Cover-Bild Chaos Walking
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9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: cbt
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 544
  • Ersterscheinung: 08.11.2019
  • ISBN: 9783570312506
Patrick Ness

Chaos Walking

Der Roman zum Film - Ab 28.02.2019 im Kino
Petra Koob-Pawis (Übersetzer)

Exklusive Roman-Ausgabe zum Kino-Highlight

Verfilmung durch Lionsgate (»Tribute von Panem«, »Divergent«)mit internationaler Starbesetzung: Daisy Ridley (»Star Wars«), Tom Holland (»Spiderman«), Nick Jonas (»Jumanji«), Mads Mikkelsen (»Hannibal«), David Oyelowo (»Selma«).

Todd Hewitt ist der letzte Junge seiner Heimatstadt. Und diese Stadt ist anders. In ihr gibt es keine Frauen. Nur Männer. Und jedermann hört die Gedanken aller anderen. Rund um die Uhr. Es gibt kein Privatleben. Es gibt keine Geheimnisse. Oder doch? Nur einen Monat vor dem Geburtstag, der auch ihn zum Mann machen wird, stolpert Todd unvermutet über einen Ort, an dem absolute Stille herrscht. Und dort trifft er ein Mädchen. - Das ist unmöglich. Oder haben ihn alle ein Leben lang belogen? Todd kommt einem ungeheuerlichen Geheimnis auf die Spur. Und nun bleibt ihm nur eines: um sein Leben zu rennen …

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 22.02.2023

Grandioses Finale

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Was. ein. Finale! Nachdem ich Band 1 geliebt habe, Band 2 gegenüber aber kritisch gegenüber stand, hatte ich so meine Zweifel, ob Band 3 mir wieder besser gefallen würde. Und was soll ich sagen? Es hat ...

Was. ein. Finale! Nachdem ich Band 1 geliebt habe, Band 2 gegenüber aber kritisch gegenüber stand, hatte ich so meine Zweifel, ob Band 3 mir wieder besser gefallen würde. Und was soll ich sagen? Es hat mir gefallen!

Patrick Ness ist ein genialer Autor, der einen sehr eigenen Schreibstil hat. Was mich besonders fasziniert ist aber die Art, wie er Charaktere beschreibt und agieren lässt. Es gibt so viele Parallelen zwischen verschiedenen Figuren, die dann aber vollkommen anders handeln, was ich total interessant finde! Der Hauptmerk liegt natürlich wieder bei Todd und Viola. Beide entwickeln sich im Verlaufe des Buches, aber sie „verbessern und optimieren“ sich nicht ständig. Sie machen auch mal Fehler und Rückschritte.

Obwohl es ab und an den Anschein macht, als würde man auf der Stelle stehen, ergibt das im großen und Ganzen Sinn und beschreibt eigentlich genau das, was die Handlung ausmacht. Schwierig, das ohne Spoiler zu erklären 😀 Ich habe das Buch jedenfalls nicht einmal als langatmig empfunden und konnte gar nicht aufhören.

Die letzte Seite des Buches kam dann also doch irgendwie zu schnell. Ich als bekennender Endenanzweifler und größter Kritiker letzter Kapitel bin in diesem aber Fall ziemlich zufrieden mit diesem bittersüßen Ende

Fazit: Dank sei Patrick Ness, dass er mit diesem Band so ein grandioses Finale für diese wunderbare Reihe geschaffen hat, die ich wirklich liebe. Der Schreibstil ist definitiv gewöhnungsbedürftig ebenso wie Todd als Hauptcharakter. Aber ich kann euch nur empfehlen dem Ganzen eine Chance zu geben.

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Veröffentlicht am 26.01.2022

Einfallsreiches Abenteuer

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Inhalt:
Todd Hewitt ist der letzte Junge seiner Heimatstadt. Und diese Stadt ist anders. In ihr gibt es keine Frauen. Nur Männer. Und jedermann hört die Gedanken aller anderen. Rund um die Uhr. Es gibt ...

