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Veröffentlicht am 10.04.2026

Auf der Suche nach der Wahrheit

Das Wesen
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Bernd Menkhoff und sein Kollegen Axel Seifert haben im Jahr 1994 einen Psychiater für den Mord an einer 5-jährigen festgenommen und hinter Gittern gebracht. 13 Jahre hat der Psychiater Lichner dafür im ...

Bernd Menkhoff und sein Kollegen Axel Seifert haben im Jahr 1994 einen Psychiater für den Mord an einer 5-jährigen festgenommen und hinter Gittern gebracht. 13 Jahre hat der Psychiater Lichner dafür im Gefängnis gesessen. Hauptbelastungszeugin war damals die Freundin von Lichner, Nicole Klement, die das letzte Puzzlestück zu seiner Verhaftung geliefert hat. Menkhoff hat Lichner wie besessen verfolgt und sich auch nicht von diesem Weg abbringen lassen. Jetzt im Jahr 2009 gibt es wieder Hinweise, dass ein Kind verschwunden ist und Menkhoff macht sich wieder an die Ermittlung und verdächtigt wieder Lichner. Doch war die Verurteilung damals rechtens oder gab es einen anderen Täter, Axel Seifert hat Zweifel.
Der Thriller „Das Wesen“ von Arno Strobel, ist ein sehr spannender Psychothriller, das einen Hauptkommissar nicht zur Ruhe kommen lässt und gegen alle Zweifel sich auf die Suche nach der Wahrheit macht. Dieser Menkhoff ist ein sehr eckiger Hauptcharakter und ein sehr erfahrener Polizist, der sich wohl stark von seiner Intuition leiten lässt. Es ist wie ein Katz und Maus Spiel, dass er sich mit seinen Widersacher Dr. Lichner liefert. Zwischen den Linien bewegen sich sein Kollege Seifert und Nicole Klement, die nach dem ersten Fall auch die Freundin von Menkhoff war. Da liegen so ein wenig persönliche Betroffenheit und Besessenheit nebeneinander. Der Thriller zeigt aber auch sehr gut auf, wie verwoben manchmal die Suche nach der Wahrheit und die persönliche Betroffenheit sind. Diese Verwobenheit macht sich der Autor zu Nutze und lässt den Leser in dieses Spiel einsteigen. Geschickt werden der alte Fall und der neue nebeneinandergestellt und im Wechsel dem Leser präsentiert. Dieses Hin und Her baut die Spannung sehr stark auf, da es nie richtig klar ist, was in Wirklichkeit im Jahr 1994 geschehen ist. Da lässt Arno Strobel den Leser lange im Unklaren, obwohl vielleicht alles klar sein könnte. Durch die Beziehung zwischen Menkhoff und Nicole werden natürlich Zweifel gesät. Die Spannung wird dadurch sehr geschickt aufgebaut und bis zum Schluss auf einem hohen Level gehalten. Die Sprache ist sehr bildhaft und lässt das Geschehen wie einen Film ablaufen.
Ich mag die Art und Weise, wie Arno Strobel seine Thriller aufbaut und die Spannung hält. Dies ist ein Thriller aus einer frühen Zeit und auch der Gefällt mir sehr gut, wie im Folgenden die Bände um Max Bischoff. Ich kann auch diesen Band sehr gut empfehlen.

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Veröffentlicht am 10.04.2026

Dividium

To Cage a Wild Bird
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Die Stadt Dividium ist entstanden nach einem verheerenden Krieg und soll durch Disziplin die Menschheit am Leben erhalten. Es gibt drei verschiedenen Schichten, in denen die Einwohner aufgeteilt sind und ...

