Cover-Bild Was ist in meinem Alter sonst noch üblich?
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24,00
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  • Verlag: Nagel & Kimche
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Liebe und Beziehungen
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 192
  • Ersterscheinung: 24.02.2026
  • ISBN: 9783312014736
Wencke Mühleisen

Was ist in meinem Alter sonst noch üblich?

Roman | Über das Älterwerden und die Sehnsucht nach Nähe – erfrischend und voller Lebensmut | Für Leserinnen und Leser von Doris Knecht und Julia Schoch
Ina Kronenberger (Übersetzer)

»Wencke Mühleisen schreibt klar, schnörkellos und klug, mit Empathie für ihre Hauptfigur. Warmherzig, witzig und sehr lesenswert.« Mareike Fallwickl

Als Erika mit ihrem Mann Jan am letzten Abend des gemeinsamen Italienurlaubs in einem Restaurant in Triest sitzt und sich fragt, warum er ihr seit Jahren jegliche körperliche Nähe verweigert, eröffnet ihr Jan, dass er seit anderthalb Jahren ein Verhältnis mit einer anderen Frau hat. Dieses Geständnis trifft Erika völlig unvorbereitet, und so bricht eine ganze Welt für sie zusammen. Doch nur vorübergehend – schon bald regen sich in ihr vor allem Fragen. Welche Möglichkeiten hat eine Frau in der Lebensmitte nach einer langjährigen Ehe? Und ist ihr drängender Wunsch nach Begehren und Nähe in diesem fortgeschrittenen Alter etwa besorgniserregend? Mit Offenheit und Tiefgang schreibt Wencke Mühleisen nuanciert und lebensklug über eine Frau, die herausfindet, dass man nie zu alt ist, um das mit der Liebe noch einmal ganz neu anzugehen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.02.2026

wenn alles wankt

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Als Scheidungskind habe ich oft nur von außen zugesehen – aber dieses Buch hat mir gezeigt, wie viel Schmerz, Verzweiflung und Wut in den Menschen wohnen können, die wir lieben. Es macht greifbar, wie ...

Als Scheidungskind habe ich oft nur von außen zugesehen – aber dieses Buch hat mir gezeigt, wie viel Schmerz, Verzweiflung und Wut in den Menschen wohnen können, die wir lieben. Es macht greifbar, wie ein einziger Satz das ganze Leben erschüttern kann.
Erika und Jan sind seit Jahrzehnten ein Paar: sie haben zusammen gelebt, gestritten, geliebt, einen Sohn großgezogen. Doch Nähe gibt es längst nicht mehr – zumindest nicht zwischen ihnen. Während eines Urlaubs in Triest sagt Jan diesen einen Satz: er gesteht Erika, dass er eine Affäre mit einer jüngeren Frau hat. Ihre jahrzehntelange Ehe gerät ins Wanken.
Beide sind über sechzig. Jan hat schon lange das Interesse an körperlicher Nähe verloren, während Erikas Begehren nie verschwunden ist. Was zunächst wie der späte Paukenschlag einer müde gewordenen Beziehung wirkt, entwickelt sich zu einer intensiven Reise in Erikas Inneres – durch Wut, Kränkung, Eifersucht und existenzielle Fragen.
Erika stürzt von einer Gedankenspirale in die nächste, entfacht Rachefantasien und Zweifel an sich selbst. Der Roman bleibt dicht an ihrer Perspektive: Man sitzt mit ihr im Restaurant, spürt ihre beklemmende Hilflosigkeit, ihre verzweifelten Gedanken und das brennende Bedürfnis, die Kontrolle über ihr Leben zurückzugewinnen.
Auf eindrucksvolle Weise thematisiert das Buch Sexualität, Begehren und Körperlichkeit im Alter sowie die Frage nach Selbstwert und Identität. Ein unbequemer, ehrlicher Roman über Liebe, Verletzlichkeit und das, was Menschen in Jahrzehnten einer Beziehung wirklich bewegt – ein Buch, das berührt und manchmal richtig wehtut.

