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Veröffentlicht am 07.04.2020

Liebesgeschichte mit was drum rum

Das Lied der Sonne
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Klappentext:
Lanea liebt ihr Leben. Sie genießt es, jeden Morgen mit den Stammesmitgliedern am feinen Sandstrand die Sonne zu begrüßen und mit ihrer besten Freundin, der Häuptlingstochter, unbeschwert ...

Klappentext:
Lanea liebt ihr Leben. Sie genießt es, jeden Morgen mit den Stammesmitgliedern am feinen Sandstrand die Sonne zu begrüßen und mit ihrer besten Freundin, der Häuptlingstochter, unbeschwert zu lachen. Doch von einem Tag auf den anderen ändert sich alles. Der zukünftige Großkönig des Reiches ruft zur Brautschau und Lanea soll als falsche Prinzessin an den Hof reisen. Ein Ort, an dem man ihr nicht nur mit Vorurteilen begegnet, sondern hinter jeder Ecke Intrigen und tödliche Verschwörungen lauern – und mittendrin Prinz Aaren, dessen sanftmütige braune Augen Laneas Herz bei jedem Blick zum Flattern bringen. Doch seine Liebe darf sie nicht für sich gewinnen…

Der Schreibstil:
Der Einstieg fiel mir nicht ganz leicht. Die Sätze erschienen mir zunächst recht abgehakt, da sich ihr Aufbau sehr ähnelte. Dadurch kam ich in keinen richtigen Lesefluss. Nach und nach habe ich mich daran gewöhnt, allerdings ist es mir auch noch mehrmals im weiteren Verlauf des Buches aufgefallen. Es zog mich einfach nicht richtig in die Geschichte, die Gefühle wollten nicht so ganz rüberkommen und ich hatte beim Lesen eher das Gefühl, ich ließe mich gelangweilt durch die Geschichte treiben.

Meine Meinung:
Am Anfang war ich wegen des Schreibstils skeptisch, Lanea dagegen hat mir sehr gefallen. Sie schien mutig und selbstbewusst zu sein, vielleicht auch klug und nicht so zimperlich wie ihre Freundin Kanani. Das Heldinnen-Potential wäre eigentlich da gewesen. Leider kommt sie dann an den Hof und mutiert zu einem verliebten Etwas mit rosaroter Brille. Zwar stellt sie noch kluge Überlegungen an, allerdings sind diese nur in Relation klug. Der Handlungsverlauf schaukelt vor sich her. Alles läuft immer wieder überraschend glatt. Für Spannung sorgen dann plötzliche Ereignisse, die alles wieder umwerfen oder Lanea auf den Boden der Tatsachen zurückführen. Leider sind sie vorhersehbar und letztlich auch immer viel zu einfach gelöst worden. Ich hätte mir an vielen vielen Stellen gewünscht, dass alles mehr ineinander verstrickt worden wäre. Ein wenig mehr Fallen, unerwartete Ereignisse. Eben Dinge, die eine gute Fantasygeschichte so besonders machen, weil sie ein großartiges Konstrukt aufbauen. Das passiert hier allerdings nicht. Stattdessen steht Laneas Liebesbeziehung im Vordergrund. Ich war zu Anfang echt geschockt, wie schnell sie „verliebt“ ist. Da bekommt man den Prinzen Aaren mit den „leeren“ Augen vorgestellt, weiß nichts über ihn, ebenso wenig wie Lanea, und schon verliebt sie sich und man selbst als Leser soll ihn auch toll finden? Aber klar, kein Wunder, wenn er anfangs zu der weißen Seite gezählt wird. Schwarz bleibt schwarz und weiß eben weiß. Abweichungen kommen nicht vor und das ist wahrscheinlich schon ein SPOILER.
(Wenn wir hier schon über Spoiler reden, darf ich vielleicht anmerken, dass die Geschichte nicht selten einfach Lücken aufwies. Z.B. gibt es eine große Brautschau am Anfang. Der zukünftigen Großkönigin begegnet Lanea natürlich (und die ist natürlich auch noch durch und durch gut), aber ansonsten scheint keine im Schloss anwesend zu sein. Sehr unwahrscheinlich.)
Die Geschichte wird nur aus Laneas Perspektive erzählt. Somit erhalten wir noch nicht einmal auf diese Weise Einblick in Aaren. Ich fand ihn anfangs wirklich komisch und hätte die ganze Zeit über erwartet, dass da von ihm nochmal was kommt. Irgendetwas, dass erklären würde, warum man das ganze Buch hinweg so ein komisches Gefühl hat. Tatsächlich wird gegen Ende etwas angedeutet, aber das klärt Lanea ebenso schnell mit ihrer Liebesgeschichte. Der Fokus liegt ganz und gar auf dieser Liebe und dann fügen sich eben so manche Dinge auch hinsichtlich kitschiger Elemente. Ich konnte wirklich nicht fassen, wie einfach das alles funktioniert und wie sehr die Beziehung in den Vordergrund gerückt wird. Es gab da nämlich eigentlich noch so ein paar andere Dinge, die hätten geklärt werden müssen. Da wurde einfach zu viel angeschnitten und zu viel oberflächlich abgehandelt.
Die Autorin hat sich ihre Welt da einfach so gebogen, wie sie ihr gepasst hat und das merkt man auch. Generell war ich von der ganzen Welt etwas irritiert und konnte mich nicht ganz hineinfallen lassen. Anfangs liest man vom Paradies, im übertragenen Sinne, dann von Mangos, von Wechselbälgern usw. Da wurde meiner Meinung nach einiges vermischt und das hat es mir schwer gemacht, die Welt vollständig zu akzeptieren. Lieber mag ich es dann, wenn die Autoren sich entweder alles ausdenken oder es eben noch viel weitreichender an die Realität anlehnen.
Irritierend fand ich auch, dass wir zwar Laneas Volk vorgestellt bekommen und ich sie wirklich nicht als Wilde betiteln würde, am Hofe und auch sonst wird einem aber schon das Gefühl vermittelt, sie wären welche. Umso verwirrender dann, dass Lanea, die so frei aufgewachsen ist und nur wenig Unterricht in der Hinsicht hatte, sich am Hof sofort zu benehmen weiß. Es wirkte insgesamt alles nicht wirklich authentisch.