Die Stadt Dividium ist entstanden nach einem verheerenden Krieg und soll durch Disziplin die Menschheit am Leben erhalten. Es gibt drei verschiedenen Schichten, in denen die Einwohner aufgeteilt sind und leben. Raven ist Kopfgeldjägerin und gehört der Unterschicht an. Um ihr Leben und das ihres Bruder sicherzustellen, macht sie sich auf die Jagd nach Verbrechern. Diejenigen, die gegen das Gesetz verstoßen haben, werden nach Endlock verbracht. Raven kümmert das erst einmal nicht. Erst als ihr Bruder Jed gefangengenommen wird, will sie sich nach Endlock schicken lassen, um mit ihrem Bruder zu fliehen. Doch in Endlock lernt sie das harte Leben dort kennen und als ehemalige Kopfgeldjägerin hat sie nicht nur Freunde dort. Aber sie hat ein großes Ziel, für das sie alles gibt.
„To Cage a Wild Bird“ ist ein Fantasy Roman aus einer Welt, die am Abgrund gestanden hat und nun eine neue Entwicklung nimmt. Wenn man richtig schaut, wird man allerdings leichte parallelen feststellen, die in Gesellschaften vorhanden sind. Die Hauptcharaktere Raven und Vale können unterschiedlicher nicht sein und doch ziehen sie sich an wie Magnete. Diese Beziehung ist ein Schwerpunkt in dieser Story, aber auch die Entwicklung einer sehr auf sich bezogenen Person zu einer Führungskraft, die auch an andere denkt. Es wird von der sehr unfairen Lebensart geschrieben, die in diesem Dividium vorherrscht und die Oberschicht das Schicksal der ganzen Stadt bestimmt. Natürlich gibt es hier Rebellen, die für eine bessere Welt kämpfen, aber die werden erst einmal weggesperrt und dann zum Abschuss freigegeben und das in der wortwörtlichen Bedeutung. Dieses Leben dort heißt für Raven, Kampf ums Überleben. Aber hier lernt sie auch Menschen kennen, die ihre Entwicklung fördern. Dieses Zusammenspiel ist der Autorin in ihren Beschreibungen sehr gut gelungen. Die Spannung steigt bis zum Ende sehr gut an und lässt auch noch einen Gedanken an einen weiteren Band zurück. Die Sprache ist sehr bildhaft und so kann man diesen Roman sehr flott lesen.
Für mich war das Lesen dieses Buches ein Ausflug in ein nicht so gut bekanntes Genre, aber ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt und möchte deshalb das Buch auch gerne weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 07.04.2026

Die Arbeit der Drogenfahnder

Der Bulle auf St. Pauli
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Tim Dombrowski ist einer der Drogenfahnder im Hamburger Kiez. Kurzfristig ist er zur Mordkommission ausgeliehen worden, um einen Fall abzuschließen. Als er zur Drogenfahndung zurückkehrt, wartet schon ...

Tim Dombrowski ist einer der Drogenfahnder im Hamburger Kiez. Kurzfristig ist er zur Mordkommission ausgeliehen worden, um einen Fall abzuschließen. Als er zur Drogenfahndung zurückkehrt, wartet schon ein neuer Fall auf ihn, denn ein LKW wurde ausgeräumt und der Fahrer schwer verletzt. Auch im Gefängnis gibt es einen Mord, der auf Drogengeschäfte hinweist. Ein Südamerikaner wird von einem Albaner erstochen. Alles deutet auf ein Verbrechen um die Vorherrschaft im Drogengeschäft hin. Außerdem fällt ein Drogenkurier dem ehemaligen Polizisten und jetzigen Fremdenführer Gerd sozusagen vor die Füße. Alles deutet auf viel Bewegung im Milieu hin. Viel Arbeit für die Drogenfahndung.
Der Kriminalroman „Der Bulle auf St. Pauli“ von Ben Westphal spielt im Drogenmilieu Hamburgs und zeigt die Arbeit der Drogenfahnder sehr genau. Es gibt aber auch ei paar nette Randerscheinungen, wie den ehemaligen Polizisten und jetzigen Fremdenführer Gerd, der nicht aus seiner Haut herauskann und immer wieder gerne hilfreich seinen ehemaligen Kollegen zur Seite steht. Es ist sein Milieu St. Pauli, was er auf den Touren auch immer wieder verdeutlicht und zufällig ist er mittendrin in einer großen Ermittlung. Das hat schon etwas Besonderes, das der Autor hier beschreibt. Die Beziehung der Menschen zu ihrem Viertel. Das wird auch durch die Auswahl des Coverbildes deutet, das eine Nachtszene aus Hamburg zeigt. Es ist mir am Anfang schwergefallen, den ganzen Stories zu folgen, weil alles sehr komplex und sehr detailliert beschrieben wird. Doch von Seite zu Seite ergab sich ein sehr komplexes Bild das sich den Ermittlern bot. Auf diese Detailtreue war ich nicht vorbereitet, wobei ich es im Nachgang in der Beschreibung des Autors dann las. Er war selber Polizist und deshalb waren es Interna, die er beschrieb, wie etwas ablaufen könnte und welche Schritte alle notwendig sind, um zu einem Erfolg zu kommen. Die Szenen mit Gerd haben das Ganz gut aufgelockert. Durch diese Detailtreue ist auch die sehr gute Authentizität der Story gelungen und ich konnte der Geschichte sehr gut folgen. Spannend war es bis zum Schluss mit ein paar Bonbons auf dem Weg dahin. Die Sprache ist sehr detailliert und trägt dazu bei sich gut in der Story wiederzufinden.
Ich finde diesen Kriminalroman sehr interessant und spannend und auch die Einbeziehung der Besonderheiten von St. Pauli und der Hafenstadt, wie z.B. die Aussicht von der öffentlichen Hafenfähre, war auch noch sehr informativ. Einige Erklärungen am Ende des Buches unterstützen die Informationen noch. Ich kann dieses Buch gut empfehlen, denn mir hat es sehr gut gefallen.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Schreibblockade eines Autors