Inhalt:
Todd Hewitt ist der letzte Junge seiner Heimatstadt. Und diese Stadt ist anders. In ihr gibt es keine Frauen. Nur Männer. Und jedermann hört die Gedanken aller anderen. Rund um die Uhr. Es gibt kein Privatleben. Es gibt keine Geheimnisse. Oder doch? Nur einen Monat vor dem Geburtstag, der auch ihn zum Mann machen wird, stolpert Todd unvermutet über einen Ort, an dem absolute Stille herrscht. Und dort trifft er ein Mädchen. Doch das ist unmöglich. Oder haben ihn alle ein Leben lang belogen? Todd kommt einem ungeheuerlichen Geheimnis auf die Spur. Und nun bleibt ihm nur eines: um sein Leben zu rennen …

Meinung:
Ich war direkt von der ersten Seite an begeistert von dem poetischen Schreibstil! Das muss ich wirklich direkt am Anfang positiv hervor heben, denn der Schreibstil unterscheidet sich sehr von anderen Werken und ist trotzdem sehr flüssig und gut lesbar. Ich war sofort in der Geschichte drin und habe mit dem Protagonisten mitgefiebert. Auch die Aufmachung des Buches und wie die Gedanken dargestellt werden ist toll gemacht. Der Autor wiederholt in kritischen Situationen häufig Wörter, was die Dringlichkeit nur noch mehr hervor hebt. Und auch die Gedanken der Tiere zu hören, die dem jungen Todd begegnen ist einfach erfrischend, auch wenn diese nicht grade einfallsreich bzw. abwechslungsreich sind.
Auch insgesamt hat mir dieses Werk in der Idee und der Umsetzung gut gefallen. Es ist eine vollkommen andere Welt die man als Leser betreten kann und ich war von Anfang an fasziniert. Zudem bin ich wirklich gespannt, wie viele in dem Buch vorkommende Szenen im Film umgesetzt wurden… Den möchte ich mir demnächst unbedingt mal ansehen, das Buch hat mich wirklich neugierig darauf gemacht!
Die Charaktere sind gut ausgearbeitet und es ist interessant die Entwicklung von Todd und Viola mitzuerleben. Der beste Charakter bleibt für mich aber immer noch der Hund von Todd, Manchee. Er ist nicht besonders einfallsreich was seine Gedanken angeht, aber er hat das Herz am rechten Fleck und hilft in schwierigen Situationen immer mit vollem Körpereinsatz. So einen Hund muss man einfach gern haben! Deswegen konnte ich die Szenen kaum ertragen in denen es brenzlig für ihn wurde.
Todd ist naiv und einfach im wesentlichen noch ein Kind. Er versucht, es immer allen recht zu machen und trotz aller Taten immer das Gute im Menschen zu sehen. Dadurch trifft er leider nicht immer die besten Entscheidungen…
Viola ist besonnener und musste in ihren jungen Jahren schon viel wegstecken, weshalb sie einfach reifer agiert. Die beiden Charaktere könnten nicht unterschiedlicher sein, aber was sie zusammenschweißt ist ihr Mut und ihr unerbittlicher Überlebenswille.
Durch eine Wendung im Buch, die mich persönlich sehr angegriffen hat, kann ich leider keine 5 Sterne vergeben. Wenn ich allerdings erzähle, um welche Szene es sich handelt, wäre das ein zu großer Spoiler, also lasse ich das.
Das Buch strotzt nur so vor Abenteuer und Fantasie und ich bin wirklich froh es gelesen zu haben. Die Idee ist einzigartig und gut umgesetzt und ich habe die Welt gerne durch die Augen des jungen Todd Hewitt gerne gesehen.

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Veröffentlicht am 20.02.2021

Tolle Grundidee!

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Ich komme direkt zum Punkt: Für mich ist Chaos Walking ein ziemlich durchwachsener Spaß gewesen.


Der Schreibstil von Patrick Ness hat mir gefallen, allerdings war es manchmal auch komisch zu lesen, sodass ...

Ich komme direkt zum Punkt: Für mich ist Chaos Walking ein ziemlich durchwachsener Spaß gewesen.


