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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.01.2021

Ein Soulman, eine Prinzessin und eine schwarze Katze

Ministry of Souls – Das Schattentor
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„Das Herz ist ein gefährliches Ding. Es füllt sich schnell mit Licht oder Dunkelheit. Und du musst aufpassen, was du hineingibst. Ist es Liebe, dann wirst du von Güte erfüllt. Ist es Hass, dann wirst du ...

„Das Herz ist ein gefährliches Ding. Es füllt sich schnell mit Licht oder Dunkelheit. Und du musst aufpassen, was du hineingibst. Ist es Liebe, dann wirst du von Güte erfüllt. Ist es Hass, dann wirst du von ihm verzehrt.“ – Naimas Vater

Im London 1850 kümmern sich die Soulmen um die Seelen verstorbener Menschen und geleiten sie in die Zwischenwelt. Jack möchte noch ein vollwertiger Soulman werden, doch schon bei seinem ersten Außeneinsatz verbreitet er pures Chaos. Im Buckingham Palast soll er die Geister einer arabischen Gesandtschaft ausfindig machen, doch Jack findet heraus, dass Prinzessin Naima noch lebt. Als er von einem Schattenbiest angegriffen wird, versucht Jack sie zu retten – und befördert sie ausgerechnet in die Zwischenwelt. Logisch, dass dies das ganze Gleichgewicht durcheinander bringt.

Auf diese Fantasy-Geschichte habe ich mich besonders gefreut und ich wurde nicht enttäuscht! Akram El-Bahay hat einen leichten, humorvollen aber spannenden Schreibstil, der aber eventuell das Wort Indes ein wenig zu oft beinhaltet 😀 Ich wollte hier eigentlich einen Satz mit indes einbauen, aber das Wort kommt so selten in Büchern vor, für mich klingt das einfach seltsam – ich weiß gar nicht wie man das einbaut! Wer also ein Trinkspiel zum Buch starten will: Hier habt ihr euer Wort!

Das Schöne an diesem Buch ist die Verbindung des alten nostalgischen Londons mit der orientalischen arabischen Kultur. Dieser Mix ist super interessant und gut gelungen. Während Jack einen etwas trotteligen, aber indes (Ha!) nicht dummen Europäer darstellt, ist Naima eine starke Prinzessin, die ein wenig an Jasmin aus Aladdin erinnert. Meine Lieblingscharaktere sind aber Kater Ramses und Oz. Ich mag auch die Anspielung von Oz‘ Namen sehr, feier ich immer noch!

Fazit

Ein humorvolles aber spannendes Abenteuer, dass sich durch den flüssigen Schreibstil und der passenden Seitenanzahl das Prädikat „Zum Verschlingen geeignet!“ verdient hat.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.01.2021

Ein aussichtsloser Kampf?

Cyber Trips
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Wieder einmal hat die KI KAMI der Menschheit einen Dämpfer verpasst und dieses mal sieht die Lage aussichtslos aus. Während Luke und Flover nun Zuflucht suchen müssen, versucht Andra auf untypische Weise ...

Wieder einmal hat die KI KAMI der Menschheit einen Dämpfer verpasst und dieses mal sieht die Lage aussichtslos aus. Während Luke und Flover nun Zuflucht suchen müssen, versucht Andra auf untypische Weise KAMI die Stirn zu bieten.

Der erste Band, Neon Birds, hat mir gut gefallen und ich dachte, dass es jetzt erst richtig losgehen würde. In Band 2 geht es nun auch zur Sache, aber irgendwie kann mich dieser Band nicht so Recht von sich überzeugen.

Der Schreibstil ist nach wie vor großartig und auch die Beschreibung der Welt gefällt mir. Die Perspektivenwechsel der verschiedenen Charaktere sind total spannend, allerdings bin ich manchmal etwas durcheinander gekommen, gerade wenn es zum Beispiel um Flover und Luke ging.

Eigentlich mag ich jeden einzelnen Charakter, allen voran aber Luke. Trotzdem bleiben gerade Luke und Flover eher blass und mir fehlt eine Entwicklung. Vielleicht liegt das auch daran, dass die Charaktere in Band 2 schon stark und sympathisch waren? Die Einzige, die mich sehr überrascht hat, ist Byth. Ich hoffe, dass man von ihr noch sehr viel mehr lesen kann!

