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Flocke-Elsa

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Veröffentlicht am 29.04.2020

Nervenkitzel von der ersten bis zur letzten Seite

Das Dorf der toten Seelen
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Zusammenfassung:
Silvertjärn, ein abgelegener Ort mitten im Wald von Norrland. Dort, wo vor 60 Jahren, alle knapp 900 Einwohner des kleinen Ortes von einen Tag auf den anderen unter mysteriösen und bisher ...

Zusammenfassung:
Silvertjärn, ein abgelegener Ort mitten im Wald von Norrland. Dort, wo vor 60 Jahren, alle knapp 900 Einwohner des kleinen Ortes von einen Tag auf den anderen unter mysteriösen und bisher ungeklärten Umständen verschwunden sind. Nach all den Jahren, die seitdem vergangen sind, ist Margareta, die damals kurz vor diesem schrecklichen Ereignis aus der Stadt gezogen ist und bis heute nicht versteht, was sich dort zugetragen hat, gestorben. Nun hat ihre Enkelin Alice es sich zur Aufgabe gemacht, einen Dokumentarfilm über dieses Dorf zu produzieren und damit die Wahrheit ans Licht zu bringen. Sie will herausfinden, was damals geschehen ist und bricht mit ihrem Team zu dem verlassenen Ort auf. Dort angekommen geschehen schon bald ungewöhnliche Dinge. Ein heiseres Lachen, eine immer wieder plötzlich auftauchende Gestalten und schlussendlich ein Mord. Wer ist außer ihnen noch im einsamen Silvertjärn?

Meine Meinung:
Um das ganze direkt vorweg zu nehmen, das Buch war einfach der Shit! Richtig, richtig gut!

Ich hatte am Anfang noch etwas Angst davor, dass es einen Einschlag von Horror in sich haben wird und es dadurch richtig gruselig wird. Und genau das hatte es schlussendlich auch. Aber das hat das ganze einfach nur nochmal besser gemacht.

Dieses Buch hatte Nervenkitzel und Spannung von der ersten bis zur letzten Seite.

Das Schöne an einer solchen Geschichte, wie wir sie hier vorfinden ist ja einfach, dass man bis zum Schluss nicht weiß, wer für all diese Vorfälle verantwortlich ist. Ist es jemand aus den eigenen Reihen? Wem kann man noch vertrauen? Gibt es doch noch Überlebende aus der Zeit von damals beziehungsweise sind sie gar nicht tot, sondern damals nur abgehauen? Oder sind es doch übernatürliche Gestalten, die dort ihr Unwesen treiben? Die Autorin weiß es mit dieser Ungewissheit zu spielen und lässt so den Leser jedes Mitglied des Teams und sogar sein eigenes Urteilsvermögen in Frage stellen. Grandios!

Die Charaktere in der Geschichte fand ich durchweg sehr durchdacht und spannend. Wobei ich zugeben muss, den Handlungsstrang und damit die Protagonisten der Gegenwart fand ich schon fast langweilig im Gegensatz zur Vergangenheit. Die Passagen der Vergangenheit haben mich regelrecht gepackt und wollten mich gar nicht mehr loslassen. Ich wollte unbedingt wissen, wie es mit Elsa weiter geht. Was damals wirklich passiert ist und ob es tatsächlich möglich ist, dass es noch Überlebende von damals gibt. Und sind wir mal ganz ehrlich, wenn die Hautprotagonistin der Vergangenheit dann auch noch den eigenen Namen trägt, wer kann sich da schon auf die Gegenwart konzentrieren? Und so habe ich ständig gewartet, nur um wieder mehr über Silvertjärn vor 60 Jahren zu erfahren.

Dennoch hatte auch die Gegenwart den ein oder anderen Leckerbissen in sich. Hier waren besonders viele der Schreck- und Gänsehautmomente untergebracht. Doch nicht nur das, auch das Misstrauen in die Teammitglieder und die Angst, was als nächstes passiert wurden ständig neu geschürt. Ich habe mich immer wieder selbst dabei erwischt, wie ich spekuliert habe, wer nun dahinterstecken könnte und wie das ganze in den Zusammenhang mit der Vergangenheit gebracht werden konnte.