Der Schreibstil von Patrick Ness hat mir gefallen, allerdings war es manchmal auch komisch zu lesen, sodass ich mich ab ca. 100 Seiten doch für das Hörbuch entschieden habe. Dieses wurde von David Nathan ganz wunderbar und unterhaltsam vertont, sodass ich es im Übrigen nur empfehlen kann. :)


Die Geschichte ist aus der Sicht von Todd Hewitt geschrieben. Er ist in seinem Stadt voller Männer der einzige Junge, denn erst mit 13 wird man zu einem Mann. Das ist das Alter das in dieser Stadt einen jungen zum Mann macht. Es gibt keine Frau und die Männer hören "den Lärm" was bedeutet, dass alle Gedanken die jeder hat laut gehört werden. Ich finde, dass ist in der Realität absolut beängstigend. Könntet ihr euch das vorstellen? Ich bin dankbar, dass es in Echt nicht so ist! :D


Die Grundidee hat mir in der Geschichte wirklich richtig gut gefallen. Besonders, da Todd irgendwann doch auch ein Mädchen namens Violett trifft. Ich finde die Handlung an sich wirklich gelungen, allerdings fand ich den Mittelteil etwas langweilig, da man genau wusste, worauf es hinausläuft. Was mich allerdings geflasht hat war das Ende. OH. MEIN. GOTT! Irgendwie war die Geschichte zwar mittendrin lahm, andererseits ist die Idee und die Handlung aber auch sooo spannend! Ich weiß gar nicht so richtig wie ich das Buch bewerten soll. Man kann auch zur Story nicht viel verraten... möchte ja nicht spoilern! ;)

Ich habe mich in Todd und Violett verliebt. Ich mag beide so unglaublich gern, aber auch Manchee, Todds Hund, war irgendwie witzig. Denn ihr müsst wissen. Auch Tiere haben den Lärm. Wenn Manchee mal groß muss, dann hört man "kacken". :D Irgendwie witzig, oder nicht? :D


Fazit

Im Großen und Ganzen habe ich mich in die Handlung und die Charaktere verguckt. Allerdings hat mir die Umsetzung nicht ganz so zugesagt, sodass es einige Längen gab.


Vielen lieben Dank an den cbj Verlag für das Rezensionsexemplar!


Erhältlich im Buchhandel eures Vertrauens oder direkt beim Verlag.

Eure Neni ♥

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Veröffentlicht am 31.01.2021

Spannend und unvorhersehbar!

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Todd ist der letzte Junge in dem letzten Dorf der neuen Welt. Aber es ist nicht einfach nur ein Dorf - es ist ein Dorf, dass nur von Männern bewohnt wird und in dem jeder die Gedanken des jeweils anderen ...

Todd ist der letzte Junge in dem letzten Dorf der neuen Welt. Aber es ist nicht einfach nur ein Dorf - es ist ein Dorf, dass nur von Männern bewohnt wird und in dem jeder die Gedanken des jeweils anderen hören kann. Frauen und Mädchen gibt es schon lange nicht mehr und auch die anderen Dörfer sind alle längst untergegangen. Doch eines Tages passiert etwas, das Todd zeigt, dass sein bisheriges Leben eine einzige Lüge war: Er trifft ein Mädchen und der Wettlauf gegen die Lügen beginnt.

Nach den ersten 50 Seiten dachte ich mir nur: „So, ich höre auf, das kann ja keiner lesen.“ Der Schreibstil hat mir einfach nicht zugesagt, ich habe mich nicht in die Geschichte reingefunden und alles war irgendwie komisch. Aber dann, als ob jemand einen Schalter umgelegt hätte, ist es plötzlich doch noch richtig gut geworden und ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Todds Verhalten finde ich manchmal zwar anstrengend, aber eigentlich versucht er nur, das Richtige zu tun. Viola dagegen mochte ich von Anfang an richtig gerne und von ihr hätte ich auch super gerne noch mehr erfahren. Sobald der Stein ins Rollen gekommen ist, war das Buch auch total spannend und absolut nicht vorhersehbar, was ich richtig gerne mochte. Die ganze Geschichte an sich ist etwas verworren und an manchen Stellen hätte ich mir etwas „mehr Tiefe“ gewünscht, aber ansonsten hat es mir echt gut gefallen (Bis auf den Cliffhänger am Ende, der war gemein.)

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Veröffentlicht am 11.02.2021

An Spannung, innovativen Ideen und einer originellen Welt mangelt es der Geschichte nicht...

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Der Fluch der Vielleser ist, dass man fast jede Idee, jede mögliche Welt, jede Wendung und jede Figur schon in ähnlicher Weise irgendwo gelesen hat. Einfallsreichtum und Originalität sind demnach zwei ...