Doppelspiel
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Tom Borg ist Bestsellerautor, doch nach seinem letzten großen Verkaufsschlager ist schon eine ganze Weile vergangen und er hat noch nichts zu Papier gebracht. Seine Verlegerin ist irritiert, aber Tom kann ...

Tom Borg ist Bestsellerautor, doch nach seinem letzten großen Verkaufsschlager ist schon eine ganze Weile vergangen und er hat noch nichts zu Papier gebracht. Seine Verlegerin ist irritiert, aber Tom kann irgendwie keinen klaren Gedanken fassen. Er besucht seinen alten Freund Lennart und hofft von ihm Tipps zu bekommen, um wieder schreiben zu können. Dieser gibt ihm den Rat sich in die Unterwelt zu begeben, zu gefährlichen Plätzen, um neue Inspirationen zu sammeln. Der Gedanke kommt Tom etwas abwegig vor, doch als er bei einer Lesung eine jungen hübsche rothaarige Frau kennenlernt, die fast so aussieht wie die Freundin seines Romanhelden Nic, verliebt er sich in sie. Sie lädt ihn ein sie in einen Nachtclub zu begleiten, in dem sie arbeitet. Doch als sie zusammen in einem Whirlpool sitzen, wird sie von einem Maskierten Mann erschossen. Da alles auf ihn als Täter hindeutet, entschließt sich Tom zu fliehen.
Der Krimi „Doppelspiel“ von Arne Dahl und Jonas Moström beschäftigt sich mit einem Autor und seiner Schreibblockade. Das möchte man glauben, wenn man diesen Titel liest. Das Cover zeigt gut den Mann auf der Flucht und das ist der Autor Tom Borg, der vor irgendetwas wegläuft. Die Spannung, die die Autoren auf den ersten Seiten ist spürbar. Als erstes hat man das Gefühl, der Krimi ist zu Ende, da der Hauptcharakter stirbt, doch es ist nur die letzte Szene aus dem letzten Krimis des Autors Tom Borg und schon beginnt etwas, das nach einem Schachspiel aussieht. Ein unbekannter setzt seine Figuren ein, um den Autor aus seinem Tief zu befreien und dabei scheinen ihm die Mittel egal zu sein, auch Mord. Der andere Hauptcharakter ist Olivie eine Polizistin mit Hang zur Gewalt und einem rätselhaften zweifarbigen Augenpaar. Eine Chimäre, die noch für große Spannung sorgen wird. Jedenfalls bis zur Hälfte, doch dann lässt irgendwie die Spannung nach und die Auflösung diese Krimis wird im Hauruckverfahren durchgeführt. Es passiert alles sehr schnell und nicht mehr richtig nachzuvollziehen. Hier wäre mir eine größere Sorgfalt in der Erzählung lieber. Der Ansatz für einen spannenden Showdown ist auf jeden Fall da. Es wird schon eine gewisse Spannung aufrechterhalten, doch die Plausibilität lässt nach und das finde ich ist eher untypisch für Arne Dahl. Die Schreibweise in diesem Krimi ist schon sehr bildhaft und lässt den Leser sich gut in der Story zurechtfinden, nur am Ende kann man sich schnell verirren.
Ich finde unterm Strich den Krimi schon sehr spannend und rasant erzählt. Die Schwäche am Ende trübt das Gesamtbild ein wenig ein. Nichtsdestotrotz sollten sich Leser, die gerne Skandinavien Krimis lesen, dieses Buch gönnen.