So, jetzt habe ich die ganze Zeit nur so geschwärmt von diesem Buch. Gibt es denn auch etwas „Schlechtes“ daran? Darüber musste ich tatsächlich erst einige Minuten nachdenken, um eine Antwort zu finden. Und tatsächlich gab es nur eine Kleinigkeit, die mir ganz weit hinten im Kopf geblieben ist. Die Handlungen der Protagonistin in der Gegenwart. Teilweise hat sie so bescheuert gehandelt, wie man es sonst nur aus typischen Horrorfilmen kennt. Man hört ein Geräusch, oh ja, laufen ich allein hin und gucke. Man hört Schritte, super, frage ich mal, ob da ein Einbrecher ist. Oder in ihrem Fall, ich sehe oder höre bestimmte Dinge, ok behalte ich es lieber für mich anstelle es den anderen zu sagen, denn die könnten mir ja nicht glauben, auch wenn sie selbst schon sowas hier im Dorf erlebt haben. Einfach nur bekloppt. Darüber konnte ich mich tatsächlich dann auch einige Stunden aufregen.

Fazit:
Das Dorf der toten Seelen ist in jeder Hinsicht ein richtig gutes Buch gewesen. Es war spannend, es war gruselig und es war unvorhersehbar. Definitiv ein Highlight für Thriller Fans!

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Veröffentlicht am 20.04.2020

Langatmig, zu leicht und wenig Spannung

Drachendunkel. Die Legende von Illestia
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Zusammenfassung:
Drachen kennt Ella nur aus Legenden vergangener Zeiten und glauben tut sie erst recht nicht an sie. Bis sie eines Tages einen Fremden im Wald trifft, mit glühenden Augen und von Dunkelheit ...

Zusammenfassung:
Drachen kennt Ella nur aus Legenden vergangener Zeiten und glauben tut sie erst recht nicht an sie. Bis sie eines Tages einen Fremden im Wald trifft, mit glühenden Augen und von Dunkelheit umhüllt. Wenige Tage später kommt genau dieser Fremde in ihr Dorf und fordert ein Opfer für seine Hilfe gegen die Kälte und Hungersnot. Seine Auserwählte, Ella. Um ihre Familie zu beschützen, begibt sie sich in sein Schloss, zu ihm, Razul, dem letzten Weißdrachen des Landes. Doch was sie nicht ahnt, in ihm wütet eine Bestie, so unberechenbar wie das Wetter und sie will nur eins, ihr Blut.

Meine Meinung:
Ich denke, ich falle mal direkt mit der Tür ins Haus. Ich finde die Idee der Geschichte und das Setting richtig, richtig toll. Die Umsetzung hingegen hat mir dann doch eher weniger gefallen.

Ella als Protagonistin hat mir zu Beginn sehr gefallen. Sie war wild, sie war selbstlos und sie war stark. Sie hat sich um ihre Familie gekümmert, hat es mit allem und jedem aufgenommen und nie aufgegeben. Diese Charaktereigenschaften waren sehr bemerkenswert an ihr. Umso trauriger wurde es, als ihr im Verlauf der weiteren Handlungen alles nur so in den Schoß gefallen ist. Hindernisse? Ach Quatsch! Die räumen sich schon von selbst aus dem Weg. Schade. Ich denke, Ella wäre auch gut mit diesen Problemen fertig geworden, wenn man sie gelassen hätte.

Dann ist da auch noch Razul. Rückblickend kann ich mit ihm nicht wirklich viel anfangen. Er ist kein besonders starker oder überhaupt kein besonders herausragender Charakter gewesen.

In ihrer Beziehung zueinander, ging es mir auch einfach zu schnell. Das sein Drachenherz „die Eine“ erkennt und sofort Gefühle für sie hat, kann ich gerade noch nachvollziehen. Aber das sie ganz plötzlich ohne zutun das gleiche für ihm empfindet, das war mir doch etwas weit hergeholt. Davon mal abgesehen, konnte ich die Gefühle der beiden selbst nicht fühlen. Hier hätte die Autorin gerne noch etwas tiefer gehen und ausführlicher werden können, um es mir zu vermitteln.
So zog sich die Geschichte durch die Kapitel und plätscherte vor sich hin.

Ganz besonders missfallen hat mir hier, dass teilweise ein ganzer Handlungsstrang über mehrere Kapitel aus Ellas Sicht beschrieben wurde, wie sie Razuls Emotionen spürt und daraufhin handelt, nur um im Anschluss, dass ganze nochmal aus der Sicht von Razul zu lesen. Wenn ich doch vorher schon seine Gefühle erläutert bekomme, wieso muss ich das ganze dann später nochmal lesen? Hier fand ich leider, dass es sinnlose Seiten waren, die man definitiv besser hätte nutzen können.

