würde mich über weitere Fälle für Nick und Graziella freuen.
Mein Fazit:
Klare Leseempfehlung, volle 5 Sterne.
Nachdem mich mein letzter Thriller leider so richtig entäuscht hat war "Die Krieger" ein richtiges Highlight für mich.
Er spielt in München der 80er Jahre. Da ich selber eine Zeit lang in München gewohnt ...
Nachdem mich mein letzter Thriller leider so richtig entäuscht hat war "Die Krieger" ein richtiges Highlight für mich.
Er spielt in München der 80er Jahre. Da ich selber eine Zeit lang in München gewohnt habe konnte ich mir einige Orte ganz gut vorstellen, was das ganze noch etwas realer gemacht hat.
Der Schreibstil des Autors ist gut zu lesen, aber nichts besonderes. Die Charaktere und vorallem unser Protagonist Nick Marzek ist sehr gut ausgearbeitet und sehr fassbar.
Das Umfeld ist sehr gut beschrieben. Ich finde man merkt, dass der Autor Martin Sauer als Dramaturg arbeitet.
Das beste ist aber der Plot selber. Ich finde den Thriller fast durchgehend spannend und es gab einige interessante Wendungen.
Insgesamt hat mir das Buch einfach richtig gut gefallen. Ich denke es ist sicher das letzte Buch, was ich von Martin Maurer gelesen habe.