"Royal Taste" von Jennieke Cohen ist ein Retelling von My Fair Lady mit einer Slow-Burn-Romance.
In dem Vowort des Buches stellt die Autorin ein Gedankenspiel voran: Was wäre gewesen, wenn Prinzessin Charlotte ...
"Royal Taste" von Jennieke Cohen ist ein Retelling von My Fair Lady mit einer Slow-Burn-Romance.
In dem Vowort des Buches stellt die Autorin ein Gedankenspiel voran: Was wäre gewesen, wenn Prinzessin Charlotte nicht im Kindbett gestorben und zur Königin gekrönt worden wäre?
In dieser Welt leben die Freundinnen Penelope und Helena und gehen auf die Royale Akademie der Kulinarik. Helena ist überaus ehrgeizig und stets Klassenbeste. Deswegen soll auch ihr Abschlussprojekt außerordentlich werden.
Als die beiden den Straßenverkäufer Elijah kennen lernen, der vorzügliche Empanadas verkauft, reift in Helena die Idee, ihn für ihr Abschlussprojekt zum Gentleman-Koch auszubilden.
Penelope hingegen bemerkt, dass sie mehr für Elijah empfindet.
Der Schreibstil ist flüssig und passend zum historischen Setting. Die Liebesgeschichte ist dabei allerdings nicht so stark thematisiert, wie es sich bei dem Untertitel vermuten lässt.
Das Rezept im hinteren Teil des Buches für Schokoladen-Kokosnuss-Empanadas werde ich sehr gerne ausprobieren. Schließlich macht die Handlung von "Royal Taste" des öfteren tatsächlich ordentlich hungrig.
Für LeserInnen, die gerne historische Romane mit einer zarten Liebesgeschichte lesen und dabei noch den Appetit anregen wollen, ist "Royal Taste" die richtige Lektüre für einen gemütlichen Lesetag.
"Alles, was wir uns nicht sagen" ist das Romandebüt der Halb-Ägypterin, Halb-Irin Salma El-Wardany.
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die drei Freundinnen Jenna, Malak und Kees. Sie leben in Großbritannien ...
"Alles, was wir uns nicht sagen" ist das Romandebüt der Halb-Ägypterin, Halb-Irin Salma El-Wardany.
Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die drei Freundinnen Jenna, Malak und Kees. Sie leben in Großbritannien und haben alle einen multikulturellen Hintergrund. Der College-Abschluss ist für Kees und Malak geschafft und steht für Jenna kurz bevor.
Für alle fängt so ein neuer, aufregender Lebensabschnitte an. Doch statt ihn zusammen zu meistern, zerstreiten Malak und Kees sich. Beide haben einen weißen, nicht-muslimischen Freund. Malak trennt sich von ihrem Freund, aus Angst, dass diese Bindung von ihrer Familie und Gemeinschaft niemals akzeptiert werden würde. Kees teilt diese Angst, hält aber an der Beziehung zu ihrem Freund fest.
Nach dem Zerwürfnis darüber, welche Beziehungsentscheidung in dieser Hinsicht die richtige ist, reden die beiden nicht mehr miteinander. Jenna als Dritte im Bunde hat danach ebenfalls nur noch wenig Kontakt zu den beiden.
Alle drei kämpfen mit der plötzlichen Einsamkeit, die die Abwesenheit ihre Freundinnen auslöst. Alle drei versuchen trotzdem ihren Weg zu gehen. Kees vergräbt sich in ihrer Arbeit als Anwältin, Jenna und Malak fangen an muslimische Männer zu daten.
Tauschen Jenna und Malak oder Jenna und Kees sich doch einmal aus, bleibt es bei Oberflächlichkeiten. Schwierigkeiten und innere Zerrissenheit sprechen die ehemals so engen Freundinnen untereinander nicht mehr an.
Den Schreibstil würde ich als fast melodisch bezeichnen. Die Autorin bedient sich öfter der Sicht des allwissenden Erzählers und so erfährt man auch mal etwas über die Innensicht von Nebenfiguren.
Als roter Faden durch das Buch zieht sich das Vermissen der Freundschaft, eine Sehnsucht nach alten Tagen, als sie noch alles füreinander waren.
Das Buch spielt um 2010 bis 2011 rum, Malak erlebt den arabischen Frühling in Ägypten hautnah. Politische Geschehnisse, verschiedene kulturelle Hintergründe und der Versuch der Freundinnen ihr eigenes persönliches Glück in Einklang mit den kulturellen Erwartungen zu finden, verwebt die Autorin zu einem großen Ganzen.
Das Ende ist stimmig, wenn auch ohne komplettes Happy End. Da Salma El-Wardany diese Geschichte aber lebensnah hält und ihre Figuren so authentisch wirken, passt das absolut.
Ein gelungenes Romandebüt, in dessen Mittelpunkt Women of Color stehen, in all ihrer Vielfältig- und Großartigkeit.