Fazit:
Leider enttäuschend für mich. Die Handlung war sehr einfach gehalten und konzentrierte sich sehr auf die Liebesgeschichte zwischen den Protagonisten. Dementsprechend fügt sich alles und das wirkte einfach komplett unrealistisch, vor allem, weil die Szenerie drumherum Potential für mehr geliefert hätte. Der Schreibstil war manchmal etwas holprig, durch Spannungselemente, die zwar etwas vorhersehbar waren und gekünselt wirkten, ließ sich das Buch aber dennoch einigermaßen gut lesen. Ich würde die Geschichte auf jeden Fall nicht unbedingt dem Genre Fantasy zuordnen. Dafür ist das Happy End der Protagonisten dann doch etwas zu steil zulaufend und hat dadurch keinen Platz mehr für die Fantasy gelassen.

2 von 5 Sterne von mir.

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Veröffentlicht am 04.04.2020

Ich will zurück! Absolutes Highlight!

Cassardim 1: Jenseits der Goldenen Brücke
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Der Klappentext von Cassardim:
Amaia ist gerade sechzehn geworden – zum achten Mal. Warum ihre Familie so langsam altert und warum sie keinem ihrer fünf Geschwister ähnelt, möchte Amaia unbedingt herausfinden, ...

Der Klappentext von Cassardim:
Amaia ist gerade sechzehn geworden – zum achten Mal. Warum ihre Familie so langsam altert und warum sie keinem ihrer fünf Geschwister ähnelt, möchte Amaia unbedingt herausfinden, aber ihre Eltern tun alles, um dieses Familiengeheimnis zu wahren – ständige Umzüge, strenge Regeln und Gedankenkontrolle inklusive. Amaia sieht ihre Chance gekommen, als ihre älteren Brüder eines Tages einen Gefangenen mit nach Hause bringen: den geheimnisvollen wie gefährlichen Noár, der ebenso wenig menschlich ist wie sie. Doch dann wird Amaias Familie angegriffen und plötzlich ist Noár ihre letzte Hoffnung: Er verlässt mit ihnen die Menschenwelt und bringt sie nach Cassardim, ins Reich der Toten, wo Amaia zwischen Intrigen, Armeen, lebendig gewordenen Landschaften, unwirklichen Kreaturen und mächtigen Fürstenhäusern endlich ihre Antworten findet – und ihr Herz verliert.

Der Schreibstil:
Julia Dippel schreibt spannungsgeladen, detailreich und genial. Alles greift ineinander, die Wortwahl der Protagonisten ist stets so gut gewählt, dass es genau das auslöst, was es soll. Zwischendurch baut sie immer mal wieder kleine technische Details ein, die Szenen besonders betonen. Ich bin durch die Seiten geflogen und hatte sehr viel Spaß beim Lesen. Die Autorin hat es geschafft, mich immer mit gerade so vielen Informationen zu füttern, dass ich befriedigt war und gleichzeitig wieder neue Spannung aufkam. Und das bis zum Schluss!