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Veröffentlicht am 06.04.2026

Giftmorde

Rote Sonne - Mord auf Fuerteventura
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Flaco Lozano ist der Sicherheitschef im Hotel von Dona Esmeralda und ein ehemaliger Polizist. Sein Job ist es seine Chefin zu beschützen und kleinere kriminelle Handlungen zu unterbinden. Nun steht die ...

Flaco Lozano ist der Sicherheitschef im Hotel von Dona Esmeralda und ein ehemaliger Polizist. Sein Job ist es seine Chefin zu beschützen und kleinere kriminelle Handlungen zu unterbinden. Nun steht die Jubiläumsfeier des Hotels an auf dem sich über 200 Gäste tummeln. Für einen Sicherheitschef eher ein Albtraum als ein Vergnügen. Ausgerechnet an dem Tag wird die Patentochter seiner Chefin ermordet und das auch noch in den Armen von Flaco. Er hat alles versucht, doch er konnte sie nicht retten. Wie sich später herausstellte war es Gift, das die Frau tötete. Natürlich muss Flaco in diesem Fall ermitteln. Er hat zwar noch gute Freunde bei der Polizei, doch auch Gegner. Da er sich stark verantwortlich fühlt setzt er alles daran, dieses Verbrechen aufzuklären.
Der Krimi „Rote Sonne – Mord auf Fuerteventura“ von Eric Berg spielt in der Idylle einer beliebten Ferieninsel. Das Cover gibt einen Eindruck, dass die Insel nicht nur aus Strand besteht, sondern auch sehenswerte Objekte. Mir gefällt dieses Cover. Es lässt mich auf der Insel ankommen, um dann in die Handlung einzutauchen. Der Hauptcharakter Fabio „Flaco“ Lozano ist sehr interessant beschrieben. Sicherheitschef und ehemaliger Polizist mit großen Erfolgen. Manchmal fragt man sich, was ist passiert, dass er nicht mehr Polizist ist? Doch im Laufe des Romans merkt man, wie freiheitsliebend dieser Mensch ist, aber auch sehr ehrgeizig. Dieses letztere macht er sich hier zu eigen, um den Mord aufzuklären. Die Story greift einige Probleme auf, die auf der Insel und in Spanien an sich ein Thema sind. Hier sammeln sich Menschen im Asyl oder mit anderen Plänen und natürlich sind auch wieder Drogen im Spiel, was aber auch kein Wunder ist. So ist die Geschichte sehr authentisch erzählt und mit einigen Wendungen versehen, die sie bis zum Ende spannend hält. Der Spannungsbogen ist sehr konsequent entwickelt und bis zum Ende, war mir nicht ganz klar, worauf es hinauslaufen konnte. Die Sprache, die der Autor benutzt ist sehr bildhaft und so war es für mich sehr einfach mich in den Film der roten Sonne einzufinden.
Ich finde diesen Krimi sehr lesenswert und da ich auch ein Fan von regionalen Krimis bin, bin ich hier auf meine Kosten gekommen. Der Band zwei dieser Reihe ist sehr gut erzählt, spannend und ich habe mich sehr gut unterhalten. Was will ich als Leser mehr, deshalb auch eine Leseempfehlung.

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