Der Fluch der Vielleser ist, dass man fast jede Idee, jede mögliche Welt, jede Wendung und jede Figur schon in ähnlicher Weise irgendwo gelesen hat. Einfallsreichtum und Originalität sind demnach zwei sehr entscheidende Kriterien für meine Bewertungen - vor allem in den Genres Fantasy und Science-Fiction. Beurteilt man "Chaos Walking" nur nach diesen beiden Kriterien, sprengt diese verrückte Geschichte über den Gedankenlärm fanatischer Siedler in einer außerirdischen Welt wohl die Messlatte. Was uns Patrick Ness hier erzählt, ist wirklich GANZ etwas anderes, stellenweise für meinen Geschmack aber zu abgefahren, um mich gänzlich überzeugen zu können.


Erster Satz: "Das Erste, was du herausfindest, wenn dein Hund sprechen lernt, ist, dass Hunde nicht viel zu sagen haben."


Wem die Handlung, der Autor oder die Namen der Figuren jetzt bekannt vorkommt: Patrick Ness´ Trilogie ist schon 2009 unter den Namen "New World - Die Flucht" "New World - Das dunkle Paradies" und "New World - Das brennende Messer" im Ravensburger Buchverlag erschienen. Meine Ausgabe ist jedoch eine Neuauflage des cbt-Verlags anlässlich der Verfilmung von Lionsgate mit Tom Holland und Daisy Ridley, welche auch beide auf dem neuen Cover abgebildet sind. Trotz dass ich grundsätzlich kein Fan von Personenfotos auf Cover bin und die beiden Darsteller meiner Meinung nach viel zu alt aussehen, um die beiden jungen Protagonisten darstellen zu können, gefällt mir die neue Gestaltung wesentlich besser als die alte oder das englische Original. Das liegt vor allem an der düsteren Ausstrahlung des dunkelgrünen Hintergrunds, welcher neben zwei leicht versetzten Monden einen Sternenhimmel und Baumwipfel im Nebel zeigt. Die Umsetzung des "Lärms" als rote Feuerschwaden und visualisierte Audiowellen ergänzt die Gestaltung um ein wichtiges Grundmotiv. Auch was den Titel angeht, bin ich total bei der Neuauflage. "Chaos Walking" stammt aus einem direkten Zitat, in dem Hauptfigur Todd das Wesen des Lärms erklärt, der ihn jeden Tag umgibt und passt auch stimmungsmäßig außerordentlich gut zur Handlung, da diese chaotischer kaum sein könnte.


"Lärm ist das, was wahr ist, und das, was man glaubt und was man sich nur einbildet und was man nur vor sich hin fantasiert. Der Lärm sagt etwas, und im selben Moment sagt er das Gegenteil, und obwohl man sicher sein kann, dass die Wahrheit irgendwo darin verborgen ist, wie soll man wissen, was wahr ist und was nicht, wenn doch immer alles zur selben Zeit auf einen einstürzt. Lärm ist ein Mensch ohne Filter und ein solcher Mensch ist das Chaos auf zwei Beinen."


In Anbetracht dessen ist es wohl kaum verwunderlich, dass ich keinen besonders leichten Start in "Chaos Walking" hatte. Das lag vor allem daran, dass wir ohne große Umschweife in eine seltsame Stadt auf einem komplett fremdartigen Planeten geworfen werden und kaum Antworten oder unterstützende Erklärungen zu dem verwirrenden Setting erhalten. Der Autor hat für seine Geschichte ein außerirdisches, sehr ursprüngliches, naturbelassenes Setting gewählt, das an das unkolonialisierte Amerika erinnert, nur dass die Weiten der Landschaft nicht von grasenden Büffeln, sondern von seltsamen Geschöpfen wie die vogelstraußartigen "Cassors" oder laut die "HIER!"-denkenden "Viecher" bewohnt werden. Darüberhinaus können alle Lebewesen sprechen (die Komplexität und Aussagekraft deren Kommunikation schwankt aber beachtlich) und wir treffen auf eine einheimische intelligente Spezies, die wir in den Freund-Feind-Kontext einordnen müssen. Das bäuerliche Siedler-Leben wiederum wird gepaart mit allerlei technischen Errungenschaften, sodass Schaffarmen, abgestürzte Raumschiffe und Wunderheilverbände oft innerhalb einer einzigen Seite vorkommen. Als wäre das nicht schon genug der Verwirrung, streut der Autor einige Indianer-Anspielungen und Kirchenkritik mit ein, sodass man schon auf den ersten Seiten kaum weiß, wo einem der Kopf steht.