Meine Meinung:
Auf der ersten Seite war ich skeptisch: ein sechzehnjähriges Mädchen. Hoffentlich wurde das nicht wieder so eine Teeniegeschichte. Aber zum Glück falsch gedacht. Seite zwei hat es geregelt und ab dann war ich der Geschichte total verfallen. Es fängt anfangs alles total normal an. Amaia ist eine tolle Protagonistin. Sie ist neugierig, selbstbewusst, durchsetzungsfähig und klug. Dadurch macht es unheimlich Spaß, sie zu begleiten. Der Anfang war sofort total aufregend, hat viele Fragen aufgeworfen, die die Protagonistin teilte, und viele Gefühle geschürt. Ich war begeistert und eigentlich schon zufrieden mit dem Maß an Unglaublichem. Dann lernen wir jedoch Cassardim kennen. Einen Ort, den die Autorin wunderbar beschreibt. Alles ist stimmig, ich konnte es mir super vorstellen und gerade die Wahl der dortigen Gepflogenheiten hat mir immer wieder bewusst gemacht, wie anders es dort ist, denn eigentlich fühlte ich mich gleich super wohl.
Ebenso war ich sofort in Noár verliebt. Wer glaubt, dass er einfach nur heiß und heldenmäßig daherkommt, der täuscht sich ganz gewaltig. Noár ist nur ein Beispiel dafür, wie undurchschaubar die meisten Personen in Cassardim sind. Es hat mich wirklich beeindruckt, wie die Autorin Intrigen, Halbwahrheiten und Geheimnisse miteinander verpflicht, die Personen alle so einzigartig und gewichtig schafft und in den Mittelpunkt Amaia stellt, die versucht Herrin der Lage zu werden. Da kam dann wieder durch, wie stark Amaia ist. Das hat mir wirklich sehr gefallen, da ich es zu schätzen wusste, dass die Hauptprotagonistin keinesfalls naiv ist und die meisten ihrer Taten wohlüberlegt sind. Dennoch wird natürlich nicht vergessen, dass auch sie Fehler machen kann und sich in einer komplett fremden Welt zurechtfinden muss. Das machte sie unheimlich authentisch und hat meine Sympathie zu ihr von Seite zu Seite noch mehr und mehr steigen lassen.
Die Handlung ist durchweg spannend. Noár und Amaia tragen einen großen Teil dazu bei, aber auch Cassardim selbst sorgt für Spannung. Ich habe es geliebt, mitzufiebern, Puzzleteile zu erhalten und am Ende zu sehen, wie alles ineinander griff. Dazu die Liebesgeschichte, die innerhalb Cassardims eine ganz andere Bedeutung erhält und für mich deshalb nicht so herbeifantasiert und banal rüberkam wie bei anderen Geschichten. Sie hat innerhalb der Handlung einfach genau den richtigen Platz eingenommen und war selbst eine Versinnbildlichung der Ungewissheit, durch die Amaia sich kämpfen muss.
Der Handlungsverlauf war für mich wirklich nicht vorhersehbar und durch seine Komplexität und den Blick aufs Detail überzeugt:)
Und für alle, die Angst vor dem Ende haben, schließlich kommt bald ein zweiter Band: die Welt ist genial, die Protas sind genial und ja, da sind noch ein paar ungeklärte Fragen, deshalb will man auf jeden Fall wissen, wie es weitergeht. Aber es gibt keinen unerträglichen Cliffhänger, der einen dazu zwingt, mit dem Lesen dieses Buches auf die Erscheinung der nächsten Bände zu warten;)

Fazit:
Cassardim hat mich total verzaubert und geflasht. Ich bin voller Vergnügen durch die Seiten geflogen. Amaia als Hauptprotagonistin ist genial. Sie ist stark und dennoch menschlich und behält oft einen kühlen Kopf. Noár ist hinreißend aber auch unheimlich arrogant. Ihr werdet seinem Bann sofort verfallen. Der Handlungsverlauf zieht und zieht und zieht. So viele Details, Geschehnisse, die ineinander greifen, und Puzzleteile, die die Spannung konstant hoch halten. Ich konnte nicht aufhören und würde am liebsten sofort weiterlesen und das ohne Cliffhänger! Lasst euch in diese überwältigende Welt entführen!

5 von 5 Sterne von mir.