Mein Hauptproblem ist aber fehlende Spannung durch zu viel Spannung. Klingt erstmal paradox? Es wird viel gekämpft, aber gerade dadurch werden zukünftige Schlachten irgendwie ausgebremst. Zudem wirkt KAMI so overpowered, dass man sich irgendwann denkt „Mein Gott, das bringt doch eh alles nichts!“ Es gibt so viele Geheimnisse und Mysterien, für die ich mir mehr Raum zum Theorien spinnen gewünscht hätte.

Fazit

Auch wenn das Buch wirklich gut geschrieben ist und die Autorin grandiose Ideen hat, fehlt mir in diesem Buch ein Fortschritt und eine Entwicklung. Ich hatte beim Lesen leider immer das Gefühl auf der Stelle zu treten und das obwohl sehr viel passiert.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 03.01.2021

Eine lange Reise

Das Gift der Mondlilie
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„Was bringt einem Verstand und Logik, wenn das Herz nicht hören will?“

Als Allys jüngere Brüder ermordet werden und der älteste Bruder Jay entführt wird, steht für Ally fest: Sie muss Jay aus der Gefangenschaft ...

„Was bringt einem Verstand und Logik, wenn das Herz nicht hören will?“

Als Allys jüngere Brüder ermordet werden und der älteste Bruder Jay entführt wird, steht für Ally fest: Sie muss Jay aus der Gefangenschaft des Eisigen befreien. Für Ally beginnt eine lange Reise, auf der sie Straßenräuber Devan begleitet. Auch wenn seine Gesellschaft manchmal mehr Fluch als Segen ist.

Die Welt der Geschichte ist gut ausgearbeitet und man besucht viele Orte. Mir sind es schon fast zu viele, denn ich hatte ein wenig das Gefühl, mit Ally von A nach B zu hetzen. Ich hätte mir manchmal längere Aufenthalte gewünscht, da mir so auch etwas rote Faden aus den Händen glitt. Einige Orte wirkten so wichtig und kamen dann zu kurz. Inhaltlich ist mir die Geschichte auch leider nicht überraschend genug. Das wäre vielleicht auch nicht schlimm, aber da man eben auch nicht längere Zeit an einem Ort verweilt, fehlt mir da ein wenig Spannung und Unvorhersehbarkeit.

Es tut mir im Herzen weh das zu sagen, aber mein Geschmack waren Ally und Devan leider nicht. Ally selbst ist eine sympathische Protagonistin. Aufopferungsvoll, freundlich und hilfsbereit, aber für meinen Geschmack mit zu wenig Kanten. Devan dagegen entspricht dem Klischee eines Fantasy-Love-Interests: Charmant und gut aussehend, aber das weiß er auch. Positiv anzumerken ist aber definitiv, dass sich für die Geschichte der beiden Zeit genommen wird. Da ist nichts überstürzt, was mich wirklich positiv überrascht hat. Der Drache Amina ist mein persönlicher Liebling, sie finde ich wirklich cool und schlagfertig.

Fazit

Alles in Allem fehlt mir bei dem Buch das gewisse Etwas, damit es sich abhebt. Vielleicht habe ich auch einfach schon zu viel Fantasy gelesen? Ich kam nicht so richtig rein und habe mich bis zum Ende etwas schwer damit getan. Außerdem merkt man, dass in der Geschichte ganz viel Liebe steckt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 17.12.2020

Das heimelige Gefühl von Weihnachten

Winter in Bloomsbury
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„Allzeit bereit, um (…) kleine Wunder oder aber zumindest ein paar köstliche, hochkalorische Leckereien zu vollbringen.“

Mattie führt eine kleine, aber beliebte Teestube neben einem ebenso beliebten Buchladen. ...

„Allzeit bereit, um (…) kleine Wunder oder aber zumindest ein paar köstliche, hochkalorische Leckereien zu vollbringen.“

Mattie führt eine kleine, aber beliebte Teestube neben einem ebenso beliebten Buchladen. Auch wenn sie zu Weihnachten die leckersten Köstlichkeiten kreiert: Sie hasst diese Zeit, in der vor Jahren ihr Leben eine unschöne Wendung nahm. Dass sie sich ausgerechnet jetzt immer mehr häufiger mit ihrem arroganten und unfreundlichen Kollegen Tom auseinander setzen muss, macht es Mattie nicht einfacher. Zum Glück bleiben Feinde aber nicht immer Feinde.

Mein diesjähriges Weihnachtsbuch habe ich viel zu schnell verschlungen, so verliebt bin ich in alles. In die Geschichte, die Charaktere, die Atmosphäre, das Setting, den Schreibstil… einfach alles! Obwohl ich die anderen Bände (die in sich abgeschlossen sind) nicht gelesen habe, kam ich sofort an.