"Hier", sagt Viola irgendwo neben mir. "Sie singen hier."
Sie singen hier. Sie rufen es sich in ihrem Lärm gegenseitig zu.
Hier bin ich.
Hier sind wir.
Hier gehen wir.
Hier ist alles, was zählt.
Hier.
Es ist...
Wie soll ich sagen?
Es ist wie das Lied einer Familie voller Harmonie, es ist ein Lied der Zugehörigkeit, man gehört dazu, sobald man es nur hört, es ist ein Lied, das einen umhegt und umschmeichelt und einen nie verlässt. Wenn du ein Herz hast, wird es brechen, wenn dein Herz gebrochen ist, wird es wieder heil.
Es ist...
Wow!"


Neben dem verwirrenden Setting macht es einem auch unser Protagonisten Todd nicht gerade leicht, gut in die Geschichte zu finden. Denn mit ihm und der Flut an negativen, zusammenhangslosen Gedanken und Bilder, dem "Lärm", welcher als Gekritzel quer über die Seiten dargestellt ist, muss man erstmal warmwerden. Aufgewachsen als letzter Junge zwischen verbitterten Männern, die alle die Gedanken der jeweils anderen, der Tiere und aller Lebewesen ihres neuen Heimatplaneten "New World" hören, ist es kein Wunder, dass er selbst unzufrieden ist, seinen Hund schlecht behandelt und sich einfach nach einem Moment Ruhe und Frieden sehnt. Die Frauen der Siedler in Todds Heimatstadt sind alle am Lärmbazillus gestorben, den die einheimische außerirdische Spezies, die "Spackle" im Krieg gegen die Eindringlinge eingesetzt hat und "Prentisstown" ist nun die letzte verbliebene Siedlung der Menschen, die dem langsamen Niedergang geweiht ist. Zumindest sagen sie das. Und wie soll Todd auch etwas anderes glauben, wenn alle Bücher verbrannt, die Lehrer vertrieben und jeglicher Fortschritt aus "Prentisstown" verbannt wurde? Dass vielleicht nicht alles stimmt, was Todd im Laufe seines Lebens erzählt wurde, muss er auf die harte Tour lernen als er bei einer Streiftour durch den Sumpf auf ein Loch im Lärm trifft. Und mitten in diesem Loch sitzt ... ein Mädchen.


"Was glaubt ihr, hat euch immer weitergehen lassen? Was glaubt ihr, hat euch bis hierher gebracht?"
"Angst", antwortet Viola.
"Verzweiflung", antworte ich.
"Nein", sagt er. "Nein. Ihr seid viel weiter gekommen, als die meisten Leute auf diesem Planeten ihr ganzes Leben lang kommen werden. Ihr habt Hindernisse und tödliche Gefahren überwunden. Ihr habt eine Armee abgewehrt und einen Irren, du hast eine tödliche Krankheit überstanden und Dinge gesehen, die nur wenige sehen werden. Wie glaubst du, hättest du so weit kommen können ohne Hoffnung?"


Gegliedert in 6 Teile begleiten wir Todd, seinen Hund Manchee und das Mädchen, das sich als Viola vorstellt, daraufhin über 544 Seiten hinweg bei ihrer Suche nach Antworten. Weshalb gibt es keine Frauen in "Prentisstown"? Was ist nach der Besiedlung von "New World" wirklich passiert? Welche Rolle spielen die "Spackle"? Welchen Plan verfolgen der Priester Aaron und der Bürgermeister Prentiss? Und: gibt es weitere Menschen in den Weiten, die Todd und Viola helfen können? Diese Suche gestaltet sich jedoch weniger als strategische Entdeckungsreise, wie ich zu Beginn noch annahm. Vielmehr wird das Abenteuer der beiden bald zur strapaziösen Flucht vor dem wütenden Mob aus "Prentisstown" und zum ständigen Kampf ums Überleben. Gerade der Mittelteil ist ein einziges Martyrium: Die Figuren leiden und bluten und schwitzen und kämpfen und wenn man gerade gedacht hat, sie haben es endlich geschafft, sind entkommen, sind in Sicherheit, dann leiden, bluten, schwitzen und kämpfen sie noch ein kleines bisschen mehr. Diese Leidensintensität hat das Lesen zwar nicht gerade angenehm gestaltet, die Spannung aber immer hochgehalten und dafür gesorgt, dass trotz einiger Wiederholungen keine Leseflaute aufkommt.


