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Veröffentlicht am 02.05.2026

Übers Ziel hinausgeschossen

Rätsel
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Was erwarte ich von einem guten Thriller?

1. Er muss mich sofort packen. 2. Er muss spannend sein mit Szenenwechseln und Rätseln. 3. Er muss einen schnörkellosen und kraftvollen Schreibstil haben. 4. ...

Was erwarte ich von einem guten Thriller?

1. Er muss mich sofort packen. 2. Er muss spannend sein mit Szenenwechseln und Rätseln. 3. Er muss einen schnörkellosen und kraftvollen Schreibstil haben. 4. Unvorhersehbare Twists in passender Menge und Intensität. 5. Interessante Personen. 6. Ein Ende mit Aha-Effekt. 7. Alles muss schlüssig und logisch sein.

Erfüllt dieser Thriller meine allgemeinen Thriller-Erwartungen?

Jein!

Details:

Punkt 1: Packend ist der gleich zum Anfang. OK.

Punkt 2: Ja, es sind eine Menge Szenenwechsel und Rätsel eingebaut. Die Perspektive wechselt zwischen Esther, ich nenne sie eher Antiheldin als Hauptheldin, Marie, einer Journalistin aus den Niederlanden, die eine wichtige Rolle in diesem Gefüge spielt, und dem „Spieler“. Das ist die geheimnisvolle Person, die hinter allem steckt.

Punkt 3: Der Schreibstil an sich ist passend. Zum Ende hin musste ich allerdings öfter immer mal zurückblättern und nachlesen, aber das lag wohl eher am Gesamtgefüge als am Schreibstil.

Punkt 4: Wenn Twists beim Thriller das sprichwörtliche Salz in der Suppe sind, dann ist diese Suppe total versalzen. Es waren nach meinem Geschmack zum Ende hin einfach zu viele Twists. Es gab einen Punkt, ab dem ich mir keine Mühe mehr gegeben habe, jede Kleinigkeit zu überdenken und in ein logisches Gesamtgefüge einordnen zu wollen.

Punkt 5: Die handelnden Personen fand ich wirklich interessant. Esther ist „besonders“. Marie ist sympathisch. Habe ihr die Daumen gedrückt. Für den unbekannten „Spieler“ konnte ich dessen Motivation für diesen ganzen Zirkus nicht wirklich nachvollziehen. Ich fand ihn auch nicht besonders interessant.

Punkt 6: Einen Aha-Effekt lieferte mir das Ende kaum, eher einen Naja-Effekt.

Punkt 7: Schlüssig und logisch? Leider nur zum Teil. Ein paar Abstriche blieben hier für mich, insbesondere was Marie angeht. Vorher war sie wegen weniger traumatischen Dingen in Behandlung, aber hier ist sie nach dem reinsten Horror-Trip einfach mental viel zu stark. Das halte ich für unglaubwürdig.

Die Rätsel, welche innerhalb der Handlung auftreten, und die vor allem von Esther gelöst werden müssen, sind mir einfach zu absurd. Sie haben mir keine Lust zum Miträtseln gemacht.

Mein Fazit: Der Autor ist nach meinem Geschmack mit allem übers Ziel hinausgeschossen. Zu sehr auf Wirkung gequält mit zu vielen Twists zum Ende hin. Die Grundidee für diese Story ist toll, aber für den gesamten Roman hätte ein Rotstift an manchen Stellen gutgetan.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Der Titel fasst es nicht ganz

Die Unternehmerin von Amsterdam
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Ich lese gern historische Romane über Frauen, die sich in der Männerwelt durchsetzen. Dieser versprach, so einer zu sein.

Doch der Titel ist meiner Meinung nach zu wenig. Ja, die Protagonistin Lydia, ...

Ich lese gern historische Romane über Frauen, die sich in der Männerwelt durchsetzen. Dieser versprach, so einer zu sein.

Doch der Titel ist meiner Meinung nach zu wenig. Ja, die Protagonistin Lydia, mit der das Ganze anfängt, wird Unternehmerin und muss sich da durchbeißen. Aber dann wird es mehr und mehr zur Geschichte ihrer Tochter Nora.

In der ersten Hälfte des Buches lief mir das alles insgesamt zu glatt, so dass ich dachte: Wann kommt denn mal ein großer Knalleffekt?

So etwas kam nicht, aber dennoch wurde es immer spannender und nahm einen Verlauf, den ich nicht erwartet hatte, zum Glück.

Insgesamt habe ich mich gut unterhalten gefühlt und die Teilgeschichten fügten sich auch ineinander, aber ich fand manchmal, dass weniger mehr gewesen wäre. Die Autorin hat noch ein paar echte historische Personen eingebaut. Das hätte m. E. nicht sein müssen.

Fazit: Liest sich gut und ist interessant, aber ein wenig Straffung hätte gutgetan.