Mattie ist als Protagonistin sehr sympathisch. Sie liebt das, was sie tut und ist ehrgeizig. Natürlich verhält sie sich nicht immer richtig (sonst wär die Story schnell erzählt), aber ich konnte immer nachvollziehen warum sie etwas gesagt oder getan hat. Es wirkt nie gezwungen oder übertrieben dramatisch. Tom ist verschlossen und gern mal etwas zynisch, aber ich mag den Charakter, da er nicht wie einer dieser Möchtegern-Bad-Boys wirkt. Außerdem sind der Schlagabtausch der beiden herrlich!

Auch die anderen Charaktere bleiben nicht blass. Obwohl einige etwas übertrieben dargestellt werden, so hat jeder seine Charakterzüge und man bekommt ein klares Bild. Außerdem sind alle auf ihre Art liebenswürdig, auch wenn es niemand liebenswürdigeren gibt als Cuthbert… wie auch immer man das ausspricht 😀

Der Schreibstil ist bildhaft, aber oft trocken-humorvoll, was genau mein Geschmack ist. Ich musste wirklich sooft grinsen! Die Atmosphäre wirkt durch den Buchladen und die Teestube heimelig, aber auch locker. Die Geschichte nimmt sich auch viel Zeit und nichts wird überstürzt. Für mich ist es aber an keiner Stelle langatmig, ich habe jede einzelne Seite genossen und hätte auch noch 100 mehr gelesen.

Fazit

Ein richtig schönes Weihnachtsbuch, dass einem ein Grinsen ins Gesicht zaubert. Einen Nachteil gibt’s aber: Ich möchte die anderen drei Bände jetzt auch noch lesen 😀

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 14.12.2020

Zurück im Hygge-Hagelond

Nimmroth - Nebel ich
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„Hey, kein Berg wird davon kleiner, dass wir abwarten, ihn zu besteigen.“

Lynni ist zu ihren Eltern zurückgekehrt, doch sie befindet sich noch immer irgendwie zwischen den Welten. Nimmroth kann doch kein ...

„Hey, kein Berg wird davon kleiner, dass wir abwarten, ihn zu besteigen.“

Lynni ist zu ihren Eltern zurückgekehrt, doch sie befindet sich noch immer irgendwie zwischen den Welten. Nimmroth kann doch kein Traum gewesen sein, oder? Egal, wo sie sich aufhält: Lynni plagt das Heimweh. Und das hat seinen Preis.

Auf den Monat genau zwei Jahre ist es her, dass ich Lynni, Tarou, Annais, Jaubert, Phenias und all die anderen begleitet habe. Auf meinem Instagram-Account habe ich mal angemerkt, dass Nimmroth das buchifizierte Hygge-Gefühl ist. Auch Band 2 hat wieder diese wohlige Atmosphäre, aber leider wird sie etwas getrübt.

Während die ersten Kapitel wieder mit Cliffhangern und Handlung überzeugen, wird es danach etwas zu langatmig, aber keineswegs zu ruhig. Denn es wird gestritten im Hagelond. Viel. Sehr viel. Lynni und Tarou führen dieses Mal eine unfassbar problematische Beziehung, die vor Allem durch Misstrauen und dem nicht-Aussprechens des Wortes Sex geprägt ist… die Handlung, dessen Name nicht genannt werden darf. Während Lynni dadurch oft jung und naiv wirkt, nervt Tarou einfach nur tierisch.

Insgesamt gibt es für mich in diesem Buch zu viele Dreiecksbeziehungen , Konflikte und Details. Ich mag es sehr, wenn ein Buch sich Zeit nimmt. Doch manchmal scheint es, als würde Livia und gern ALLES aus Nimmroth erzählen. Dabei verliert sich leider ab und an der rote Faden.

Trotzdem mag ich die Charaktere (vor Allem Jaubert, den armen Mann, der IMMER einen auf den Deckel kriegt) und die Welt. Ich mag den Schreibstil und die Ideen, die Livia hat. Und vor Allem mag ich das Ende, das wieder nahtlos an die ersten Kapitel anknüpfen kann und mit Spannung und Geheimnissen überzeugt.

Fazit

Der erste Band gefällt mir leider besser, weil die Atmosphäre dort noch ein wenig heimeliger ist. Die vielen Konflikte sind manchmal doch recht anstrengend und ich hätte mir wieder mehr Harmonie gewünscht. Trotzdem bin ich sehr gespannt auf den nächsten Band und hätte am Ende gern weitergelesen.

  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere