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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 27.10.2025

Herrlich, charmant - Die Diebin vom Grand Hotel

Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels
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„Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels“ ist mein erster Roman aus der Feder der österreichischen Autorin Vea Kaiser, die mit ihren bisherigen Werken bereits Bestseller landete. Die vielen positiven ...

„Fabula Rasa oder Die Königin des Grand Hotels“ ist mein erster Roman aus der Feder der österreichischen Autorin Vea Kaiser, die mit ihren bisherigen Werken bereits Bestseller landete. Die vielen positiven Lesermeinungen haben mich darin bestärkt, nun endlich mal ein Buch der Autorin kennenzulernen.

„Eine Frau nimmt sich, was ihr zusteht – aber wer entscheidet was das ist?“ klingt doch schon mal sehr charmant …

Angelehnt an einer wahren Geschichte erzählt die Autorin über Angelika Moser, die in Wien, Ende der Achtzigerjahre, als Tochter der Hausbesorgerin Erna Moser in ärmlichen Verhältnissen im Gemeindebau aufgewachsen ist. Während ihrer Freizeit zieht Angelika am liebsten mit ihrer besten Freundin Ingi, tanzend durch Wiens Nachtleben. Sie liebt ihren Job als Buchhalterin, in einer für sie neuen, eleganten Welt im Grand Hotel Frohner.

Angelikas Aufstieg im Hotel beginnt, als sie dem Direktor Frohner aus einer unglücklichen Lage befreit und mit einem Scheck zum Schweigen, gebeten wird. Immer öfter gibt es Sonderaufgaben für Angelika, die gut honoriert werden. Auf dem Hotel Frohner lastet eine unschöne Vergangenheit, die das Familienunternehmen zerstören könnte und wieder bittet der Direktor, Angelika um Hilfe. Schnell lernt sie, wie Zahlen, zu manipulieren sind.

Ob gewollt oder ungewollt, wird Angelika schwanger und bald zur alleinerziehenden Mutter. Das Geld wird knapp und da kommt der Ausfall des Abteilungsleiters genau richtig um die Auszeit ihrer Mutterschaft zu verkürzen. Angelika steigt zur Abteiluingsleiterin auf und möchte damit ihrem Sohn ein schöneres Leben bieten. Schnell merkt sie aber, dass das Geld trotzdem nicht ausreicht und bald sieht sie keine andere Wahl, als sich selbst, an dem Hotel zu bereichern. Gut ausgeklügelt verschafft sie sich Geld mit manipulierten Rechnungen und nennt es geheime Kredite, die sie besonders sorgfältig notiert, denn sie will sie ja alles ihrem Arbeitgeber, zurückzahlen. Nur die Geldsorgen werden nicht kleiner sondern immer größer und dann kommt der Tag, an dem Angelika auffliegt …

Ein plötzliches Ende, dass letztendlich noch Raum für die eigene Fantasie übrig lässt.

Fazit:
Mit einem charmant-ironischen Humor, erzählt die Autorin über den Aufstieg und Fall einer jungen Frau, die ihr Glück selbst in die Hand. Die Geschichte ist zwar abwechslungsreich und unterhaltsam, kommt mitunter aber auch etwas mit zu vielen ausschweifenden Details, daher. Das schöne Cover und die tolle Gestaltung des Buches haben mir besonders gut gefallen.
Von mir 4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 22.10.2025

Eine Geschichte der leisen Töne

Wilder Honig
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"Wilder Honig " von Caryl Lewis ist eine berührende Geschichte zwischen Liebe und Trauer, Enttäuschung und Dankbarkeit, die vor der malerischen Kulisse der walisischen Landschaft durch seine leisen Töne, ...

"Wilder Honig " von Caryl Lewis ist eine berührende Geschichte zwischen Liebe und Trauer, Enttäuschung und Dankbarkeit, die vor der malerischen Kulisse der walisischen Landschaft durch seine leisen Töne, überzeugt.

Hannah hat ihr ganzes Leben in Berllan Deg, einem kleinen Ort in Wales, verbracht. Anders als ihre Schwester Sadie, ist sie nie aus ihrem Elternhaus ausgezogen, nicht einmal nach ihrer Hochzeit mit John. Sie ist in diesem Haus und dem dazugehörigen Obstgarten verwurzelt, behandelt die Bäume, als gehörten sie zur Familie.

Als John, der einst Schriftsteller und Imker war und der die Welt durch die Sprache der Bienen zu verstehen lernte stirbt, ist Hannah das erste Mal allein ...

Nach den Feierlichkeiten und der Beisetzung von John, fühlt sich Hannah ausgelaugt und will nur noch schlafen, sich Ruhe gönnen doch am nächsten Tag steht ihre Schwester Sadie vor der Tür. Die Distanz zwischen den Schwestern ist spürbar, doch Sadie ist hier um Hannah zu unterstützen und lässt sich nicht abweisen. Die Schwestern nähern sich langsam an und jede ist beschäftigt mit Aufgaben, die zu erledigen sind. Sadie kümmert sich um die Papiere in Johns Arbeitszimmer und findet neben elf Liebesbriefen an Hannah einen Brief, indem er ein lang verborgenes Geheimnis, offenbart. Hannah ist entsetzt und weigert sich zunächst, die Briefe auch nur anzurühren.