"Du bist so schön, sogar der Tod erblasst" ist ein Buch mit wunderschönem Cover und auffälligem Titel.
Protagonistin Feyi ist jung und schön - und kam schon mit dem Tod durch einen Autounfall in Berührung. ...
"Du bist so schön, sogar der Tod erblasst" ist ein Buch mit wunderschönem Cover und auffälligem Titel.
Protagonistin Feyi ist jung und schön - und kam schon mit dem Tod durch einen Autounfall in Berührung. Ihr Mann Jonah starb, sie überlebte. Tief traumatisiert und mit zerbrochenem Herzen.
Die Handlung setzt fünf Jahre nach diesem Vorfall an. Feyi ist auf einer Party in New York mit ihrer besten Freundin Joy. Das erste Mal lässt sie sich hier wieder auf einen Mann ein. Doch es muss unverbindlich für sie bleiben.
Über ihn lernt sie Nasir kennen, der sie zu einem Traumurlaub auf eine Insel bei seinem Vater Alim einlädt.
Feyi spürt eine Anziehung zu Alim, die nicht sein darf.
Und so verbringt sie Zeit auf dieser Insel, arbeitet dort als Künstlerin, genießt die von Alim zubereiteten Speisen und versucht ihre Gefühle ihm gegenüber zu unterdrücken.
Doch Feyi lebt, sie hat überlebt und ist nicht in diesem Auto gestorben. Und so lässt sie sich öfter zu irrationalen aber auch mutigen Entscheidungen hinreißen.
Der Schreibstil ist bildhaft und flüssig, verschiedene Figuren sind queer.
Akwaeke Emezi lässt Feyi in dem Buch immer wieder betonen, dass sie bestimmte Entscheidungen trifft, weil sie lebendig ist.
Jonah ist nicht mehr da und ein Teil von ihr scheint mit ihm gegangen. Doch da ist auch noch die Feyi, deren Wunden langsam heilen, deren Herz sich langsam wieder öffnet.
Ich habe dieses Buch in einer Leserunde bei Lovelybooks gelesen. Einigen Leser/innen war die Sprache teilweise zu vulgär. Das ist aber natürlich Geschmackssache.
Es werden zudem wichtige Themen angesprochen: Tod, Traumata und wie die Figuren mit diesen Schicksalsschlägen umgehen. Im Gegenzug zu den schweren Themen steht die Kulisse der wunderbaren tropischen Insel, ein Urlaub, der Feyi tolle Sinneseindrücke beschert und ihr hilft, weiter im Leben voranzuschreiten. Sie wird als Mensch mit Fehlern beschrieben, steht aber auch stets für sich ein, wenn es nötig ist.
Im späteren Verlauf des Buches habe ich einige Diskussionen zwischen Feyi und Alim als etwas zäh empfunden. Sie haben sich im Kreis gedreht. Das ist aber der einzige wirkliche Kritikpunkt für mich.
Lächelnd ist Jennette McCurdy auf dem Cover abgebildet. Der Blick ist in die Ferne gerichtet, in den Händen hält sie eine pinke Urne mit Konfetti, passend zum Titel "I'm Glad My Mom Died".
Der Titel erweckt ...
Lächelnd ist Jennette McCurdy auf dem Cover abgebildet. Der Blick ist in die Ferne gerichtet, in den Händen hält sie eine pinke Urne mit Konfetti, passend zum Titel "I'm Glad My Mom Died".
Der Titel erweckt Aufmerksamkeit und die Frage, warum die ehemalige Schauspielerin froh über den Tod ihrer Mutter ist. Zum Ende der Lektüre begreift man als Leserin: Durch den Tod der Mutter konnte sich Jennette endlich irgendwann von jahrelangen destruktiven Verhaltensmustern lösen. Doch bis dahin ist es ein langer Weg.
Das Buch beginnt an Jennettes sechstem Geburtstag. Sie wünscht sich beim Auspusten der Kerzen, dass ihre Mama nach überstandener Krebsbehandlung noch ein weiteres Jahr zu leben hat. Dieser Geburtstagswunsch bleibt viele Jahre lang derselbe, bis zum Krebstod der Mutter.
Im Alter von sechs hat Jennette auch ihre ersten Castings. Ihre Mutter durfte nicht Schauspielerin werden, Jennette hat kein Interesse daran. Doch sie fügt sich, möchte ihre Mama glücklich machen, richtet ihre Bedürfnisse nach denen ihre Mutter aus. So wird sie es bis ins junge Erwachsenenalter halten.
Die Schauspielerei macht sie unglücklich. Mit elf entwickelt sie essgestörtes Verhalten, das ihre Mutter ihr beigebracht hat. Zwänge kommen hinzu, die Esstörungen wechseln zwischen Anorexie, Binge-Eating und Bulimie.
