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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.11.2024

Spannungsarm.

Böse Herzen
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Kit McKittrick wird in die Seniorenwohnanlage Shady Oaks gerufen, dort hat man einen fünfundachtzigjährigen Bewohner erstochen aufgefunden und schnell wird klar, dass das Opfer sich gegen seinen Mörder ...

Kit McKittrick wird in die Seniorenwohnanlage Shady Oaks gerufen, dort hat man einen fünfundachtzigjährigen Bewohner erstochen aufgefunden und schnell wird klar, dass das Opfer sich gegen seinen Mörder gewehrt haben muss. Es stellt sich heraus, dass das Opfer ein ehemaliger Polizist ist, doch wer wollte Frankie etwas böses und sind die anderen Bewohner der Seniorenresidenz auch in Gefahr?

Die Bewohner schweigen gegenüber Kit, doch dann taucht Dr. Sam Reeves auf, der ehrenamtlich im Shady Oaks arbeitet und eine gute Beziehung zu den Bewohnern pflegt. Sam kann ihr Schweigen brechen und weckt erneut Gefühle in Kit, die sie lieber nicht fühlen würde.

Nachdem mich der erste Band der San-Diego-Thriller-Reihe einnehmen konnte, habe ich nicht sehr auf den neuen Teil gefreut und musste Böse Herzen direkt lesen. Leider konnten meine Erwartungen in vielen Belangen nicht erfüllt werden.

Die wechselnden Perspektiven von Kit McKittricks und Dr. Sam Reeves’ haben mir wieder sehr gut gefallen und viele Charaktere haben weiterhin an Tiefe gewonnen. Doch neben dieser Entwicklung, gab es sehr viele Aspekte, die sich ständig wiederholt haben und einem das Gefühl gaben, dass wir uns im Kreis bewegen. Obwohl ich die beiden Protagonisten (und auch die Nebencharaktere) sehr mag, war ich zeitweise genervt und gelangweilt, weil wir inhaltlich auf der Stelle getreten sind und kaum weiterkamen.

Der Fall selbst war leider auch ziemlich langweilig und vorhersehbar, sodass ich eher verwirrt war, dass das Ermittlerteam nicht viel eher auf den wahren Täter kam oder ihn zumindest in den Fokus nahm.

Böse Herzen bleibt leider hinter meinen Erwartungen und konnte mich nicht überzeugen, wenn ich nicht bereits Sympathien für die handelnden Charaktere hätte, dann wäre es mir vermutlich noch schwerer gefallen, die Geschichte zu beenden. Durch die Sympathien hat mich die Entwicklung der Figuren interessiert, weswegen ich am Ball blieb. Dennoch hoffe ich, dass eine mögliche Fortsetzung in allen Belangen spannender wird und an den ersten Band anknüpfen kann.

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Veröffentlicht am 12.11.2024

Verbranntes Potenzial

Verbrannte Gnade
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Nach einem Brandanschlag in der Klosterschule, bei dem der Hausmeister Jack gestorben ist, ist Schwester Holiday nicht zufrieden mit den Ermittlungen der Behörde. Deswegen beginnt die kettenrauchende Schwester ...

Nach einem Brandanschlag in der Klosterschule, bei dem der Hausmeister Jack gestorben ist, ist Schwester Holiday nicht zufrieden mit den Ermittlungen der Behörde. Deswegen beginnt die kettenrauchende Schwester selbst die Ermittlungen zu führen. Auf der Suche nach dem Täter muss sie sich mit den Sünden der Vergangenheit auseinandersetzen.

Verbrannte Gnade von Margot Douaihy klang nach einem spannenden Krimi mit einer ungewöhnlichen Protagonistin. Schwester Holiday raucht nicht nur Kette, sondern hört gerne Punkrock, ist tätowiert und vor allem queer. Ein spannendes Profil, das mir weitergehend aber zu stark präsentiert wurde, denn am Ende sollte es in einem Krimi vordergründig um das Lösen des Verbrechens gehen und nicht um die Protagonistin. In Rückblenden erfahren wir mehr von Schwester Holiday und kommen noch weiter weg von der eigentlich Tat.