Erst im letzten Viertel, wurde es dann tatsächlich nochmal spannender und die Geschichte nahm Fahrt auf. Die Auflösung des ganzen hat die Autorin dann wiederum sehr gut hinbekommen.

Fazit:
Leider muss ich sagen, dass das Buch mir weder groß im Gedächtnis geblieben ist noch habe ich eine richtig gute Zeit mit ihm verbringen dürfen.

Mir war die Geschichte einfach zu langatmig, zu leicht und hatte zu wenig Spannung. Außerdem konnte ich die Emotionen der Charaktere selbst nicht nachempfinden.

Ich denke für jemand im jüngeren Alter um die 14-16 Jahre ist dieses Buch besser geeignet. Hier sehe ich das Potenzial, eine nicht zu schwere, leicht nachvollziehbare Geschichte erzählt zu bekommen, die die Fantasie anregt und Spaß macht.

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Veröffentlicht am 25.03.2020

Ein ebenbürtiger Nachfolgeband

Cecilia
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ACHTUNG! Dies ist der dritte Teil der Cecilia-Reihe, Spoiler sind daher nicht ausgeschlossen.

Zusammenfassung:
Cecilia ist mit ihrer Familie aus Europa entkommen. Doch bei der Flucht wurde ihr Vater ...

ACHTUNG! Dies ist der dritte Teil der Cecilia-Reihe, Spoiler sind daher nicht ausgeschlossen.

Zusammenfassung:
Cecilia ist mit ihrer Familie aus Europa entkommen. Doch bei der Flucht wurde ihr Vater getötet. Sein Verlust macht Cecilia schwer zu schaffen. Doch nicht nur das, auch ihre Schwester wendet sich immer mehr von ihr ab, denn Marissa findet, dass Cecilias Hass auf Elias nicht gerechtfertigt ist. Doch wie kann sie Elias verzeihen und wieder vertrauen, wenn es doch seine Familie war, die ihr das angetan hat. Und während Elias alles versucht, um sie wieder für sich zu gewinnen, ist für Cecilia klar, es kann nie wieder so sein, wie es war.

In der Zwischenzeit muss König Noran auf der anderen Seite des Ozeans mit seinen verletzten Gefühlen zurechtkommen. Ihm ist klar, er will Cecilia zurück. Und so kommt er zu dem Entschluss, dass er alles dafür tun wird, um dieses Ziel zu erreichen – und wird damit zur Gefahr für die ganze Welt.

Meine Meinung:
Ich muss zugeben, ich war erst skeptisch, als ich gehört habe, dass die Autorin das Buch ohne Verlag veröffentlichen möchte. Ich hatte etwas Angst, dass dem Ganzen der letzte Schliff, den normalerweise die Lektorin einbringen, fehlen würde. Doch weit gefehlt.
Das Buch steht seinen Vorgängern in keiner Weise in Irgendetwas nach.

Der Schreibstil der Autorin ist und bleibt einfach toll. Sie versteht es mit wenigen Worten, ihren Charakteren immer wieder neue Facetten zu verleihen und so neue Konflikte zu erschaffen oder auch aus der Welt zu schaffen.

Ganz besonders hat sich dies in Cecilia und Elias wiedergespiegelt. Sie stehen irgendwie auf den gleichen Seiten und doch an ganz unterschiedlichen Stellen und geraten so immer wieder aneinander. Elias versucht immer wieder, ihr seine Liebe und Loyalität zu beweisen. Daran, dass er es ernst mit ihr meint, hatte ich tatsächlich in keiner Sekunde Zweifel. Sie hingegen hat sehr mit dem Verlust ihres Vaters zu kämpfen, weswegen sie komplett dicht macht und alle Schuld auf ihn projiziert. Doch eigentlich hat sie immer noch dieselben Gefühle für ihn wie vorher. Diesen inneren Kampf, den sie immer wieder mit sich austrägt, finde ich innerhalb der Geschichte sehr gut ausgestaltet. Ihre Handlungen sind für mich nachvollziehbar und selbst in den Momenten, wo sie dies nicht sind, kann ich sie trotzdem irgendwo einordnen.

Das Highlight des Buches war für mich die Begegnung mit ihrem Vater. Nicht nur, dass er ihr meiner Meinung nach den wichtigsten Rat gegeben hat, sondern auch ihr Weg, diesen zu verstehen. Wirklich große klasse.
Und ich habe definitiv Noran hassen gelernt. Ich weiß auch nicht. Der Typ der macht mich richtig sauer. Andererseits, auch wenn ich ihn wirklich nicht leiden kann, habe ich Angst davor, was mit ihm im letzten Teil passieren wird. Nicht mal seinetwegen, sondern vielmehr wegen der anderen und was es mit ihnen machen wird.

Ich freue mich schon auf das große Finale.

Fazit:
Ein MUSS für jeden, der diese Reihe bisher genauso geliebt hat wie ich. Ein ebenbürtiger Nachfolgeband.

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Veröffentlicht am 20.03.2020

Lässt auf eine 5-Sterne Dilogie hoffen

Night of Crowns, Band 1 - Spiel um dein Schicksal
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Zusammenfassung:
Seit Jahrhunderten liegt über den Adelshäusern Chesterfield und St. Burrington ein unbezwingbarer Fluch.

In jede Generation müssen 32 Spieler im Schach gegeneinander antreten, bis einer ...

Zusammenfassung:
Seit Jahrhunderten liegt über den Adelshäusern Chesterfield und St. Burrington ein unbezwingbarer Fluch.

In jede Generation müssen 32 Spieler im Schach gegeneinander antreten, bis einer der Könige schachmatt gesetzt wurde. Selbst heute, obwohl die Anwesen längst Internate geworden sind, schlägt der Fluch wieder grausam zu.

Alice ahnt von all dem nichts, als sie für ihre Sommerkurse nach Chesterfield geschickt wird. Hier lernt sie den charmanten Vincent kennen, der ihre Aufmerksamkeit fesselt. Er lässt sie alles um sich herum vergessen, doch wieso bekommt sie in seiner Gegenwart jedes Mal solche Kopfschmerzen und merkt, wie ihr Körper anfängt zu kribbeln?

All das gerät jedoch in den Hintergrund, als sie eines Morgens eine ihrer Mitschülerinnen versteinert im Wald findet und ihr zur Hilfe eilt. Doch sie kann sie nicht retten. Und dann taucht auf einmal das Symbol einer Schachfigur auf ihrem Handgelenkt auf, und macht sie selbst zur Spielfigur in einem Spiel um Leben und Tot.

Meine Meinung:
Als ich mich für das Buch angefangen habe, hätte ich niemals gedacht, dass ich dem 1. Dezember (dem Erscheinungstermin für Band zwei) so sehr entgegenfiebern werde, wie ich es jetzt tue.

Das Setting und die Idee hinter der Geschichte finde ich beeindruckend. Tatsächlich habe ich bisher kein Buch gelesen, was im Entferntesten in diese Richtung geht. Definitiv dafür schon ein großes Lob an die Autorin.
Die Handlungen der Charaktere waren teilweise vorher zu sehen, oftmals aber dennoch spannend. Daher war auch schon recht früh im Buch klar, wohin die Reise mit Alice, Vincent und Jackson gehen wird. Wenn ich auch zugeben muss, dass die Autorin mich doch zwischenzeitlich etwas an der Nase herumgeführt hat.

Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat war, dass die Autorin es geschafft hat, mich nicht nur Sympathie, sondern auch immer weiter anwachsenden Hass für bestimmte Charaktere zu empfinden. Auch die Vielfalt der anderen Charaktere mit ihren Eigenschaften und ihren Bestimmungen haben der Geschichte sehr viel gegeben. Durch jeden neu eingeführten Spieler hat das Schachbrett mindestens zehn neue Facetten bekommen. So wurde die Geschichte auch mit jedem Kapitel ein kleines bisschen Tiefer.

Genauso waren die Träume von Alice eine unheimliche Bereicherung für den Leser.

Um das ganze jetzt aber nicht nur rosarot darzustellen, kommen wir mal zu ein paar Punkten, die mir nicht gefallen haben.

In vielen Bereichen des Buches hat mir die Gefühlsebene der Charaktere gefehlt. Besondern bei Alice und Jackson hätte ich mir ein ums andere Mal mehr Emotionen gewünscht.