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Veröffentlicht am 21.02.2026

Herzergreifend

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Erikas Ehe droht auseinanderzubrechen, als ihr Mann ihr eines Abends im Urlaub gesteht, dass er seit bereits anderthalb Jahren eine Affäre mit einer 15 Jahre jüngeren Frau hat. Erika selbst droht ...

Erikas Ehe droht auseinanderzubrechen, als ihr Mann ihr eines Abends im Urlaub gesteht, dass er seit bereits anderthalb Jahren eine Affäre mit einer 15 Jahre jüngeren Frau hat. Erika selbst droht auseinanderzubrechen; wir begleiten sie durch emotionale Ausnahmezustände und vor allem auch viele existentielle Fragen. Mit 65 Jahren möchte sie die Liebe und das Begehren noch lange nicht aufgeben, auch wenn sie das Gefühl hat, dass ihr Mann sie aufgegeben hat. Vor allem ihre Sehnsucht trieft nur so aus jeder Seite und zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch. Erika ist dabei kein leicht verdaulicher Mensch: sie ist gehässig, sie liebt, sie ist dem Zusammenbruch nahe, sie hofft, sie zetert, sie beschimpft, sie ist irrational und gerade das macht es so spannend, in ihrem Kopf zu verweilen. Denn genau da befinden wir uns; sie erzählt uns wie einer guten Freundin, was ihr passiert ist. Das einzige Manko ist dabei, dass ihre Beziehung zu Jan vor allem in der Gegenwart präsentiert wird; so fällt es einem schwer, diese Figur genau so zu lieben und an ihr zu hängen wie Erika es tut.

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Veröffentlicht am 21.05.2026

Anders als erwartet

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Überraschend erfährt Erika am letzten Abend des gemeinsamen Italienurlaubs, dass ihr Mann seit anderthalb Jahren ein Verhältnis mit einer anderen Frau hat - während sie sich Gedanken darüber machte, warum ...

Überraschend erfährt Erika am letzten Abend des gemeinsamen Italienurlaubs, dass ihr Mann seit anderthalb Jahren ein Verhältnis mit einer anderen Frau hat - während sie sich Gedanken darüber machte, warum er ihr seit geraumer Zeit jegliche körperliche Nähe verweigert. Dieses Geständnis trifft Erika unvorbereitet, doch nun muss sie sich damit auseinandersetzen.

Der Titel des Buches hat mich eine eher lustige Geschichte erwarten lassen. Schnell habe ich jedoch gemerkt, dass es hier um die Fragen einer Frau geht, die sich nicht nur mit dem eigenen Älterwerden beschäftigen muss, sondern auch damit, was dies für ihre langjährige Beziehung bedeutet. Erika bewältigt die Krise mit vielen Gedanken und Fragen wie sie ihr durch den Kopf gehen, und sie lässt sowohl den positiven wie auch den negativen Sichtweisen Raum. Teilweise wirken diese Gedankengänge für mich sehr verkopft, andererseits ist sie echt brutal ehrlich, vor allem sich selbst gegenüber. Das Buch regt zum Nachdenken an über die eigene Geschichte als Frau, vor allem wenn man selbst in Erikas Alter ist.

Mich hat dieser Roman recht ambivalent hinterlassen. Auch wenn ich die Thematik des Buches sehr wichtig finde, hat mich die Umsetzung manchmal etwas befremdet. Ich vergebe 3 von 5 Sternen.

Veröffentlicht am 23.03.2026

Ich wünsche Erika einen Neuanfang

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Erika und Jan sind beide 65, seit über 40 Jahren verheiratet, haben einen erwachsenen Sohn. Ihre Beziehung ist respektvoll aber seit 8 Jahren ohne körperliche Nähe. Alles schon tausendmal gehört. Was die ...