Die Auflösung selbst konnte mich dann auch nicht überzeugen, was jedoch in Anbetracht des geringen Fokus’ auf die eigentliche Sache kein wirkliches Wunder war. Leider konnte mich Verbrannte Gnade nicht überzeugen, obwohl ich die Grundidee einer ermittelnden Nonne, gerne auch wie in diesem Fall einer eher derben (und weniger humorvollen), weiterhin sehr interessant finde, wird der zweite Teil wohl nicht bei mir einziehen.

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Veröffentlicht am 07.11.2024

Mörderisches Familientreffen

Agatha Christie Classics: Hercule Poirots Weihnachten
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1937, Heiligabend. Simeon Lee hat zu Weihnachten alle seine Kinder zusammengerufen, doch dann wird das Fest durch einen ohrenbetäubenden Lärm gehört und das tyrannische Familienoberhaupt ist tot. Simeon ...

1937, Heiligabend. Simeon Lee hat zu Weihnachten alle seine Kinder zusammengerufen, doch dann wird das Fest durch einen ohrenbetäubenden Lärm gehört und das tyrannische Familienoberhaupt ist tot. Simeon Lee liegt mit durchgeschnitter Kehle in seinem eigenen Blut. Poirot findet sich schnell vor Ort ein und beginnt zu ermitteln, dabei bemerkt er eine Stimmung, die von gegenseitigem Misstrauen geprägt ist und die Trauer um den alten Herrn hält sich verdächtig gering. Jeder scheint ein Motiv zu haben, doch wer war es wirklich?

Hercule Poirots Weihnachten von Agatha Christie wurde in dieser Graphic-Novel von der Autorin Isabelle Bottier und dem Illustrator Callixte hervorragend umgesetzt. Bereits der Vorgängerband gefiel mir gut, doch die Zeichnungen und Farbwahl von Callixte konnten mich noch etwas mehr überzeugen.

Wieder einmal war ich überrascht, wie detailreich die Zeichnungen sind und dadurch zum Miträtseln animieren. Den Originalroman kenne ich noch nicht, dennoch war es mir möglich den Täter zu erahnen. Besonders gut hat mir gefallen, dass man vor allem aufgrund von Mimik und Gestik zum Miträtseln eingeladen wird.

Da ich den Vorgängerband bereits kannte und dieser mich schon überzeugen konnte, war ich mehr als gespannt, ob man dieses Niveau halten kann und ich bin nun doch wieder positiv überrascht, weil es für mich nochmal besser wurde. Nun freu ich mich schon riesig auf die Ankündigung des vierten Bands „Der Tod auf dem Nil“, bei dem ich dann zwar nicht Miträtseln, aber garantiert wieder begeistert der Geschichte folgen kann.

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Eine Freundschaft überwindet alles!

Wie man einen Bammel auf Hosentaschengröße schrumpft
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Elli und Jaro sind beste Freunde und wohnen im selben Haus. Jaro hat unglaubliche Angst vor (bellenden) Hunden und Elli vor tiefem Wasser. Beide wollen ihren Bammel überwinden bevor es auf Klassenfahrt ...

Elli und Jaro sind beste Freunde und wohnen im selben Haus. Jaro hat unglaubliche Angst vor (bellenden) Hunden und Elli vor tiefem Wasser. Beide wollen ihren Bammel überwinden bevor es auf Klassenfahrt geht, dafür versuchen sie mit Otto, einem Hund aus der Nachbarschaft, Gassi zu gehen und im See zu schwimmen. Doch dann steht ihre Freundschaft auf dem Spiel als Tami, ein Mädchen, das gerade in den zweiten Stock gezogen ist, auftaucht.

Wie man einen Bammel auf Hosentaschengröße schrumpft von Josefine Sonneson ist ein einfühlsames Buch für Kinder ab zehn Jahren, das sich mich vielen wichtigen Themen beschäftigt. Obwohl viele Themen angesprochen werden, sind diese wunderbar in die Geschichte eingebunden und erschaffen ein tolles Bild.