Außerdem war es für mich teilweise sehr schwierig, mir alle Spieler, ihre Positionen, Namen und Beziehungen zueinander zu merken. Hier war ich tatsächlich froh, dass ich das Buch in einem Rutsch durchgelesen habe, ansonsten wäre ich definitiv nicht mehr richtig in die Geschichte reingekommen.

Als Abschluss komme ich nun nochmal zum Ende… DAS ENDE! Ja, es ist ein gutes Ende an genau der richtigen Stelle, aber ich will doch jetzt nicht ernsthaft 8 Monate warten, bis ich lesen kann, wie das ganze Spiel ausgeht. Das ist wirklich eine Herausforderung. Zumal ich den Abschied auch jetzt, einige Tage später noch genauso tief in meinem Herzen spüre wie in dem Moment als ich ihn lesen musste. Auch hier habt mir ein bisschen die Gefühlsebene gefehlt, dennoch war es zerstörend.

Fazit:
Ich bin überzeugt davon, dass dies ein toller Zweiteiler wird und freue mich jetzt schon sehr auf das Finale im Dezember.

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Veröffentlicht am 26.02.2020

Gut aber ein bisschen drüber

Simply Clean für ein gesundes Zuhause
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Zusammenfassung:
Muss ich mir über die Inhaltsstoffe meiner Reinigungsprodukte sorgen machen?

Warum sind die Etiketten auf Putzmitteln voller Warnhinweise, wenn doch gleichzeitig mit „natürlichen“ Mitteln ...

Zusammenfassung:
Muss ich mir über die Inhaltsstoffe meiner Reinigungsprodukte sorgen machen?

Warum sind die Etiketten auf Putzmitteln voller Warnhinweise, wenn doch gleichzeitig mit „natürlichen“ Mitteln und „pflanzlichen“ Inhaltsstoffen geworben wird?

Wie giftig sind diese Mittel wirklich und wie stark wirken sie sich auf unsere Gesundheit aus?

Becky Rapinchuk geht diesen und vielen weiteren Fragen in ihrem Buch auf den Grund.

Sie führt durch ein Detox Wochenende, um das Zuhause giftfrei zu bekommen. Erklärt, welche Inhaltsstoffe die schädlichsten sind und wieso und zeigt gesunde Alternativen auf, die jeder mit wenigen Zutaten selbstmachen kann.

Ein Leitfaden rundum ein gesundes Zuhause.

Meine Meinung:
Ich finde es schwer dieses Buch zu bewerten. Im Großen und Ganzen ist es ein informatives und hilfreiches Buch. Es bringt neue Denkanstöße mit sich und geht über den Tellerrand hinaus. Außerdem zeigt es nicht nur die Probleme auf, sondern gibt einem direkt Lösungsansätze. Auf der anderen Seite hatte ich große Probleme damit, dieses Buch ernst zu nehmen und die Art und Weise, wie die Autorin von der „Gefahr“ spricht nachzuvollziehen.

Aber fangen wir erstmal ganz am Anfang und mit dem Positiven an.

Ich habe vor über einem Jahr angefangen mich damit zu beschäftigen auf möglichst natürliche, unverarbeitete Inhaltsstoffe in all meinen Lebensbereichen zu achten. Einhergehend mit dem momentanen Trend des Minimalismus und „Zero Waste“ Lifestyles habe ich also angefangen mein Leben ein bisschen umzukrempeln und aufzumöbeln.

Dadurch kam ich auch auf den wunderbaren „Sauberkasten“ (kann ich jedem nur empfehlen!). Mit ihm habe ich dann meine ersten Versuche gemacht, aus Natron, Zitronensäure, Seife… eigene Putzmittel herzustellen. Und lasst es mich so sagen, es waren nicht alles die großen Erfolge wie ich sie mir erhofft hatte. Und so stand ich da, mit Mitteln, die nicht so funktionierten wie ich es brauchte, die das Geschirr nicht sauber machten und mit einer ganzen Menge Frust und Demotivation. Und so verlief sich das ganze auch erstmal im Sand.

Als ich das Buch dann sah, kam die Hoffnung wieder auf, dass es vielleicht doch noch kein verlorenes Land wäre und ich damit noch mal die Chance ergreifen könnte.

