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Veröffentlicht am 14.01.2022

Unterhaltsam durch Unterhaltungen und motivierend durch Vereinfachungen

Das Café am Rande der Welt
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In diesem Büchlein geht es darum, dass jeder herausfinden sollte, was der Zweck seiner Existenz ist – man kann es auch Sinn des Lebens nennen, und danach leben. Das ist alles. Was so banal klingt ist durch ...

In diesem Büchlein geht es darum, dass jeder herausfinden sollte, was der Zweck seiner Existenz ist – man kann es auch Sinn des Lebens nennen, und danach leben. Das ist alles. Was so banal klingt ist durch John Strelecky in einer anschaulichen und unterhaltsamen Erzählung verpackt. Das Büchlein lässt sich in einem Rutsch durchlesen.

Der Hauptheld John gerät in einen Stau und bei dem Versuch, diesen zu umfahren, verfährt er sich –es gab da noch keine Navis – und landet in einem Café, dass sich das „Café der Fragen“ nennt. Das ist wohl so ein Sinnbild dafür, in einer verfahrenen Situation zu stecken und nicht weiter zu wissen.

Im Café liest er auf der Rückseite der Speisekarte drei Fragen, die ihn zum Nachdenken über sich und sein Leben anregen, und kommt ins Gespräch mit der Kellnerin Casey, dem Koch Mike und mit Anne, die dort Stammgast ist.

In den Dialogen wird der zu vermittelnde Inhalt, den ich anfangs erwähnt habe, sehr anschaulich dargestellt und motiviert. Vom Prinzip ist das alles wahr, aber ich empfinde es zum Teil als zu stark vereinfacht. Naja, das Buch soll ein gutes Gefühl geben, und das tut es bei den meisten Lesern sicher, sonst wäre es nicht schon seit Jahren ein Bestseller.

Die farbenfrohen Illustrationen in einem naiven und dennoch sehr gekonnten Stil tun ihr Übriges dazu. Dadurch wird die positive und motivierende Wirkung des Büchleins noch verstärkt.

Im Großen und Ganzen hat es mir gefallen. Aber dann: Warum – verdammt noch mal – kann kein Autor solcher Motivationsbücher das dann einfach so stehen lassen? Nee, da werden am Ende noch Seminare usw. dazu angeboten. Das widerspricht sich nach meinem Verständnis mit der Stelle im Buch, in der sehr anschaulich erklärt wird, dass jeder für sich seine eigene Lösung finden muss.

Mein Fazit: Schöne motivierende Erzählung, die jeder, der sich im Alltag zu viel Stress macht, lesen sollte. Es ist unterhaltsam, weil es zum größten Teil aus Unterhaltungen besteht. Irgendwie beruhigt es auch. Aber aufgrund meiner kleinen Kritikpunkte ziehe ich einen Stern ab.

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Veröffentlicht am 12.01.2022

Kampflastig, aber flexibel

Einsamer Wolf 01 - Flucht aus dem Dunkeln
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Ich hatte vor diesem Spielbuch schon andere ausprobiert und muss sagen, dass mir dieses hier besser gefallen hat. Während ich bei anderen Spielbüchern immer wieder aufgrund von nicht logisch nachvollziehbaren ...

Ich hatte vor diesem Spielbuch schon andere ausprobiert und muss sagen, dass mir dieses hier besser gefallen hat. Während ich bei anderen Spielbüchern immer wieder aufgrund von nicht logisch nachvollziehbaren falschen Schritten gescheitert bin und viele (frustrierende) Versuche brauchte, um einmal durchzukommen, habe ich dieses gleich im ersten Anlauf erfolgreich durchgespielt. Dafür habe ich zwei Abende gebraucht. Vielleicht hatte ich besonderes Glück, weil ich zufällig gute Ausgangswerte für Stärke und Ausdauer hatte.

Ich habe den Eindruck, dass dieses Spielbuch flexibler gestaltet ist als die anderen, die ich vorher hatte. Dafür muss man sich allerdings zuerst Spielregeln aneignen. Diese sind jedoch einfach zu verstehen und im Zweifelsfalle kann man ja noch einmal nachlesen.

Dieses Buch – oder besser dieses Spiel – ist sehr kampflastig. Aber es ist immer wieder spannend. Am Anfang werden Stärke und Ausdauer zufällig ermittelt. Diese spielen dann bei jedem Kampf eine Rolle. „Gewürfelt“ wird durch zufälliges Tippen auf eine Seite, auf der sich bunt durcheinander Ziffern von 0 bis 9 befinden. Sicher kann man das auch durch W10-Würfel simulieren. So etwas gibt es im gut sortierten Rollenspiel-Zubehör-Handel. So ist es bestimmt einfacher und weniger schummel-anfällig.

Man trägt einen Rucksack (auf dem Papier) mit sich, in dem man Gegenstände mitnehmen kann. Den Rucksack und damit auch die Gegenstände kann man unterwegs verlieren und neue Dinge kann man nur mitnehmen, wenn man wieder in den Besitz eines Rucksacks gelangt. Dafür gibt es mehrere Gelegenheiten. Manchmal findet man einen Rucksack, manchmal kann man einen kaufen. Obwohl ich meinen Rucksack zwischendurch verloren hatte, ging das Spiel dann doch noch gut aus.

Neben den Gegenständen, die im Rucksack transportiert werden, gibt es Spezialgegenstände. Die werden am Körper getragen und gehen nicht mit dem Rucksack verloren. So etwas kann eine Kette mit einem bestimmten Anhänger o. ä. sein.

Vielleicht hatte ich nur unverschämtes Glück, aber ich denke, dass es hier sicher keinen Rucksack-Gegenstand gibt, den man unbedingt braucht, um die Aufgabe zu lösen. Wenn man etwas nicht hat, wird es dann nur schwieriger.

In anderen Spielbüchern habe ich Varianten gefunden, dass man unbedingt bestimmte Dinge in einer festgelegten Reihenfolge finden musste. Ich habe den Eindruck, dass das hier nicht so ist, und das gefällt mir besonders.

Gewünscht hätte ich mir noch ein paar Knobelaufgaben oder spezielle Effekte, meinetwegen auch auszuwürfeln. Vielleicht wäre das eine Auflockerung zu den vielen Kämpfen gewesen.

Insgesamt hat mir das Buch aber Spaß gemacht und ich versuche es bestimmt noch einmal, diesmal mit einem anderen Weg. Vielleicht wähle ich mir auch mal mit Absicht weniger Stärke und Ausdauer, um zu testen, ob es dann zu schaffen ist.

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Veröffentlicht am 10.01.2022

Kurzweilig, überwiegend spannend

Abschied von der Heimat
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Erika ist als kleines Mädchen Ende der 1920er Jahre aus dem Rheinland zu ihrer Tante nach Hohenfurth in Böhmen geschickt worden, damit sie besser verpflegt und versorgt wird als zu Hause bei ihren Eltern ...

Erika ist als kleines Mädchen Ende der 1920er Jahre aus dem Rheinland zu ihrer Tante nach Hohenfurth in Böhmen geschickt worden, damit sie besser verpflegt und versorgt wird als zu Hause bei ihren Eltern und ihren Geschwistern. Was zuerst nur für ein Jahr geplant ist, dauert dann länger und Erika wächst dort zu einer selbstbewussten und mutigen jungen Frau mit großem Gerechtigkeitsempfinden heran.

Dieser Roman ist der erste Teil einer Trilogie und spielt in der Zeitspanne vom Ende der 1920er Jahre bis nach dem zweiten Weltkrieg, als die Sudetendeutschen vertrieben wurden. Man merkt, dass die Autorin sehr viel Herzblut in die handelnden Personen und deren Schicksal gesteckt hat. Die Geschichte ist sehr abwechslungsreich. Es geht nicht nur um Erikas Schicksal, sondern auch um das Ihrer Familie und Freunde, und davon gewinnt sie im Laufe der Zeit eine Menge. Ich habe mich auf keiner Seite gelangweilt.

Es sind auch sehr erschütternde Szenen dabei und ich habe den Eindruck, dass die Autorin die historischen Hintergründe sehr gut recherchiert hat, so sind ihre Figuren im Großen und Ganzen recht glaubwürdig. Es gibt allerdings in meinen Augen ein paar Kritikpunkte, weshalb ich bei meiner Bewertung einen Stern abziehe.

Ich kann nicht alle meine Kritikpunkte hier aufführen, ohne zu spoilern. Deshalb beschränke ich mich auf einen konkreten, weil das z. T. schon im Klappentext verraten wird, und bleibe ansonsten allgemeiner.

Erika, die dem Widerstand gegen die Nazis hilft, verliebt sich in Heinz, der bis zum Schluss an den Endsieg der Deutschen glaubt. Auch wenn er nicht so ein Sadist ist wie andere, sondern eher ein sanftmütiger Typ, der Erika und ihren Freunden öfter aus der Patsche hilft – was ich übrigens auch nicht immer nachvollziehen kann – finde ich, dass das kein Auslöser sein kann, dass Erika sich plötzlich in ihn verliebt und ihre Gesinnung fast umpolt, wo sie ihn vorher kaum mochte und allenfalls froh war, wenn er ihr geholfen hat.

Ein weiterer Kritikpunkt, ist, dass die Autorin offenbar bei ihrer Beschreibung bestimmter Szenen oder so mancher wörtlichen Rede nicht auf das meistens noch sehr junge Alter der Protagonisten geachtet hat. So erschien mir einiges unrealistisch. Die Personen sind meiner Meinung nach z. T. zu jung für bestimmte Handlungen oder Aussagen.

Auch ist mir ein kleiner Widerspruch in den chronologischen Altersangaben aufgefallen, und zwar beim Altersunterschied zwischen Tante Mimi und Erikas Mutter Olga.

Manchmal empfand ich die eine oder andere Formulierung, mit der die Autorin eine dramatische Situation oder ein Gefühl wohl besonders unterstreichen wollte, als etwas gestelzt, was ein klein wenig meinen Lesefluss gestört hat. Aber das war zum Glück sehr selten.

Was mir sehr positiv aufgefallen ist, ist, dass das Buch eine in sich abgeschlossene Geschichte hat. Bis auf ein paar Einzelschicksale, zu denen es noch ganz interessant wäre zu erfahren, was mit ihnen passiert ist, ist der Roman ein in sich abgeschlossenes Werk. So wird man nicht gezwungen, unbedingt die nächsten Teile lesen zu müssen.

Außerdem ist mir gleich die Karte auf der inneren Umschlagseite aufgefallen. So etwas finde ich immer klasse, weil ich dann nachsehen kann, wo die einzelnen Orte der Handlung liegen und es mir dadurch besser vorstellen kann.

Fazit: Ein sehr kurzweiliger, spannender Roman mit nur kleinen Schwächen. Der positive Eindruck überwiegt.

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Veröffentlicht am 08.01.2022

Idee ist schön, Umsetzung könnte besser sein

Die Welt der 1000 Abenteuer - Geisterspuk in der Zwergenmine: Ein Fantasy-Spielbuch
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Das hier ist das zweite Spielbuch aus der Reihe „Die Welt der 1000 Abenteuer“. Wieder schlüpft man in die Rolle des Haupthelden und hat eine Aufgabe zu lösen. Diesmal soll man die Silberminen der Zwerge ...

Das hier ist das zweite Spielbuch aus der Reihe „Die Welt der 1000 Abenteuer“. Wieder schlüpft man in die Rolle des Haupthelden und hat eine Aufgabe zu lösen. Diesmal soll man die Silberminen der Zwerge von einem Spuk befreien.

Es ist ein interaktives Buch, bei dem man selbst Entscheidungen treffen kann und manchmal der Zufall den weiteren Weg bestimmt. Unterwegs bekommt man Dinge und Hinweise, die einem beim Auffinden der Lösung helfen können. Außerdem gibt es einfache Denkaufgaben, deren Lösung jeweils angibt, wo es weitergeht.

Ich mag die Idee dieser Spielbücher sehr gern und hatte auch schon das erste Buch der Reihe durchgespielt. Das hatte mir insgesamt gut gefallen – bis auf ein paar kleinere Kritikpunkte.

Dieses Buch hier ist meiner Meinung nach schwächer als das erste. Einerseits finde ich die Idee, fast alles unterirdisch spielen zu lassen, recht reizvoll. Andererseits besteht bei so etwas die Gefahr, die Wege und Verzweigungen durch diese Welt nicht prägnant genug darzustellen. So war es dann auch.

Es ist normal, dass man die Lösung nicht gleich beim ersten Versuch findet. Aber wenn die Wege so beschrieben sind, dass es mir schwer fällt, mir zu merken, wo ich beim letzten Versuch wie abgebogen bin, lässt meine Lese- und Spielfreude schnell nach.

Insbesondere, weil es hier noch mehr tragische Varianten gibt als im ersten Buch. Außerdem scheint hier sehr vieles – besonders am Anfang – ohne gesunden Menschenverstand durch reines Raten entschieden zu werden und das kann dann schon tödlich enden.

Die Karte vom Land „Konduula“, die wohl in jedem Spielbuch dieser Reihe abgebildet ist, hilft überhaupt nicht weiter. Darauf kann man nur feststellen, dass sich die Minen im Nordosten befinden und das war’s auch schon.

Hier ist es sinnvoll, sich wirklich bei jedem Spielversuch aufzuschreiben, für welchen Weg an einer Abzweigung man sich jeweils entschieden hatte, um dann nicht aus Versehen beim nächsten Versuch wieder in die gleiche Falle zu tappen. Das artet meiner Meinung nach jedoch in Arbeit aus und hat kaum noch etwas mit Spielspaß zu tun.

Als Verbesserungsvorschlag hatte ich ja schon in meiner Rezension zum ersten Buch der Reihe angeführt, dass ein paar mehr Grafiken oder Kurzzusammenfassungen von Abschnitten hilfreich wären. Hier kann ich das nur unterstreichen.
Später gibt es zum Glück Hinweise, die beim Navigieren durch die richtigen Gänge helfen. Wie das gelöst ist, finde ich wieder gut. Außerdem mag ich die kleinen Aufgaben und Spielchen, die unterwegs eingebaut sind. Dadurch wird das Ganze abwechslungsreicher.

Der „Ring der Rückkehr“, den man hier von Anfang an bekommt, ist ziemlich sinnlos. Dadurch soll man ja einmal die Möglichkeit haben, nach einem tragischen Ende wieder zu einem beliebigen Abschnitt zurückzuspringen und wenn man dort schon mal war, dort weiterzuspielen. Dumm nur, wenn ich nicht weiß, ob ich da schon war, weil es so viele Abzweigungen gibt, die irgendwie alle ähnlich anmuten.

Die Zufallskomponente, also die Befragung des Schicksals, ist hier auf die gleiche Art gelöst wie im ersten Band. Bestimmt ist das für alle Bücher der Reihe gleich. Ich finde die Methode, auf einem Blatt voller Runensteine zufällig auf einen zu tippen und danach zu schauen, welches Ergebnis das hervorbringt, zu unhandlich, insbesondere in der E-Book-Variante. Ich hätte eine Würfellösung bevorzugt. Aber bestimmt ist das Geschmackssache.

Zusammenfassung:

Die Idee hinter diesem Abenteuer gefällt mir. Die vielen Figuren und Gefahren sind abwechslungsreich. Auch die Rätsel und Spiele mag ich.

Allerdings hätten meiner Meinung nach die Verbindungen dazwischen, also die verschiedenen Wege und Abzweigungen, besser, vor allem einprägsamer, dargestellt werden können, z. B. durch mehr Illustrationen.

Überhaupt ließe sich der Spielspaß solcher Bücher durch mehr bildliche Darstellungen erhöhen. So könnten die Gegenstände, die man finden und mitnehmen kann, alle abgebildet werden. Mehr Bilder oder Kurzzusammenfassungen von Abschnitten wären auch sehr hilfreich, wenn man nach einem Scheitern wieder von vorne beginnt.

Kurz gesagt: Schöne Ideen, aber die Umsetzung hätte insgesamt besser sein können.

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Veröffentlicht am 06.01.2022

Spannender Spiel- und Knobelspaß, hat aber noch Verbesserungspotenzial

Die Welt der 1000 Abenteuer - Das Vermächtnis des Zauberers
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„Das Vermächtnis des Zauberers“ ist ein Fantasy-Spielbuch aus der Reihe „Die Welt der 1000 Abenteuer“. Es handelt sich dabei nicht um ein herkömmliches Buch, das von vorne bis hinten durchgelesen wird, ...

„Das Vermächtnis des Zauberers“ ist ein Fantasy-Spielbuch aus der Reihe „Die Welt der 1000 Abenteuer“. Es handelt sich dabei nicht um ein herkömmliches Buch, das von vorne bis hinten durchgelesen wird, sondern der Leser hat den entscheidenden Einfluss auf die Handlung. Dazu sind die Abschnitte nummeriert und der Leser trifft während der Lektüre Entscheidungen, die bestimmen, bei welchem Abschnitt jeweils weitergelesen werden soll. Manchmal entscheidet auch der Zufall. So hat die Story eine Menge Variationen und etliche Enden.

Der Leser bzw. der Spieler bekommt am Anfang eines solchen Buches meistens eine Aufgabe, z. B. in diesem Fall das Land „Konduula“ vor dem bösen Gorlash zu retten, der bereits im Begriff ist, seine dunklen Armeen aufzustellen, um in Konduula einzufallen. Um das zu verhindern, müssen drei Stücken eines alten Zauberstabes gefunden werden. Um diese zu bekommen, muss man einige Aufgaben lösen, andere Figuren treffen, richtig überlegen und entscheiden und manchmal auch etwas Glück haben.

Unterwegs findet oder bekommt man manchmal Gegenstände oder Hinweise, die bei der Lösung der Aufgabe helfen, aber auch Dinge, die schaden können. Diese muss man sich nebenbei auf einem Spielblatt notieren.

Für die Zufallskomponente gibt es eine Seite, auf der Steine mit Runensymbolen abgebildet sind. Dort muss man dann mit geschlossenen Augen auf eins tippen. Je nachdem, welches es ist, geht die Handlung in einer der möglichen Varianten weiter.

Ich mag solche Spielbücher sehr. Dieses hier ist auch nicht das erste, mit dem ich mich beschäftigt habe. Ich habe jedoch während des Spiels immer wieder Verbesserungsvorschläge. So auch in diesem Buch.

Zunächst einmal zu dem, was mir daran gefällt:

Die Geschichte ist recht fantasievoll und ich finde sie gelungen. Die vielen seltsamen Namen sind zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber zum Glück muss man sich für das Fortkommen in diesem Spiel nicht alle merken.

Es gibt eine Karte dazu. So kann man sich immer grob orientieren, wo die Handlung gerade spielt. So etwas mag ich nebenbei gesagt auch bei normalen Romanen. Nun aber zurück zum Spielbuch.

Die meisten richtigen Entscheidungen sind mit etwas Überlegung und gesundem Menschenverstand zu erahnen. Wenn man doch mal etwas falsch macht, gibt es dann oftmals noch einen Ausweg, aus einer Misere – manchmal durch die richtige Reaktion darauf, manchmal durch Glück, d. h. Zufall, der mit der Abbildung der Runensteine praktiziert wird.

Es sind auch kleine Knobelaufgaben enthalten, die lösbar sind und bei der Erfüllung der Aufgabe weiterhelfen.

Es gibt zwar nur ein erfolgreiches Ende, aber der Lösungsweg dorthin hat ein paar kleine Variationen. Es gibt auch die Möglichkeit, erfolgreich durchzukommen, ohne das Schicksal (die Runensteine) zu Rate zu ziehen.

Nun zu meiner Kritik. Eins empfinde ich als wirklich schlecht, und zwar:

Es gibt zwei Stellen, an denen eine falsche Entscheidung dafür verantwortlich ist, dass die Mission nicht sofort scheitert, sondern dass man bis zum Ende hin einfach eins von den drei Teilen des Zauberstabes nicht bekommen kann. Es ist in den Fällen im Nachhinein schwer auszumachen, was man falsch gemacht haben soll, denn Logik oder gesunder Menschenverstand haben kaum etwas damit zu tun, so dass man bei einem erneuten Versuch möglicherweise dort wieder „falsch abbiegt“. So etwas trübt die Spielfreude.

In einem Fall endet der entsprechende Teil sogar noch mit so etwas der Art: „Dann machen wir das später.“ Leider ist das Buch aber so konzipiert, dass es dieses „Später“ nicht geben kann. So liest und spielt man danach mitunter noch lange weiter, ist vielleicht bei allem, was dann noch kommt, erfolgreich, um dann am Ende gesagt zu bekommen: „Nee, ätsch!“ (So steht es nicht da, aber so kam es mir vor.)

Dann gibt es viele verbesserungswürdige Dinge und auch solche, die zwar gut gemeint, aber nicht richtig durchdacht und deshalb unnütz sind.

Für verbesserungswürdig halte ich die Zufallskomponente. Sie wird durch die Seite mit den Runensteinen vorne im Buch umgesetzt. Ich finde das unpraktisch, besonders in der E-Book-Variante. Ich hätte es besser gefunden, wenn Zufall so gestaltet ist, dass er mit einfachen Würfeln funktioniert, die fast jeder zu Hause hat.

Ich würde mir mehr Illustrationen oder Kurzzusammenfassungen besonders langer Abschnitte wünschen, denn wenn man zum fünften Mal gescheitert ist und wieder vorne anfängt, kann es sonst etwas eintönig werden, bis man wieder an der Stelle ankommt, an der man diesmal anders reagieren möchte.

Es gibt einen magischen Gegenstand, der das nette Feature hat, dass man einmal, wenn man scheitert, einen zufälligen Abschnitt aufschlagen kann und wenn es ein Abschnitt ist, den man kennt, ab dort wieder weiterspielen darf. Das soll wohl so eine Art Backup sein. Ich halte das für nicht durchdacht, denn man weiß doch in der Regel nicht mehr, welche Gegenstände man an der Stelle hatte. So kann das Ganze vielleicht etwas durcheinanderkommen. Außerdem – seien wir ehrlich – wird man sowieso nicht wirklich jedes Mal von vorne anfangen, sondern irgendwann von selbst auf ein eigenes Backup zurückgehen, zumal man den Anfang schon kennt und ihn genauso machen würde.

Zusammenfassung:

Das Spiel-Buch hat Spaß gemacht und es ist auch im Großen und Ganzen schlüssig. Ich habe verschiedene Wegevarianten durchprobiert und es schließlich geschafft, die Aufgabe zu lösen. Einige Dinge halte ich dennoch für verbesserungswürdig.

Ich werde mir wohl noch die anderen Teile der Reihe anschauen.

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