Liebe Grüße<3

PS: Ich habe mitbekommen, dass es einige als zu brutal empfanden. Das war bei mir nicht der Fall. Fakt: das Buch beinhaltet brutale Szenen. Das ist bei Fantasy, die nicht dem Jugendbuch angehört, so üblich und steht für mich für Authentizität. Schließlich befinden wir uns oft in Welten, die an das Mittelalter oder noch weiter zurück erinnern. Da ging es eben manchmal brutal zu. Dieses Buch stellt aber auf keinen Fall brutale Szenen besonders hervor und beschreibt sie so detailliert, dass es einen gruselt. Es ist Teil der Handlung.

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Veröffentlicht am 02.04.2020

Wir lesen von Teenieentwicklungen - der Rest bleibt leider oberflächlich

Verloren sind wir nur allein
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Der Schreibstil:
Mila Summers schreibt wirklich schön leicht und locker. Sie verbeißt sich in kein Thema, um uns dann seitenlang damit zu quälen, sondern fliegt elegant und in einem angemessenen Tempo ...


Der Schreibstil:
Mila Summers schreibt wirklich schön leicht und locker. Sie verbeißt sich in kein Thema, um uns dann seitenlang damit zu quälen, sondern fliegt elegant und in einem angemessenen Tempo durch die Seiten. So bereitete es mir keine Schwierigkeiten, das Buch zügig durchzulesen.

Meine Meinung:
Wenn man Sky vorgestellt bekommt, muss man erst einmal wieder in den Teenie-Modus verfallen, denn sie ist ein Teenie. Durch und durch. Da ist die Zickigkeit, die Sturheit und auch oft die Ungerechtigkeit gegenüber anderen in ihren Handlungen. Sky hat aber natürlich noch einen anderen Grund: sie hat ihren Vater verloren und wird ziemlich schnell danach entwurzelt. Gut fand ich, dass sie zwar darauf herumgeritten hat, der neuen Situation aber zumindest innerhalb der Schule schnell eine Chance gegeben hat. Nichts wäre lästiger gewesen als eine Protagonistin, die sich gegen alles und jeden sperrt. Erzähltechnisch jedoch hatte ich ein paar Probleme mit Sky. Trotz Handlungen und Gefühlsbeschreibungen konnte ich sie das ganze Buch hinweg nicht richtig zu fassen kriegen. Es manifestierte sich kein komplettes Bild in meinem Kopf. Stattdessen musste ich mir immer wieder ihre Macken gefallen lassen und habe mal mehr mal weniger geduldig darauf gewartet, dass sie zur Einsicht kommt. Ich erkläre mir diese Distanz vor allem dadurch, dass der Leser sie durch Jeff ziemlich schnell ganz anders beschrieben bekommt, als er selbst sie wahrnimmt. Hier müssen sich zwei Bilder der selben Figur übereinander legen und das gelingt leider nicht, denn auch Jeff bleibt etwas undurchsichtig. Er war mir anfangs wesentlich sympathischer, weil er sich wesentlich erwachsener verhalten hat. Im weiteren Verlauf der Handlung wurde dann klar, dass da ein ganz anderer hinter ihm steckt. Dies erfahren wir in zwei ganz kurzen Szenen. Leider wurde es zu schnell abgehandelt. Jeff ist das und deshalb sagt man das. So kam es rüber. Generell haben die beiden nur in diesen Szenen mal vernünftig miteinander gesprochen. Wo die Gefühle so plötzlich herkamen, war mir ehrlich gesagt ein Rätsel. Nach der Hälfte des Buches kannten sich Sky und Jeff meiner Meinung nach noch nicht einmal. Zwar war die Erzählsituation über die Erwähnung von Gemeinsamkeiten immer sehr schön eingeleitet, aber letztlich blieb alles oberflächlich. Sky kam eher wie ein Roboter rüber, der dann genau das Richtige sagt, obwohl sie vorher nicht den Eindruck machte, als könne sie so etwas überhaupt verstehen. Da war viel gewollt, viel in Planung, aber nichts wurde richtig durchgezogen.

Auch vom Handlungsfluss her war es schwierig. Wie oben bereits erwähnt, wartet man die ganze Zeit auf DIE Wendung. Die Wendung, die alles irgendwie noch korrigiert. Nur dadurch kommt Spannung auf. Denn die Handlung selbst vermag dies nicht. Zu Anfang fand ich es noch ganz erfrischend, dass man Skys Geheimnis schon früh vollständig kennt. So begründet sie sich schließlich ja auch. Anders wäre Sky wohl nicht zu ertragen gewesen. Aber auch Jeffs Geschichte wurde dann unheimlich schnell abgehandelt und man fragte sich, was einem das Buch denn nun erzählen wollte. Dass Sky eine Teenagerin ist? Das wissen wir von Anfang an. Zum Glück kommt dann gegen Ende noch ein anderer Strang zu (für mich etwas zu spät aber naja). ACHTUNG SPOILER: Skys Mutter ist krank. Dadurch und durch Jeff schon vorneweg lernt Sky eine sehr wichtige Moral, die sie sich schön erarbeitet. Das hat es für mich tatsächlich noch ein wenig gerettet, auch wenn es vorhersehbar war und die Handlung es eigentlich nicht gebraucht hätte, wenn es vorher alles etwas besser ausgearbeitet worden wäre.

Das Ende lässt mich genauso verwirrt zurück wie schon die ganze Geschichte zuvor. Jeff scheint sich total verloren zu haben. Er passt sich an. Ich sehe da keinerlei erwachsenes Verhalten, wenn die beiden nicht über so etwas sprechen und auch für den Leser ist es nicht richtig fassbar, wenn das Happy End happy ist, weil es einfach passend gemacht wird.
Weiter war ich enttäuscht, dass die Nebenprotagonisten nicht mehr Platz bekommen haben. Wenn mal zeit dafür war, dann wurden Skys Freundinnen zu ihren Zwecken erwähnt. Da habe ich dann auch eine sehr schöne Entwicklung gesehen. Andeutungen hinsichtlich der Freundinnen, wurden aber nicht verfolgt und verliefen sich ins Leere. Das machte es, so unwichtig es auch erscheinen mag, für mich noch unvollständiger.
(Für alle, die das Buch gelesen haben und bei denen ich deshalb etwas konkreter sein kann: Es wird angedeutet, dass Kathleen auf Noah steht. Keine erwähnt es aber jemals. Realistisch bei Teenagermädchen?)

Fazit:
Das Buch hat mich leider enttäuscht. Der Schreibstil der Autorin ist echt nicht schlecht und gut mich super durch das ganze Buch getragen, die Geschichte selbst blieb jedoch oberflächlich und nicht gut ausgearbeitet. An vielen Stellen hätte ich mir gewünscht, dass die Autorin sich mehr Zeit dafür genommen hätte. Es wurden keine Gefühle transportiert und auch die Hauptprotagonisten blieben schwach und waren nicht richtig zu fassen. Es gibt jetzt noch drei Sterne, weil einige „Teenieentwicklungen“ ganz gut gemacht waren. Aber das allein trägt leider keine Geschichte, die von mehr als dem handeln soll.

3 von 5 Sterne von mir. (Mit einem zugedrückten Auge)

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Veröffentlicht am 02.04.2020

Alle Gefühle einmal durch - danke Mona Kasten<3

Dream Again
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Dream Again:)

Für alle, die die Begin-Reihe nicht kennen: Dream Again ist der fünfte Band der Reihe, wobei jeder Band in sich abgeschlossen ist. Dennoch tauchen die anderen Protagonisten, denn wir befinden ...

Dream Again:)

Für alle, die die Begin-Reihe nicht kennen: Dream Again ist der fünfte Band der Reihe, wobei jeder Band in sich abgeschlossen ist. Dennoch tauchen die anderen Protagonisten, denn wir befinden uns in jedem Band in dem charmanten Städtchen Woodshill. So gehen ihre Geschichten weiter, auch wenn ihre Geschichten schon erzählt wurden. Demnach würde ich empfehlen, die Bücher der Reihe nach zu lesen. Vor allem, weil sich wirklich jedes einzelne lohnt!

Der Klappentext:
Jude Livingston ist am Boden zerstört: Ihr großer Traum, als erfolgreiche Schauspielerin in L.A. durchzustarten, ist geplatzt. Ohne Job und ohne Geld bleibt ihr keine andere Wahl, als zu ihrem Bruder nach Woodshill zu ziehen – und damit auch in die WG ihres Ex-Freundes Blake Andrews. Schnell merkt Jude, dass aus dem humorvollen Jungen von damals ein gebrochener Mann geworden ist, der ihr die Trennung nie verziehen hat. Doch die Anziehungskraft zwischen ihnen ist heftiger als je zuvor. Und schon bald müssen sich Jude und Blake fragen, ob sie bereit sind, ihre Herzen erneut zu riskieren …