Die Freundschaft zwischen Elli und Jaro ist dabei besonders schön dargestellt, denn neben der unzertrennlichen Einheit die sie zu Beginn bilden, erleben wir auch den ersten richtigen Streit und die Versöhnung. Dabei bekommen wir die Gefühle von Elli gut transportiert, sodass Kinder sich in ihr wiederfinden oder mit ihr mitfühlen können. Gleichzeitig wird jedoch auch reflektiert und durch die Versöhnung das Eingestehen von Fehlern übermittelt.

Weitere Themen sind Ängste, dass es auch okay ist, wenn diese nicht auf Hosentaschengröße schrumpfen oder dass Ängste nicht immer rational erklärbar sind und sich verschieden verhalten können, aber auch, dass manche Ängste überwunden werden können. Diese Mischung finde ich wichtig und wunderbar transportiert.

Des Weiteren finden auch Themen wie Trennung der Eltern, unterschiedliche Familienformen, (großes) Geschwisterchen werden, neue Freundschaften, sich alleine fühlen und viel mehr ihren Platz. Rückblickend war ich geradezu begeistert, wie viele Themen sich in diesem Buch befinden und dabei doch nicht deplatziert wirken. Ein tolles Buch, dass einfühlsam die Gefühlswelt Ellis offenlegt und Platz zum sich mir ihr identifizieren bietet.

Auch das Hörbuch, das wunderschön von Friedel Morgenstern eingesprochen wurde, kann ich nur empfehlen!

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Veröffentlicht am 05.11.2024

Liebe wird zu Schmerz

Nur noch ein einziges Mal
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Lily lässt ihre schwierige Kindheit hinter sich und auch die Stadt, in der sie ihre erste große Liebe Atlas traf. In Boston scheint das Leben perfekt zu werden, eine neue Stadt, ein erfolgreiches Berufsleben, ...

Lily lässt ihre schwierige Kindheit hinter sich und auch die Stadt, in der sie ihre erste große Liebe Atlas traf. In Boston scheint das Leben perfekt zu werden, eine neue Stadt, ein erfolgreiches Berufsleben, eine tolle Freundin und Ryle, in den Lily sich Hals über Kopf verliebt. Doch dann trifft Lily zufällig auf Atlas und Ryle zeigt eine Seite von sich, die Lily niemals erwartet hätte.

Nur noch ein einziges Mal von Colleen Hoover ist ein Roman, der in weiten Teilen sehr bedrückende Gefühle hervorruft. Coolen Hoover schafft es, dass man keinem mehr vertrauen kann und hinter allem ganz andere Absichten vermutet. Über weite Teile des Romans, war mir selbst so unwohl, weil ich mit Lily mitgefühlt habe, dass es sich schon körperlich bemerkbar machte.

Diese einnehmende Art verliert sich leider im letzten Drittel, hier rast die Autorin nur durch das Geschehen. Agiert mit vielen Zeitsprüngen und die bis dahin einnehmende Schreibweise verliert sich komplett. Während wir zu Beginn vieles sehr detailliert mitbekommen haben, werden wir nun nur noch in wenige ereignisreiche Szenen geworfen. Das nahm mir persönlich die emotionale Bindung, auch hatte ich am Ende das Gefühl, dass Fragen offen bleiben. Zwar gibt es einen zweiten Band, jedoch sind dies Fragen, die inhaltlich für mich im ersten Band beantwortet werden sollten.

Hervorragend umgesetzt hat Colleen Hoover jedoch die Zerrissenheit Lilys, die zwischen Liebe und Hass agiert und die (leider!) für so viele Frauen steht. Ich find es super, dass dadurch ein Verständnis für betroffene Frauen erschaffen wird, die in solchen Situation nämlich nicht nur negative Gefühle haben und die ein verständnisvolles Umfeld und Hilfe dringender benötigen als Unverständnis!

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