Inzwischen ist Jennette bekannt aus "iCarly" und "Sam&Cat". Der Tod der Mutter in dieser Zeit wirft sie aus der Bahn und befeuert ihre Essstörung. Eine Alkoholsucht kommt hinzu.
Nach dem Tod der Mutter verklärt sie diese, verharrt im ständig von ihrer Mutter wiederholtem Narrativ, sie habe immer nur das Beste für Jennette gewollt. So führt sie ein Leben weiter, das nach wie vor wie fremdgesteuert erscheint.
Trotzdem hat sie nach Jahren die Kraft, den Mut und die Reflexionsfähigkeit an ihrem Leben zu arbeiten und zu der Erkenntnis zu gelangen: Ihre Mutter war eine Narzisstin, mit der sie in einer toxischen, missbräuchlichen Beziehung stand.
Durchflochten ist der Erzählstil mit bitterem Humor, Dagmar Bittner als Hörbuchsprecherin hat die Geschichte hervorragend wiedergegeben.
Die Handlung hat eine Suchtwirkung, derer man sich nicht entziehen kann. Jennette McCurdy lässt die Leserin hautnah an ihre Erinnerungen.
An die der kleinen Jennette, die schon so viel Verantwortung tragen muss, indem sie als Schauspielerin die Familie miternährt. Und an die der erwachsenen Jennette, die ihre Emotionen nur mit Hilfe der Bulimie zu bewältigen vermag, aber nach und nach ihren eigenen Weg zu einem selbstbestimmteren, gesünderen Leben findet.
Zusätzlich gibt es Einblicke hinter die Kulissen von "iCarly" und "Sam & Cat" - gut, dass Jennette das "Schweigegeld" des Senders damals nicht angenommen hat.
Ich bin auf das Buch aufmerksam geworden, als es auf Englisch erschienen ist, teilweise war es in den Buchhandlungen wohl nicht mehr zu bekommen. Die Rezensionen waren so gut wie ausnahmslos positiv und begeistert.
Dadurch hatte ich so hohe Erwartungen, dass ich befürchtet habe, ich könnte enttäuscht sein. Das war aber nicht der Fall, ich kann den positiven Rezensionen nur zustimmen.
Ich hatte das Glück, auf Netgalley das Hörbuch als Rezensionsexemplar zu erhalten. Vielen Dank an Netgalley und den S. Fischer Verlag dafür.
Das Buch habe ich mir selbst gekauft, weil ich es mir auch in physischer Form ins Regal stellen wollte. Ein wenig schade finde ich den "Bekannt aus der Fernsehserie iCarly"-Sticker. Dieses Buch spricht so absolut für sich und Jennette selbst erwähnt, dass es ihr nicht gefällt, nur auf die Rolle in einer Kinderserie reduziert zu werden.
Für diese wunderbare, traurige, tragisch-komische und einfühlsame Biografie einer resilienten, tollen Autorin spreche ich natürlich eine große Leseempfehlung aus.
"Apprentice to the Villain" ist der zweite Band der Reihe rund um Trystan, den "Schurken" und Evie, seine (für den Geschmack des Schurken) viel zu fröhliche Assistentin.
Band eins war einfach so ein ...
"Apprentice to the Villain" ist der zweite Band der Reihe rund um Trystan, den "Schurken" und Evie, seine (für den Geschmack des Schurken) viel zu fröhliche Assistentin.
Band eins war einfach so ein süßes Highlight für mich! Die Welt rund um den Schurken und Evie gleicht einem Pixar-Film in Buchform, mit unfassbar liebenswerten Charakteren, schwarzem Humor und einer Fehde, die mich am Ende von Band eins mit einem Cliffhanger zurücklässt.
Der Anfang von "Apprentice to the Villain" schließt nun fast nahtlos an den vorherigen Band an und ich hatte keine Probleme, mich schnell wieder in der Handlung zurechtzufinden.
Evie ist eine so herzgewinnende Figur und die Tension zwischen ihr und Trystan ist jederzeit zum Greifen nah. Bei beiden erfahren wir im Laufe der Handlung noch mehr über ihre Hintergrundgeschichte und auch einige der Nebenfiguren erlangen noch mehr Tiefe oder werden ausführlicher in die Handlung eingebunden. Der verzauberte Frosch Kingsley ist und bleibt dabei mein Favorit.
Der schwarze Humor zieht sich durch das gesamte Buch. Zusammen mit dem Geplänkel zwischen Evie und Trystan gab es dadurch viele süße und amüsante Stellen.
Genau wie beim ersten Band hätte der rote Faden in der Handlung vielleicht straffer gespannt werden können, das hat mich aber null gestört. Auch der zweite Band war wieder ein richtiges kleines Highlight für mich und ich liebe einfach das gesamte Universum, das Hannah Nicole Maehrer mit ihren Büchern erschaffen hat. Ich freue mich jetzt schon auf die Fortsetzung! 💘💘