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Anna_Schwpps

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Veröffentlicht am 30.09.2020

Alte Sagen und aufmüpfige Schmetterlinge

Faye - Herz aus Licht und Lava
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„Dieser Kerl war wie das isländische Wetter. Man wusste nie, was einen als nächstes erwartete.“

Die zukünftige Biologiestudentin Faye begleitet ihre Mutter nach Island. Dort soll ein neues Hotel errichtet ...

„Dieser Kerl war wie das isländische Wetter. Man wusste nie, was einen als nächstes erwartete.“

Die zukünftige Biologiestudentin Faye begleitet ihre Mutter nach Island. Dort soll ein neues Hotel errichtet werde. Doch der Baum, der auf der Lichtung steht, ist Teil einer alten Sage. Er soll der Eingang zur Elfenwelt sein und durch den Raub seines Herzens droht der Welt die Dunkelheit. Faye beschließt, den Baum zu retten, wobei ihr der etwas jähzornige Aron hilft. Oder vielleicht hilft er ihr auch gerade nicht, denn sie weiß nie genau, wann oder ob sie ihm trauen kann…

Faye gehört quasi meinem Heimatgenre an. Dem Genre, in dem ich vielleicht nicht mehr immer zu Hause bin, das aber ganz tief in mir verwurzelt ist: Jugend-Romantasy. Die Protagonisten sind jung und meist etwas naiv, die Geschichten locker aber entspannt und die Atmosphäre nicht zu blutrünstig. Und endlich, endlich, endlich war mir mal wieder genau danach zu Mute.

Faye ist eine herzliche und zumeist sympathische Protagonistin. Sie hat ein Faible für Pflanzen und 100 Pluspunkte bekommt sie von mir, weil sie später Bio studieren will – tolles Fach, echt 🙂 Sie ist etwas trotzig (Es lebe die Pubertät!) aber auch offen, tolerant und engagiert. Als sie von der Sage um die Elfen hört, hält sie die isländischen Einheimischen nicht für bescheuert, sondern akzeptiert ihre Sagen und hakt neugierig nach.

Sie lernt den typischen Bad Boy Aron kennen. Stellt euch den klischeehaftesten Fantasy-Bad Boy mit schönen Haaren vor und ihr habt Aron 😀 Ich persönlich kann solchen Jungs nicht mehr so viel abgewinnen, aber bestimmt sieht die ein oder andere Leserin da großes Boyfriend-Potenzial.

Die Geschichte wird rund um isländische/nordische Sagen aufgebaut, was mich sehr anspricht und eine kleine Prise Realität mit sich bringt. Außerdem werden auch viele traumhafte, isländische Orte erwähnt und beschrieben. Deshalb wurde dann ab und an gegoogelt und festgestellt: Ich muss da wirklich mal hin! Obwohl die Geschichte für mich recht vorhersehbar (und auch etwas klischeehaft) ist, gefallen mir die Atmosphäre und das Setting, sodass ich trotzdem immer gern zum Buch gegriffen und mich pudelwohl gefühlt habe. Spannung gibt es schon, aber ich würde es nicht als spannendstes Buch beschreiben.

Fazit

Man muss wahrscheinlich mit der richtigen Einstellung an das Buch rangehen, weil es eben sehr jugendlich ist. Es ist nicht allzu komplex, besticht aber mit der Verbindung zu Sagen und Legenden sowie einer tollen Atmosphäre und einer unkompliziert normalen Protagonistin. Für mich genau das, was ich gerade brauchte. Es ist locker und auf positivste Weise einfach süß!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 22.09.2020

Im Kampf gegen KAMI

Neon Birds
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Im Jahr 2101 verwandelt die künstliche Intelligenz KAMI die Menschen in übermäßig starke und schnelle Cyborgs. Während die Soldaten tapfer versuchen das Virus zu bekämpfen, verehren einige Sekten KAMI ...

Im Jahr 2101 verwandelt die künstliche Intelligenz KAMI die Menschen in übermäßig starke und schnelle Cyborgs. Während die Soldaten tapfer versuchen das Virus zu bekämpfen, verehren einige Sekten KAMI als Gottheit. Die Lage spitzt sich zu und KAMI besetzt immer mehr Teile der Welt. Doch vier mutige junge Erwachsene stellen sich dem Untergang der Zivilisation entgegen…

In Neon Birds begleitet man hauptsächlich Andra, Flover, Luke und Okijen. Jeder der vier muss seine eigenen Dämonen bekämpfen, setzt sich aber auch im Kampf für die Welt ein. Sie haben viele Gemeinsamkeiten wie Mut und Loyalität, aber doch sind sie sehr unterschiedlich. Ich kann gar nicht sagen, wen ich am liebsten mag, aber ich kann sagen, dass ich keinen der vier nicht mag und das ist auch schon sehr viel wert. Trotzdem hoffe ich, dass ich im nächsten Band noch etwas mehr Verbindung aufbauen kann, da mir das manchmal gefehlt hat.