"Vielleicht wird unser Schicksal eine andere Wendung nehmen, wenn wir nach links gehen, vielleicht wird sich das Unglück, das auf uns wartet, nicht ereignet, vielleicht wartet am Ende der linken Gabelung das Glück auf uns mit einer warmen Stube und Menschen, die uns lieben, ohne Lärm und ohne Stille, aber mit Essen in Hülle und Fülle, und niemand stirbt dort, niemand, niemals.
Vielleicht.
Aber ich glaube nicht daran.
Ich bin nicht gerade das, was man einen Glückspilz nennt."


Ebenfalls zur konstant hohen Spannung beigetragen hat, dass das Buch seine Geheimnisse bis fast ganz zum Schluss für sich behält und den Lesern kaum mehr als kümmerliche Andeutungen und Raum für Spekulationen überlässt. Das hat zur Folge, dass wir die größte Zeit über mit Todd und Viola planlos durch die Weiten der Landschaft stolpern, auf der Flucht vor einer Gefahr, die wir (noch) nicht verstehen. Zwar treiben die vielen offenen Fragen die Geschichte stark voran, ich hätte mir neben der vielen rohen Handlung aber doch ein paar mehr Informationen und ein besser ausgearbeitetes Worldbuilding gewünscht, um eine bessere Vorstellung von Patrick Ness´ Welt zu erhalten, die zwischen Überlebenskampf und verrückten Ideen alles in allem nur eines bleibt: ein grober Umriss. Dadurch, dass wir es hier mit dem ersten Teil einer Trilogie zu tun haben, will ich in diesem Punkt nicht kleinlich sein und hoffe, dass wir in den Folgebänden mit unseren beiden Figuren das Setting weiter erkunden können.


"Ich denke darüber nach, wie es wohl ist, in einem Raumschiff auf die Welt gekommen zu sein, einem echten Raumschiff. Wie es ist, zwischen den Sternen aufzuwachsen und zu fliegen, wohin man will, statt auf einem abscheulichen Planeten festzusitzen, auf dem man nicht willkommen ist. Wenn einem ein Ort nicht gefällt, sucht man sich einen anderen. Man ist frei, zu tun und zu lassen, was man will. Oh Mann, was könnte besser sein?"


Schade ist aber auch, dass für Gefühle lange Überlegungen oder richtige Gespräche zwischen dem hohen Erzähltempo und der Reduktion auf basale Maßnahmen zum Überleben kaum Platz ist. Die Figuren haben demnach auch nur insofern Zeit, sich zu entwickeln, dass sie sich besser kennenlernen und sich füreinander öffnen. Zu wirklich tiefgründigen Figuren mit Vorlieben, Fähigkeiten, Eigenschaften und Dispositionen werden Todd und Viola demnach während der 544 Seiten leider nicht. Auf der Plusseite sind die beiden sehr jungen Protagonisten (auf Erdjahre umgerechnet sind sie etwa 14 Jahre alt) als "Menschen wie du und ich" dargestellt und werden während ihrer Reise weder zu Helden noch zu Antihelden. Wir können die beiden als Figuren also nur recht schwer fassen, sie sind aber dennoch sehr realistische Durchschnittsmenschen, die langsam abstumpfen, sich oft verrennen und schlussendlich nur überleben wollen, sodass wir nachempfinden können, was sie denken, fühlen und hoffen.


"Siedler" und "undichtes Rohr" und "Hildy."
"Du denkst oft an deine Frau."
"Sie ist der hellste Stern an meinem Himmel, mein Junge. Ich wäre untergegangen in meinem eigenen Lärm, hätte sie nicht ihre Hand ausgestreckt und mich gerettet."


