Nachkriegszeit
In den Scherben das Licht1946, der Krieg ist zu Ende, die Not allerdings noch nicht. Im zerstörten Hamburg gibt die ehemalige Schauspielerin Friede den beiden Jugendlichen Gert und Gisela Unterschlupf in ihrem Keller. Die beiden ...
1946, der Krieg ist zu Ende, die Not allerdings noch nicht. Im zerstörten Hamburg gibt die ehemalige Schauspielerin Friede den beiden Jugendlichen Gert und Gisela Unterschlupf in ihrem Keller. Die beiden machen sich dafür nützlich und Friede ist nicht mehr so allein. Doch alle haben mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen. Die jungen Leute wissen nicht was mit ihren Familien passiert ist und Friede kämpft mit den Erinnerungen an ihre Liebhaber.
Carmen Korn erzählt diese Geschichte wieder einmal im Nachkriegshamburg, doch diesmal handelt es sich um einen Einzelband. Es geht um Schuld, die man im dritten Reich auf sich geladen hat und um durch den Krieg auseinander gerissene Familien. Gert hat Mutter und Schwester verloren, die Schwester ist verschollen, niemand scheint Auskunft geben zu können. Und bei Gisela war die Familie eigentlich schon vor dem Feuersturm, bei dem die Mutter wohl um Leben kam, nicht mehr intakt. Warum sich der Vater aber nie mehr gemeldet hat, bleibt lange unklar.
Der Autorin gelingt wieder eine detailreiche Schilderung der Zeit. Die Kälte, die Not und die Umstände, in der die Menschen so kurz nach dem Krieg hausten werden deutlich sichtbar. Aber auch der vorsichtige Aufschwung am Beginn der 50er Jahre. und der Zusammenhalt der Menschen über Generationen hinweg.
Ich mochte das Buch wieder sehr gerne und kann es daher auf jeden Fall empfehlen.