Erika und Jan sind beide 65, seit über 40 Jahren verheiratet, haben einen erwachsenen Sohn. Ihre Beziehung ist respektvoll aber seit 8 Jahren ohne körperliche Nähe. Alles schon tausendmal gehört. Was die Geschichte von anderen abhebt, ist, dass sich in diesem Fall Erika nach Sex sehnt und Jan derjenige ist, der ihn verwehrt. Als er ihr in einem Urlaub dann gesteht, dass er bereits seit anderthalb Jahren ein Verhältnis zu einer deutlich jüngeren Frau hat, die beide kennen und die, laut Erika, deutlich unattraktiver ist als sie selbst, zieht das Erika den Boden unter den Füßen weg. Was nun kommt, haben viele von uns schon erlebt – Erika sitzt in einer Achterbahn der Gefühle, wütet, zweifelt, stalkt die Geliebte, kämpft um ihre Ehe. Schließlich begeben sich die Eheleute in Therapie. Aber macht das wirklich Sinn, die Beziehung ohne körperliche Liebe – denn Jan bleibt bei seiner Einstellung, dass er sich keine körperliche Liebe mehr mit seiner Frau mehr vorstellen kann und an der Beziehung zu seiner Geliebten festhalten will – fortzusetzen? Erika stellt sich viele Fragen und lässt die Leserin daran teilhaben. Ihre Gedanken springen hin und her und manchmal hat mich ihr selbstverletzendes Verhalten richtig geschmerzt. Ich hätte ihr am liebsten zugerufen: „Warum gehst Du nicht und suchst Dir einen Mann, der dich will?“ Immerhin kommen ihr diese Gedanken zwischendurch selbst, das lässt mich hoffen.
Das Büchlein, dessen Cover mich richtiggehend angezogen hat, liest man schnell durch, der Text ist fesselnd und ich habe mich oft in Erikas klugen Gedanken wiedergefunden. Was mir nicht so gut gefallen hat, waren die derbe Wortwahl bei Erikas Sexgedanken, damit habe ich mich unwohl gefühlt, was vielleicht mehr über mich als über Wencke Mühleisen aussagt. Die Autorin spricht Klartext, drastisch, konsequent und ehrlich. Manchmal auch witzig. Ich konnte ihren inneren Kampf fühlen und das macht den Roman zu einem, der berührt und manchmal auch weh tut.

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Veröffentlicht am 20.03.2026

Wenn Vertrautes zerbricht

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Schon beim ersten Blick fällt das Cover ins Auge, das eine gewisse Wärme und Leichtigkeit ausstrahlt und damit Erwartungen an eine hoffnungsvollere Geschichte weckt. Der Roman selbst schlägt jedoch eine ...

Schon beim ersten Blick fällt das Cover ins Auge, das eine gewisse Wärme und Leichtigkeit ausstrahlt und damit Erwartungen an eine hoffnungsvollere Geschichte weckt. Der Roman selbst schlägt jedoch eine deutlich ernstere, teilweise auch bedrückende Richtung ein. Im Mittelpunkt steht eine langjährige Beziehung, die durch ein Geständnis ins Wanken gerät und eine innere Krise auslöst. Statt einer dynamischen Handlung begleitet die Geschichte vor allem die gedankliche Auseinandersetzung der Protagonistin mit Verlust, Selbstwert und dem Wunsch nach Nähe.
Dabei kreisen ihre Gedanken immer wieder um dieselben Fragen, was ihre Verunsicherung zwar greifbar macht, auf Dauer jedoch auch etwas ermüdend wirkt. Die Figuren bleiben insgesamt eher auf Distanz, insbesondere die Beziehung zwischen den beiden wirkt schwer greifbar und emotional nicht immer zugänglich. Gerade hier hätte etwas mehr Entwicklung oder neue Impulse der Geschichte gutgetan.
Der Schreibstil ist klar und direkt, stellenweise sehr offen und schonungslos. Diese Ehrlichkeit passt zum Thema, wirkt aber in einigen Momenten auch recht nüchtern oder wiederholend. Die ruhige, fast kreisende Erzählweise unterstreicht die innere Zerrissenheit, nimmt der Geschichte jedoch auch Tempo und Spannung. Kleine feine Beobachtungen blitzen immer wieder auf, gehen jedoch im Gesamtbild etwas unter.
Ich habe das Buch als nachdenklich und thematisch interessant empfunden, gleichzeitig aber auch als etwas zäh in der Umsetzung. Es regt zum Reflektieren an, konnte mich emotional jedoch nicht vollständig erreichen. Insgesamt bleibt eine solide, aber nicht ganz überzeugende Lektüre.

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