Patrick Ness erzählt seine komplette Geschichte aus Todds Ich-Perspektive und nutzt dabei sehr viele direkte Gedanken. die manchmal in langen Satzreihen mit vielen Absätzen oder fließenden Nebensätzen beinahe gedankenstromartig aus dem jungen Erzähler herausströmen. Wie beim "Lärm" - der innovativen, aber gruseligen Grundidee der Geschichte - scheint es hier keinen Filter zu geben, sodass sich die Erzählung sehr erlebnisnah liest, man mit einigen sehr dysfunktionalen, manchmal auch gewalttätigen Gedanken aber auch hadert. Gerade sein Umgang mit Manchee im ersten Drittel der Geschichte hat es mir schwer gemacht, ihn sympathisch zu finden. Diese Art der Erzählweise reißt zwar mit, man ist dem, was passiert aber auch ausgeliefert. Genauso ist es auch mit dem allgemeinen Sprachstil, der recht derb und direkt ist und sich kaum Zeit für Beschönigungen, Erklärungen oder Beschreibungen nimmt. So sagt Todds Hund gleich auf den ersten beiden Seiten gleich siebenmal "Kacken", worauf Todd ihn anbrüllt, er solle "die Schnauze halten". Gewöhnungsbedürftig ist auch, dass Todd den Leser an einigen Stellen direkt anspricht, indem er Fragen stellt, sein Verhalten erklärt oder sich rechtfertigt. So ist man schon recht bald in einem Zwiespalt zwischen dem Drang, sich etwas von Handlung und Erzähler zu distanzieren und dem mitreißenden Sog durch die erlebnisnahe Erzählweise.


"Der Krieg ist ein Ungeheuer", spricht er weiter. "Krieg ist ein Teufel. Wenn er einmal sein Maul öffnet, dann frisst und frisst und frisst er immer weiter." Er blickt mich an. "Krieg macht aus ganz normalen Menschen Ungeheuer."


Einige fantastische Horrorelemente - Grusel-Sümpfe, Halluzinationstrips durch eine Infektion, ein immer wiederkommender Antagonist, der nach jeder Verletzung entstellter ist, aber zombiemäßig immer wieder aufsteht - tun ihr übriges und feuern die mulmige, düstere Atmosphäre weiter an. Manche Motive, wie zum Beispiel das des beinahe lebendigen Messers, erscheinen dabei in höchstem Maße surreal, andere wiederum, wie zum Beispiel ungezügelten Aggressionen, religiöser Wahn und männliches Dominanzverhalten, erkennen wir aus unserer Gesellschaft wieder. Angesichts der Fremdartigkeit und Eigenwilligkeit von Handlung, Grundidee und Atmosphäre kann ich mir gerade noch überhaupt nicht vorstellen, wie eine Verfilmung funktionieren soll. Ich bin aber sehr gespannt auf die Umsetzung - vor allem des Lärms und der außerirdischen Kreaturen. Da die Geschichte sehr offen und damit auch sehr frustrierend endet, werde ich bald zu den Nachfolgebänden greifen und bin schon sehr gespannt, was darin noch auf Todd, Viola und uns zukommt.


"Das Messer lebt. Solange ich es in der Hand halte, solange ich es benutze, lebt das Messer, lebt, um Leben zu nehmen, aber es muss gezähmt werden, es braucht mich, damit ich ihm sage, wen es töten soll, und es will töten, es will eintauschen und zustoßen und schneiden und stechen und durchbohren, aber ich muss es ebenso wollen, sein Wille muss auch mein Wille sein. (...) Wenn es so weit kommt, werde ich wieder versagen?
"Nein", flüstert mir das Messer zu.
"Ja", flüstert mir der Wind zu, der über den Fluss weht."





Fazit:

An Spannung, innovativen Ideen und einer originellen Welt mangelt es der Geschichte nicht, für meinen Geschmack waren jedoch die Figuren zu flach, die Atmosphäre zu eigenwillig und ich hätte mir anstatt der vielen rohen Handlung lieber noch ein paar mehr Hintergrundinformationen gewünscht. Da es sich hier jedoch um den Einstieg in eine Trilogie handelt, kann das ja noch in den Folgebänden nachgeholt werden...

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