Der Schreibstil:
Mona Kasten schreibt wundervoll. Viel anders kann man es gar nicht beschreiben. Ich störe mich oft daran, dass Autoren ewig schwafeln, weil sie meinen, es müssten Gefühle kreiert werden, oder mit Zuschreibungen und Behauptungen um sich werfen, die mir kein Gefühl für das Buch geben, weil ich dauernd das Gefühl habe, ich MÜSSTE es jetzt so und so finden.
Mona Kasten dagegen schreibt in einem wundervollen Tempo. Sie bringt die Gefühle mit wenigen Worten rüber und beschreibt sie dennoch genug, um sie durch und durch zu verspüren. Ich musste an vier Stellen beinahe weinen und ich bin echt kein rührseliger Mensch. Und dann waren diese Stellen noch nicht einmal höchst dramatisch-tragisch überzogen oder ähnliches (man denke an Titanic), sondern es ging einfach nur um Mitgefühl und Liebe, um nette Gesten und Freundschaft. Diese Vielseitigkeit, die man im Buch hinsichtlich der Gefühle gefunden hat, fand ich super. Ein Moment zum Heulen ist nicht nur der zwischen zwei Partnern.

Meine Meinung:
Jude kannte ich nun noch gar nicht aus einem der anderen Bücher, was ich aber kannte war Woodshill und dort fühlte ich mich sofort wieder wohl. Die Autorin brauchte keine zehn Seiten, um mir wieder das Gefühl zu vermitteln, dass ich in dem Städtchen angekommen bin, indem so unglaublich viele wundervolle Menschen leben, sondern höchstens zwei.
Mit Blake als Hauptprotagonisten war ich unheimlich glücklich. Mir hat er schon in Band 4 sehr gefallen. Seine charmante, lustige und gleichzeitig ernste Art. Eben die Art Mann, die du deinen Eltern als Heiratskandidaten ohne Probleme vorstellen kannst. Band 4 endet jedoch im Hinblick auf ihn mit einem Cliffhänger, den wir hier wiederfinden. Ich habe damals unglaublich mit ihm mitgelitten, in diesem Buch erhält er nun trotz dessen endlich die Chance, für voll genommen zu werden. Er darf laut werden, Gefühle zeigen und lieben.
Die Anfangssituation war natürlich alles andere als glücklich. Ich bin immer skeptisch bei Geschichten über Paare, bei denen schon unheimlich viel in der Vergangenheit passiert ist. Oft hat man als Leser dann ja das Gefühl, man habe vieles verpasst und kriege jetzt nur die Geschichte nach dem Happy- bzw. Bad End mit. Das Gefühl hatte ich bei Jude und Blake jedoch gar nicht. Jude erschien mir sofort als eine sympathische, aber auch tragische Protagonistin. Sie schleppt so viel mit sich herum, musste schon so viel ertragen und hat jetzt den Glauben an alles, was ihr je etwas bedeutete, verloren. Das ist natürlich erst mal eine deprimierende Situation und auch Atmosphäre, die da an den Leser herangetragen wird. Wo ich bei anderen allerdings genervt aufgestöhnt hätte, schafft Mona Kasten es hier bei Jude, sie dennoch stark zu machen. Sie hat ihre Vergangenheit, und die haftet ihr auch immer noch an, aber sie kämpft auch um das Jetzt. Vielleicht war es gerade der Wille, jetzt nicht hinzuwerfen, der Jude für mich als Leserin zu einer Persönlichkeit gemacht hat, deren Geschichte ich noch weiterlesen möchte.

Die Beziehung zu Blake stellt sich sehr schnell als etwas besonderes heraus. Das wird durch Analepsen bekräftigt, die für mich genau richtig lang waren. Ich möchte nicht ewig von der Vergangenheit lesen, wenn es doch im Hier und Jetzt spielt. (So weit man das bei einer fiktiven Geschichte sagen kann.) Die Analepsen waren genau das, was man brauchte, um ihre Beziehung auch ohne große Erzählungen verstehen zu können.
Ich kann euch schon mal vorweg sagen, dass ihr bis über die Hälfte des Buches total auf die Folter gespannt werdet. Die Spannung war fast nicht zu ertragen. Man kennt beide Protagonisten noch nicht so gut, um sie gänzlich zu verstehen und so stellt man als Leser in diesem Zeitraum nur Vermutungen darüber an, was derjenige jetzt gemeint haben könnte. Dadurch, dass die beiden sich über Jahre hinweg entfremdet haben, ist es natürlich auch bei ihnen nicht anders. Diese Gemeinsamkeit zwischen Leser und Protagonisten ist etwas, was es für mich immer sehr eindrücklich und nachvollziehbar macht. Nur deshalb erträgt man es, dass man so lange auf die Folter gespannt wird.
Es ist aber auch auf die ein oder andere Weise wirklich schön zu erleben, wie Blake immer mehr Vertrauen zu Jude aufbaut und dann letztlich auch, wie Jude zu sich selbst finden muss. Es passieren ein paar wirklich heftige Dinge und da ihre Beziehung nicht ganz unvorbelastet ist, muss Jude einiges alleine durchstehen. Da zeigt sich dann wieder, wie stark sie ist. Auch das Ende lebt von dieser Stärke. Wäre es eine Hausarbeit, würde ich sagen, dass Mona Kasten das perfekte Fazit gezogen hat: sie hat die Protagonisten ihre Fehler aufdecken lassen, sich diese bewusst werden lassen und sie als Dinge betitelt, an denen man arbeiten muss. So blieb letztlich nichts übrig, was den Leser noch daran zweifeln lassen würde, dass diese beiden es schaffen. Das ist immer etwas, was mir sehr wichtig ist. Was nützt mir das schönste Ende, wenn es doch fernab von aller Realität ist und die Protagonisten letztlich die wichtigsten Dinge nicht geklärt haben?