Die Grundidee ist nicht ganz neu, aber ordentlich aufpoliert mit vielen neuen Gedankengängen, sodass es interessant und spannend ist. Alles ist nachvollziehbar und logisch. Vor einigen Kapiteln gibt es Illustrationen oder besondere Einträge, wodurch zwar viel Wissen vermittelt wird, man aber auch immer noch neugieriger wird.

Durch die verschiedenen Perspektivenwechsel wird das Buch nicht langweilig und auch kleinere Längen, die etwas zäh sind, werden so gut überbrückt. Der Schreibstil ist dazu angenehm und flüssig, sodass ich mich nie durch das Buch quälen musste.

Fazit

Ein guter Start in eine Trilogie, auf die ich weiterhin sehr gespannt bin. Trotzdem ist da noch etwas Luft gerade auf emotionaler Ebene. Ich hoffe sehr, dass es in Band 2 davon etwas mehr gibt und bin gespannt auf die Fortsetzungen.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 13.09.2020

Zwischen Schwarz, weiß und grau

Die Chroniken von Alice - Die Schwarze Königin
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Achtung! Spoiler zu Band 1!

„Du fängst allmählich besser an, an das Unmögliche zu glauben, Alice, denn das Unmögliche wird einfach immer wieder passieren.“ – Alice

Alice hat zwar dem Jabberwock und ...


Achtung! Spoiler zu Band 1!

„Du fängst allmählich besser an, an das Unmögliche zu glauben, Alice, denn das Unmögliche wird einfach immer wieder passieren.“ – Alice

Alice hat zwar dem Jabberwock und dem Kaninchen Einhalt geboten, aber die nächste Gefahr wartet bereits auf sie. Eigentlich wollten sie und Hatcher ja Hatchers Tochter Jenny suchen, doch sie dringen in das Reich der weißen Königin ein und müssen herausfinden, was mit der schwarzen Königin geschehen ist.

Der erste Teil hat mich mit seiner gewaltsamen und düsteren Art begeistert. Dieser hier ist weniger blutig, aber genauso düster. Trotzdem bin ich eher enttäuscht von dieser Fortsetzung.

Die Handlung ist dieses Mal eher etwas holprig. Zwar ist der rote Faden erkennbar ebenso wie das Ziel, aber als Leser hat man das Gefühl nur von A nach B zu laufen. Auch wenn der Schreibstil wieder sehr angenehm und besonders ist wie im ersten Teil, bin ich dieses Mal nicht so durch die Seiten geflogen sondern hab mich eher vorwärts gerobbt.

Mir fehlen auch einige geliebte Charaktere aus dem ersten Band. Zu viel Alice und zu wenig alte Bekannte. Auch zeigt Alice für mich zu wenig Entwicklung, genau wie die Bindung von Alice und Hatcher mir nicht genug thematisiert wird. Dafür gibt es aber einige wenige neue Figuren, die ich sehr mag.

Das Ende ist allerdings wirklich schön und die letzten Seiten konnte ich zum Glück wieder genießen.

Fazit

Mich hat dieser Band leider ein wenig enttäuscht. Um es mit Alice im Wunderland Worten zu sagen: Er hat sein Mehr-Sein verloren, der erste Teil war mehr mehrer. Trotzdem ist das Buch keineswegs schlecht, es ist bloß an meinen Erwartungen gescheitert.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.09.2020

Süß wie Popcorn?

Truly
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„Die Dinge, die wir nicht wollen, verschwinden nicht, nur weil die Augen vor ihnen verschließen. Und das ist vielleicht gut so.“

Als Andie nach Seattle kommt hat sie nichts außer ihrem Traum, mit ihrer ...

„Die Dinge, die wir nicht wollen, verschwinden nicht, nur weil die Augen vor ihnen verschließen. Und das ist vielleicht gut so.“

Als Andie nach Seattle kommt hat sie nichts außer ihrem Traum, mit ihrer besten Freundin June zu studieren und dann eine Firma zu gründen. Das Leben macht es Andie aber zur Zeit nicht leicht. Doch obwohl sie so viele Sorgen hat, ist da ja auch noch der stille Cooper. Cooper, der sie immer anders behandelt und sie gleichermaßen verwirrt wie anzieht.

Es ist eine süße, wenn auch eher gewöhnliche Geschichte. Mädchen besucht Uni, lernt Typen kennen, Typ benimmt sich abweisend, ist aber ja eigentlich gar kein Arschloch sondern nur zu tiefst verletzt. Trotzdem ist Truly im Vergleich zu vielen anderen NA-University-Storys wirklich süß und kommt mit weniger Drama aus, was mir sehr gefällt. Allerdings hat es mich manchmal gestört, dass viele Dinge doppelt und dreifach super auffällig wiederholt wurden. So nach dem Motto „Schau! Hier ist das Problem! Und da ist Potenzial für Drama!“

Avas Schreibstil ist einfach toll. Leicht, locker, schwebend. Vor jedem Kapitel gibt es kurze Sätze/Lebensweisheiten, die ich wirklich wunderschön finde. Außerdem gefällt mir die Idee mit dem Prolog sehr, da man dadurch direkt in die Geschichte katapultiert wird, nur um dann an den Anfang gezogen zu werden.

Andie ist eine freundliche, ordentliche Protagonistin. Liebenswürdig und sympathisch mit einem Hang zum Jammern, aber manchmal fehlte mir bei ihr das Besondere. Ebenso wie bei Cooper. Da fehlten für mich einfach die Charakterzüge. Er ist still, hat einen starken Beschützerinstinkt und eine schwere Vergangenheit. Aber gefühlt redet er nur wenige Sätze, wodurch ich zu ihm keinen Bezug fand, er blass blieb und die Chemie für mich auch fehlte. Außerdem mag ich dieses Möchtegern-Bad-Boy-Artige einfach nicht so gern.

June und Mason, um die es in Band 2 geht, lernt man bereits jetzt kennen. Manchmal ist mir deren Verhalten etwas too much, aber ich mag die ruhigen und liebevollen Momente von Mase total. June war mir manchmal einen Ticken zu drüber.

Achtung! Ab hier folgen Spoiler!!

Ich würde gern ein zwei Dinge offen ansprechen, die stören. Zum Einen fehlt mir die tiefgründige Verbindung von Andie und Cooper. Sie haben kaum miteinander kommuniziert, sich am Ende ja nicht mal ausgesprochen und so hat man das Gefühl, es geht hier mehr um Verlangen als um Liebe und Zuneigung. Auch wenn ich es mag, dass nicht direkt die magischen drei Worte fallen. Außerdem ist mir vieles zu klischeehaft. Dass Andie am Ende Hals über Kopf zu ihrer Familie fährt passte für mich gar nicht zu ihr und ist mir etwas zu übertrieben.

Spoiler Ende 🙂

Fazit

Eine süße Geschichte mit tollen Momenten und wichtigen Ansätzen, bei der mir schlichtweg die Chemie zwischen den Protas fehlt. Für mich eher eine Geschichte über Neuanfänge und Freundschaften als über Romantik und Zuneigung.

  • Cover
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Veröffentlicht am 02.09.2020

Von Libellen und verlorener Liebe

Wie die Ruhe vor dem Sturm
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„Liebe wurde nicht erst real, wenn man es laut aussprach. Nein, Liebe saß viel mehr ganz still da, in den Schatten der Nacht, und heilte die Risse in unseren Herzen.“ – Ellie

Eleanor und Greyson haben ...

„Liebe wurde nicht erst real, wenn man es laut aussprach. Nein, Liebe saß viel mehr ganz still da, in den Schatten der Nacht, und heilte die Risse in unseren Herzen.“ – Ellie

Eleanor und Greyson haben sich geliebt und sich aus den Augen verloren. Sechzehn Jahre später bewirbt sich Ellie auf einen Job als Nanny. Und es ist ausgerechnet Greysons Familie für die sie arbeiten soll. Doch Greyson hat sich verändert. Er ist kälter geworden, emotionsloser. Ellie ist entschlossen seinen Kindern zu helfen und für sie, genau wie für Greyson, zu kämpfen.

Diese Geschichte ist wirklich nichts für schwache Nerven. Sie ist ebenso wunderschön wie traurig und auf ganzer Linie einfach hochemotional. Es hätte mich echt mal jemand vorwarnen sollen, welche Sturmflut von Gefühlen dieses Buch im Leser auslösen kann.

Es beginnt mit der jungen Ellie und dem jungen Grey. Eine Liebesgeschichte, süß wie Zuckerwatte und leicht wie Libellenflügel. Trotzdem macht ihre Liebe nicht das perfekte Leben. Beide haben eine tragische Vergangenheit und schon da leidet man als Leser so richtig. Mir gefällt diese Vorgeschichte total und sie bildet trotz viel Schmerz einen wunderschönen, kindlichen Kontrast zu dem, was danach kommt.

Ellie hat sich auch später kaum verändert. Sie ist etwas tollpatschig und nicht auf den Mund gefallen. Die Beziehung zu Karla und Lorelai, Greysons Kindern, finde ich total herzerwärmend und diese Szenen haben mich mehr als einmal zum Schmunzeln gebracht. Aus Greyson ist ein eher kalter Mann mit viel Leid geworden. Aber Ellie wäre nicht Ellie, wenn sie nicht versuchen würde ihn zu retten.

Der Schreibstil ist total flüssig, manchmal tragen die Personen für mich aber zu dick auf in ihren Dialogen. Vielen von euch wird das total gefallen, mir ist es oft too much. Die Dialoge wirken dadurch teils zu erzwungen und kitschig, aber das ist reine Geschmackssache und was mich hier stört wird – wie schon gesagt- vielen Lesern sehr gefallen.

Fazit

Ohne Spoilern zu wollen wird hier mit vielen schwierigen Themen gearbeitet, was meisterhaft geglückt ist. Alles ist nachvollziehbar, die Probleme echt und das Drama nicht übertrieben. Diese Geschichte tut weh, mach ebenso traurig wie glücklich und bringt zum Lachen. Was will Buchwurm da bitte mehr??

  • Cover
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  • Handlung
  • Charaktere