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Veröffentlicht am 27.04.2026

Unerwartete Spannung

Die Gärten von Monte Spina
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Dieses Buch habe ich wegen des farbenfrohen Covers zur Hand genommen. Dann hatten mich die ersten Sätze gleich gepackt, in denen die Situation der Protagonistin Toni mit nur ein paar Worten treffend beschrieben ...

Dieses Buch habe ich wegen des farbenfrohen Covers zur Hand genommen. Dann hatten mich die ersten Sätze gleich gepackt, in denen die Situation der Protagonistin Toni mit nur ein paar Worten treffend beschrieben sind.

Ich mag solchen Schreibstil. Überhaupt ist das Buch aus der Sicht von Toni (Antonia) erzählt. Es spielt in ungewohnter Umgebung und scheint oftmals geheimnisvoll und ein wenig mystisch zu sein.

Die Dynamik mit Max Bror, dem Besitzer der Insel fand ich spannend und ein wenig prickeln. Ich hatte zwar zunächst die Befürchtung, dass es ein zu klischeehaftes Enemies-to-Lovers-Ding wird, aber diese hat sich zum Glück nicht bewahrheitet. Manches kam mir ein wenig fantasyhaft vor, aber letzten Endes gab es für alles vernünftige Auflösungen.

Zum Ende hin konnte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Kurz gesagt: Dieses Buch hat mich sehr überrascht. Denn von einer Liebesgeschichte hatte ich nicht so viel Spannung erwartet.

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Veröffentlicht am 26.04.2026

Man kann einfach alles von Hape Kerkeling lesen

Pfoten vom Tisch!
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Als Autor mag ich Hape Kerkeling sogar noch lieber als als Comedian, obwohl ich damals seine Verkleidung als Königin Beatrix legendär fand.

Ich wäre nie auf die Idee gekommen, ein Buch über Katzen zu ...

Als Autor mag ich Hape Kerkeling sogar noch lieber als als Comedian, obwohl ich damals seine Verkleidung als Königin Beatrix legendär fand.

Ich wäre nie auf die Idee gekommen, ein Buch über Katzen zu lesen. Aber dieses hier habe ich aus einem öffentlichen Bücherschrank mitnehmen müssen, weil es von Hape Kerkeling ist und ich seinen Erzählstil sehr mag.

Auch in diesem Buch fand ich ihn wieder erfrischend unterhaltsam und zum Schmunzeln, obwohl ich mit Katzen gar nichts zu tun habe. Ich konnte mir seine geschilderten Begebenheiten sehr gut vorstellen. Besonders gefallen hat mir die Sache mit den Katzen als Handgepäck bei seinen Flugreisen.

Auf die ganz genauen Schilderungen welche Katzensorte genau wie ist, hätte ich verzichten können. Die fand ich etwas langatmig. Aber ich habe sie einfach schnell überflogen und bin so wieder zu den interessanten Geschichten gekommen.

Alles in allem habe ich mich wieder sehr gut unterhalten gefühlt. Ich kann mir vorstellen, dass Katzenliebhaber dieses Buch noch mehr zu schätzen wissen als ich. Dennoch hat es mir Spaß gemacht, es zu lesen.

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Veröffentlicht am 18.04.2026

Sehr nützlich

Wer falsch rechnet, den bestraft das Leben
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Ich habe dieses Buch in einem öffentlichen Bücherregal gefunden, kurz hineingeschaut und war gefesselt.

Da sind zum einen die vielversprechenden Überschriften zu verschiedenen Arten von Durchschnitten ...

Ich habe dieses Buch in einem öffentlichen Bücherregal gefunden, kurz hineingeschaut und war gefesselt.

Da sind zum einen die vielversprechenden Überschriften zu verschiedenen Arten von Durchschnitten und zu statistischen Phänomenen. Darüber wollte ich unbedingt genaueres wissen.

Zum anderen habe ich bei kurzem Durchblättern gesehen, wie ausführlich das Ganze mit Beispielen und ein paar unterhaltsamen Abbildungen ausgestattet ist.

Zwar kannte ich vieles vom Beschriebenen schon, aber es waren auch einige für mich neue Aspekte dabei. Ich habe einige Dinge direkt mal in meiner Realität überprüft.

Vor allem das erste Kapitel mit den verschiedenen Durchschnitten ist sehr ausführlich und zeigt anschaulich, welche Berechnung in welcher Situation die passende ist.

Ein Highlight ist für mich die Beschreibung zur Benford-Verteilung, mit der man einen Eindruck gewinnen kann, ob eine Statistik gefälscht sein könnte.

Der Schreibstil ist locker, manchmal kam es mir so vor, als wollte der Autor besonders locker sein, und das wirkte dann unnatürlich. Ein wenig kam es mir auch belehrend vor, und so etwas mag ich nicht. Insgesamt ist jedoch alles korrekt beschrieben.

Fazit: Ein tolles Sachbuch, lehrreich und unterhaltsam.

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