Ganz allein ist Jude natürlich nie. Wir treffen in diesem Band nun auf den versammelten „Clan“. Auf Dawn und Spencer, Allie und Kaden, Sawyer und Isaac, Everly und Nolan und ganz voran Scott. Noch dazu kommen Blakes Mitbewohner Otis, Cam und Ezra. Letzterer ist Judes Bruder und ein wirklich wundervoller Typ. Sie alle liebt man wieder auf Anhieb und sie erzeugen in diesem Band, wie in den Bänden zuvor, das Gefühl, ganz Woodshill wäre eine riesengroße Familie. Gerade für den ganzen seelischen Ballast, den Jude mit sich herumträgt, bietet sie genau das richtige Fangnetz. Schade, dass es schon vorbei ist…

Fazit:
Eine Geschichte mit Höhen und Tiefen, Glücksmomenten, Tränen und Momenten seelischer Qualen. Ich war von Anfang bis Ende an das Buch gefesselt und konnte gar nicht aufhören, zu lesen. Es bietet ein gehöriges Maß an Spannung, wundervolle Momente, die einen zu Tränen rühren, ein Gefühl von Geborgenheit ausstrahlen und einen an die wahre Liebe glauben lassen, und Protagonisten, die keine Wünsche offen lassen. Ein sehr sehr gelungener Abschluss der Reihe!

Woodshill 4ever!

Von mir gibt es 5 von 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 18.03.2020

Die Prestige-Kings sind schon was besonderes:)

Kingsfall
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Klappentext:
Savannah
Vor einem Jahr ist meine Schwester Samantha gestorben. Selbstmord, sagen sie. Aber ich kann das nicht glauben. Auf der Suche nach Antworten bin ich auf Prestige gestoßen – eine zwielichtige ...

Klappentext:
Savannah
Vor einem Jahr ist meine Schwester Samantha gestorben. Selbstmord, sagen sie. Aber ich kann das nicht glauben. Auf der Suche nach Antworten bin ich auf Prestige gestoßen – eine zwielichtige und scheinbar geheime Studentenverbindung der Baylor University, die Samantha besuchte. Dieses College ist der Schlüssel, das spüre ich. Deswegen habe ich mich gegen den Rat meiner Eltern ebenfalls dort eingeschrieben. Ich habe mir geschworen, hier der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Und ich weiß genau, wer sie mir verraten kann. Sein Name ist Kaylan King, Anführer von Prestige. Verboten gut aussehend, angeblich komplett verkorkst und wahnsinnig gefährlich. Doch in seiner Gegenwart schlägt mein Herz jedes Mal schneller, und das nicht aus Angst.

Kaylan
Nach dem Tod von Samantha war endlich wieder Ruhe in unserer Studentenverbindung eingekehrt. Denn eigentlich soll niemand von Prestige wissen – so exklusiv sind wir. Doch dann kam sie. Ihr Name ist Savannah. Sie ist mutig, wild, vorlaut und stellt zu viele Fragen. Auf der Suche nach Antworten zum Tod ihrer Schwester wird sie sich noch in Gefahr bringen. Es sollte mir egal sein, doch in ihrer Gegenwart schlägt mein Herz jedes Mal schneller, und sie weckt Gefühle in mir, die ich seit Ewigkeiten unter Verschluss halte.