Johns Liebesbriefe sind durch die Sprache der Bienen, die er wie kein anderer versteht, geschrieben und führen Hannah, ihre Schwester Sadie und die junge Megan auf eine Reise durch Erinnerungen und alte Wunden. Es ist eine Reise, die nicht nur die Vergangenheit neu beleuchtet, sondern auch die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft eröffnet.

Abwechselnd zwischen Johns Briefen, erzählen Hannah, Sadie und Megan, aus ihrer Vergangenheit und ihrem Leben und wie es scheint, kommen sie hier in Berllan Deg, in dem kleinen Ort in Wales, zur Ruhe.

Fazit:
"Wilder Honig" ist eine berührende Geschichte mit leisen Tönen erzählt, die mich mit auf die Reise in den heimischen Obstgarten, der Bienenzucht und seiner Bewohner zwischen Liebe und Trauer, Enttäuschung und Dankbarkeit, geführt hat. Mit ihrem Schreibstil und ihrer berührenden Geschichte, ist der Autorin hier eine wunderbare Atmosphäre, mit einem harmonischen Ende gelungen und lässt mich sehr zufrieden das Buch zur Seite legen.
Von mir 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 21.10.2025

Außergewöhnlich und überraschend

Zwischen zwei Leben
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In ihrem neuen Roman erzählt die finnische Schriftstellerin Minna Rytisalo auf eine sehr originelle Weise eine feministische Emanzipations-Geschichte über eine Frau, die sich zwischen zwei Leben befindet.

In ...

In ihrem neuen Roman erzählt die finnische Schriftstellerin Minna Rytisalo auf eine sehr originelle Weise eine feministische Emanzipations-Geschichte über eine Frau, die sich zwischen zwei Leben befindet.

In der Mitte ihres Lebens beschließt Jenni Mäki, die lieblose Ehe mit Jussi zu beenden und einen Neustart zu wagen. Ihre Kinder sind aus dem Haus und brauchen sie nicht mehr, finanziell ist alles einvernehmlich geregelt, der untreue Jussi hat schon eine neue Frau, ihrem mutigen Neuanfang nach 24 Ehejahren steht also nichts im Wege. Sie hat sogar einen neuen Namen angenommen und heißt jetzt Jenny Hill, und auch eine neue Wohnung hat sie schon für sich gemietet. In die nimmt sie nur das Allernötigste mit, so wenig wie möglich von dem, was sie an ihr altes Leben erinnern könnte.

Alleine in ihrer Wohnung, werden die „Ajattaras“, den Geistern aus der finnischen Mythologie ersetzt durch die Märchenfiguren „Aschenputtel, Schneewittchen, Dornröschen, Gretel, Rapunzel und Rotkäppchen“, in ihrem Kopf lauter und versuchen sie zu erreichen, indem sie sie ansprechen. Geschickt tauchen die Märchenfiguren immer wieder auf um den gesellschaftlichen Druck zu kommentieren und ihr Ratschläge zu hinterlassen.

Auf Anraten ihrer Psychotherapeutin soll Jenny Briefe schreiben, die sie nicht abschicken soll, sie aber dadurch zwingt, ihre Probleme gründlich zu durchdenken. Nur die Schriftform nämlich bringe Ordnung in das gedankliche Chaos und die unverbindliche Flüchtigkeit der Therapiegespräche. Jenny braucht nicht lange zu überlegen wem sie schreiben will. Und schon fliegen die ersten Zeilen aufs Papier an Brigitte Macron, die fast 25 Jahre ältere Frau des französischen Präsidenten, deren unkonventionelle Ehe nicht nur durch den Altersunterschied, sondern auch durch das skandalträchtige Lehrerin/Schüler-Verhältnis gesellschaftlich vorgeprägt ist.

Jennys Gedankenwelt hat mir sehr gut gefallen. Sie ist eine Frau, die sich selbst wiederfindet, leise, tastend, aber mit wachsender Entschlossenheit.

Fazit:
„Zwischen zwei Leben“ hat mich mit seiner ruhigen, fast unspektakulären Art überrascht. Es ist kein Buch, das mit großen Wendungen oder lauten Momenten auffällt, sondern eines, das sich langsam entfaltet und gerade dadurch Wirkung zeigt. Eine interessante Geschichte, die Mut macht, aber auch zum Nachdenken anregt.
Von mir 4 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 16.10.2025

Nebensaison in Grado

Alle weg
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Das Cover und die Gestaltung des Buches mit Leineneinband und Lesebändchen, wirkt ausgesprochen edel und konnte mich auf den ersten Blick, begeistern.

In seinem neuen Buch „Alle Weg“ schildert Stefan ...

Das Cover und die Gestaltung des Buches mit Leineneinband und Lesebändchen, wirkt ausgesprochen edel und konnte mich auf den ersten Blick, begeistern.

In seinem neuen Buch „Alle Weg“ schildert Stefan Maiwald, der in der norditalienischen Stadt Grado, ganz in der Nähe von Pinos Bar lebt, Tagebuchartig seine Beobachtungen und Erlebnisse aus der Nebensaison, wenn die Touristen abgereist sind, Ruhe einkehrt und das wahre Leben der Einheimischen, beginnt.
Und in Pinos legendärer Bar beginnt sie exakt dann, wenn der Fernseher endlich wieder läuft. Und die einheimischen Stammgäste den Sommer resümieren, über Politik streiten, die Fußballergebnisse und lokale Kriminalfälle diskutieren, füreinander kochen, Pläne schmieden, lachen, laut diskutieren und am Ende immer auf das Leben anstoßen.

Fazit:
Aus verschiedenen Perspektiven und Blickwinkeln zitiert der Autor querbett seine reichhaltig angesammelten Anekdoten, wobei sich auch Themen in unterschiedlichen Monaten, wiederholen können. Einige Anekdoten fand ich schon recht unterhaltsam aber eben nicht alle. Mir fehlte in dieser Erzählung einfach etwas mehr Spannung und ein Faden, der mich von dem italienischen Flair, hätte überzeugen können.

Im Anhang gibt es noch eine Auflistung über – „Wer wohnt hier eigentlich?“ und mir stellt sich echt die Frage, was nutzt mir zu wissen, wieviele Hausfrauen, Tellerwäscher, Kellner usw. in Grado leben?
Von mir 3 von 5 Sternen!

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Veröffentlicht am 14.10.2025

Ein spannender zweiter Teil

Little Germany - Der Geschmack von Freiheit
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Mit der gelungen Fortsetzung „Little Germany-Der Geschmack von Freiheit“ von der Autorin Maria Nikolai, endet die Dilogie der „Die Bäckerinnen von Manhattan - Saga“.

Der zweite Band schließt nahtlos ...

Mit der gelungen Fortsetzung „Little Germany-Der Geschmack von Freiheit“ von der Autorin Maria Nikolai, endet die Dilogie der „Die Bäckerinnen von Manhattan - Saga“.

Der zweite Band schließt nahtlos und direkt an den ersten Band an und rankt weiter um den Untergang des Ausflugsdampfers General Slocum auf dem East River im Juni 1904. An diesem Tag waren über 1300 Menschen aus dem Little Germany oder Kleindeutschland, manchmal auch "Deutschländle" genannten deutschen Viertel New Yorks an Bord der Slocum. Anlass war ein Jahresausflug, Ziel ein Picknickgelände am Long Island Sound. Man hatte den Schaufelraddampfer gechartert, um die Gesellschaft hinzubringen und am Abend wieder abzuholen. Doch bereits nach 15 Minuten - der Dampfer passierte gerade die berüchtigte Enge Hell Gate - geschah ein dramatisches Unglück und mittendrin, Lissys liebste Menschen.

Nach dem Schiffsunglück beginnt für Lissi, die schwerste Zeit ihres Lebens aber zum Glück sind da ihre Freunde, die stets versuchen sie aufzufangen.
Auch das Leben selbst im ganzen Viertel Little Germany hat sich nach der Schiffskatastrophe verändert, denn die Menschen sind gelähmt von ihrer Trauer um die vielen Toten und verlassen Little Germany. Was sollen Lissi und Julia also hier noch! Schnell ist beschlossen, sie wagen einen Neuanfang in Yorkville und eröffnen „Lissi's Kleine Konditorei“. Sie haben Glück und die kleine Konditore, ist bald wie ein aufstrebender Stern am German Broadway und von Erfolg gekrönt, denn die Kunden lieben die schwäbische Confiserie. Währenddessen müssen sich Julia und Lissi ihrer Vergangenheit stellen, denn zwei Männer aus ihrem alten Leben treiben sie nicht nur in ein Gefühlschaos, sondern stellen auch ihre Zukunft infrage.

Der ausführliche Anhang, mit einem Personenregister, historischen Hintergründe, dem Glossar und den schönen Rezepten aus Lissi’s Kleiner Konditorei, runden die Dilogie, perfekt ab.

Fazit:
Der Autorin ist mit ihrem leichten und flüssigen Schreibstil eine lebendige Geschichte über Verluste und Neuanfänge, über die Kraft der Liebe, über das starke Band der Freundschaft und des Zusammenhalts, gelungen. Die Charaktere der Protagonisten sind gut ausgearbeitet und es hat mir großen Spaß gemacht, diese in ihrer Entwicklung und auf ihrem Weg, zu begleiten.
Von mir 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung!

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