Was hat das Buch also für mich persönlich gebracht?
1. Ich habe endlich eine Übersicht über Inhaltsstoffe, die gesundheitsschädlich sind und wieso. Bisher war das mit ewigem Googeln verbunden und eigentlich hatte man am Ende des Tages trotzdem keinen Plan davon.
2. Ich habe neue und vor allem eine Vielzahl an verschiedenen Rezepten für verschiedene Reiniger, durch die ich mich durchprobieren kann. Hier kann ich mir nun die Produkte zusammenstellen, die ich wirklich benötige und habe Ausweichmöglichkeiten, falls doch ein Rezept nicht so funktioniert wie es soll.
3. Ich habe eine Übersicht darüber, welche Reiniger für bestimmte Dinge NICHT funktionieren und wieso meine bisherigen Versuche schiefgelaufen sein könnten.
4. Es hat mich vor allem wieder motiviert, mich eingängiger mit dem Thema zu beschäftigen und ich möchte (und werde) auch direkt loslegen bei mir zu Hause umzustrukturieren.

Jetzt hat das Buch allerdings auch einige für mich schon recht schwerwiegende negative Punkte. Um es kurz zusammenzufassen, vieles was die Autorin schreibt ist mir „zu radikal“, „zu drüber“ und „zu realitätsfern“.

Am meisten hat mich tatsächlich gestört, dass sie die meiste Zeit Wörter benutzt wie: „Giftstoffe“, (die Wohnung ist…) nicht sicher“ oder sogar „gefährlich“.

Natürlich hat sie Recht damit, wenn sie sagt die Inhaltsstoffe der Putzmittel sind gesundheitsschädlich. Da bin ich voll bei ihr. Und wenn man diese Mittel trinken würde wären sie vermutlich auch giftig. Aber erstmal sollte man nicht davon ausgehen, dass jemand sich zum Frühstück einen leckeren Smoothie aus Glasreiniger, Bleichmittel und WC-Reiniger genehmigt.

Außerdem verwendet sie diese Begriffe häufig im Zusammenhang mit „die Wohnung“ oder „das Haus“ sind so und so. Also meine Wohnung ist nicht perse giftig, denn sonst wäre ich vermutlich bereits tot. Und ich sterbe auch nicht jedes Mal, wenn ich mein Brot aus meiner Tupperbox esse. Und auch unter „gefährlich“ verstehe ich in erster Linie Dinge wie rumliegende Rasierklingen, zerbrochene Glasscherben oder ähnliches. Offensichtliche Gefahren, nicht die, die im Verborgenem liegen. Die es natürlich auch gibt und die es auch zu beachten gilt, keine Frage.

Was ich damit sagen möchte ist, dass ich ihre Art, direkt alles wegzuschmeißen nicht realistisch und unterstützenswert finde. Ich persönlich finde, dass es keine nachhalte Art und Weise ist, sich von allen Dingen zu trennen, nur weil sie evtl. nicht die besten Inhaltsstoffe haben. Gerade wenn es nicht mehr um die Putzmittel, sondern um Farben, Tupperdosen, Matratzen oder ähnliches geht, ist mir ihr Ansatz zu radikal. Auch finde ich es übertrieben einen Luft-, einen Wasser- und einen Heizungsfilter für das ganze Haus zu haben, ständig die Hände zu waschen, alles zu desinfizieren und Schuhe usw. nur noch draußen an und aus zu ziehen.

Ich bin der Meinung, dass nicht jeder Keim abgetötet werden muss, da dies ebenfalls nicht gut für unseren Körper ist.

Dennoch ist ihr Gedanke dahinter, sich auch mit Schadstoffen als Gefahr auseinander zu setzen definitiv beachtenswert. Ich denke, wenn jeder hier seinen Teil dazu beitragt und anstelle der Chemiekeule nächstes Mal das selbstgemachte Putzmittel ausprobiert, können wir alle unseren Teil dazu beitragen die Umweltbelastung zu reduzieren und dabei unsere eigene Gesundheit noch zu unterstützen.

Fazit:
Ich finde die Herangehensweise der Autorin zu radikal. Dadurch war ich teilweise etwas am Augenrollen und empfand die Texte als zu lang und schwergängig.

Ich glaube zwar weiterhin, dass die Abwesenheit von Keimen und Staub auf Dauer ebenfalls keinen gesunden Körper hervorbringen wird, dennoch werde ich aus ihren Rezepten einige selbst ausprobieren und über den ein oder anderen Bestandteil meiner Wohnung nochmal gründlich nachdenken.

Besonders um auch einen Blick hinter die Kulissen und Inhaltsstoffe zu bekommen, finde ich das Buch aber sehr hilfreich.

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