Das Cover:
Finde ich wunderschön! Ich mag Cover die dunkel und schlicht sind und dadurch edel wirken. Dazu die schöne Schrift. Ein wirklicher Hingucker im Regal. Bin froh, dass ich es als Print habe:)

Der Schreibstil:
Die Autorin schreibt sehr flüssig und wunderbar fesselnd. Ich war sofort in der Geschichte drin und konnte gar nicht aufhören. Man muss aber auch dazu sagen, dass diese Leichtigkeit in einem gewissen Maße davon kommt, dass der Schreibstil sehr einfach gehalten ist. Keine komplizierten Satzstrukturen, keine verzwickten Situationen oder Gedanken. An Stellen, an denen sowas aufkommen könnte, wird gerne übersprungen. An einer Stelle hätte ich tatsächlich gerne gewusst, was denn da nun passiert ist, ansonsten hat es mich aber nicht sehr gestört. Die Geschichte geht so einfach flott voran und man kann sich ganz seiner Schwärmerei gegenüber Kaylan hingebenXD

Meine Meinung:
Die Geschichte hat mich von Anfang an gefangen genommen. Savannah als Hauptprotagonistin ist einfach wunderbar. Klar, ziemlich bald bekommt man als Leser nahezu immer vermittelt, dass sie stark ist. Aber ich konnte es in ihr auch wirklich spüren. Sie hat nicht gezögert, stand für das ein, was ihr wichtig war und hatte keine Angst, sich dieser mysteriösen Verbindung anzuschließen. Und auch Kaylan betrachtet sie aus ganz anderen Augen, als er sich bemüht, nach außen zu wirken. Mir hat es sehr gefallen, wie sie sich für ihre Schwester einsetzt und dann völlig unerwartet Gefühle für Kaylan entwickelt. Toll fand ich auch, wie Kaylan sich verhalten hat. Am Anfang wurde er mir als der typische Bad Boy vorgestellt, aber es stellte sich heraus, das der Perspektivwechsel schön gezeigt hat, das er in Wirklichkeit ein wirklich gutes Herz hat und einfach gut kontrollieren kann, wie er nach außen wirkt. Schnell möchte er auch Savannah seine echte Seite zeigen. Das fand ich super passend, da es so viel ernster wirkte, als wenn er den Schein hätte bewahren wollen.
Ansonsten fand ich das Tempo der Geschichte sehr angenehm. Es ging voran, die Spannung stieg. Natürlich gab es aufgrund der Kürze des Buches nicht viel Nebenhandlung oder Gedanken, die woandershin abschweiften. Das geben die Seitenanzahl einfach nicht her. Mir hat zum Beispiel ein bisschen die Auseinandersetzung mit ihren Eltern, also Savannahs, gefehlt. Es muss ja schon komisch für die sein, dass ihre Tochter nun an die selbe Uni geht wie ihre verstorbene Tochter und sich ebenfalls so abschottet. Ansonsten fand ich es aber tatsächlich nicht schlimm. Die Konzentration lag eben auf den beiden Protagonisten.
Das große Geheimnis ist der Tod von Savannahs Schwester Samantha. Es ist das Hauptthema der ganzen Geschichte, denn letztlich arbeitet Savannah nur daraufhin, diesen aufzuklären. Dazu schließt sie sich der Verbindung an oder versucht es zumindest. Ich hatte erst ein wenig Angst, dass da jetzt völlig abgedrehtes, teeniemäßiges Zeug kommt. Das ist tatsächlich nicht der Fall. Stattdessen arbeitet die Autorin bei ihren Prestige-Kings mit psychologischen Ansätzen. Die waren manchmal ganz cool und erschienen mir auch durchaus nachvollziehbar, manchmal war es mir aber auch ein wenig zu lasch alles. Ich hätte mir da schon einiges vorstellen können und dann kommt am Ende doch keine Action auf. Ebenso klärt sich das Geheimnis ziemlich unspektakulär. Auch hier wurde jedoch wieder der psychologische Aspekt eingesetzt. Savannah lernt etwas und benennt somit die „Moral der Geschicht“. Es sind also Punkte zum Abwägen, die die Geschmäcker verschieden ansprechen.

Fazit:
Das Buch ließ sich super schnell lesen. Es war spannend, locker geschrieben und enthielt überraschend viel Tiefe, obwohl alles andere recht oberflächlich gehalten wurde. Die Protagonisten konnten mich mit ihren Entwicklungen überzeugen und ich war am Ende wirklich glücklich mit der Beziehung zwischen ihnen. Es schien unvermeidbar, war dennoch zart und direkt. Einfach passend zu ihnen. Der Prestige-Club ist definitiv kein Teenie-Zirkus. Er arbeitet mit seinen eigenen Methoden, die die Story auf ein schönes Level heben. Dazu sind die Mitglieder allesamt vielschichtig und sexy. Ich wäre auf jeden Fall nicht abgeneigt, auch die anderen kennenzulernen:)

4 von 5 Sterne gibt es von mir.

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